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Situationsabhängig


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44 Antworten in diesem Thema

#41 pugilism

    Stammgast

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    AMERI-DO-TE, Sanda, Baguazhang
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Geschrieben 03 Juni 2011 - 18:35 Uhr

Ich stimme dir in sofern zu, dass die Chancen aber einer gewissen Anzahl Gegner sehr dünn gesät sind. Wie der Titel schon sagt: Situationsabhängig. Pauschal wegzuschauen, wird niemals eine Option für mich sein!!
- Seinen Kampfstil gegen einen unkooperativen Gegner in einem freundlichen Sparring mal zu testen ist wohl das Mindeste bevor man grosse Reden über dessen Tauglichkeit schwingt.....
- Klassische KK-Attacken:

Stop and freeze Attack: Aus zwei Meter Entfernung wird ein Faustschlag gestartet und die Technik wird durchgezogen komme was wolle, abrupt wird die Bewegung mit ausgestrecktem Arm gestoppt und der grosse Sifu/Sensei kann eine im Minimum, 10 Fachcombofaustattacke demonstrieren. Zweitangriffe sind nicht möglich weil das Chi des Meisters dies verhindert.

Rhino Attack: Aus zwei Meter Entfernung, vielleicht sogar noch mehr, Ausgangsposition im besten Fall noch kniend am Boden, rennt der Angreifer auf sein Ziel los. Der Faustarm bleibt während der ganzen Bewegung gestreckt und man rennt unbeirrt weiter. Sollte sich das Ziel zur Seite bewegen, so rennt man weiter am Ziel vorbei. Sollte das Ziel Kontakt mit dem Angriffsarm aufnehmen so lässt man sich willenlos in ein Wurf oder Hebeltechnik führen. Zweitangriffe sind auch während dieser Bewegung unmöglich wegen einer KI-Blockade welche sich durch das eigene Momentum ergiebt.

Die Wichtigste Regel überhaupt in den klassischen KK's: Wenn wir alle gaaaaaaanz fest daran glauben, dann funktioniert es auch......

#42 Kenkon

    Stammgast

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Geschrieben 04 Juni 2011 - 17:02 Uhr

Hm, Erlebnissberichte, die nicht groß zerpflückt werden - wenn wir das als Tenor hinkriegen, lese ich gern weiter.

Meiner subjektiven statistischen Erfahrung nach wird der erste Tritt in einer Schlägerei fast nie gekontert, sondern allenfalls neutralisiert.

Mein harmlosestes Beispiel :
Ich war auf dem Weg zum Shotokantraining, 150 m von der Halle, als mir ein etwa 10 Jahre älterer Herr den Weg vertrat.
Er winkte mich zum umdrehen, woraus ein lockerer Rückhandschlag zu meinem Hals wurde. Ich drehte ihm die Muskelseite zu und nahm die Hände hoch, worauf er versuchte, mir zwischen die Beine zu treten.
Dicht und von unten, darum nahm ich die Oberschenkel zusammen.
War alles noch so auf der Angebotsstufe.
Er testete meine Reflexe, ich, ob ich wirklich nicht irgendwie um ihn rumkäme.

Ich machte ihm dann körpersprachlich klar, okay, ich gehe zurück, was ihm gereicht hätte. Deutsch konnte er nicht so gut. Ich tippe auf Pole.
Aber ich wollte ja zum Training. Also ging ich 5 Meter weiter über die Strasse.
Er auch.
Aber zuerst waren wir auf einem Bürgersteig neben sporadischen Autoverkehr. Und nun waren wir auf einem Parkplatz mit mehr Spielraum.
Ich wich zurück, er kam schon leicht erzürnt auf mich zu.

( Ich hatte Karate erst vor drei Jahren zur Läuterung begonnen. 4 Jahre mit sämtlichst selbstverschuldeten Auseinandersetzungen waren dem vorausgegangen.
Hier war ich voll im Recht - und konnte Karate auf seine Tauglichkeit erproben. Schiss hatte ich trotzdem, weil der andere ( meine Größe, nur etwas breiter ) sich an mich rantraute.
Ich dachte/fühlte irrationaler Weise " Was muss der erst können " . Zumal ich drei Jahre trocken war.)

Ich "musste" auch provozierend grinsen grinsen, weil ich eine Bild-Schlagzeile vor mir sah : AUF DEM WEG ZUM KARATETRAINING ZUSAMMENGESCHLAGEN

Ich tat körpersprachlich aufgebend und ging rückwärts, dann trat ich einen Vorwärtsfußtritt gestoßen zu seinem Schritt und setzte mit einem sehr geraden Fauststoß auf die Nase ab.
Das lustige : Ich machte es wie im Randori. Zweimal bloß angetickt.
Obwohl ich früher ganz anders gearbeitet hatte.

Das ließ ihn ebenso im unklaren über meine Schlaghärte, wie er es mit mir gemacht hatte. Aber ich "traf" zweimal.
Im Grunde hoffte ich, ohne Schmerz würde er eher vorsichtig als sauer werden.
Klappte nicht.
Er erschreckte sich voll, wurde aber DARÜBER sauer.

Und dann kam sein erster ernster Tritt - wir inzwischen im normalen Sparringsmodus. Ein rheumatischer Seitwärtstritt mit dem vorderen Bein.
Ich auf Adrenalin wich voll knapp aus - 2 m Sprung seitwärts, schätze ich.
Umrundete ihn dann, drehte mich um, als wir Plätze getauscht hatten und lief zur Halle.

Hat mich sehr unzufrieden gemacht.
Ich hatte instinktiv die neu gewohnte Distanz benutzt, mehr Angst und Unsicherheit gespürt, als früher und meinen neuen Techniken nicht vertraut.
Darum hab ich dann blosses Leichtkontakttraining auch wieder geknickt.

Lustig war aber mein erster Schlägerei Kiai. Statt kurz und knackig eine gefühlte Minute lang.
Herrlich lächerlich anzuhören.

Ich bin auf Wettkämpfen und im Training immer schwerer verletzt worden, als bei Auseinandersetzungen.


Nachdem ich in jungen Jahren durch Ducken und Kleinbeigeben viel abgebogen hatte,
suchte ich mir zwecks Überkompensation auch meine Schlägereien nur nach Erfolgsaussichten aus.
Und ich konnte immer vorher sehen, was kommt oder den Schwanz wirksam einziehen.
Ich trink auch nie und bin semiparanoid.

Das hat mich bei obigem Beispiel auch anfangs genervt. Den hätte ich knicken können. Eine verpasste Chance.
Aber er war auch nicht mein Feindbild. Bloß meine Größe, selber trainiert und ließ mir die Wahl. Eigentlich hochsymphatisch, machte ich mir bald klar.

SV brauchte ich nur 2 mal.
EV ( Egoverteidigung ) viel öfter.
Mal verliert man, mal gewinnt der Andere.

#43 Homunculus

    Alter Hase

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Geschrieben 04 Juni 2011 - 17:23 Uhr

"Das lustige : Ich machte es wie im Randori. Zweimal bloß angetickt. "
Der Teil ich wirklich interessant.


Ich hab aber ehrlich gesagt nicht begriffen, was der von dir wollte?

Katanas are awesome! They can cut through a tank! No, seriously! I read it on the internet!


#44 Kenkon

    Stammgast

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Geschrieben 05 Juni 2011 - 08:44 Uhr

Beitrag anzeigenHomunculus sagte am 04 Juni 2011 - 17:23 Uhr:

Ich hab aber ehrlich gesagt nicht begriffen, was der von dir wollte?

Er wollte sich schlicht schlagen und hat auf Grund der Sprachbarriere das mich nicht vorbeilassen gewählt. Es war eine Art Brücke, der Parkplatz die einzige Ausweichmöglichkeit.
Also eine Schmalstelle.
Hätte ich mich geduckt, hätte ihm das auch gereicht.
Ich hatte ziemlich viele Auseinandersetzungen nach diesem Prinzip - nur dann mit ( albernem ) Verbalteil.
Da war das schon erfrischend direkt.





Mal verliert man, mal gewinnt der Andere.

#45 Cage

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Geschrieben 05 Juli 2011 - 00:39 Uhr

Hi Kenkon!

Beitrag anzeigenKenkon sagte am 04 Juni 2011 - 17:02 Uhr:

Hat mich sehr unzufrieden gemacht.
Ich hatte instinktiv die neu gewohnte Distanz benutzt, mehr Angst und Unsicherheit gespürt, als früher und meinen neuen Techniken nicht vertraut.
Darum hab ich dann blosses Leichtkontakttraining auch wieder geknickt.

Kann ich gut nachempfinden. Verletzter Stolz kann oft schmerzhafter sein als ein Schlag ins Gesicht. (wird eh überschätzt)

Die Verletzungen nach einem Wettkampf sind in der Regel immer härter als nach einer Auseinandersetzung draussen. Was wohl daran liegt, dass die Jungs eben genauso hart trainiert sind wie man selbst!

Beitrag anzeigenKenkon sagte am 04 Juni 2011 - 17:02 Uhr:

Nachdem ich in jungen Jahren durch Ducken und Kleinbeigeben viel abgebogen hatte,
suchte ich mir zwecks Überkompensation auch meine Schlägereien nur nach Erfolgsaussichten aus.
Und ich konnte immer vorher sehen, was kommt oder den Schwanz wirksam einziehen.

Sehr ehrliches Statement. Denke dass ein Gespür dafür ein gute Eigenschaft ist. (sofern du dir nicht Schwächere gesucht hast um Frust abzubauen?) Regelrecht "gesucht" hab ich nie nach einer Schlägerei. Ich wurde aber oft gefunden. ;)

Cage
"Freier Wille ist wie Schmetterlingsflügel, -einmal berührt taugen sie nicht mehr zum fliegen."