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Karate-Lehrbücher…wirklich nichts Neues?


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13 Antworten in diesem Thema

#1 HOPLOblog

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Geschrieben 06 März 2011 - 10:20 Uhr

Im Jahr 1922 kam das erste Karatebuch der Welt – Ryukyu Kenpo Karate von Funakoshi Gichin – auf den Markt. Seit diesem wichtigen Datum ist die Zahl der Karate-Publikation nahezu explosionsartig angestiegen. Jedes Jahr finden sich neue Bücher in den Regalen. Eigentlich eine recht positive Entwicklung, so sollte man meinen.

Bei den meisten allerdings handelt es nicht gerade um innovative Werke, die mit neuen Erkenntnissen aufwarten. Lehrbücher mit Anleitungen, wie Hand- und Fußtechniken richtig auszuführen sind, sowie Beschreibungen von Kata und deren Anwendungsbeispiele gibt es inzwischen en masse. Exemplarisch für das Shotokan haben Nishiyama (1960), Nakayama (1966), Kase (1974) und Kanazawa (1981) – Lehrbücher geschrieben. Für den deutschsprachigen Raum haben beispielsweise Seydel (1961), Pflüger (1969) und Wichmann (1983) gute Fachbücher veröffentlicht. Warum ist es also notwendig, immer wieder neue Bücher aufzulegen, die aber inhaltlich nicht wirklich etwas Neues bringen? Sicherlich gibt es finanzielle und verbandspolitische Motivationen. Aber einen Sinn macht es dennoch nicht. Allein für den Zeitraum 2000 bis 2010 lassen sich mindestens acht, aus Deutschland stammende Neupublikationen ausfindig machen: alle mit Shotokan-Bezug.

Darüber hinaus gibt es einen anderen wichtigen Punkt, der viel zu selten ernst genommen und von einigen Verlagen nicht ausreichend geprüft wird: Plagiarismus. Viele Autoren schreiben ab, ohne die Quelle zu nennen. Vor einer Kaufentscheidung sollte man daher immer mit dem entsprechenden Bewusstsein genau prüfen, ob ein Buch tatsächlich den Kauf wert ist.

#2 HAI

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Geschrieben 06 März 2011 - 10:42 Uhr

Moin,
lieber Hoploblog,
was soll mir dein Text jetzt sagen?
Das ich mir die Quellen anschauen soll?

gruss Hai
****
DE OPPRESSO LIBER Freiheit den Unterdrückten
Leitspruch der US Army Special Forces
****

#3 Taysoku

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Geschrieben 07 März 2011 - 12:50 Uhr

Hm - das zielt in die Richtung, in der ich heute hier eine Frage posten wollte:

Welche Karatebücher (deutschsprachig) sollte man haben? Für mich als Nichthistoriker und Nichterleuchteter ist eine seriöse Quellenwahl sehr schwer. Mich interessieren historische Betrachtungen und Lehrbücher, die ein solides Grundgebäude darstellen.

Vielleicht führt die Beantwortung meiner Frage ja auch zu einer Erkenntnis bzgl. Hoploblogs Frage/Statement?

Tay
Meine Lehrgangsempfehlungen:
Seminar mit Hidetoshi Nakahashi und Carlos Molina
am 19. und 20.5.2012 in Berlin
Infos unter http://www.shingitai...mid=122&lang=de

#4 FireFlea

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Geschrieben 07 März 2011 - 17:59 Uhr

Beitrag anzeigenTaysoku sagte am 07 März 2011 - 12:50 Uhr:

Welche Karatebücher (deutschsprachig) sollte man haben? ... historische Betrachtungen

Henning Wittwers "Shotokan – überlieferte Texte & historische Untersuchungen" und "Karatedo - Der Weg der Leeren Hand" bzw. "Die Lehre des Karatedo" von Heiko Bittmann.
"Es gibt keine Abkürzung, sondern nur Arbeit, Schweiß und Schmerzen." Choshin Chibana

#5 Volker

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Geschrieben 07 März 2011 - 18:24 Uhr

Ja. Gute Bücher zur Historie.

Zu den wichtigen Technikbüchern rechne ich noch immer alle Titel von Nakayama (Shotokan) und Oyama (Kyokushin). Sie sind selbst nach Jahrzehnten auch buchtechnisch sehr gut aufbereitet und geben Zeugnis davon, was das Karate neben dem sportlichen Wettkampf zu bieten hat.

Ansonsten muß man feststellen, daß der größte Input im Englischen geliefert wird.

v.

Bearbeitet von Volker, 07 März 2011 - 18:31 Uhr.


#6 Taysoku

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Geschrieben 08 März 2011 - 12:09 Uhr

Beitrag anzeigenFireFlea sagte am 07 März 2011 - 17:59 Uhr:

Beitrag anzeigenTaysoku sagte am 07 März 2011 - 12:50 Uhr:

Welche Karatebücher (deutschsprachig) sollte man haben? ... historische Betrachtungen

Henning Wittwers "Shotokan – überlieferte Texte & historische Untersuchungen" und "Karatedo - Der Weg der Leeren Hand" bzw. "Die Lehre des Karatedo" von Heiko Bittmann.

Die habe ich schon :-).
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#7 FireFlea

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Geschrieben 08 März 2011 - 12:41 Uhr

Beitrag anzeigenTaysoku sagte am 08 März 2011 - 12:09 Uhr:

Die habe ich schon :-).

Auf Deutsch gibt es sonst eben nicht viel. Als technische Lehrbücher sind für Shotokaner natürlich die Werke von Funakoshi selbst interessant, sonst (je nach Ausrichtung) die Bücher von Egami, Nakayama, Nishiyama, Kanazawa...
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#8 soto-deshi

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Geschrieben 08 März 2011 - 15:12 Uhr

[quote name='Taysoku' timestamp='1299582569' post='652452']

Hallo Taysoku,

sieh Dir mal ein Buch über einen Ableger des Shotokan-Karate an, Taekwondo, von Konstantin Gil, " Illustriertes Handbuch des Taekwondo " , bei amazon,

dazu mein Standart- Buch: Modernes Karate, von T. Okazaki, auch bei amazon,

weiter mit Vollkontakt Karate-Training, von Höller/Maluschka, Meyer & Meyer Verlag, gute Hinweise für den Trainingsaufbau, Techniken die wirklich angewendet werden können- auch in der SV.

soto-deshi

#9 DerSchleifer aus Fulda

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Geschrieben 08 März 2011 - 15:30 Uhr

Na ja, ich denke mal McCarthy's Bücher sollten sicherlich in keiner Bibliothek fehlen. ^^
Tradition bedeutet nicht die Erhaltung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers! - Unbekannt

Fehler sind nicht der Ausdruck von Mangel, sondern der Schatten des Könnens! - Unbekannt

Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir nur gingen. - Kurt Marti

#10 Carsten San

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Geschrieben 29 Juli 2011 - 20:08 Uhr

Heute ist dies hier bei mir angekommen:
Eingefügtes Bild
Mal nicht so ein Standardwerk mit den allgemein bekannten Fakten, welche, wie vom Threadersteller schon erwähnt, immer wieder neu angerührt werden.
Michael Ehrenreich setzt sich hier ausführlich mit der derzeitigen Entwicklung unseres Karates auseinander und hält dafür auch einige inspirierende Antworten parat.
Das Vorwort lässt schon gut durscheinen, was einem hier erwartet. Hier die Leseprobe:
Leseprobe: Über den Kampf - Vorwort
Ich habe auch einige Karate-Bücher im Regal stehen, welche nur Kurzzeitig mein Interesse wecken konnten und jetzt nur noch als Staubfänger dienen. Dieser gehaltvolle Schinken jedoch wird sich da sicherlich nicht dazu gesellen!

Wer für die Leseprobe grad keine Zeit hat, hier die letzten Zeilen davon, welche das Wesentliche herausstellen:
Die Kampfkunstwelt im Allgemeinen und das Shôtôkan Karate im Besonderen haben sich in den letzten dreißig Jahren ebenfalls dramatisch verändert. Daher ist es jetzt an der Zeit, die Schwerpunkte des Karatetrainings erneut zu justieren. Wir müssen uns wieder mehr an dem Anspruch orientieren, den wir an eine Kampfkunst
stellen. Den Respekt als Kämpfer haben wir nach außen schon leider lange verloren. Viel schlimmer ist allerdings, dass wir inzwischen auch innerhalb des Karate an unseren kämpferischen Fähigkeiten zweifeln.
Dieses Buch ist an all jene gerichtet, die Auswege aus der Sackgasse des bloßen Techniktrainings suchen. Es zeigt Wege, die es uns erlauben, uns als Kämpfer neu zu positionieren.

Bearbeitet von Carsten San, 29 Juli 2011 - 20:10 Uhr.


#11 Masushi

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Geschrieben 11 August 2011 - 16:14 Uhr

Beitrag anzeigenCarsten San sagte am 29 Juli 2011 - 20:08 Uhr:

Heute ist dies hier bei mir angekommen:
Eingefügtes Bild

Bei mir auch. :)

Der erste Eindruck: Ein Buch mit interessanten Übungen für Makiwara, Sandsack und Pratzen. Gute Fotos und Beschreibungen, soweit ich das bis jetzt beurteilen kann. Ich bin mal gespannt, ob die Übungen mir helfen, mein Karate zu verbessern.

#12 Taysoku

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Geschrieben 12 August 2011 - 09:33 Uhr

Um auf die Ursprungsfrage zurückzukommen:

Es gibt etwas wirklich Neues bzgl. des Karates:

Bücher über Kinder-Karate!

Die gab es meines Wissens früher nicht und sind eine recht neue "Errungenschaft". Letztes Wochenende hat Tochter Nr. 1 das Kinderkaratebuch von Marié bekommen. Das ist sehr schön gemacht und die 19,80 € allemal wert. 90% der Kinderkaratetrainer sollten das mal gelesen haben. Dann bekommen sie einen Eindruck, was sie im Unterricht bisher ausgelassen haben. Tochter Nr. 1 hat auf jeden Fall schon einige Ideen daraus für ihre Kindergruppe extrahiert.

Auch das Buch von Klaus Hirsch, Karate kinderleicht erklärt, ist sehr gut für Kids.

Tay
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#13 Carsten San

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Geschrieben 12 August 2011 - 15:17 Uhr

Ja, Kinder sind nunmal keine kleinen Erwachsenen.

#14 Kenkon

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Geschrieben 13 August 2011 - 08:50 Uhr

Beitrag anzeigenCarsten San sagte am 29 Juli 2011 - 20:08 Uhr:

Heute ist dies hier bei mir angekommen:<br /><img src="http://www.schlatt-Dieses Buch ist an all jene gerichtet, die Auswege aus der Sackgasse des bloßen Techniktrainings suchen. Es zeigt Wege, die es uns erlauben, uns als Kämpfer neu zu positionieren.

Technik mit Kihon gleichzusetzen und zu argumentieren -Technik ist wenig sonst müssten Kata Athleten Kumite dominieren - ist entweder Polemik oder ein echter Mangel an Kenntniss Kampfrelevanter Technikausführungen.
Von zwei ansonsten eher gleichwertigen Kampfgeistschweinen gewinnt nämlich m.E. wieder der mit der angemesseneren Technik.

Milde kreativer Umgang mit Altbekanntem scheint mir dieses Buch. Nach meinem sehr oberflächlichen Leseprobeneindruck.
Unterarmkraft stärken und regelmäßiger Lösejab ist vernünftig, aber mehr auch nicht.

Guck es mir aber an - vielleicht ist es ja mehr als die Leseprobe verspricht.
Wenn ich allerdings an Wiederständen trainiere, dann doch am besten mit den Dynamiken die sich im Kampf ergegeben oder beim überfallartigen Zuschlagen auch Kraftentwickelnd bewähren und nicht mit der alten Makiwara-Kihonstatik.
Aufrechter Oberkörper mit Kinn auf gerader Linie hinter dem Arm ist ebenso technische Sackgasse. Wofür gibts denn Yama Tsuki und ähnliches.Vielleicht kommt ja was dazu im Buch rüber. Mal gucken.

Aber diese und die anderen Buchempfehlungen hier find ich auf jeden Fall gut. Schöner Thread.
Mal verliert man, mal gewinnt der Andere.