Zum Inhalt wechseln


- - - - -

Jeet Kune Do - von allem ein bisschen


7 Antworten in diesem Thema

#1 Katze

    Regelmäßig hier

  • Members
  • 85 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Wien

  • Kampfkunst:
    Taekwondo; früher ein bisschen WT
Offline

Geschrieben 07 September 2010 - 20:37 Uhr

Hallo!
Vorweg, ich kenne JKD nur ein bisschen aber es ist mir sehr sympathisch und ich will es auf keinen Fall verunglimpfen, auch wenn der Threadtitel leider etwas reisserisch klingt.
Ein paar meiner Freunde machen seit etwa einem halben Jahr JKD und nach allem was ich so gesehen habe würde ich es (oder besser das Jun Fan) einem Laien als "von allem ein bisschen was" beschreiben. Die Frage die mich beschäftigt ist aber, ob das tatsächlich für die SV so gut ist. Denn demnach müsste man ja schlechter Boxen als ein Boxer, schlechter Kickboxen als ein Kickboxer, schlechter Trappen als ein WCler, usw usw... Und was mache ich dann gegen einen Boxer? Boxen wohl kaum, Trapping kann man so gut wie vergessen, vor allem wenn man kein Spezialist, also Wingchunler ist. Daher meine Frage:
Ist es tatsächlich sinnvoll, von so vielen Stilen Elemente zu integrieren?
Und wieso lernt man denn eigentlich so viel verschiedenes, Bruce Lee meinte doch, man solle mit dem einfachsten Mittel arbeiten. Liegt das vielleicht daran, dass man erst vieles kennen muss um das einfachste Mittel zu wählen?
Liebe Grüße :)

Tränen wissen nicht, ob sie aus Trauer oder Freude vergossen werden.

#2 Kai1

    Neu im Forum

  • Members
  • 27 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Boxer
Offline

Geschrieben 14 November 2010 - 16:21 Uhr

das prinzip des JKD ist, soweit ich es verstanden habe, dass man sich aus jeder Sportart das beste rausnimmt.

Zum Beispiel.
Beim Boxen gibt es zich tausen Hakenvariationen. Man sucht sich einfac die effektivste raus und lernt nur die.

so habe ich es zumindest verstanden

#3 gustav

    Neu im Forum

  • Members
  • 46 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Interests:Astronomie, Imkerei, Segeln
Offline

Geschrieben 18 November 2010 - 20:36 Uhr

Ein Vergleich aus dem Alltagsleben:
Da gibt es in allen Bereichen den Unterschied zwischen "Allgemeinbildung" und spezifischem Fachwissen/können...

... ich finde es gar nicht so verkehrt, wenn eine KK die "Allgemeinbildung" vermittelt :)
Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.
(Albert Einstein)

#4 Kai1

    Neu im Forum

  • Members
  • 27 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Boxer
Offline

Geschrieben 18 November 2010 - 21:41 Uhr

ich habe ja auch nichts dagegen gesagt ich finde im Grunde genommen sogar besser, dass es auch Sportarten auf "allgemeinbildungsbasis" gibt.
Nicht im Sonst sind Sportarten wie MMa oder Wing Tsun so beliebt.


Aber um noch mal auf dein "Uhrsprungsproblem" zurück zu kommen
LKd ist ja quasi alles.
Du Boxt zwar schlechter als ein Boxer, aber ein Boxer ist beispielsweise mit Kicks komplett überfordert, ein Kickboxer im mit dem Ringen überfordert usw.

Wenn ich das Prinzip richtig verstanden habe, dann sollen man nicht mit einem Boxer boxen und nicht mit einem Ringer ringen. Was ja an sich schon einmal logisch ist.
Also Ringst du mit einem Boxer und Boxt mit einem Ringer

Und schon hast du keine Probleme mehr
Gruß
Kai

Bearbeitet von Kai1, 18 November 2010 - 21:44 Uhr.


#5 Yogi *

    Regelmäßig hier

  • Members
  • 71 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bavaria
  • Interests:Kampfsport
    Yoga
    Immobilien
    Fotografie
    ... LEBEN

  • Kampfkunst:
    BJJ, Muay Thai, MMA, KM
Offline

Geschrieben 18 Februar 2011 - 16:10 Uhr

@ katze:

dein post ist interessant und die darin enthaltene frage sicherlich sehr begründet.

ich kann dir nur sagen, dass jkd sehr interessant als kampfkunst ist und es einem sehr viel eigenen "spielraum" und raum zur persönlichen entwicklung gibt. aber sicher sind einige techniken zu "verspielt" als das sie in einer heftigen situation immer noch gut einsetzbar sind.
ich selbst bevorzuge deshalb auch die einfachen kampftechniken aus dem boxen, muay thai dem bjj und krav maga.
straßenkampf ist halt leider sehr schnell, hart und primitiv. da sind es eben die einfachen und direkten techniken die schnell zum ziel führen.

aber wie gesagt jkd ist mit seinen elementen und vor allem auch seiner sehr offenen philosophie eine sehr berreichernde kampfkunst. habe selbst einige jahr jkd, pfs und fma gemacht
"express yourself"

#6 pugilism

    Stammgast

  • Lehrende und Funktionäre
  • 2.356 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Schweiz

  • Kampfkunst:
    AMERI-DO-TE, Sanda, Baguazhang
Offline

Geschrieben 11 Januar 2012 - 14:54 Uhr

Ja und Nein. BL's JKD folgt ganz klaren Prinzipien. The way of the Intercepting Fist. Also der Weg der "eingreifenden, störenden" Faust. Der Stil basiert unter anderem darauf die schnellste und direkteste Anwort auf einen Angriff mittels Konterangriff zu geben.
Um diesem Prinzip gerecht zu werden entwickelte BL seine ganz eigene Kampfstellung und Schrittarbeit. Diese ist ein Hybrid aus Fechten und Boxen. Das ein Bisschen von allem darf nicht mit den Grundprinzipien im Wiederspruch stehen.

Obwohl es in der Werbung immer heisst es sei kein Stil sondern eine Philosophie, ist es für mich persönlich ganz klar ein Stil welcher sich auch an die ursprüngliche Schrittarbeit halten sollte.

Hier der Leadpunch, der wahrscheinlich wichtigste Schlag des JKD. Wichtig dabei das die Starke Hand, also normalerweise Rechts, vorne ist. Er sollte ansatzlos kommen mit vollem Körpereinsatz.

Selbstverteidigung ist die Fähigkeit seinem Gegenüber volle Kanne die Faust in die Fresse zu rammen wenn der Zeitpunkt gekommen ist. SV ist eine Mentale Einstellung. Stilunabhängig meiner Meinung nach.. Ausser du traininerst Aikido dann wird schwierig :15:

Grüsse Pugie

Bearbeitet von pugilism, 11 Januar 2012 - 15:00 Uhr.

- Seinen Kampfstil gegen einen unkooperativen Gegner in einem freundlichen Sparring mal zu testen ist wohl das Mindeste bevor man grosse Reden über dessen Tauglichkeit schwingt.....
- Klassische KK-Attacken:

Stop and freeze Attack: Aus zwei Meter Entfernung wird ein Faustschlag gestartet und die Technik wird durchgezogen komme was wolle, abrupt wird die Bewegung mit ausgestrecktem Arm gestoppt und der grosse Sifu/Sensei kann eine im Minimum, 10 Fachcombofaustattacke demonstrieren. Zweitangriffe sind nicht möglich weil das Chi des Meisters dies verhindert.

Rhino Attack: Aus zwei Meter Entfernung, vielleicht sogar noch mehr, Ausgangsposition im besten Fall noch kniend am Boden, rennt der Angreifer auf sein Ziel los. Der Faustarm bleibt während der ganzen Bewegung gestreckt und man rennt unbeirrt weiter. Sollte sich das Ziel zur Seite bewegen, so rennt man weiter am Ziel vorbei. Sollte das Ziel Kontakt mit dem Angriffsarm aufnehmen so lässt man sich willenlos in ein Wurf oder Hebeltechnik führen. Zweitangriffe sind auch während dieser Bewegung unmöglich wegen einer KI-Blockade welche sich durch das eigene Momentum ergiebt.

Die Wichtigste Regel überhaupt in den klassischen KK's: Wenn wir alle gaaaaaaanz fest daran glauben, dann funktioniert es auch......

#7 Lando

    Schon länger dabei

  • Members
  • 234 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Thai Boxen
Offline

Geschrieben 13 Januar 2012 - 12:56 Uhr

Immer wieder die gleichen Stilfragen. Meiner Erfahrung nach sollte sich Selbstverteidigung primär mit "Taktik" beschäftigen und nur sekundär mit "Technik".

Kurz was ich unter Taktik verstehe:
Mit Taktik umschreibe ich Punkte wie: die mentale Einstellung bei körperlichen Auseinandersetzungen, abrufbare Gewaltbereitsschaft, Wahrnehmnug von Situationen (Menschenmengen) und Fluchtmöglichkeiten.
Einsatz von Waffen zum Angriff und Verteidiung (Schadensbegrenzung), Stresstraining. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Stil im Sinne von Technik ist das Mittel zum Zweck um die oben genannten Punkte zu trainieren und kann persönlich immer anders ausfallen. Je nach Affinität.
Allerdings kann man einige Stile als... wie drücke ich mich aus um nicht "unbrauchbar" zu sagen... umständlich oder uneffiktiv bezeichnen (bezogen auf SV natürlich).
Manche Stile sind sogar gefährlich uns sollte man besser gar nicht trainieren (besonders bei Messerabwehr wird viel Käse unterrichtet).

JKD ist ein Sport uns sollte nicht ernsthaft als SV trainiert werden. Man kann das vielleicht als positiven Nebeneffekt mitnehmen. Schlag und Trittfertigkeiten sind die Basis. Man darf aber auch nicht vergessen, was man
alles vernachlässigt unter SV Gesichtspunkten. Das gilt eigentlich für alle KampfSPORT und KUNST-Arten und das meine ich nicht JKD spezifisch, klar.
Gilt das Video als representativ? Kenne mich mit JKD nicht so gut aus. Jedenfalls sehe ich schonmal die vernachlässigte Deckung, nicht gut für SV. Ist die Kampfstellung eine Grundvorraussetzungen für die Techniken?
Kann man auch aus einem gemütlichen Stand heraus die Technik(en) einigermaßen sinnvoll anbringen?

Bearbeitet von Lando, 13 Januar 2012 - 12:59 Uhr.


#8 pugilism

    Stammgast

  • Lehrende und Funktionäre
  • 2.356 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Schweiz

  • Kampfkunst:
    AMERI-DO-TE, Sanda, Baguazhang
Offline

Geschrieben 13 Januar 2012 - 16:42 Uhr

Könnte es sein dass du Tae Kwon Do meinst? TKD. JKD wird in der Szene garantiert nicht als Sport angeschaut..
- Seinen Kampfstil gegen einen unkooperativen Gegner in einem freundlichen Sparring mal zu testen ist wohl das Mindeste bevor man grosse Reden über dessen Tauglichkeit schwingt.....
- Klassische KK-Attacken:

Stop and freeze Attack: Aus zwei Meter Entfernung wird ein Faustschlag gestartet und die Technik wird durchgezogen komme was wolle, abrupt wird die Bewegung mit ausgestrecktem Arm gestoppt und der grosse Sifu/Sensei kann eine im Minimum, 10 Fachcombofaustattacke demonstrieren. Zweitangriffe sind nicht möglich weil das Chi des Meisters dies verhindert.

Rhino Attack: Aus zwei Meter Entfernung, vielleicht sogar noch mehr, Ausgangsposition im besten Fall noch kniend am Boden, rennt der Angreifer auf sein Ziel los. Der Faustarm bleibt während der ganzen Bewegung gestreckt und man rennt unbeirrt weiter. Sollte sich das Ziel zur Seite bewegen, so rennt man weiter am Ziel vorbei. Sollte das Ziel Kontakt mit dem Angriffsarm aufnehmen so lässt man sich willenlos in ein Wurf oder Hebeltechnik führen. Zweitangriffe sind auch während dieser Bewegung unmöglich wegen einer KI-Blockade welche sich durch das eigene Momentum ergiebt.

Die Wichtigste Regel überhaupt in den klassischen KK's: Wenn wir alle gaaaaaaanz fest daran glauben, dann funktioniert es auch......