weltraumkarate sagte am 18 Januar 2012 - 23:45 Uhr:
Vonwegen gleiches Prinzip, da ist aber ein riesen Unterschied. Du kannst Rassismus nicht mit Religion vergleichen! Religionen vermitteln Werte die den Menschen weiterbringen können und sollen, in seiner Position als Mensch, die nützen nicht schaden, Rassismus dagegen vermittelt den Wert dass nur ein besonderer Teil von Mensch, Mensch ist, alles andere ist Müll, mal vereinfacht gesagt, und das bringt Schaden in ganzer Linie für die ganze Gesellschaft.
Auf die Gefahr hin, die Forums-Grenzen bezüglich politischer und religiöser Aussagen zu verletzen: du siehst Religion viel zu positiv.
Streng ausgelegtes Christentum vermittelt, dass nur (in der richtiges Konfession) getaufte Christen von Gott erlöst sind. Wer für eine andere Religion wirbt, bringt damit das Seelenheil der Rechtgläubigen in Gefahr und sollte konsequenterweise beseitigt werden. Wurde im Mittelalter auch so gehandhabt, in konsequenter Umsetzung biblischer Vorschriften.
Streng ausgelegtes Judentum vermittelt, dass die Juden das auserwählte Volk Gottes sind. Alle anderen logischerweise nicht. Und wie wird man Jude? Man wird als Kind einer jüdischen Mutter zur Welt gebracht. Hat aber jetzt überhaupt nix mit Rassismus zu tun, nee, nee... Nebenbei verhindern die diversen Speisevorschriften, dass man mal eben beim nichtjüdischen Nachbarn zum Abendessen vorbeischauen kann. Zufall?
Streng ausgelegter Islam verlangt, dass man die Ungläubigen zum Islam bekehrt. Christen und Juden wird dabei noch ein bisschen Respekt entgegengebracht, der Rest... naja.
Usw usf.
Religion dient (neben vielen anderen Effekten) als künstliches und weitgehend willkürliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Menschen, das als Aufhängungspunkt für die üblichen "Wir-gegen-die"-Gruppendynamiken dienen kann (und möglicherweise sogar soll). Der Hauptgrund, warum wir die negativen Effekte hier nicht mehr so deutlich wahrnehmen (anders als beispielsweise in den Religionskriegen des 16. und 17. Jahrhunderts), ist, dass die meisten Leute, selbst wenn sie Mitglied in der Kirche sind, den Glauben nicht mehr wirklich ernst nehmen als etwas, das alle Lebensbereiche durchdringen sollte. UND DAS IST GUT SO UND SOLL BITTE SO BLEIBEN.