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Funktioniert Vo-Dao-Viet-Nam wirklich?


11 Antworten in diesem Thema

#1 Shaytan

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Geschrieben 12 September 2010 - 16:02 Uhr

Hallo,

ich möchte jetzt hier keine dieser unsäglichen Diskussionen über die Effektivität (x ist besser als y und z ist was für pussys) starten. Ich habe mir ein paar Videos über Vo-Dao-Viet-Nam angeschaut und die Kampfkunst hat mich beeindruckt.

Mich interessiert es einfach, ob die Technike der Beinscheren (vor allem zum Hals) im Kampf überhaupt so möglich sind. Teilweise sind die Kämpfe relativ statisch, d.h. der eine bleibt stehen, der andere nimmt Anlauf und springt die Schere an den Hals. Oder sind das eher "Show-Techniken"? Sehen gut aus, werden aber selten im Kampf angewendet?

Viele Grüße
Viele Wege führen den Berg hinauf, doch von oben ist die Aussicht immer gleich.

Chin. Weisheit

#2 big X

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Geschrieben 12 September 2010 - 17:00 Uhr

es kann gute gründe geben, besagte schere nicht im kampf einzusetzen.

bei wettkämpfen:
diese technik ist, so sie angewendet werden kann extrem gefährlich für die wirbelsäule. deshalb werden wohl alle regelsysteme diese technik verbieten. jedenfalls hätte ich als veranstalter keinen bock darauf nach dem wettkampf tote mit gebrochenem genick erklären zu müssen.

in der SV:
die technik ist artistisch, kompliziert, fehleranfällig, langsam. wer sowas in einer auseinandersetzung anwenden kann, hatte vorher 526 andere möglichkeiten den gegner zu erledigen. wäre also vor deutschen richtern verurteilbar (notwehr-xcess greift hier imho nicht mehr).
ausserdem, wer solche techniken BEHERRSCHT in einer solchen situation, sollte sich nicht mehr mit lappen streiten. der tritt dann gegen heman und den hulk an :), die können sowas aber ab.

ich habe diese technik einmal während eines show-rodas gesehen. zur erklärung: im roda ist alles improvisiert.
2 mestres spielten miteinander. schnelles tempo. als auf einmal einer dem anderen mit den füssen an den hals sprang und diese schere ansetzte. ich hörte es schon knacken. doch sein gegenspieler ging mit der drehung mit, machte einen seitlichen salto aus dem stand und landete gesund & munter auf den füssen. beide spielten weiter :D.
ich habe schwer gestaunt :).

#3 Richard

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Geschrieben 16 September 2010 - 14:21 Uhr

Beitrag anzeigenShaytan sagte am 12 September 2010 - 16:02 Uhr:

Hallo,

ich möchte jetzt hier keine dieser unsäglichen Diskussionen über die Effektivität (x ist besser als y und z ist was für pussys) starten. Ich habe mir ein paar Videos über Vo-Dao-Viet-Nam angeschaut und die Kampfkunst hat mich beeindruckt.

Mich interessiert es einfach, ob die Technike der Beinscheren (vor allem zum Hals) im Kampf überhaupt so möglich sind. Teilweise sind die Kämpfe relativ statisch, d.h. der eine bleibt stehen, der andere nimmt Anlauf und springt die Schere an den Hals. Oder sind das eher "Show-Techniken"? Sehen gut aus, werden aber selten im Kampf angewendet?
Big X hat das glaube ich schon richtig eingeordnet. Eine Sache noch, weswegen ich so etwas (selbst wenn ich es gut könnte) nie ohne Matte versuchen würde: der Kram ist gefährlich für den Ausführenden. (Gilt auch für Flying Armbars, Flying Triangles und andere Angeber-Techniken.) Wenn der Angegriffene einen ein bisschen auf Distanz halten kann und instinktiv einen Schritt zurück und auf die Knie geht, fällt man glaube ich ziemlich schmerzhaft.

#4 Luggage

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Geschrieben 03 Mai 2011 - 10:33 Uhr

Beitrag anzeigenbig X sagte am 12 September 2010 - 17:00 Uhr:

es kann gute gründe geben, besagte schere nicht im kampf einzusetzen.

bei wettkämpfen:
diese technik ist, so sie angewendet werden kann extrem gefährlich für die wirbelsäule. deshalb werden wohl alle regelsysteme diese technik verbieten. jedenfalls hätte ich als veranstalter keinen bock darauf nach dem wettkampf tote mit gebrochenem genick erklären zu müssen.
Bei uns im Vovinam gibt es 21 Don Chan, darunter verschiedene Beinscheren und alle sind im Wettkampf erlaubt (http://www.rfviet.co...ead.php?t=21857). Nr. 11-20 führen bei Erfolg sogar zum sofortigen Sieg. Unser Wettkampf ist im Prinzip VK-Kickboxen mit einigen Vovinam-spezifischen Abweichungen und einem Punktesystem, das bestimmte Vovinam-typische Verhaltensweisen belohnen soll, da bekommen das natürlich nur ausgesprochene Experten hin, aber es ist schon vorgekommen (gibts auch Videos im Internet von, finde sie gerade nicht auf die Schnelle). Ich finde es zwar auch ziemlich gefährlich und hätte keine Lust, sowas (speziell zum Hals) abzubekommen, aber es geht. Sie sind konzeptionell auch weniger gefährlich für den Ausführenden, als etwa der genannte Flying Armbar, weil man nicht schon von der Technik her auf den Rücken fällt, sondern sich stets so dreht, dass man mit den Händen zuerst zu Boden geht.

Bearbeitet von Luggage, 03 Mai 2011 - 10:34 Uhr.


#5 tomow

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Geschrieben 04 Mai 2011 - 07:51 Uhr

Techniken wie der Flying Ambar oder die Don Chan zum Kopf sind schwer auszuführen, weil die Kämpfer im Vovinam Vietvodao-Freikampf Schutzwesten tragen. dadurch ist man in der Bewegung eingeschränkt. Gefährlicher finde ich Beinschrensprünge in die Beine, wie z.B. Don Chan Nr. 3, weil es da schnell zu Verletzungen der Knie, Bänderrissen usw. kommen kann. Nich umsonst hat z.B. Judo solche Würfe (z.B. Kani-Basami) im Wettkampf verboten.

#6 Luggage

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Geschrieben 04 Mai 2011 - 12:51 Uhr

Beitrag anzeigentomow sagte am 04 Mai 2011 - 07:51 Uhr:

Techniken wie der Flying Ambar oder die Don Chan zum Kopf sind schwer auszuführen, weil die Kämpfer im Vovinam Vietvodao-Freikampf Schutzwesten tragen. dadurch ist man in der Bewegung eingeschränkt.
Ich finde die Westen hindern vorallem bei Beinscheren zum Torso, garnicht so sehr die des Ausführenden, sondern die des Gegners - ich komme mit meinen kurzen Beinchen schon kaum um dickere Trainingspartner ganz ohne Weste rum, mit einer solchen den Torso noch fest zu umklammern ist super schwer. Dagegen finde ich, dass man selbst durch die Westen erstaunlich wenig eingeschränkt wird, ist man erstmal an das Gewicht und den Hitzestau gewöhnt, bemerkt man die Westen kaum noch.
Dagegen ist der behelmte Kopf wohl sogar etwas leichter mit den Beinen zu umklammern und festzuhalten, ohne dass man abrutscht, als ohne. Die Beinschienen könnten dabei aber noch etwas hinderlich sein... Egal, es ging mir darum anzumerken, dass es entgegen der Aussagen hier sowohl Wettkampfsysteme gibt, wo Beinscheren erlaubt sind als auch funktionieren.

Zitat

Gefährlicher finde ich Beinschrensprünge in die Beine, wie z.B. Don Chan Nr. 3, weil es da schnell zu Verletzungen der Knie, Bänderrissen usw. kommen kann. Nich umsonst hat z.B. Judo solche Würfe (z.B. Kani-Basami) im Wettkampf verboten.
Ja, ich finde egtl. alle Beinscheren unter Kampfbedingungen bedenklich. Wobei ich mir lieber noch die Knie verletzen lasse, als den Hals... Natürlich hast du Recht, dass die Gefahr und damit Häufigkeit, ein solches Ding an den Beinen angesetzt zu bekommen deutlich höher ist, als am Hals. Bleibt zu hoffen, dass der Betroffene Don Chan oft genug geübt hat, um sich so zu verhalten, dass er ohne Verletzung fällt.

#7 tomow

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Geschrieben 18 Mai 2011 - 07:52 Uhr

Für das Vovinam-Training ist das aber nicht so wichtig: wichtig ist, dass es einfach Spass macht! Auch in anderen Stilen, z.B. Capoira oder Ju-Jutsu, gibt es verspielte Techniken, die einfach Spaß machen und eine Herausforderung sind.

#8 Luggage

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Geschrieben 18 Mai 2011 - 12:52 Uhr

Beitrag anzeigentomow sagte am 18 Mai 2011 - 07:52 Uhr:

Für das Vovinam-Training ist das aber nicht so wichtig: wichtig ist, dass es einfach Spass macht! Auch in anderen Stilen, z.B. Capoira oder Ju-Jutsu, gibt es verspielte Techniken, die einfach Spaß machen und eine Herausforderung sind.
Ja klar, aber das war hier nicht gefragt. Ich finde auch, dass vieles was die Athletik fördert und entwickelt, indirekt Kampfrelevanz hat. Ein Kampf wird nämlich gleich nach dem psychischem Moment von dem mit der besseren Athletik entschieden. Techniken kommen erst an letzter Stelle. Mit immer dem gleichen Lowkick gegen Pratzen und Sandsack übe ich vllt. eine hoch kampfrelevante Technik, aber mein Körper braucht neue, herausforderntere Aufgaben um sich weiter entwickeln zu können. Beinscheren sind, wie kompliziertere Quyen (Formen) auch, eine solche Herausforderungen an Koordination, Kraft und Präzision, die helfen, sich weiter zu entwickeln - auch ganz unabhängig von einer 1:1 Umsetzung im Kampf.

#9 soto-deshi

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Geschrieben 17 Juli 2011 - 14:38 Uhr

Hallo Luggage,

Du stellst eine Antwort in den Raum:

Zitat

Ein Kampf wird nämlich gleich nach dem psychischem Moment von dem mit der besseren Athletik entschieden. Techniken kommen erst an letzter Stelle. Mit immer dem gleichen Lowkick gegen Pratzen und Sandsack übe ich vllt. eine hoch kampfrelevante Technik, aber mein Körper braucht neue, herausforderntere Aufgaben um sich weiter entwickeln zu können. Beinscheren sind, wie kompliziertere Quyen (Formen) auch, eine solche Herausforderungen an Koordination, Kraft und Präzision, die helfen, sich weiter zu entwickeln - auch ganz unabhängig von einer 1:1 Umsetzung im Kampf.

mit der ich mich nicht anfreunden kann. Was entscheidet einen Kampf? Sieh Dir eimal in eurosport K1 an, nicht der Kämpfer mit der besseren Athletik - sondern der mit der bessern psysischen Einsellung, den besseren Kampftechniken und Kampfverhalten entscheidet den Kampf für sich.
K 1 World Grand Prix Finale, Semmy Schilt tritt gegen Peter Aerts an - ...

Vergleiche das Vollkontakt- Karate- Training - mit Deinem Training. Das Kampfverhalten ist verschiedenen, wenn der Wettkampf ohne Schutzausrüstung ( Kyokushin-kai Karate, Ashihara- Karate) oder mit K 1, Kickboxen mit Hand-und Fußschutz , Taekwondo mit Schutzweste, usw. ausgetragen wird.

Oder einfach das Sumo. Auch dort wird nicht automatisch der schwerere Sumotori der Sieger in einem Kampf.

Bin auf einen - freundlich geführten - Meinungsaustausch gespannt.

soto-deshi

#10 Luggage

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Geschrieben 17 Juli 2011 - 15:36 Uhr

Ich dachte nach deiner umfangreichen Bibliothek hättest du wenigstens lesen gelernt:

Zitat

Ein Kampf wird nämlich gleich nach dem psychischem Moment von dem mit der besseren Athletik entschieden...
Psyche ist wichtiger als Athletik, Athletik wichtiger als ausgefeilte Techniken. Ich spreche von der Straße, was deine ganzen verschiedenen Sport-Vergleiche sollen, verstehe ich nicht. Auf der Straße gewinnt in der Regel der agressivere, der abgebrühtere. An zweiter Stelle kommen Größe, Gewicht, Kraft und Schnelligkeit - Athletik. Nicht umsonst gibt es im Sport Gewichtsklassen. Das ist übrigens auch der Ort, wo Technik und Strategie zählen - im Sport, wo du auch nach Punkten gewinnen kannst, wo du eine bestimmte Kampfdauer strategisch überbrücken musst, wo es Gewichtsklassen und ein geklärtes Setting gibt und wo jemand dazwischen geht, wenn du unterliegst.

#11 soto-deshi

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Geschrieben 18 Juli 2011 - 08:28 Uhr

Hallo lieber Luggage,

ich bedanke mich für Deinen Hinweis auf meine umfangreiche Büchersammlung - übrigens lautete die Frage: Funktioniert Vo Dao-Viet-Nam wirklich?

Nach Deiner sachlichen Antwort auf meine Gedanken, bist Du sicher auch bereit , Fragen zu beantworten?
Woher hast Du Deine Sachkenntnisse zur Selbstverteidigung? Denn Du schreibtst - ich spreche von der Straße!
Wie verhalte ich mich dort - ist eine Antwort - die ich im Ju-Jutsu nie gefunden habe - auch nicht in Büchern dieser Kampfsportart.

Leider - oder besser - habe ich keine Erfahrungen auf der Straße mehr sammeln müssen - nachdem ich bei den Feldjägern aufgehört habe, wobei die Situation dort eine völlig andere war.
Marc Animal Mac Yong hat ein tolles Buch, Sicherheit in der City, geschrieben - ja wieder ein Buch. Ich war und bin der Ansicht - das Erkennen und Vermeiden - ist besser als sich in einer Schlägerei ohne Regeln behaupten zu müssen. Woher erhalte ich aber das Wissen um dieser Gefahr aus dem Wege zu gehen?
Daher stimme ich Dir völlig zu - das Training einer Kampfsportart und das was die Selbstverteidigung auf der Straße erfordert - sind zwei völlig verschiedene Schuhe.

Sollte nicht daher die Frage lauten- Vo-Dao-Viet-Nam - funktioniert im Training und bin ich in dieser Kampfsportart gut ausgebildet - so bin ich für einen Angreifer keine leichte Beute mehr. Aber es ist immer besser eine Gefahr zu erkennen und ihr aus dem Weg zu gehen.

Zitat

Ich dachte nach deiner umfangreichen Bibliothek hättest du wenigstens lesen gelernt:

Zitat

Ein Kampf wird nämlich gleich nach dem psychischem Moment von dem mit der besseren Athletik entschieden...

Ich denke wir sprechen von dem Verhalten auf der Straße. Stellt sich nicht dort für mich auch die Frage, bin ich wirklich bereit diese Person zu verletzen?
Sucht der Angreifer einen wirklichen Kampf mit einem gleichwertigen Gegner oder doch nur ein Opfer?
Welche Rolle spielt meine Körpersprache - welche meine Strategie? Bin ich unvorbereitet - oder bin ich bewaffnet - Escriam Stock ?? Viele Fragen auf die Du mir sicher eine Antwort geben wirst.

Vielen Dank auch den sachlichen Meinungsaustausch....soto-deshi

#12 kwasilev

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Geschrieben 04 März 2012 - 08:50 Uhr

Duell im Sporthalle und Selbstverteidigung auf der Strasse. Das ist sehr gut, das Sie machen Unterschied. Auf dieser Basis können wir diskutieren. Leider, spreche ich Deutsch nicht so gut. :)