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TAEKWONDO


18 Antworten in diesem Thema

#1 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 11:42 Uhr

Hallo Forumsmitglieder, Infosuchende und Interessierte,

nachdem immer wieder Fragen bezüglich der Merkmale und
Besonderheiten einer Kampfkunst aufkommen, möchten wir
(einige Forumsmitglieder und Moderatoren) an dieser Stelle
versuchen, die Kampfkunst "Taekwondo" nachfolgend so kurz
und verständlich wie möglich zu erläutern...
(sofern das überhaupt möglich ist)


Inhalt :

* Vorwort
* Wie definiert sich Taekwondo ?
* Wissenswertes über Korea
* Die Entstehung/geschichtliche Entwicklung des Taekwondo
* Taekwondo im Überblick von damals bis heute
* Die "Dreiteilung" des Taekwondo
* Begriffe, Etikette und Terminologie
* Spezifische Gymnastik und Aufwärmtraining
* Grundtechniken
* Formen (Hyong/Poomse/Palgue/ Tul)
* Selbstverteidigung (Hosinsul)
* Sparring (Sebon-gyorugi)
* Messerabwehr
* Fußkampf (Chokki-taeryon)
* Freikampf / Wettkampf (Gyorugi)
* Bruchtest (Kyok-pa)
* Link-Liste




Vorwort :

Wer den Weg einer Kampfkunst beschreitet, wird im laufe der Zeit viele neue Seiten an der Kampfkunst und vor allem an sich selbst kennen lernen.

Diese neuen Erfahrungen müssen verstanden werden, bevor sie sich in dem Ausübenden verfestigen und umgesetzt werden können.
Um eine Kampfkunst in all ihrer Tiefe zu begreifen, ist es unerlässlich
sich mit ihr zu beschäftigen. Jeden Tag.
Allein das Offensichtliche zu betrachten ist nicht genug.

Es soll und kann an dieser Stelle keine umfassende Information
geboten werden. Es existieren genügend Quellen, die nutzbar sind
um sein Wissen zu vertiefen.

Versteht diesen Thread/Thema als Anreiz dafür...


Mit freundlicher Unterstützung durch Mac

Bearbeitet von Mac, 27 Februar 2007 - 21:43 Uhr.


#2 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 11:43 Uhr

Wie definiert sich Taekwondo:

Taekwondo ist eine waffenlose koreanische Selbstverteidigung, die mit
Einsatz der Körperwaffen wie Füssen, Beinen (Tae) und Händen,
Armen (Kwon) sowie dem Wissen um energetische und physiologische Zusammenhänge ausgeübt wird.
Unter "Do" wird, einfach gesagt, die Schulung des Selbst und der
Charakterbildung verstanden.


In Anlehnung an die Lehrunterlagen von H.J. Sobota

Bearbeitet von Mac, 27 Februar 2007 - 21:45 Uhr.


#3 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 11:45 Uhr

Wissenswertes über Korea :


Die koreanische Halbinsel ist seit etwa 12-18tausend Jahren besiedelt. Das Gebiet des koreanischen Stammes "Koguryo" erstreckte sich einst über das heutige Staatsgebiet Nord- und Südkoreas hinaus, bis weit in die Mandschurei und Sibirien. Die heutige Größe von Nord- und Südkorea (seit dem Koreakrieg 1950-53 getrennte Staaten) zusammen beträgt ca. 220 000 km² (Deutschland hat 357 026 km²).

Spätestens seit etwa dem ersten Jhd. v. Chr. hat Korea seine Nachbarn nicht mehr angegriffen (Nordkoreas aktuelle Politik ist jedoch teils aggressiv), wurde selbst jedoch immer wieder von China, der Mongolei und Japan attackiert. Der Höhepunkt der Aggressionen durch Japan wurde während der Besatzung von 1905 bzw. 07-1945 erreicht. Man muss bei der Betrachtung aktueller Themen, die in Zusammenhang mit Japan stehen, beachten, dass das koreanische Volk noch höchst schmerzliche Erinnerungen an damalige Kriegsverbrechen hat.

Korea wird als die "Krabbe zwischen zwei Walen" bezeichnet. Trotz seiner Lage zwischen den hierzulande viel populäreren Ländern Japan und China hat Korea eine ganz andere Kultur und andere Gegebenheiten als seine beiden Nachbarn. Von China übernahm es vielerlei kulturelle Güter, an Japan übergab es viele (z.B. die chinesische Schrift, den Buddhismus und koreanische Keramikherstellungstechniken). Seit Ende des Koreakrieges sind diese Verhältnisse von Nehmen und Geben allerdings sehr verändert, gerade in Bezug auf Kampfarten.

"In Korea wurde etwas früher als in Europa mit mit metallischen, beweglichen Lettern Buchdruck betrieben. Wo genau dieser erfunden wurde, ist nicht gesichert festzustellen. Das weltweit älteste erhaltene Buch (das "Buljo Jikji Shimje Yojeol aus dem Jahre 1377"), das mit dieser Technik hergestellt wurde, stammt aus Korea."

Weiterhin war (ist) das Land auch für sein Porzellan und seine Goldfabrikate in der ostasiatischen Region berühmt.

Koreanisch wird meist den altaischen Sprachen zugeordnet, was nicht unumstritten ist. Es ist definitiv nicht mit chinesisch verwandt. Japanisch könnte aus dem Koreanischen entstanden sein, es existieren jedenfalls einige Parallelen zwischen diesen Sprachen.
Durch die lange kulturelle Beeinflussung durch China war in Korea die chinesische Schrift und Sprache in der Oberschicht bis 1446 dominant. Seit diesem Jahr benutzen die Koreaner eine leicht erlernbare Buchstabenschrift, die König Sejong entwickeln ließ. Chinesische Zeichen sind nur in Südkorea aus bestimmten Gründen jedoch teilweise noch in Gebrauch. Es gibt für fast jedes koreanisches Wort eine koreanische und eine sinokoreanische (d.h. "chinesisch-koreanische") Aussprache.

Etwa 40 % der Bevölkerung Südkoreas sind heute christlich, ca. 40 % buddhistisch und rund 20 % sind areligiös; allerdings praktizieren nur etwa 50 % der Koreaner eine Religion aktiv, dann meistens aber auch sehr extrem. Der traditionelle Schamanimus spielt neben anderen Religionen auch eine Rolle, der Taoismus als Religion jedoch kaum. Der Konfuzianismus bzw. Neokonfuzianismus, der in der Choson-Dynastie (1392-1910) überaus dominant war und zeitweise andere Religionen, besonders den Buddhismus, unterdrückte, hat viele Aspekte des alltäglichen Lebens bis heute äußerst stark geprägt, darunter z.B. Verhaltensregeln für den förmlichen Umgang (eine Art "Knigge").

Der südkoreanische Alltag bewegt sich heute, natürlich neben vielen anderen Aspekten, zwischen einer Volksmentalität, die ausgelassen und sehr emotional ist und einer neokonfuzianischen Gelehrtenauffassung, die u.a. strenge Disziplin und Beherrschung fordert. Bezeichnend für die Volksmentalität sind die temperamentvolle Trommel-Musik und Tänze. Aktuell ist im südlichen Teil des Landes eine große Spannung wegen des allgegenwärtigen Nordkoreakonfliktes zu spüren.

Der Neokonfuzianismus betont intellektuelle Tätigkeiten und missachtet physische Aktivitäten wie das Kriegshandwerk. Aus diesem Grunde entwickelte sich, ganz anders als in Japan, kein Kriegerstand. So waren Formen des Volks-Kampfsports viel verbreiteter als Kampfküste im Sinne von philosophisch-pädagogischen Kampkünsten. Bis heute haben sich nur Ssireum (Ringkampf), Taekkyon (tänzerischer "Allkampf"), und Guk-Gung (Bogenschiessen, auch "Goong-Do") erhalten.

Was genau andere Kampfarten, deren Bezeichnungen überliefert wurden, genau darstellten, ist letztlich völlig unklar, da schriftliche Aufzeichnungen selten sind und bis ins 18. Jhd. weitgehendst ganz fehlen. Viele Autoren stützen sich hier leider auf Spekulationen. "Subak" war wahrscheinlich synonym mit Taekkyon. Weitere überlieferte Bezeichnungen, deren Bedeutungen teilweise unklar sind, sind "Kwonbob" "Yu Sul", "Subak Hi", "Subyock Chigi", "Bigak Sul" und andere. Grabhöhlenmalereien und Figuren, die Kampfszenen zeigen, finden sich in identischer Form auch in China.

Viel wird über die Bedeutung der "Hwarang" spekuliert. Das Wort bedeutet entweder "Blumenritter" oder "Blumenjugend". Wie schon an den Übersetzungen erkennbar, ist es umstritten, was diese Organisation der Shilla-Dynastie (668- 918) darstellte und ob sie sich in Kriegskünsten übte oder nicht. Ein interessanter Text dazu findet sich in der Diplomarbeit von Hyosung Gu (http://www.argedon.d...lehre/his_k.htm).
1988 richtete Südkorea die olympischen Sommerspiele aus.


Mit freundlicher Unterstützung durch Vagabund

Bearbeitet von Mac, 27 Februar 2007 - 21:38 Uhr.


#4 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 11:47 Uhr

Die Entstehung/geschichtliche Entwicklung des Taekwondo :

Taekwondo entstand, für viele vielleicht überraschenderweise, sehr abrupt innerhalb der kurzen Zeit von etwa 1945 - 1955 unter dem Einfluss und in den Wirren des zweiten Weltkrieges und des Koreakrieges.

Während der langen japanischen Besatzung Koreas verboten die Unterdrücker das Training von Kampfarten, da die Koreaner keine Mittel zur Verteidigung besitzen und Aufstände verhindert werden sollten. Dies führte dazu, dass die koreanischen Kampfarten, wie viele andere kulturelle Bestandteile, entweder ganz oder fast ausgelöscht wurden. Was Taekkyon, die einzige koreanische Kampfart, die man mit Taekwondo annähernd vergleichen kann, angeht, so wurden erst in den 1960er Jahren noch zwei Meister entdeckt, die diese Bewegungslehre noch beherrschten. Einer davon war mittlerweile Nationaltrainer der koreanischen Judomannschaft geworden. Sie hatten ihr Wissen nicht für wichtig gehalten, was zeigt, dass es während der Besatzung keinerlei geheimes Training oder Überlieferung gab.

Es ist aus verschiedenen Gründen höchst zweifelhaft, ob die Begründer des späteren Taekwondo's Taekkyon beherrschten, obwohl dies immer wieder behauptet wird, meistens jedoch nicht von ihnen selbst.
Viele Koreaner wurden jedoch dazu gezwungen, in das japanische Militär einzutreten oder reisten aus anderen Gründen nach Japan, wo einige von ihnen Karate erlernten.

Kara-Te bedeutete ursprünglich "China-Technik", nicht "leere Hand". Es wurde aus dem Okinawa-Te entwickelt, welches wiederum deutliche südchinesische Einflüsse enthält.
Nach Ende der Besatzung unterrichteten einige Koreaner das, was sie zuvor im Ausland, teilweise auch im ebenfalls besetzten China, gelernt hatten und gaben ihren Stilen neue Namen.


Die ersten fünf Schulen hießen:


* Chung Do Kwan
(Begründer: Lee Won Kuk, gegr. 1945), Stilrichtung: Tang Soo Do

* Ji Do Kwan
(Begründer: Chun Sang Sup , gegr. 1945), Stilrichtung: Kong Soo Do

* Moo Duk Kwan
(Begründer: Hwang Kee, gegr. 1945), Stilrichtung: Tang Soo Do

* Chang Moo Kwan
(Begründer: Yoon Byung In, gegr. 1946), Stilrichtung: Kwon Bup Bu

* Song Moo Kwan
(Begründer: Ro Byung Jik/gegr. 1946), Stilrichtung: Karate


Später kamen viele weitere hinzu, vor allem

* Oh Do Kwan
(Begründer: General Choi Hong-Hi und Nam Tae Hi, gegr. 1953, Stilrichtung: Karate und Tang Soo Do)



Während des Koreakrieges wurden diese Stile unter dem Namen
Kong Soo Do vereint.
Der Name "Taekwondo" entstand erst am 11. April 1955 unter massgeblicher Mitwirkung von General Choi Hong Hi. Dieser hatte von 1945-1955 seinen ebenfalls auf dem Shotokan Karate basierenden Stil Chang Ho Yo entwickelt, welches etwa ab 1948 in Teilen der südkoreanischen Armee Ausbildungsbestandteil war und auch Ausbildungsbestandteil der amerikanischen Militärpolizei in Seoul war.

Man entschied sich für die Bezeichnung "Tae Kwon Do", weil sie zum einen die bisherige sinokoreanische Übersetzung von Kara-Te-Do (Tang Soo Do) annähernd wiedergab, andererseits von der Aussprache her ähnlich klingt wie Taekkyon, welches noch in den Köpfen der Menschen präsent war. Heute denken viele Koreaner, dass Taekkyon nichts weiter als der antike Name von Taekwondo sei, was allerdings auf die gezielt betriebene Geschichtsfälschungspolitik der meisten großen Weltverbände zurückzuführen ist. Man muss allerdings verstehen, dass es für die koreanische Nation kaum möglich ist, die Verbindungen des mittlerweile weltbekannten und olympischen Sport Taekwondo zum Peiniger Japan zuzugeben.

Alle Kwans wurden von Choi vereinigt, teilweise unter Zwang. Einige Meister, der prominenteste ist wohl Hwang Kee, wollten ihren eigenen Stil weiterführen, konnten dies im Korea der Militärdiktaturen jedoch nicht und verliessen das Land, meistens in Richtung Nordamerika. Hwang Kee benannte seinen Stil später in Subak um, behauptete jedoch nicht, dass dieser authentisch die alte Kampfkunst Koreas widerspiegele.
Diese Hintergründe mögen viele nicht sehr erfreuen, man sollte jedoch Politik und Inhalt der Kampfart Taekwondo trennen. Wichtig für das Verständnis von vielen Bräuchen im Taekwondo ist vor allem die Verbindung zum Militär und die sehr junge Tradition, die keine Generationenalte Wurzeln in Korea hat.

Mit freundlicher Unterstützung durch Vagabund

Bearbeitet von Mac, 27 Februar 2007 - 21:27 Uhr.


#5 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 11:48 Uhr

Taekwondo im überblick von damals bis heute:

~550 n. Chr.:
Einige Kampfarten als Vorläufer einer waffenlosen Kampfkunst werden von einer kleinen Elite ausgeübt und weiterentwickelt.

1945 ff:
nach dem Krieg beginnen einige Meister damit, die vorher verbotenen Kampfkünste wieder zu unterrichten. Diese fünf Schulen (s.o.) werden als die Gründerschulen des Taekwon-Do angesehen.

1955:
Der von General Choi-Hong-Hi vorgeschlagene Name Taekwon-Do wird
von einem nationalen Komitee gewählt und anerkannt.
Die Meister der verschiedenen Stile werden "zwangsweise" in dem neuen System zusammengefasst.

Von den vorhandenen neun Schulen (Ji-Do-Kwan/Oh-Do-/Jung-Do-/Chung-Do/Moo-Duk-/Kang-Duk-/Han-Moo-/Song-Moo-/Chang-Moo-Kwan) hat sich letztlich die Ji-Do-Kwan durchgesetzt.

1959:
Beginn der weltweiten Verbreitung des Taekwon-Do.

1965:
Wahl von General Choi-Hong-Hi zum Präsidenten der KTA.
(Korean-Taekwondo-Association).
Taekwon-Do wird in Deutschland bekannt.

1966:
Gründung der ITF.
(International-Taekwondo-Association).

1968:
Spannungen zwischen der KTA und der ITF.
Entstehung der Poomse als Gegenpol zu den Hyong.

1972:
Flucht von General Choi-Hong-Hi nach Kanada.
Die KTA verbreitet die Taeguk- und Palgue- Formen als Ersatz
für die Hyong.

1973:
Gründung der WTF.
(World-Taekwondo-Federation).

1980:
Die WTF wird vom IOC anerkannt.

1981:
Gründung der DTU (Deutsche-Taekwondo-Union) als Sektion des
Deutschen-Judo-Bundes.

1988:
Taekwondo als Demonstrationswettbewerb bei den Olympischen Spielen
in Südkorea.

1995:
Verbandstreitigkeiten auf Grund des Druckes der WTF die Poomse als Ersatz für die Hyong endgültig einzuführen.
Nun Parallelbetrieb der Hyong zu den Poomse.

2000:
Taekwondo ist olympische Disziplin.

2002:
Tod von General Choi-Hong-Hi im Alter von 83 Jahren.

2004:
Durch die Verbandstreitigkeiten und Splittergruppen sieht die Situation im
"Taekwondo / Taekwon-Do" folgendermassen aus.




Verbände:


WTF ( World-Taekwondo-Federation )

ITF ( International-Taekwon-Do-Federation ) ; nach Choi

ITF ( International-Taekwon-Do-Federation ) ; nach Choi's Sohn

ITF ( International-Taekwon-Do-Federation ) ; Splittergruppe

Andere (DTB, ETF, TTV, Kwon, usw. )


Mit freundlicher Unterstützung durch Shumisen

Bearbeitet von Mac, 27 Februar 2007 - 21:18 Uhr.


#6 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 11:50 Uhr

Die "Dreiteilung" des Taekwondo :

Die klassische "Dreiteilung des Taekwondo" gliedert sich in:

- Form (Hyong/Poomse/Palgue/Tul)
- Freikampf (Gyorugi)
- Bruchtest (Kyok-pa)

Als weitere Teilbereiche wären ergänzend zu nennen:

- Grundtechnik (Kibon-dongjak)
- Sparring (Sebon-gyorugi oder Ilbo-taeryon)
- Messerabwehr
- Selbstverteidigung (Hosinsul)
- Fußkampf (Chokki-taeryon)

Doch hier zu den klassischen Bereichen des Taekwondo


1. Element: Formen

Wie wir wissen, besteht das Taekwondo nicht nur aus dem körperlichen Training, Grund- und Sondertechniken, sondern auch aus Übungen, die alle diese Elemente enthalten und auf bestimmten Bahnen nach einer bestimmten Struktur ablaufen, Diese Übungen nennt man "Formen". Sie sind ein direktes oder indirektes seelisches und körperliches Training, welches Angriffs- und Abwehrtechniken umfasst. Die Formen-Übungen kann man mit oder ohne Partner trainieren und dabei seine eigene Trainingsmethode, zum Beispiel durch Anwendungsübungen, systematisch entwickeln. Die Formen-Übungen sollten mit Herz und Geist ausgeführt werden. Bei der Ausführung einer Form sollte vor allem auf die Atmung, den Kraftaufwand, den Blick, die Geschwindigkeit, die Verlagerung des Körperschwerpunktes und auf den Kihap geachtet werden.


2. Element: Kyok-pa

Der Bruchtest sind praktizierte Kampftechniken aus den Formen.
Im Taekwondo Training soll die Fähigkeit des reellen Kampfes in der Anwendung durch den Bruchtest dargestellt werden. Der Bruchtest
prüft die Zerstörungskraft des Kämpfers und ist ein Training, um Körper und Geist in Einklang zu bringen.
Bei dieser Zerstörungskraft handelt es sich um die Fähigkeit, ein Holzbrett von mindestens 3cm Stärke zu zerschlagen.
Damit bei der Ausführung des Bruchtestes oder der Selbstverteidigung an den eingesetzten Körperteilen, wie Faust oder Fußballen, keine Verletzungen entstehen, ist es unerlässlich, sie durch entsprechendes Training abzuhärten und zu stärken. Beim Abhärtungstraining lernt man, Schmerz zu ertragen, und die Angst vor dem Schmerz zu kontrollieren. Erst dadurch wird es möglich, die ganze Zerstörungskraft zum Angriff einzusetzen.

Diese Kraft kann gegen einen Menschen gerichtet tödlich sein. Bei der Ausführung eines Bruchtestes muss man vor allem auf die Atmung, die Konzentration, den Kihap, die Kraftübertragung und auf die Geschwindigkeit und Genauigkeit der Technik achten.


3. Element: Gyorugi

Gyorugi ist genau wie der Bruchtest eine praktizierte Übung der einzelnen Techniken und des Geistes. Beim Gyorugi stehen sich in der Regel zwei Kämpfer gegenüber. Man unterscheidet vier Formen des Gyorugi:

- den abgesprochenen
- den halb abgesprochenen
- den Wettkampf und
- den Freikampf.

Der abgesprochene und der halb abgesprochene Gyorugi werden vor
allem im Training eingesetzt, um sich auf Wettkämpfe vorzubereiten.
Im Wettkampf-Gyorugi gibt es bestimmte Regeln, an die sich die Wettkämpfer halten müssen. Diese Regeln wurden aufgestellt, um große Gefahren für die Teilnehmer zu vermeiden und die Verletzungsgefahr so gering wie möglich zu halten.
Die Kampfrichter sorgen dafür, das die Regeln eingehalten werden und eine Jury sorgt für eine gerechte Bewertung. Auch im Wettkampf-Gyorugi ist es möglich, viele seiner schönsten und besten Techniken
anzuwenden.
Wettkampf-Gyorugi ist aber gleichzeitig ein Training für den Freikampf, in dem es weder Regeln, noch Kampfrichter oder Jury gibt. Im Freikampf befindet man sich in einer Situation, in der man einen tieferen
Einblick in sich selbst und auch in seinen Gegner erhält, weil man weiß, das es um die eigene Unversehrtheit oder um Leben und Tod gehen könnte.

Doch gerät man einmal in eine solche Situation, so sollte man versuchen, seine Ängste und Fesseln abzulegen, und mit freiem Geist und guter Technik kämpfen. Diese drei Elemente vereinigen Körper und Geist ineinander. Wenn diese Elemente nicht miteinander Harmonieren, dann
ist die Form nur ein Balletttanz, der Bruchtest nur die Übung eines Vernichters mit blinder Zerstörungswut und der Gyorugi nur eine Prügelei von Straßenschlägern.

Bis 1950 wurde der Taekwondo Trainingsprozess durch die drei Elemente Form, Bruchtest und Gyorugi gestaltet. Dabei lag der Ausbildungsschwerpunkt auf der Form, gefolgt vom Bruchtest und dem Gyorugi. Bis dahin war es ein Ziel im Taekwon-Do, jemanden mit einem Schlag töten zu können.
Dazu benötigte man jedoch eine große Schlagkraft. Die Grundlage zur Entwicklung einer großen Schlagkraft bilden die Formen-Übungen, und nicht, wie viele Schüler und Meister fälschlicherweise annehmen, der Gyorugi.


Mit freundlicher Unterstützung durch Shumisen

Bearbeitet von Mac, 27 Februar 2007 - 21:13 Uhr.


#7 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 11:52 Uhr

Begriffe, Etikette und Terminologie :

Dieses Themengebiet ist so umfassend und stilabhängig, das wir hier auf eure Meister, Trainer, das Forum oder auf entsprechende Literatur
verweisen möchten.

Wir bitten um Verständnis, das es hier nicht möglich ist, Fachbegriffe und spezifische Ausdrücke vollständig aufzuzählen...

Evtl. werden wir an geeigneter Stelle einen gepinnten Thread mit den geläufigsten koreanischen Definitionen und Übersetzungen eröffnen.

Bearbeitet von Mac, 26 Februar 2007 - 21:20 Uhr.


#8 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 11:53 Uhr

Spezifische Gymnastik und Aufwärmtraining :

Gymnastik/Dehnung wird auch im TKD sowohl prophylaktisch als auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt, besonders für aktive Wettkämpfer ist dies eine nicht zu unterschätzende Massnahme, auch wenn mit steigendem Leistungsniveau freilich die Verletzungsgefahr immer weiter abnimmt.

Hauptaugenmerk soll hier nun aber dem "üblichen" Aufwärmtraining gewidmet werden.

Der Körper wird zunächst mit unterschiedlichen Übungen auf Betriebstemperatur gebracht. Hier gibt es sehr unterschiedliche Ansätze, wie dies erreicht werden soll. Von nahezu mittelalterlicher Gymnastik bis hin zu wohldurchdachten modernen Methoden findet man hier verbandsübergreifend alles und auch Spiele werden immer wieder zur Auflockerung eingesetzt. Auch finden sich teilweise Meditations- und Atemübungen zur Vorbereitung auf das Training. Die Beachtung funktioneller Gymnastik (gelenkfunktionsbezogen) setzt sich immer mehr durch. Zielrichtung ist hier in dieser ersten Phase die Mobilisierung aller Gelenke, Sehnen/Bänder und freilich der Muskulatur.

Auch wenn das Aufwärmtraining dem gesamten Körper gilt nimmt die Dehnarbeit für das Hüftgelenk und die Beinmuskulatur eine zentrale Rolle ein. Für die Dehnung an sich konnten sich unterschiedliche brauchbare Methoden etablieren, als kontraproduktiv hat sich lediglich das dynamische Dehnen erwiesen. Die Dehnarbeit kann um den Gruppenzusammenhalt zu fördern mit einem Partner vorgenommen werden oder auch alleine.

Damit die entsprechenden Muskelgruppen angesprochen werden nutzt man klassische Dehnübungen wie der in der Grätsche am Boden oder auch im Grätschstand, bei denen der Oberkörper mit geradem Rücken zum Boden bewegt wird. Aber auch der Sitz in der Hocke findet sich nahezu überall, um die Adductoren zu dehnen. Auch die Gesäßmuskulatur wird nicht vergessen und Übungen für den Rumpf sorgen für die Mobilisierung der Wirbelsäule, die bei Tritten großen Belastungen standhalten muss.

Teilweise werden zu Beginn des Trainings Kraftübungen mit hoher Intensität durchgeführt, diese sind allerdings je nach folgendem Trainingsinhalt nicht immer produktiv. Viele Trainer haben daher dem sportwissenschaftlichem Stand Rechnung getragen und verlagerten derlei Übungen an das Ende der Trainingseinheit.

Mangelhafte Beweglichkeit schadet der Aufnahme eines Taekwondo Trainings überhaupt nicht, denn diese stellt sich mit der Zeit von alleine ein. Ein Muskel kann um bis zu 200 % durch Dehnung verlängert werden und gar Sehnen lassen sich um bis zu 5 % dehnen, was bei der Gelenknähe zu enormen Zunahmen in der Bewegungsamplitude führen kann. Die individuelle Schmerzgrenze wird dabei immer den möglichen Fortschritt bestimmen aber eine Ausrede "dazu bin ich nicht gelenkig genug" hat keine vernünftige Grundlage.


Mit freundlicher Unterstützung durch HurShimIlHapDo

Bearbeitet von Mac, 26 Februar 2007 - 21:18 Uhr.


#9 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 11:55 Uhr

Grundtechniken :

Im Grundtechniktraining werden die einzelnen Hand und Fußtechniken aus den verschiedenen Stellungen heraus trainiert. Üblicherweise geschieht dies in der Form, dass der Trainer die Techniken benennt, die dann von den Trainierenden ausgeführt werden.

Das Grundtechniktraining ist kein Partnertraining, sondern jedes Mitglied der Gruppe führt die Techniken auf Kommando gleichzeitig aus. Zwischen den Kommandos soll dabei so viel Zeit liegen, dass die Technik korrekt ausgeführt werden kann und keine Verwässerung durch Hektik entsteht.

Dabei üben entweder alle die gleiche(n) Technik(en), oder es werden nach Leistungsstufen verschiedene Aufgaben gestellt. Die Möglichkeiten des Trainings reichen von der Ausführung einer einzelnen Technik bis hin zu komplexen Kombinationen, in denen Hand- und Fuütechniken mit verschiedenen Stellungen kombiniert werden.

Das Grundtechniktraining lässt sich zudem in 2 Formen trainieren. Zu einen in der Möglichkeit, Techniken und Kombinationen "auf der Stelle" zu üben. Zum anderen können in der Verbindung mit vorwärts, rückwärts oder seitwärts gerichteten Schritten "Bahnen" gelaufen werden.

Innerhalb dieser Übungen werden die Techniken zudem stets beidseitig ausgeführt.

Das Grundtechniktraining setzt ein hohes Mass an Disziplin und Aufmerksamkeit und Konzentration voraus. Jeder Sportler muss jede einzelne Technik konzentriert ausführen und sich selbst dabei kontrollieren. Dies setzt durch hohe Wiederholungszahlen nicht nur Anforderungen an die Kondition voraus. Weiterhin muss sich jede einzelne Technik vorgestellt werden, wie und wo genau sie einen Gegner treffen würde.

Dies fordert ein visuelles Vorstellungsvermögen, welches die sowohl Bewegungen mit einbezieht, die ein Gegner machen könnte, als auch das gezielte Treffen von vitalen Punkten.

Um dies umzusetzen geht der Trainierende wie in den Formen davon aus, dass der imaginäre Gegner die gleiche Größe wie er selbst hat.

Ziele des Trainings sind

* die Festigung der Techniken im Ablauf
* der fliessende Wechsel in andere Stellungen
* das Erwerben und Halten von Gleichgewicht nach der Technikausführung
* die Herausbildung eines Intervalls von Spannung und Entspannung innerhalb einer Technik
* der Einsatz der Atmung bei der Technikausführung zu deren Unterstützung
* das Prinzips des Gegenzuges
* die Fokussierung einer Technik auf einen Brennpunkt
* der Hüfteinsatz bei Techniken und die Arretierung
* die Erkenntnis, dass zum Ausführen einer Technik nicht nur die Vorwärtsbewegung gehört, sondern ebenfalls die Rückholbewegung

Beim Grundtechniktraining geht es darum die Techniken zu erlernen und umzusetzen.
Die Ansicht, es diene dazu, mit voller Energie und Geschwindigkeit auf ein imaginäres Ziel einzuschlagen oder einzutreten, ist falsch. Eine solche Trainingsweise beinhaltet das Risiko von Gelenkschäden, da die voll eingesetzte Kraft und Geschwindigkeit nicht von einem Ziel, wie Gegner oder Pratze, aufgefangen würde, sondern zu Lasten der jeweiligen Gelenke gehen kann.

Das Grundtechniktraining soll dazu führen, dass Techniken und Stellungen sicher beherrscht und umgesetzt und variiert werden können.

Darüberhinaus bietet das Grundtechniktraining durch die Wiederholungszahlen auch meditative Ansätze.

Mit freundlicher Unterstützung durch Mac

Bearbeitet von Mac, 26 Februar 2007 - 21:14 Uhr.


#10 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 11:57 Uhr

Formen :

Historie (Poomse)

Die ursprünglichen Formen des Taekwondo waren die Hyong, doch nach der Trennung von Choi-Hong-Hi war es notwendig ein einheitliches Formensystem zu schaffen mit dem alle Kwan arbeiten konnten. Da die verschiedenen Kwan-Stile unterschiedliche Formen liefen wurde von einem Komitee der KTA im Jahr 1965 ein neues Formensystem entwickelt --> die Poomse.

Unter Mitwirkung von Vertretern der verschiedenen Kwan wurden zunächst die Palgue-Formen (8 Stück) und die sogenannten Yudanja-Formen (Koryo bis Ilyo, also 9 Stück) entwickelt. Nach zwei Jahren Entwicklungszeit wurden diese Formen dann ab Ende 1967 in den Schulen der Kwan gelehrt.

Allerdings wiesen die Palgue keinen "roten Faden" auf und es gab auch hier Technikvarianten. Ein weiteres Manko war, dass sie ohne die Beteiligung von Vertretern des Ji-Do-Kwan und Moo-Do-Kwan entwickelt wurden. Aus diesen Gründen vermutlich wurden sie 1972 durch die Taeguks ersetzt. Seit 1973 werden innerhalb des Weltverbandes WTF die Poomse verbindlich gelehrt und praktiziert.

Als 1994 feststand, dass Taekwondo olympische Disziplin wird, wurden auf Druck der WTF die Hyong in Deutschland gänzlich aus dem offiziellen Programm gestrichen und seit 1996 sind innerhalb der DTU (Deutsche Taekwondo Union) ausschliesslich Poomse zu Prüfungen und Meisterschaften zugelassen.

Kennzeichen

- Alle Taeguks weisen ein und das selbe Diagramm, nämlich einen
Längsbalken mit drei Querbalken auf ( ein sogenanntes "Trigramm").

- Jeder Balken wird genau einmal durchlaufen wobei alle Poomse mehr
oder weniger achsensymmetrisch sind, d.h. die Techniken werden
gleichermassen rechts wie links ausgeführt.

- Die Konzentrationsbewegung am Anfang und Ende der Form ist identisch

- Alle Poomse-Formen enden an dem Punkt, an dem sie beginnen.

- Alle Poomse-Formen beinhalten einen Kampfschrei, wobei die ersten
sieben Taeguks nur jeweils einen aufweisen, alle weiteren jeweils zwei.

- Alle Poomse-Formen beginnen mit einer linksseitigen Bewegung.

- Alle Poomse-Formen beginnen mit einer Verteidigungstechnik.

Die Poomse weisen weniger Bewegungen als die Hyong auf und besitzen eine geringe Technikvielfalt. Dadurch fällt allerdings die Interpretation der Technikkombinationen und deren Anwendung ein wenig leichter. Die Taeguks und Poomse bauen zum Teil aufeinander auf, auch nimmt der Schwierigkeitsgrad mit den Formen zu.


Bedeutungen

Anders als die Hyong sind die Poomse-Formen nicht bestimmten Personen oder Ereignissen zugeordnet sondern symbolisieren z.B. Naturelemente (Wind, Wasser, Feuer, Erde) oder haben tiefergehende philosophische Bedeutung (z.B. "Geist der Einheit", Ebene, Ordnungssymbolik).

Die Techniken der jeweiligen Form spiegeln diese Bedeutung wider und bestimmen somit auch die Charakteristik der Form. Als Beispiele seien hierfür genannt die Taeguk-Oh-Chang (Bedeutung: Wind) mit ihren weiten und runden Bewegungen oder auch Sipjin (Diagramm weist auf die Dezimalzahl Zehn hin), die hauptsächlich geradlinige Bewegungen aufweist.


Mit freundlicher Unterstützung durch Tomcat

Es gibt nicht Palgue und Poomse, sondern Palgue sind Poomse, genau wie Taeguks.

Eine Gliederung könnte demnach wie folgt aussehen :

- Hyong
- Poomse (Palgue, Taeguk, Yudanya)
- Tul

Es gibt sehr wohl einen roten Faden. Wo Taeguks lediglich ein Diagramm zeichnen (ein Schritt = durchbrochene Linie, zwei Schritte = ganze Linie), erklären Palgue das gleiche Diagramm und veranschaulichen seine Eigenschaften.

Auch Palgue Poomse sind sehr systematisch aufgebaut. das Diagramm ist (fast) immer ein gestürztes H, genauso wie in der Dan-Poomse Taebaek (die übrigens vom Aufbau und den Techniken eine typische Palgue-Poomse ist).

Es gibt z.B. eine Technik, die in jeder Palgue-Poomse auftritt :
Dwit-Gubi mit Sonnal-Momtong-Goduru-Makki. In Taeguk-Poomse gibt es keine solche "Standard-Technik"

Meiner Ansicht nach waren die Gründe für die Abschaffung (oder eher Verdrängung, abgeschafft sind sie nicht ganz, wir prüfen zum Beispiel immer noch damit) eher politische...

Zum einen sind ganze Bahnen fast eins zu eins aus Hyongs entnommen, um traditionellen Meistern eine gewisse Kontinuität zu gewähren, zum anderen passen die langen und tiefen Stellung nicht zur Ausrichtung auf den olympischen Wettkampf.

Ergänzung durch SeanFloydChoiBerlin

Bearbeitet von Mac, 26 Februar 2007 - 21:04 Uhr.


#11 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 11:58 Uhr

Selbstverteidigung (Hosinsul) :

Die Selbstverteidigung besteht aus Abwehrtechniken, die sich gegen
das Festhalten jeglicher Art richtet. In der weiteren Ausbildung kommt noch die Abwehr von Messer- und Stockangriffen hinzu.
Da es immer mehrere Möglichkeiten der Selbstverteidigung gibt, ist
Hosinsul der Oberbegriff dafür.

Wendet man eine Abwehr an, so sollte man nicht mit "Kanonen auf
Spatzen schiessen". Dies bedeutet, dass die Abwehr der Situation entsprechen soll. Die Abwehrtechnik muss immer im Verhältnis zum Angriff stehen. Man sollte sich das immer vor Augen halten, denn schnell kann aus einer vermeintlichen Notwehr eine Körperverletzung werden und man selbst ist dann der Dumme.

Hier sei auf die <span style='color:red'>"Verhältnismässigkeit der Mittel"</span> hingewiesen.

Versuche niemals Kraft mit Kraft zu beantworten. Vorteilhafter ist da,
die Kraft des Gegners gegen ihn selbst zu richten. Wird man z.B. an der
Schulter gezogen, so ist es sinnvoller in Kraftrichtung mitzugehen
und dann auf den Angriff zu reagieren.

Richtet sich der Angriff gegen mein Leben, weil der Angreifer bewaffnet
ist und gibt es keine Möglichkeit sich dem Angriff zu entziehen, muss ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln mein Leben schützen.
Die Folgen hat der Angreifer dann selbst zu verantworten. Er darf keinesfalls eine zweite Möglichkeit bekommen mein Leben zu bedrohen, deshalb kommen in solch einer Situation nur ultimative Techniken zum Einsatz.


Besteht jedoch die Möglichkeit eine Gefahrensituation zu bereinigen,
ohne das Leben des Angreifers zu gefährden, ist man verpflichtet auch diese zu nutzen.

Hier sei nochmals auf den Notwehrparagraphen verwiesen.

Paragraph 32 StGB
1. Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
2. Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist um einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Paragraph 33 StGB - Notwehrüberschreitung
Überschreitet der Verteidiger die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung, Furcht
oder Schrecken, so wird er nicht bestraft.


Bei der Vermittlung von Hosinsul-Techniken wird meist auf ein
Standard-Repertoire zurückgegriffen, welches als reine Grundschulung
verstanden werden muss, da mit fortschreitender Reife und Graduierung
eine Abwandlung und individuelle Variation der Techniken unerlässlich ist.

Es besteht die Möglichkeit, die Abwehrbewegung durch Einleitung
von Kraftimpulsen in das betreffende Gelenk des Angreifers und durch bestimmte Grifftechniken zu unterstützen.
Da dies aber ein komplexes Thema ist, welches gesondert zu behandeln ist, soll hier nicht näher darauf eingegangen werden.

Der Angreifer kann ausserdem durch einfache Aktionen wie anschreien,
anspucken, Tritt gegen das Schienbein u.a. in eine Schocksekunde
versetzt werden, die sofort für eine eigene Aktion genutzt werden muss.

Als gewisse Voraussetzungen für ein prüfungsgerechtes Hosinsul
(nein, hier wird nicht auf die Straßen-SV eingegangen) wären
zu nennen:

- Reaktionsgeschwindigkeit - Aktionsgeschwindigkeit
- Berücksichtigung des Kraftflusses - Beherrschen der Techniken
- Beachtung des Rotations-Prinzips - Kontrolle des Angreifers
- Situationsübersicht - Physinomieausnutzung


Die Bedeutung des Körperzentrums im Hosinsul:

Eine wirksame Entfaltung der Atemkraft (Ki) und die schadlose Aufnahme
äusserer (fremder) Kräfte sind nur möglich, wenn der Ausübende über
ein stabiles Zentrum verfügt.
Dies ist beim menschlichen Körper der Fall, wenn sich der Schwerpunkt
(Habukbo) in möglichst tiefer Lage senkrecht über dem Mittelpunkt der
durch die Füsse begrenzten Standfläche befindet.

Der Ausübende soll, bei entsprechender Übung, immer ein stabiles
körperliches sowie geistig-seelisches Gleichgewicht besitzen, um stets
situationsgerecht handeln zu können.

Hosinsul ist in seiner Gänze ein so komplexer Bereich, der sich einem
meist nur durch ständiges Training und vor allem einer Bereitschaft zum
"freien Experimentieren" erschliesst.

Es ist also jeder Ausübende gefordert, sich seine Grenzen selbst zu setzten !

Ergänzend sei gesagt, das die Art und Weise, wie Hosinsul vermittelt wird,
auch von dem jeweiligen Meister/Trainer abhängig ist. Hier kommen dann evtl. gewisse stilübergreifende Elemente oder Vorlieben zum Tragen.


Mit freundlicher Unterstützung durch Shumisen

Bearbeitet von Mac, 26 Februar 2007 - 20:57 Uhr.


#12 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 11:59 Uhr

Sparring (Sebon-gyorugi) :

Der Ein-, Zwei- und Drei-Schrittkampf stellt eine technische Disziplin dar, in der die erlernten Hand- und Fußtechniken als Konter auf festgelegte Angriffe ausgeführt werden.

Der Oberbegriff für alle Arten von festgelegten Übungsformen für den Kampf lautet Yak-sok-taeryon. Es wird nach der Anzahl der Angriffe (Ilbo-, Ibo-, Sambo-Taeryon) unterschieden.

Der abgesprochene Kampf stellt eine Art Vorübung zum Freikampf dar und dient dazu, die erlernten Grundtechniken variationsreich und zielgenau einzuüben. Er bietet die Möglichkeit, ohne größere Verletzungsgefahr (aber schon ein Stück realistischer - wobei dem Verteidiger die Angriffstechniken bekannt sind) zu trainieren.

Diese Übungen dienen zur Schulung des Reaktionsvermögens, der Schnelligkeit, des Distanzgefühls, der Atmung und der Konzentration. Diese Übungen stellen eine Verbindung zwischen Form und Freikampf her.

Die Techniken sollen den Angreifer nicht treffen, sondern kurz vor dem Ziel gestoppt werden. Da es keine Wirkungstreffer gibt, kann man eine punktgenaue Anpassung von erforderlichen/möglichen Kontern auf Angriffssituationen trainieren. Man lernt neben dem sinnvollen Ausweichen und Kontern auch die Anwendung von Kombinationen, ein Abstandsgefühl und auch die Einschätzung der Reichweiten eigener Techniken. Mit fortschreitender Erfahrung sollte sich auch die Entfernung der beiden Trainierenden zueinander reduzieren, bis man die optimale Distanz beherrscht.

Um nicht zu einseitig zu trainieren, sollten die Übungen jeweils links- und rechtsseitig ausgeführt werden. Beim Mehrschrittkampf können mehrere verschiedene in zügiger Ausführung durchgeführte Angriffe kombiniert werden (Faust, Fuß).

Der Ablauf beginnt, indem der Angreifer einen Schritt nach hinten (je nach Angriffsart unterschiedliche Stände) geht und er den bevorstehenden Angriff mit einem Kommando ankündigt. Der andere Sportler antwortet mit einem Kommando, woraufhin der Angreifer mit der entsprechenden Zahl von Angriffen vorgeht. Der "Verteidiger" wehrt ab und setzt nach dem letzten Angriff Kontertechnik(en).

Die Übungen werden noch wie folgt unterschieden:

Formenorientiert:
ausschließlich traditionelle Stellungen und Techniken ohne oder höchstens mit leichtem Kontakt

Formenerklärend:
es werden Bewegungsformen aus einer Form entnommen und durch die Ausführung mit Partner erklärt

Wettkampforientiert:
Die Stellungen werden frei gewählt und es kommen Freikampftechniken zum Einsatz. Hierbei ist leichter Kontakt gefordert (ggf. mit Schutzausrüstung)


Mit freundlicher Unterstützung durch Kwondi

Bearbeitet von Mac, 26 Februar 2007 - 20:46 Uhr.


#13 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 12:01 Uhr

Messerabwehr :

Weshalb sollte man eher von "Messerabwehr" als von "Messerkampf"
beim Taekwondo sprechen ?

Taekwondo ist zur Verteidigung konzipiert worden. Angriffstechniken mit
einem Hilfsmittel wie Messer, Stock o.ä. werden in ihrer reinen
Form nicht vermittelt.

Die Messerabwehr ist ein Teilbereich des Taekwondo, der ab einer
gewissen Graduierung (diese schwankt je nach ausgeübter Stilrichtung)
Prüfungsbestandteil wird. Hierbei werden Abwehrtechniken vermittelt,
die sich auf die verschiedenen Angriffsstufen (arae, momtong, olgul)
beziehen.

Die Techniken werden meist (ähnlich dem Sparring) als abgesprochener
Bewegungsablauf mit einem Holzmesser geübt. Bei der Messerabwehr kommt es auf Reaktion, Entschlossenheit, Präzision, einem guten Auge,
dem Erkennen des richtigen Zeitpunktes und absoluter Kontrolle des
Angreifers an.

Mit fortschreitender Reife und Graduierung kommt schliesslich auch die
scharfe Klinge zum Einsatz. Mit ihr muss erneut und sehr gewissenhaft
trainiert werden, denn die Scheu vor einem "realen" Messer ist
erfahrungsgemäss sehr groß. Fehler sind dann leider gleich erkennbar.

Ähnlich wie beim Hosinsul wird bei der Vermittlung der Messer-
Abwehrtechniken meist auf ein Standard-Repertoire zurückgegriffen, welches als reine Grundschulung verstanden werden muss, da mit
fortschreitender Reife und Graduierung eine Abwandlung und individuelle Variation der Techniken unerlässlich, ja sogar notwendig ist.


Hier sei nochmals ganz deutlich gesagt, das die Messerabwehr innerhalb
des Trainings nur bedingt in der Realität zu verwenden ist.
Grundsätzlich sind es zwei verschiedene Szenarien.



Eine "Weiterbildung" bei Kampfkünsten, die im eigentlichen Sinne mit
dem Messer arbeiten, ist in jedem Fall anzuraten !

Jede Selbstüberschätzung und Fehlverhalten im Ernstfall kann zu
schwerwiegenden Verletzungen bis hin zum Tod führen !


Selbst wer beim Training sehr sicher ist, sollte nicht vergessen,
das es im Ernstfall besser ist einer Bedrohung aus dem Weg
zu gehen. Flucht ist keine Schande !


Ergänzend sei gesagt, das die Art und Weise, wie die Messerabwehr vermittelt wird, auch von dem jeweiligen Meister/Trainer abhängig ist. Hier kommen dann evtl. gewisse stilübergreifende Elemente oder Vorlieben zum Tragen.


Mit freundlicher Unterstützung durch Shumisen

Bearbeitet von Mac, 26 Februar 2007 - 20:41 Uhr.


#14 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 12:02 Uhr

Fußkampf (Choki-tearyon / jogki matsoki) :

Der Fußkampf ist eine spezielle Variante des Ein- bzw. Mehrschritt-Übungskampfes, bei dem lediglich mit den Beintechniken gearbeitet wird. Ausnahmsweise kann eine Armtechnik zum Block angebracht werden, sollte aber vermieden werden.

Diese abgesprochene Sparringsvariante soll auf die alte koreanische Kampfkunst Taekkyon zurück gehen, was nicht unwahrscheinlich erscheint, ähnelt es im Aufbau doch tatsächlich entfernt den Fußkampfübungen des Taekkyon.

Der Angreifer folgt einer oder mehreren vorher abgesprochenen Angriffsbewegungen, allerdings bewegen sich die Partner bei dieser Übung frei im Raum, der Abstand ist nicht festgelegt.

Im modernen Wettkampftraining für den olympischen Wettkampf kommen einige Trainingsvarianten diesem Prinzip nahe. Dort wird mitunter ein Angreifer mit einer festgelegten Technik seine Attacke starten und der Konter ist frei wählbar. Allerdings umfasst der ursprünglich von Choi beschriebene Übungsumfang mehr Möglichkeiten als durch die Regeln beim olympischen Wettkampftraining der WTF als Spielraum zugestanden wird. Ursprünglich werden Angriffstechniken in jeder Höhe ausgeführt und mit Fußblöcken oder Ausweichbewegungen beantwortet. Anschliessend erfolgt möglicherweise ein Konter und weitere Angriffe, je nach Absprache; dabei ist man nicht festgelegt.

Für einen kompletten Trainingaufbau sollten diese Übungsformen auf jeden Fall einen Platz im Training finden, allerdings ist dies sehr unterschiedlich. Viele Vereine/Schulen haben einen bestimmten Schwerpunkt, so dass das TKD in seiner Bandbreite dort ein wenig eingeschränkt ist. So lässt sich auch nicht fest sagen, ob dies überall trainiert wird, auch verbandsübergreifend kann dies nicht fest beurteilt werden. Es stellt allerdings eine typische TKD-Trainingsvariante dar.

Hauptsächlich werden bei dieser Übung bereits beherrschte Techniken in Bewegungen trainiert und umgesetzt, was man als weitere Stufe der Technikbeherrschung betrachten kann. Vor allen Dingen handelt es sich hierbei um eine sinnvolle Übungsform der Fussblöcke und Fegetritte. Der sinnvollste Zweck dieser Übungsform besteht darin, dass das Technikverständnis gefördert wird und man sich sinnvolle "Antworten" auf die Fußangriffe überlegen muss.


Mit freundlicher Unterstützung durch "HurShimIlHapDo"

Bearbeitet von Mac, 26 Februar 2007 - 20:31 Uhr.


#15 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 12:04 Uhr

Freikampf / Wettkampf (Gyorugi) :

Beim Wettkampf handelt es sich um einen Bereich des Kampfsports und wie im Sport üblich, ist er sehr stark reglementiert.

Der Wettkampf wird auf verschiedene Arten praktiziert:

Semikontakt, Halbkontakt, Leichtkontakt, Vollkontakt.

Beim größten Taekwondo-Verband ( WTF ) ist Vollkontakt-Wettkampf neben dem Formenlaufwettkampf die Art, Wettkämpfe auszutragen.

Beim olympischen WTF-Vollkontakt sind die Wettkämpfer mit einer Schutzweste, einem Helm, Tiefschutz, Schienbein- und Unterarmschonern geschützt. Schüler müssen zusätzlich Fußschützer tragen. Seit April 2004 ist ein Zahnschutz und für Jugendliche unter 15 Jahren sowie ein Spannschutz Pflicht.

Es gibt Punkte für Treffer mit dem Fuß ( nicht Schienbein ) auf den Westenbereich und zum Gesicht (doppelte Punkte). Mit der Faust sind
nur Treffer auf den Westenbereich erlaubt.

Wird ein Wettkämpfer nach einem Treffer durch den Kampfleiter angezählt, wird ein Zusatzpunkt gegeben. Es punkten 3 Punktrichter. Wenn 2 der 3 Punktrichter innerhalb einer Reaktionszeit ( meist 1,5 Sekunden ) auf dem Punktknopf des "Joysticks" drücken, wird ein Punkt
im System angezeigt.

Je nach schwere einer Verfehlung wird ein Kyong-go ( Verwarnung ) oder gar ein Gam-jeon ( ganzer Minuspunkt ) durch den Kampfleiter vergeben. Hierzu wird der Kampf gestoppt und die Verwarnung angezeigt. Erhält ein Wettkämpfer 4 Minuspunkte, muss der Kampfleiter ihn zum Verlierer erklären.

Ein Kampf wird durch folgende Dinge entschieden:
- Sieg durch ko
- Sieg durch Kampfleiterabbruch ( RSC )
- Sieg nach Punkten oder durch Überlegenheit ( die Punktrichter, der Kampfleiter müssen bei Punktgleichheit nach festgelegten Massstäben entscheiden, wer überlegen war )
- Sieg durch Aufgabe
- Sieg durch Disqualifikation
- Sieg durch Strafmaßnahmen des Kampfleiters.

Das genaue Regelwerk kann auf der Homepage der www.dtu.de eingesehen werden.

Die Kampffläche misst 12 x 12 Meter. Gekämpft wird bei Schülern 3 Runden à 1,5 Minuten, bei Jugend und Damen 3 Runden à 2 Minuten und bei Herren 3 Runden à 3 Minuten.
Wenn die Organisation es nicht anders zulässt, kann die Kampfzeit auch schon einmal gekürzt werden. Die Pausenzeiten beträgt je 1 Minute, kann aber auch aus organisatorischen Gründen auf 30 Sekunden verkürzt werden. Um die Kämpfe mediengerechter zu machen, wird zur Zeit an Alternativen getestet, wie z.B. einem 5-Minuten-System.

Aber auch durch andere Aktionen wird versucht, TKD interessanter zu machen: so gibt es seit 2004 eine Taekwondo-Bundesliga.

Beim Vollkontakt-Wettkampf gilt es, eigene Techniken schnell und präzise anzubringen bzw. gegnerische Attacken im Ansatz zu erkennen und zu vereiteln. Alles was der Wettkämpfer unternimmt, muss der jeweiligen Situation angepasst sein. Er sollte jede Einseitigkeit im Kampfstil vermeiden, seine Kombinationsmöglichkeiten ausschöpfen, Kontertechniken anbringen und den Gegner so ins Hintertreffen bringen. Im rechtzeitigen Erkennen, Blocken und Kontern gegnerischer Angriffe besteht die eigene Überlegenheit.
Der sportliche Wettkampf fordert vom Athleten hervorragendes Können, Kondition, blitzschnelle Reaktion, Selbstdisziplin und Mut.

Bereits 1981 wurde Taekwondo als olympische Disziplin anerkannt.

1988 (in Seoul) und 1992 (in Barcelona) wurde es bei den Olympischen Spielen als Demonstrationssportart ausgetragen und im Jahr 2000 (in Sydney) war dann Taekwondo erstmals als vollwertige olympische Sportart dabei.
Drei Sportler aus Deutschland nahmen Teil, 1 ein Sportler (Faissal Ebnoutalib) konnte sich die Silbermedaille erkämpfen.

Bei olympischen Spielen ist die Teilnehmerzahl sehr beschränkt. Normalerweise gibt es für Damen und Herren jeweils 8 Gewichtsklassen - bei den Olympischen Spielen wird nur je in 4 Gewichtsklassen unterteilt. Die Teilnehmerzahlen wurden bei den Herren auf insgesamt 64 und bei den Damen auf 60 beschränkt.

In den einzelnen Gewichtsklassen sind maximal 16 Teilnehmer zugelassen. Im Vorfeld fand im Dezember 2003 in Paris ein weltweites Ausscheidungsturnier statt, bei dem sich für jede Gewichtsklasse 3 bis 4 Teilnehmer qualifizieren konnten und im Februar 2004 fand in Baku ein kontinentales Europa-Ausscheidungsturnier statt, bei dem je weitere 3 Plätze vergeben wurden. Bei beiden Turnieren landeten mehrere deutsche Sportler "nur" auf dem 4.Platz und verpassten die Olympia-Qualifikation äusserst knapp.

Bei den kleineren Verbänden, wie der ITF und anderen Verbänden werden Wettkämpfe in Semikontakt oder Halbkontakt oder aber im Leichtkontakt durchgeführt. Da das Wort "Semi" übersetzt Halb bedeutet, ist es nicht verwunderlich, dass Semi- und Halbkontakt ziemlich identisch sind. Bei der IFT (D) wird z.B. der Freikampfwettbewerb im Durchkämpfen-Modus (es wird nur bei Regelverstössen unterbrochen) und im Punkt-Stopp- Modus angeboten.

Beim Leichtkontakt wird mit kontrolliertem Kontakt gekämpft. Der Kämpfer darf nicht die volle Kraft einsetzen, um damit Wirkung zu erzielen. Gewertet werden nur technisch einwandfreie Treffer, mit den erlaubten Techniken auf den vorgeschriebenen Trefferzonen. Sieger ist, wer die meisten Punkte Vorsprung nach Abzug der Minuspunkte erzielt hat. Es sind Hand- (auch zum Kopf) und Fusstechniken erlaubt. Es gibt Zusatzpunkte für Treffer zum Kopf mit dem Fuß, Faustkombinationen oder gar 2 Zusatzpunkte für gesprungene Techniken.

Das Point-Sparring soll einen technischen Vergleich zwischen zwei Kämpfern in technischem Können, Schnelligkeit und Taktik ermöglichen. Als Schutzausrüstung kommen statt der Weste zusätzlich Fuß- und Handschoner zum Einsatz.

Beim Point-Stop-Fighting wird nach jedem Treffer der Kampf unterbrochen und Punkte vergeben. Dieses Kampfverfahren wird meist Semi- oder Halbkontakt genannt.


Mit freundlicher Unterstützung durch Kwondi

Bearbeitet von Mac, 26 Februar 2007 - 20:32 Uhr.


#16 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 12:05 Uhr

Bruchtest (Kyok-pa) :

I. Vorbemerkung
Mit der Darstellung und Erläuterung zum Bruchtest habe ich mich schwer getan. Das ist der Grund warum ich so lange dazu gebraucht habe diesen Beitrag fertig zu stellen. Die Schwierigkeit lag nicht zwingend darin zu erklären was allgemein beim Bruchtest gemacht wird, sondern für mich persönlich darin diesem Teil des TKD gerecht zu werden.

Dabei gab es viele widerstreitende Sichtweisen. In letzter Konsequenz habe ich mich dann auf die nachfolgende Unterteilung des Themas festgelegt und mich dazu entschieden, diese Einleitung anzufügen und ein persönliches Nachwort zu verfassen.


II. Was ist der Bruchtest?
Bei einem Bruchtest wird unterschiedliches Material durchschlagen oder durchstossen. So vielfältig wie die Techniken an sich, so vielfältig sind auch die unterschiedlichen Arten von Bruchtests. Auf den kleinsten Nenner reduziert, kann man bei einem Bruchtest von der Anwendung der einzelnen Technik auf einen Widerstand sprechen, der die Zielsetzung hat diesen zu durchbrechen.

Die verwendeten Materialien sind sehr unterschiedlich: üblicherweise werden Holzbretter in der Größe von 30x30 cm verwendet, die in der Stärke sehr variieren können, was teilweise altersbedingt für Prüfungen vorgegeben wird. Es können aber auch Flusskieselsteine, Ytong-Platten (einfacher als Bretter!), Luftballons oder auch Ãpfel und Eisblöcke verwendet werden. Eigentlich sind der Phantasie hier keine Grenzen gesetzt, auch nicht bei der Kombination unterschiedlicher Techniken.

In der Praxis haben sich daher auch unterschiedliche Schwerpunkte bei den Bruchtests herausgebildet. Es gibt reine Kraftbruchtests, bei denen es gilt möglichst viel Bruchtestmaterial zu durchschlagen. Und es gibt Schnelligkeitsbruchtests, bei denen das Bruchtestmaterial frei gehalten wird oder sehr flexibel ist, und nur durch einen hohen Impuls über der physikalischen Trägheit des Materials bricht.

Eine eher untergeordnete Rolle spielen im TKD die indirekten Bruchtests, bei denen über andere Materialien auf ein Bruchtestmaterial eingewirkt wird.

Die Zielsetzung des Bruchtests soll die Überprüfung der technischen Fertigkeiten bzw. die technische Perfektion des Taekwondoin an sich sein.


III. Wann benötigt man den Bruchtest
Einen Bruchtest benötigt man als Taekwondoin erst bei einer Gürtelprüfung. In den verschiedenen Verbänden gibt es sehr unterschiedliche Anforderungen ab welchem Gurtgrad ein Bruchtest gezeigt werden muss - mit unterschiedlich vorgeschriebenen Techniken.

Im Training selbst begegnet man einem Bruchtest eher selten, und außerhalb von Prüfungen wird sehr gerne bei Vorführungen zu diesem publikumswirksamen Mittel der Präsentation gegriffen. Das bedeutet allerdings nicht, dass man ausser bei diesen Gelegenheiten keine Berührung mit dem Bruchtest hätte. Die Technik als Grundlage des Bruchtests wird ständig trainiert, und so beschäftigt man sich eigentlich permanent mit dieser Disziplin. Die technische Verfeinerung ist Grundlage für den gelungenen Bruchtest.

In manchen Verbänden ist der Bruchtest auch eine Wettbewerbsdisziplin.


IV. Nachwort- Was soll ein Bruchtest sein?
In der Darstellung habe ich bewusst eine wesentliche Komponente des Bruchtests zunächst ausgeklammert. Ein Bruchtest kann mit reiner körperlicher Kraft bewerkstelligt werden, es existiert aber auch ein geistiges Element, das nicht vergessen werden sollte.
Der Bruchtest ist nicht nur eine reine körperliche Angelegenheit, sondern sollte vor allen Dingen die geistige Reife des Taekwondoin wiederspiegeln. Das Gelingen des Bruchtests ist dabei nicht der massgebliche Faktor. Einen vollständig gelungenen Bruchtest erkennt und spürt man ohne das Zerbrechen des Bruchtestmaterials.

Ein technisch gefestigter Taekwondoin wird einen Bruchtest nicht minutenlang in Zeitlupe antesten - überhaupt sollte diese Unsitte ganz gelassen werden - wer die Technik beherrscht benötigt dies nicht. Manchem spürt man die Angst vor dem Bruchtest an und ohne ausreichende geistige Fokussierung misslingt dann auch der Bruchtest. Wird der Bruchtest geistig voll ausgefüllt spürt man dies als Zuschauer mitunter recht deutlich. (Manche sprechen bei einem Bruchtest auch von einem zeremoniellen Akt)

Durch die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten einen Bruchtest zu zeigen kommt ein kreatives Element im Umgang mit der Kampfkunst hinzu, dass auch das tiefere Verständnis der Techniken zeigen kann, nicht muss.

Zum Abschluss daher die Worte eines befreundeten Meisters:
"Der Bruchtest ist eine äußerlich durchgeführte Meditation."

Mit freundlicher Unterstützung durch HurShimIlHapDo

Bearbeitet von Mac, 26 Februar 2007 - 20:35 Uhr.


#17 GastShumisen_*

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Geschrieben 17 Mai 2005 - 12:06 Uhr

Link-Liste :


Die Link-Liste soll verbandsübergreifende Informationen
bieten. Sie kann über eine PN an die Moderatoren jederzeit
ergänzt werden.



World Taekwondo Federation

World Taekwondo Headquarter

Deutsche Taekwondo Union

International Taekwondo Federation Deutschland

European Taekwondo Union

Kwon Jae Hwa Taekwon-Do

Taekwondo -Das Nachschlagewerk-

Internationale Taekwondo-Links

ATA-Taekwondo

Deutsche Budo Organisation e. V.

Euro Taekwondo Federation

Bearbeitet von Mac, 26 Februar 2007 - 19:32 Uhr.


#18 GastShumisen_*

  • Gast
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Geschrieben 17 Mai 2005 - 12:07 Uhr

Danksagung:

Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden und hoffen, das dieser
kurze Einblick in die Kampfkunst Taekwondo dazu beiträgt, gewisse
Vorurteile und Fehleinschätzungen zu vermeiden und einem interessierten
Neuling die Informationen verschafft zu haben, die Sie / Er benötigt.



Das Taekwondo-Forum

Bearbeitet von Shumisen, 17 Mai 2005 - 12:21 Uhr.


#19 Mac

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  • 3.669 Beiträge
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  • Kampfkunst:
    Taekwondo
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Geschrieben 29 Juli 2006 - 11:55 Uhr

(Leerbeitrag um das Thema an die erste Stelle der Pins zu bringen]


Renne um Dein Leben, wenn ich lächele.

Wie soll ich wissen was ich denke, bevor ich lese was ich schrieb?

Ich wollte mich eigentlich geistig mit Dir duellieren, doch ich sehe Du bist unbewaffnet.