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Capoeira


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9 Antworten in diesem Thema

#1 Terao

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Geschrieben 02 April 2011 - 10:34 Uhr

Liebe Gemeinde,

ich bin kürzlich auf dieses Video gestoßen, das mich sowohl film- als auch bewegungstechnisch absolut fasziniert hat:




Lässt sich da ein bestimmter Stil erkennen? Das langsame, tiefe Spiel ab 0:40 erinnert ja eher an Angola. Der "akrobatischere" Rest eher an Regional. Stimmt das so?

Außerdem: Spielen die da relativ frei, oder ist jede Bewegung genau choreographiert und gemeinsam eingeübt? Ersteres könnte ich mir angesichts der knappen Distanz, des perfekten Zusammenspiels (beides hab ich so noch nicht gesehen) und der Bewegungen, bei denen sich beide immer mal wieder gezwungenermaßen aus den Augen verlieren und ihre Bewegungen so kaum aufeinander abstimmen können (schon gar nicht in Echtzeit) kaum vorstellen. Auch kann man ja beim Springen die Bewegung nur schwer mittendrin abbrechen oder umlenken, sodass da ein Zusammenprall früher oder später vorprogrammiert wäre.

Bearbeitet von Terao, 02 April 2011 - 10:39 Uhr.


#2 big X

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Geschrieben 03 April 2011 - 12:01 Uhr

hai terao,

ich halte das video, ohne dass ich mich weitergehend informierte, für contemporanea. die moderne mischung aus angola und regional, welche sich immer weiter verbreitet. angola & regional haben zwar getrennt auch ihren reiz. aber zusammen ist es halt noch reizvoller - ausser du bist überzeugter regionalista/angoleiro, dann liebst du den "reinen" stil :).


die abläufe können durchaus improvisiert sein. habe schon leute schneller spielen sehen, dabei sogar noch enger (vor allem bei der übung am ende (ab 1:37), bei der sich die beiden rotierende tritte um die ohren knallen). das ging soweit, dass der mestre, welcher die batteria führte seinen berimbau nahm und damit, wie mit einem schwert, zwischen die beiden schlug, um sie zu trennen (wurde auch ihm zu schnell und gefährlich).
das angola-spiel anfanx ist doch recht übersichtlich.
ausserdem darfst du nicht vergessen, dass sie geschnitten haben. da lässt sich noch viel machen ;).

hoffe geholfen zu haben ;)

#3 Terao

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Geschrieben 03 April 2011 - 12:22 Uhr

Ja, danke! Wird wohl wirklich die Mischung sein. Wie läuft sowas dann ab? Können beide jederzeit ihr Spiel verlangsamen oder beschleunigen? Dadurch wirds sicherlich nochmal um einiges interessanter und komplexer. Außerdem wird man so eher gezwungen, wirklich aufeinander zu schauen und sich aufeinander abzustimmen.

Wobei mir Angola fast noch besser gefällt. Ist zwar langsamer, aber dafür spielen die Leute da wirklich zusammen. Bei den schnellen Sachen hab ich oft, auch wohl von guten Leuten (Videos, Live-Aufführungen) ein eigentlich wenig aufeinander bezogenes Tricksen in weitem Abstand gesehen, das dann eher zwei gleichzeitig stattfindenden Solo-Darstellungen entspricht. Sowas find ich albern.

Keine Ahnung, aber als Laie denk ich mal, dass es da ab ner bestimmten Geschwindigkeit einfach Grenzen des Möglichen gibt. Selbst hier im Video wird es, wenn es schneller wird, ein wenig abständiger und solipsistischer. Halt ein Kompromiss.

Trotzdem, tolle Kampfkunst! Vielleicht im nächsten Leben...

#4 Vagabund

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Geschrieben 03 April 2011 - 19:45 Uhr

Meine Güte, wenn ich sowas sehe, könnt ich echt neidisch werden. Nein, ich werde neidisch... Arg... Was die für eine Muskulatur haben! Ich kann nicht einmal 20 Sekunden in einer einigermaßen hohen Brücke stehen!

Da ich gestern beim Power-Yoga war, kam mir gerade der Gedanke, dass vieles im Capoeira wie Yoga in Schnell ist :D

Ok, ich fang dann mal an zu üben. Jeden Tag eine Sekund länger ;)
Taekkyon-Seminar mit Großmeister Lee Yong-bok (9. Dan Taekkyon und 9. Dan Tae Kwon Do) in Hamburg: www.zentrum.taekkyon.de/news

#5 big X

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Geschrieben 04 April 2011 - 18:21 Uhr

@terao:

Zitat

Ja, danke! Wird wohl wirklich die Mischung sein. Wie läuft sowas dann ab? Können beide jederzeit ihr Spiel verlangsamen oder beschleunigen? Dadurch wirds sicherlich nochmal um einiges interessanter und komplexer. Außerdem wird man so eher gezwungen, wirklich aufeinander zu schauen und sich aufeinander abzustimmen.
die musik gibt dir einen rhythmus vor. manchmal reagiert die musik auf das geschehen im roda, manchmal regieren die spieler auf die musik.
geht aber auch ohne musik ;). musst halt gucken, was dein partner macht (sollst ihn ja eh nicht aus den augen lassen). kannst dann rausgehen (bei uns gab es die möglichkeit, wenn das spiel zu intensiv wurde oder wen mensch sich ein wenig erholen wollte, im roda kreise zu gehen. der partner folgt der einladung und geht hinterher. immer auf der hut vor einem überfall ;). im angola werden andere chamadas (rufe) verwendet.


Zitat

Wobei mir Angola fast noch besser gefällt. Ist zwar langsamer, aber dafür spielen die Leute da wirklich zusammen. Bei den schnellen Sachen hab ich oft, auch wohl von guten Leuten (Videos, Live-Aufführungen) ein eigentlich wenig aufeinander bezogenes Tricksen in weitem Abstand gesehen, das dann eher zwei gleichzeitig stattfindenden Solo-Darstellungen entspricht. Sowas find ich albern.
:) das sind die klassischen stereotypen :D.
angola wird häufiger langsam gespielt. wirds schneller ist auch meist vorbei ;). dann sitzt einer auf dem hintern und der andere hat seinen "punkt" gemacht. die können also auch schneller spielen.
während die schnellen regionalistas auch langsamer spielen können und auch wesentlich näher zusammen ;). wird für shows so nicht gezeigt, weil die leute eher spektakuläre akrobatik verlangen/sehen wollen (und dann dafür auch bezahlen). im roda gibt es verschiedene spielweisen, die mit der musik interagieren. es gibt langsame spiele, es gibt schnelle spiele, es gibt kämfperisches spiel, es gibt akrobatisches spiel, es gibt spiel für touristen, ...
für show wird normalerweise das akrobatische spiel gezeigt (benguela). in unserer gruppe wurde so gespielt, dass berührt werden konnte. deshalb wich mensch dann besonders gerne aus. andere gruppen sehen das aber anders.


Zitat

Keine Ahnung, aber als Laie denk ich mal, dass es da ab ner bestimmten Geschwindigkeit einfach Grenzen des Möglichen gibt. Selbst hier im Video wird es, wenn es schneller wird, ein wenig abständiger und solipsistischer. Halt ein Kompromiss.
diese bewegung ist jetzt sozusagen ein "drill". eine "abgesprochene" folge von bewegungen. die kann in ihrer geschwindigkeit ganz schön schnell werden. meist rücken die leute dann aus vorsicht auseinander. wenn aber 2 gute leute in der entsprechenden laune aufeinander treffen, geht das ganz schön ab.
wie gesagt: 1x musste der mestre mit dem berimbau dazwischen hauen, weil ihm die verletzunxgefahr zu gross wurde (war schliesslich eine capoeira-show während eines workshops).

@vagabunt:

Zitat

Ich kann nicht einmal 20 Sekunden in einer einigermaßen hohen Brücke stehen!
übung macht den meister. für die queda des rins habe ich 3 jahre gebraucht. versuch mal in der brücke ein bein hochzunehmen. das zwiebelt richtig ;).
ach ja - in der brücke darauf achten, dass die knie nicht nach aussen "fallen", sonst leiden die gelenke.

Bearbeitet von big X, 04 April 2011 - 18:26 Uhr.


#6 Vagabund

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Geschrieben 04 April 2011 - 20:37 Uhr

Beitrag anzeigenbig X sagte am 04 April 2011 - 18:21 Uhr:

übung macht den meister. für die queda des rins habe ich 3 jahre gebraucht. versuch mal in der brücke ein bein hochzunehmen. das zwiebelt richtig ;).
ach ja - in der brücke darauf achten, dass die knie nicht nach aussen "fallen", sonst leiden die gelenke.

Ja, genau, üben, üben, üben. Mache jetzt jeden Tag mehrmals Brücke. Also seit gestern jedenfalls :D Ich zeig Dir dann beim nächsten Treffen, wie weit ich gekommen bin :)

Was ist die queda des rins?

Auf Zwiebeln hab ich derzeit nicht so die Lust, nachher hol ich mir damit einen Hexenschuss...

Welche Gelenke leiden, wenn man die Knie nach außen fallen lässt?
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#7 big X

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Geschrieben 05 April 2011 - 18:38 Uhr

die knie. die kräfte wirken dann nicht mehr nur von oben nach unten (physiologisch), sonder mehr seitlich.

das zwiebeln wird keinen hexenschuss auslösen, ist nur total anstrengend, solange die nötige dehnung noch nicht erabeitet wurde ;).

"queda de rins" ist eine art kopfstand, bei dem der kopf mit der schläfe auf dem boden ist. als alter breakdancer solltest du einen ähnlichen move kennen ;).

na - dann bin ich gespannt :).

Bearbeitet von big X, 05 April 2011 - 18:39 Uhr.


#8 Vagabund

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Geschrieben 11 Juni 2011 - 11:59 Uhr

Habe übrigens ein paar kleine Fortschritte gemacht. Je nach Tagesform schaffe ich nun schon ein paar Sekunden länger.

"Jeden Tag mehrmals" habe ich zwar nicht durch gehalten, aber immerhin bei jedem Training ca. drei "Sätze". Tut meinem Rücken auch echt gut, diese Brücke.
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#9 Terao

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Geschrieben 11 Juni 2011 - 12:11 Uhr

Na, wenn solche Videos den eigenen Trainingseifer ankurbeln, ist das doch das beste, was ein Video bewirken kann...

#10 Vagabund

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Geschrieben 11 Juni 2011 - 20:41 Uhr

Beitrag anzeigenTerao sagte am 11 Juni 2011 - 12:11 Uhr:

Na, wenn solche Videos den eigenen Trainingseifer ankurbeln, ist das doch das beste, was ein Video bewirken kann...

Das Video hat mich auch motiviert, aber es war "nur" ein Faktor von mehreren. Ein wichtiger Faktor ist, dass ich beim Power Yoga nicht immer als Erster absetzen will :D
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