Zum Inhalt wechseln


* * * * * 2 Stimmen

Shaolin Kloster Kaiserslautern .Sehr geerter Abt


  • Du kannst auf dieses Thema nicht antworten
48 Antworten in diesem Thema

#41 hongfong1999

    Regelmäßig hier

  • Members
  • 75 Beiträge

  • Kampfkunst:
    hung feng kung fu
Offline

Geschrieben 24 März 2011 - 10:30 Uhr

Beitrag anzeigenTerao sagte am 24 März 2011 - 10:22 Uhr:

Zitat

wie bekommt man dieses bekenntnis zu friedfertigkeit , mitgefuehl und gewaltlosigkeit unter einen hut mit krieg .
Damit hatte eigentlich noch nie irgendeine friedfertige Religion ein grundsätzliches Problem. Ich hab ja den Eindruck, dass Sachen, die uns heute als unerträgliche Gewalt erscheinen, für Menschen in früheren Zeiten eine schlichte Alltäglichkeit waren. Aber selbst für damals ganz ungewöhnliche Massaker wurden immer Rechtfertigungen gefunden (wenn man überhaupt danach suchte). Meine Lieblingsgeschichte dazu ist, wie die Kreuzfahrer unmittelbar nach ihrem wirklich außergewöhnlichen Massaker an der Jerusalemer Bevölkerung brav in den Gottesdienst gingen und ihrem Friedensgott huldigten, ohne auch nur den geringsten Anflug von Ironie zu verspüren. Warum sollte das im Buddhismus grundlegend anders gewesen sein?

Dass in chinesischen KKs die Überlieferungen vielleicht noch etwas vager und undurchschaubarer sind als die aus freieren Ländern mit ungebrocheneren Traditionen, mag schon so sein. Das wird man aber wohl kaum den Kaiserslauternern ankreiden können.

Aber nochmal die Frage: Wie sollte denn ein halbwegs authentisches Shaolin-Mönchstraining heute in Deutschland aussehen und ablaufen? Wenn man`s 100%ig wie in der frühen Ming-Dynastie machen würde (falls überhaupt rekonstruiert werden kann, wie das genau aussah), träte einem ganz sicher (und ganz zu Recht) binnen kurzem der Sektenbeauftragte, die Justiz und das Jugendamt auf die Füße (davon abgesehen, dass es heute keiner freiwillig machen würde). Abstriche müssen also gemacht werden. Aber welche? Und wie weit sollen die gehen, ohne dass man das asketische Kind mit dem Bade ausschüttet?

Zitat


ich habe jedoch immer unterschieden zwischen der qual , die von außen kommmt und der , die man sich selbst zufügt .
Mag ja sein, dass Du das unterscheidest. Buddhistisch ist das aber nicht. Und in den meisten KKs geht das ziemlich nahtlos ineinander über. Schließlich warst Du ja zu jedem Zeitpunkt feiwillig da.
in meine letzten beitrag war ich dann recht weit von der eigentl. thematik abgewichen .
ich denke , daß ich auch nicht viel mehr zu diesem thema beitragen kann .

plädiere für ein neues thema: z.b. gewalt und buddhismus.

das mit der qual von innen ist eine aussage , die mit kl nur mittelbar zu tun hat .

#42 heavenlybody

    Stammgast

  • Members
  • 554 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Tenshin Shoden Katori Shinto Ryu und Bujinkan Ninpo Taijutsu
Offline

Geschrieben 24 März 2011 - 11:55 Uhr

Hmm, also wenn man wirklich eine Warnung aussprechen, ein Signal setzen möchte, dann geht sowas juristisch immer ganz gut. Für mich liest sich der "Offene Brief" nicht nur wie eine Darlegung von Gründen, sondern eben auch als Vorwurf und Warnung, ganz besonders für diejenigen, die ihr Geld darauf sparen. Allein schon, dass dieser Brief hier veröffentlicht wurde verleiht diesem einen warnenden Charakter.

Wenn an allem was man so liest was dran ist und insbesondere an der Aussage des Tempels in Berlin, dann müsste sich doch was machen lassen. Dazu bedarf es nicht der strafrechtlichen Seite, wir haben ja auch die zivilrechtliche. Stellt dir der Tempel Berlin eine Bescheinigung darüber aus, dass der besagte Tempel in Kaiserslautern keine Legitimation durch die zuständige Stelle erhalten hat, dann denke ich, kannst du diesen über einen Anwalt schon dazu auffordern, dass er dir dein Geld wiedergibt - Grund könnte "arglistige Täuschung" sein.

Gut, du sagtest, dass dir das Geld nicht wichtig sei, andererseits schreibst du, dass dir die Leute leidtun, die ihr Geld dafür mühsam sparen müssen. Ein Urteil, indem die gegnerische Seite zur (Rück-)Zahlung verurteilt wird, dürfte doch ein ausreichendes Warnsignal sein und deine Worte wären nicht nur dahingeschrieben, sondern hätten eine gewisse Substanz. Naja, liegt natürlich alles bei dir.

Zum Thema Verlinkung: Naja, schaut man sich die Seite an, dann findet man auch den Link zur SZ. Mit wenigen Stichworten bekommt man ganz schön viele Infos und ich denke mal, dass es gar nicht so unüblich ist, wenn Kampfkunstleute/-lehrer auch in Foren unterwegs sind.

Hab da gleich auch mal gegoogel:
http://www.shaolin-d...pic.php?f=2&t=7





P.S. Nur so als Hinweis - das Geschriebene entspricht keiner rechtlichen Beratung und ist ohne jeglichen Gültigkeitsanspruch, es stellt lediglich meine Meinung dar.

Bearbeitet von heavenlybody, 24 März 2011 - 11:56 Uhr.

Kampfkünste sind Kulturgüter und Kampfkünstler deren Pfleger.

#43 Holzkeule

    Stammgast

  • Members
  • 520 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    U - Karate
Offline

Geschrieben 24 März 2011 - 12:13 Uhr

Beitrag anzeigenKagami sagte am 23 März 2011 - 17:43 Uhr:

..... und wäre ich selbst der Adressat der (evtl. nie erhaltenen Email), würde ich mir wohl
wegen der Foren- und Homepage-Bashbeiträge rechtliche Schritte überlegen, könnte teuer werden.


Äh , wer hat denn seine Webseite gebasht ??

Lars schrieb :

Zitat

Was da nun abgelaufen ist, kann ich nicht beurteilen, aber so wie in japanischen Systemen auch auf einmal Europäer zu linientreuen Japanern werden, die sich benehmen, als würden sie schon seit mindestens 40 Jahren darin sozialisiert und darin dann ihr Ego aufbauen

Ich dachte man will sein Ego abbauen.

@ Terao
Wo steht denn das mit dem Berliner Gastlehrer der da Seminare anbietet ?

Na und der Verweis auf das Forum hier , mein Gott. Wenn die mit den anderen überkreuz liegen , mit den Berlinern verschwippschwagert sind und den Artikel von der SZ reinstellen ist wohl anzunehmen daß sie auch Kampfkunstforen lesen.

Bearbeitet von Holzkeule, 24 März 2011 - 12:15 Uhr.

" Ratschläge sind eine gefährliche Gabe, selbst von den Weisen an die Weisen, und alle Wege mögen in die Irre führen "

( Gildor Inglorion , aus Finrods Geschlecht )

#44 Terao

    Stammgast

  • Members
  • 4.300 Beiträge
  • Interests:Militärgeschichte; psychologische, historische und soziologische Aspekte von Kampfkunst und -sport

  • Kampfkunst:
    Kendo
Offline

Geschrieben 24 März 2011 - 12:26 Uhr

Auf der Website http://www.shaolintempel.org/ steht unter "Personen" als Meister, der regelmäßig dort unterrichtet, bzw. zu dem auch umgekehrt die Kaiserslauterner gerne gehen, Meister Shi Yan Lin vom Shaolintempel Berlin.

Klar, kann gelogen sein (auch wenn gerade sowas für jeden, der den Herrn - oder beide Schulen - kennt, leicht zu überprüfen wäre). Kann aber auch sein, dass zwischen manchen Praktikern da wie dort nicht alles gar so heiß gegessen wird, wie es von anderen gekocht wird.

Zitat

Wenn die mit den anderen überkreuz liegen , mit den Berlinern verschwippschwagert sind und den Artikel von der SZ reinstellen ist wohl anzunehmen daß sie auch Kampfkunstforen lesen.
Kampfkunstforen als beste Quelle für Bashing? :devil:

Bearbeitet von Terao, 24 März 2011 - 12:27 Uhr.


#45 calypsostar

    Neu im Forum

  • Members
  • 43 Beiträge
Offline

Geschrieben 24 März 2011 - 12:45 Uhr

Kurz vor Schluß noch etwas Halbwissen von mir:

Großmeister Shin Yan Lin war wohl seinerzeit einer der echten Mönche aus dem Tempel China, die nach Berlin kamen. Er gab sein Gelübbde zurück, um eine Familie gründen zu können, verlies somit den Tempel und hat heute eine gern besuchte Kung Fu Schule in Berlin. Ich finde, da er sich an keinen Rundumschlägen, gleich in welche Richtung beteiligt, sondern diese Zeit in die eigene Fortbildung steckt, ein hervorragender Kung Fu Lehrer, mit meisterlichem Verhalten.

#46 Lars

    Stammgast

  • Members
  • 2.068 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Krav Maga (IKMF)
Offline

Geschrieben 24 März 2011 - 13:44 Uhr

Beitrag anzeigenHolzkeule sagte am 24 März 2011 - 12:13 Uhr:


Zitat

Was da nun abgelaufen ist, kann ich nicht beurteilen, aber so wie in japanischen Systemen auch auf einmal Europäer zu linientreuen Japanern werden, die sich benehmen, als würden sie schon seit mindestens 40 Jahren darin sozialisiert und darin dann ihr Ego aufbauen

Ich dachte man will sein Ego abbauen.

Ja, das ist eines der größten Dilemma im Bereich der Kampfkünste.

Man kann seine Sozialisation und seine Prägungen eben nicht von heute auf Morgen ablegen, was in der Natur der Sache liegt. Man kann als Europäer anfangen, eine KK zu trainieren, dies auch Jahrzehnte tun, man unterliegt immer noch den Werten und Prägungen der westlichen Welt.

Während Japaner, zumindest die, die ich bisher kennengelernt habe, trotz dessen, dass sie auch westlichen Einflüssen unterliegen, meistens immer noch sehr still, demütig, ja nahezu "ertragend", sich zurücknehmend sind und lieber einmal mehr "Ja" sagen als Kritik zu äußern, ist der Europäer meist eher das Gegenteil. Ein Japaner in einer japanischen KK, der sein Leben lang dieser Sozialisation unterliegt und in dessen KK System sich genau diese Mentalität spiegelt, wird auch als Meister oder Oberhaupt sich genau dieser Sozialisation entsprechend verhalten. Deswegen haben Europäer nicht selten "Verständnisprobleme", wenn sie mit Japanern sprechen, wenn diese ständig "ja" sagen, aber eigentlich was ganz anderes meinen.

Der Europäer, der in einem japanischen KK System eine Hierarchie durchläuft, kann zwar oft von der Beseitigung des Ego sprechen, meistens ist es ihm aber total fremd. Er verhält sich in der Hierarchie durch und durch europäisch. Er verlangt von anderen Menschen, die in der Hierarchie unter ihm sind, ihr Ego zu beseitigen, Stille zu üben etc, aber er erfüllt diese Kriterien selbst nicht. Im großen und ganzen wird die Beseitigung des Ego nur propagiert, um dem Gegenüber ggf. den Mund zu verbieten und sein eigenes Ego zu zementieren und ggf. seine (vermeintliche) Machtposition zu erhalten.

Das ist ein grundsätzliches Problem in vielen Machtstrukturen, und nicht selten sind es menschlich ganz kleine Lichter, die solche Machtspielchen brauchen, die sie nie ernsthaft mit ihrem Ego befasst haben und es auch nicht aufgeben wollen. Deshalb habe ich persönlich sehr viel Respekt vor den Menschen, die genau deshalb leuchten und strahlen: weil ihr Ego durchlässig geworden ist. Die haben eine ganz natürliche Autorität

Mein persönliches Problem in klassischen Strukturen ist z.b., dass die Leute schnell merken, dass ich solche Mechanismen verstehe und die Menschen meist mit dem konfrontiere, was sie eigentlich, wenn sie das mit der Transzendenz des Ego verstanden haben sollten, schon wissen sollten: dass sie Nichts sind. Auch nicht mit 1000 Titeln.

#47 Capsaicin II

    Stammgast

  • Members
  • 1.086 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    WT
Offline

Geschrieben 24 März 2011 - 13:58 Uhr

@ Lars: Sehr schöner Post.
Allerdings ging es bisher nicht um das Ego des "nicht Abtes" (und ob uns das weiter bringen würde???)
Und auch nicht um Japanische KK...
... reden Sie einfach weiter, irgendwann wird schon etwas Sinnvolles dabei sein.

9 von 10 Stimmen in meinem Kopf sagen: "Du bist nicht verrückt", und die 10te summt unaufhörlich die Tetris Melodie

I`m dreaming of a world, without walls and fences, without windows and gates...

#48 Lars

    Stammgast

  • Members
  • 2.068 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Krav Maga (IKMF)
Offline

Geschrieben 24 März 2011 - 13:59 Uhr

Ich hatte das Thema auch nur am Rande erwähnt, Holzkeule hatte dann nachgefragt, worauf ich geantwort habe.

#49 Rakoshi

    Alter Hase

  • Members
  • 255 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe
Offline

Geschrieben 24 März 2011 - 23:02 Uhr

Lieber Calypso,

Tut mir leid, dass ich mich erst so spät zurück melde, aber ich möchte die Antwort nicht schuldig bleiben.

Ja, niemand hat jemand einen Auftrag zum Unterrichten erteilt. Und wenn war es der eigene Lehrer.
Aber welcher Lehrer würde sich eine Überprüfung seines Könnens gefallen lassen?
Wer wären die Prüfer? Welche Kriterien müssen erfüllt werden?

Da fällt mir die Statistik zu meiner Doktorarbeit ein.... vereinfache bis man nur noch eine Variable hat, dann kann man über die Variable ein Ergebnis erzielen.

Das heißt, wenn man alle Kampfkunstlehrer zum Beispiel (stark übertrieben) gegen den deutschen Karatemeister antreten lassen würde und als Ziel eine Runde (2 Minuten ohne K.O.) setzt. Dann könnte der K-Lehrer auch nur weglaufen vor dem Karatemeister um zu bestehen.

Ob der Kampfkunstlehrer dann nicht seine Berufung als Lauflehrer wahrnehmen sollte, ist eine spannende Frage.

Ich bin für ein unabhängiges Gremium, ohne Anbindung an die Kampfkunst, zum Beispiel Profiturner oder andere Profisportler.... die einfach die Grundlage überprüfen und nicht die Essenz. Jeder andere Sport kann beurteilt werden, warum also nicht die Kampfkunst. Und damit würden sogenannte Schwarze Scharfe es bedeutend schwere fallen, Fuß zufassen, die scheuen nämlich eine Überprüfung, wie der Teufel das Weihwasser.

Aber das ist nur ein Gedankenspiel von mir, wie man Qualität in die Kampfkunst sichern kann.
www.kungfu-emsdetten.de
www.lee-kamwing.de