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Möchte Selbstverteidigung lernen!


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58 Antworten in diesem Thema

#41 Fullcontact

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Geschrieben 20 November 2011 - 14:03 Uhr

Da du mich ja als Freund hinzugefügt hast, hätte ich schon einen Tipp für dich:
Schau mal, ob es in deinem Umfeld eine Systema Schule gibt (Systema ist eine altrussische Verteidigungskunst). Du wirst schnell integriert und wirst meines Erachtens in drei Bereichen ausgebildet:
1. schnelle Verteidigung
2. Verteidigung gegen körperlich überlegene Gegner
3. Kraft und Ausdauer

In Systema gibt's, ähnlich wie in Krav Maga keine Regeln und auch keine Graduirungen.
Hoffe, dir damit geholfen zu haben.
Deep in the ocean, dead and cast away
Where innocence is burned, in flames
A million mile from home, I'm walking ahead
I'm frozen to the bones, I am...

A soldier on my own, I don't know the way
I'm riding up the heights of shame
I'm waiting for the call, the hand on the chest
I'm ready for the fight, and fate

#42 Ironwolf

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Geschrieben 28 November 2011 - 17:50 Uhr

Hallo Kampfsport-Freunde,

ich hoffe meine Frage passt hier rein! Ich würde gerne einen Kampfsport / eine Kampfkunst erlernen, weil es mich schon lange interessiert und um mich im Notfall verteidigen zu können. Bin 25 Jahre alt, eher klein (1.63m),trage auch eine Brille (dauerhaft) und habe chronische Bronchitis seit Kindesalter. Mit meiner Fitness sieht’s also nicht so gut aus.... eigentlich total schlecht! Und es fällt mir auch schwer zu trainieren grad was Ausdauersport betrifft! Wenn ich renne strengt mich dass zum Beispiel sehr an und ich muss anschließend Husten, bekomme schlechter Luft. Das ist sehr unangenehm und hemmt mich Fitness zu treiben! Hatte während meiner Schulzeit auch immer ein Attest in Sport! Zusammengefasst heißt das ich bin klein, schwach und unsportlich! Schlechte Mischung! :-(

Aber irgendwo in mir brennt da ein „Feuer“ was mich antreibt. Wenn ich mir Videos über Kampfsport angucke leuchten meine Augen! War schon als Kind davon begeistert! Bin total “jungfräulich“ was Kämpfe betrifft musste mich noch nie prügeln oder ähnliches! Hätte auch Hemmungen zuzuschlagen. Aber man weiss ja nie wer einem auf der Straße begegnet.... . Wäre vielleicht ein einfacher Selbstverteidigungskurs das beste als Einstieg?? Ich erhoffe mir durch das lernen einer Kampfsportart/Kampfkunst auch „fitter“ zu werden mehr Selbstbewusstsein und ein besseres Gefühl für meinen Körper und meinen „Geist“. Bin selbst kein aggressiver Mensch, mag eher Ausgeglichenheit und hab eigentlich immer eine innere Ruhe!! Wäre in einer Kampfsituation sichtlich überfordert!

Bisher habe ich mich größtenteils über Ninjutsu informiert und muss sagen ich finde es sehr ansprechend! Es ist vielseitig und das gefällt mir! Aikido hat mir aber auch gefallen da es sehr defensiv zu sein scheint, was wiederum eher zu meinem Charakter passen würde! Habt ihr Tipps für mich? Fühl mich echt unsicher bei der Wahl!

#43 Luggage

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Geschrieben 28 November 2011 - 19:17 Uhr

Bei starker körperlicher Unterlegenheit und allgemein wenig kämpferischem Charakter empfiehlt sich eher ein Pfefferspray zur SV. Damit muss aber auch geübt werden, also zwei baugleiche kaufen und mit einem üben: Tragen, schnelles Ziehen und Bereitmachen und Zielen. Es gibt ballistische und Spray, letztere versprühen eine Wolke, erstere einen konzentrierten Strahl. Mit dem Strahl muss man besser zielen, was schwierig sein kann unter Stress, aber die Wolke kann einem leicht selbst ins Gesicht geweht werden, was eher kontraproduktiv ist ;) Da man Zielen üben, den Wind aber nicht beeinflussen kann, würde ich ein ballistisches wählen.

Was KK angeht: Jede, die du regelmäßig über längere Zeit übst, wird deine Chancen verbessern. Manche etwas mehr, manche etwas weniger, ein Bisschen SV fällt aber immer ab. Das wichtigste ist die kontinuierliche Teilnahme über möglichst lange Zeiträume. Du musst dir also was suchen, was du gesundheitlich 2-3x/Woche machen kannst und was dir soviel Spass macht, dass du auch dabei bleibst. Ich kann mir vorstellen, dass durch etwas Training deine Bronchitis durchaus auch besser werden kann und tatsächlich habe ich bei deinem Beitrag auch spontan an Ninjutsu (Bujinkan Budo Taijutsu) und Aikido gedacht. Also such dir doch mal Dojo dieser Systeme in deiner Gegend raus und mache jeweils ein paar Probetrainings, um zu sehen was dir liegt und Spass macht.

Bearbeitet von Luggage, 28 November 2011 - 19:18 Uhr.


#44 Richard

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Geschrieben 29 November 2011 - 09:51 Uhr

Beitrag anzeigenIronwolf sagte am 28 November 2011 - 17:50 Uhr:

Hallo Kampfsport-Freunde,

ich hoffe meine Frage passt hier rein! Ich würde gerne einen Kampfsport / eine Kampfkunst erlernen, weil es mich schon lange interessiert und um mich im Notfall verteidigen zu können. [...]
Hallo Ironwolf, du hast suboptimale Voraussetzungen und widersprüchliche Wünsche, das macht die Sache nicht leicht...
Erstmal - du solltest das natürlich mit deinem Arzt abklären, aber meiner Erfahrung nach ist Ausdauersport bei manchen Lungenbeschwerden das Beste, was man machen kann (ich neige selber zu allergischem Asthma und möchte mir nicht vorstellen, wie es mir bei einem Anfall ginge, wenn ich keine ordentlichen Reserven an Lungenkapazität hätte...). Der Einstieg ist natürlich schwer, aber langfristig kann der Sport dir vielleicht weiterhelfen. Deine Gesundheitsprobleme sollten dich nicht von vornherein davon abhalten, dir etwas körperlich forderndes zu suchen.

Die Hemmung zuzuschlagen ist auch so ein Ding. Wenn du tatsächlich in der Lage sein willst, in einer SV-Situation kämpferisch erfolgreich zu sein (und nicht "bloß" durch Umsicht und richtiges Verhalten kritische Situationen zu vermeiden, was in der Praxis hilfreicher und weniger aufwändig ist), und du hast Hemmungen zuzuschlagen, dann hast du zwei Möglichkeiten. Entweder du suchst dir etwas, wo man nicht zuschlagen muss, um zu gewinnen - dann aber vorzugsweise etwas robustes, also Judo, Ringen, Brazilian Jiu-Jitsu, nicht Ninjutsu oder Aikido. Oder du setzt dich mit deinen Hemmungen auseinander und baust sie ab - wenn du ein, zwei Jahre im Boxverein durchhältst, solltest du mit Faust->Nase kein Problem mehr haben.

Noch was, wie schon angedeutet: die Stile, die in Videos toll, elegant, vielseitig und akrobatisch ausschauen, taugen tendenziell weniger zum Kämpfen. Die, die zum Kämpfen taugen, sehen oft eher schlicht und rabiat aus (Boxen, Thaiboxen) oder wie kraftlastiges Gezerre und Gewurschtel (Judo, BJJ). Dass auch da eine Menge Technik dahintersteckt, merkt man aber spätestens beim Üben.

#45 Luggage

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Geschrieben 29 November 2011 - 12:15 Uhr

Judo, Ringen und BJJ dürften zumindest zu Beginn nicht mit der gesundheitlichen Disposition vereinbar sein. Deswegen erstmal Aikido oder BBT, zumal ich vermute, dass hier die Neigungen von ironwolf eher abgeholt werden und nur so regelmäßiges Training möglich ist. Aikido und BBT so grundsätzlich die SV-tauglichkeit abzusprechen, ist vollkommen daneben, zu viele Beispiele gelungener SV damit gibt es, als dass das haltbar wäre. Gibt es "besseres"? Möglich. Aber garnichts ist sicher schlechter...

#46 Richard

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Geschrieben 29 November 2011 - 13:25 Uhr

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 29 November 2011 - 12:15 Uhr:

Judo, Ringen und BJJ dürften zumindest zu Beginn nicht mit der gesundheitlichen Disposition vereinbar sein. Deswegen erstmal Aikido oder BBT, zumal ich vermute, dass hier die Neigungen von ironwolf eher abgeholt werden und nur so regelmäßiges Training möglich ist.
Das ist möglich, das müsste Ironwolf halt ausprobieren (wie gesagt - in Absprache mit einem kompetenten Arzt). Klar ist ein weniger intensives Training, das man durchhält, besser als intensives, das man nach einer Woche abbricht. Aber wenn man die Ziellatte von vornherein zu niedrig hängt, entgeht einem möglicherweise vieles.

Zitat

Aikido und BBT so grundsätzlich die SV-tauglichkeit abzusprechen, ist vollkommen daneben, zu viele Beispiele gelungener SV damit gibt es, als dass das haltbar wäre. Gibt es "besseres"? Möglich. Aber garnichts ist sicher schlechter...
Ich habe geschrieben "taugen tendenziell weniger zum Kämpfen", und er sollte "vorzugsweise" lieber einen der genannten Wettkampf-Stile nehmen, weil Aikido und Bujinkan weniger "robust" sind. Das sind Behauptungen, die sich nach Belieben mit persönlichen Erfahrungen diverser Leute, diversen Videos und Beobachtungen aus der Wettkampfsport-Szene belegen lassen, und dazu stehe ich. Wer Freude dran hat, soll so viel Aikido und BBT machen wie er möchte, aber man sollte nicht die falschen Dinge davon erwarten.

#47 Luggage

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Geschrieben 29 November 2011 - 13:34 Uhr

Das sehe ich nicht so. Iron Wolfs Profil ist nicht das von jemandem, der mit Wettkampfsport glücklich wird - aus vielerlei Gründen. Normaler Weise empfehle ich für schnelle Ergebnisse auch Boxen, aber solche Sachen sind hier vollkommen fehl am Platze. Ich sterbe ja schon halb beim Boxtraining, wie soll das jemand schaffen, der per Attest vom Schulsport befreit werden muss? BBT und Aikido vermitteln schonend eine gewisse Grundfitness und ein Gefühl für den Partner/Gegner. Überaschend eingesetzt und sicher beherrscht taugen die Techniken absolut, um sich eines Aggressors zu erwehren - wie gesagt durchaus probat. Dirty Tricks sind imho bei der hier vorliegenden Ausgangslage essenziell und die gibts nicht im Wettkampfsport.

#48 Terao

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Geschrieben 29 November 2011 - 13:38 Uhr

Ihr habt beide recht. Klar, alles ist besser als nichts. Klar, in jeder KK kann man seine Erfüllung finden. Klar, man sollte erstmal langsam einsteigen. Wenn man aber physisch und psychisch schlechte kämpferische Voraussetzungen hat, gleichzeitig aber unbedingt notfalls in physischen Auseinandersetzungen was reißen können will (was aus meiner Sicht keine notwendige Voraussetzung für ein erfülltes (KK-)Leben ist), wird man (besser früher als später, auf jeden Fall aber, bevor man sich vom tröstenden "bei uns brauchst du das alles nicht" fangen lässt) nicht umhinkommen, ebendiese Defizite direkt anzupacken. Und das passiert eben v.a. in den Kampfsportarten.

Was übrigens, hier enttäuschst Du mich, Luggage, mitnichten automatisch Wettkampfsport heißt. Und die so beliebten "Dirty tricks" keineswegs ausschließt, sondern, im Gegenteil, überhaupt erst brauchbar macht.

Bearbeitet von Terao, 29 November 2011 - 13:41 Uhr.


#49 Luggage

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Geschrieben 29 November 2011 - 13:47 Uhr

Beitrag anzeigenTerao sagte am 29 November 2011 - 13:38 Uhr:

Was übrigens, hier enttäuschst Du mich, Luggage, mitnichten automatisch Wettkampfsport heißt.
Nein? Was sind die genannten denn sonst? Ob ich dich enttäusche oder nicht, ist mir egtl. herzlich egal ;)

Wichtig ist mir festzustellen, dass ich diese "nur MMA macht dich zum Kämpfer"-Schiene aus den diversen Foren nicht mitfahre. Es gibt genügend Leute, die ganz traditionell Aikido oder BBT trainieren, ohne Cross-Sparring und was weiß ich, die zum typischen, friedfertigen Klientel gehören und sich dennoch bestens damit verteidigen konnten - kein theoretisches Geschwafel, sondern faktisch. Gleichzeitig gibt es wettkampferprobte Vollkontaktsportler, die von einfachen, untrainierten Bauarbeitern umgeholzt wurden. SV ist vielgestaltig und es gibt keine Garantien, jeder kann mal verlieren oder gewinnen. Aber es gibt etliche Situationen, weit weg vom worst case scenario, gegen Wanderlei Silva mit Uzi bewaffnet in einer dunklen Gasse antreten zu müssen, die sich mittels ganz traditionellem Training lösen lassen. Vllt. sogar manches Mal besser, denn das Mindset ist ein anderes. Wer faires Sportkämpfen geübt hat, geht mit großer Wahrscheinlichkeit auch so vor.

Aber gut, an dieser Stelle bin ich raus, nicht dass ich noch Gefahr laufe, noch jemanden zu enttäuschen! Für die "was ist besser für die SV"-Diskussion bin ich zu alt, meine Empfehlen an ironwolf steht in meinem ersten Beitrag dazu - möge er ihn beachten oder auch nicht.

Bearbeitet von Luggage, 29 November 2011 - 13:48 Uhr.


#50 Richard

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Geschrieben 29 November 2011 - 14:01 Uhr

Terao hat's mal wieder auf den Punkt gebracht... eine Frage des Wenn-dann. Wenn man etwas bestimmtes erreichen will, muss man das dafür Nötige in Kauf nehmen. Wenn man das nicht will oder kann, erreicht man's halt nicht.

Zitat

Wichtig ist mir festzustellen, dass ich diese "nur MMA macht dich zum Kämpfer"-Schiene aus den diversen Foren nicht mitfahre.
Sage ich ja auch nicht. "Nur Kämpfen macht dich zum Kämpfer" würde ich aber eher unterschreiben. Und kämpfen tut man halt beim Aikido in aller Regel nicht, und beim Bujinkan nach allem, was ich so lese und höre, auch bestenfalls sehr sporadisch.

Zitat

Wer faires Sportkämpfen geübt hat, geht mit großer Wahrscheinlichkeit auch so vor.
Und wer überhaupt nie kämpfen geübt hat, geht wie vor...?

#51 Luggage

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Geschrieben 29 November 2011 - 14:12 Uhr

Beitrag anzeigenRichard sagte am 29 November 2011 - 14:01 Uhr:

Und wer überhaupt nie kämpfen geübt hat, geht wie vor...?
Tja, definiere kämpfen-üben. Ich habe da eine andere Sichtweise von, als du, die Diskussion ist müßig. Fakt ist: 1.) Wer nicht in den Schulsport kann, kann nicht ins Sparring. 2.) Aikido wie BBT wurden bereits vielfach effektiv in echten SV-Situationen eingesetzt, nach ganz normalem Training. Zum Glück wussten die nicht, dass sie garnicht kämpfen können!

#52 Terao

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Geschrieben 29 November 2011 - 14:22 Uhr

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 29 November 2011 - 14:12 Uhr:

Aikido wie BBT wurden bereits vielfach effektiv in echten SV-Situationen eingesetzt, nach ganz normalem Training.
...wenn auch wohl eher nicht von Leuten, die nicht zum Schulsport konnten und massive Schlaghemmungen hatten, und daran auch nicht gezielt feilten.

Und, ja, es mag unglaublich klingen, aber man kann sein Leben lang Judo machen, ohne auch nur an einem einzigen Wettkampf teilzunehmen. Bei Späteinsteigern dürfte das sogar eher die Regel als die Ausnahme sein. Trotzdem wird da in jedem Training und auf jedem Lehrgang gekämpft. Zwar nach "Regeln", keineswegs aber nach restriktiveren als denen, nach denen ein Aikidotraining abläuft.
Dieses "regellos" ist doch nur ein Schlagwort.

Btw.: Welche "dirty tricks" lernt man denn so im Aikido? Wie bringt man sie zur (physischen) Anwendungsreife? Hat der durchschnittliche Boxer trainingsbedingt größere (psychische) Hemmungen, sie anzuwenden, als der durchschnittliche Aikidoka?

#53 Richard

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Geschrieben 29 November 2011 - 14:40 Uhr

Beitrag anzeigenTerao sagte am 29 November 2011 - 14:22 Uhr:

Btw.: Welche "dirty tricks" lernt man denn so im Aikido? Wie bringt man sie zur (physischen) Anwendungsreife? Hat der durchschnittliche Boxer trainingsbedingt größere (psychische) Hemmungen, sie anzuwenden, als der durchschnittliche Aikidoka?
Aus meiner Erfahrung: keine; nicht; nein. Ich würde auch behaupten, dass der durchschnittliche Boxer oder Thaiboxer wesentlich mehr versehentliche und absichtliche Tiefschläge ausgeteilt und eingesteckt hat als der durchschnittliche Aikidoka. Und über den "oil check" habe ich auch bloß von Ringern reden gehört :P

#54 Luggage

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Geschrieben 29 November 2011 - 14:49 Uhr

Beitrag anzeigenTerao sagte am 29 November 2011 - 14:22 Uhr:

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 29 November 2011 - 14:12 Uhr:

Aikido wie BBT wurden bereits vielfach effektiv in echten SV-Situationen eingesetzt, nach ganz normalem Training.
...wenn auch wohl eher nicht von Leuten, die nicht zum Schulsport konnten und massive Schlaghemmungen hatten, und daran auch nicht gezielt feilten.

Und, ja, es mag unglaublich klingen, aber man kann sein Leben lang Judo machen, ohne auch nur an einem einzigen Wettkampf teilzunehmen. Bei Späteinsteigern dürfte das sogar eher die Regel als die Ausnahme sein. Trotzdem wird da in jedem Training und auf jedem Lehrgang gekämpft. Zwar nach "Regeln",
Ein Wettkampfsport definiert sich nicht über Einzelne, die oder die nicht an Wettkämpfen teilnehmen. "Wettkampfsport" ist ein abstrakter Begriff der eine Sportart bezeichnet, die auf den Wettkampf ausgerichtet ist und sich im Training und im Reglement, vorliegend in der Auswahl der Techniken und der taktischen Vorgehensweise am einschlägigen Wettkampfmodus orientiert. Deshalb sind BJJ, Ringen, Judo, Boxen, Kickboxen und MT Wettkampfsportarten.

Zitat

keineswegs aber nach restriktiveren als denen, nach denen ein Aikidotraining abläuft.
Dieses "regellos" ist doch nur ein Schlagwort.
Aikido geht unter anderem von Schlagangriffen und unsportlichen Faßangriffen aus und es werden Antworten darauf geübt. Aikido zielt nicht darauf ab, ein Verhalten herauszubilden, das im Wettkampf zum Punktegewinn führt. Auf der Straße ist ein anderes Mindset als im Wettkampf entscheident - in letzterem will man kämpfen. Zum Beispiel Lücken zu schaffen und zur Flucht zu nutzen spielt da keine Rolle. Für den jeweiligen Wettkampf herausgebildete Verhaltensweisen führen schon nach leicht verändertem Reglement oft dazu, dass man verliert: Der Judoka, der nach einem Wurf instinktiv in die Brücke geht, wird im BJJ im Mata Leao abgewürgt; Ein mir bekannter, guter BJJ-Mann hat sich in einer Kneipenschlägerei mal im Mata Leao ein einem Gegner festgebissen - und wurde von 3 weiteren Gegnern mit Tritten und abgebrochenen Glasflaschen ins Krankenhaus befördert. Ergo: Was im Wettkampf Sinn macht und gut und probat gegen einen Gegner unter den gesetzten Regeln funktioniert, kann eine unsinnige Verhaltensweise unter anderen Umständen konditionieren.

Zitat

Btw.: Welche "dirty tricks" lernt man denn so im Aikido? Wie bringt man sie zur (physischen) Anwendungsreife? Hat der durchschnittliche Boxer trainingsbedingt größere (psychische) Hemmungen, sie anzuwenden, als der durchschnittliche Aikidoka?
Dirty Tricks lernt man vorallem im BBT. Im Aikido lernt man vorallem anders als in Wettkampfsportarten, wie man sich nicht auf Schlagabtausche einläßt, was einen überaschend großen Unterschied macht zum Kämpfen-Wollen. Der durchschnittliche Boxer hat keine Hemmungen Tricks anzuwenden, kommt aber weniger wahrscheinlich auf die Idee sie anzuwenden. Unter Stress wird er im Wesentlichen boxen. Wird er mit Verhaltensweisen konfrontiert, die er nicht geübt hat, wird uU aus dem Konzept gebracht. Ich habe schon genug mit Boxern im MMA-Modus gesparrt, um zu wissen, dass ganz schnell geistig blockieren, wenn man sie mit Grapplingangriffen konfrontiert - nichts desto trotz bleiben Boxer imho äußerst gefährliche Gegner, gerade wegen des reduzierten Technikrepertoires. Aber darum geht es hier ja nicht.
Wie man sie zur "physischen Anwendungsreife" bringt? Nun, nach der Ansicht der diversen Ryuha genauso, wie man da eben trainiert. Und erwiesener Maßen kann das funktionieren, kannst ja mal zB Kennin, Tenchi oder Pilgrim nach ihren Erfahrungen und Anekdoten dazu befragen.

#55 Richard

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Geschrieben 29 November 2011 - 15:46 Uhr

Luggage sagte:

Aikido wie BBT wurden bereits vielfach effektiv in echten SV-Situationen eingesetzt, nach ganz normalem Training. Zum Glück wussten die nicht, dass sie garnicht kämpfen können!
Vielleicht konnten die Gegner es ja auch nicht?

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 29 November 2011 - 14:49 Uhr:

Aikido geht unter anderem von Schlagangriffen und unsportlichen Faßangriffen aus und es werden Antworten darauf geübt.
Keiner der Fassangriffe, gegen die man da standardmäßig übt, ist irgendwie "unsportlich" (außer vielleicht in dem Sinn, dass kein Sportler so krampfig greifen würde). Ein großer Teil der wirklich unangenehmen, aber sportüblichen Griffe (Thai-Clinch, Body lock usw) kommt gar nicht vor. Im Übrigen - nach meiner Erfahrung wird eben nicht geübt, was passiert, wenn ein Gegner einen wirklich gepackt halten, kontrollieren und rumzerren will. Da würde ich, gerade was das Lösen von unangenehmen Griffen angeht, dem Judo-Griffkampf mehr Anwendbarkeit zusprechen.

Zitat

Aikido zielt nicht darauf ab, ein Verhalten herauszubilden, das im Wettkampf zum Punktegewinn führt. Auf der Straße ist ein anderes Mindset als im Wettkampf entscheident - in letzterem will man kämpfen. Zum Beispiel Lücken zu schaffen und zur Flucht zu nutzen spielt da keine Rolle.
Okay, was das Flüchten angeht, gebe ich dir recht. Dann empfiehlt es sich aber ergänzend noch 400m-Lauf oder auch Parkour zu üben...
Ansonsten - lernen, sich aus schlechten Positionen rauszumanövrieren, lernt man im Kampfsport hervorragend. Griffe sprengen, Befreiung aus Haltegriffen am Boden, Techniken zum Distanzhalten und sicheren Aufstehen aus der Bodenlage, Schrittarbeit, um sich nicht in Ecken drängen zu lassen - alles Standard in verschiedenen Wettkampf-Sportarten.

#56 Terao

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Geschrieben 29 November 2011 - 17:12 Uhr

Zitat

Wird er mit Verhaltensweisen konfrontiert, die er nicht geübt hat, wird uU aus dem Konzept gebracht. Ich habe schon genug mit Boxern im MMA-Modus gesparrt, um zu wissen, dass ganz schnell geistig blockieren, wenn man sie mit Grapplingangriffen konfrontiert
Das dürfte dann aber doch für Aikidoka, die mit was anderem als Shomen Uchi oder Handgelenksfassen, gar mit Aggressivität konfrontiert werden, erst recht gelten, oder?
Ich hab mir ja wirklich mal den Spaß erlaubt, die oben erwähnten Leute zu fragen, ob man denn im regellosen Aikidotraining seinen Partner auch mal mit einer Kopfstoß-Eiertritt-Kombi, Anspucken oder Haareziehen überrascht. Schweigen im Walde. Natürlich nicht. Die Bewegungsprinzipien verhindern das irgendwie. Mag ja auch sein. Dass ein gut gezielter, rechtzeitig abgefeuerter Haken ohne Schlaghemmung es verhindert, ist dagegen glaub ich ziemlich unstrittig...

Oh, und doch interessant, wie weitgehend sich Judowürfe und Würfe in sonstigen, auch kriegerischen Kontexten kultur- und zeitübergreifend ähneln. Die Anpassung an ein bestimmtes Regelwerk scheint mir eher ein gerade von einem geübten Sportler rasch in den Griff zu bekommendes Detailproblem.

Beim Flüchten, ja, geb ich Dir auch recht. Auch wenn die gerade in Bujinkan&Aikido beliebten Hebel da auch nicht immer die ideale Voraussetzung bieten. Sicher kann auch Kampfsport sinnvoll ergänzt werden. Aber: Unser Fragensteller, so wie er sich beschreibt, hängt doch noch an ganz anderen Problemen. Da müsste er doch überhaupt erstmal ne grundlegende psychische und physische Handlungsfähigkeit in stressigen, gewalthaltigen Situationen erwerben. Ein Problem, das das ursprüngliche Klientel der Koryu oder Leute wie Ueshiba ganz gewiss nicht hatten (und demnach dafür auch keine rechtsverträglichen, verletzungsarmen Mittel entwickelt haben).

Bearbeitet von Terao, 29 November 2011 - 17:25 Uhr.


#57 Kenkon

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Geschrieben 29 November 2011 - 17:26 Uhr

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 29 November 2011 - 13:47 Uhr:

weit weg vom worst case scenario, gegen Wanderlei Silva mit Uzi bewaffnet in einer dunklen Gasse antreten zu müssen

Wer von uns beiden hätte da denn nun die Uzi ?

@Ironwulf: Guck doch mal nach DJJVJuJutsu bei Dir in der Nähe.
Da gibts alles von mäßig bis gut.
Ist halt Glücksache.
Aber ist weitverbreitet, billiger und weniger peinlich als vieles andere. Und führt in viele Richtungen weiter.

Aikido ist m.E. auf breiter Front für Träumer. Und Anekdotenerzähler.
Dazu kannst aber auch Du werden.
Wenn Du den einzigen Kampf, den Du vielleicht in Deinem Leben hast, ehrlich mit einem Shiho Nage ( dank 1.63 ohne in die Knie gehen zu müssen ) endscheidest, wirst auch Du zu recht sagen, daß Aikido in 100% der Fälle hilft.

Ist endlich mal nicht der Kleinste im Thread :
Kenkon
Mal verliert man, mal gewinnt der Andere.

#58 Goli

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Geschrieben 30 November 2011 - 19:17 Uhr

Hallo Ironwulf,

wie Du siehst, sind wir hier eine große Familie^^

Mach Dir einfach eine Liste, was in Deiner Reichweite (weiß nicht, wie mobil Du bist) alles angeboten wird. Nimm Kontakt (am Besten telefonisch) mit dem Trainer/Lehrer auf und sprich mit ihm alles Wichtige ab (zB Notfallspray, falls Du eines hast). Probiere möglichst alles aus, bevor Du Dich entscheidest.

V.a. besprich es mit Deinem Arzt! Hier auf dem Forum kann niemand wissen, wie gravierend Deine Erkrankung ist.

LG

Bearbeitet von Goli, 30 November 2011 - 19:19 Uhr.


#59 Catwoman

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Geschrieben 07 Dezember 2011 - 08:48 Uhr

Hallo ironwolf,

puh, da wird hier doch glatt über BBT (Bujinkan Budo Taijutsu) diskutiert, ohne BBTler :D ... ;)

Wo fang ich an: Erstmal, gut, dass Du entdeckt hast, dass da was in dir "brennt". Das ist schon mal eine gute Ausgangslage und eine schöne Anfangsmotivation.

Deine Voraussetzungen sind nicht so toll, aber auch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Grundsätzlich würde ich Dir auch empfehlen ärztlich abzuklären, inwiefern Sport für Dich in Frage kommt. Denn wie schon gesagt, dass kann keiner hier im Forum wirklich einschätzen. Einige BBT Dojos verlangen sogar, bei so einer Frage wie bei Dir, eine ärztliche Bescheinigung, ob ein Training mglich ist. Nicht, weil sie sich in Privatangelegenheiten einmischen wollen, sondern weil verhindert werden soll, dass du Schaden vom Training nimmst.

Wenn der Arzt grünes Licht gibt, wunderbar :)

Dann geht es an die Dojo-suche. Wie Du sicherlich schon festgestellt hast (da Du Dich erkundigt hast), ist das BBT recht frei. Das heißt, des Training kann von Dojo zu Dojo sehr unterschiedllich sein. Manche legen mehr wert auf körperliche Fitness (mit entsprechendem Aufwärmprogramm), manche weniger. Als Neueinsteiger ist es aber so oder so erstmal körperlich anstrengend :) .

BBT KANN als SV (Selbstverteidigung) funktionieren. Ich persönlich kenne Leute die beim Bund oder als Polizist arbeiten und sich mit BBT gut verteidigen konnten. Allerdings, und das ist vielleicht etwas das Problem, es dauert, bis man es kann. Da solltest Du schon ein paar Jährchen einplanen. Falls Du schnell SV lernen willst, dann würde ich Dir wirklcih einen SV Kus empfehlen. Wenn Du Zeit und Motivation für mehrmaliges Training in der Woche hast auch über Jahre hinweg, dann ist BBT ganz gut geeignet.

Wie Du schon gelesen hast, haben wir keine Wettkämpfe, das heißt, es besteht auch kein Leistungsdruck. Letztlich trainierst Du also für Dich selbst an Deinen eigene selbstgesteckten Zielen.

Achja und die Schlaghemmung: Die verlierst Du bei uns, keine Sorge ;) . Der Vorteil am BBT ist, dass wir sowohl offensiv, als auch defensiv arbeiten.

Was allerdings die wunderbaren "dirty tricks" betrifft. Ja, man kann da welche Lernen, aber sie machen nur einen winzigen Bruchteil der Ausbildung aus. Also davon würde ich mir nicht zuviel versprechen, ehrlich gesagt.

Also nach meiner bisherigen Erfahrung ist es aber mit körperlichen Einschränkungen gut möglich BBT zu erlernen, weil Du, wie gesagt, deiin Lerntempo selbst bestimmen kannst.

LG Catwoman
"(und bei Katzen ist die vollkommen irrationale Launenhaftigkeit biologisch angelegt. Wenn man so will: Die sind von Natur aus wahnsinnig.)" Terao, 02.03.12

shikin haramitsu daikomyo

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