Was ist euch wichtig bei einer Kampfkunst / Kampfsportart
Erstellt von Kayashi, Sep 11 2010 18:43 Uhr
27 Antworten in diesem Thema
#22
Geschrieben 03 November 2010 - 14:19 Uhr
...für mich müsste die Frage eher lauten . Wann war Dir was wichtig !
Heute kann ich viel der Meinung(en) Kajihei's abgewinnen.
Erst es haben - dann es halten - dann es benutzen - dann es ansehen - und nun die Suche nach dem richtigen Stein. Plötzlich sind es die kleinen Dinge - der süße Geruch eines Rosenöls der plötzlich den Raum erfüllt - das kippende Tatami omote fällt eh zu Boden
Eine Entwicklung bei der man sich nicht mehr so auf den Salto konzentriert, sondern auf den Tee den man danach trinkt ;-)
(Der Rest ist einfach durch die lange Zeit da - oder auch nicht, dann ist es eh unwichtig gewesen)
Wichtig war einem irgendwann warscheinlich alles einmal. Für alles gibt es wohl eine Zeit - so ist es wohl mit dem "Weg"
mfG
Mark
Heute kann ich viel der Meinung(en) Kajihei's abgewinnen.
Erst es haben - dann es halten - dann es benutzen - dann es ansehen - und nun die Suche nach dem richtigen Stein. Plötzlich sind es die kleinen Dinge - der süße Geruch eines Rosenöls der plötzlich den Raum erfüllt - das kippende Tatami omote fällt eh zu Boden
Eine Entwicklung bei der man sich nicht mehr so auf den Salto konzentriert, sondern auf den Tee den man danach trinkt ;-)
(Der Rest ist einfach durch die lange Zeit da - oder auch nicht, dann ist es eh unwichtig gewesen)
Wichtig war einem irgendwann warscheinlich alles einmal. Für alles gibt es wohl eine Zeit - so ist es wohl mit dem "Weg"
mfG
Mark
#23
Geschrieben 03 November 2010 - 22:23 Uhr
Hallo,
wie mein Vorredner sagte: die Prioritäten ändern sich. Man gewinnt Dingen die man früher für Unsinn hielt plötzlich ne Menge ab. In Techniken die man früher für wertlos hielt entdeckt an heute neue Aspekte.
Ging mir gestern so, auch wenn es nichts direkt mit KK zu tun hat. Ich fand einen alten Expander den ich vor JAhren auf Halde gelegt hatte weil ich nix damit anzufangen wusste. Gestern krame ich das Ding raus und mir fielen zig Übungen ein - nebst der Erklärung warum man damit gut trainieren kann. :-)
Gruß
Tresal
wie mein Vorredner sagte: die Prioritäten ändern sich. Man gewinnt Dingen die man früher für Unsinn hielt plötzlich ne Menge ab. In Techniken die man früher für wertlos hielt entdeckt an heute neue Aspekte.
Ging mir gestern so, auch wenn es nichts direkt mit KK zu tun hat. Ich fand einen alten Expander den ich vor JAhren auf Halde gelegt hatte weil ich nix damit anzufangen wusste. Gestern krame ich das Ding raus und mir fielen zig Übungen ein - nebst der Erklärung warum man damit gut trainieren kann. :-)
Gruß
Tresal
#24
Geschrieben 19 November 2010 - 20:43 Uhr
kaskagir sagte am 03 November 2010 - 14:19 Uhr:
...für mich müsste die Frage eher lauten . Wann war Dir was wichtig !
Und wenn diese Frage beantwortet ist, stellt sich für mich die Frage:
"Was bleibt...?"
(Beispiele für die 3 Pünktchen: "zu tun", "übrig" oder "weil es einfach anhaftet"...)
Bearbeitet von Rio, 19 November 2010 - 20:53 Uhr.
Alles, was lediglich wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch. (Descartes)
übrigens: ich bearbeite meine Beiträge grundsätzlich solange das möglich ist ...
übrigens: ich bearbeite meine Beiträge grundsätzlich solange das möglich ist ...
#25
Geschrieben 02 Dezember 2010 - 21:19 Uhr
Ich stecke jetzt nur im Taekwondo richtig drin. Im eigenen Training als auch in dem, das ich selbst erteile, sind mir Aspekte wie Fitneß, Tradition und Spaß am wichtigsten, wobei Spaß deshalb auch mit vorne steht, weil meine Abteilung fast nur aus Kindern besteht.
Ganz persönlich für mich mag ich hartes, wirklich anstrengendes Training. Ich steh' einfach darauf, beim Training richtig hart rangenommen zu werden und nach jeder Übung völlig außer Atem zu sein.
Ganz persönlich für mich mag ich hartes, wirklich anstrengendes Training. Ich steh' einfach darauf, beim Training richtig hart rangenommen zu werden und nach jeder Übung völlig außer Atem zu sein.
#26
Geschrieben 03 Dezember 2010 - 10:05 Uhr
[quote name='Smoo' timestamp='1284566167' post='637988']
OK so kann ich das noch nachvollziehen, aber selbst dann bleibt es sekundär. Man entwickelt sich nämlich allmählich in Richtung Ästhetik. Das kann nicht von vorne herein Ziel sein. Davor steht Kontrolle, Gefühl... kurz gesagt die Ausführung.
Solange die Technik Physiologisch richtig ausgeführt wird, wird sie von jeder weiteren Person unterschiedlich ausgeführt, da wir nunmal nicht alle gleich sind - Anatomische Feinheiten.
Mein TKD-Wettkampftrainer meinte mal, wenn ich euch eine Technik zeige, dann versucht sie nicht so auszuführen, wie ich, weil ich nunmal anders gebaut bin, versucht sie zu begreifen und zu verinnerlichen, und ich achte darauf, dass sie passt. Es geht darum die Technik zu erwerben und nicht eine Technik abzukupfern, dann wird sie nicht mehr zu einem selbst passen. So ergeben sich die Unterschiede bei den Ausführungen, denn jeder ist nunmal ein kleines bischen anders gebaut. Mein Taekwondo ist nicht dein Taekwondo.
Dem kann ich voll zustimmen, siehe Engramme
http://www.gutefrage.net/frage/was-sind-engramme-aktionspotential-veraenderungen-oder-strukturelle-aenderungen-o-ae
In der Aussage steckte mal wirklich viel Kampfphilosophie.
Das halte ich für Lebenserfahrung, paßt in jedem Gebiet.
Alleine bis zu den Tritthärten, die ich für passabel hielt (und halte) habe ich 4-5 Jahre trainiert.
Genau, die Technik hattest Du verinnerlicht und hast sie nach Deinen Prioritäten ausgebaut.
Vom Kendo aus betrachtet würde ich sagen: voll draufknüppeln kann jeder, wenn man die Technik jedoch verinnerlicht hat, kann man auch differenzieren.
Danach hat sich erst die Ästhetik eingestellt (und die finde ich noch nicht gut und arbeite daran). Wenn man da von Anfang an sein Hauptaugenmerk drauf legt, verdrängt man m.M.n. zu sehr den Bummsaspekt auf den es ankommt.
Ich denke, man sollte die Technik möglichst "sauber" üben, die Muskeln gewöhnen sich dran, die Übung entwickelt sich irgendwann Richtung Reflex und aus dem Aktionspotential der Nervenbahnen kommt auch die Geschwindigkeit.
Richtige Ästhetik für Kampftechniken stellt sich für mich ab da ein, wo sie bei einem unkooperativen Gegner einwandfrei fluppen
Genau, dann hat mans wirklich begriffen.
OK so kann ich das noch nachvollziehen, aber selbst dann bleibt es sekundär. Man entwickelt sich nämlich allmählich in Richtung Ästhetik. Das kann nicht von vorne herein Ziel sein. Davor steht Kontrolle, Gefühl... kurz gesagt die Ausführung.
Solange die Technik Physiologisch richtig ausgeführt wird, wird sie von jeder weiteren Person unterschiedlich ausgeführt, da wir nunmal nicht alle gleich sind - Anatomische Feinheiten.
Mein TKD-Wettkampftrainer meinte mal, wenn ich euch eine Technik zeige, dann versucht sie nicht so auszuführen, wie ich, weil ich nunmal anders gebaut bin, versucht sie zu begreifen und zu verinnerlichen, und ich achte darauf, dass sie passt. Es geht darum die Technik zu erwerben und nicht eine Technik abzukupfern, dann wird sie nicht mehr zu einem selbst passen. So ergeben sich die Unterschiede bei den Ausführungen, denn jeder ist nunmal ein kleines bischen anders gebaut. Mein Taekwondo ist nicht dein Taekwondo.
Dem kann ich voll zustimmen, siehe Engramme
http://www.gutefrage.net/frage/was-sind-engramme-aktionspotential-veraenderungen-oder-strukturelle-aenderungen-o-ae
In der Aussage steckte mal wirklich viel Kampfphilosophie.
Das halte ich für Lebenserfahrung, paßt in jedem Gebiet.
Alleine bis zu den Tritthärten, die ich für passabel hielt (und halte) habe ich 4-5 Jahre trainiert.
Genau, die Technik hattest Du verinnerlicht und hast sie nach Deinen Prioritäten ausgebaut.
Vom Kendo aus betrachtet würde ich sagen: voll draufknüppeln kann jeder, wenn man die Technik jedoch verinnerlicht hat, kann man auch differenzieren.
Danach hat sich erst die Ästhetik eingestellt (und die finde ich noch nicht gut und arbeite daran). Wenn man da von Anfang an sein Hauptaugenmerk drauf legt, verdrängt man m.M.n. zu sehr den Bummsaspekt auf den es ankommt.
Ich denke, man sollte die Technik möglichst "sauber" üben, die Muskeln gewöhnen sich dran, die Übung entwickelt sich irgendwann Richtung Reflex und aus dem Aktionspotential der Nervenbahnen kommt auch die Geschwindigkeit.
Richtige Ästhetik für Kampftechniken stellt sich für mich ab da ein, wo sie bei einem unkooperativen Gegner einwandfrei fluppen
Genau, dann hat mans wirklich begriffen.
"Der Feind ist die Dummheit. (die eigene)"
www.kendo-luebeck.de
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#27
Geschrieben 26 Mai 2011 - 13:14 Uhr
Smoo sagte am 03 November 2010 - 12:07 Uhr:
Hallo zusammen,
Hi Hazel,
Bedürfnisse wecken und so mag auch alles ganz OK sein. Der Meister muss hier aber aufpassen, das hast du an anderer Stelle mit Respekt mal geschildert. Sozialer Umgang etc.
Es muss realistisch sein. Und die Techniken die ein anderer ausführt, kann ich noch so versuchen wie er auszuführen, sie werden dadurch nicht effektiver und erst recht nicht effizienter - im Gegentum.
Die Techniken bleiben immer nur ähnlich, es bilden sich immer "Einzigartigkeiten" heraus. In erster Linie muss ein Fußtritt weh tun. Wenn er dann eine gewisse Perfektion erreicht, wird er mit anderen wenig vergleichbar sein. Er ist vllt. schneller und kraftvoller, als bei dem langen Lulatsch rechts neben mir. Und was tue ich, wenn seine Technik vom Meister auch noch als "schöner" betrachtet wird und er in der Danprüfung dafür auch noch mehr gelobt wird?
Dan
gehe ich der Sache auf den Grund, wenn der andere "nudeliger" ist als ich und für die Meisterimitation gelobt wurde, verlasse ich augenblicklich das Dojo, Dojang, Auto, Flugzeug... Mit solchen Leuten will ich nix zu tun haben.
Das hat jetzt mit dir überhaupt nix zu tun. Nur bringt mich der Gedanke schnell hin zu den Leuten unter denen ich mal trainiert habe. Schönheit wurde hier nach Höher, Schneller, Weiter bemessen (ganz im Sinne der Trainer) --> Das war mords ungesund für die Gelenke. Nichts auf Kontakt oder Pratze.
Ästhetik bildet sich mit der Technik, nicht aber, wenn sie so aussieht wie die vom Trainer.
Welches Bedürfnis außer Gutes Training und lernen zu kämpfen kann man noch haben?
Ist man dann noch Kampfsportler, wenn etwas anderes den Hauptaspekt einnimmt?
LG
Smoo
Hi Hazel,
Bedürfnisse wecken und so mag auch alles ganz OK sein. Der Meister muss hier aber aufpassen, das hast du an anderer Stelle mit Respekt mal geschildert. Sozialer Umgang etc.
Es muss realistisch sein. Und die Techniken die ein anderer ausführt, kann ich noch so versuchen wie er auszuführen, sie werden dadurch nicht effektiver und erst recht nicht effizienter - im Gegentum.
Die Techniken bleiben immer nur ähnlich, es bilden sich immer "Einzigartigkeiten" heraus. In erster Linie muss ein Fußtritt weh tun. Wenn er dann eine gewisse Perfektion erreicht, wird er mit anderen wenig vergleichbar sein. Er ist vllt. schneller und kraftvoller, als bei dem langen Lulatsch rechts neben mir. Und was tue ich, wenn seine Technik vom Meister auch noch als "schöner" betrachtet wird und er in der Danprüfung dafür auch noch mehr gelobt wird?
Dan
Das hat jetzt mit dir überhaupt nix zu tun. Nur bringt mich der Gedanke schnell hin zu den Leuten unter denen ich mal trainiert habe. Schönheit wurde hier nach Höher, Schneller, Weiter bemessen (ganz im Sinne der Trainer) --> Das war mords ungesund für die Gelenke. Nichts auf Kontakt oder Pratze.
Ästhetik bildet sich mit der Technik, nicht aber, wenn sie so aussieht wie die vom Trainer.
Welches Bedürfnis außer Gutes Training und lernen zu kämpfen kann man noch haben?
Ist man dann noch Kampfsportler, wenn etwas anderes den Hauptaspekt einnimmt?
LG
Smoo
Hi Smoo, wenn auch meine Antwort spät kommt, möchte ich trotzdem noch auf diesen Punkt eingehen. Bin ja leider aus Zeitgründen nicht mehr so oft im Forum.
Du hast völlig recht, wenn die Technik stimmt, dann geht auch die Ästhetik mit einher. Ich sage ja, daß die Techniken schon richtig gemacht bzw. demonstriert werden müssen. Ich bin aber auch der Meinung, daß es gerade für neue Schüler ästhetisch aussehen soll. Wirksamkeit und Ästhetik stehen für mich schon im Vordergrund.
Natürlich auch der soziale Aspkt, keine Frage.
Hazel
#28
Geschrieben 01 Juni 2011 - 23:33 Uhr
@Hazelrah
Dies möchte ich etwas philosopisch sehen (wieder dieses böse Wort...): Wenn du Wirksamkeit im Straßenkampf, K1 etc. meinst, dann sind ästhetische Techniken eher die Verlierer. Wenn du die Resonanz meinst, die ästhetische Techniken in unserem Geist hervorrufen, sind sie hochwirksam. Alles eine Frage der Sichtweise und der Einstellung des Betrachters.
Gute Nacht, Reinhold
Zitat
Wirksamkeit und Ästhetik stehen für mich schon im Vordergrund.
Dies möchte ich etwas philosopisch sehen (wieder dieses böse Wort...): Wenn du Wirksamkeit im Straßenkampf, K1 etc. meinst, dann sind ästhetische Techniken eher die Verlierer. Wenn du die Resonanz meinst, die ästhetische Techniken in unserem Geist hervorrufen, sind sie hochwirksam. Alles eine Frage der Sichtweise und der Einstellung des Betrachters.
Gute Nacht, Reinhold
"Zu reden, ohne zu wissen, ist unklug. Zu wissen und zu schweigen, ist feige." Han Fe Tse



