ingolf sagte am 12 August 2011 - 13:42 Uhr:
nehmen wir mal einen kampfsport, bei dem es auch noch wettkämpfe gibt. - bei 50 teilnehmern an so einem wettkampf ist einer gewinner. - wie macht sich das eigentlich für das selbstwertgefühl der 49 verlierer? wird das mit ignoranz ausgebügelt?
Das finde ich eine sehr interessant Frage!
Für mich war es immer gut zu verkraften. Meine ersten Wettkämpfe bei der DLRG habe ich mit ca. 10 Jahren bestritten. Im TKD mit ca. 14 oder 15 Jahren. Ich weiß noch, dass ich nach einem verlorenen Kampf immer lange darüber nachgedacht hatte, warum ich nicht in der einen oder anderen Situation besser reagiert hatte.
Mit dem Verlieren hatte ich also wenig Probleme. Ich würde sogar sagen, dass mich auch die verlorenen Kämpfe gestärkt haben. Ich habe dadurch gelernt, mit Niederlagen umzugehen. Passiert jedem ("ich bin nur einer von vielen, die nicht aufs Treppchen kamen"). Man stellt sich einem Wettbewerb - alleine das fördert schon, Mut und Schneit zu entwickeln. Einfach reingehen, mehr als verlieren kann man nicht. Wenn man durch den ganzen Prozess von Vorbereitung - Wettkampf - Analyse - Vorbereitung ... gegangen ist, verliert man die Angst vor Niederlagen, weil man weiß, daran stirbt man nicht.
Außerdem sind die Turnierkämpfe ja nicht die einzigen Kämpfe, die man macht. Man bereitet sich ja im Training vor und hat dort natürlich auch Erfolgs- und Niederlagenerlebnisse. Meistens wahrscheinlich mehr Erfolgserlebnisse. Nicht wenige Wettkämpfer sind im eigenen Verein die größten.
Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass andere Kampfsportler ganz andere Erfahrungen gemacht haben. Vielleicht gibt es Sportler, die sich nur noch über Erfolgserlebnisse definieren? Bin gespannt, was hier dazu vielleicht noch gepostet wird.
LG,
Vagabund



