Es hat auch nicht unbedingt mit Distanz zu tun. Entscheidend ist die Belegung des kurzen Weges. Um beim Beispiel "Bong" zu bleiben, als isoliertes Beispiel glaube ich ganz gut:
Der Druck auf Bong ist nicht zwangsläufig "meilenweit" vorbei. Eigentlich verursacht ein Druck 1 Millimeter an der Mittelachse vorbei schon den Reflex "Bong", das alleine reicht aber noch nicht für den folgenden Fak-Sao zum Hals, dazu braucht es noch ein bisschen Shiften des Körpers, damit die Hand gut wegrutschen kann (gespannte Feder). Also ist die Reaktion Bong-Fak keine Bewegung auf dem kurzen Weg, sondern auf dem langen, denn der kürzeste Weg auf der Zentrallinie wurde durch den Angriff belegt. Für den Bong-Fak-Reflex muss jedoch eine kleine Neuausrichtung der eigenen Zentralline erfolgen, unter der Voraussetzung, dass der Angreifer nicht wirklich "raus" gedrückt hat, sondern richtungsmäßig sehr dosiert "auf Bong" gedrückt hat. Es kommt auch darauf an, wie weit gedrückt wird. Nach dem "Punkt"-Konzept soll man jede (Arm-)Bewegung an jedem beliebigen Punkt ändern können.
Jetzt kommt es darauf an, dass der Angreifer durch die Art seines Angriffs die Richtung deiner nächsten Bewegung determiniert hat. Gibt er Druck auf Bong, gibt es nur die Möglichkeit, dem Druck auf der "leichten" Seite, also der Bong-Seite, nachzugeben, oder nach Langstockprinzip, den ganze Körper in Druckrichtung zu verschieben, das ist schwieriger und langsamer. Durch die Art des Angriffs wurde also die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Reaktion deutlich erhöht.
Gebe ich Angriffsdruck auf Bong, wird sich der WTler höchstwahrscheinlich in Bong-Art verformen, diese Verformung greift man durch "nachsteuern" an. Der unwahrscheinliche Fall der gegenteiligen Verformung ist für den anderen relativ schwerer, so dass sich dadurch ein ausreichend großes Zeitfenster für eine erneute Anpassung öffnet.
Der Fehler der meisten Angreifer ist ja, dass sie auch dann noch die Druckrichtung beibehalten, wenn der WTler sich verformt hat. Tatsächlich soll der Angriff aber der Mittelachse des Gegners folgen, also jeglicher Neuausrichtung unmittelbar angepasst werden. KRK hat da ne interessante Demo auf Lager. Da macht er einfach mit seiner Faust "die Lenkrakete", die deiner Mittelachse bei jeder Bewegung folgt. Ist nur ne Demo, aber man erkennt das grundsätzliche Problem.
Zusammen gefasst ist es in dem Konzept:
"Bewegt ER seinen Körper nicht selbst, bewege ICH ihn. Will er seinen Körper bewegen, erwarte ich ihn auf seinem Weg."
Bearbeitet von Geheimrat, 18 Februar 2008 - 11:54 Uhr.




