Zitat
.......Jemand, der körperlichen Kontakt generell ablehnt, ist aber denk ich bei den kontaktintensiveren Kampfsportarten genauso falsch wie jemand, der ihn aus den falschen Gründen sucht.
hmm, das muss nicht so sein.
ich selbst hatte von jugend an erhebliche probleme mit körperlicher nähe anderer menschen.
das ist etwas, das man, meiner meinung nach, lernen muss.
ich konnte nie leute zur begrüssung oder verabschiedung umarmen usw.
das hat sich seit meinen aikidozeiten massiv verändert. der körperkontakt wurde sehr normal.
heute umarme ich gerne menschen und initiiere das auch von mir aus. es spielt keine rolle, ob es dann ein mann oder eine frau ist. das hat für mich nichts sexuelles.
im training mache ich mir wenig gedanken, wo ich einen mann berühre oder ich berührt werde.
ich konzentriere mich auf die übung - mehr nicht.
manchmal machen wir vorübungen, wo man sich automatisch einen gleichgeschlechtlichen partner sucht - sollte es nicht aufgehen habe ich auch kein problem, obwohl ich zugeben muss, das mir nicht bei jedem diese nähe recht ist. das ist aber nur ein erster gedanke und verflüchtigt sich im eifer des gefechts.
interessanterweise habe ich dann auch bei den vorübungen öfters mit einer trainingskollegin geübt, von der ich zuerst vermutete und später wusste, dass sie auf frauen steht.
ich denke, es war für sie eher ein problem als für mich. sie blieb aber immer sachlich.
da es aber für sie (und für mich) definitiv klar ist, dass ich nicht auf frauen stehe, habe ich da auch keine berührungsängste.
eine anekdote habe ich aber noch.
im aikido gibt es einen angriff, bei dem der partner von hintten gegriffen und die hände festgehlaten werden. man kann diesen angriff nur vernünftig ausführen, wenn der partner hinten nah am angegriffen steht, d.h. ein nahezu kompletter körperkontakt stattfindet - gerade auch an heikleren stellen.
ein lehrer bei einem seminar hat sich dann über einen angreifer amüsiert, der zwar von hinten geriffen hat, aber einen beachtlichen abstand mit der hüfte zu ihm beibehielt.
irgendwann meinte er, dass das son nicht geht. er wolle gefälligst seinen "schwanz spüren".
der lehrer hat eher einen ruf als weiberheld, den er auch lange zeit eifrig pflegte.
er begründete zum beispiel die sitte bei der begrüssung leute zu umarmen im ursprung damit, dass geprüft wird, ob jemand waffen dabei hatte.
ausserhalb der mattenfläche schien er diesbezüglich, gerade gegenüber frauen sehr mistrauisch zu sein