Hi,
ich bin da so der Interpretationsmensch.
Das hat sich so ergeben, weil in fast allen Taekwondovereinen, die ich kennen gelernt habe, die Stellungen als "gegeben" hingenommen haben und "linear" die Techniken aus den Formen mit ähnlichen Techniken weitergedacht wurden.
Als Beispiel: Wer in der Kackstelzenstellung den besten Kreuzblock ausgeführt hat, kam nicht mehr auf die Idee, dass man da vielleicht einen Tritt mit eingeleitet hat. Die Stellung war (fast) immer für diese Taekwondoin mit einer Technik zu Ende und somit gab es keinen Fluss mehr. Ich habe mir immer überlegt: Kampf ist dynamisch und muss flüssig sein. Dazu muss ich verstehen, warum ich so stehe und wozu ich das überhaupt tue. Manche Stellungen fürfen aufgrund ihrer "Einschränkung" nur überlegt und schnell eingenommen werden. Und das erklär ich auch so, wenn ich das "Kampfpraktisch" versuche umzusetzen. So werden die lustigsten Stellungen auf einmal erklärbar.
Ich glaube das klingt total arrogant aber, so gebe ich den Techniken wieder Sinn.
In leiser Hoffnung, dass ich die richtigen Stellungen gefunden habe... Habe andere Namen dafür gelernt ^^
koa-sogi

Das ist eine Übergangsstellung, die einen Tritt einleitet, mit dem Bein, das "vorderkreuzt" wird. Das Bein, das auf dem Fußballen Kontakt zur Erde findet wird dabei schnell bewegt - geradezu nach vorne geschleudert. Der richtige Abstand muss dabei bedacht werden, weil wenn es zu weit nach vorne fliegt ist es schon fast besser gar keinen Kontakt mehr zu haben, und mit dem anderen Bein direkt durchzuziehen. Hierbei wird unter keinen Umständen mit Yop-Chagi getreten, sondern Dollyo- oder Paldum-Chagi.
Angenommen im Kampf bewegt man sich und "ersetzt" das vordere Bein durch das Hinterbein, sozusagen simultan mit dem Tritt. Dann kann man in identischer Weise wieder zurück "schwingen" und kommt blitzschnell in die Kampfdistanz und wieder heraus. Hierbei empfiehlt sich vorwiegend Paldum-Chagi aber auch (wenige) andere Techniken sind noch möglich mit samt Rückweg.
Wenn ich "geerdet" bleibe, dadurch dass ich vorne überkreuze, kann ich viel mehr Schwung in Dollyo oder Paldum legen (m.M.n. die einziegen sinnvollen Techniken hier), bin dadurch aber technisch und reichweiten mäßig stark eingeschränkt - komme nicht mehr zurück - sollte also nur Anwendung finden, wenn ich sicher bin, dass ich treffe.
Enormes Kraftpotenial wird so in die Technik gelegt.
hakdari-sogi

Solche Stellungen werden ebenfalls nicht "eingemommen" sondern "übergangen". Es ist ein Blitzschneller Zwischenzustand vom Knieblock zum Seitwärtsfußtritt. Davon bin ich ganz fest überzeugt. Die Arme wurden in der Blockhaltung fehlinterpretiert - es ist eine "Schwunghaltung" um durch die Schwungbewegung der Arme zusätzlich Energie in den Tritt zu bringen. Deshalb zeigt der Fuß (noch) nicht nach hinten, weil die Drehung zum Tritt (noch) fehlt.
Wie eine Überraschungseianleitung.
Belegen kann ich das mit gar nichts - außer durch vormachen. Daher gebe ich mir die Mühe das so gut zu formulieren, wie ich kann.
bom-sogi

Der Hauptstellungsfuß zeigt nach vorn, weil so mehr Stabilität gewehrleistet wird. Das Hauptstandbein ist geknickt, für die nächste Aktion "vorgespannt". Das ist eine Momentaufnahme. Dynamisch im Kampf wird das "vorsichtig" aussehen, wenn man sich auf diese Weise bewegt. Die Erklärung für das Technikrepertoire, ist die gleiche, wie beim Dwit-Pal-Sogi. Ich gehe davon aus, dass der Dwit-Pal-Sogi sich nur in der Grundhaltung der Kampfstrategie vom Bom-Sogi unterscheidet. Bei Bom-Sogi "lauert" man und beim Dwit-Pal-Sogi ist man vorbereitet.
Hoffe das konnte etwas beitragen
LG
Smoo
Bearbeitet von Smoo, 30 Juli 2011 - 11:56 Uhr.
Ich bin personifiziertes Yang und kann nix dafür, is' halt so.
www.fighters-world.de
Wer mit Worten geizen kann, sodass der Inhalt strahlt, der ist wirklich reich.