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KK und Rassismus


125 Antworten in diesem Thema

#1 Alfred Tarski

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    Arnis
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Geschrieben 20 April 2011 - 20:59 Uhr

Hallo liebe Leute,

ich würde gerne mal ein recht heikles Thema zur Diskussion stellen, das mich schon länger beschäftigt. Gibt es Eurer Erfahrung nach eine Korrelation - positiv oder negativ - zwischen KK und Rassismus, bzw. Ausländerfeindlichkeit? Fairerweise sollte ich vorausschicken, dass ich Rassismus und Xenophobie, ebenso wie Homophobie, Frauenfeindlichkeit und die ganzen rechten "Ismen" radikal verabscheue und neben Kapitalismus für was ganz, ganz Übles halte. Solche Tendenzen in den KK zu entdecken, betrübt mich regelmäßig zutiefst. Meine persönliche Erfahrung ist, dass KK/KS, in denen die Vervollkommnung der Person im Vordergrund steht wesentlich seltener von derlei Scheißdreck betroffen sind, als jene, in denen die Vorbereitung auf Wettkampf oder Strassenkampf dominiert. Ich behaupte natürlich nicht, dass bestimmte KK/KS solches Gedankengut fördern oder gar lehren. Aber vielleicht ziehen bestimmte KK/KS Leute eher an, die eine einschlägige Einstellung haben. Meinungen?

LG, AT

#2 rauchbombe

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Geschrieben 20 April 2011 - 21:29 Uhr

Na ja..dafür das du kein Ismus magst,steckt hier schon ne Menge"Idealismus"drinne und für den ist KK besonders geeignet.
Aufstehen und meinen Weg gehen

#3 Alfred Tarski

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    Arnis
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Geschrieben 20 April 2011 - 21:52 Uhr

Touché...

Beitrag anzeigenrauchbombe sagte am 20 April 2011 - 21:29 Uhr:

Na ja..dafür das du kein Ismus magst,steckt hier schon ne Menge"Idealismus"drinne und für den ist KK besonders geeignet.


#4 Tullux

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Geschrieben 21 April 2011 - 14:52 Uhr

Im Kendo sind alle ausser mir japanophil und koennen wahllos Szenen aus Bamboo Blade nachspielen.
<_<

#5 HAI

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Geschrieben 21 April 2011 - 17:14 Uhr

Moin,
..ich musste erstmal googlen..
Xenophobie Fremdenfeindlichkeit,aha!

Naja,das bestimmte Kreise KK aus dem Grunde machen,
um anderen auf den Kopf zu hauen ist wohl nicht von der Hand zu weisen.
Ist daraus eine Verbindung zur Fremdenfeindlichkeit gegeben?
Ich denke ,Nein.
Solche Gruppierungen gibt von jeglicher Farbe und Gesinnung.
Es gibt folglich auch Clubs/Vereine, die sind dann lieber unter sich,
das wäre dann eine Art Ausgrenzung,würde ich sagen.
Aber will ich da dann trainieren?

Ansonsten ist mir persönlich! jeder Mensch willkommen
der sich vernünftig benimmt und verhält.
gruss Hai
****
DE OPPRESSO LIBER Freiheit den Unterdrückten
Leitspruch der US Army Special Forces
****

#6 Homunculus

    Alter Hase

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Geschrieben 21 April 2011 - 17:43 Uhr

Das einzige was mir dazu einfällt, sind nationalistische Japaner die keine Westler unterrichten wollen und dubiose Studentenverbindungen die nebenher obligatorisch KK machen (wie z.B. Fechten).

Ansonsten ist mir das nie im direkten Zusammenhang mit KK/KS begegnet.

Katanas are awesome! They can cut through a tank! No, seriously! I read it on the internet!


#7 GastKagami_*

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Geschrieben 21 April 2011 - 17:56 Uhr

Ich habe festgestellt, dass es in Kampfkunsvereinen (jap. Kampfkünste) sehr viel Rassismus gibt,
ganz so, wie ich es auch erwarten würden- positiver Rassismus ist ja schließlich auch Rassismus.

#8 pugilism

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Geschrieben 21 April 2011 - 18:00 Uhr

Tendenziell sind mehr Leute aus der Unterschicht im Kampfsport.
Dies hat zum einten finanzielle Gründe. Sport als Ausweg aus der Armut. Zum anderen assoziale Gründe. He meine Bruder macht Thaiboxen. Das ist viel besser als Kung Fu... Assis lieben es sich zu prügeln. Mit Kampfsport ist man sehr schnell, sehr gefährlich...


Leute die sich ganz fest spüren wollen, machen eher Kampfkunst :D Mittel- und Oberschicht.
Achtung!!!Für die Leute hier drinn, die sich leicht betüdelt führen(Gibt einige..): Leichte Ironie schwingt mit! Tendenziell ist es aber so..
- Seinen Kampfstil gegen einen unkooperativen Gegner in einem freundlichen Sparring mal zu testen ist wohl das Mindeste bevor man grosse Reden über dessen Tauglichkeit schwingt.....
- Klassische KK-Attacken:

Stop and freeze Attack: Aus zwei Meter Entfernung wird ein Faustschlag gestartet und die Technik wird durchgezogen komme was wolle, abrupt wird die Bewegung mit ausgestrecktem Arm gestoppt und der grosse Sifu/Sensei kann eine im Minimum, 10 Fachcombofaustattacke demonstrieren. Zweitangriffe sind nicht möglich weil das Chi des Meisters dies verhindert.

Rhino Attack: Aus zwei Meter Entfernung, vielleicht sogar noch mehr, Ausgangsposition im besten Fall noch kniend am Boden, rennt der Angreifer auf sein Ziel los. Der Faustarm bleibt während der ganzen Bewegung gestreckt und man rennt unbeirrt weiter. Sollte sich das Ziel zur Seite bewegen, so rennt man weiter am Ziel vorbei. Sollte das Ziel Kontakt mit dem Angriffsarm aufnehmen so lässt man sich willenlos in ein Wurf oder Hebeltechnik führen. Zweitangriffe sind auch während dieser Bewegung unmöglich wegen einer KI-Blockade welche sich durch das eigene Momentum ergiebt.

Die Wichtigste Regel überhaupt in den klassischen KK's: Wenn wir alle gaaaaaaanz fest daran glauben, dann funktioniert es auch......

#9 big X

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Geschrieben 21 April 2011 - 22:36 Uhr

rassismus im ks/kk ?

grundsätzlich: warum nicht ?
zum ks/kk gehen doch leute aus allen schichten, aus allen szenen, aus allen meinungen.

im capoeira ist höxtens weisser rassismus ein problem (?). ebenso in manchen karate- oder ninja-vereinen (gibt da so selbstredende homepages).

in den vereinen, wo ich bisher trainierte standen die leute rassismus eher sehr kritisch gegenüber, als sympathisierend.

vereine, die rassistisch sind, existieren.
der brandstifter von solingen war zeitweise ein mitglied eines solchen vereines. mitglieder des vereines wurden später dann beobachtet, wie sie mit basies bewaffnet durch dichte polizeiketten hindurch zu einer rechten veranstaltung eilten, deren saalschutz sie waren.
auch nazis und andere ähnliche kaliber haben ihre clubs in denen sie sich im nahkampf üben.

Bearbeitet von big X, 21 April 2011 - 22:37 Uhr.


#10 WuDang

    Schon länger dabei

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Geschrieben 22 April 2011 - 10:23 Uhr

Rassismus im Individuellen kommt sicher überall vor.
Mir wäre es aber bisher noch nicht aufgefallen, dass Rassismus in der Kampfkunst-Szene ein Problem wäre.
Ich meine...allein die tatsache, dass die meisten von uns eine asiatische Kampfkunst lernen, setzt docvh eine gewisse Völkerverständigung voraus :)

Was anderes kanns natürlich in Hinterhof-Boxschuppen sein, aber da gehts sicher auch in beide Richtungen.
Die Albaner werden in ihrem Stall vermutlich etwas seltsam auf nen Deutschen reagieren, wohingegen Immigranten im Boxclub Deutsch-88 Dessau warscheinlich höhere Mitgliedsbeiträge werden zahlen müssen ;) (Nein, den Boxclub gibts nicht, den hab ich mir ausgedacht!) ;)
WenWu - Zeitschrift für chinesische Kampfkunst und Kultur
http://wenwu-zeitschrift.de

#11 Lars

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Geschrieben 22 April 2011 - 13:30 Uhr

Hallo Afred,

5/6 Deines Beitrages waren damit gespickt, Dich selbst zu verorten und erstmal klar zu machen, wie furchtbar böse Du diverse Sachen findest.

Mit dem gleichen Schreibumfang, mit dem Du Dich als "politisch korrekter" Mensch profiliert hast, hättest Du auch das Thema etwas sachlicher durchleuchten können.

Als persönliche Erfahrung kann ich dazu nur einbringen, dass mir Linke wie Rechte, und sogar Menschen der politischen Mitte, im KS/KK begegnet sind.

Kurzum Leute, die mit Gewalt konfrontiert werden.

Viele Grüße
Lars

Beitrag anzeigenpugilism sagte am 21 April 2011 - 18:00 Uhr:

Tendenziell sind mehr Leute aus der Unterschicht im Kampfsport.
Dies hat zum einten finanzielle Gründe. Sport als Ausweg aus der Armut.

Wer im Monat 40 - 60 Euro für KS ausgeben kann, mag vieles sein, aber er gehört definitiv nicht zur "armen Unterschicht".

Bearbeitet von Kagami, 22 April 2011 - 14:59 Uhr.


#12 pugilism

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Geschrieben 22 April 2011 - 15:54 Uhr

und wieder einmal, wenn mann nicht alles genau aussschreibt....

ich meinte dass Kampfsport auf Wettkampfebene Geld in die Kasse bringt und dies darum für die ärmeren Leute ein Anreiz sein kann z.B. Boxen dem Kung Fu vorzuziehen.

Bearbeitet von pugilism, 22 April 2011 - 15:55 Uhr.

- Seinen Kampfstil gegen einen unkooperativen Gegner in einem freundlichen Sparring mal zu testen ist wohl das Mindeste bevor man grosse Reden über dessen Tauglichkeit schwingt.....
- Klassische KK-Attacken:

Stop and freeze Attack: Aus zwei Meter Entfernung wird ein Faustschlag gestartet und die Technik wird durchgezogen komme was wolle, abrupt wird die Bewegung mit ausgestrecktem Arm gestoppt und der grosse Sifu/Sensei kann eine im Minimum, 10 Fachcombofaustattacke demonstrieren. Zweitangriffe sind nicht möglich weil das Chi des Meisters dies verhindert.

Rhino Attack: Aus zwei Meter Entfernung, vielleicht sogar noch mehr, Ausgangsposition im besten Fall noch kniend am Boden, rennt der Angreifer auf sein Ziel los. Der Faustarm bleibt während der ganzen Bewegung gestreckt und man rennt unbeirrt weiter. Sollte sich das Ziel zur Seite bewegen, so rennt man weiter am Ziel vorbei. Sollte das Ziel Kontakt mit dem Angriffsarm aufnehmen so lässt man sich willenlos in ein Wurf oder Hebeltechnik führen. Zweitangriffe sind auch während dieser Bewegung unmöglich wegen einer KI-Blockade welche sich durch das eigene Momentum ergiebt.

Die Wichtigste Regel überhaupt in den klassischen KK's: Wenn wir alle gaaaaaaanz fest daran glauben, dann funktioniert es auch......

#13 Puppetmaster

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Geschrieben 22 April 2011 - 19:43 Uhr

Hmm, also direkt Rassismus in Form von "White Power" oder dergleichen ist mir bisher in KK noch nicht begegnet, wohl aber Formen von gewisser Fremdenfenidlichkeit oder einfach Vorurteilen gegenüber bestimmten Ethnien, besonders solchen aus dem nahen Osten oder den Nachbarstaaten östlich von Deutschland.
Aber das ist sicher nichts KK-spezifisches sondern spiegelt nur die Voruteile/Abneigung wieder die generell in der Gesellschaft vorherrschen.
Unschön ist es natürlich trotzdem wenn Leute sich auf Lehrgängen krampfhaft nach einem anderen Trainingspartner am gegenüberliegenden Mattenrand umsehen um nicht mit dem südländisch aussehenden trainieren zu müssen der direkt neben ihnen steht. :(
www.anime-ronin.de - www.ki-shin-kan.de

"Wer andere besiegt hat Kraft. Wer sich selber besiegt ist stark." - Laotse

#14 Taysoku

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Geschrieben 26 April 2011 - 10:13 Uhr

Meine Erfahrungen aus vier Dojos:

70er: Karate
von 16 Leuten 4 Türken. Wir waren EIN Team. Haben immer zusammen gefeiert, uns 1x die Woche privat getroffen. Als wir zu nem Wettkampf nach Schweden gefahren sind, stellten wir fest, dass Türken damals ein Visum für Schweden brauchten. Also sind wir wieder nach hause gefahren. Das war richtig geil. Denke immer noch mit einem Grinsen im Gesicht an Hadji Eierkiller (der war so klein, dass seine Geries verdammt gefährlich waren).

80er: Kempo
von vier Kernschülern war einer Türke und einer russischer Auswanderer. Das waren meine Freunde. Und im Dojo hat's nie rassistische Äußerungen gegeben (in Mölln, wo Jahre später einer türkischen Familie das Dach überm Kopf angezündet wurde und einige dabei starben).

00er: Karate in zwei Dojos
In unseren Kindergruppen haben wir Inder, Türken, osteuropäische Auswanderer u. u. Kein Problem, auch wenn die Art der Kids nicht immer kompatibel zueinander ist. Bei den Erwachsenen sind diese Bevölkerungsgruppen nicht vertreten (warum auch immer???).

00er: Karate im Landesverband
Die meisten Kids/Jugendlichen sind deutschen Ursprungs. Wenig türkischer und osteuropäischer Nachwuchs (aber wenn, dann gut). Es gibt keine rassistischen Tendenzen.

Wenn bei mir jemand mit rassistischen Verhaltensweisen auffallen würde, bekäme er eine Ermahnung und würde danach fliegen.

>> Eins ist: Karate beginnt mit Respekt/Höflichkeit und endet mit Respekt/Höflichkeit

Wer sich daran nicht halten kann, hat bei uns nichts zu suchen.

Tay
Meine Lehrgangsempfehlungen:
Seminar mit Hidetoshi Nakahashi und Carlos Molina
am 19. und 20.5.2012 in Berlin
Infos unter http://www.shingitai...mid=122&lang=de

#15 Alfred Tarski

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Geschrieben 26 April 2011 - 23:22 Uhr

Hallo Lars,

ich habe bloß mal klar gemacht, wofür ich stehe. Dass Du gleich mit dem Etikett der politischen Korrektheit kommst, verstehe ich nicht. Mir ist allerdings wohl bewußt, das "politische Korrektheit" bei all jenen (oder zumindest vielen) als Schimpfwort gilt, die den von mir genannten "Ismen" keine Abneigung entgegen bringen. Ich halte mich nicht für besser oder schlechter als andere. Bloß: wer politisch nicht so denkt wie ich, kann niemals mein Freund sein, aber dass muss er/sie ja auch nicht. "Durchleuchten" wollte ich auch nichts. Wie meinem Posting zu entnehmen ist, habe ich bloß eine Frage in den Raum gestellt. Die sachliche Analyse, oder zumindest Erfahrungsberichte zum Thema, war ja genau das, was ich mir von der angestossenen Diskussion erwartet habe. Ich wollte hier eine bestimmte Ideologie im KK/KS-Kontext thematisieren, aber keine betreiben, dies nur zur Klarstellung.

LG, AT

[quote name='Lars' timestamp='1303475455' post='655961']
Hallo Afred,

5/6 Deines Beitrages waren damit gespickt, Dich selbst zu verorten und erstmal klar zu machen, wie furchtbar böse Du diverse Sachen findest.

Mit dem gleichen Schreibumfang, mit dem Du Dich als "politisch korrekter" Mensch profiliert hast, hättest Du auch das Thema etwas sachlicher durchleuchten können.

Als persönliche Erfahrung kann ich dazu nur einbringen, dass mir Linke wie Rechte, und sogar Menschen der politischen Mitte, im KS/KK begegnet sind.

Kurzum Leute, die mit Gewalt konfrontiert werden.

Viele Grüße
Lars

[quote name='pugilism' timestamp='1303405211' post='655923']

#16 Alfred Tarski

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Geschrieben 26 April 2011 - 23:42 Uhr

Hallo Taysoku,

finde ich schön zu hören. Das ist ein sehr wichtiger Punkt, wie ich meine. Ich glaube nämlich, dass viele Lehrende sich heute zwar für die körperliche und technische Entwicklung ihrer SchülerInnen verantwortlich fühlen, nicht aber für deren charakterliche. Natürlich sind wir alle erwachsen und eigenverantwortlich und Lehrer-Schüler-Beziehungen ala Karate Kid sind wohl eher ein Mythos. Auf der anderen Seite gabs bei uns in Wien vor ein paar Jahren den Fall, wo ein erfolgreicher Thaiboxer beim Ausgehen am Samstagabend einen abgesandelten Homosexuellen totgeprügelt hat (den ich entfernt kannte und der ganz sicher keinen Streit provoziert hat). Und jetzt behaupte ich: der Trainer hätte den "Kämpfer" schon Jahre zuvor die richtige Einstellung beibringen müssen. Als Kämpfer gut und als Mensch schlecht zu sein ist eine üble Kombination und wer außer dem Trainer könnte bei einem jungen Menschen diese Kombination rechtzeitig erkennen? Mir ist aber natürlich auch klar, dass Schulen von den Wettkampferfolgen ihrer Schüler leben und ihr bestes Pferd nur ungern an die Kandare nehmen. Es ist wohl ein Dilemma.

LG, AT

Taysoku sagte:

Meine Erfahrungen aus vier Dojos:

70er: Karate
von 16 Leuten 4 Türken. Wir waren EIN Team. Haben immer zusammen gefeiert, uns 1x die Woche privat getroffen. Als wir zu nem Wettkampf nach Schweden gefahren sind, stellten wir fest, dass Türken damals ein Visum für Schweden brauchten. Also sind wir wieder nach hause gefahren. Das war richtig geil. Denke immer noch mit einem Grinsen im Gesicht an Hadji Eierkiller (der war so klein, dass seine Geries verdammt gefährlich waren).

80er: Kempo
von vier Kernschülern war einer Türke und einer russischer Auswanderer. Das waren meine Freunde. Und im Dojo hat's nie rassistische Äußerungen gegeben (in Mölln, wo Jahre später einer türkischen Familie das Dach überm Kopf angezündet wurde und einige dabei starben).

00er: Karate in zwei Dojos
In unseren Kindergruppen haben wir Inder, Türken, osteuropäische Auswanderer u. u. Kein Problem, auch wenn die Art der Kids nicht immer kompatibel zueinander ist. Bei den Erwachsenen sind diese Bevölkerungsgruppen nicht vertreten (warum auch immer???).

00er: Karate im Landesverband
Die meisten Kids/Jugendlichen sind deutschen Ursprungs. Wenig türkischer und osteuropäischer Nachwuchs (aber wenn, dann gut). Es gibt keine rassistischen Tendenzen.

Wenn bei mir jemand mit rassistischen Verhaltensweisen auffallen würde, bekäme er eine Ermahnung und würde danach fliegen.

>> Eins ist: Karate beginnt mit Respekt/Höflichkeit und endet mit Respekt/Höflichkeit

Wer sich daran nicht halten kann, hat bei uns nichts zu suchen.

Tay


#17 Volker

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Geschrieben 27 April 2011 - 00:00 Uhr

Beitrag anzeigenAlfred Tarski sagte am 26 April 2011 - 23:42 Uhr:

Hallo Taysoku,

Und jetzt behaupte ich: der Trainer hätte den "Kämpfer" schon Jahre zuvor die richtige Einstellung beibringen müssen. Als Kämpfer gut und als Mensch schlecht zu sein ist eine üble Kombination und wer außer dem Trainer könnte bei einem jungen Menschen diese Kombination rechtzeitig erkennen?



Das ist tatsächlich ein kaum lösbares Dilemma. Aber wenn selbst ausgebildete Juristen, Psychotherapeuten etc. daran immer wieder erfolglos scheitern:

Gesunder Menschenverstand und eine geeignete Vereinssatzung.

Du mußt aber als Trainer erst einmal soweit kommen, eine per se unkontrollierte Person als auch noch gemeingefährlich einschätzen zu können.

v.

Bearbeitet von Volker, 27 April 2011 - 00:12 Uhr.


#18 Alfred Tarski

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Geschrieben 27 April 2011 - 00:24 Uhr

Hallo Volker,

da gebe ich Dir im Prinzip schon recht. In jemanden hineinsehen kann man nicht. Andererseits hat ein Trainer es mit seinem/r SchülerIn jahrelang ein bis drei oder noch mehr Mal die Woche zu tun. Und das in einer Situation, in der sich diese/r kaum verstellen kann (ganz anders als in einer gerichtlich verordneten Psychotherapie oder vor Gericht). Wenn man dann noch ein klein wenig Menschenkenntnis zum Jobprofil des Trainers dazu verlangt, dann hätte der einfach merken müssen, dass er da eine Zeitbombe im Stall hat.

LG, AT

Volker sagte:

Beitrag anzeigenAlfred Tarski sagte am 26 April 2011 - 23:42 Uhr:

Hallo Taysoku,

Und jetzt behaupte ich: der Trainer hätte den "Kämpfer" schon Jahre zuvor die richtige Einstellung beibringen müssen. Als Kämpfer gut und als Mensch schlecht zu sein ist eine üble Kombination und wer außer dem Trainer könnte bei einem jungen Menschen diese Kombination rechtzeitig erkennen?



Das ist tatsächlich ein kaum lösbares Dilemma. Aber wenn selbst ausgebildete Juristen, Psychotherapeuten etc. daran immer wieder erfolglos scheitern:

Gesunder Menschenverstand und eine geeignete Vereinssatzung.

Du mußt erst einmal soweit kommen, eine unkontrollierte Person als auch noch gemeingefährlich einschätzen zu können.

v.


#19 Volker

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Geschrieben 27 April 2011 - 00:44 Uhr

Das kann sein. Du kannst aber z. B: in einem normalen e. V. niemanden wegen Deines, des Trainers, "Bedenken" mal so einfach ausschließen.

Davon ab: Man gibt gerade als Trainer auch nicht gerne nach. Motto: "Wir werden den Jungen schon richten.-" Man versucht das oft über lange Zeit. mit nur gutem Willen. Man wirft ihn dann raus und der nächste Verein nimmt ihn gerne an. ...

Und ganz allgemein: "Zeitbomben" kann man nicht einschätzen.

Aber: M.M. n. unterschätzen letztlich mittlerweile sehr viele Trainer sowieso das, was sie "unterrichten" ...

v.

Bearbeitet von Volker, 27 April 2011 - 00:54 Uhr.


#20 Wayne Juckts

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Geschrieben 27 April 2011 - 01:46 Uhr

Beitrag anzeigenAlfred Tarski sagte am 27 April 2011 - 00:24 Uhr:

Andererseits hat ein Trainer es mit seinem/r SchülerIn jahrelang ein bis drei oder noch mehr Mal die Woche zu tun. Und das in einer Situation, in der sich diese/r kaum verstellen kann (ganz anders als in einer gerichtlich verordneten Psychotherapie oder vor Gericht). Wenn man dann noch ein klein wenig Menschenkenntnis zum Jobprofil des Trainers dazu verlangt, dann hätte der einfach merken müssen, dass er da eine Zeitbombe im Stall hat.

Das sehe ich etwas anders: wie soll man jemandem ansehen, dass der fernab des Dojos aus Langeweile irgendwelche Leute verprügelt? Nur weil ein Mensch im Training hübsch konzentriert und diszipliniert auftritt, heißt das noch lange nicht, dass der privat nicht das letzte A-loch sein kann.

Muss das im Training wirklich auffallen? Ich denke mal, dass Leute, die einfach nur Spaß an körperlicher Gewalt haben, sich in so ziemlich jedem Stil mit Vollkontakt zu Hause fühlen werden (Dein Beispiel war ja z.B. ein Kickboxer). Da kann man mal fröhlich draufhauen und es hat nicht mal rechtliche Konsequenzen - der Gegner wollte ja auch...

Wenn sich solche Leute nun nicht gerade durch dümmlich-rassistische Äußerungen hervortun oder das "Training" in der Umkleidekabine fortsetzen, besteht meiner Meinung nach schon eine Gefahr, dass die durchs Raster rutschen.


Zum eigentlichen Thema: Ich trainiere nun seit etwa einem Jahr Ju Jutsu und habe bereits den ersten Vereinswechsel hinter mir (der erste hat sich aufgelöst). In keinem dieser Vereine konnte ich irgendwelche rassistischen Tendenzen entdecken und habe bisher auch überhaupt nicht in Betracht gezogen, dass es solche in anderen Vereinen geben könnte.

PuppetMasters Beispiel mit dem südländisch aussehenden Trainingspartner fand ich dann doch schon recht heftig. Ich hoffe mal, dass ich sowas nie live und in Farbe zu sehen bekomme - sonst würde mir wohl die Galle überkochen...