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Infotext Schwerter


34 Antworten in diesem Thema

#1 Hugin

    Alter Hase

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    Aikido (Aikikai), Iaido (Seitei Iai)
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Geschrieben 12 März 2007 - 19:46 Uhr

so: ich hatte vor einiger zeit mal einen infotext erstellt, um viele der fragen von laien hier im forum vorweg zu beantworten und so eventuelle nörgeleien seitens der "profis" auszuschließen. der inhalt ist nach besten wissen und gewissen verfasst, bei groben fehler könnte ihr gerne korrigieren. der text ist weiterhin in arbeit, daher wäre ich über weitere infos oder richtigstellungen erfreut.

der text:


Vorwort
Ein Problem, welches mir und anderen immer wieder in öffentlichen Kampfkunstforen begegnet ist, besteht darin, dass Hehrsteller ihre Kunden meist unzureichend oder gar nicht über den Nutzen, bzw. den maximal erfüllbaren Zweck ihrer Schwerter aufklären. Daher finden sich in besagten Foren immer wieder die selben fragen zu den selben Themen, welche oftmals nur noch sehr lustlos und widerspenstig beantwortet werden. um diese gegenseitige Frustration zu minimieren, will ich hier meine rund sechsjährige Erfahrung mit Schwertern im japanischen Stil allen Laien und interessierten nutzbar machen. Diese Erfahrungen werden praktisch und theoretisch durch mein mehrjähriges Training im Aikido und Iaido grundlegend gefestigt und vervollständigt, sodass ich bis zu einem gewissen grad kompetente Ratschläge an Laien weitergeben kann. Alle meine Angaben und Äußerungen sind neutral nach bestem Wissen und Gewissen verfasst, können sich jedoch von denen anderer unterscheiden- daher sind meine Angaben auch allesamt unverbindlich und sollen nur der Orientierung dienen.


Allgemeines über die Massenproduktionschwerter
Entgegen der angaben vieler Hersteller werden fast alle nichtjapanischen Schwerter, die massenhaft hergestellt werden, in China gefertigt und montiert. Das liegt in erster Linie an den niedrigen Lohnkosten in China, ein Fabrikarbeiter verdient dort nur den Bruchteil des Lohnes, den ein Arbeiter in Europa verdient, daher sind diese Schwerter vergleichsweise günstig. Der eigentlich Produktionsablauf ähnelt dem einer Manufaktur, in welcher jeder Arbeitsschritt immer von denselben Personen ausgeführt wird. Eine Gruppe von Arbeitern schmiedet die Klingen, die anderen hobeln sie in Form, die anderen härten sie, etc. leider entsteht bei dieser recht unpersönlichen Arbeit eine relative Qualitätsschwankung, welche sich je nach Hehrsteller auf den Endverbraucher auswirkt- wie stark hängt davon ab, wie streng die Kriterien für den Weiterverkauf der Schwerter an den Endverbraucher sind.

Der Stahl
Alle Schwerter, welche auch für Schnitttests (Tameshigiri) geeignet sind, bestehen aus verschiedenen Stahlsorten, allesamt jedoch mit einem gewissen grad an Kohlenstoff, welcher den nicht rostfreien Stahl hart, aber auch steif macht. Je höher der Kohlenstoffgehalt, umso härter, aber auch brüchiger ist der Stahl.

Stahlarten:
Reiner Kohlenstoffstahl:
Oft verwendet bei etwas günstigeren klingen, gebräuchliche Bezeichnungen sind zum Beispiel „1045“ oder „1060“ wobei die letzte Ziffer den Kohlenstoffanteil bezeichnet. 1060er stahl hat zum Beispiel einen Kohlenstoffanteil von 0,6% und ist somit härter als 1045er Stahl mit 0,45% Kohlenstoffanteil. Reiner Kohlenstoffstahl eignet sich für Schnitttests, wird aber in seinen positiven Eigenschaften vom Federstahl übertroffen.

Federstahl:
Federstahl ist ähnlich hart wie reiner Kohlenstoffstahl, jedoch wird durch die Legierung mit Silizium eine harte, aber auch flexible Klinge erreicht. Federstahlklingen eignen sich hervorragend für jegliche Art von Schnitttests, behalten lange ihre Schärfe, sind sehr flexibel und somit auch gut geeignet für Anfänger.

Härteverfahren
-Differentialhärtung:
Bei der Differentialhärtung wird die schneide dünn mit Lehm bestrichen, während der restliche Teil der Klinge dick eingestrichen wird. Wenn die klinge nach dem erhitzen in öl, bzw. wasser eingetaucht wird, kühlt die dünn bestrichene schneide schneller ab als der Rücken des Schwertes, was die schneide hart und ausdauernd scharf, den Rücken flexibel macht. Durch diese Härtung entsteht an der schneide das sog. Martensit, welches die Hamonlinie bildet (deutlich sichtbar nur nach einer speziellen Politur). Diese art der Härtung ist meist teurer als die Durchhärtung.
Wichtig: diese Härtung kann auch bei Federstahl angewendet werden, verringert jedoch dessen positive Eigenschaften geringfügig!

Anmerkung zur Differentialhärtung:
Bei näherer Betrachtung des Feder- und durchgehärteten Stahls fällt auf, dass sich beide Klingensorten ähnlich sind, jedoch keine von beiden allgemein als besser gesehen werden kann. Das liegt daran, dass eine Federstahlklinge wesentlich flexibler ist als die differentialgehärtete klinge, sie jedoch geringfügig weicher ist an der schneide (also geringfügig schneller stumpf wird). Wer auf eine maximal robuste klinge wert legt, sollte zum Federstahl greifen und wer eher auf langanhaltende schärfe achtet, wird mit der differentialgehärteten Klinge zufrieden sein.

-Durchhärtung:
Bei der Durchhärtung wird die Klinge komplett gehärtet, es entsteht somit keine Hamon. Dieses Verfahren ist günstiger, macht das Schwert jedoch relativ steif und neigt daher etwas schneller zum verbiegen oder brechen als differentialgehärtete Schwerter (sofern die durchgehärtete Klinge nicht aus Federstahl besteht!). Wichtig ist jedoch zu beachten, dass es wesentlich mehr Kraft braucht, um ein durchgehärtetes Schwert zu biegen als eine differentialgehärtete klinge. Verwendung findet diese Härtungsmethode bei Federstahl und reinen Kohlenstoffstahlklingen.

Schmiedeverfahren
-Maru (Monostahl):
Die Klinge wird aus einem Stück stahl gefertigt, verwendet bei Feder- und reinem Kohlenstoffstahl.

-Falten:
Beim Falten einer klinge werden zwei oder mehrere stücke stahl miteinander verschmiedet und immer wieder gefaltet, sodass eine mehrlagiges Stück stahl entsteht. Bei manchen, teureren Schwertern wird gefalteter stahl als schneide in ein Stück ungefalteten stahl eingebetet (Kobuse), dies findet jedoch kaum Verwendung bei Massenproduktionschwertern, da zu aufwendig. Gefalteter Stahl bei Massenproduktionsschwertern macht eigentlich eher weniger Sinn, da das Falten eigentlich der Reinigung des Stahls dient (siehe unten).


Das Faltungs-Paradoxon
Viele mögen laienhaft annehmen, dass gefaltete Schwerter egal welcher Art das Nonplusultra darstellen- das ist falsch.
Ursprünglich diente das falten zur Reinigung des sehr unreinen Stahls, da einerseits Fremdkörper herausgeschmiedet und der Kohlenstoff im Stahl gleichmäßig verteilt wird. Die deutliche (aber nicht starke!) Erhöhung der Schärfe ist nur ein Bonus, welcher jedoch bei Massenproduktionsschwerteen quasi kaum Vorhanden ist sondern nur bei japanischen Meisterschwertern, und zwar aus folgendem Grund: Die leichte Verbesserung der Schärfe welche durch eine Faltung erreicht wird, beruht auf der hohen Anzahl der Stahllagen in einer klinge. Bei Massenproduktionsschwertern werden zwei oder drei Stahlblöcke miteinander verfaltet. Bei der ersten Faltung mit zwei Stahlstücken entstehen 4 lagen, bei der zweiten Faltung 8 Lagen, bei der dritten Faltung 16 Lagen usw. während nach z.b. 8 Faltungen 512 Lagen Stahl entstehen, besteht beim japanischen Meisterschwert ein gravierender uUnterschied: vor Beginn des Faltens wurden nicht zwei oder drei Stücke Stahl miteinander verfaltet, sondern ein Block aus vielen, ca. fingernagelgroßen Stahlstückchen. Schätzt man ihre Zahl nun grob auf 1000 Plätchen, ergeben sich schon nach der 8. Faltung bis zu 128000 Lagen, da diese Plätchen in die breite und sehr dünn ausgeschmiedet sind- genau lässt sich aber die Anzahl der Lagen hier nicht berechnen! Bei dieser hohen Anzahl an Lagen steigt tatsächlich die schärfe, jedoch nur minimal. Der Grossteil der Schärfe hängt von der Politur ab. Um nicht weiter das Themengebiet der Massenproduktionsschwerter zu verlassen, folgt folgendes Fazit zu den gefalteten Massenproduktionsschwertern: das Falten bei Massenproduktionsschwertern dient fast einzig und allein der Optik, es werden jedoch keine deutlichen Vorteile gegenüber Monostahlklingen erreicht, es sei denn, die gefaltete Klinge wurde differentialgehärtet und ist somit wesentlich flexibler als die durchgehärtete Monostahlklinge.

Die Geometrie der Klinge
Mit der Geometrie der Klinge betreten wir ein sehr komplexes Thema, welches jedoch den ausschlaggebenden Aspekt in Sachen Handling, Schnittverhalten und Stabilität der Klinge ausmacht.

Die Sori:
Die Biegung (Sori) einer Klinge unterscheidet sich in der Stärke und der Art der Sori, die stärke der Sori wird von der Habaki bis zur Kissaki gemessen (misst man am tiefsten Punkt der Biegung, erhält man die Sori), die Art der Sori zeichnet sich durch das Zentrum, bzw. den Scheitelpunkt der Biegung aus. Manche (wenige) Schwerter weisen eine Biegung nahe des Griffes oder der Spitze auf, während der Grossteil der Massenproduktionsschwerter den Scheitelpunkt der Biegung in der Mitte (sog. Tori-Sori) besitzen.
Die Sori nimmt sehr starken Einfluss auf das Handling (hier spielen jedoch zu viele andere Faktoren eine Rolle, als das man das Handling alleine durch die Sori bestimmen könnte) und das Schnittverhalten einer Klinge. Ein Schwert mit tiefer, also starker Sori, schneidet leichter als geradere Schwerter, da durch die Biegung verstärkt Energie in Form einer ziehenden Schnittbewegung wirkt. Ein Schwert mit geringer Sori „spaltet“ das Ziel eher, während ein Schwert mit tiefer Sori das Ziel schneidet und somit weiche Ziele besser und einfacher durchtrennt.

Niku:
Niku, das sog. „Fleisch“ der Klinge bezeichnet die Form der Klinge im Querschnitt (in der sie an einen Keil erinnert) läuft die klinge gerade zur Schneide hin zusammen, besitzt das Schwert keine Niku. Wenn es leicht bauchig, bzw. bogenförmig zur schneide zusammenläuft, spricht man von Niku. Eine Klinge ohne Niku schneidet hervorragend weiche Ziele, die Schneide neigt jedoch zum Verbiegen bei harten Zielen, während eine Klinge mit Niku zwar nicht so gut Schneidet, aber harte Ziele oftmals ohne Weiteres wegsteckt.

Bohi:
Die Hohlkehle, fälschlicherweise Blutrinne genannt, dient zur Gewichtsreduktion des Schwertes. Eine Klinge mit Bohi versetzt den Schwerpunkt etwas weiter in Richtung des Griffes, was es führiger und leichter zu beherrschen macht, während eine klinge ohne Bohi wesentlich stabiler, aber dafür auch etwas schwerfälliger ist, da der Schwerpunkt in Richtung schwertspitze wandert. Im Endeffekt ist diese Wahl, ob Bohi oder nicht, Geschmackssache, sollte aber primär durch den Einsatzzweck des Schwertes bestimmt werden.

Haba:
Die Haba, also die Breite (nicht die Dicke!) einer Klinge wird meist an der Habaki und an der Kissaki (an der Yokote, dem zur schneide verlaufenden Trenngrat zur Spitze) gemessen. Ein Schwert, bei welchem sich die Haba von der Habaki zur Kissaki verringert, sich also die Klinge verjüngt (d.h., schmäler wird), wird führiger, da sich der Schwerpunkt zum Griff hin verschiebt. Bleibt die Haba gleich, ist das Schwert wiederum stabiler, aber auch etwas wuchtiger, da der Schwerpunkt zur Spitze hin wandert. Die Haba nimmt ähnlich großen Einfluss auf die Führbarkeit einer Klinge wie eine Bohi, verringert jedoch, sofern sich die Haba verjüngt, auch die Stabilität- schließlich wird die Masse an Stahl verringert.

Kasane:
Die Kasane bezeichnet die Dicke, also den Durchmesser der Klinge, wenn man sie im keilförmigen Querschnitt betrachtet. So wie die Haba und Bohi beeinflusst auch die Kasane die Schnitteigenschaften und das Handling einer Klinge, im Endeffekt besitzen jedoch die meisten Massenproduktionsschwerter eine ähnliche Kasane, sodass man hier nur spärliche Auswahl findet. Die Wunsch nach den Eigenschaften einer Klinge sollte sich an Haba und Bohi orientieren.

Kissaki:
Die Kissaki, also die Spitze, welche durch die Yokote von der restlichen Klinge getrennt wird, gib es in verschiedenen Ausführungen, welche jedoch keine spürbaren Auswirkungen auf das Handling, bzw. das Schnittverhalten einer Klinge nehmen. Unterschieden wird zwischen einer Ko-kissaki (einer kleinen Spitze), einer Chu-kissaki (mittelgroße Spitze) und der O-kissaki (einer großen Spitze). Die Wahl der Kissaki ist Geschmackssache, aber auch sehr begrenzt, da viele Schwerter mit einer Chu-kissaki versehen werden.

Nakago:
Wichtig, aber oft kaum beachtet, ist die Nakago, die Angel der Klinge, welche durch die Mekugi (Haltebolzen) im Griff gehalten wird. Sie kommt leider selten ans Tageslicht, da sie vom Griff des Schwertes umschlossen wird. Gute Schwerter besitzen eine Nakago, welche der Länge des Griffes angepasst ist und somit die Stabilität und das Handling positiv beeinflusst. Beim Kauf eines Schwertes, welches auch zur Übung, bzw. für Schnitttests verwendet wird, gilt es darauf zu achten, dass die Nakago der Länge des Griffes angepasst ist- ansonsten könnte sie durch die Belastung brechen und somit zu großen Schäden an Mensch und Material führen!


Tsukamaki- Die Wicklung des Griffes
Ein optischer, aber auch technischer Aspekt eines Schwertes im japanischen Stil ist die Wicklung des Griffes. Gängige Materialien zur Wicklung der Griffe sind: Baumwolle, Seide, Nubuk-, Velours-, Glatt- und Wildleder. Wenn das Schwert nicht hauptsächlich zur Dekoration dient, sollte man die Griffwicklung mit Bedacht wählen.

Baumwolle:
Hochwertige Baumwolle nimmt Schweiss gut auf, ist sehr robust und kann lange seine Form behalten. Eine gute Wahl für häufiges Training.

Seide:
Seide weist weitgehend die gleichen Eingenschaften auf wie hochwertige Baumwolle, besitzt jedoch den bekannten „seidigen Glanz“- was der Optik zugute kommt. Ebenso wie hochwertige Baumwolle eignet sich Seide gut für häufiges Training.

Velours- und Nubukleder:
Beide Lederarten sind sehr ausdauernd und können über viele Jahre hinweg Freude bereiten, auch bietet eine solche Lederwicklung ein interessantes „Grifferlebnis“, da sie oberflächig fein angeraut sind. Schweiss kann sie jedoch nicht so gut aufsaugen, daher würde ich bei häufigem Training zu Seide oder Baumwolle raten.

Glattleder:
Ähnlich wie Velours- und Nubukleder ist auch Glattleder sehr ausdauernd, nimmt jedoch aufgrund seiner sehr glatten oberfläche kaum schweiss auf, das führt dazu, dass bei sehr häufigem Training sich das Leder klebrig anfühlt. Wieder empfehle ich, solange das Schwert nicht primär der Dekoration dient, für das Training eine Baumwoll- oder Seidenwicklung.

Wildleder:
Wildleder ähnelt dem Velours- und Nubukleder, nimmt jedoch wesentlich besser Schweiss auf- für das häufige Training ist die Wahl zwischen Seide, Baumwolle und besonders Wildleder eine Kosten- und Geschmacksfrage. Wichtig: Wildleder ist meistens weniger zugfest als die anderen Lederarten, daher nicht so formbeständig.


Handhabung und Aufbewahrung einer Klinge

Allgemeines:
Ein Schwert ist eine Waffe, daran besteht kein Zweifel- eine effektive Waffe seit mehreren tausend Jahren. Für Schwerter gelten im Prinzip dieselben Umgangsregeln wie für Schusswaffen: „Eine Schusswaffe sollte immer so behandelt werden, als wäre sie geladen“, sowie weitere Regeln:

-niemals ein Schwert gezogen liegen lassen
-keine Bewegungen mit dem Schwert ausführen, die nicht langsam und gewissenhaft eingeübt wurden
-keine Spielereien um z.B. Freunde zu beeindrucken
-das Schwert vor und nach Gebrauch immer auf Schäden überprüfen
-um das Schwert zu betrachen, fasst man, die Schneide nach oben gerichtet, mit der linken Hand an das obere Ende der Saya (am Sageo, das Band an der Saya), streckt den Arm aus und zieht mit der rechten Hand das Schwert. Dabei langsam und nicht hektisch vorgehen!

Man sollte sich vor dem Umgang mit einem Schwert stets bewusst machen, dass es sich um eine tödliche Waffe handelt. Auch wenn es Vielen lächerlich erscheint, so sehr Wert auf die Vorsicht zu legen, aber schon die kleinste Unachtsamkeit, zum Beispiel beim zurückstecken des Schwertes (welches gerade am Gürtel getragen wird) kann zum Abrutschen führen- und somit im schlimmsten Fall zu schwersten Verletzungen der Leber, Milz, Nieren oder anderen Organen.


Aufbewahrung Japanischer Schwerter

Grundsätzlich gilt für die Aufbewahrung in einem Schwertständer:
-Den Griff nach links richten
-Schneide nach oben gerichtet
-Schwert immer in der Scheide aufbewahren

Die Anordnung der Schwerter, also die Reihenfolge, kann unterschiedlich interpretiert werden und umfasst zwei verschiedene Arten der Anordnung:

1. Katana oben, Wakizashi mittig, Tanto unten
Diese Art der Aufbewahrung lehnt sich an die Trageweise der Schwerter im Gürtel des Samurai an: das Katana oben (bzw. hoch aufgerichtet) das Wakizashi/Tanto fast horizontal, also darunter.

2. Tanto oben, Wakizashi mittig, Katana unten

Diese Aufbewahrung entspricht der Reihenfolge, in der die Schwerter angelegt werden. zuerst wird das Tanto, bzw. das Wakizashi von oben genommen und in den Gürtel gesteckt, dann als letztes das Katana, welches bis zur Haustür getragen und erst dort angelegt wird.

Welche art der Lagerung letztendlich benutzt wird, ist Geschmackssache, kann jedoch im Bereich der Lagerungsrichtung eine Botschaft vermitteln. Ein japanisches Schwert, welches mit dem Griff nach links gelagert wird, drückt Freundlichkeit und Vertrauen aus, da man dieses Schwert erst wenden muss, bevor man es ziehen kann. Richtet man den Griff nach rechts, liegt es zugbereit und drückt somit Argwohn und Misstrauen (z.B. gegenüber einer anderen sich im Haus befindlichen Person) aus. Die kaum bekannte Art der Lagerung mit (komplett) gezogener Klinge und dem Griff nach rechts gerichtet symbolisiert, dass sich das Heimatland im Kriegszustand befindet, bzw. der eigene Fürst (im feudalen Japan) zu den Waffen gerufen hat.


Pflege der Schwerter

Da diese schwerter nicht rostfrei sind, sollten sie alle 1 bis 2 monate (je nach luftfeuchtigkeit im aufbewahrungsort) und nach jeder benutzung, bzw. berührung, neu eingeölt und mit uchiko gereinigt werden. pfelge-sets mit uchiko und mischöl zur pflege der schwerter sind günstig in vielen shops zu erhalten.
Beider reinigung geht man wie folgt vor:
1. Man nutzt das im set enthaltene säurefreie reispapier (man kann alternativ auch kosmetik-tücher nehmen) um die klinge vom alten öl zu befreien, indem man das papier faltet, die klinge damit umschließt und von der habaki zur spitze hin mehrmals abwischt.
2. nun wird der mit uchiko gefüllte puderball gleichmäßig auf die klinge geklopft, sodass ein gleichmäßiger überzug mit uchiko (weißes pulver) auf der klinge zu finden ist. Wichtig: die mune, also den rücken der klinge nicht vergessen.
3. ist dies erledigt, wird ein neues tuch genommen, mit dem man das uchiko wie bei schritt 1 von der klinge wischt. Wichtig: es sollte kein uchiko auf der klinge zurückbleiben.
4. nachdem die klinge vom uchiko gesäubert wurde, wird ein letztes mal ein neues stück papier benutzt, welches das mischöl verteilt. Das mischöl wird ähnlich wie das uchiko aufgetragen, ungefähr alle 5 cm ein tropfen (das Ölfläschchen sollte vorsichtig aufgestochen werden, ein kleines loch so groß wie ein stecknadelkopf maximal genügt!) auf der klinge verteilen. Nun wird das öl durch leichten druck auf der klinge mit dem papier verteilt.

Fertig- die klinge vorsichtig in die saya zurückstecken und natürlich nicht berühren!


Tipps für Tameshigiri (schnittübungen)

Wichtig ist natürlich in aller erster linie die sicherheit, also sollten sich im aktionsradius des schwertes, sagen wir im 180° winkel vor dem übenden, keine personen aufhalten, denn eine entflohene klinge ist ein gefährliches geschoss.

Der Ständer:
Je nach handwerklicher begabung lässt sich ein ständer für tameshigiri recht einfach selbst herstellen. Die einfachste methode ist hier die verwendung eines standfußes für sonnenschirme, welche man mit sand oder wasser befüllen kann. Je nach konstruktion und qualität des standfußes kann ein dort hineingesteckter besenstiel, auf den das zu schneidende material aufgespießt wird, guten halt finden und somit auch bei verpatzten schnitten nicht so schnell wegknicken. Für massiveres schneiden, zum beispiel von mehrlagigen strohmatten oder grünem bambus, sollte eher eine stabile holzkonstruktion verwendet werden.

Die Schnitttechnik:

Wichtig: diese Beschreibung ist unverbindlich und nur ein ratschlag für Anfänger, welche ohne professionelle Anleitung schneiden (was jedoch nicht ratsam ist!). Anfänger sollten sich generell an erfahrerene oder professionelle wenden, um gefahren zu minimieren. Ohne diese Anleitung sollte man beim Tameshigiri immer folgendes dabei haben: Schwert, Schnittziel, Gürtel und Telefon ;-)
Besonders als Anfänger sollte man sich zu beginn an leichten zielen (z.b. Rohrisolierungen aus dem Baumarkt oder dünnwandige plastikflaschen) üben, um die klinge durch verpatzte schnitte nicht zu gefährden.
Ein einfacher schnitt beginnt für den Anfänger mit dem „maßnehmen“, also dem hinstellen vor dem ziel, wobei die klinge an die zu treffende stelle am ziel gehalten wird, ohne dass sie hinter das ziel hinausragt. Nun sollte man einige langsame Probeschläge machen, wobei man das Schwert über den kopf hebt, mit dem rechten fuß leicht nach vorne gleitet und so den schlag einleitet. Durch diese leichte Annäherung an das ziel schneidet das Schwert mit dem letzten viertel der klinge und somit kraftvoller und präziser (daher das vorherige maßnehmen, bei welchem die spitze nicht über das ziel hinausragte).


Welches Schwert für welchen Zweck

Mit diesem Thema kommen wir zu einer schwierigen, aber grundlegenden frage: was ist wichtiger, optisches gefallen oder individueller nutzen des Schwertes? Vorweg ist klar, dass keines der massenhaft gefertigten Schwerter jeden Kunden in seinen individuellen wünschen nachkommen und zufrieden stellen kann, denn das kann nur eine Sonderanfertigung. Da man aber die Käufer, bzw. nutzer dieser Schwerter im japanischen stil in grobe Gruppen unterteilen kann, will ich versuchen, unverbindlich einen Überblick zu geben, welche Kriterien ein Schwert für welchen Nutzer erfüllen muss, sodass es ihm lange Freude bereitet. Dabei beziehe ich mich allein auf die technischen und mechanischen Aspekte der Schwerter, was Optik und Geschmack angeht kann ich natürlich keine aussagen machen- dazu ist es zu individuell. Des weiteren beziehen sich meine Angaben auf die Schwerter, welche preislich am günstigsten für ihren jeweiligen Zweck sind- soll heißen, für Dekorationszwecke und gelegentliche Übungen reicht ein 230-euro Schwert völlig aus- natürlich täte dies ein Schwert für 800 Euro auch, aber es wäre unsinnig, ein so teueres Schwert für einen so einfachen Zweck zu erwerben. Um den Überlick zu systematisieren, untereile ich den Nutzen der Schwerter in mehrere Kategorien:

1. Schwerter zum harten und häufigem Tameshigiri und Schlagübungen
Da diese Schwerter härtesten Belastungen ausgesetzt werden, steht Stabilität an erster stelle, da oftmals harte ziele wie Bambus geschnitten werden. Folgende Kriterien müssen erfüllt werden:
-tiefe Sori (zwischen 0,8 und 1 zoll)
--für Anfänger-Iaidoka, welche viel Battogiri üben wollen: 0,6 zoll Sori
-differentialgehärtete und/oder gefaltete klinge, oder klinge aus Federstahl
-konstante Haba (Klinge verjüngt sich nicht zur Spitze hin)
-keine Bohi
-mindestens zwei Mekugi (Haltebolzen im Griff)
-nach Möglichkeit Klinge mit Niku

2. Schwerter zum weichen und häufigem Tameshigiri und Schlagübungen
wer hauptsächlich Tatami oder Gozamatten (Reistroh) schneidet, seltener harte Ziele, sollte zwar ebenfalls ein kräftiges Schwert vorziehen, kann jedoch in Sachen Stabilität zugunsten des Handlings einige Abstriche machen. Folgende Kriterien sollten erfüllt werden:
-tiefe Sori (zwischen 0,8 und 1 Zoll)
--für Anfänger-Iaidoka, welche viel Battogiri üben wollen: 0,6 Zoll Sori
-differentialgehärtete Klinge, oder Klinge aus Federstahl
-mindestens zwei Mekugi (Haltebolzen im Griff)
-keine Niku (also hohe Schärfe)
Mindestens eines der folgenden kriterien:
-konstante Haba (Klinge verjüngt sich nicht zur Spitze hin)
-keine Bohi

3. Schwerter zum gelegentlichen Tameshigiri und häufiger Übung
Schwerter, die hauptsächlich für Kata, bzw. Schlagübungen ohne Ziel benutzt, aber auch gelegentlich zum weichen Tameshigiri eingesetzt, können sehr stark zugunsten des Handlings ausgelegt werden. Folgende Kriterien sollten nach Möglichkeit erfüllt werden:
-geringe sori, zwischen 0,6 und 0,8 Zoll
-Klinge aus durchgehärtetem Monostahl (hoher Kohlenstoffanteil) oder Federstahl.
-zwei Mekugi (Haltebolzen im Griff)
Je nach Geschmack und Körperkraft:
-Bohi (keine Bohi, wenn man recht kräftig ist)
-abnehmende Haba (Klinge verjüngt sich zur Spitze hin)


4. Schwerter zur Dekoration und gelegentliche Übungen
wenn man sein Schwert hauptsächlich zur Dekoration nutzt und nur selten Schlagübungen damit durchführt, ist der eigene Geschmack das wichtigste Kriterium. Trotzdem sollte, nach Möglichkeit, auf folgende Kriterien wert gelegt werden:
-geringe Sori, zwischen 0,6 und 0,8 Zoll
-Klinge aus Monostahl (niedriger Kohlenstoffanteil)
-Bohi (wenn wert auf Handling gelegt wird)

Anmerkung:
Sollte man sich nicht sicher sein bei dem Zweck, welchem das Schwert dienen soll, sollte man vorsichtshalber ein Schwert der nächst höheren Kategorie wählen, welche einem am nächsten kommt. Generell gilt, so auch bei Schwertern, Qualität hat ihren preis- daher ist es wichtig, wohlüberlegt und vorrausschauend zu kaufen. Bevor man mehrere hundert Euro in solch ein Schwert investiert, sollte man sich eingehend neutral beraten lassen (die oben aufgeführten Kategorien sind sehr verallgemeinert), sofern man keine Erfahrung auf diesem Gebiet hat. Der sicherste Weg, den man gehen kann, besteht immer noch darin, ein Schwert, welches in Frage kommt, vor dem Kauf persönlich zu testen, sofern ein z.B. ein Freund oder Bekannter bereit ist, sein Schwert auszuleihen. Dies ist vor allem in der Frage ob Bohi oder nicht bei den Kategorien 2 bis 4 wichtig, da eine Bohi sehr stark das Handling eines Schwertes vereinfacht, aber auch die Stabilität verringert.

Anmerkung für Iaidoka:
Als ambitionierter Iaidoka habe ich, wie auch viele andere, die Erfahrung gemacht, dass Schwerter mit tiefer, also großer Sori, relativ schwierig zu ziehen sind- ein ungeübter Iaidoka, bzw. ein Anfänger, kann aufgrund seiner unausgereiften Rechnik das Schwert so ungünstig ziehen, dass sich die Klinge in der Saya (Schwertscheide) verkantet und somit die Saya beschädigt. Aus diesem Grund sollten weniger geübte Iaidoka auf Schwerter mit geringer Sori zurückgreifen, die diese einfacher zu ziehen sind.


FAQ zu den Massenproduktionschwerter

-Kann ich mein Schwert auch mit Waffenöl oder vergleichbarem Öl pflegen?
Prinzipiell ja, es ist aber auf Dauer nicht ratsam, da eine alleinige pflege mit Öl nicht ausreichend ist, vor allem, wenn das Schwert für Tameshigiri benutzt wird. Um die klinge oberflächlich wirksam von hauchfeinen Kratzern und Rückständen vom Schnittziel zu befreien, muss die Klinge mit Uchiko gereinigt werden. Näheres in der „Pflege der Schwerter“ Sektion.

-Kann ich mein Schwert nachschleifen, und wenn ja, wie?
In keinem fall sollte man Messerschärfgeräte oder ähnliche dinge verwenden, da diese in die schneide der klinge einen Grat einschleifen, welcher die klinge nicht nur unansehnlich, sondern sie zudem meist noch stumpfer macht als vorher. Die einzige Möglichkeit, eine klinge nachzuschärfen besteht darin, die klinge mit sog. Fingersteinen vom Hazuya-Schleifstein oder auf synthetischen Wasserschleifsteinen vorsichtig nachzuschärfen. Diese Arbeit sollte jedoch nach Möglichkeit von einer erfahrenen Person ausgeführt werden!

-Kann ich den Griff von meiner Klinge abziehen, um die Angel (Nakago) zu betrachten?
Ja, das ist bei den meisten Schwertern möglich. Jedoch gehört hier ein bestimmtes maß an handwerklichem Geschick und Know-how dazu, um den Griff (Tsuka) sicher zu entfernen, und auch wieder anzubringen. Als unerfahrener Laie sollte man jedoch nur daran denken den Griff zu entfernen, wenn ernsthafter Grund dazu besteht- bestenfalls gibt man das Schwert in professionelle Hände (hier bei Zecondo zum Beispiel) wenn z.B. die Tsuba ausgetauscht werden soll. Wichtig: Gerade bei der Tsuka sollte man kein Risiko eingehen, da die Tsuka schließlich die Klinge fixiert!

-Wie scharf sind diese schwerter?
Diese frage ist schwierig zu beantworten, da die Qualität und auch die Schärfe der massenhaft hergestellten Schwerter oftmals schwankt- es gibt jedoch einzelne Hersteller, welche besonders strenge Kriterien für den Verkauf ihrer Schwerter haben und somit nur schärfere und hochwertigere Klingen weiterverkaufen. Die stumpfeste klinge, die ich getestet habe, zerschnitt mit spürbarem Widerstand ein Blatt normales Druckerpapier mit leichtem Druck und ziehender Bewegung, während das schärfste ohne Zugbewegung das Blatt ohne Widerstand sauber durchschnitt.

-Kann ich mit diesen schwertern auch Iaido/Iaijutsu üben?
Ja, kann man. Jedoch ist es in vielen Verbänden oder Vereinen verboten, neben anderen mit einem scharfen Schwert zu trainieren (die gründe sollten klar sein). Das Schwert sollte nach jedem gebrauch ausgiebig vom Schweiss gereinigt werden, da dieser den stahl sehr stark angreift und rosten lässt- mehr dazu in der „Pflege der Schwerter“ Sektion. Prinzipiell empfehle ich für das reguläre Iaidotraining, ob im verein oder zu hause, ein Iaito aus Zink-Aluminium, da dieses ungefährlicher und pflegeleichter ist.

-Wie binde ich das Sageo (Band an der Saya)?
Ein einfache und gebräuchliche art, das Sageo zu binden, findest du hier: http://www.nihontoantiques.com/sageo_tying.htm

-Warum haben die Schwerter unterschiedlicher Hersteller oft gleiche oder ähnliche Montageteile und Klingen?
Der Grund hierfür ist sehr simpel: Klingen und Montierungen stammen oftmals von denselben, wenigen Herstellern in China. Die Auftraggeber der Schwerter, also Firmen wie Cheness Inc., CAS Iberia, WKC, Last Legend etc., geben dort Schwerter nach ihren Vorstellungen in Arbeit und beziehen dabei die Montageteile (z.B. Fuchi und Kashira) von meist den gleichen Herstellern, selten werden eigene Montageteile in Auftrag gegeben.

-Ich habe bei E-bay/E-gun Schwerter gefunden, welche angeblich handgeschmiedet sind. Jedoch kann ich sie keinem Hersteller zuordnen, zumal keine Hersteller genannt werden. Sind diese Schwerter zu empfehlen?
Hier sollte man sehr vorsichtig sein- denn man weiss nicht, was man kauft- und auch nicht von wem. Ich persönlich rate davon ab, sich von solch einem Angebot locken zu lassen, da man so Gefahr läuft, bitter enttäuscht zu werden. Wie bei allen dingen, auf die man Wert legt und auf die man sich verlassen will, sollte man auf Qualität und einen guten Namen achten- denn ein guter Name steht oft für gute Qualität.
Ärgerlich sind auch die chinesischen Fälschungen alter Gunto, also japanischer Armeeschwerter des 2. Weltkrieges. Die Fälschung erkennt auch der informierte Laie sofort, komplett unwissende fallen aber leider oft darauf herein. Grundsätzlich gilt: Niedrige Startgebote, extrem hohe Versandkosten und ein chinesischer Verkäufer sind eindeutige Indizien für eine Fälschung- ohne das man vorher die Klinge betrachten muss. Im Zweifelsfall immer bei einem kompetenten Kenner nachfragen!



Schwerter im Waffengesetz
Das aktuelle WaffG sagt folgendes über Schwerter aus:
Nach § 1 Abs. 2 Nr. 2 Absatz a) sind Waffen u. a. tragbare Gegenstände, die ihren Wesen dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen.
Iaito, also Schwerter mit Zink-Aluminiumklinge gelten als Sportgerät, zumal sie aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften nicht einer voll gebrauchsfähigen waffne gleichkommen, eher einem Dekorationsstück.
Nach § 2 Abs. 1 ist der Umgang von Waffen (also auch Hieb- und Stoßwaffen) nur Personen gestattet, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.
Also kann grundsätzlich jeder, welcher das 18. Lebensjahr vollendet hat, mit Schwertern, ob stumpf oder scharf, umgehen.
Nach § 42 Abs. 1 dürfen Waffen (wie sie u. a. oben definiert sind) nicht auf öffentlichen Veranstaltungen (öffentliche Vergnügungen, Volksfesten, Sportveranstaltungen, Messen, Ausstellungen, Märkten oder ähnliche öffentliche Veranstaltungen) mit sich geführt werden. Hierzu gibt es nach Abs. 2 und 3 Ausnahmen unter bestimmten Voraussetzungen.
Iaido-Training kann nicht als öffentliche Veranstaltung gewertet werden, da der Unterricht Vereinsmitgliedern vorbehalten ist und in geschlossenen Räumen stattfindet.

Nach Abs. 4 Nr. 1 sind die Abs. 1 bis 3 jedoch nicht anzuwenden auf die Mitwirkenden an Theateraufführungen und diesen gleich zu achtenden Vorführungen, wenn zu diesem Zweck ungeladene oder mit Kartuschenmunition geladene Schusswaffen oder Waffen im Sinne des § 1 Abs.2 Nr. 2 geführt werden.
Nach § 1 Abs. 2 Nr. 2 sind das u. a. Hieb- und Stoßwaffen wie z. B. Schwerter egal ob scharf oder stumpf.

Im Klartext: jeder, der 18 Jahre oder älter ist, darf ein Schwert erwerben, besitzen und führen – jedoch nicht auf öffentlichen Veranstaltungen, es sei denn, er ist Teil dieser Veranstaltung.

Bearbeitet von Hugin, 12 März 2007 - 19:56 Uhr.

Neueste Studien beweisen: "Das Verhalten menschlicher Weibchen folgt keiner inneren Logik"

#2 Sero

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    Kendo
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Geschrieben 13 März 2007 - 10:59 Uhr

So ein ausführlicher Text hat sicherlich viel Arbeit gemacht. Dieser Beitrag wird vielen Einsteigern hier im Forum weiterhelfen.
Ein großes Dankeschön an dich.

Tschüss Sebastian

Bearbeitet von Sero, 13 März 2007 - 11:00 Uhr.

"Ein Kendo, bei dem man mit dem Zuschlagen solange wartet bis der Gegner von sich aus einen Fehler begangen hat, gewährleistet keinen Fortschritt." aus dem "Kendo-Lehrbuch" von K.Oshima und K.Ando

#3 Tsukiyomi

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Geschrieben 13 März 2007 - 13:45 Uhr

Auch von mir ein dickes Dankeschön =)
Auch wenn ich kein Schwert besitze oder vorhabe mir in nächster Zeit eins zu holen.
lese
ich so welche informationen immer sehr gerne.
Gerade die Stahlsorten und die Pflege hat mich interessiert.
Hab mir mal überlegt ob ich mit irgendwann zu deko zwecken ein wirkliches Schwert
an die Wand hänge aber dazu muss ich erstmal ausziehen blush.gif

Mich würde Interessieren welche Klingen in bezug auf Härtung und Stahl wohl am schönsten aussehen? Also Federstahl oder Kohlenstoffstahl und Durchhärtung oder Differential?
Bei der Drchhärtung ensteht keine Hamon oder?

Massenproduktionsschwertern: das Falten bei Massenproduktionsschwertern dient fast einzig und allein der Optik, es werden jedoch keine deutlichen Vorteile gegenüber Monostahlklingen erreicht, es sei denn, die gefaltete Klinge wurde differentialgehärtet und ist somit wesentlich flexibler als die durchgehärtete Monostahlklinge.

Also wenn ein Monostahlschwert gefalltet wird ergibt sich daraus auch obtisch eine schönere Klinge oder?
It is said that a Muramasa blade always has something evil about it, and once it leaves its scabbard, it never returns to it with out first seeing blood.

#4 Hugin

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Geschrieben 14 März 2007 - 22:09 Uhr

"Also wenn ein Monostahlschwert gefalltet wird ergibt sich daraus auch obtisch eine schönere Klinge oder?"

richtig. es ist natürlich egal, ob du nun einen einzigen stahlblock in sich selbst faltest (was meines wissens seltener vorkommt) oder mehrere verschiedene stahlstücke (unterschiedlichen kohlenstoffgehaltes).
das falten an sich bringt bei den massenproduktionsschwertern eigentlich nichts außer einer verbesserten optik, welche wiederrum geschmackssache ist.
der schmiedeprozess des faltens galt in der jap. schwertschmiedekunst nie dazu, vorteile zu erlangen, sondern nachteile auszumerzen.

Neueste Studien beweisen: "Das Verhalten menschlicher Weibchen folgt keiner inneren Logik"

#5 ralfbonne

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Geschrieben 16 Mai 2007 - 15:56 Uhr

Hallo!
Hier eine interessante Info:
Ein Schüler von mir war am 11. Mai 2007 bei WKC in Solingen. Die haben dort einen Ausstellungsraum. Auf Nachfrage wurde ihm bestätigt, dass die Klingen in Deutschland hergestellt werden. Die Montierungen würden dazu gekauft.
Gruß
Ralf

#6 ralfbonne

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Geschrieben 06 Februar 2008 - 14:31 Uhr

Hallo!

Zu oben stehenden Beitrag: So eine Aussage ist natürlich immer interpretationswürdig!

Auffallend bei den WKC-Klingen ist, dass die bohi unter dem habaki verschwindet. Dieses Merkmal haben fast alle in China gefertigten Klingen. So eine Aussage ist immer noch richtig, wenn z.B. die Endmontage in Deutschland stattfindet.
Auch die Montierungen sind häufig an anderen Schwertern, die aus China kommen, zu finden.
Nichtsdestotrotz hat WKC eine gute Qualitätskontrolle und faire Preise.

Gruß
bonne

#7 Hugin

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Geschrieben 22 November 2008 - 20:51 Uhr

Kurze Anmerkung

Da das WaffG wieder geändert wurde, hier kurz und knackig die aktuelle Sachlage zum thema schwert:

Das führen eines Schwertes in der öffentlichkeit außerhalb des befriedeten besitztums (d.h. außerhalb eines privatgründstücks) ist verboten. Der transport (also z.b. in der tasche oder im karton) ist weiterhin erlaubt.
Erneut sei erwähnt, dass Iaito nicht unter das WaffG fallen, weil sie als Sportgeräte eingestufft werden.

Bearbeitet von Hugin, 22 November 2008 - 20:52 Uhr.

Neueste Studien beweisen: "Das Verhalten menschlicher Weibchen folgt keiner inneren Logik"

#8 yournecs

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Geschrieben 13 April 2009 - 21:27 Uhr

ZITAT(Hugin @ 22.11.2008 21:51 Uhr ) <{POST_SNAPBACK}>
Kurze Anmerkung

Da das WaffG wieder geändert wurde, hier kurz und knackig die aktuelle Sachlage zum thema schwert:

Das führen eines Schwertes in der öffentlichkeit außerhalb des befriedeten besitztums (d.h. außerhalb eines privatgründstücks) ist verboten. Der transport (also z.b. in der tasche oder im karton) ist weiterhin erlaubt.
Erneut sei erwähnt, dass Iaito nicht unter das WaffG fallen, weil sie als Sportgeräte eingestufft werden.


ne frage ich würde gerne meine katana mit tatamis testen aba mein Wohnung ist eng eingerichtet, kann mann ich die in wald dürchführen? Ich weis das mann dort in wald nich beschädigen darf.
icg finde es auch besser weil dort in wald niemand verletz wird.

#9 Sion

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Geschrieben 03 Mai 2009 - 19:14 Uhr

"Das führen eines Schwertes in der öffentlichkeit außerhalb des befriedeten besitztums (d.h. außerhalb eines privatgründstücks) ist verboten"
da du wohl keinen wald als privatgrundstück hast heist die antwort wohl eher nein

#10 Hugin

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Geschrieben 01 August 2011 - 17:19 Uhr

So, liebe Freunde der China-Schwerter, hier geht es weiter. Ich werde in naher Zukunft eine PDF-Datei erstellen, in welcher dann beide Texte zusammengefasst und bebildert werden. Wäre sehr nett, wenn irgendjemand das ganze unterstützen könnte, in dem er dafür einen Download-Server bereit stellt.
Bis dahin also viel Freude und Erkenntnisgewinn mit diesem Text- man verzeihe mir vereinzelt auftauchende Ironie und Polemik. :D


Wie erkenne ich ein gutes Schwert aus Massenproduktion?



Ein Schwert aus Massenproduktion in seinem Wert und seiner Qualität zu beurteilen, ist gar nicht so schwer. Es gilt dabei lediglich, eine Sache stets vor Augen zu haben: Qualität hat seinen Preis. Das "mega-super-Schnäppchen" gibt es nicht. Niemand verkauft ein Schwert, eine Uhr, ein Kraftfahrzeug oder einen sonstigen Wertgegenstand im neuwertigen Zustand unter Wert- so funktioniert freie Wirtschaft einfach nicht. Entsprechend gilt, dass der günstigste Kaufpreis meistens nicht geringer ist als die Summe aus "Materialwert fertiges Produkt (Schwert)" und "wirtschaftlicher Preisaufschläge" seitens des Herstellers. Das heisst, am günstigsten kauft man direkt beim Hersteller, das wären also beispielsweise die Internetshops von "Cheness Inc.", "Tozando" oder "CAS Iberia", um nur einige Beispiele zu nennen. Zwischenhändler, welche diese Schwerter nach Deutschland einführen, geben nicht nur die Zollgebühren und den Versand an den Kunden (verständlicherweise) weiter, sondern müssen ja auch noch selbst an dem Schwert verdienen. So ist es, nach einigen Übungen mit dem Taschenrechner, nicht unüblich, dass einzelne Online-Shops in Deutschland (oder anderswo) bis zu 50% des Originalpreises aufschlagen.
Und so kommen wir in ein Dilemma- Qualität hat zwar ihren Preis, aber der Preis kann sich ändern, das fertige Schwert in den Lagerregalen nicht.


Wie setzt sich der Preis eigentlich zusammen?

Eine Frage, die ich mir bei sehr vielen Schwertern aus Massenproduktion gestellt habe. Da verirrten sich Schwerter einer marktführenden "China-Schmiede" in meine Hände, darunter auch eines, welches sich den Tiger zum Vorbild nahm (der Kenner wird wissen, welches Schwert/Hersteller ich meine) ich besah die lieblos in Form geprügelte (gefaltete) Klinge, die baumstammähnliche Tsuka, die Saya und alle anderen Teile. Sehr schnell drängte sich die Frage auf "Wofür die 1,400 Euro?!" Schauen wir uns mal die Bestandteile eines Schwertes aus Massenproduktion an:

1x Klinge
1x Saya
1x Habaki
2x Seppa
1x Tsuba
1x Fuchi
1x Kashira
3-5m Tsukaito
2x Menuki
30cm Same
2x Mekugi
2m Sageo

Nehmen wir mal das besagte 1,400 Euro Schwert (soviel kostet es im Shop des Herstellers) als Beispiel und rechnen mal herunter und gehen dabei von Preisen gut verarbeiteter japanischer Teile aus. Eine gut gemachte, einfache Kuroro-Saya (welches dieses Schwert nicht besaß) kostet selbst bei japanischen Herstellern etwa 150 Euro, bleiben 1,250 Euro. Die Habaki, in vielen Fällen nur ein Stück Kupfer oder Messing, beläuft sich auf vielleicht 50 Euro bei gut gemachten Exemplaren aus Japan (Massenproduktion)- es bleiben 1,200 Euro. Fuchi und Kashira gehen meist als Paar durch und für 100 Euro bekommt man echte Schmuckstücke (welche dieses Schwert nicht besaß), aber nehmen wir auch hier einen hohen Materialwert an und gelangen so zu 1,100 Euro. Die Seppa belaufen sich auf vielleicht 10 Euro, wenn überhaupt... es bleiben 1,090 Euro. Der Rundung halber setzen wir die Menuki mal mit 90 Euro an, was ein durchaus angemessener Preis ist- in Japan bekommt man dafür feine Stücke aus Massenproduktion. Das Tsukaito (gewöhnliche Baumwolle) schlägt mit vielleicht 30 Euro zu Buche, ähnlich die Tsuba mit sagen wir 70 Euro. Es verbleiben 900 Euro.

Halten wir fest- wir haben 500 Euro für Kleinteile ausgegeben- für 500 Euro bekommt man beim bekanntesten Hersteller japanischer Iaito eine traumhafte Koshirae, hochwertiger und bombenfester Tsukaito, wunderschöner Fuchi und Kashia, einer gut gemachten Habaki, eine sehr sauber gearbeitete Saya, sowie einwandfreier Tsuba und Menuki. Eine Klinge mit Länge nach Wahl ist sogar auch noch drin- für 500 Euro nicht schlecht. Was macht nun das Schwert aus China? Es erregt Brechreiz durch schlampige Montierung, geklebte Tsukaito, mit Leimreisten übersäte Saya, absolut billig und unecht wirkende Fuchi, Kashira und Tsuba, usw. Für 500 Euro! 500 Euro für Kleinteile in unterster Qualität. Tatsächlicher Wert nach meiner Einschätzung (Verdienst eines ehrlichen Händlers ab Werk einbezogen): Insgesamt 150 Euro. Der eine oder andere Hersteller profiliert sich jedoch durch Ehrlichkeit und angemessene Preise- in einem Shop so eines Herstellers wird beispielsweise deutlich gesagt, dass Seppa und Habaki nicht einzeln verkauft werden, da ihr Transport billiger wäre als der wirtschaftliche Gewinn. So etwas ist professionell, und nicht etwa der Verkauf von Kleinteilen in niederster Qualität für irrwitzige 500 Euro.

Nun gut, die Klinge reisst es raus- oder? Fehlanzeige. Der einzige Unterschied zwischen den 300 Euro Modellen des gleichen Herstellers ist eine durch Faltung hervorgerufene Maserung der Klinge- die Hamon ist, wie so oft, geätzt. Die Geometrie ist genauso wie bei billigeren Schwertern bestenfalls an den japanischen Originalen orientiert. Vergleicht man nun diese gefaltete Klinge mit solchen anderer chinesischer Marken, ist der Hauptunterschied die bessere Politur. Es es bleibt dabei- die Klinge hat bestenfalls einen Wert von 300 Euro. So bleiben 600 Euro, bei denen ich beim besten Willen nicht weiss, wo die abgeblieben sind. "Arbeitslohn" mag sich nun einer denken- Pustekuchen, auch in Zeiten der Globalisierung sind Tagelöhne von mehr als 10 Euro pro Nase in solchen Schmieden beinahe utopisch. Und mehr als einen Tag braucht so ein Schwert auch nicht in seiner Herstellung. Versand und Lagerung an die Zwischenhändler wird solchen Dimensionen vorgenommen, dass die Kosten pro Schwert sehr niedrig liegen und zu vernachlässigen sind. Eigentlich...

Fazit bis hier hin: Augen auf beim Schwerterkauf. Qualität hat ihren Preis- hat man einen Preis, aber keine entsprechende Qualität, dann ist etwas faul. Grundsätzlich gilt- wer mehr als 600 Euro für sein (massenhaft hergestelltes) Schwert ausgibt, der sollte bei der Koshirae eine hohe Qualität erwarten dürfen, denn für 600 Euro kann man auch in Massenproduktion herausragende Qualität bei den Einzelteilen der Koshirae erreichen.


Die Beurteilung eines Schwertes aus Massenproduktion

Hier wird es interessant, denn man kann nicht jedes Schwert von Interesse in die Hand nehmen, ausprobieren oder fachkundig auf Juyo-Qualität prüfen. Manche Schwerter präsentieren sich nur über semiprofessionell geschossene Fotos auf irgendwelchen Internet-Shops, bis sie dann daheim aus dem Karton gepult werden. Man kann also auf Grundlage zweier Eindrücke urteilen: Der Sichteindruck (Fotos im Internet) und habhaftige Eindruck (Schwert im Budo-Geschäft um die Ecke, bei einem Bekannten, etc.).


Was kann man also anhand von Fotos beurteilen und überprüfen?

Tsukamaki und Same

Zeichen guter Qualität ist eine dichte, gleichmäßige Wicklung mit gleichmäßigen, kleinen Rauten. Es gibt zwar Maki-Stile mit großen Rauten, aber diese Stile sind viel zu aufwändig für die Massenproduktion. Auch ein eher dickes Ito (hier wird gerne gespart) weist auf gute Qualität hin. Spalten an den Spitzen der Rauten, durch welche die Same oder gar das Holz der Tsuka durchscheint, sind kein Kavaliersdelikt, sondern ein Merkmal schlampiger Wicklung. Die Same sollte unregelmäßig sein, schließlich ist es ein Naturprodukt.


Tsuba, Fuchi und Kashira

Metall darf seidenmatt glänzen, das ist der Reiz von poliertem Metall. Brünierte oder lackierte Teile, die eigentlich matt sein sollten, aber penetrant blitzen und dabei an Klavierlack erinnern, sind typisch für billigste Wegwerf-Qualität. Häufig trifft man auch auf schlecht verkupferte Eisenteile, die im Laufe der Zeit ihre Beschichtung verlieren- auch hier ist übertriebener Glanz ein böses Omen. Gussgrate an Tsuba, Fuchi oder Kashira kommen gerne mal vor und sollten bei einem Schwert aus Massenproduktion oberhalb eines Marktpreises von 350 Euro eigentlich nicht mehr zu finden sein. Das gleiche gilt für schlecht zusammengesetzte Teile (sehr oft ist davon die Kashira betroffen) mit überstehenden Kanten. Für den praktischen Aspekt eines Schwertes können diese Dinge als Schönheitsfehler abgetan werden, sofern das Einzelteil an sich stabil und belastbar ist. Aber das weiss man leider nie, bis sich bei Schnittübungen eines dieser Bauteile verabschiedet (d.h. zerbricht) oder man das Kleingeld hat und den Onkel Schlosserhammer zu Rate zieht.


Saya

Manche Internetshops sind so blöd (oder so ehrlich?), dass sie Bilder vom Koiguchi, also der Öffnung der Schwertscheide veröffentlichen. Die Saya verrät viel über die Aufmerksamkeit, welche dem Material während des Herstellungsprozesses zugedacht wurde. Leimreste, Verfärbungen oder gar Spannungsrisse im Holz sind leider nicht untypisch für Schwerter aus Massenproduktion. Auch hier gilt allerdings- sitzt das Schwert fest, stimmt der Preis und ist die Saya stabil, ist eine schlampig gearbeitete Saya nur ein Schönheitsfehler. Häufig findet man in die Koiguchi eingeklebte "Holzzungen", welche die Klinge in der Saya halten sollen- auch hier ein Schönheitsfehler. Ab 400 Euro für ein Schwert aus Massenproduktion sollte jedoch Schluss sein mit zu großer Schlampigkeit.
Eine gute Saya ist leicht am Koiguchi zu erkennen- helles, sauberes Holz, keine Leimreste und saubere Kanten. Das Sageo sollte kräftig sein und nicht aussehen, als hätte man Reste des Tsukaito um die Saya geschlungen. Einsparungen am Sageo sind typisch für Schwerter unterhalb von 200 Euro.


Klinge

Sofern man nicht weiss, aus welchem Metall die Klinge besteht, wird der Schwertkauf zum Drahtseilakt- selber Schuld, wer ohne genaue Informationen seitens des Anbieters/Herstellers trotzdem kauft. Die Klingen, die uns hier interessieren sollen, sind jedoch gebrauchsfähige Klingen aus Federstahl oder sonstigem Stahl mit entsprechend hohem Kohlenstoffgehalt. Zunächst einmal sollte man einen Blick auf die Geometrie der Klinge werfen- ist alles an seinem Platz, kann man überhaupt von einer Klingengeometrie im japanischen Sinne sprechen? Meist nur unter Vorbehalt, da die Chinesen wohl auch nach Jahrzenten immernoch glauben, die Nakago wäre kein geometrischer Bestandteil der Klinge. Daraus entsteht eine gekrümmte Klinge mit absolut kerzengerader Nakago (und somit meist auch gerader Tsuka)- scheusslich. Sicherlich verliert das Schwert dadurch an Führbarkeit und gibt nicht das gleiche "Feedback" beim Schnitt wie eine vernünftig konstruierte Klinge, aber wir bewegen uns auch mit versauten Geometrien immernoch im Rahmen gebrauchsfähiger China-Schwerter.

Die Politur der Klinge verrät vieles über den Wert, da hier viel Zeit und Fachwissen aufgebracht werden muss. Im Bereich von 200-300 Euro ist es jedoch üblich, dass die Klinge deutliche Schleifriefen aufweist und nur seidenmatt glänzt. In diesem Preisgebiet völlig in Ordnung. Ab 350 Euro aufwärts sollte jedoch eine Politur erkennbar sein.


Was kann man anhand des Schwertes in den eigenen Händen beurteilen und überprüfen?

Grundlegend gilt auch hier zunächst der "Sichtbefund", wie oben beschrieben. Hat man so ein Schwert vor dem Kauf in der Hand, sollte man es genauestens betrachten. Anschließend sollte man die Sitzfestigkeit aller Teile überprüfen- sitzt das Tsukaito fest oder lässt es sich verschieben? Sitzen Tsuba, Fuchi und Kashira fest? Gerade bei der Kashira fällt häufig auf, dass diese im Grunde nur durch das Tsukaito am Griff gehalten wird.
Nützlich ist es auch, dem Schwert einen Stoß zu versetzen, z.B. von unten auf die Kashira. Sitzt die Klinge fest im Griff, spürt man eine dumpfen Stoß durch das gesamte Schwert. Fühlt man jedoch eher eine schwingende Vibration, hört gar ein Sirren oder Klirren, dann ist auch hier etwas faul. Desweiteren kann man den Sitz des Schwertes in der Saya kontrollieren. Ein Schwert, welches von alleine aus der Saya fällt, sobald man sie neigt, ist kein gutes Zeichen.

Fazit bis hier hin: Bei Schwertern zwischen 200 und 300 Euro muss man Abstriche machen, sollte aber eine stabile und gebrauchsfähige Waffe erwarten dürfen. Fuchi, Kashira und Tsuba können ihre Macken bzgl. Lackierung/Brünierung haben, dürfen aber nicht glänzen. Überstehende Kanten muss man ebenfalls in Kauf nehmen, so auch Schleifriefen auf der Klinge. In diesem Preisgebiet sollte das Schwert einigermaßen fest in der Saya sitzen, die Tsukamaki sollte ausreichend fest und gleichmäßig sein. Im Gesamteindruck und in der Handhabung sollte das Schwert stabil, belastbar und "vertrauenswürdig" erscheinen. Oberhalb von 350 Euro sollten Schönheitsfehler jedoch deutlich nachlassen und ab 500 Euro sind sie ein No-Go.

Die Erfahrung zeigt, dass ein für Schnittübungen brauchbares Schwert in Katana-Länge unterhalb von 200 Euro nicht zu haben ist. Man darf sich hier keine Illusionen hingeben- 200 Euro ist die magische Grenze.



Der Händler- oder, die Spreu und vom Weizen trennen

Was man heute als kaufwilliger Kunde in verschiedenen Online-Shops geboten bekommt, ist bisweilen ein sehr kurzweiliges Vergnügen, solange man weiss, wo man nicht kaufen sollte. Ich verzichte an dieser Stelle darauf, verschiedene Shops, bei denen ich nie im Leben kaufen würde, namentlich zu nennen. In Zeiten von Scientology und Homöopathie wissen wir doch alle nur zu gut, wie klagefreudig die Menschen sein können, die sich bei ihren Machenschaften ertappt fühlen. Nichtsdestotrotz weiss ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll, wenn ich über den Betreiber des Shops lese, dass er Mitglied des NBTHK oder für Was-weiss-ich-was zertifiziert sei, gleichzeitig aber nur Schund anbietet. Den Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung erkenne ich aber dann, wenn dieser besagte Schund als "für Schnittübungen geeignet" deklariert wird. Hier hört der Spaß auf!

Amüsant sind auch die zusammengeklauten, aber vom Autor nicht ansatzweise verstandenen Versuche, dem Laien durch kleine Randartikel Wissen über das Schwert zu vermitteln, was gleichzeitig Fachkompetenz suggerieren soll. Wenn allerdings die Bestandteile der Koshirae unter der Bezeichnung "japanische Bezeichnungen der Samurai-Teile" erklärt werden und dann ein geklautes Schaubild folgt, bin ich wieder dem Verfassen einer standesgemäßen "Hate-Mail" nahe.

Aber schweifen wir nicht länger ab- woran erkennt man also einen guten Online-Shop?


Das Angebot

Viele Händler bezeichnen sich als "Budo-Ausstatter", haben dann aber seltsame Fantasy-Schwerter, Outdoor-Artikel, Luftdruckwaffen und den einen oder anderen FlaK-Scheinwerfer aus Wehrmachtsbeständen im Angebot. Im Grunde tun sie aber nur eines- verkaufen. Ein vertrauenswürdiger Internethandel, der sich zurecht "Budo-Austatter" nennt, führt auch nur das, was für uns Budoka interessant ist. Das bedeutet auch, dass der Händler an sich einen gewissen Qualitätsanspruch stellt und prinzipiell nur gebrauchsfähige Schwerter verkauft- und die fangen eben bei 200 Euro an.


Der Preis

Vergleichen, vergleichen, vergleichen. China-Katana sind gängige Massenware und man kann, dank Google, in wenigen Minuten mindestens fünf Shops ausfindig machen, welche das gesuchte Schwert im Angebot führen. Während der eine die berechtigten 250 Euro verlangt, muss man bei dem anderen schon mal 350 Euro hinlegen- welcher Anbieter mag wohl professioneller und vertrauenswürdiger sein?


Die Artikelbeschreibung

Hier liest man bisweilen den gröbsten Unfug. Nehmen wir mal stichprobenartig fünf Artikelbeschreibungen entnommen von Internet-Shops, bei denen ich nicht kaufen würde. Nun streichen wir das übliche realitätsferne Gewäsch von den "55 HRC Rockwell-Klingen", den angeblich "scharfen und gleichzeitig flexiblen Klingen", den Same-Fetzen in tollster "Premium Qualität" und dem ganzen Blabla von "traditionellen Herstellungsmethoden" und was bleibt dann?

Genau, ein Foto und "Klingenlänge: 73cm" (natürlich völlig "professionell" von der Tsuba aus gemessen...). Was hier wie Ohnsorg-Theater wirkt, ist leider Realität. 75% der Online-Shop Betreiber haben keinen blassen Schimmer, was sie da überhaupt verkaufen. Von Interesse sind nur die Angaben bzgl. der Klinge- und Grifflänge, das Material der Fuchi, Kashira, Habaki und Tsuba, Angaben über Sori oder das Vorhandensein einer Bohi und das Gewicht des Schwertes. Auch das Material des Tsukaito ist von Interesse, wobei Baumwolle hier die gängige Antwort ist. Diese Angaben sollte der Händler machen, aber selbst gute Informationen machen aus einem schlechten Schwert kein gutes.

Grund zum sofortigen Verlassen des Internet-Shops sind völlig irreführende Bezeichnungen wie "original japanisch" oder "von Meister XY hergestellt". Offenbar sind manche Anbieter so dreist oder einfach so "toll wie die Märzhasen" (wie unser Kaiser einst so schön sagte), dass sie auf diese Weise versuchen, Laien für ihre 150 Euro Schwerter zu begeistern. Auf die gleiche Weise angeln sich chinesische Ebay-Anbieter ihre Kunden, wenn sie gefälschten Gunto verkaufen.


Die Bilder

Auf vielen Shops hat es sich durchgesetzt, entweder die Photoshop-gestützen Bilder des Herstellers zu verwenden, welche in ihrer Nichtaussagekräftigkeit ungefähr den gängigen Artikelbeschreibungen gleichkommen. Sind die Bilder des Herstellers jedoch gut, d.h. bei gutem Licht aufgenommen und scharf und auch auf Details ausgerichtet (Detailbilder der Tsuka, Klinge, etc.), ist es völlig in Ordnung, wenn der Shop diese übernimmt. Von Professionalität zeugen jedoch nur selbst gemachte Fotos von hoher Qualität und Auflösung. Schlechte Fotos sind für mich ein eindeutiger Nicht-Kaufgrund.


Der allgemeine Eindruck

Wir Budoka sind bescheidene Menschen, unsere Kampfkünste sind strukturiert und befassen sich mit dem Wesentlichen. Ein guter Shop-Betreiber weiss das und verzichtet daher auf jeden unnötigen "Glamour", auf großes Tamtam (was ich da schon erlebt habe... Flash-Intros mit pseudojapanischer Musik, aufblitzenden Schwerthieben und dergleichen) und auf Belanglosigkeiten. Ein guter Shop ist übersichtlich, direkt, bietet eine fachkompetente FAQ und will nicht nur verkaufen, sondern zunächst informieren. Wenn man einen Shop als Laie betrat und als "Kenner der Grundlagen" wieder verlässt, hat man einen guten Shop gefunden.
Ein weiterer Pluspunkt ist, wenn der Hersteller ganz offen und transparent mit seinen Herstellungsmethoden umgeht. Fotostrecken mit Beschreibung der Arbeitsschritte, aussagekräftige Videos und dergleichen sind Merkmale guter Shops, bzw. guter Hersteller.

Bearbeitet von Hugin, 01 August 2011 - 17:30 Uhr.

Neueste Studien beweisen: "Das Verhalten menschlicher Weibchen folgt keiner inneren Logik"

#11 KAJIHEI

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Geschrieben 01 August 2011 - 17:33 Uhr

Den letzten Absatz unterschreib ich blind, denn das ist wirklich nicht die Regel. Es gibt Läden die auch antike klingen anbieten. kommt man da reingeschneit , wird etwas vom grünen Klee erzählt.
Einmal hab ich etwas gesagt, Ergebnis ? Die Kunden dürfen nicht alles wissen... :blink:
Lang lebe die Eineindeutigkeit der Zweideutigkeit !

#12 KuramaTengu

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Geschrieben 01 August 2011 - 18:01 Uhr

Zeichen guter Qualität ist eine dichte, gleichmäßige Wicklung mit gleichmäßigen, kleinen Rauten. Es gibt zwar Maki-Stile mit großen Rauten, aber diese Stile sind viel zu aufwändig für die Massenproduktion. Auch ein eher dickes Ito (hier wird gerne gespart) weist auf gute Qualität hin. Spalten an den Spitzen der Rauten, durch welche die Same oder gar das Holz der Tsuka durchscheint, sind kein Kavaliersdelikt, sondern ein Merkmal schlampiger Wicklung. Die Same sollte unregelmäßig sein, schließlich ist es ein Naturprodukt.


kann ich so nicht unterschreiben. soollten bei der herstellung der maki hishigami verwendet werden dann wird die form der raute maßgeblie von der materialbreite der tsukaito und leztendlich sehr stark von der form der hishigami beinflusst. das hat nicht damit zu tun das diese steiel ( von welchen redest du) aufwendiger herzustellen sind .

was same angeht. gerade das gegenteil ist der faall. je größer udn gleichmäßiger die perlung ist je hochwertiger ist die same

Bearbeitet von KuramaTengu, 01 August 2011 - 18:02 Uhr.


#13 Hugin

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Geschrieben 01 August 2011 - 18:07 Uhr

Korrektur:
"...da ihre Transportkosten billiger höher wären als der wirtschaftliche Gewinn. So etwas ist professionell, und nicht etwa der Verkauf von Kleinteilen in niederster Qualität für irrwitzige 500 Euro."

"Auf vielen Shops hat es sich durchgesetzt, entweder die Photoshop-gestützen Bilder des Herstellers zu verwenden, welche in ihrer Nichtaussagekräftigkeit ungefähr den gängigen Artikelbeschreibungen gleichkommen oder Tante Ursula mit ihrer neuen Jay-Tech Kamera die Fotos schiessen zu lassen. Was dabei heraus kommt, ist wie bereits gesagt, eher schlecht als recht."
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#14 Hugin

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Geschrieben 01 August 2011 - 18:14 Uhr

@Tengu
Mal davon abgesehen, dass ich nur die Hälfte von dem verstanden habe, was du mir zu sagen versuchst, sollte bedacht werden, dass die Werkarbeiter in China bei der Herstellung der Tsukamaki sicherlich keine Hishigami verwenden. Ich stelle hier keine Aussagen über die Tsukamaki traditionell arbeitender japanischer Handwerker, sondern über die Wicklungen chinesischer Massenware. Da gelten nunmal völlig andere Maßstäbe!
Das gleiche gilt für die Same. Selbstverständlich sind die großperligen Sameteile das feinste vom Feinen, aber bei chinesischen Billigschwertern gilt: Ungleichmäßigeiten und leichte Verfärbungen zeigen, dass hier wenigstens ein Naturprodukt und kein Plastik verwendet wurde.

Bearbeitet von Hugin, 01 August 2011 - 18:15 Uhr.

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#15 KuramaTengu

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Geschrieben 01 August 2011 - 18:23 Uhr

sorry

ich wollte sagen das die größe der rauten durch die breite der ito und die form der hishigami bestimmt wird. und das große rauten nicht mit der aufwendigkeit zu tuen haben. auch in deiner neuen aussage muss ich dir weidersprechen . die firma nine circles macht tsuka auf dem level japanischer mittelklasseiaito . da ist jede raute wie die andere und gewickelt wird mit richtigen hishigami .

bei den paul chen schwertern neueren datums wird bei den wertigereren modellen auch hishigami benuzt und die maki sind um einiges besser als vor einigen jahren. selbiges gielt für die firma citadel . es giebt also mitlerweile chinaschmieden mit recht hochwertigen koshirae die zar nicht auf nihonto level mitspielen aber allemal die quaität haben eines guten japanischen iaito

Bearbeitet von KuramaTengu, 01 August 2011 - 18:32 Uhr.


#16 KuramaTengu

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Geschrieben 01 August 2011 - 18:40 Uhr

kleiner nachtrag

paul chen verwendet bei manchen seiner hochwertigeren schwerter mitlerweile auch sehr weise großperlige same die sogar dicke endperlen haben also eher eine recht teure qualität.

#17 Hugin

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Geschrieben 01 August 2011 - 19:02 Uhr

Uff.. nagut, säumen wird das Pferd von hinten auf.

"ich wollte sagend as die größe der rauten durch die breite der ito und die form der hishigami bestimmt wird. und das große rauten nicht mit der aufwendigkeit zu tuen hat"
Aaalso, typisch für China-Schwerter billigster Machart (die ich niemals für Tameshigiri nutzen würde) sind große, unregelmäßige Rauten. Diese entstehen durch das meist dünne und schmale Ito, durch das Fehlen von Hishigami und vor allem durch Schlampigkeit beim Wickeln. Bei höherwertigen Maki trifft deine Aussage völlig zu- aber bei billigsten Schwertern können Hishigami und breite Ito gar nicht für große Rauten sorgen, weil sie gar nicht verwendet werden. Wie können Hishigami gezielt die Rautengröße bestimmen, wenn gar keine Hishigami verwendet wurden...? Darauf will ich hinaus! Die großen Rauten bei den Billigschwertern entstehen nicht, weil da jemand mittels Hishigami und hochwertigem Ito besonders große Rauten gezaubert hat, sondern weil da einfach schlampig gearbeitet wurde. Der Vollständigkeit halber sollte gesagt, dass auch sehr kleine Rauten ein Indiz dafür sein können (bei billigen Schwertern).

Nicht vergessen, es geht eher um Schwertern der 200-Euro Grenze, du redest von Schwertern im Bereich von 400 Euro aufwärts.

Nun habe ich im Text das ganze relativiert um zu verhindern, dass jemand denkt "Große Rauten = schlechte Wicklung", was ja nun nicht der Fall ist. Verschiedene Stile der Maki und die von dir besagten Faktoren bestimmen ab dem mittleren Preissegmet gezielt die Rautengröße. Meine Aussagen sind in diesem Fall laiengerecht formuliert um eine Orientierungshilfe zu geben, sodass er damit ein Urteil fällen kann. Verstehst du, worum es mir geht...?

Ich versuche mit diesem Text klar zu stellen, wie man ein die schmale Grenze zwischen den "beinahe Schnitttauglichen" und den "schnitttauglichen" Schwertern zieht und wie man erkennt, ob man 250 Euro für Schund oder für einen entspechenden Sachwert ausgegeben hat.


Das mit den neuen Maki von Paul Chen usw. interessiert mich. Gibt es Bilder dazu? Ich finde nur die altbekannten Hammerstiele...

Bearbeitet von Hugin, 01 August 2011 - 19:13 Uhr.

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Geschrieben 01 August 2011 - 23:17 Uhr

ich rede iegendlich von serienschwertern der etwas gehobenen klasse da ich mir eh kaum noch serienklingen ansehe oder billige 150 euro schwerter bearbeite weil mir dafür das material und meine zeit zu schade ist.

die nine circles schwerter zb bewegen sich bei shinken in der 700 euro riege. poliert werden die dinger mit japanischen steinen bis hadori und sind für serienklingen sehr sehr sehr gut . die koshirae entsprechen dem standart von guten iaito aus japan. saya sowie beschläge entsprechen japanischen standarts für iaito um die 3 bis 400 euro. die tsuka enstpricht von der form und verarbeitung ebenfalls wie die maki diesem standart . der herstelelr ist da aber eher die ausnahme und nicht die regel

an den schwertern von citadel giebt es ebenfalls nicht auszusetzen sind aber auch teurer . was chen angeht haben diese vor einiger zeit die produktpalette umgestellt . die saya sind etwas wertiger als früher die tsuka haben nurnoch standartlängen und sind der klingenkrümmung angepasst . ab dem practical plus haben alle maki hishigami und sind um einiges besser gewickelt als früher. auch die same ist von deutlich besserer qualität. für bilder musste gerade mal auf die seite von hanwei gehen .

ich denke wir meinen das selbe und reden aneinander vorbei . für mich sind diese 200 euro schwerter eben nur dekomüll .

#19 Hugin

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Geschrieben 02 August 2011 - 00:27 Uhr

Ja, ein bisschen aneinander vorbei ;)
Den Anstoß für diese ganze Geschichte geben halt die häufigen Fragen von unerfahrenen Leuten, die hier ins Forum kommen, drei Links von irgendwelchen "Feng Lin" Katanas (oder weiss der Geier) angeben und dann fragen, welches Schwert dafür für Schnittübungen geeignet ist.
Die Einstiegsklasse der gebrauchsfähigen Schwerter sind zweifelsohne das Practical Katana von Hanwei, bzw. die Schwerter von Cheness Inc. Diese Schwerter nimmt mein Text als untere Grenze an und versucht, bei der Unterscheidung zu helfen.

Zu den neueren Modellen von Hanwei/CAS Iberia muss ich allerdings sagen, dass sie zwar deutlich bessere Koshirae-Teile verwenden, die Wicklungen jedoch immernoch eher unteres Drittel sind und die Klingengeometrien immernoch ziemlich versaut sind. Jedenfalls kann ich bei Reviews und Bildern des "Bamboo Mat Katana" (als Beispiel) beim besten Willen nicht die Auswirkungen von Hishigami bei der Wicklung beobachten- und das gute Stück kostet immerhin 560 Euro umgerechnet.
Nine Circles macht ein gutes Bild bei den Wicklungen, das stimmt.
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#20 Tetsuya

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Geschrieben 22 März 2012 - 20:57 Uhr

ich habe eine frage :) was haltet ihr von diesem iaito? ich bin noch nicht so geschult was dieses thema betrifft, aber meiner meinung nach wirkt es schön und sauber gearbeitet. was sagt ihr dazu? denkt ihr es ist robust genug um damit auch richtig zu trainieren? also an weich holz bzw auch mal iaito gegen iaito wenns um parierübungen geht usw? klinge gegen klinge natürlich nicht mit voller wucht ^^

http://martial-arts-...ito_Katana(CDK3).html

Bearbeitet von Tetsuya, 22 März 2012 - 20:57 Uhr.