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Schwert im Bujinkan


177 Antworten in diesem Thema

#1 Daemonday

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Geschrieben 10 März 2011 - 01:05 Uhr

Hi
Aus gegebenen Anlass ist mein neues theorethisches Projekt im Bujinkan Kenjutsu. Ich möchte bis mitte nächstes Jahr ein kleines Essay (weniger als 100 DIN A4 Seiten) als meine Facharbeit erstellen das sich mit der japanischen Schwertkunst aus Sicht des Bujinkan befasst.

Inhaltsmässig soll folgendes erhalten sein:

-Geschichte des Japanischen Schwertes
-Herstellung eines Japanischen Schwertes
-Verschiedene Schwerttypen
-Schwert im Detail (also welche Arten von Sori es z.B. gibt)
-Schwertbasics (z.B.Wie halte ich es?, was kann ich damit machen?, wie bekomme ich es aus der Saya und wieder zurück?)
-Überblick über Kenjutsu im Bujinkan
-Einige ausgewählte Kata im Detail

Warum schreib ich nun im Forum?
Nunja ich will mich nicht verleiten lassen Infos ungeprüft zu übernehmen oder meine eigenen Vermutungen einfach so niederzupinseln. Deswegen will ich hier, immer wen mir etwas unklar ist, um Rat fragen.

Ich werde morgen mal die ersten Fragen die ich habe grob ausformulieren.

Lg
Micha
-Michael May-

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#2 KAJIHEI

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Geschrieben 10 März 2011 - 01:39 Uhr

Na da haste dir ja was vorgenommen Micha :respekt:
Gruß
Kaji

PS : Na a bissl helfen werd ich schon. :)
Lang lebe die Eineindeutigkeit der Zweideutigkeit !

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#3 Daemonday

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Geschrieben 10 März 2011 - 14:55 Uhr

Naja irgend ne Facharbeit muss ich ja im laufe des nächsten Jahres abgeben^^.

Zitat

PS : Na a bissl helfen werd ich schon
Danek darauf hatte ich iwie schon gehofft.

Die ersten paar Fragen:

1. Sunobi Tanto, Kogusoku, Koshi Gatana oder Mijikai Gatana bezeichnen ja im allgemeinen lange Tanto. Alle diese Typen schauen für mich optisch gleich oder zumindest sehr ähnlich aus. Reden wir hier also von vielen Namen für die selbe Sache oder gibt es Unterschiede die mir nur nochnicht aufgefallen sind?

2. ab wann ist ein Nagamaki ein Nagamaki? Die Exemplare die ich bisher in Museen, in Büchern oder im Bujinkan gesehen habe ist es eine normallange Schwertklinge auf einem Griff der mindestens so lang ist wie die Klinge. Allerdings hab ich von mehreren Quellen auch schon für Schwerter gehört die bei 78cm Klinge 42cm Griff haben.

3. Wenn man ein Nihonto geschmiedet hat geht es danach zum Schleifen. Soweit ist mir das ja klar aber wer baut danach die Montierungen? In den meisten Büchern und Dokus die ich habe wird dieser Teil komplett unterschlagen.

4. An Tachi hängen ja häufig so Bomel dran (Tsuya Kanamono = Quaste)(Tenuki O bzw. Udenuki O = Die Kordel mit dem die Quaste angebracht wurde) Weiß jemand zufällig wozu die gut sind? reine Deko oder doch iwie ein praktischer Zweck?

5. Hatsumi bezeichnet mit dem Begriff Ninjato alle Schwerter die den 3 Ninpo Ryu entstammen. Aus der Togakure sind mir folgende Typen bekannt.
-Daito mit 75cm Klinge und 35cm Griff
-Daito mit 55cm Klinge und 35cm Griff in einer Saya für 75cm lange Klingen (hatsumi nennt das auch das Schwert mit dem Feeling der Togakure Ryu und ich habe hier schon häufig die bezeichnung Oniyuri Gatana gehört)
-Daito mit ca.100 cm Klinge und ca 40cm Griff
-mehrere Versionen eines Shikomi Zue
-Shoto bei dem die Klinge unter dem Griff und nicht in der Saya ist. (schaut geöffnet wie ein kleiner Speer aus)
-shikoro Gatana ein Schwert mit realativ normalen Dimensionen, nur ist die Klinge eine Säge und keine Klinge

6. kennt jemand die Kenjutsu Formen der 9 Schulen außer Togakure und kukishinden? Shindenfudo Kenjutsu war 1992 ja mal Jahresthema. Ich erwarte ja nicht gerade die schwertformen aus Gikan, Kumogakure oder Gyokushin aber zu den anderen sollte sich ja was finden lassen.



Lg
Micha
-Michael May-

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#4 KAJIHEI

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Geschrieben 10 März 2011 - 18:20 Uhr

Zu 1. )
Koshigatana sind nicht ident mit sunobi Tanto. Sunobi-Tanto sind Tanto mit einer Klingenlänge ewtas über einen Shaku. Also 1,1 shaku z.B.
Koshigatana bezieht sich auf die Montierung, Sunobi-Tanto auf die Klinge.
Koshigatana : Laut Kajihara Kototken zählen Koshigatana zu den Wakizashimontierungten.
ich glaube da liegt aber ein Fehler vor, den so wohl im "Tosogu no Subete" von Kokubo als auch z.B. dem Buch "ausgewählte Kunstschwerter" von der Solinger Austellung sind eindeutig Tantoklingen als Koshigatana montiert abgebildet.
Soweit erstmal
Gruß
Kaji
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#5 Catwoman

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Geschrieben 10 März 2011 - 18:25 Uhr

Hallo Micha,

Beitrag anzeigenDeamonday sagte am 10 März 2011 - 14:55 Uhr:

Naja irgend ne Facharbeit muss ich ja im laufe des nächsten Jahres abgeben^^.

Warum?

LG Catwoman
"(und bei Katzen ist die vollkommen irrationale Launenhaftigkeit biologisch angelegt. Wenn man so will: Die sind von Natur aus wahnsinnig.)" Terao, 02.03.12

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#6 Shava

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Geschrieben 10 März 2011 - 19:23 Uhr

Wofür genau ist die Facharbeit?

Für einen Einstieg würde ich beispielsweise den - wenn auch sehr stark linguistisch angemachten - Artikel "Old Japanese Sword Names and Stories Relating to Swords" von Nelly Naumann und Roy Andrew Miller empfehlen. Da geht es aber auch stark um die Herkunft verschiedener Bezeichnungen für "Schwert" im Japanischen.

Dann gäbe es noch eine forensische Untersuchung zum Thema "Schwert in der Schlacht":
Myra Shackley - "Arms and the Men. 14th Century Japanese Swordsmanship Illustrated by Skeletons from Zaimokuza, near Kamakura" (World Archaeology, Vol. 18, No. 2, Weaponry and Warfare (Oct., 1986), pp. 247-254)

und in Reaktion hierauf als - vielleicht auch begründet harsche - Kritik:

Antony Karasulas - "Zaimokuza Reconsidered. The Forensic Evidence, and Classical Japanese Swordsmanship" (World Archaeology, Vol. 36, No. 4, Debates in World Archaeology (Dec., 2004), pp. 507-518)


Eine kurze Übersicht von Hauptmann a.D. Robert Schinzinger liest sich auch ganz nett, ist aber schon etwa 100 Jahre alt:
Robert Schinzinger - "Alte japanische Waffen" (zu beziehen über OAG)

In diesen Artikeln findest zwar keine wirklich detaillierten Infos zu Techniken usw. und es ist auch nicht Teil der Nihontô-Fachliteratur (auch wenn der Artikel von Naumann hier ebenfalls interessant bleibt). Für die Einleitung oder ein allgemeines Heranführen an das Thema ist es aber vielleicht ganz interessant.
あら恥かしや我が姿。はや人々に見えけるぞや。あの灯火を消し給へとよ。
.
"Allein sind die Menschen noch annehmbar, doch wenn sie Cliquen bilden, fangen sie an, zu verblöden. Sie verfallen dem Gruppenwahn. Sie sind so sehr darauf aus, in Gruppen zu verblöden, dass sie dafür extra Vereine gründen und Mitgliedsbeiträge bezahlen. [...]" (Sawaki Kôdô)

#7 Daemonday

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Geschrieben 11 März 2011 - 00:41 Uhr

@Kajihei

Zitat

Zu 1. )
Koshigatana sind nicht ident mit sunobi Tanto. Sunobi-Tanto sind Tanto mit einer Klingenlänge ewtas über einen Shaku. Also 1,1 shaku z.B.
Koshigatana bezieht sich auf die Montierung, Sunobi-Tanto auf die Klinge.
Koshigatana : Laut Kajihara Kototken zählen Koshigatana zu den Wakizashimontierungten.
ich glaube da liegt aber ein Fehler vor, den so wohl im "Tosogu no Subete" von Kokubo als auch z.B. dem Buch "ausgewählte Kunstschwerter" von der Solinger Austellung sind eindeutig Tantoklingen als Koshigatana montiert abgebildet.
Soweit erstmal
Ich kenne die Begriffe eben als Umschreibung für ein Tanto mit 30-40cm Klingenlänge. Im Tanki Yoriaku wird empfohlen zum Tachi ein Tanto bzw. Mijikai Gatana zu führen. In einem anderen Buch (titel gerade entfallen) steht das man in der Heian zeit zum Tachi ein koshi Gatana trug.
zum Kogusoku hab ich folgende Geschichte.

Zitat

Einschub vom Moderator:
Der Text stammt von der Seite 100 in
MOL, Serge. CLASSICAL FIGHTING ARTS OF JAPAN.
A Complete Guide to Koryû Jûjutsu. Kodansha International Ltd., 2001.

Die Übersetzung stammt vermutlich (zumindest finde ich sie nur dort
mitsamt Schreibfehlern und übersetzerischen Abweichungen Wort für Wort)
vom Bujinkan Dojo Zürich. Der Text lässt sich nicht direkt verlinken
aber auf der Homepage besagten Dôjô über Kogusoku aufrufen.
Einschub Ende


"In den Bergen von Sannomiya, beim Hauptschrein des Familienklans der Minamoto, die auch unter der chinesischen Leseart Genji Berühmtheit erlangten, trainierte einst ein junger Krieger namens Takeuchi Hisamori. Er widmete seinen Aufenthalt im Tempel dem Schutzgott Atago und trainierte hart, um ihn zu ehren. Während mehreren Tagen übte er sich in der Fechtkunst und schlug mit seinem Bokuto (Holzschwert) gegen einen mächtigen Baum. Sein Schwert mass zwei Shaku und vier Sun, also etwa 72 cm. Am sechsten Tages seines Trainings fiel Hisamori erschöpft in einen tiefen Schlaf. Als er daraus erwachte, erschrak er, denn er sah sich plötzlich einem Bergasketen gegenüber, der verwildert und erschreckend aussah, als wäre er eine Inkarnation des Gottes Atago persönlich. Der Eremit war grösser als zwei Meter und hatte einen stechenden und furchteinflössenden Blick. Sofort ergriff Hisamori sein Holzschwert und attackierte den vermeintlichen Angreifer. Doch gelang es ihm nicht, den Gegner zu treffen oder ihn anders zu bezwingen. Er erkannte, dass der Bergasket über übermenschliche Fähigkeiten verfügen musste und ergab sich.
Der Einsiedler lehrte nunmehr Hisamori fünf Techniken um einen Angreifer rasch zu besiegen. Diese Techniken werden bis heute in den Torite gokaijo gelehrt. Nach dieser Lektion ergriff der Bergasket das Holzschwert und befand es als zu lange. Er zerbrach es auf die Länge von einem Shaku und zwei Sun, also etwa 36 cm und bezeichnete diese neue Waffe als Kogusoku. Nun zeigte der Bergasket Hisamori wie er diese Waffe bei sich zu tragen hatte und lehrte ihn ein System von 25 Techniken des ringenden Nahkampfs mit gegürtetem Kogusoku. Seither nennt man dieses System des Kumiuchi Ringkampfes Koshi no marai, Ringen mit an der Hüfte gegürteter Waffe. Diese 25 Techniken sind bis heute ein Teil der Takeuchi kihon waza und man nennt sie Kogusoku koshi no marai omote gata."

Deswegen meine Verwirrung, da es sich immer um Tanto bzw. Shoto mit 30-40cm Klinge handelt.

@Catwoman und Shava

Zitat

Warum?

Zitat

Wofür genau ist die Facharbeit?
Ist bei uns Dojo intern der theorethische Teil einer gewissen Prüfung.

@Shava
Arms and the Men und Alte japanische Waffen hab ich schon. Zaimokuza Reconsidered hat ich schonmal in der Hand, aber Old Japanese Sword Names and Stories Relating to Swords sagt mir null. Klingt aber intressant.

Zitat

In diesen Artikeln findest zwar keine wirklich detaillierten Infos zu Techniken usw.

Will ich auch nicht unbedingt. der Technikteil wird schon durch Kukishinden und Togakure überlasstet sein.

Zitat

Für die Einleitung oder ein allgemeines Heranführen an das Thema ist es aber vielleicht ganz interessant.
Das klingt so als hätt ich noch nie nen Schwert gesehen.^^
Versteh mich nicht falsch, mir geht es eher darum bei mir eingebrannte irrglauben auszutreiben und nicht in das Thema Nihonto einzusteigen. Da eingestiegen bin ich vor bald 10 Jahren^^.
Ich will am Schluss ein manuskript in der Flotschen haben das ich jemanden in die Hand drücken kann und sagen ,,das ist Kenjutsu im Bujinkan´´ Gleichzeitig geht es mir aber auch darum Grundwissen für Anfänger zu schaffen, so das ich solche Fragen wie ,,warum benutzen Ninja ein gerades Schwert´´ oder ,,ich dachte ein Tachi nutzt man nur vom pferd aus´´nicht laufend aus der Bujinkanecke höre.

Lg
Micha

Bearbeitet von Kagami, 11 März 2011 - 10:08 Uhr.

-Michael May-

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#8 KAJIHEI

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Geschrieben 11 März 2011 - 00:57 Uhr

@Micha : Und schon haben wir ein Problem. Die Begriffe haben sich im Laufe der Zeit von der Bedeutung her verändert. Katana z.B: waren im Heian wenn ich mich recht entsinne das, wsa wir heute als Tanto sehen.
Bevor wir jetzt also das komplette Chaos errichten, sollten man überlegen ob man jetzt wirklich die Leutchen mit nicht mehr gebräuchlicher Nomenklatur zupflastern will, oder doch lieber die heuig "gültige" benutztmit der sie wirklich was anfangen können. Das würde nach meiner Meinung mit am ehesten in Richtung deiner Planung gehen.
Tanto und Tachi ist übrigens die klassische Paarung, was aber nicht heißt, daß noch ein weiteres Schwert irgendwie in den Obi gestopft wurde. das haben wir glaub ich hier schon mal irgendwo durchgekaut.
Koshigatana :Hüftschwert : Naja, theorethisch könnte man darunter vom Wakizashi bis zum kurzen uchigatana Alles versthen, was übrigens teilweise auch gemacht wird.
Am geläufigsten ist aber die Tanto-Variante.
Wie wär´s wenn du dein buch "DIe Relativitätstheorie der Nihotno Nomenklatur" nennst ? :lol:
Gruß
Stefan
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#9 Daemonday

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Geschrieben 11 März 2011 - 01:12 Uhr

Zitat

Katana z.B: waren im Heian wenn ich mich recht entsinne das, wsa wir heute als Tanto sehen
Das wust ich schon.

Zitat

Tanto und Tachi ist übrigens die klassische Paarung, was aber nicht heißt, daß noch ein weiteres Schwert irgendwie in den Obi gestopft wurde. das haben wir glaub ich hier schon mal irgendwo durchgekaut.
Koshigatana :Hüftschwert : Naja, theorethisch könnte man darunter vom Wakizashi bis zum kurzen uchigatana Alles versthen, was übrigens teilweise auch gemacht wird.
Am geläufigsten ist aber die Tanto-Variante.
Der Satz hilft mir aber wirklich weiter bringt mich aber auch zu einer neuen Frage: Wie sollte ich ein Messer bezeichnen das ich mir klassisch zum Tachi in den Uwa Obi stopfe? In Der Kukishinden Ryu ist das ein 36 cm Messerl, das meist passend zum Tachi montiert ist.
Ich will das ganze nur vom ebenfalls in der Kukishinden Ryu verwendeten Yoroidoshi, Wakizashi und Kodachi abgrenzen. Hatsumi sagt dazu eben nur Tanto oder Shoto.

Lg
Micha
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#10 KAJIHEI

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Geschrieben 11 März 2011 - 02:12 Uhr

Wann ist diese Schule enstanden ?
Sollte es rein zufällig das Nambokucho gewesen sein ? ( 1330 -1390 ) ? Das würde es sofort erklären.
Im Rahmen der Embun / Joji Größenwahnaktion wurden auch die Tanto auf Sunobi-Länge aufgeblasen. Sie waren damit eigentlich Ko-wakizashi. Da aber die Tachi auch überlang waren, hat man das Ganze offensichtlich relativiert.
Ergebis : Im Nambokucho stolpert man öfters über Sunobi Tanto extremer Größe. ( Die Spinnen die Japaner )
Diese Monstertanto tauchten erst im Moyama und Keicho Shinto auf, jetzt hießen sie aber Ko-Wakizashi.
Gleicher Inhalt, verschiedener Name, lustig nich ????
Gruß
Stefan

Bearbeitet von KAJIHEI, 11 März 2011 - 02:13 Uhr.

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#11 Shava

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Geschrieben 11 März 2011 - 10:04 Uhr

Hallo Micha,

Zitat

Das klingt so als hätt ich noch nie nen Schwert gesehen.^^
Versteh mich nicht falsch, mir geht es eher darum bei mir eingebrannte irrglauben auszutreiben und nicht in das Thema Nihonto einzusteigen. Da eingestiegen bin ich vor bald 10 Jahren^^.
Ich will am Schluss ein manuskript in der Flotschen haben das ich jemanden in die Hand drücken kann und sagen ,,das ist Kenjutsu im Bujinkan´´ Gleichzeitig geht es mir aber auch darum Grundwissen für Anfänger zu schaffen, so das ich solche Fragen wie ,,warum benutzen Ninja ein gerades Schwert´´ oder ,,ich dachte ein Tachi nutzt man nur vom pferd aus´´nicht laufend aus der Bujinkanecke höre.
mir ging es nicht um eine Einführung für Dich, sondern um die Einführung Deiner Arbeit!
Beim Thema "Facharbeit" denke ich persönlich erst mal an etwas Hochschulgebundenes und nicht an irgendein Papier, das man seinem Lehrer beim Training schreibt, damit der auch mal weiß, was was ist.

"Zaimokuza reconsidered" lege ich Dir ans Herz, weil er die meisten Aussagen der Frau Shackley widerlegt, indem er sagt, dass die von ihr untersuchten und klassifizierten Wunden eben nicht durch Schwerter, sondern durch Stangenwaffen verursacht wurden.


Was die Terminologie im Tanki Yoriaku angeht, so will ich nur kurz darauf hinweisen, dass es sich um eine Schrift aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts handelt, hier also vermutlich keine Begrifflichkeiten der Nanbokuchô-Zeit o.ä. gebraucht wird, sondern eben Edo-zeitliche Begriffe. Dies fällt mir z.B. beim "mijikai katana" auf. Mijikai heißt ist erster Linie mal nur "kurz". Da haben wir denke ich also nicht zwingend einen Fachbegriff und schon gar keinen alten, es müsste sonst vermutlich mijikaki katana heißen.
Vielleicht ist dies doch eher eine Schrift, dem "verweichlichten" Edo-Samurai zu zeigen, wie er sich bei der nächsten Prozession nicht blamiert, weil er den Dô falsch rum angezogen hat?!? Oder es ist ein typisches "Was ist Was"-Buch der Edo-Zeit... gibt es dazu irgendwelche Informationen? Ich meine, wo es herkommt, wer es - nachgewiesenermaßen - gebraucht hat usw. usf.?
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#12 GastKagami_*

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Geschrieben 11 März 2011 - 10:18 Uhr

Ich habe gerade den Beitrag Nr.7 leicht verändert (Ergänzung) und möchte darauf hinweisen,
dass Dinge wie Copyright und damit einhergehende Formalitäten wie die Bennennung
der zitierten Quellen, ggf. Zitatlänge usw. usf. grundsätzlich zu beachten sind.

Gruß, Kagami


#13 Daemonday

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Geschrieben 11 März 2011 - 15:07 Uhr

@kajihei

Zitat

Wann ist diese Schule enstanden ?
Sollte es rein zufällig das Nambokucho gewesen sein ? ( 1330 -1390 ) ? Das würde es sofort erklären.
Im Rahmen der Embun / Joji Größenwahnaktion wurden auch die Tanto auf Sunobi-Länge aufgeblasen. Sie waren damit eigentlich Ko-wakizashi. Da aber die Tachi auch überlang waren, hat man das Ganze offensichtlich relativiert.
Ergebis : Im Nambokucho stolpert man öfters über Sunobi Tanto extremer Größe. ( Die Spinnen die Japaner )
Diese Monstertanto tauchten erst im Moyama und Keicho Shinto auf, jetzt hießen sie aber Ko-Wakizashi.
zumindest Kuki Yakushimaru Ryushin, der offiziel als Gründer der Kukishin Ryu geführt wird ist am 1. Januar 1318 geboren worden. Also ist es wahrscheinlich das das er 1330-1390 in den kampfkünsten aktiv war.
Lustiger Weise ist das Tachi, welches Hatsumi als das ursprüngliche Bezeichnet auch so überdimensional. 85cm Klinge, 36cm Tsuka.
Dazu soll noch ein Odachi verwendet worden sein das insgesamt 194cm lang ist (hat Hatsumi öffters auf Bildern usw.)

Auch das ursprüngliche Katana ist nicht ganz klein (76cm Klinge, 38cm Tsuka).
Mir wurde auf nachfrage hin gesagt das die Schwerter in der Kukishin Tradition ursprünglich recht lang waren und sich durch einen sehr langen Griff und eine relativ schwache Sori auszeichnen. Die heute verwendeten kürzeren modele sollen sich erst später durchgesetzt haben.

um nochmal auf das Sho vom Daisho zurückzukommen:
Also könnt es ja gut sein das das Tachi sich zu dieser kürzeren Klinge entwickelt hat, das dazu geführte Tanto aber gleich blieb oder?.

Zitat

Gleicher Inhalt, verschiedener Name, lustig nich ????
Joa sowas dacht ich mir schon^^ schade das es damals noch keine DIN Normen gab ^^

@Shava

Zitat

mir ging es nicht um eine Einführung für Dich, sondern um die Einführung Deiner Arbeit!
Beim Thema "Facharbeit" denke ich persönlich erst mal an etwas Hochschulgebundenes und nicht an irgendein Papier, das man seinem Lehrer beim Training schreibt, damit der auch mal weiß, was was ist.
Ich denke es ist nicht so gemeint, aber auch das klingt wieder ein wenig abwertend.^^

Ich finde es eigentlich sehr gut das man sich bei uns für den Shodan ein wenig mit der Theorie auseinandersetzten muss.

Die meisten schnappen sich ne Ryuha oder ne Waffe und schreiben ein bischen dazu. Andere schreiben über Philosopi und wieder andere schreiben über moderne Anwendung.
Ich für meinen Teil will mich mit dem Schwert befassen, da es für mich einer der Hauptgründe war vom Kendo zum Bujinkan zu wechseln.

Zitat

"Zaimokuza reconsidered" lege ich Dir ans Herz, weil er die meisten Aussagen der Frau Shackley widerlegt, indem er sagt, dass die von ihr untersuchten und klassifizierten Wunden eben nicht durch Schwerter, sondern durch Stangenwaffen verursacht wurden.
Mit in der Hand gehabt war gemeint das ichs schonmal gelesn habe aber es nicht besitze.^^ Aber ich glaube ich werd schaun das ich mir das nochmal hohle da es echt gut ist.

Zitat

Was die Terminologie im Tanki Yoriaku angeht, so will ich nur kurz darauf hinweisen, dass es sich um eine Schrift aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts handelt, hier also vermutlich keine Begrifflichkeiten der Nanbokuchô-Zeit o.ä. gebraucht wird, sondern eben Edo-zeitliche Begriffe. Dies fällt mir z.B. beim "mijikai katana" auf. Mijikai heißt ist erster Linie mal nur "kurz". Da haben wir denke ich also nicht zwingend einen Fachbegriff und schon gar keinen alten, es müsste sonst vermutlich mijikaki katana heißen.
Vielleicht ist dies doch eher eine Schrift, dem "verweichlichten" Edo-Samurai zu zeigen, wie er sich bei der nächsten Prozession nicht blamiert, weil er den Dô falsch rum angezogen hat?!? Oder es ist ein typisches "Was ist Was"-Buch der Edo-Zeit... gibt es dazu irgendwelche Informationen? Ich meine, wo es herkommt, wer es - nachgewiesenermaßen - gebraucht hat usw. usf.?
Denk auch das der Sinn des Tanki Yoriaku auch in die Richtung ging. Komischerweise legt der Heini auf den Bildern eine Haramaki an die im 18. garnichtmehr gebräuchlich war. Ich find den Text aber trotzdem Klasse weil er auf viele Kleinteile eingeht die in anderen, vergleichbaren Texten, komplet unterschlagen werden.




Lg
Micha

Bearbeitet von Deamonday, 11 März 2011 - 15:12 Uhr.

-Michael May-

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#14 Shava

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Geschrieben 11 März 2011 - 15:21 Uhr

Ich finde es eher merkwürdig, dass man sich bei 10/15 Dangraden schon beim ersten damit auseinandersetzen soll... da hat man ja schließlich noch viel zu lernen - so rein von der Technik - aber besser so, als dass man sich gar nicht damit auseinandersetzt.


Persönlich dachte ich bei "Facharbeit" eben an was Offizielles, wofür Du nachvollziehbare, wissenschaftliche Quellen brauchst... bei so einem Dôjô-Paper kannst Du ja theoretisch alles benutzen, von den Ettig-Büchern bis Ashida Kim.

Aber Dir persönlich traue ich auf jeden Fall genug Quellenkritik zu, darum nix für Ungut! ;)


PS:
Was den Haramaki angeht, so weiß man ja nicht, welche Rüstung dem Autor gerade zur Verfügung stand... besser wäre sicher eine Abhandlung über verschiedene Typen gewesen, dass er aber genau diesen Typen gewählt hat, würde mich zum Spekulieren anregen... Quellenkritik eben.

Bearbeitet von Shava, 11 März 2011 - 15:28 Uhr.

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#15 KAJIHEI

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Geschrieben 11 März 2011 - 15:22 Uhr

So nach blättern wie ein Blöder hab ich Folgendes gefunden : Mijikai Tosu, also eine Art Minidolch. Soweit ich es verstehe sind Tosu die Vorläufer der Kozuka. im Gegensatz zu diesen wurden sie aber sepperat geführt, d.h. nicht in die Schwerttmontierung integriert.
Der eigentliche hier gesuchte Begriff komplette Fehlanzeige bisher.

Bearbeitet von KAJIHEI, 11 März 2011 - 15:23 Uhr.

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#16 Shava

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Geschrieben 11 März 2011 - 15:37 Uhr

Hast Du da mal Kanji für?

Ist immer extrem schwierig etwas auf Japonski zu recherchieren, wenn nix in Japonski geschrieben!
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"Allein sind die Menschen noch annehmbar, doch wenn sie Cliquen bilden, fangen sie an, zu verblöden. Sie verfallen dem Gruppenwahn. Sie sind so sehr darauf aus, in Gruppen zu verblöden, dass sie dafür extra Vereine gründen und Mitgliedsbeiträge bezahlen. [...]" (Sawaki Kôdô)

#17 KAJIHEI

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Geschrieben 11 März 2011 - 15:42 Uhr

Meinst du jetzt mich oder Micha ?
Ich hab meine Info direkt aus einem Nihonto-Lexikon gezogen, also geh ich davon aus das die Info stimmt.
Kanji sind natürlich da, blos ich hab immer noch das alte Problemchen. ( Ja, ja ich sollte es mal irgendwann abschaffen... :blush: )
Gruß
Kaji
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#18 Shava

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Geschrieben 11 März 2011 - 16:33 Uhr

Was für ein System hast Du denn? Dem lässt sich ja leicht Abhilfe schaffen!
あら恥かしや我が姿。はや人々に見えけるぞや。あの灯火を消し給へとよ。
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"Allein sind die Menschen noch annehmbar, doch wenn sie Cliquen bilden, fangen sie an, zu verblöden. Sie verfallen dem Gruppenwahn. Sie sind so sehr darauf aus, in Gruppen zu verblöden, dass sie dafür extra Vereine gründen und Mitgliedsbeiträge bezahlen. [...]" (Sawaki Kôdô)

#19 Daemonday

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Geschrieben 11 März 2011 - 16:49 Uhr

@shava

Zitat

Ich finde es eher merkwürdig, dass man sich bei 10/15 Dangraden schon beim ersten damit auseinandersetzen soll... da hat man ja schließlich noch viel zu lernen - so rein von der Technik - aber besser so, als dass man sich gar nicht damit auseinandersetzt.
Naja Shodan ist ja nur nen fortgeschrittner Anfänger in der ursprünglichen Bedeutung. Davor lernt man vorallem das stehen, Balance halten und evtl. gehen. Auch wenn ich mich selber nicht dran halte ist das ,,warum´´ bis dahin ersteinmal unintressant.

Dino will halt das man sich selber ein Bild übers Bujinkan macht und versteht wie groß es ist.
Ich denke das der Grund hierfür in den Sternschnuppen liegt.
Sternschnuppen tauchen plötzlich auf, strahlen hell und sind schnell wieder verschwunden.
In der Praxis sind das dan die, die im Dojo aftauchen, sich nach einem Monat schon Zig Dogi, Waffen und Seminare geleistet haben und nach nem Jahr wieder weg sind.
Aber es sind auch solche die nach den paar Jahren die man im Bujinkan braucht nen Shodan zu machen kein Ziel mehr haben.

Zitat

Persönlich dachte ich bei "Facharbeit" eben an was Offizielles, wofür Du nachvollziehbare, wissenschaftliche Quellen brauchst... bei so einem Dôjô-Paper kannst Du ja theoretisch alles benutzen, von den Ettig-Büchern bis Ashida Kim.

Das ist aber eben nicht was ich will. Ich möchte das ich am Ende voll hinter meiner Arbeit stehen kann.


Zitat

Aber Dir persönlich traue ich auf jeden Fall genug Quellenkritik zu, darum nix für Ungut! ;)

Danke^^

Zitat

PS:
Was den Haramaki angeht, so weiß man ja nicht, welche Rüstung dem Autor gerade zur Verfügung stand... besser wäre sicher eine Abhandlung über verschiedene Typen gewesen, dass er aber genau diesen Typen gewählt hat, würde mich zum Spekulieren anregen... Quellenkritik eben
Seh ich auch so, besonders weil der Autor sehr häufig ,,in alten Zeiten machte man das so...´´ oder ,,von Alters her trugen kräftige Männer...´´ sagt. Leider ist mein Japanisch nicht gut genug es im Orginal zu lesen, weswegen ich mich mit der Version auf English und Deutsch begnügen muss.

@kajihei

Zitat

So nach blättern wie ein Blöder hab ich Folgendes gefunden : Mijikai Tosu, also eine Art Minidolch. Soweit ich es verstehe sind Tosu die Vorläufer der Kozuka. im Gegensatz zu diesen wurden sie aber sepperat geführt, d.h. nicht in die Schwerttmontierung integriert.
Der eigentliche hier gesuchte Begriff komplette Fehlanzeige bisher.
Schaun die Teile aus wie kleine bemalte Shirasaya? so in Actionman Größe? hab davon 2 von meinem Kendolehrer geschenkt bekommen und wusste nie wie sie heißen.

Lg
Micha
-Michael May-

Bujinkan Dojo Wakagi Nürnberg http://wakagi.de/

#20 KAJIHEI

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Geschrieben 11 März 2011 - 16:58 Uhr

Guck mal bei Ginza Choshuya unter sword, dort findest du unter gendai ein Bildchen von einem hübschen modernen Tosu.

@Shava : Stinknormales Windoof xp
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