Selbstverteidigung (Hosinsul) :Die Selbstverteidigung besteht aus Abwehrtechniken, die sich gegen
das Festhalten jeglicher Art richtet. In der weiteren Ausbildung kommt noch die Abwehr von Messer- und Stockangriffen hinzu.
Da es immer mehrere Möglichkeiten der Selbstverteidigung gibt, ist
Hosinsul der Oberbegriff dafür.
Wendet man eine Abwehr an, so sollte man nicht mit "Kanonen auf
Spatzen schiessen". Dies bedeutet, dass die Abwehr der Situation entsprechen soll. Die Abwehrtechnik muss immer im Verhältnis zum Angriff stehen. Man sollte sich das immer vor Augen halten, denn schnell kann aus einer vermeintlichen Notwehr eine Körperverletzung werden und man selbst ist dann der Dumme.
Hier sei auf die <span style='color:red'>"Verhältnismässigkeit der Mittel"</span> hingewiesen.
Versuche niemals Kraft mit Kraft zu beantworten. Vorteilhafter ist da,
die Kraft des Gegners gegen ihn selbst zu richten. Wird man z.B. an der
Schulter gezogen, so ist es sinnvoller in Kraftrichtung mitzugehen
und dann auf den Angriff zu reagieren.
Richtet sich der Angriff gegen mein Leben, weil der Angreifer bewaffnet
ist und gibt es keine Möglichkeit sich dem Angriff zu entziehen, muss ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln mein Leben schützen.
Die Folgen hat der Angreifer dann selbst zu verantworten. Er darf keinesfalls eine zweite Möglichkeit bekommen mein Leben zu bedrohen, deshalb kommen in solch einer Situation nur ultimative Techniken zum Einsatz.
Besteht jedoch die Möglichkeit eine Gefahrensituation zu bereinigen,
ohne das Leben des Angreifers zu gefährden, ist man verpflichtet auch diese zu nutzen.
Hier sei nochmals auf den Notwehrparagraphen verwiesen.Paragraph 32 StGB 1. Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
2. Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist um einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.
Paragraph 33 StGB - Notwehrüberschreitung Überschreitet der Verteidiger die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung, Furcht
oder Schrecken, so wird er nicht bestraft.
Bei der Vermittlung von Hosinsul-Techniken wird meist auf ein
Standard-Repertoire zurückgegriffen, welches als reine Grundschulung
verstanden werden muss, da mit fortschreitender Reife und Graduierung
eine Abwandlung und individuelle Variation der Techniken unerlässlich ist.
Es besteht die Möglichkeit, die Abwehrbewegung durch Einleitung
von Kraftimpulsen in das betreffende Gelenk des Angreifers und durch bestimmte Grifftechniken zu unterstützen.
Da dies aber ein komplexes Thema ist, welches gesondert zu behandeln ist, soll hier nicht näher darauf eingegangen werden.
Der Angreifer kann ausserdem durch einfache Aktionen wie anschreien,
anspucken, Tritt gegen das Schienbein u.a. in eine Schocksekunde
versetzt werden, die sofort für eine eigene Aktion genutzt werden muss.
Als gewisse Voraussetzungen für ein prüfungsgerechtes Hosinsul
(nein, hier wird nicht auf die Straßen-SV eingegangen) wären
zu nennen:
- Reaktionsgeschwindigkeit - Aktionsgeschwindigkeit
- Berücksichtigung des Kraftflusses - Beherrschen der Techniken
- Beachtung des Rotations-Prinzips - Kontrolle des Angreifers
- Situationsübersicht - Physinomieausnutzung
Die Bedeutung des Körperzentrums im Hosinsul:Eine wirksame Entfaltung der Atemkraft (Ki) und die schadlose Aufnahme
äusserer (fremder) Kräfte sind nur möglich, wenn der Ausübende über
ein stabiles Zentrum verfügt.
Dies ist beim menschlichen Körper der Fall, wenn sich der Schwerpunkt
(Habukbo) in möglichst tiefer Lage senkrecht über dem Mittelpunkt der
durch die Füsse begrenzten Standfläche befindet.
Der Ausübende soll, bei entsprechender Übung, immer ein stabiles
körperliches sowie geistig-seelisches Gleichgewicht besitzen, um stets
situationsgerecht handeln zu können.
Hosinsul ist in seiner Gänze ein so komplexer Bereich, der sich einem
meist nur durch ständiges Training und vor allem einer Bereitschaft zum
"freien Experimentieren" erschliesst.
Es ist also jeder Ausübende gefordert, sich seine Grenzen selbst zu setzten !
Ergänzend sei gesagt, das die Art und Weise, wie Hosinsul vermittelt wird,
auch von dem jeweiligen Meister/Trainer abhängig ist. Hier kommen dann evtl. gewisse stilübergreifende Elemente oder Vorlieben zum Tragen.
Mit freundlicher Unterstützung durch Shumisen
Bearbeitet von Mac, 26 Februar 2007 - 20:57 Uhr.