Shaolin zum Schmunzeln
#1
Geschrieben 01 Februar 2010 - 13:44 Uhr
Meine Eignung zum Kampfsport ist, wie die eines Kleinwüchsigen zum Basketballspiel. Aber ich hatte es mir nun einmal in den Kopf gesetzt. Außerdem fand ich mich, bis auf die Hüftringe, die Sitzschwielen und meine Kurzatmigkeit, total durchtrainiert.
Ich bin männlich, nicht mehr der Jüngste und übe seit Jahren mindestens ein- bis zweimal die Woche eine Stunde Kampfkunst; inkl. der halben Stunde, die ich in der Umkleide verbringe. Mein Bein kann ich mittlerweile bis in Kniehöhe hochschnellen lassen, daher trage ich bereits den "gelben Gürtel". Das heißt, dass ich schon sehr gut bin und allmählich gerne eine Filmrolle oder eine eigene Fernsehshow hätte; es hat noch nicht geklappt. Dabei zeigen die doch immer soviele Shows mit Doofen im Fernsehen. Ich könnte das noch besser.
Ein großer Teil meines Kampfsporttrainings geht für Kung Fu drauf. Ich mache das in Deutschland, da ich gehört habe, dass in China vor Jahren alles kaputtgegangen ist und sich niemand etwas gemerkt hat. Jetzt möchte ich nach China und dort zeigen was Kung Fu ist und mir gleichzeitig einen Auftrag abholen. Ich habe nämlich auch gehört, dass in China etwa 1,3 Milliarden Menschen darauf warten, Ausländern einen Auftrag zu erteilen. Die sind schon ganz schön sonderbar, die Chinesen, warten auf Ausländer. Die sind doch alle bei uns in Deutschland.
Mit meinem Freund, der ein wenig chinesisch versteht, flog ich zu Hauptstadt Peking. Die Stadt heißt so, weil es hier unheimliche vile Enten gibt und ganz viele Menschen. Bestimmt siond da einige drunter, die Aufträge erteilen. - Es nervt etwas, dass mein Freund mich ständig verbessert und berichtigt; er ist aber auch so eifersüchtig auf mich, weil ich besser aussehe und so toll Kung Fu kann.
Wir fuhren übes Land und kamen in ein kleines Dorf, nahe einem Shaolin Kloster. Der Name sagte mir nicht´s aber ich hatte von einer ähnlich klingenden Fettcreme gehört. Hier sollten Mönche Leben. Vieleicht fette Mönche? Hi, hi, hi
Schöne Bilder konnte ich hier machen, von Leuten in Bunten Kleidungen. Ich zog meinen grünen Kung Fu Anzug an, machte auf einem großen Plaz Übungen und ließ mein Bein bis in Kniehöhe hochschnellen. Neben ganz vielen jungen Leuten entdeckte mich ein älterer Herr; er kam auf mich zu, überreichte mir einen Gürtel (hatte die Farbe schwarz) und sagte in lautem Ton einige ernst klingende Worte. - Das war es!
Der schwarze Gürtel und die ernsten Worte, die wie ein Auftrag klangen. Dieser ältere Herr, sein Name ist Ping Pong, hatte wohl meine meisterlichen Fähigkeiten erkannt. - Rasch zog ich den gelben Kung Fu Anzug an und zeigte weiteres Können. Es war wohl Frau Ping Pong, die nun auf mich zu rannte und rief; ich verstand so etwas wie Sie Fu smarti fu. Der Durchbruch war geschafft: Ich sollte mein Können und Wissen den Chinesen beibringen, dazu hat mich Herr Ping Pong zum Meister erklärt und seine Frau nannte mich Shifu Smar Ti Fu; wohl wegen meiner vielen, vielen bunten Kung Fu Anzüge. Darin sah ich aber auch gut aus.
Überglücklich und fest entschlossen, nun eine eigene Kung Fu Schule zu eröffnen, traten wir die Heimreise an. Natürlich erzählte ich voller Stolz von dem Erlebten. Nur mein Freund meinte es so verstanden zu haben, dass Herr Ping Pong mir den Gürtel gab, weil meine Hose rutschte und dazu meinte"den Blödsinn kannst du zu Hause vorführen"; das war kein Auftrag.
So ein blöder Neidhammel. Mein Name ist Shifu Smar Ti Fu, ich habe eine Kung Fu Schule und sehe gut aus. Nächstes Jahr fahre ich wieder nach China.
Wenn Euch mein Reisebericht bis hierhin gefallen hat, erzähle ich bald, was die zweite Reise so mit sich brachte.
#2
Geschrieben 01 Februar 2010 - 19:23 Uhr
und:
wie bist du zum Calypso gekommen?
gibt's da auch so eine hübsche Geschichte?
übrigens: ich bearbeite meine Beiträge grundsätzlich solange das möglich ist ...
#3
Geschrieben 02 Februar 2010 - 09:29 Uhr
Teil 2 kommt heute.
#4
Geschrieben 02 Februar 2010 - 12:29 Uhr
Es hat sich viel getan in der letzten Zeit. Unzählige Kung Fu-Leute, alle mit Auftrag, habe ich kennengelernt. Ich verkehre nur mit Leuten, die wie ich, einen Auftrag erhalten haben, Kung Fu zu lehren. Es ist einfach besser. Jemand, der keinen Auftrag hat, muss die Kampfkunst beherrschen, um Erfolg zu haben und darf dennoch nicht nach China, so wie ich, um dort zu unterrichten. Mein Trainingpensum habe ich noch einmal hochgeschraubt, so dass ich jetzt beide Beine bis in Kniehöhe hochschnellen lassen kann; sogar beide Beine gleichzeitig. Gut, an der Landung muss ich noch etwas üben, meistens schlage ich zum Schluß mit dem Kopf auf. Mein Freund meint, dass man dies aber gar nicht bemerkt. Ich packe bereits meinen Koffer zur China Reise, denn so sehr ich die Fernsehsender in Deutschland auch beharke, niemand erkennt meine Fähigkeiten.
Seit unserer letzten Reise ist das Verhältnis zwischen meinem Freund und mir nicht mehr so gut aber dennoch will ich mit ihm gemeinsam nach China aufbrechen. Wegen dem chinesich und so, was ich aber auch jetzt gerne selbst lernen möchte. Chinesich lernen ist nämlich wichtig, auch wegen dem Essen bestellen. Darum müssen hier auch die Kinder chinesisch lernen, die würden sonst glatt verhungern. Ich kann schon Reise bestellen. Zugegeben, bei einem Aufenthalt von mehreren Wochen, wirkt das Essen etwas eintönig aber ich habe Heinz noch nicht getroffen, dass er mir etwas von seinem Ketchup abgeben kann. Hier sind aber auch viele Menschen und wenn man die 1,3 Milliarden für die Auftragserteilung noch dazu rechnet. Darum gibt es im chinesischen auch so viele Wörter, da bleibt für jeden was über, doch das Lernen fällt dadurch nicht leicht. Das andere Klima, die Mentalität, es ist einfach fantastisch. Ich kann jetzt schon bis zehn zählen. Hier schafft man einfach Sachen, die man in der Heimat nie für möglich gehalten hätte. Bu Wau - böser Hund, pinkelt mir doch einfach an meinen lilafarbenen Kung Fu Anzug.
Wieder ein großer leerer Platz, ich liebe große Plätze. Schnell schlüpfte ich in meinen rotgestreiften Kung Fu Anzug und lege los. Ich zeige Litchi-Chuan und bin in kürzester Zeit umringt von Leuten. Sie lachen und feuern mich an; mein Freund meint: "merkst du eigentlich nicht, dass sie dich auslachen?". Neidisch ist er, hab ich ja gesagt. Er hat nicht gemerkt, dass eine Gruppe älterer Chinesen mein Litchi-Chuan nachmachen wollen. Aber sie lernen es nicht so schnell. Vielleicht wurden die ausgelacht? Ein chin. Fernsehteam ist auf dem Weg zu uns und will über den Könner aus Deutschland berichten. Mein Freund sagte, ich wäre saudoof. Das war jetzt doch zuviel. Ich zeigte nur noch schnell mein beidbeiniges Hochschnellen, schlug mit dem Kopf auf und jetzt habe ich leider vergessen, auf welchem Platz das war. Ich nenne ihn einfach den großen Platz, weil er so groß war.
Ich mußte mich aussprechen und ging zu meinen Freunden der Familie Ping Pong; Herrn Ping Pong erzählte ich die bittere Wahrheit, dass mein Freund meinte, ich hätte nicht alle Tassen im Schrank. Sofort reichte mir Herrr Ping Pong einen Becher mit grünem Tee. Das sind wahre Freunde, die einen auch verstehen.
Morgen berichte ich, wie ich die chinesische Mauer umrundete, weshalb ich gezwungen war, neue Kamfpkünste zu entwickeln und - ach das hab ich jetzt vergessen.
#6
Geschrieben 02 Februar 2010 - 15:09 Uhr
also Calypso streng dich an, da sollten doch noch mehr Folgen drin sein...
übrigens: ich bearbeite meine Beiträge grundsätzlich solange das möglich ist ...
#7
Geschrieben 03 Februar 2010 - 10:03 Uhr
Habe ich eigentlich schon einmal beiläufig erwähnt, dass ich gut aussehe? Das ist mir schon ein wenig wichtig, wegen Film, Fernsehen, Werbung und so. Mein Freund meint, ich würde mir da etwas einreden. Jedoch, gerade eben angekommen in Xian, einer Kleinstadt in, na, egal, ich komm noch drauf, sagte mir eine ältere Marktfrau: "du trägst deine Stirnglatze am richtigen Platz, du siehst gut aus". - Meinem Freund schien es nicht gut zu ghen, er krümmte sich aber lachte dabei. Der wird immer sonderbarer.
Wir bummelten weiter über den Markt. Hier gab es Fleisch, Fisch, Gewürze, Obst und ganz viele Sachen. So was habe ich ja noch nie gesehen. Und es gab einen Stand mit schwarzen Gürteln. Wie auf einem Markt üblich, erhielt man nur Kiloware; ich ließ mir mal 2 kg einpacken. Alle mit DAN, da habe ich drauf geachtet. Das steht für Deutsche Auftrag Nehmer und kommt bei uns zu Haus ganz gut an. Aus Dankbarkeit für so einen Großeinkauf, erhielt ich von dem Händler aus Güte noch ein Siegel geschenkt.
Mir sind die Schmerzmittel ausgegangen, darum will ich heute mal auf meine beidbeinige Vorführung verzichten, auch wenn sie es hier in Xian dringend nötig hätten. - Jetzt, am frühen Abend, es war noch muckelig warm, trug ich meinen weißen Strick Kung Fu Anzug. Das war gut für die Bewegungsfreiheit, betonte meinen durchtrainierten Körper und saß nur an den Hüftringen ein wenig auf. Da die Luft gut durch den groben Strickanzug hindurchging, durfte ich nicht zu schnell gehen, um mir keine Erkältung einzufangen. Dennoch war ich überrascht, wie schnell ich die chinesische Mauer umrundet hatte. Für so gut habe ich mich selbst nicht eingeschätzt. Wieder meldete sich mein Freund zu Wort: "das ist nicht die große Mauer, sondern die alte Stadtmauer von Xian."; egal ich hab´s mir größer vorgestellt.
Nun war ich erst zum zweiten mal in China und doch schienen mich schon alle zu kennen. Überall standen schon in den frühen Morgenstunden menschen, die mein Kung Fu nachmachen wollten. Da gab es aber noch erheblichen Nachholbedarf. Also rasch rein in meinen lachsfarbenen Kung Fu Anzug. Ihr wißt es schon; bereits nach kurzer Zeit war ich von einer Menschentraube umringt. Kung Fu können sie nicht aber Menschenkenner, das sind die Chinesen und wenn sie einem wahren Könner begegnen, schauen sie auch zu und wollen lernen. Und immer lachen sie dabei; sind wirklich freundlich hier.
Nach meiner Paradedisziplin, dem Beidbeinigen und der unvermeidlichen Landung, geht es mir gar nicht so gut. Ich vergesse auch viel in der letzten Zeit. Neidhammelfreund meinte, dass es da einen Zusammenhang gäbe; aber Welchen, konnte er mir auch nicht sagen.
Und jetzt hätte ich beinahe vergessen, dass ich aufhören wollte zu schreiben, muss aber noch einen vierten Teil meiner Triology unterbringen, sonst wird das hier zu lang. Ich hebe somit den oben genannten Konkurs auf und mach Insolvenzverschleppung. - Bis Morgen also.
#8
Geschrieben 03 Februar 2010 - 13:56 Uhr
P.s.: vielleicht reichen vier Teile dafür gar nicht aus???
Bearbeitet von Rio, 03 Februar 2010 - 13:58 Uhr.
übrigens: ich bearbeite meine Beiträge grundsätzlich solange das möglich ist ...
#11
Geschrieben 04 Februar 2010 - 10:00 Uhr
Kung Fu, Karate, Taek Won Do, Judo, Jiu Jitsu, Schaschliki; ja ihr schaut aber 2kg schwarzer Gürtel sind eine ganze Menge. Bei leichter Baumwollqualität so ca. 13 Stück. Jetzt brauche ich Namen, worin ich überall Meister bin. Ihr könnt mir ruhig Tipps geben, ich habe nämlich die ganze Nacht, nur wegen der Namen, nicht schlafen können.
Die schwarzen Gürtel heben sich wunderbar von meinen bunten Kung Fu Anzügen ab; den schwarzen Anzug trage ich jetzt eher selten. - Cremefarben und schwarz gegürtelt, so machten wir uns noch einmal auf nach Shaolin. Mittlerweile hatte ich erfahren, dass es hier etwas wirklich Tolles mit meinem Kung Fu geben sollte. Meinen Freund brauchte ich eigentlich nicht mehr, denn mein Chinesisch hat sich schon so weit verbessert, dass ich es verstehen kann, wie ich es will. Er, mein Freund, machte sich auch selbst etwas rar; er meinte, er schäme sich. Warum eigentlich? So schlecht sieht er nun auch nicht aus.
Wieder einmal schien mein Durchbruch gelungen. Tausende übten rund um Shaolin mein Kung Fu. Verständlich, dass sie es noch nicht so konnten, wie ich es auf meinen Stationen eindruckvoll gezeigt hatte. Vieles sah nach modernem Wishi aus. Aber hier war richtig was los; heute schien Trödelmarkt zu sein. Ich wollte etwas stöbern und mit meinem chinesisch glänzen. An einem Stand, bedient von einem jungen Mann, noch einen Kopf kleiner als ich, entdeckte ich reichlich Urkunden. Der junge Mann schaute mich an und sagte mit einem Blick auf meinen schwarzen Gürtel: "Du bist groß, Meister". Na wenn er in mir schon den Großmeister erkennt, dann kaufe ich ihm auch noch ein Zertifikat ab. Für umgerechnet fünf Euro - na bu happig; nicht zu teuer.
Als Großmeister, mit Zertifikat, einem Markt-Güte-Siegel und unzähligen Aufträgen unter dem Arm, machte ich mich alleine auf den Weg, um meinen Erfolg zu genießen. Ein Tässchen Cappuccino wäre jetzt das Richtige. Schön, dass ich an einigen Schaufenstern vorbeikam, in denen ich mich spiegelt; ich seh´aber auch gut aus. Beim Eintritt in das Cafe war es fast schon selbstverständlich, dass sich alle Blicke auf mich richteten. Das Cafe trug den Namen Internet-Cafe. Ich bestellte mir einen Cappuccino; das dauerte und dauerte. Den meisten anderen Gästen dauerte es wohl auch zu lange, sie setzten sich vor Computer. Das machte ich dann auch und gockelte mal durch die Welt und siehe da, selbst ich konnte noch etwas lernen:
Also - eine Triology, das was ich hier mache, besteht aus mindestens fünf Teilen, muss aber auch von mindestens drei Personen handeln. Stimmt genau: von meinem Freund, Herrn Ping Pong (ohne Familie) und mir. Eine Trilogy gibt es auch noch. Da kann man soviel schreiben, wie man möchte und dass muss zum Schluss so teilbar sein, dass drei raus kommt.
Klingt kompliziert und ist es auch. Das hat wohl ein Schriftstellerverband so eingerichtet, damit nicht so viele Menschen Bücher schreiben. Wo will man auch hin, mit dem ganzen Zeug? Zu Hause habe ich schon alleine sechs Bücher; nein, noch nicht alle gelesen, ich trainiere ja so oft. Ein Buch habe ich mit nach China genommen, weil es mir besonders gut gefällt. Es ist zum Ausmalen und da gehe ich jetzt mal dran. Übringens, den Cappuccino habe ich dann im Hotel getrunken.
#12
Geschrieben 04 Februar 2010 - 15:54 Uhr
Also - eine Triology, das was ich hier mache, besteht aus mindestens fünf Teilen, muss aber auch von mindestens drei Personen handeln. Stimmt genau: von meinem Freund, Herrn Ping Pong (ohne Familie) und mir. Eine Trilogy gibt es auch noch. Da kann man soviel schreiben, wie man möchte und dass muss zum Schluss so teilbar sein, dass drei raus kommt.
hm, ich dächte da an 15 Teile, ist teilbar durch 3 und durch 5, außerdem kannst du damit dann noch vor Aschermittwoch fertig werden...
übrigens: ich bearbeite meine Beiträge grundsätzlich solange das möglich ist ...
#13
Geschrieben 04 Februar 2010 - 16:58 Uhr
Gerade, als ich so mein Tagebuch durchstöberte, was ich euch noch so mitteilen kann, hatte ich vor lachen die Hose voll. Ja, jetzt habe ich zwei gelbe Kung Fu Anzüge; eben zum Wechseln.
#14
Geschrieben 04 Februar 2010 - 19:47 Uhr
Du, ich glaube, dass heißt nicht "Schaschliki" sondern "Sha Liki";
soweit ich weiß, wird das in einem Do namens Sudu gelehrt...;
kann aber auch sein, dass ich da was durcheinander gebracht habe...
mit ehrerbietigen Grüßen
an den Großen Meister
Bearbeitet von Rio, 04 Februar 2010 - 19:51 Uhr.
übrigens: ich bearbeite meine Beiträge grundsätzlich solange das möglich ist ...
#15
Geschrieben 04 Februar 2010 - 20:23 Uhr
... hab natürlich wieder 'n Fehler gemacht: sollte "Suku" heißen...
(hat bei meiner Art zu schreiben halt was mit dem rechten und dem linken Mittelfinger zu tun...
und weil ich links und rechts oft verwechsle, lande ich dann häufig bei rinks...)
Bearbeitet von Rio, 04 Februar 2010 - 20:36 Uhr.
übrigens: ich bearbeite meine Beiträge grundsätzlich solange das möglich ist ...
#16
Geschrieben 05 Februar 2010 - 09:20 Uhr
#17
Geschrieben 05 Februar 2010 - 09:50 Uhr
Bei dem mittlerweile erreichten Bekanntheitsgrad, den ich in China genoss, ergab es sich zwangsläufig, dass wir in einem Filmstudio vorbeischauten. Mann sollte den Leuten von Film und Fernsehen ja doch zumindest die Chance geben, jemanden wie mich zu entdecken. In meinem ockerfarbenen Kung Fu Anzug wollte ich nicht nur mit meiner Paradisziplin glänzen, sondern über die vielen Jahre hatte ich mir auch ganz tolle und schnelle Bewegungen mit den Armen zugelegt.
Das Tempo war von mir wohl etwas zu hoch angesetzt, so dass sich mein Gesichtsausdruck etwas verkrampfte. Der Filmchef beharrte darauf, eher traditionelle Filme zu machen. - Klar, dass die keinen Erfolg haben, wenn sie nicht mit der Zeit gehen.
Nachdem mein Freund meinen ausgekugelten Arm wieder fachmännisch eingerenkt hatte, sagte er zu mir, dass er nicht mehr könne und abreisen wolle. Was war das denn jetzt schon wieder? Er kann nicht mehr! Kung Fu mäßig hat er doch noch gar nicht´s gezeigt.
So machte ich mich jetzt ganz alleine auf den Weg und fuhr von - na, dings, also von, ich nenne sie, weil ich den Namen vergaß, die Stadt mit dem Markt, nach Peking.
Beim Bummel durch die alten Neustadtgässchen, viel mir wieder einmal die unzählbare Menschenmasse auf. Enten hingegen, die der Stadt nun schließlich zu ihrem Namen verholfen hatte, traf ich kaum noch an. In diesen Gassen gab es eine Menge an Spezialitätenrestaurants. Es roch ganz gut; gerne hätte ich gewußt, was da so bruzzelte. Auf dem Weg zum Flughafen, sah ich mich von bewundernden Blicken verfolgt; lag wohl an meinem türkisfarbenen Kung Fu Anzug.
Trän Ing Hu Tschau - beim Abschied muss ich weinen, waren meine letzen Worte. Sie, die Worte, stammten von einem alten chinesischen Weißen, Lakoste oder so.
Entgegen der kurzen Stimmungsschwankung bei der Filmfabrik, entpuppte sich mein Freund doch als ganz treue Seele und holte mich in Deutschland vom Flughafen ab. Er brachte sogar eine kleine Fangemeinde mit; einen eher schmächtig wirkenden Herrn mit Goldbrille und zwei kräftigere Typen. Diese drei Fremden trugen weiße Kung Fu Anzüge, nur etwas anders geschnitten als meine.
Sie baten mich, meinen Kung Fu Anzug auch gegen einen Weißen zu tauschen und die beiden Kräftigen waren mir beim Umziehen behilflich. Mit Blaulicht, damit wir schneller zum Fernsehstudio kamen, ging es quer durch die Stadt. Zunächst war ich enttäuscht, dass wir nicht bei einem Fernsehstudio ankamen, dann jedoch hocherfreut. Sie hatten extra einen Trainingsraum, so 4 x 3 Meter für mich hergerichtet. Vom Boden bis zur Decke war er mit weichen Matten ausgelegt, damit ich meinen Beidbeinigen üben konnte und mich bei der Landung nicht am dings, na ihr wißt schon, verletzte. Übungen unter erschwerten Bedingungen, denn bei dieser Kung Fu Jacke trug ich meine Arme auf dem Rücken. Kommt beim Fernsehen wohl besser an.
Wenn ich mich erholt, also genug gübt habe, erzähl ich euch vielleicht von meinen Erlebnisse, in Taiwan, Hongkong, Amerika und anderen chinesischen Ländern und auch von, na ist auch egal.



