Hallo,
glaubt ihr, dass man auch ohne "professionelle" Betreuung durch einen Sifu etc. am "eigenen" Jeet Kune Do weiterarbeiten kann? Hintergrund ist wie folgt: Ich habe ca. ein Jahr während meines Auslandsstudiums in einer Schule Jeet Kune Do betrieben, vorher habe ich ein Jahr normales Boxen gemacht und habe nachdem ich aus dem Ausland zurückkam ca 9 Monate lang MMA, (Shotokan)Karate und FMA (beides im Unisport) trainiert. Nun ist es so, dass ich seit 3 Monaten aus Kosten- und Zeitgründen (Diplomarbeit) weder im Unisport noch im Verein tätig war, allerdings habe ich ein paar Kampfsportbegeisterte gefunden denen es ähnlich wie mir geht mit denen ich 1-2 mal die Woche frei trainiere. Die Jungs kommen alle aus verschiedenen Hintergründen (Kick bzw. Thai Boxen und Krav Maga) und haben in ihren jeweiligen Disziplinen ähnlich lange Erfahrung wie ich in meinen. Wir holen uns sehr viel Inspiration aus Videos (z.B. hier). Lange Rede kurzer Sinn, hier sind meine Fragen:
1. Ist "Selbstudium" durch Videos und Bücher, ohne Betreuung überhaupt möglich um Techniken sauber zu erlernen?
2. Habt ihr vielleicht Erfahrung im selbst organisierten Kampfsport-Training und könnt mir ein paar Tipps geben?
Danke im Voraus,
Franklin My Man
JKD betreiben auch ohne Schule?
Erstellt von FranklinMyMan, Jun 22 2009 00:25 Uhr
7 Antworten in diesem Thema
#1
Geschrieben 22 Juni 2009 - 00:25 Uhr
When you're talking about fighting, as it is, with no rules, well then, baby you'd better train every part of your body!
Bruce Lee: The Lost Interview (1971)
"Der Sohn. Richtig?" - "Ja, aber diesmal wird der Spieß umgedreht, du Maulheld!"
"Mein Name ist Jason Stillwell. Ich übe auch die Kunst der Verteidigung aus, genau wie du. Du bist mein großes Vorbild. Das hier sind deine Lieblingsblumen - ich mag sie auch. Bitte gib mir den Mut und die Kraft, dass ich so werden kann wie du. Ich danke dir Sensei."
Jason im Gespräch mit Bruce Lee
Karate Tiger
Bruce Lee: The Lost Interview (1971)
"Der Sohn. Richtig?" - "Ja, aber diesmal wird der Spieß umgedreht, du Maulheld!"
"Mein Name ist Jason Stillwell. Ich übe auch die Kunst der Verteidigung aus, genau wie du. Du bist mein großes Vorbild. Das hier sind deine Lieblingsblumen - ich mag sie auch. Bitte gib mir den Mut und die Kraft, dass ich so werden kann wie du. Ich danke dir Sensei."
Jason im Gespräch mit Bruce Lee
Karate Tiger
#2
Geschrieben 22 Juni 2009 - 01:39 Uhr
Hi FranklinMyMan,
Da frage ich mich, warum? Es dürfte doch auch in Deiner Umgebung genug KK-Vereine/Schulen geben. Bei freiem Training mit mehreren Leuten ist auch meist die Frage, wo? Nicht jeder hat eine Sporthalle ... Macht ihr das, weil es unbedingt JKD sein soll, und das relativ selten ist?
Die meisten sagen wohl nein. Ich sehe das aber anders: Ich finde es ok, allein zu trainieren, wenn man dafür in Kauf nimmt, daß einige Techniken dann halt etwas unsauber eingeschliffen werden.
Allerdings würde ich nichts machen, was bei falschem Training gesundheitlich gefährlich werden könnte (Knie!). Es sei denn, ich hätte schon von früherem Training bei einem Lehrer genug eigene Erfahrung damit. Wenn ich also z.B. einige Jahre die Reiterstellung oder andere tiefe Stellungen bei einem Lehrer trainiert hätte, der mich darin genügend korrigiert hätte, würde ich mir zutrauen, das die nächsten Jahre auch allein zu üben. Aber eben nur dann.
Na ja, bzgl. Schlagtechniken haben sich z.B. die Übungsformen "Kata", "Kihon", "Kumite" aus dem Karate bewährt. Das könnte man machen. Sandsack, Sparring, Seilspringen, Pratzentraining aus dem Boxen - das kennst Du besser als ich. Vielleicht sollte man sich überlegen und miteinander abstimmen, was man genau machen will und das dann durchziehen.
Wer weiß, vielleicht entwickelt ihr ja eine eigene KK, die euch besonders gefällt, und macht dann selbst einen (städtisch geförderten) Verein mit eigenen Übungsräumen auf. Kann man alles machen.
------------------------------
(Nur so zur Erklärung, wer Dir hier schreibt: Ich mache nur einmal täglich die Yang-Stil-Tai Chi-Form, die ich mir ohne Lehrer von DVDs beigebracht habe. Ich mache gerade diese Form, weil sie gesundheitlich auch bei Fehlern relativ ungefährlich ist (man steht nicht sehr tief, keine Drehtritte, überhaupt keine hohen Tritte usw.) (es gibt aber auch da ein paar wenige riskantere Bewegungen). Wahrscheinlich ist das nicht sauber, was ich da mache, aber Leute im Park sagen, es sehe zumindest so ähnlich aus
. Was ich gern hätte, wäre so ein Ballettraum mit Parkettboden und einer Spiegelwand; dann könnte ich meine Bewegungen besser überprüfen ...)
Viele Grüße
ZITAT
Nun ist es so, dass ich seit 3 Monaten aus Kosten- und Zeitgründen (Diplomarbeit) weder im Unisport noch im Verein tätig war, allerdings habe ich ein paar Kampfsportbegeisterte gefunden denen es ähnlich wie mir geht mit denen ich 1-2 mal die Woche frei trainiere.
Da frage ich mich, warum? Es dürfte doch auch in Deiner Umgebung genug KK-Vereine/Schulen geben. Bei freiem Training mit mehreren Leuten ist auch meist die Frage, wo? Nicht jeder hat eine Sporthalle ... Macht ihr das, weil es unbedingt JKD sein soll, und das relativ selten ist?
ZITAT
1. Ist "Selbstudium" durch Videos und Bücher, ohne Betreuung überhaupt möglich um Techniken sauber zu erlernen?
Die meisten sagen wohl nein. Ich sehe das aber anders: Ich finde es ok, allein zu trainieren, wenn man dafür in Kauf nimmt, daß einige Techniken dann halt etwas unsauber eingeschliffen werden.
Allerdings würde ich nichts machen, was bei falschem Training gesundheitlich gefährlich werden könnte (Knie!). Es sei denn, ich hätte schon von früherem Training bei einem Lehrer genug eigene Erfahrung damit. Wenn ich also z.B. einige Jahre die Reiterstellung oder andere tiefe Stellungen bei einem Lehrer trainiert hätte, der mich darin genügend korrigiert hätte, würde ich mir zutrauen, das die nächsten Jahre auch allein zu üben. Aber eben nur dann.
ZITAT
2. Habt ihr vielleicht Erfahrung im selbst organisierten Kampfsport-Training und könnt mir ein paar Tipps geben?
Na ja, bzgl. Schlagtechniken haben sich z.B. die Übungsformen "Kata", "Kihon", "Kumite" aus dem Karate bewährt. Das könnte man machen. Sandsack, Sparring, Seilspringen, Pratzentraining aus dem Boxen - das kennst Du besser als ich. Vielleicht sollte man sich überlegen und miteinander abstimmen, was man genau machen will und das dann durchziehen.
Wer weiß, vielleicht entwickelt ihr ja eine eigene KK, die euch besonders gefällt, und macht dann selbst einen (städtisch geförderten) Verein mit eigenen Übungsräumen auf. Kann man alles machen.
------------------------------
(Nur so zur Erklärung, wer Dir hier schreibt: Ich mache nur einmal täglich die Yang-Stil-Tai Chi-Form, die ich mir ohne Lehrer von DVDs beigebracht habe. Ich mache gerade diese Form, weil sie gesundheitlich auch bei Fehlern relativ ungefährlich ist (man steht nicht sehr tief, keine Drehtritte, überhaupt keine hohen Tritte usw.) (es gibt aber auch da ein paar wenige riskantere Bewegungen). Wahrscheinlich ist das nicht sauber, was ich da mache, aber Leute im Park sagen, es sehe zumindest so ähnlich aus
Viele Grüße
Bearbeitet von Nordlicht, 22 Juni 2009 - 01:41 Uhr.
#3
Geschrieben 22 Juni 2009 - 08:55 Uhr
ZITAT
1. Ist "Selbstudium" durch Videos und Bücher, ohne Betreuung überhaupt möglich um Techniken sauber zu erlernen?
2. Habt ihr vielleicht Erfahrung im selbst organisierten Kampfsport-Training und könnt mir ein paar Tipps geben?
2. Habt ihr vielleicht Erfahrung im selbst organisierten Kampfsport-Training und könnt mir ein paar Tipps geben?
1. Nein auf keinen Fall. Ich empfehle dringend mit einem ausgebildeten Trainer zu trainieren !
2. Tip: Meldet Euch in einer Schule an und lernt die KK richtig
ZITAT
Ich finde es ok, allein zu trainieren, wenn man dafür in Kauf nimmt, daß einige Techniken dann halt etwas unsauber eingeschliffen werden.
Unsauber ist gut. Wenn Du Pech hast funktionieren sie überhaupt nicht !
Bearbeitet von Twix, 22 Juni 2009 - 08:57 Uhr.
#4
Geschrieben 22 Juni 2009 - 22:27 Uhr
ZITAT("Twix")
1. Nein auf keinen Fall. Ich empfehle dringend mit einem ausgebildeten Trainer zu trainieren !
Ok, das ist eine klare Aussage. Hast Du's denn schon mal ohne probiert?
Also, ich meine, wenn einer zuhause oft und entschlossen Gymnastikübungen zur Steigerung von
- Kraft,
- Beweglichkeit,
- Ausdauer,
- Gleichgewichtssinn und
- Standfestigkeit
macht, die gar nicht unbedingt direkt etwas mit KK zutun haben müssen ("auftragen, polieren, auftragen, polieren" ("Karate Kid")), und solche Übungen gibt es ja, dann hat er schon ziemlich viel in Richtung KK gemacht. Weil er hartes Training dann gewohnt ist, wird ihm der Rest dann relativ leicht fallen. Wenn er dann noch mit Gleichgesinnten Partnerübungen machen und Kampftechniken dabei bis zu einem gewissen Grade ausprobieren kann, kann er, glaube ich, auch so recht weit kommen.
Wahrscheinlich wird er sogar motivierter sein, weil er das, was er dann kann - wie viel oder wenig das dann auch sein mag - sich ganz allein erarbeitet und selbst für sich entdeckt hat.
Na gut, bei Leuten, die KK jetzt für konkret zu erwartende SV-Situationen brauchen, z.B. Polizisten für Einsätze, würde ich vielleicht auch nicht empfehlen, so zu üben. Aber sonst ...
Viele Grüße
#6
Geschrieben 24 Februar 2010 - 18:49 Uhr
Hallo,
Ich bin der Meinung das ihr auf jeden Fall im Selbststudium weiter machen solltet.
Ich mein, es macht euch Spaß und ihr habt nunmal keinen Trainer um die Ecke wohnen.
Allerdings behaupte ich dass eine gewisse Grundausrüstung unabdingbar ist. (Pratzen für Partnertraining,
eventuell Boxsack etc.)
Zu der Sache mit "Ohne Trainer macht es keinen Sinn": Ich halte dass für Quatsch. Natürlich werden viele Techniken nicht perfekt
werden wenn du ohne Trainer übst. Aber was heißt "perfekt"? Grade im JKD steht ja dass Konzept im Vordergrund und
die Nutzung der individuellen Stärken. Wenn man etwas mitdenkt und sich immer wieder Gedanken um alles macht, kann man viele Fehler ohne jegliche Literatur etc. ausmerzen, soweit jedenfalls meine Erfahrung.
Also: Seriöse DVDs und Bücher zu dem Thema raussuchen und los gehts.
Vllt ab und zu (falls möglich) ein Seminar besuchen oder ähnliches, und: Have fun!
Grüße
Olli
Ich bin der Meinung das ihr auf jeden Fall im Selbststudium weiter machen solltet.
Ich mein, es macht euch Spaß und ihr habt nunmal keinen Trainer um die Ecke wohnen.
Allerdings behaupte ich dass eine gewisse Grundausrüstung unabdingbar ist. (Pratzen für Partnertraining,
eventuell Boxsack etc.)
Zu der Sache mit "Ohne Trainer macht es keinen Sinn": Ich halte dass für Quatsch. Natürlich werden viele Techniken nicht perfekt
werden wenn du ohne Trainer übst. Aber was heißt "perfekt"? Grade im JKD steht ja dass Konzept im Vordergrund und
die Nutzung der individuellen Stärken. Wenn man etwas mitdenkt und sich immer wieder Gedanken um alles macht, kann man viele Fehler ohne jegliche Literatur etc. ausmerzen, soweit jedenfalls meine Erfahrung.
Also: Seriöse DVDs und Bücher zu dem Thema raussuchen und los gehts.
Vllt ab und zu (falls möglich) ein Seminar besuchen oder ähnliches, und: Have fun!
Grüße
Olli
#8
Geschrieben 04 April 2010 - 23:38 Uhr
Also ich find euren Ansatz auch gut. Da ihr ja aus verschiedenen Stilen kommt bringt euch mal gegenseitig bei was ihr könnt. nur endet nicht in "schon mal gemacht, also kann ichs, auf zum nächsten", das hab ich auch schon mal beobachtet und ist schlichtweg sinnlos. konzentriert euch evtl mehr auf basistechniken und versucht die möglichst genau auszuführen. Schaut ab und zu bei Seminaren/einem Trainer (wenn möglich immer der/die gleiche) vorbei und lasst euch sagen, was ihr verbessern könnt. Auf diese weise ist es sicher möglich euch eine handfeste Basis zu erarbeiten bis ihr wieder mehr Zeit habt. Davon werdet ihr dann sicher lange zehren



