so, nu ich auch wieder.
ich kenne dieses szenario nur zu gut.
hai hat vollkommen recht, wenn er sagt, dialog, deeskalation, draufhauen.
das ist das einzig richtige, wenn auch bis ins einzelne zerpflückt nicht immer gesetzliche schema.
dies ist eine problematik, bei der die integration sozialer randgruppen versagt hat; sowohl derer mit als auch derer ohne migrationshintergrund.
es sind leute, denen im näheren umfeld niemand richtig beachtet; deshalb der drang, in der clique im mittelpunkt zu stehen.
dazu wird übertrieben, in allen bereichen - exzessives saufen, verbale provokation, aggression.
ich wurde von meinen linksorientierten eltern zur gewaltfreiheit erzogen und bin in einem "migrantenviertel" groß geworden.
mit 14 habe ich dann beschlossen, dass gewaltfreiheit nichts bringt.
ich bin jetzt 23 und arbeite seit 5 jahren im sicherheitsdienst, seit 4 jahren an discotheken, derzeit gott sei dank nicht mehr.
kenne also die problematik ganz genau, habe in meinem umfeld einige grund- und hauptschullehrer, die eben mit dem studium fertig sind und sich grad mit eben dieser problematik "misslungene integration" (oder in meinen worten einfach gesocks) herumschlagen müssen.
mittlerweile gehe ich sogar einen schritt weiter als hai - ich mache da kein geheimnis draus und ihr dürft mir gerne eine "unehrenhafte" haltung unterstellen - dieses klischee bekommt die prügel, wenn sie danach schreien.
"ey alder, hasch du mich hurensohn genannt" - wird mit ohrfeigen quittiert, und meistens mit tatsächlichen beleidigungen meinerseits: "nein, aber wenn du dich nicht benimmst mäste ich dich mit schweinesülze"
ist mir in den letzten jahren sehr selten passiert, was aber mitunter an meiner statur von 190 cm und 107 durchtrainierten kilos sowie meinem ruf als türsteher liegt.
ich bin grundsätzlich gegen gewalt allgemein und vor allem gegen unfaire anwendung der erlernten kampfkunst.
aber wenn jemand nach schlägen bettelt, kriegt er sie mittllerweile von mir.
ich bin gegen gewalt und ich bin dagegen zu hauen.
aber ich bin auch dagegen, mir hier in deutschland von irgendjemandem unterstellen zu lassen, ich hätte ihn beleidigt, nur damit er vor seinen freunden im mittelpunkt steht.
und wenn ich ihn nicht beleidigit habe, werde ich es 10 000 prozentig auch nicht zugeben, weil ich "Nur meine Ruhe" haben will und ihm damit n grund liefere, MICH zu schlagen.
ein türsteherkollege hat aus einem ähnlichen konflikt heraus einem aggressor den oberschenkel und noch einige andere knochen gebrochen.
das halte ich für übertrieben, der kerl lag 3 Monate im Krankenhaus, es kam Gott sei Dank nie ne Anzeige.
Aber die gute alte Ohrfeige disqualifiziert hervorragend vor den asozialen Kumpels.
Kommt sie zur Anzeige, ist sie nicht besonders teuer und sie macht den Typen meistens so baff, dass er nicht mal auf die Idee kommt zurückzuhauen.
Dann steht er im Mittelpunkt, und zwar im Gelächter seiner Freunde und besser kann die Situation eigentlich nicht enden.
Was deine Freunde angeht, kann ich dir leider keinen Tipp geben.
Meine Freunde sind eigentlich alles entweder Türsteher, Kampfsportler oder Rocker oder Hools, da ist keiner um ne Prügelei verlegen.
Und zur Thematik Messer/Pfefferspray:
Wenn ein anderer ein Messer/eine abgebrochene Flasche zieht und man nicht sofort ein Spray zur Hand hat, von dem man weiß, dass es auch wirkt (immer Pfeffer, niemals diese CS scheisse), IMMER rennen.
Auch das lass ich inzwischen.
Alte bescheuerte Gangsterattitüde, aber ich trag selber eins. Ich zieh es nie. Ich gebrauche es, um meinen Zirkel zu spitzen oder Bierflaschen oder Pakete zu öffnen.
Nur wenn der nächstbeste Muruk eins zieht, zieh ich meins auch, ich renne nicht, zu faul.
Aber wenn einer vor mir n Messer zieht und damit rumfuchtelt, stech ich auch zu, hab ich kein Problem damit.
Und im Gegensatzu zu meinem Gegenüber, der sich der Konsequenz(ich kann auch ein Messer ziehen und ich steche auch zu) nicht bewusst ist, bin ich mir sehr wohl darüber bewusst, dass ich dafür ins Gefängnis kommen kann.
Es interessiert mich da aber nicht. Ich kanns vor mir selber rechtfertigen, ich empfinde es als fair und richtig und darauf kommt es letzten Endes an.
Das ist schon relativ heftig, was du hier schreibst, finde ich. Bis zum Messer/Pfefferspray kann ich dir jedoch methodisch zustimmen, obwohl die Wortwahl doch etwas drastisch ist.
Ich glaube, wenn man in dem beschriebenen Umfeld groß wird und nur mit dieser Unterschicht in Kontakt kommt, dann verallgemeinert man schnell.
Fakt ist, dass die Jugendgewalt in den letzten Jahren nicht stark zugenommen hat. Auch die Brutaltität ist nur scheinbar durch die Fälle in der Presse gestiegen. Fakt ist aber auch, dass Migranten, gerade in Großstädten deutlich Überrepräsentiert sind. Stellt sich die Frage woran das liegt.
Die Statistiken sind ausserdem von diversen Einflüssen nicht verschont:
1. Anzeigeverhalten. Werden Straftaten, gerade in diesem Bereich überhaupt angezeigt? Nur dann kommen sie in die Statistik. Das Dunkelfeld köntne also sehr viel grösser sein. Andererseits werden aber auch, nachgewiesenermaßen, mehr Taten angezeigt, wenn spektakuläre Fälle im TV oder in der Bild publiziert werden. Damit wird dann ein "scheinbarer" Anstieg produziert.
2. Gesellschaftliche Wahrnehmung. Was früher als "normale" Kneipenschlägerei galt ist heute eine veritable "Strassenschlacht", die Polizei kann ein Lied davon singen... wo also früher keine Polizei gerufen wurde kommt heute gleich die BeSi Einheit zum aufräumen. Und MUSS dann natürlich die entsprechenden Anzeigen aufnehmen. - Anstieg der Gewalt? Oder Änderung der Wahrnehmung?
Es stellt sich also die Frage, ob man alles was in der Zeitung liest wirklich verallgemeinern sollte. Was gilt als normal? Ist meine Erfahrung wirklich repräsentativ? Ich glaube kaum...
Lügen mit Statistiken ist sehr einfach und gehört heute zur Grundausbildung eines Journalisten. Also glaubt nicht alles, was da geschrieben wird!
Und wer in eine Disko geht, der muss sich klar sein, dass er in eine testosterongeladene Umgebung geht, wo solche Lagen schnell eskalieren können. Nicht umsonst freut sich muerte, dass er da nicht mehr arbeiten muss.
Man sollte sich eben klar sein, wo und wann man sich befindet und was die Konsequenzen sein können, aber das tut muerte ja, wenn er sagt, er geht für seine Überzeugungen in den Knast! Respekt...
Zurück zum Thema: Ein exzellentes Beispiel, wie man es nicht macht. Mich würde in der Folge insbesondere der juristische NAchgang interessieren, wenn es diesen gibt. Mal abgesehen von "Aussage gegen Aussage" kannst Du dich glücklich schätzen, das Du wenigstens Entlastungszeugen hattest! Überleg dir also, ob du es dir mit deinen Freunden verderben willst!
Im übrigen würde ich Ihnen überhaupt keinen Vorwurf machen. Die Reaktion wird auch als "hasenreaktion" Bezeichnet. Wenn ein Fluchttier nicht fliehen kann, stellt es sich eben Tot. Das haben deine Freunde (waren die überhaupt auch KKler?) gemacht. SV kann man im Grunde nur effektiv lernen, wenn man auch unter Stress trainiert und die Situation so gut wie möglich nachstellt. Du hast erlebt, wie du aus Mangel an Erfahrung die Situation falsch eingeschätzt hast (auf den Boden gehen, sind doch nur Mädels etc. pp.), das "Hasenstadium" hast Du also schon überschritten, dein Kleinhirn ist also schon brauchbar. Jetzt solltest Du gezielter SV trainieren und dein Großhirn mit ins Spiel bringen (Einschätzen der Gegner, Situation, Wahl der Werkzeuge).
Noch etwas zur juristischen/polizeilichen Situation: Gerade in SV Situationen kann es passieren, dass Du die Situation Bilderbuchmässig löst, den Gegener zu Fall bringst und entwaffnest. Dann trifft der Schutzmann ein und schiesst dich erstmal gepflegt inst Bein...Immerhin standest Du mit einer Waffe über einem Gegner der am Boden lag...auch die Polizei hat mit Stress im Einsatz zu kämpfen und gerade junge Beamte schätzen die Situationen oft falsch ein und reagieren über.
Juristisch gesehen solltest du immer vom worst case ausgehen, d.h.: Alleine gegen mehrere Gegner, keine Zeugen! Konsequenz: Keine Polizei und abhauen, sobald die Situation geregelt ist. Wenn du später dennoch erwischt wirst, erzählst du natürlich die Wahrheit: Du hattest einfach eine Scheissangst und warst vollgepumpt mit Adrenalin! Deshalb hast du dem Angreifer mit Penisbruch auch keinen Krankenwagen mehr gerufen...
Juristisch ist es auch problematisch, einem nicht KKler in Richterrobe klarzumachen, das man in der Situation wenn man für eine längere Zeit KK gemacht hat, die Wahl der Mittel nicht unbedingt als absolute Priorität sieht. Der Gegnerische anwalt wird deine KK Karriere also als Punkt gegen dich einsetzen! Du machst so und so lange Karate, musst also wissen, wie deine Tritte/Schläge wirken!
In diesem Zusammenhang war der Tipp mit dem ärztlichen Gutachten Gold Wert! So kannst Du die Opferrolle der Angreifer wenigstens teilweise unterlaufen.
So, das war mein Beitrag...viel Spass damit!