Schwertkampf - aber welcher ?
#81
Geschrieben 24 November 2011 - 14:12 Uhr
Kenjutsu ni sasageta isshô!
korosu - kowasu
www.dento-budo.net - Forum für traditionelle Kampfkünste
Ein Leben für die Schwertkunst - http://lifeforasword.wordpress.com/
"Es spielt keine Rolle, ob man im Karate gut oder schlecht ist. Das einzige was zählt ist, daß man dabei bleibt, jeden Tag. Erst dann nach den täglichen Trainingsstunden schmeckt das Bier richtig." - Sugimori Sensei, Okayama-shi
#82 GastKagami_*
Geschrieben 24 November 2011 - 14:42 Uhr
Trismegistos sagte:
Insbesondere ein Soke sucht ja schließlich einen Nachfolger und nicht 100. Recherchier das doch bitte selbst.
solch ein Uchi-Deshi ist und nicht etwa unsere Aufgabe, erstmal selbst nachzuforschen (wo überhaupt, das Internet ist ja nicht immer sehr verlässlich?).
Deine Antwort würde zudem nicht nur Cron, sondern auch mich brennend interessieren, weil sie unser Weltbild komplett umstoßen könnte.
Auch spreche ich selbst z.B. kein Japanisch und muss mich deshalb ab und an einfach auf die Profis verlassen, die das tun.
Gruß, Kagami
#83
Geschrieben 24 November 2011 - 14:51 Uhr
Trismegistos sagte am 24 November 2011 - 13:42 Uhr:
Ob und wie stark die Kata in einem Verein geübt wird hängt vom Lehrer ab. Manche machen fast gar nichts, nur zu Prüfungen, bei anderen ist die Kata wöchentlicher Teil des Trainings. Das Niveau schwankt daher recht stark. (soweit meine eigenen Beobachtungen)
Sind Graduierung abhängig von Wettkampferfolgen?
gruß
Oli
一刀即ち万刀
#84
Geschrieben 24 November 2011 - 15:22 Uhr
Zitat
Zitat
Bearbeitet von Terao, 24 November 2011 - 15:24 Uhr.
#85
Geschrieben 24 November 2011 - 15:36 Uhr
Terao sagte am 24 November 2011 - 11:14 Uhr:
OliKa sagte am 24 November 2011 - 13:19 Uhr:
Zitat
Zitat
Bearbeitet von heavenlybody, 24 November 2011 - 15:41 Uhr.
#87
Geschrieben 24 November 2011 - 17:38 Uhr
Es gibt den Begriff sowohl im Judo (für Selbstfallwürfe, sutemi waza), als auch als ein ganz elementares Konzept im Kendo.
Mir hat`s ein Lehrer mal so erklärt: In einem Schwertduell muss man ebenso wie im Kendo, um einen entscheidenden Schnitt zu setzen und damit den Kampf so rasch wie möglich zu beenden, sich unweigerlich in die Reichweite des gegnerischen Schwertes begeben, und dort dann auch noch den Schutz, den chudan no kamae durch die auf den Gegner gerichtete Spitze und durch die Kontrolle des gegnerischen Schwertes gewährt, aufgeben. Daraus ergibt sich zweierlei: Man greift nur an, wenn eine Gelegenheit da ist ("Gewinne, dann schlage!"), dann aber auch mit allem, was man hat, und ohne Zurückhaltung und den eigenen Angriff nur verzögernde Vorsicht. Ersteres ist kikai, letzteres sutemi.
Bearbeitet von Terao, 24 November 2011 - 17:51 Uhr.
#88
Geschrieben 24 November 2011 - 18:00 Uhr
Tipp hier vom Handy, aber das geht so nicht mit längeren Texten. Ich verfolge die Diskussion aber über die App...
Schönes Wochenende euch!
http://www.youtube.c...TheTrismegistos
#89
Geschrieben 24 November 2011 - 18:17 Uhr
Im Extremfall geht es soweit das der beste Uchi-deshi addoptiert und zum nächsten Meister der Linie gemacht wird. ( Weil der eigene Sohnemann zum Beispiel lieber Ballerino werden möchte...)
Das System gibt es heute noch.
Vielleicht hlft euch diese Info.
Bearbeitet von KAJIHEI, 24 November 2011 - 18:19 Uhr.
#90
Geschrieben 24 November 2011 - 18:27 Uhr
So, und wenn das beide probieren, wirds langsam spannend. Da fängt dann Kendo an.
#91
Geschrieben 24 November 2011 - 22:16 Uhr
Terao sagte am 24 November 2011 - 18:27 Uhr:
gruß
Oli
一刀即ち万刀
#92
Geschrieben 24 November 2011 - 23:02 Uhr
Wenn du nicht groß suchen willst, ich hab da gute Kämpfe in den Favoriten meines YT-Channels, siehe unten...
(sry für Eigenwerbung, aber vom Handy aus ist das verlinken grad zu schwierig)
http://www.youtube.c...TheTrismegistos
#93 GastKagami_*
Geschrieben 25 November 2011 - 02:00 Uhr
KAJIHEI sagte:
erscheinen in die Familie des Lehrers sozusagen integriert werden. Sie leben dann ganz normal im Haushalt mit. Das Gleiche gilt für Toko.
KAJIHEI sagte:
( Weil der eigene Sohnemann zum Beispiel lieber Ballerino werden möchte...)
Das System gibt es heute noch.
KAJIHEI sagte:
Ich weiß nicht, ob ich Cron richtig verstand aber zumindest ich selbst wollte bewusst von Trismegistos eine Erklärung des Begriffs Uchi-deshi.
#94
Geschrieben 25 November 2011 - 06:06 Uhr
Trismegistos sagte am 24 November 2011 - 23:02 Uhr:
Wenn du nicht groß suchen willst, ich hab da gute Kämpfe in den Favoriten meines YT-Channels, siehe unten...
(sry für Eigenwerbung, aber vom Handy aus ist das verlinken grad zu schwierig)
gruß
Oli
一刀即ち万刀
#96
Geschrieben 25 November 2011 - 11:29 Uhr
Schüler der inneren Linie wären dann "uchi-deshi", die der äußeren Linie "soto-deshi".
Es gibt so eine Theorie z.B. vom Shotokan-Karate.
Schüler, die nicht im Hause des Meisters oder im Dojo leben aber trotzdem täglich ins Dojo kommen, heißen daggen nicht soto-deshi, sondern Kayo-no-deshi.
#97
Geschrieben 25 November 2011 - 11:47 Uhr
#98
Geschrieben 25 November 2011 - 14:29 Uhr
Im Prinzip ist also nur wichtig, ob ich Kaiden erhalten kann, oder nicht.
Was das "sutemi" angeht, so könnte man es - wortwörtlich - mit "Wegwerfkörper" übersetzen. Das Wort setzt sich zusammen aus dem Stamm des Verbs "suteru" 捨てる ("(weg)werfen", aber auch "zurücklassen" und dergleichen) und dem Substantiv "mi" 身 ("Körper", "Charakter", "Fleisch", "Person", "Stand" usw.). Hieraus kann sich dann jeder die geeigneten Implikationen zusammenbasteln.
.
"Allein sind die Menschen noch annehmbar, doch wenn sie Cliquen bilden, fangen sie an, zu verblöden. Sie verfallen dem Gruppenwahn. Sie sind so sehr darauf aus, in Gruppen zu verblöden, dass sie dafür extra Vereine gründen und Mitgliedsbeiträge bezahlen. [...]" (Sawaki Kôdô)
#100
Geschrieben 26 November 2011 - 14:12 Uhr
Ich bin auch dafür das wir das Bujinkan aus diesem Thread lassen. Es ist sehr kontrovers und emotional und würde vom eigentlichen Thema ablenken. Auch sind wir wohl nicht die Experten die sich darüber auslassen sollten, überlassen wir es also besser anderen.
Deshi ist wie es mir erklärt wurde das Gegenstück zu Shisho, so wie Seito zum Sensei, nur die Beziehung ist deutlich traditioneller.
Uchi-Deshi ist meines der Deshi der im Haus des Lehrers wohnt. Uchi-Deshi gibt es für Kendo, Aikido, Shodo oder unter Umständen auch unter Klavierschülern oder bei Nudel-Köchen.
Meines Erachtens gibt es da keine Limitierung.
Zitat
Letzten Endes sind alle Schwertkünste nur Ansätze und wenn man alles vollständig begreifen will, hat man keine Wahl als sich mit allen Aspekten außeinander zu setzen. In sofern stimme ich persönlich schon überein das Kendo kein realistischer "Schwertkampf" (je nach Definition) ist, so wie letzten endes auch keine andere Schwertkunst tatsächlich voll realistisch ist (Gott sei dank muß man ja sagen). Wenn man sich möglichst nahe mit realistischen Schwertkampf befassen will bleibt einem nicht viel anderes über alles Alles zu machen. Mir persönlich reicht aber Kendo.
Zitat
Oji Waza: Abwehr- und Kontertechniken (go no sen)
Ich bevorzuge die Erklärung von John Howell:
* Oji-waza sind Kontertechniken, was allerdings durchaus etwas mit Go no Sen zu tun hat. Reine Verteidigung findet bei Kendo keine Anwendung.
* Shikake-waza zerstören die Kamae des Gegners um den eigenen Angriff vorzubereiten (Harai, Osae, Taiatari, Hiki). Neben der Kamae muß natürlich auch in gewisser Weise der Kampfgeist des Gegners gebrochen werden, oder die Technik wird höchstwahrscheinlich fehlschlagen.
Leider trifft die letztere Definition nicht so schön auf Debana-waza zu, auch wenn diese offiziell von der ZNKR unter die Shikake-waza gezählt wird. Dort kommt dann tatsächlich eher Sensen no Sen zur Anwendung, aber es ist die unter den Shikake-waza eher die Ausnahme.
Wettkampferfolge sind im Kendo unerheblich. Man muß auch überhaupt keine Wettkämpfe machen. Sparring ist natürlich mandatorisch.
捨身 Sutemi ist wörtlich übersetzt, das wegschmeißen des Körpers. Im Judo sind Sutemi-nage die Selbstopferungswürfe bei denen man sich selbst zu boden wirftund den Gegner mitzieht. Im Kendo ist damit gemeint ohne "Rücksicht auf Verluste" in den Gegner zu "schmeißen" und diesen mit diesem mit "dieser Wucht" zu überwältigen. Wenn man sich davor fürchtet verletzt zu werden hat man bereits verlohren.
Das mag etwas dämlich anmuten, aber dieses Konzept der Aufopferung zieht sich aber durch die komplette japanische Kriegerkultur von den ersten Samurai zu dem Kamikazepiloten im Dienst des Kaisers, und natürlich durch alle japanischen Kampfkünste.
Dies erklärt vielleicht auch das Durchlaufen, die limitierten Trefferflächen und die Tatsache, daß viele Treffer nicht gewertet werden. Im Kendo wird außschließlich für den perfekten Treffer geübt. Wäre etwas zu vergleichen wenn beim Boxen nur One-Punch-K.O. gelten würden. Beim Boxen ist das natürlich etwas komisch, aber mit blanken Schwertern eher natürlich.
In der Kendophilosophie braucht man keine anderen Trefferzonen wenn man Men, Kote und Do optimal beherrscht und man braucht auch keine kleinen zermürbenden Wirkung, wenn man den Gegner mit einem Schlag besiegen kann. Man braucht nicht verteidigen wenn der eigene Angriff beim ersten Mal von Erfolg gekrönt ist. Alleine dafür wird trainiert. Alle Treffer die weniger als Fatal wären sollten erst gar nicht versucht werden, werden folglich nicht gewertet. Man fokussiert alles was man hat und läßt es auf einen Schlag (一発) raus, eine Philosophie die sich auch auf andere Lebenslagen übertragen läßt.
Ob das nun so in einer realen Situationen immer so die beste Strategie ist sei mal dahin gestellt. Fakt ist das man besser wird wenn man es übt, eine Entwicklung über Jahre und Jahrzehnte. Das ist vielleicht etwas was man nur selbst Erfahren kann.
Es ist natürlich auch fraglich ob nobler und fairer Kampf immer der Effektivste ist. Miymoto Musashi hatte das ja recht gut erkannt, aber Kendo hat den vorallem auch den Zweck verfolgt, die Betreibenden zu besseren Menschen zu machen. Gewinnen ist da natürlich erstmal nicht so im Vordergrund. Folglich wäre es fast einleuchtender, wenn es bei Koryu eher ums Gewinnen/Überleben ginge als beim Kendo, aber darüber habe ich noch nie nachgedacht.
Vieles was ich oben beschrieben habe ist mir selbst erst nach einigen Jahren bewußt geworden. Am Anfang von Kendo macht vieles noch nicht so Sinn, aber es kommt. Es ist sehr wahrscheinlich das ich mich in den nächsten Jahren die ich mich mit Schwertkampfe auseinander setze weitere Einblicke gewinne und was oben geschrieben steht revidieren würde. Ich will ja nicht behaupten das ich alles verstehe, aber das wäre wohl auch langweilig.
Zusammenfassend kann ich nur schreiben: Kendo ist zum Teil Sport, Schwerkampf, Kampfkunst, Budo, Philosophie, Freizeitbeschäftigung, Lebensweg, Freundschaft und vielleicht sogar Breitensport, aber man darf es nicht nur auf einem Aspekt reduzieren wollen. Andere Künste sind deswegen natürlich nicht unbedingt besser oder schlechter und können sich mit Kendo durchaus in vielerlei Hinsicht überschneiden.
Etwas länger geworden. Ich hoffe es läßt sich dennoch lesen.



