Zum Inhalt wechseln


- - - - -

Taekwondo ins Fernsehen?


38 Antworten in diesem Thema

#1 himself

    Alter Hase

  • Members
  • 344 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Taekwondo / Krav Maga
Offline

Geschrieben 03 April 2011 - 07:08 Uhr

Hallo,

warum wird so wenig bis nichts über Kampfkünste im Fernsehen gebracht?

Sind Wettkämpfe oder Demos zulangweilig?
Oder ist der Markt noch nicht erkannt?

#2 Vagabund

    Stammgast

  • Lehrende und Funktionäre
  • 3.151 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Hamburg
  • Interests:Schlagzeug, Psychologie, Basketball, Sprachen

  • Kampfkunst:
    Taekkyon
Offline

Geschrieben 03 April 2011 - 19:51 Uhr

Wettkämpfe gibt es doch oft, hauptsächlich Boxen und Kickboxen. Ja, alles andere wird wohl zu langweilig sein. Wobei ich Judo und Ringen eigentlich spannender finde.

Der Markt wurde meiner Beobachtung nach durchaus schon erprobt. Früher habe ich auch häufiger mal Muay Thai und Sumo auf Eurosport gesehen. Kam wohl nicht so gut an.

Tja, und was soll man über Kampfkünste sonst bringen? Bei Demos und Formen fehlt für den Zuschauer die Spannung, denke ich mal. Die Demo von Paris-Bercy kam oder kommt jedenfalls ab und an.

Hm, Capoeira-Spiele oder Taekkyon-Wettkämpfe - das könnte vielleicht in der Zukunft noch Zuschauer begeistern, weil das was "neues" wäre.
Taekkyon-Seminar mit Großmeister Lee Yong-bok (9. Dan Taekkyon und 9. Dan Tae Kwon Do) in Hamburg: www.zentrum.taekkyon.de/news

#3 himself

    Alter Hase

  • Members
  • 344 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Taekwondo / Krav Maga
Offline

Geschrieben 04 April 2011 - 18:25 Uhr

Ja , warum nicht.

Ich würde mich freuen wenn es vergleichs Wettkämpfe geben würde , aber da fehlt es wohl an Regelwerk und willen.

#4 loddlloddl

    Neu im Forum

  • Members
  • 19 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    TKD
Offline

Geschrieben 14 Mai 2011 - 00:58 Uhr

War alles schon mal da und wurde auch vom Markt erkannt, aber nur dahingehend, dass es zu wenige Zuschauer gibt, dh wenig Interessenten um Werbezeit in den Pausen zu verkaufen.
Da hat Fussball zB ein viel größeres Publikum.
Geld regiert die (Fernseh-)Welt!

Kampfsport wird erst dann interessant fürs Fernsehen, wenn bei Olympischen Spielen eine medaille errungen wurde,danach versinkt es wieder für vier Jahre in der Versenkung.

#5 soto-deshi

    Stammgast

  • Members
  • 520 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bayern
  • Interests:Bücher über alles mögliche,

  • Kampfkunst:
    Kampfsport
Offline

Geschrieben 14 Mai 2011 - 12:32 Uhr

Hallo himself,

Kampfsport bringt eurosport - wobei Kickboxen, K 1 , usw. das ist was der Sender seinen Zuschauern bringt.
Sumo wurde aus dem Programm genommmen.

Taekwondo und Karate- Kyokushinkai nach einigen Versuchen wieder eingestellt - das Interesse der Zuschauer - im TV sondern auch bei Veranstaltungen in der Halle - ist nicht sehr groß.
Liegt meiner Ansicht nach an den Wettkampfregeln.

Kickboxen wird öfters auf DSF und ich denke sogar bald auf dem ZDF gebracht,

soto-deshi

#6 Smoo

    Stammgast

  • Moderator
  • 3.553 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Im Ruhrpott mitten drin
  • Interests:Philosophie
    Kampfkunst
    Spiel und Spaß
    Denkweisen
    Gesundheit
    Leben
    Billard
    Mit Worten spielen

  • Kampfkunst:
    Tae Kwon Do, Thaiboxen, Boxen
Offline

Geschrieben 14 Mai 2011 - 15:55 Uhr

Zitat

Taekwondo und Karate- Kyokushinkai nach einigen Versuchen wieder eingestellt - das Interesse der Zuschauer - im TV sondern auch bei Veranstaltungen in der Halle - ist nicht sehr groß.
Liegt meiner Ansicht nach an den Wettkampfregeln.

Ich glaube eher, dass es zu viel Verwirrung gibt um die Verbände und Stile und noch viel mehr um deren Organisation.

Wir haben hier im Ruhrpott sooooooo verdammt viele Weltmeister im Taekwondo und Kickboxen...

Zum Beispiel im weltberühmten Kampfsportverband "Wanne-Eickel-Ost" <- vielleicht werde ich ihn noch gründen.

Dann das Rumgehampel um Graduierungen und Vorsitzende: Berufen auf Herkünfte, Meister und andere Lügen/Lügner.

Quellen werden erfunden und daraus ein neuer "authentischer" Stil erschaffen: Die ganz normale Kampfsportpraktik. Wie werde ich Taekwondoweltmeister? Achjo, ich gründe meinen Verband.
Wo ist der Unterschied zwischen dem berühmten "Wanne-Eickel-Ost-Taekwondo" und dem "Herne-Süd-Tae-kwon-do"?
1. Die einen dürfen nicht ohne Gürtel, während die anderen mit aber trotzdem machen was sie wollen.
2. Wir treten eh ganz anders.
3. ...

Man äußert kritik und wird darauf hingewiesen, dass man nicht pauschalisieren sollte. Versucht man Kritikpunkte zu sammeln, ist das die Allzweckkeule, mit der in vielen Foren Diskussionen um Verbesserungen totgeschlagen werden. Dabei kenne ich echt viele, die gerne mal wieder Kyokushin sehen würden und auch TKD!

Taekwondo ist unattraktiv, wegen unrealistischen Fußtechniken mit extra ohne Kopfdeckung. Würde ich Geld für die Frage bekommen, warum Taekwondoka im Wettkampf die arme baumeln lassen... Angehörige hatten jedenfalls weder Spaß noch Verständnis, wenn sie "meinen Kampfsport" mal im Fernsehen sahen. Eher ein fröhliches "HÄÄÄÄÄ? Warum hat der denn jetzt gewonnen?" Wie es so oft läuft bei Punktesystemen. Da kann man Vollkontakt so lukrativ und brutal betonen, wie man möchte, es bleibt Fechten mit den Beinen.

Daher kommt Taekwondo nicht ins Fernsehen. Ganz Ähnliches gilt für Brüder und Schwesterkampfsportarten etwa dem Kyokushin: Es gibt keine Größen, die aus diesem Stil "herausstrahlen"... aber Probleme zwischen den großen Verbänden. Es ist recht hübsch anzusehen. Über fehlende Dekcungen wundert man sich aber auch hier hin und wieder... dafür sind viele Überraschungen dabei.
Da blickt keiner... äh... da möchte auch keiner mehr verstehen warum und worum.
Dann guckt man sich lieber die Leute an, die aus dem, was sie dürfen das Beste machen: Dann landet man ganz schnell beim K1 übers Thai zum MMA. Und selbst da ist der Unterschied zwischen UFC und MMA für viele Laien noch zu hoch.

Sumo war jedenfalls immer ein Blickfang :D

LG

Peddah

Bearbeitet von Smoo, 14 Mai 2011 - 15:58 Uhr.

Ich bin personifiziertes Yang und kann nix dafür, is' halt so.

www.fighters-world.de

Wer mit Worten geizen kann, sodass der Inhalt strahlt, der ist wirklich reich.

#7 Nordlicht

    Stammgast

  • Members
  • 656 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Nordwestlich von Hamburg

  • Kampfkunst:
    Yang-Stil Tai Chi Chuan
Offline

Geschrieben 14 Mai 2011 - 16:56 Uhr

Beitrag anzeigensoto-deshi sagte am 14 Mai 2011 - 12:32 Uhr:

Kampfsport bringt eurosport - wobei Kickboxen, K 1 , usw. das ist was der Sender seinen Zuschauern bringt.
Sumo wurde aus dem Programm genommmen.
Hehe, Sumo war (wahrscheinlich) überhaupt nur im Programm, weil Jacques Chirac das so gefiel. Wenn ich mich recht erinnere, hatte er sogar eine Sumo-Weltmeisterschaft (vorwiegend mit Japanern) nach Paris geholt.
Als er nicht mehr Präsident war, endete dann (leider) auch das Sumo-Ringen bei Eurosport ...

Bei den letzten Olympischen Spielen (Peking) hab' ich mal Taekwondo im Fernsehen gesehen. Das sah nur nach andauerndem Rumgekicke aus (schwer zu beschreiben), nach "Kampf" jedenfalls überhaupt nicht. War ziemlich langweilig anzusehen, was mich auch überrascht hat.
Bei Judo dieses unschöne Rumgezerre an der Kleidung war auch nicht viel unterhaltsamer. Ist halt schwer, überhaupt eine Technik durchzubringen, bei einem Gegner, der sich mal wirklich wehrt und auch (fast) genausoviel kann wie der andere.
Auf die Dauer fand' ich das Sumo-Ringen bei Eurosport dann auch nicht so spannend, irgendwie leer nach einiger Zeit.
Ist wohl schwierig. Am besten sieht KK wohl doch choreographiert in Kung-Fu- oder Karate-Spielfilmen aus. Auch bezeichnend, daß ich z.B. gar keinen Judo-Spielfilm kenne. Zwischen Sport, Kampf und Show ist wohl doch ein Unterschied, und nicht alles eignet sich.

Gruß

Bearbeitet von Nordlicht, 14 Mai 2011 - 17:00 Uhr.


#8 Terao

    Stammgast

  • Members
  • 4.300 Beiträge
  • Interests:Militärgeschichte; psychologische, historische und soziologische Aspekte von Kampfkunst und -sport

  • Kampfkunst:
    Kendo
Offline

Geschrieben 14 Mai 2011 - 17:19 Uhr

Interessante Frage eigentlich. Die bislang genannten Punkte hören sich da schon recht plausibel an.

Meiner Meinung nach ist der Hauptpunkt, ob ein Sport tatsächlich eine breitere Masse zum Zuschauen animiert, der, ob die Regeln und der Verlauf auch für Laien relativ gut nachvollziehbar ist und ob sich der Spannungsbogen über einen längeren Zeitraum aufbaut, ebenso aber plötzliche dramatische Zuspitzungen enthält. Von daher ists schwer, gerade sehr exotische, schnelle und komplizierte Sportarten mit nicht so leicht erkennbaren Siegkriterien zu etablierern.
Boxen/Kickboxen etc. funktionieren da noch recht gut, weil die Trefferwirkungen sich ganz gut sehen lassen, der Ablauf (wenn jemand langsam, aber sicher in die Defensive gedrängt wird) sich gut verfolgen lässt und ein jederzeit möglicher (und, wenn er eintritt, ebenfalls sofort erkennbarer) Knockout für Spannung sorgt. MMA wird sich m.E.n. auf Dauer eher nicht etablieren: Das lebte eher von dem Hype um die angebliche Gewalt, ist aber, wenn Profis aufeinandertreffen, meist ein Ringkampf am Boden, der eigentlich nur für kenntnisreiche Zuschauer interessant ist.

M.E.n. der objektiv perfekte Zuschauersport ist Fußball (und das sage ich als ausdrücklicher Nicht-Fan): Leicht zu verfolgender Verlauf (da, wo der Ball ist, spielt die Musik), dramatische Zuspitzungen, die jederzeit sehr plötzlich kommen können (wenn`s in die Nähe des Tores geht), eindeutige Siegkriterien (Tor!). Die komplizierten Regeln (Abseits) sind kein Problem, weil sie halt ohnehin jeder (außer mir) kennt.

#9 Smoo

    Stammgast

  • Moderator
  • 3.553 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Im Ruhrpott mitten drin
  • Interests:Philosophie
    Kampfkunst
    Spiel und Spaß
    Denkweisen
    Gesundheit
    Leben
    Billard
    Mit Worten spielen

  • Kampfkunst:
    Tae Kwon Do, Thaiboxen, Boxen
Offline

Geschrieben 14 Mai 2011 - 20:14 Uhr

Zitat

Das lebte eher von dem Hype um die angebliche Gewalt, ist aber, wenn Profis aufeinandertreffen, meist ein Ringkampf am Boden, der eigentlich nur für kenntnisreiche Zuschauer interessant ist.
Der letzte Kampf von George St. Pierre war aber wirklich zurecht das Hauptevent. Sehr spannend und technisch eindrucksvoll.

Aber der Vergleich zum Fußball ist echt gelungen :lol:
Ich bin personifiziertes Yang und kann nix dafür, is' halt so.

www.fighters-world.de

Wer mit Worten geizen kann, sodass der Inhalt strahlt, der ist wirklich reich.

#10 himself

    Alter Hase

  • Members
  • 344 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Taekwondo / Krav Maga
Offline

Geschrieben 15 Mai 2011 - 10:20 Uhr

Beitrag anzeigenNordlicht sagte am 14 Mai 2011 - 16:56 Uhr:

Beitrag anzeigensoto-deshi sagte am 14 Mai 2011 - 12:32 Uhr:

Kampfsport bringt eurosport - wobei Kickboxen, K 1 , usw. das ist was der Sender seinen Zuschauern bringt.
Sumo wurde aus dem Programm genommmen.
Hehe, Sumo war (wahrscheinlich) überhaupt nur im Programm, weil Jacques Chirac das so gefiel. Wenn ich mich recht erinnere, hatte er sogar eine Sumo-Weltmeisterschaft (vorwiegend mit Japanern) nach Paris geholt.
Als er nicht mehr Präsident war, endete dann (leider) auch das Sumo-Ringen bei Eurosport ...

Bei den letzten Olympischen Spielen (Peking) hab' ich mal Taekwondo im Fernsehen gesehen. Das sah nur nach andauerndem Rumgekicke aus (schwer zu beschreiben), nach "Kampf" jedenfalls überhaupt nicht. War ziemlich langweilig anzusehen, was mich auch überrascht hat.
Bei Judo dieses unschöne Rumgezerre an der Kleidung war auch nicht viel unterhaltsamer. Ist halt schwer, überhaupt eine Technik durchzubringen, bei einem Gegner, der sich mal wirklich wehrt und auch (fast) genausoviel kann wie der andere.
Auf die Dauer fand' ich das Sumo-Ringen bei Eurosport dann auch nicht so spannend, irgendwie leer nach einiger Zeit.
Ist wohl schwierig. Am besten sieht KK wohl doch choreographiert in Kung-Fu- oder Karate-Spielfilmen aus. Auch bezeichnend, daß ich z.B. gar keinen Judo-Spielfilm kenne. Zwischen Sport, Kampf und Show ist wohl doch ein Unterschied, und nicht alles eignet sich.

Gruß
Hi,
ja diese Meinung vertritt wohl die mehrheit!

Allerdings hat es Boxen wohl geschafft!!!! :respekt:

Bearbeitet von himself, 15 Mai 2011 - 10:22 Uhr.


#11 ynnus

    Neu im Forum

  • Members
  • 15 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 15 Mai 2011 - 16:29 Uhr

Beitrag anzeigenhimself sagte am 15 Mai 2011 - 10:20 Uhr:

Hi,
ja diese Meinung vertritt wohl die mehrheit!

Allerdings hat es Boxen wohl geschafft!!!! :respekt:

Boxen ist für den Zuschauer aber recht transparent, was die Regeln betrifft. Und man sieht auch sehr schnell wenn Treffer gemacht werden (der Gegner kriegt eben eins auf die Mütze).
Es ist ja nicht so häufig, dass es bei den großen Boxkämpfen bis zur letzten Runde geht und die Jury entscheidet. Denn die wirkliche Punktezahl ist doch eher unwichtig. Am Ende steht oft nur noch einer durch K.O. Das ist natürlich interessant anzusehen, wenn die Kämpfer in der 8. Runde kaum mehr Stehen können und sich doch noch die Fäußte um die Ohren schlagen.
Daher sind die Sportarten mit Vollkontakt, wo es wirklichen vollen Kontakt gibt und man wirkliche Schläge austeilt und es auch die entsprechende Einwirkung auf den Gegner hat, eben fürs Fernsehen und die Zuschauer besser geeignet. Sowas ist gut nachzuvollziehen für den Zuschauer. Hingegen ist Taekwondo-Vollkontakt ja recht "gesund", weil man durch die vielen Schützer kaum Verletzungen von sich trägt. Das ist ja auch okay so, jeder Sport hat seine Eigenarten. Aber es ist eben nicht vergleichbar mit den blutigen Nasen und Cuts im Boxen oder einem Kickbox-Vollkontakt-Kampf, wo es eben keine Schützer gibt und man direkt die Wirkung des Treffers auch sieht. Beim Taekwondo sieht man nichts, nur dass sich vielleicht mal ne Punktzahl verändert. Und noch verwirrender ist es eben, wenn dauerhaft getroffen wird aber keine Punkte gezählt werden, weil man eben nicht weiß, dass eine gewisse Kraft dahinter sein muss.

#12 kwondi

    Stammgast

  • Members
  • 758 Beiträge

  • Kampfkunst:
    Taekwondo
Offline

Geschrieben 16 Mai 2011 - 08:08 Uhr

Beitrag anzeigenynnus sagte am 15 Mai 2011 - 16:29 Uhr:

Beitrag anzeigenhimself sagte am 15 Mai 2011 - 10:20 Uhr:

Hi,
ja diese Meinung vertritt wohl die mehrheit!

Allerdings hat es Boxen wohl geschafft!!!! :respekt:

Boxen ist für den Zuschauer aber recht transparent, was die Regeln betrifft. Und man sieht auch sehr schnell wenn Treffer gemacht werden (der Gegner kriegt eben eins auf die Mütze).
Es ist ja nicht so häufig, dass es bei den großen Boxkämpfen bis zur letzten Runde geht und die Jury entscheidet. Denn die wirkliche Punktezahl ist doch eher unwichtig. Am Ende steht oft nur noch einer durch K.O. Das ist natürlich interessant anzusehen, wenn die Kämpfer in der 8. Runde kaum mehr Stehen können und sich doch noch die Fäußte um die Ohren schlagen.


Wie war das noch mit dem Vergleich von Äpfeln und Birnen?
Es gibt sicher auch einen Unterschied zwischen Amateursport und Profisport.
Deine Aussagen im Bezug auf Boxsport treffen wohl ausschließlich auf den Profi-Boxkampf zu.
Bei den Amateuren geht es doch auch meist am Ende des Kampfes um Punkte, deren Herkunft oft kaum nachvollziehbar ist.

#13 Terao

    Stammgast

  • Members
  • 4.300 Beiträge
  • Interests:Militärgeschichte; psychologische, historische und soziologische Aspekte von Kampfkunst und -sport

  • Kampfkunst:
    Kendo
Offline

Geschrieben 16 Mai 2011 - 08:22 Uhr

Zitat

Bei den Amateuren geht es doch auch meist am Ende des Kampfes um Punkte, deren Herkunft oft kaum nachvollziehbar ist.
...und deswegen will auch kein Massenpublikum die Amateurkämpfe im Fernsehen (worum es hier ja einzig geht) sehen, sondern schaut sich lieber Profikämpfe an (auch wenn sie technisch noch so schlecht sind).

Davon abgesehen finde ich (als Laie auf beiden Gebieten) die Wirkungstreffer beim Boxen auch leichter zu erkennen als beim Taekwondo. Dass das bei jemandem, der Ahnung hat, anders ist, ist ja unbestritten. Die werden aber niemals die Mehrheit des deutschen Fernsehpublikums bilden.

#14 kwondi

    Stammgast

  • Members
  • 758 Beiträge

  • Kampfkunst:
    Taekwondo
Offline

Geschrieben 16 Mai 2011 - 10:07 Uhr

Beitrag anzeigenTerao sagte am 16 Mai 2011 - 08:22 Uhr:

Zitat

Bei den Amateuren geht es doch auch meist am Ende des Kampfes um Punkte, deren Herkunft oft kaum nachvollziehbar ist.
...und deswegen will auch kein Massenpublikum die Amateurkämpfe im Fernsehen (worum es hier ja einzig geht) sehen, sondern schaut sich lieber Profikämpfe an (auch wenn sie technisch noch so schlecht sind).

Davon abgesehen finde ich (als Laie auf beiden Gebieten) die Wirkungstreffer beim Boxen auch leichter zu erkennen als beim Taekwondo. Dass das bei jemandem, der Ahnung hat, anders ist, ist ja unbestritten. Die werden aber niemals die Mehrheit des deutschen Fernsehpublikums bilden.

Ich weiß nicht, wo der Unterschied zwischen einem Wirkungstreffer beim Boxen und einem Wirkungstreffer beim TKD in der Erkennbarkeit liegen soll.
Wirkungstreffer bedeutet doch, dass der Treffer Wirkung zeigt. Ob jemand nach einem Treffer beim Boxen oder beim TKD auf dem Boden liegt, oder auf der Kampffläche rumtaumelt, ist doch wohl kein Unterschied.

Und wie Du selbst schreibst: man schaut sich die Profikämpfe im Fernsehen an, und nicht die Amateurkämpfe.
Es geht niemand hin, und ändert die Wettkampfregeln beim Amateurboxen, nur weil es für das Fernsehen nicht attraktiv genug ist.
Also geht es doch nicht darum, das Regelwerk im Amateur-TKD zu ändern, sondern man sollte dann einfach eine Profiliga (wer es dann unbedingt braucht) im TKD mit separatem Regelwerk einführen und endlich mit diesen anscheinend endlosen Änderungswünschen für die Amateur-TKD-Regeln aufhören.

Bearbeitet von kwondi, 16 Mai 2011 - 10:09 Uhr.


#15 Terao

    Stammgast

  • Members
  • 4.300 Beiträge
  • Interests:Militärgeschichte; psychologische, historische und soziologische Aspekte von Kampfkunst und -sport

  • Kampfkunst:
    Kendo
Offline

Geschrieben 16 Mai 2011 - 10:16 Uhr

Sorry, versthe ich überhaupt nicht: Hat irgendjemand hier bislang gefordert, dass die Regeln wegen der Einschaltquoten geändert werden sollten? Es ging doch erstmal nur um das "Warum ist das eine bei Zuschauern beliebter als das andere".

Mir ists ehrlich gesagt relativ wurst, ob meine KK nun fürs Laienpublikum attraktiv ist oder nicht. Klar, dadurch kommt`s nicht im Fernsehen. Aber dafür gibts ja inzwischen Internet (wo man über jede noch so exotische Nischen-KK stundenlanges Filmmaterial von Wettkämpfen jeden Niveaus und aus aller Herren Länder anschauen kann).

#16 Mac

    Stammgast

  • Foren Mod
  • 3.671 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe

  • Kampfkunst:
    Taekwondo
Offline

Geschrieben 16 Mai 2011 - 10:20 Uhr

Hi zusammen,

ich vermisse TKD-Wettkampf im Fernsehen in keinster Weise.
Bei Interesse kann ich jederzeit auf youtube suchen, bin nicht an Sendezeiten gebunden und sehe jeden, vom Anfänger bis zum Profi und vor allem nicht nur auf Wettkampf beschränkt. Wobei mich letzterer auch am Wenigsten interessiert.

Spannender finde ich da Formelläufe, wo youtube oftmals einen Überblick datüber bietet, was an anderen Enden der (TKD-) Welt gerade geamcht wird.

Viele Grüße

Mac :-)
Renne um Dein Leben, wenn ich lächele.

Wie soll ich wissen was ich denke, bevor ich lese was ich schrieb?

Ich wollte mich eigentlich geistig mit Dir duellieren, doch ich sehe Du bist unbewaffnet.

#17 ynnus

    Neu im Forum

  • Members
  • 15 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 16 Mai 2011 - 16:04 Uhr

Beitrag anzeigenkwondi sagte am 16 Mai 2011 - 10:07 Uhr:

Ich weiß nicht, wo der Unterschied zwischen einem Wirkungstreffer beim Boxen und einem Wirkungstreffer beim TKD in der Erkennbarkeit liegen soll.
Wirkungstreffer bedeutet doch, dass der Treffer Wirkung zeigt. Ob jemand nach einem Treffer beim Boxen oder beim TKD auf dem Boden liegt, oder auf der Kampffläche rumtaumelt, ist doch wohl kein Unterschied

Also was die Wirkungstreffer betrifft sieht man die beim Boxen wesentlich deutlicher als beim TKD:
Beim Boxen muss man deutlich mehr Schläge aushalten, die auch wehtun, als beim Taekwondo. Beim TKD signalisiert man eine Verletzung und bekommt Eis drauf, und hat ne Minute Erholungszeit. Und auch sonst wird bei Cuts und wenn es blutet der Kampf beendet. Durch die Weste, den Kopfschutz etc ist es ein Sport, wo es um Punkte geht, und nicht darum, den Gegner Kampfunfähig zu schlagen. Klar ist auch der K.O ein Mittel zum Sieg, aber das kommt deutlich seltener vor als der Sieg durch Punkte.
Beim Boxen hingegen gibt es keine kurze Pause, nur weil man mal einen Schlag auf die Rippen bekommen hat oder einem der Kopf weh tut. Da muss man weiter einstecken, Rippen, Lebertreffer, direkt auf die Nase oder das Kinn, Schläfe etc. Da geht es darum, den Gegner technisch K.O oder direkt K.O zu hauen. Im Zweifel entscheiden eben die Punktrichter, aber das doch seltener als durch Punkte (und ja, ich rede jetzt vom Profi-Boxen - was ja auch im TV aus den besagten Gründen gezeigt wird). Und hier ist die Wirkung direkt zu sehen, wenn die Boxer mit dicken Augen oder Cut am Auge total erschöpft auf sich einschlagen, und schließlich einer zusammen bricht.

Soviel zu den Wirkungstreffer. Ich glaube da gibt es sehr wohl einen sehr großen Unterschied.

Bearbeitet von ynnus, 16 Mai 2011 - 16:06 Uhr.


#18 himself

    Alter Hase

  • Members
  • 344 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Taekwondo / Krav Maga
Offline

Geschrieben 16 Mai 2011 - 19:15 Uhr

Hallo,

tja wie soll ich es sagen? :closedeyes:

Im Vergleich zum Boxen ist TKD-Wettkampf stink langweilig für die breite Masse ( die man aber fürs TKD gewinnen möchte (lach)) :respekt: :todlach:

#19 kwondi

    Stammgast

  • Members
  • 758 Beiträge

  • Kampfkunst:
    Taekwondo
Offline

Geschrieben 17 Mai 2011 - 07:29 Uhr

Beitrag anzeigenynnus sagte am 16 Mai 2011 - 16:04 Uhr:

Beitrag anzeigenkwondi sagte am 16 Mai 2011 - 10:07 Uhr:

Ich weiß nicht, wo der Unterschied zwischen einem Wirkungstreffer beim Boxen und einem Wirkungstreffer beim TKD in der Erkennbarkeit liegen soll.
Wirkungstreffer bedeutet doch, dass der Treffer Wirkung zeigt. Ob jemand nach einem Treffer beim Boxen oder beim TKD auf dem Boden liegt, oder auf der Kampffläche rumtaumelt, ist doch wohl kein Unterschied

Also was die Wirkungstreffer betrifft sieht man die beim Boxen wesentlich deutlicher als beim TKD:
Beim Boxen muss man deutlich mehr Schläge aushalten, die auch wehtun, als beim Taekwondo. Beim TKD signalisiert man eine Verletzung und bekommt Eis drauf, und hat ne Minute Erholungszeit. Und auch sonst wird bei Cuts und wenn es blutet der Kampf beendet. Durch die Weste, den Kopfschutz etc ist es ein Sport, wo es um Punkte geht, und nicht darum, den Gegner Kampfunfähig zu schlagen. Klar ist auch der K.O ein Mittel zum Sieg, aber das kommt deutlich seltener vor als der Sieg durch Punkte.
Beim Boxen hingegen gibt es keine kurze Pause, nur weil man mal einen Schlag auf die Rippen bekommen hat oder einem der Kopf weh tut. Da muss man weiter einstecken, Rippen, Lebertreffer, direkt auf die Nase oder das Kinn, Schläfe etc. Da geht es darum, den Gegner technisch K.O oder direkt K.O zu hauen. Im Zweifel entscheiden eben die Punktrichter, aber das doch seltener als durch Punkte (und ja, ich rede jetzt vom Profi-Boxen - was ja auch im TV aus den besagten Gründen gezeigt wird). Und hier ist die Wirkung direkt zu sehen, wenn die Boxer mit dicken Augen oder Cut am Auge total erschöpft auf sich einschlagen, und schließlich einer zusammen bricht.

Soviel zu den Wirkungstreffer. Ich glaube da gibt es sehr wohl einen sehr großen Unterschied.

Vielleicht solltest Du einfach einmal das Wort "Wirkung" überdenken.
Dann wäre noch das Regelwerk der WTF zu empfehlen. Anscheinend ist Dir der Unterschied zwischen einer Trefferwirkung und einer Verletzung nicht bekannt. Nach einem Wirkungstreffer gibt es keine von Dir angeführte Verletzungspause.

Wenn Du Dich hier auf Statistiken berufst (Anzahl der KO's) dann solltest Du doch dazu einfach eine nachvollziehbare Datenquelle heranziehen. Da wir ja nicht Äpfel und Birnen vergleichen wollten (aus diesem Grund ist der Vergleich zum Amateurboxen zutreffender)hab ich mir die Mühe gemacht, mal Deine Aussage mit den überwiegenden KO's im Boxen anhand der Pool-Listen der Olympischen Spiele 2008 zu vergleichen.

Von 250 Kämpfen (habe Freilose und Nichtantritt außen vorgelassen) sind

230 durch Punkte
15 durch Kampfleiterabbruch
4 durch KO
1 durch Aufgabe

entschieden worden.

Also waren die 4 KO's deutlich in der Überzahl zu den 230 Punktsiegen ???

Bearbeitet von kwondi, 17 Mai 2011 - 07:31 Uhr.


#20 Drax

    Stammgast

  • Lehrende und Funktionäre
  • 989 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Oberhausen
  • Interests:Kampfkunst, Fitness und Gesundheit, Musik

  • Kampfkunst:
    Taekwon-Do
Offline

Geschrieben 17 Mai 2011 - 10:18 Uhr

@kwondi: :respekt:

Wollte auch erst etwas dazu schreiben, aber Deine Fakten sind überzeugend!

:) Drax
Don't dream it, be it!