Ich finde da noch eine andere Sache wichtig: Ich glaube, die Art eines KK-Stils hat mit dem Körperbau des Stilbegründers zu tun.
Also, wenn man sehr klein und schmächtig ist, wie z.B. Jigoro Kano, drängt es sich auf, die Kraft des Gegners gegen ihn selbst einzusetzen, weil dessen Kraft vermutlich größer ist als die eigene.
Noch besser ist es in dem Fall, man ist gar nicht da, wenn der Angriff kommt, wie Ueshiba.
Wenn man jetzt sehr groß, stark und vielleicht auch dick ist, braucht man überhaupt nicht so zu kämpfen wie die beiden. Judo und Aikido sind dann eigentlich für einen gar nicht gedacht und daher nach meiner Meinung auch kaum geeignet.
Ähnlich ist es beim Karate. Auch dafür sollte man eher klein sein (Funakoshi war es jedenfalls). Wenn man groß ist und dann oft High-Kicks macht, hat man - nach meiner Meinung - eine ganz andere Belastung im Bereich des Hüftgelenks und der Sehnen dort, einfach, weil das Bein, das man so hoch bewegt, viel länger und schwerer ist, als der Stilbegründer sich das vorgestellt hat.
Auch tiefe Stellungen belasten die Knie eines Dicken viel mehr als die eines Kleinen, Leichten.
Wenn man also groß und dick ist (wie ich) und sich beim Training keine Verletzungen durch Überbelastungen zuziehen will, die am Ende das Training ganz unmöglich machen (wie bei einem Freund von mir), muß man auf seinen Körper und möglicherweise auch auf sein Alter Rücksicht nehmen. Wenn man dann etwas mit Schlagen und Treten machen möchte, muß man auf High-Kicks und tiefere Stellungen mehr oder weniger verzichten und, wenn man nicht gerade schon morgen in einen tödlichen Zweikampf zieht, muß man die Bewegungen auch langsamer machen.
Nach meiner Meinung war das der Ansatz von Yang Chengfu, der das Yang-Tai Chi zu dem langsamen, gesundheitsbetonten Stil gemacht hat, der er heute ist. Und siehe da: Er war dick:
http://www.yangcheng.../first_set.html
Ich denke, so erklärt sich dieser Tai Chi-Stil. Ich denke, es ist der KK-Stil, der sich am meisten an den gesundheitlichen Bedürfnissen von Dicken orientiert. Andere Stile sind dafür weniger geeignet. Allerdings gibt es die "Nebenwirkung", das dieser Stil möglicherweise weniger zum Kämpfen geeignet ist als die anderen.
Trotzdem denke ich, daß man bei der Wahl der KK schon auf seinen Körperbau achten sollte im Verhältnis dazu, wie der jeweilige Stilbegründer seinen Stil gemeint hat. Nicht jeder Stil ist für jeden geeignet. Wenn man etwas intensiv macht, das nicht für einen geeignet ist, wird sich das wahrscheinlich irgendwann in gesundheitlichen Beschwerden äußern.
Viele Grüße