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Trainerfehler


42 Antworten in diesem Thema

#1 Mac

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 10:48 Uhr

Hi zusammen,

ich glaube jeder kennt das Gefühl, beim Training nicht so recht zu wissen, was der Trainer eigentlich von einem will.
Welche Fehler machen Trainer und wie können sie ausgemerzt werden und dem Trainierenden die Verwirrung nehmen.

Einer der häufigsten Fehler ist die fehlende Übereinstimmung von verbaler Beschreibung und tatsächlicher Ausführung:
Trainer: "Bei dem Faustschlag ziehst Du die andere Hand zum Gürtel zurück" und er selber lässt sie bei der Demonstration vor dem Bauch stehen.

Was begegnet euch so und hat Lernerfolge schwerer gemacht oder sogar ins Negative gekehrt?

Viele GRüße

Mac :-)
Renne um Dein Leben, wenn ich lächele.

Wie soll ich wissen was ich denke, bevor ich lese was ich schrieb?

Ich wollte mich eigentlich geistig mit Dir duellieren, doch ich sehe Du bist unbewaffnet.

#2 Catwoman

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 11:37 Uhr

Hallo Mac,

ein sehr interessantes und auch wichtiges Thema, sowohl für Schüler, als auch für die Trainer.

Beitrag anzeigenMac sagte am 27 Juli 2011 - 10:48 Uhr:

Welche Fehler machen Trainer und wie können sie ausgemerzt werden und dem Trainierenden die Verwirrung nehmen.

Das was Du beschreibst, kenne ich auch. Dann gibt es aber noch etwas anders, was mir auch häufig aufgefallen ist. Der Trainer zeigt eine Technik und dann beim Erklären während des Übens pixelt er die Technik auseinander. Und es wird so detailreich, dass ich am Ende zum einen nichts mehr von der Ausgangstechnik sehe und zum zweiten überfordert bin, was jetzt eigentlich wichtig ist. Außerdem, so ist es mir schon mehrfach aufgefallen, stimmt dann die Technik nicht mehr so, wie sie gezeigt wurde. Also sie verändert sich über das Pixeln. Und das finde ich verwirrend.

Wie kann das geändert werden? Ich denke, indem sich ein Trainer darüber klar ist, was er grad zeigt, wo die Schwerpunkte der Technik liegen und diese auch zunächst so weiter gibt. Außerdem darüber, dass der Trainer darüber hinwegsehen kann, dass nicht jedes Detail sofort beherrscht werden kann. Also die Infos an das Trainingsniveau seiner Schüler so weiter gibt, dass es seine Schüler für ihren jeweiligen Trainingsstand aufnehmen und verarbeiten können.

LG Catwoman
"(und bei Katzen ist die vollkommen irrationale Launenhaftigkeit biologisch angelegt. Wenn man so will: Die sind von Natur aus wahnsinnig.)" Terao, 02.03.12

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#3 heavenlybody

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 12:02 Uhr

Ein Trainer sollte immer den berühmten "Roten Faden" behalten. Wenn man bei der Erkläung einer Technik sich in zu viele Detailschritte begibt und alles mit Extra-Übungen erklären will, kann man sich leicht verlieren. Was ein Trainer in meinen Augen also vor allem braucht ist ein Trainingskonzept und da muss er als erstes wissen: Was mache ich heute mit meinen Schülern.
Kampfkünste sind Kulturgüter und Kampfkünstler deren Pfleger.

#4 Catwoman

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 12:05 Uhr

Hallo heavenly,

ja, stimmt schon, aber das was Mac meint ist auch: Der Trainer sollte eben auch das selbst umsetzen (beim zeigen, weil wir eben meist visuell orientiert sind), was er erzählt oder erklärt.

LG Catwoman
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#5 heavenlybody

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 12:20 Uhr

Mac fragte aber auch was uns noch so begegnet und mir sind schon unvorbereitete Leute begegnet. Ich hatte mal so einen Trainer, der auf die Matte kam so meinte - tja, was mache ich heute überhaupt.

Bearbeitet von heavenlybody, 27 Juli 2011 - 12:23 Uhr.

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#6 Lanariel

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 12:59 Uhr

Wenn man nicht weiß welche Schüler ins Training kommen, wie soll man dann schon so genau wissen was man unterrichtet. Mit einer Hand voll Gelbgurten übt man sicherlich anderes als, wenn man in der Einheit 3 Braungurt vor sich stehen hat.

#7 bugei

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 13:08 Uhr

Beitrag anzeigenLanariel sagte am 27 Juli 2011 - 12:59 Uhr:

Wenn man nicht weiß welche Schüler ins Training kommen, wie soll man dann schon so genau wissen was man unterrichtet. Mit einer Hand voll Gelbgurten übt man sicherlich anderes als, wenn man in der Einheit 3 Braungurt vor sich stehen hat.

Ja und nein. Natürlich wird man in ner Anfängergruppe das Training anders gestalten als bei Fortgeschrittenen, das ändert aber mal nichts dran, daß man bei beiden Gruppen prinzipiell dieselben Übungen machen kann, man wird bei nem Anfänger eben den Fokus auf andere Dinge legen als bei einem Fortgeschrittenen.

@Topic
Ich persönlich finde es arg nervig, wenn der Trainer Sachen anders erklärt als er sie zeigt. Ist ne klasse Methode, die Leute komplett zu verwirren.
Außerdem (und nein, daß widerspricht nicht meiner obigen Aussage bezüglichs Lanariels Posts) erlebe ich es oft genug, daß der Lehrer Anfänger Übungen bzw Techniken machen läßt, die schon für Fortgeschrittene anspruchsvoll sind. Dabei sehe ich meist komplett überforderte Anfänger, die nach dem zweiten Satz der Erklärung nicht mehr wissen, ob sie den Knoten jetzt in den linken oder den rechten Arm machen sollen oder ob es doch der Hals war. Das trägt nicht wirklich dazu bei, den Leuten Fortschritte zu ermöglichen und hemmt nebenbei auch die Fortgeschrittenen, da sie beim Üben oft, zu oft von irgendwelchen Erklärungen unterbrochen werden.

Grüße

bugei
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#8 Den

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 13:14 Uhr

Stichworte zu fehlender Plan/Struktur -> fehlende Übersicht über Trainingsziele -> Mangel an Klarheit/Struktur für Schüler:

- fachliche Inkompetenz oder didaktische Inkompetenz oder beides
- Lehrende haben Zielkonflikte. (betrifft gerade auch fachlich kompetente Lehrer viel zu häufig, z.B. bei fehlendem Bezug zur Situation der Lernenden evtl. durch 'Abgehobenheit' der Lehrenden)
- Lehrende sind (zeitweise) nicht bei der Sache, mangelnd vorbereitet; mögl. Ursachen: private Probleme; Desinteresse
-> Resultat: Lehrende haben keine/unzusammenhängende Lehrstruktur ... Kurzfristig, mittelfristig, langfristig

aber auch:
-> Lehrende habe starre Lehrstruktur, immer gleiche Abläufe auch bei Stagnation der Lernenden -> fachliche Unsicherheit, wenig Erfahrung; fehlender Blick über den Tellerrand; (betrifft speziell gewisse Franchise KK)

----------------------------------------

im Zusammenhang damit u.a. möglich:
- Unzreichende oder stereotype Erklärung/Vermittlung von Ausführung sowie Sinn und Zweck von Übungen
- unzusammenhängende oder keine Übungsreihen, stattdessen viele Einzelübungen,
- kein 'Motto', fehlender 'roter Faden'.. aber ellenlange Vorträge (Reden ist nicht verkehrt, aber Lehrende sollten über EIN Thema pro UE dozieren;)
- Selbstdarstellung der Lehrenden und Einbahnstraßenkommunikation, Degradierung der Lernenden zu passiven Rezipienten (nicht nur auf Lehrgängen von 'Superstars' zu finden)
- damit verbunden: (private) Vereinnahmung der Lernenden durch Lehrende, evtl daraus resultierende Rollenkonflikte

Bearbeitet von Den, 27 Juli 2011 - 13:27 Uhr.

Augen auf!

#9 Terao

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 13:26 Uhr

Den hats ja schön aufgedröselt. Lehren ist halt nicht einfach. Auch wenn man vorher ja selber jahrelang gelernt hat und von daher wissen müsste, was einem was gebracht hat und was eher den Fortschritt erschwert hat.

Meine Erfahrung: Gute Leute erklären weniger und zeigen mehr (und lassen noch viel mehr machen). Jede Stunde hat ein Thema. Wenn Erklärtes und Gezeigtes auseinanderfallen, kann`s derjenige entweder nicht so gut (ganz schlecht), oder er kann`s nicht verbalisieren (dann soll er die Klappe halten und zeigen).
Beim Herumgehen und Korrigieren weisen gute Leute einen immer nur auf einen Fehler gleichzeitig hin (auf mehr kann man eh nicht gleichzeitig achten), und wissen auch spontan Übungen, mit denen man genau an diesem Fehler arbeiten kann.

So will ich auch mal werden, wenn ich groß bin ^_^

Bearbeitet von Terao, 27 Juli 2011 - 13:27 Uhr.


#10 Den

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 13:34 Uhr

Zitat

Jede Stunde hat ein Thema
... und ist ihrerseits in ein größeres Thema eingebunden.

Dazu gehört regelmäßige Auswertung für jeden einzelnen Schüler; erhöhter Schwierigkeitsgrad für Lehrende bei heterogenen Trainingsgruppen und/oder unregelmäßig anwesenden SchülerInnen...

Bearbeitet von Den, 27 Juli 2011 - 13:35 Uhr.

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#11 kkke

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 15:12 Uhr

Hallo,

Probleme, denen ich bis jetzt begegnet bin:

- immer dasselbe, dabei enger Blick -> irgendwann keine Weiterentwicklung des Schülers mehr möglich

- zu viel Gerede (von einem Thema zum nächsten - zwar alles interessant, aber wäre doch schöner nach dem Training beim Essen oder so)

- während des mehrmaligen Vormachens wird die Übung geändert

- Verständigungsprobleme aufgrund der Sprache, dann geht es eben mit mehrmals gucken und fühlen weiter (das ist natürlich kein Lehrer-Fehler)

Und ich musste verstehen, dass man mit einem Lehrer in Korea nicht so locker umgehen kann wie in Deutschland. Ein Beispiel: Widerrede geht nicht, selbst wenn der da vorne Schwachsinn erzählt und dann einen direkt fragt "Stimmt's?"
Dass ich in dieser Situation mal ein schüchternes "nein" verlauten ließ und daraufhin ziemlichen Ärger hatte, würde man in Deutschland als Lehrer-Fehler betrachten (Unfehlbarkeit...), in Korea ganz klar als Schüler-Fehler.

Viele Grüße,
kkke
"Der Rang, der Fortschritt, der Status oder der Grad wird durch Arbeit und Hingabe erreicht und kann nur durch deren Beständigkeit erhalten werden. Es gibt keine Abkürzung, sondern nur Arbeit, Schweiß und Schmerzen."

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#12 Fidibus

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 15:39 Uhr

Ich möchte mal eine der wenigen "Formalitäten", die wir im Systema haben, hervorheben.

Am Ende eines jeden Trainings steht eine Abschlußbesprechung, man könnte auch Rückmelderunde sagen.

Hier werden noch Fragen, die sich während des Trainings gestellt haben, Erfahrungen und Erkenntnisse, die einem gekommen sind, oder sich noch nicht

erschlossen haben, besprochen.

Es wird Kritik geübt positiv, wie negativ.

Ich kann hier als Trainer genau ablesen, ob mein Sermon angekommen, verstanden oder unverständlich ist.

Wir fahren damit bestens.

Trainer aus traditionellen Systemen hätten es natürlich schwer, über diesen Schatten zu springen.



Gruß Fidibus
Am Beginn einer Katastrophe steht immer eine beschissene Vermutung....

I tried religion, meditation, even therapy... then I realized all I really needed was more horsepower.

Ich bin gegen Gewalt.......Es sei denn, sie ist gut gemacht....

#13 Catwoman

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 15:54 Uhr

Hallo Fidibus,

Beitrag anzeigenFidibus sagte am 27 Juli 2011 - 15:39 Uhr:

Es wird Kritik geübt positiv, wie negativ.
Trainer aus traditionellen Systemen hätten es natürlich schwer, über diesen Schatten zu springen.

Ich denke, dass ist ein wichtiger Punkt und gehe nicht davon aus, dass das nur Trainer traditioneller KKs betrifft. Die Frage nämlich: Wollen und können Trainier sich mit Kritik (sowohl positiver als auch negativer) auseinandersetzen oder nicht? Können und wollen sie ihre Trainerarbeit reflektieren?

Ich denke, dass ich nicht für jeden Trainer so einfach. Dazu gehört nämlich einfach eine gesunde Portion Mut, sich mit anderen auseinanderzusetzen, und auch Selbstbewußtsein. Denn letztlich muss man als Trainer, finde ich, nicht nur seine Leistung reflektieren können (und wollen), sondern auch daraus entsprechende Konsequenzen ziehen können (und wollen). Denn wenn man einen Schüler hat, der einfach aus Prinzip rummotzen will oder der es fürs Ego braucht, zu glauben, alles besser zu wissen, kann ich als Trainer nicht ständig für diesen Schüler meinen Unterrichtsplan ändern, sondern muss auch mal was durchziehen. Wenn ein Trainer aber mit konstruktiver Kritik etwas anfangen kann, ist es bereichernd, nicht nur für den Schüler.

Und so wie es kkke schildert, bin ich froh, nicht in Korea zu trainieren :D .

LG Catwoman
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#14 heavenlybody

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 17:21 Uhr

Beitrag anzeigenFidibus sagte am 27 Juli 2011 - 15:39 Uhr:

Trainer aus traditionellen Systemen hätten es natürlich schwer, über diesen Schatten zu springen.

Wie meinst du das jetzt genau? Hast du darin irgendwelche Erfahrungen gemacht?
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#15 Slow-Fox

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 17:56 Uhr

Hallo zusammen :hat:

@Fidibus:

Zitat

Am Ende eines jeden Trainings steht eine Abschlußbesprechung, man könnte auch Rückmelderunde sagen.

Mit der von Dir angesprochenen Rückmelderunde habe ich durch die Bank bisher nur gute Erfahrungen gemacht.
Damit eventuelle Fragen oder Anregungen entsprechend behandelt werden können,
sollte der Zeitansatz dann aber auch ausreichend bemessen sein.
Wenn man schon keine "echte" Rückmelderunde durchführt, bei welcher event. auch eine Diskussion aufkommen kann,
welche den zur Verfügung stehenden Zeitansatz dann ggf. schnell sprengt,
halte ich es für wichtig, dass der Lehrer sich zumindest vergewissert ob grundsätzlich noch Fragen offen sind.
Diese können dann in der nächsten Trainingseinheit behandelt werden.

Zitat

Trainer aus traditionellen Systemen hätten es natürlich schwer, über diesen Schatten zu springen.

Warum Du das jetzt allerdings an "traditionellen" Systemen festmachst, erschliesst sich mir nicht wirklich...
Ich habe ähnliches bisher beim Jiu-Jitsu, BBT, TSKSR und beim Goju-Ryu-Karate kennengelernt
und denke, es kommt nicht darauf an ob es sich um ein "traditionelles" System handelt oder nicht,
sondern darauf, wie sehr der Lehrer an der Ausbildung seiner Schüler interessiert ist,
wie er mit Kritik umgehen kann - und ob er über ein ausreichendes Wissen und Erfahrung verfügt,
um event. tiefergehende Fragen seiner Schüler auch beantworten zu können.

Ich persönlich habe kein Problem damit zuzugeben, wenn ich mal (auf Anhieb) etwas nicht weiß !
In der Regel kann ich die Frage dann aber spätestens beim nächsten Training beantworten...

Viele Grüße,

Daniel (Slow-Fox)
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#16 Fidibus

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 19:12 Uhr

@ slow fox + heavenlybody

Ich sage damit nicht, dass alle Trainer aus traditionellen Systemen damit ein Problem haben.

Es ist auch ehrlich gesagt eine Annahme von mir. Ich bin natürlich nicht dabei.

Es liegt einfach m. M. n. daran, dass traditionelle Systeme ihren Lehrer auf ein Podest gestellt sehen wollen.

Hier spielt mit Sicherheit auch ein typisch deutsches Symptom mit (auch eine Annahme von mir), dass bei z. B. asiatischen Systemen die deutschen Ableger

gerne die "besseren Asiaten" sein wollen.


Ich persönlich habe ja früher auch Karate und Ju Jutsu trainiert und hier die Feststellung gemacht, dass viele Trainer (eher die meisten m.M.n.)hier nicht

kritikfähig sind, sein wollen oder können.


Ausnahmen bestätigen hier die Regel. Wie gesagt, ich betone, dass das meine persönlichen Erfahrungen und Vorstellungen sind.Es sollte sich also keiner

angegriffen fühlen. Jeder kann/soll nach seiner Facon glücklich werden.





Gruß Fidibus

Bearbeitet von Fidibus, 27 Juli 2011 - 19:14 Uhr.

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#17 heavenlybody

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 19:32 Uhr

Naja, Ju Jutsu (das deutsche) ist ja nun nicht gerade das was man als traditionell bezeichnen kann ;). Ich denke es liegt an Lehrern wie an Schülern, Lehrer die "angebetet" werden wollen und Schülern, die ihnen diese Plattform bieten; die armen Kleenen mal ausgenommen.

ABER: Ich kann mir schon vorstellen, dass es hier und da nen Persönlichkeitsbeeinträchtigten mit Tendenzen zu ICD-10 F60 gibt ;).

Bearbeitet von heavenlybody, 27 Juli 2011 - 19:32 Uhr.

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#18 Rakoshi

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Geschrieben 27 Juli 2011 - 19:38 Uhr

Die Annahme von Fidibus bestätige ich zum Teil.

Ich komme aus einem traditionellen System, wo es manchmal schwierig ist Neuheiten, wie eine Rückmelderunde einzusetzen.

Ich denke allerdings nicht, dass es wirklich so ist, dass der Trainer auf ein Podest gestellt werden will. Er hat es nur so gelernt von seinem Lehrer und hat keine neuen Eindrücke bekommen. Manche unterichten nur in einem Schema, was aber nicht falsch sein muß.

Für mich war es wichtig, offen für verschiedene Trainingsmethoden zu sein. Daher habe ich mich zusätzlich für eine Ausbildung im Trainerbereich entschieden. Das hat mir wirklich eine offener Sicht ermöglicht. Die Umsetzung ist allerdings mühevoll und bedeutet Arbeit, weil man etwas neues ausprobiert, was manchmal auch nicht akzeptiert wird von den Schülern.
Man macht Fehler, aber man lernt auch aus ihnen.
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#19 Drax

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Geschrieben 28 Juli 2011 - 07:29 Uhr

In den 1 1/2 Std. die mir für mein Training zur Verfügung stehen, habe ich überhaupt keine Zeit noch zusätzlich eine "Feedbackrunde", wie ich sie aus z.B. von Workshops in meinem Job kenne, durchzuführen.
Das geschieht eigentlich immer während des Trainings im direkten Kontext zu dem was gerade geübt wird.
Mit meinen Fortgeschrittenen bin ich sowieso im ständigen Austausch und jeder, vom Anfänger bis zum hoch Graduierten, kann jederzeit Fragen stellen (z.B. wenn er etwas nicht verstanden hat).
Meine Schüler bekommen auch sofort Rückmeldung, wenn etwas nicht so ist, wie es sein sollte oder wenn ich meine, das z.B. die körperlichen Gegebenheiten einen anderen Spielraum setzen.
Kritik ist bei mir immer willkommen, denn die benötige ich um besser zu werden - ABER - es gibt auch Leute die sind von Natur aus "dagegen" - und mit denen diskutiere ich nicht.
Was ich zum Ende fast jeden Trainings mache ist, dass ich kurz erkläre, warum WIR das gemacht haben oder so machen und was mir an Negativem und Positivem besonders aufgefallen ist. Das dauert dann max. 5 Minuten.

Drax :)

P.S.
Trainerfehler meiner Lehrer:
Sicherlich habe ich in der Vergangenheit auch das ein oder andere Mal gedacht "Was soll das denn jetzt" oder "Das bringt doch überhaupt nichts".
Ich muss aber sagen, dass, im nachhinein betrachtet, das alles so falsch nicht gewesen sein kann.
Denn letztendlich hat dies dazu geführt, das ich mich kritisch mit dem auseinandersetze, was ich lerne und lehre und das ich meinen Schülern wiederum ein gute Ausbildung zukommen lassen kann.

Bearbeitet von Drax, 28 Juli 2011 - 07:30 Uhr.

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#20 heavenlybody

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Geschrieben 28 Juli 2011 - 09:01 Uhr

Hmmm, ich denke wir sollten klar unterscheiden zwischen "normaler" Trainings-Kritik und "Trainer-Fehlern". Eine "Rückmelderunde" finde ich da angebracht, wenn etwas im/am Training verändert wurde, bspw. Erwärmung ja/nein oder länger oder kürzer als sonst, meinetwegen noch nen Einschub von Yoga oder nen Einschub ner "Geschichtsrunde", vor allem halt wenn ich als Trainer beabsichtige etwas für längere Zeit anders zu machen/ zu gestalten. Mal ganz krass, sagt ein Trainer hier machst du einen Fauststoß, zeigt aber einen Handkantenschlag, dann ist das nix was ich in einer "Rückmelderunde" hören möchte, sondern sowas muss gleich "behandelt" werden. Wir sollten als unterscheiden zwischen "Anliegen" die warten können und die sofort "behandelt" werden müssen.

Bearbeitet von heavenlybody, 28 Juli 2011 - 09:02 Uhr.

Kampfkünste sind Kulturgüter und Kampfkünstler deren Pfleger.