Möchte Selbstverteidigung lernen!
#41
Geschrieben 20 November 2011 - 14:03 Uhr
Schau mal, ob es in deinem Umfeld eine Systema Schule gibt (Systema ist eine altrussische Verteidigungskunst). Du wirst schnell integriert und wirst meines Erachtens in drei Bereichen ausgebildet:
1. schnelle Verteidigung
2. Verteidigung gegen körperlich überlegene Gegner
3. Kraft und Ausdauer
In Systema gibt's, ähnlich wie in Krav Maga keine Regeln und auch keine Graduirungen.
Hoffe, dir damit geholfen zu haben.
Where innocence is burned, in flames
A million mile from home, I'm walking ahead
I'm frozen to the bones, I am...
A soldier on my own, I don't know the way
I'm riding up the heights of shame
I'm waiting for the call, the hand on the chest
I'm ready for the fight, and fate
#42
Geschrieben 28 November 2011 - 17:50 Uhr
ich hoffe meine Frage passt hier rein! Ich würde gerne einen Kampfsport / eine Kampfkunst erlernen, weil es mich schon lange interessiert und um mich im Notfall verteidigen zu können. Bin 25 Jahre alt, eher klein (1.63m),trage auch eine Brille (dauerhaft) und habe chronische Bronchitis seit Kindesalter. Mit meiner Fitness sieht’s also nicht so gut aus.... eigentlich total schlecht! Und es fällt mir auch schwer zu trainieren grad was Ausdauersport betrifft! Wenn ich renne strengt mich dass zum Beispiel sehr an und ich muss anschließend Husten, bekomme schlechter Luft. Das ist sehr unangenehm und hemmt mich Fitness zu treiben! Hatte während meiner Schulzeit auch immer ein Attest in Sport! Zusammengefasst heißt das ich bin klein, schwach und unsportlich! Schlechte Mischung! :-(
Aber irgendwo in mir brennt da ein „Feuer“ was mich antreibt. Wenn ich mir Videos über Kampfsport angucke leuchten meine Augen! War schon als Kind davon begeistert! Bin total “jungfräulich“ was Kämpfe betrifft musste mich noch nie prügeln oder ähnliches! Hätte auch Hemmungen zuzuschlagen. Aber man weiss ja nie wer einem auf der Straße begegnet.... . Wäre vielleicht ein einfacher Selbstverteidigungskurs das beste als Einstieg?? Ich erhoffe mir durch das lernen einer Kampfsportart/Kampfkunst auch „fitter“ zu werden mehr Selbstbewusstsein und ein besseres Gefühl für meinen Körper und meinen „Geist“. Bin selbst kein aggressiver Mensch, mag eher Ausgeglichenheit und hab eigentlich immer eine innere Ruhe!! Wäre in einer Kampfsituation sichtlich überfordert!
Bisher habe ich mich größtenteils über Ninjutsu informiert und muss sagen ich finde es sehr ansprechend! Es ist vielseitig und das gefällt mir! Aikido hat mir aber auch gefallen da es sehr defensiv zu sein scheint, was wiederum eher zu meinem Charakter passen würde! Habt ihr Tipps für mich? Fühl mich echt unsicher bei der Wahl!
#43
Geschrieben 28 November 2011 - 19:17 Uhr
Was KK angeht: Jede, die du regelmäßig über längere Zeit übst, wird deine Chancen verbessern. Manche etwas mehr, manche etwas weniger, ein Bisschen SV fällt aber immer ab. Das wichtigste ist die kontinuierliche Teilnahme über möglichst lange Zeiträume. Du musst dir also was suchen, was du gesundheitlich 2-3x/Woche machen kannst und was dir soviel Spass macht, dass du auch dabei bleibst. Ich kann mir vorstellen, dass durch etwas Training deine Bronchitis durchaus auch besser werden kann und tatsächlich habe ich bei deinem Beitrag auch spontan an Ninjutsu (Bujinkan Budo Taijutsu) und Aikido gedacht. Also such dir doch mal Dojo dieser Systeme in deiner Gegend raus und mache jeweils ein paar Probetrainings, um zu sehen was dir liegt und Spass macht.
Bearbeitet von Luggage, 28 November 2011 - 19:18 Uhr.
#44
Geschrieben 29 November 2011 - 09:51 Uhr
Ironwolf sagte am 28 November 2011 - 17:50 Uhr:
ich hoffe meine Frage passt hier rein! Ich würde gerne einen Kampfsport / eine Kampfkunst erlernen, weil es mich schon lange interessiert und um mich im Notfall verteidigen zu können. [...]
Erstmal - du solltest das natürlich mit deinem Arzt abklären, aber meiner Erfahrung nach ist Ausdauersport bei manchen Lungenbeschwerden das Beste, was man machen kann (ich neige selber zu allergischem Asthma und möchte mir nicht vorstellen, wie es mir bei einem Anfall ginge, wenn ich keine ordentlichen Reserven an Lungenkapazität hätte...). Der Einstieg ist natürlich schwer, aber langfristig kann der Sport dir vielleicht weiterhelfen. Deine Gesundheitsprobleme sollten dich nicht von vornherein davon abhalten, dir etwas körperlich forderndes zu suchen.
Die Hemmung zuzuschlagen ist auch so ein Ding. Wenn du tatsächlich in der Lage sein willst, in einer SV-Situation kämpferisch erfolgreich zu sein (und nicht "bloß" durch Umsicht und richtiges Verhalten kritische Situationen zu vermeiden, was in der Praxis hilfreicher und weniger aufwändig ist), und du hast Hemmungen zuzuschlagen, dann hast du zwei Möglichkeiten. Entweder du suchst dir etwas, wo man nicht zuschlagen muss, um zu gewinnen - dann aber vorzugsweise etwas robustes, also Judo, Ringen, Brazilian Jiu-Jitsu, nicht Ninjutsu oder Aikido. Oder du setzt dich mit deinen Hemmungen auseinander und baust sie ab - wenn du ein, zwei Jahre im Boxverein durchhältst, solltest du mit Faust->Nase kein Problem mehr haben.
Noch was, wie schon angedeutet: die Stile, die in Videos toll, elegant, vielseitig und akrobatisch ausschauen, taugen tendenziell weniger zum Kämpfen. Die, die zum Kämpfen taugen, sehen oft eher schlicht und rabiat aus (Boxen, Thaiboxen) oder wie kraftlastiges Gezerre und Gewurschtel (Judo, BJJ). Dass auch da eine Menge Technik dahintersteckt, merkt man aber spätestens beim Üben.
#45
Geschrieben 29 November 2011 - 12:15 Uhr
#46
Geschrieben 29 November 2011 - 13:25 Uhr
Luggage sagte am 29 November 2011 - 12:15 Uhr:
Zitat
#47
Geschrieben 29 November 2011 - 13:34 Uhr
#48
Geschrieben 29 November 2011 - 13:38 Uhr
Was übrigens, hier enttäuschst Du mich, Luggage, mitnichten automatisch Wettkampfsport heißt. Und die so beliebten "Dirty tricks" keineswegs ausschließt, sondern, im Gegenteil, überhaupt erst brauchbar macht.
Bearbeitet von Terao, 29 November 2011 - 13:41 Uhr.
#49
Geschrieben 29 November 2011 - 13:47 Uhr
Terao sagte am 29 November 2011 - 13:38 Uhr:
Wichtig ist mir festzustellen, dass ich diese "nur MMA macht dich zum Kämpfer"-Schiene aus den diversen Foren nicht mitfahre. Es gibt genügend Leute, die ganz traditionell Aikido oder BBT trainieren, ohne Cross-Sparring und was weiß ich, die zum typischen, friedfertigen Klientel gehören und sich dennoch bestens damit verteidigen konnten - kein theoretisches Geschwafel, sondern faktisch. Gleichzeitig gibt es wettkampferprobte Vollkontaktsportler, die von einfachen, untrainierten Bauarbeitern umgeholzt wurden. SV ist vielgestaltig und es gibt keine Garantien, jeder kann mal verlieren oder gewinnen. Aber es gibt etliche Situationen, weit weg vom worst case scenario, gegen Wanderlei Silva mit Uzi bewaffnet in einer dunklen Gasse antreten zu müssen, die sich mittels ganz traditionellem Training lösen lassen. Vllt. sogar manches Mal besser, denn das Mindset ist ein anderes. Wer faires Sportkämpfen geübt hat, geht mit großer Wahrscheinlichkeit auch so vor.
Aber gut, an dieser Stelle bin ich raus, nicht dass ich noch Gefahr laufe, noch jemanden zu enttäuschen! Für die "was ist besser für die SV"-Diskussion bin ich zu alt, meine Empfehlen an ironwolf steht in meinem ersten Beitrag dazu - möge er ihn beachten oder auch nicht.
Bearbeitet von Luggage, 29 November 2011 - 13:48 Uhr.
#50
Geschrieben 29 November 2011 - 14:01 Uhr
Zitat
Zitat
#51
Geschrieben 29 November 2011 - 14:12 Uhr
Richard sagte am 29 November 2011 - 14:01 Uhr:
#52
Geschrieben 29 November 2011 - 14:22 Uhr
Luggage sagte am 29 November 2011 - 14:12 Uhr:
Und, ja, es mag unglaublich klingen, aber man kann sein Leben lang Judo machen, ohne auch nur an einem einzigen Wettkampf teilzunehmen. Bei Späteinsteigern dürfte das sogar eher die Regel als die Ausnahme sein. Trotzdem wird da in jedem Training und auf jedem Lehrgang gekämpft. Zwar nach "Regeln", keineswegs aber nach restriktiveren als denen, nach denen ein Aikidotraining abläuft.
Dieses "regellos" ist doch nur ein Schlagwort.
Btw.: Welche "dirty tricks" lernt man denn so im Aikido? Wie bringt man sie zur (physischen) Anwendungsreife? Hat der durchschnittliche Boxer trainingsbedingt größere (psychische) Hemmungen, sie anzuwenden, als der durchschnittliche Aikidoka?
#53
Geschrieben 29 November 2011 - 14:40 Uhr
Terao sagte am 29 November 2011 - 14:22 Uhr:
#54
Geschrieben 29 November 2011 - 14:49 Uhr
Terao sagte am 29 November 2011 - 14:22 Uhr:
Luggage sagte am 29 November 2011 - 14:12 Uhr:
Und, ja, es mag unglaublich klingen, aber man kann sein Leben lang Judo machen, ohne auch nur an einem einzigen Wettkampf teilzunehmen. Bei Späteinsteigern dürfte das sogar eher die Regel als die Ausnahme sein. Trotzdem wird da in jedem Training und auf jedem Lehrgang gekämpft. Zwar nach "Regeln",
Zitat
Dieses "regellos" ist doch nur ein Schlagwort.
Zitat
Wie man sie zur "physischen Anwendungsreife" bringt? Nun, nach der Ansicht der diversen Ryuha genauso, wie man da eben trainiert. Und erwiesener Maßen kann das funktionieren, kannst ja mal zB Kennin, Tenchi oder Pilgrim nach ihren Erfahrungen und Anekdoten dazu befragen.
#55
Geschrieben 29 November 2011 - 15:46 Uhr
Luggage sagte:
Luggage sagte am 29 November 2011 - 14:49 Uhr:
Zitat
Ansonsten - lernen, sich aus schlechten Positionen rauszumanövrieren, lernt man im Kampfsport hervorragend. Griffe sprengen, Befreiung aus Haltegriffen am Boden, Techniken zum Distanzhalten und sicheren Aufstehen aus der Bodenlage, Schrittarbeit, um sich nicht in Ecken drängen zu lassen - alles Standard in verschiedenen Wettkampf-Sportarten.
#56
Geschrieben 29 November 2011 - 17:12 Uhr
Zitat
Ich hab mir ja wirklich mal den Spaß erlaubt, die oben erwähnten Leute zu fragen, ob man denn im regellosen Aikidotraining seinen Partner auch mal mit einer Kopfstoß-Eiertritt-Kombi, Anspucken oder Haareziehen überrascht. Schweigen im Walde. Natürlich nicht. Die Bewegungsprinzipien verhindern das irgendwie. Mag ja auch sein. Dass ein gut gezielter, rechtzeitig abgefeuerter Haken ohne Schlaghemmung es verhindert, ist dagegen glaub ich ziemlich unstrittig...
Oh, und doch interessant, wie weitgehend sich Judowürfe und Würfe in sonstigen, auch kriegerischen Kontexten kultur- und zeitübergreifend ähneln. Die Anpassung an ein bestimmtes Regelwerk scheint mir eher ein gerade von einem geübten Sportler rasch in den Griff zu bekommendes Detailproblem.
Beim Flüchten, ja, geb ich Dir auch recht. Auch wenn die gerade in Bujinkan&Aikido beliebten Hebel da auch nicht immer die ideale Voraussetzung bieten. Sicher kann auch Kampfsport sinnvoll ergänzt werden. Aber: Unser Fragensteller, so wie er sich beschreibt, hängt doch noch an ganz anderen Problemen. Da müsste er doch überhaupt erstmal ne grundlegende psychische und physische Handlungsfähigkeit in stressigen, gewalthaltigen Situationen erwerben. Ein Problem, das das ursprüngliche Klientel der Koryu oder Leute wie Ueshiba ganz gewiss nicht hatten (und demnach dafür auch keine rechtsverträglichen, verletzungsarmen Mittel entwickelt haben).
Bearbeitet von Terao, 29 November 2011 - 17:25 Uhr.
#57
Geschrieben 29 November 2011 - 17:26 Uhr
Luggage sagte am 29 November 2011 - 13:47 Uhr:
Wer von uns beiden hätte da denn nun die Uzi ?
@Ironwulf: Guck doch mal nach DJJVJuJutsu bei Dir in der Nähe.
Da gibts alles von mäßig bis gut.
Ist halt Glücksache.
Aber ist weitverbreitet, billiger und weniger peinlich als vieles andere. Und führt in viele Richtungen weiter.
Aikido ist m.E. auf breiter Front für Träumer. Und Anekdotenerzähler.
Dazu kannst aber auch Du werden.
Wenn Du den einzigen Kampf, den Du vielleicht in Deinem Leben hast, ehrlich mit einem Shiho Nage ( dank 1.63 ohne in die Knie gehen zu müssen ) endscheidest, wirst auch Du zu recht sagen, daß Aikido in 100% der Fälle hilft.
Ist endlich mal nicht der Kleinste im Thread :
Kenkon
#58
Geschrieben 30 November 2011 - 19:17 Uhr
wie Du siehst, sind wir hier eine große Familie^^
Mach Dir einfach eine Liste, was in Deiner Reichweite (weiß nicht, wie mobil Du bist) alles angeboten wird. Nimm Kontakt (am Besten telefonisch) mit dem Trainer/Lehrer auf und sprich mit ihm alles Wichtige ab (zB Notfallspray, falls Du eines hast). Probiere möglichst alles aus, bevor Du Dich entscheidest.
V.a. besprich es mit Deinem Arzt! Hier auf dem Forum kann niemand wissen, wie gravierend Deine Erkrankung ist.
LG
Bearbeitet von Goli, 30 November 2011 - 19:19 Uhr.
#59
Geschrieben 07 Dezember 2011 - 08:48 Uhr
puh, da wird hier doch glatt über BBT (Bujinkan Budo Taijutsu) diskutiert, ohne BBTler
Wo fang ich an: Erstmal, gut, dass Du entdeckt hast, dass da was in dir "brennt". Das ist schon mal eine gute Ausgangslage und eine schöne Anfangsmotivation.
Deine Voraussetzungen sind nicht so toll, aber auch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Grundsätzlich würde ich Dir auch empfehlen ärztlich abzuklären, inwiefern Sport für Dich in Frage kommt. Denn wie schon gesagt, dass kann keiner hier im Forum wirklich einschätzen. Einige BBT Dojos verlangen sogar, bei so einer Frage wie bei Dir, eine ärztliche Bescheinigung, ob ein Training mglich ist. Nicht, weil sie sich in Privatangelegenheiten einmischen wollen, sondern weil verhindert werden soll, dass du Schaden vom Training nimmst.
Wenn der Arzt grünes Licht gibt, wunderbar
Dann geht es an die Dojo-suche. Wie Du sicherlich schon festgestellt hast (da Du Dich erkundigt hast), ist das BBT recht frei. Das heißt, des Training kann von Dojo zu Dojo sehr unterschiedllich sein. Manche legen mehr wert auf körperliche Fitness (mit entsprechendem Aufwärmprogramm), manche weniger. Als Neueinsteiger ist es aber so oder so erstmal körperlich anstrengend
BBT KANN als SV (Selbstverteidigung) funktionieren. Ich persönlich kenne Leute die beim Bund oder als Polizist arbeiten und sich mit BBT gut verteidigen konnten. Allerdings, und das ist vielleicht etwas das Problem, es dauert, bis man es kann. Da solltest Du schon ein paar Jährchen einplanen. Falls Du schnell SV lernen willst, dann würde ich Dir wirklcih einen SV Kus empfehlen. Wenn Du Zeit und Motivation für mehrmaliges Training in der Woche hast auch über Jahre hinweg, dann ist BBT ganz gut geeignet.
Wie Du schon gelesen hast, haben wir keine Wettkämpfe, das heißt, es besteht auch kein Leistungsdruck. Letztlich trainierst Du also für Dich selbst an Deinen eigene selbstgesteckten Zielen.
Achja und die Schlaghemmung: Die verlierst Du bei uns, keine Sorge
Was allerdings die wunderbaren "dirty tricks" betrifft. Ja, man kann da welche Lernen, aber sie machen nur einen winzigen Bruchteil der Ausbildung aus. Also davon würde ich mir nicht zuviel versprechen, ehrlich gesagt.
Also nach meiner bisherigen Erfahrung ist es aber mit körperlichen Einschränkungen gut möglich BBT zu erlernen, weil Du, wie gesagt, deiin Lerntempo selbst bestimmen kannst.
LG Catwoman
shikin haramitsu daikomyo
http://www.onsideklettersport.de/



