"Guiding" / Führen
#1 Gastpilgrim_*
Geschrieben 17 August 2011 - 18:48 Uhr
Shimamoto shihan: Guiding / führen
Wie versteht ihr, was dort gezeigt wird? Worum geht es? Was wird geübt? Und mit welchem Ziel?
Übt ihr so etwas auch? Warum/Warum nicht?
Kennt jemand Shimamoto sensei? Wie/Wo ist er einzuordnen?
#2 Gastpilgrim_*
#3
Geschrieben 18 August 2011 - 11:49 Uhr
mein erster eindruck beim ansehen des videos war, etwas künstliche aber schöne grosse bewegungen. der zweite eindruck war, dass er sehr bemüht war harmonische bewegungen zu zeigen, der dritte war, dass es sehr effiziente bewegungen sein könnten, dier vierte, dass ich nicht weiss was er da macht. vermutlich möchte er prinzipien von gemeinsamen bewegungen erläutern und zeigt diese daher etwas grösser, damit man diese besser sehen kann.
#6 Gastpilgrim_*
Geschrieben 18 August 2011 - 12:22 Uhr
Wenn es euch ähnlich geht, wie mir, ist das ja auch schon mal was ...
Ich kenne so etwas halt auch nicht und kann das mit meinem Verständnis nicht zusammenbringen.
Vielleicht noch mal anders gefragt:
Warum läuft uke diesem Kontakt nach? Was soll da "simuliert" werden? Was vermutet ihr?
@ Ingolf:
Wie denkst du denn, könnten das effiziente Bewegungen sein? Wie meinst du das?
Und inwiefern könnte es um Prinzipien gemeinsamer Bewegung gehen? Warum bleibt uke nicht schlicht und einfach stehen?
Womit sich der Kreis scheinbar schließt ...
Hm, ich habe so etwas ähnliches mal in Bremen in einem dojo geübt, glaube ich
#7
Geschrieben 18 August 2011 - 12:39 Uhr
Zitat
die effizienz ergibt sich hierbei aus der bewegung gekoppelt mit dem tempo. - wie gesagt, damit die technik unter "realen" bedingungen funktioniert, wird sie wahrscheinlich deutlich schneller ausgeführt und auch nicht mehr so ausgeprägt sein.
Zitat
mein lehrer sagte vor kurzem, dass wir zu 90% aikido üben, und nur zu 10% machen. aikido machen bedeutet, dass bewegungen passieren. aikido zu üben bedeutet, bewegungen zu konstruieren, um sie zu untersuchen.
Bearbeitet von ingolf, 18 August 2011 - 12:44 Uhr.
#8 Gastpilgrim_*
Geschrieben 18 August 2011 - 13:45 Uhr
ingolf sagte am 18 August 2011 - 12:39 Uhr:
Ich übe als uke eher, bei mir zu bleiben, in der eigenen Sphäre, nicht hinter etwas her zu wollen. Das heißt, ich würde der Hand nicht in dieser Weise nachgehen. Auch im Training üben wir so nicht.
Kontakt und Technik sind bei uns vom Grundsatz her anders konstruiert, als es diese Übung nahelegt, glaube ich. Es geht bei uns eher um den umgekehrten Gedanken, daß nämlich tori seine Hand auf uke zu bewegt, so daß der sie "gerne" nimmt und aus der Begegnung ein Kontakt entsteht. Solche Bewegung auf uke zu (anstatt wie hier von ihm weg) ist fast immer die erste Richtung.
Auch z.B. bei den Grundformen von tai no henka leitet tori mit einer Bewegung auf uke zu ein.
Zitat
Aus meiner Sicht ist es gerade das Ziel des Übens, daß man immer mehr dahin kommt, daß sich Bewegungen, Kontakt, Technik einfach ereignen kann. Daß das einfach geschieht und nicht gemacht werden muß. Oder?
#9
Geschrieben 18 August 2011 - 14:12 Uhr
pilgrim sagte am 18 August 2011 - 13:45 Uhr:
pilgrim sagte:
Bearbeitet von ingolf, 18 August 2011 - 14:13 Uhr.
#10 Gastpilgrim_*
Geschrieben 18 August 2011 - 14:39 Uhr
ingolf sagte am 18 August 2011 - 14:12 Uhr:
ai hanmi, gyaku hanmi: Tori heranziehen für einen Folgeangriff. Viele Möglichkeiten: Faust, Ellenbogen, Knie, Fuß ...
Bei ryote dori: Kopf runterziehen und Knie zum Gesicht.
kata dori: Kopf runter, empi uchi zum Genick, Knie zum Gesicht
Mit morote dori tori auf den Boden bringen.
...
Wir üben aber, nicht zwanghaft auf diesen Kontakt fixiert zu sein. Wenn er sich nicht ergibt, anders arbeiten. Wichti ist immer, sich selber nicht aufzugeben, sondern bei sich zu bleiben.
Zitat
Oder aber, schlicht technischer gedacht, er wird um einen Kontakt zu finden, eher zu uke hin arbeiten, als von uke weg.
Das, was ich Kontakt nenne oder aiki oder Verindung ... konstruiere ich nicht ich mich von uke weg oder vor ihm her bewege, sondern indem ich auf ihn zu arbeite.
Einfach erstemal eine andere Konstruktion von Kontakt, Verbindung.
#11
Geschrieben 18 August 2011 - 14:43 Uhr
Das was im Video unten bei 0:35 zeigt (im Kommentar dazu steht, er hält das nicht für schönes Aikido), sagt mir, daß der Mann schon weiß was er tut... ich bin vllt. anders (einfacher?) gestrickt, aber diese Aktion wäre etwas, das ich derzeit verstehen und nachvollziehen kann.
Was will der Angreifer mit dem Kontakt bezwecken? Ich könnte Druck ausüben (das wäre wohl das nachlaufen), ziehen (also die Hand zu mir bewegen) oder (statisch) fixieren. Je nachdem sollte ich als Verteidiger (re)agieren. Der Art des Zugriffs wird die Folgeaktion vorbereiten.
Das mit dem Schutzverhalten von uke hab ich noch nicht ganz verstanden... ?
Bearbeitet von Zeneca, 18 August 2011 - 14:44 Uhr.
#12
Geschrieben 18 August 2011 - 15:25 Uhr
Zitat
das "hinterherlaufen" spielt bei der schnellen ausführung meist nur eine untergeordnete rolle. - uke wollte z.b. nages hand greifen, die zuvor sich in seine rippen bohren wollte. da sich diese hand aber bewegt, versucht uke seinerseits das zu kompensieren. vielleicht nur einen moment, aber immer noch gross genug um eine bewegung durch den ganzen körper auszulösen. - bei so "langsamen" ausführungen greift diese idee natürlich nicht mehr, sondern uke muss ein bisschen zuarbeiten indem er konstant versucht, die hand zu bekommen. - andererseits gibt es z.b. auch die möglichkeit, dass uke von hinten versucht beide handgelenke zu greifen um z.b. die arme nach oben zu hebeln. wenn uke diesen plan hat, hört er nicht einfach auf, nur weil uke sich ein bischen wegdreht. - nage führt uke dabei z.b. ein bisschen weiter, gerade so viel, dass uke die hand erst erreicht, wenn es schon zu spät für ihn ist.
es geht im prinzip darum, dass uke einen plan hat und an diesem festhält, bis sein ukemi so sehr bedeutung gewinnt (konkret er z.b. fallen muss) dass er keinen bock mehr hat, anzugreifen.
ob nage uke nun ködert (sich entfernt) oder provoziert (auf ihn zu geht), kommt auf das selbe raus. nur beim festhalten an sich sieht es ein bisschen anders aus, da uke erst in bewegung gesetzt werden muss, damit was passiert. - an sonsten könnte man auch einfach warten bis uke sich anfängt zu bewegen oder einschläft.
eigentlich kann man das nur erleben, damit man es nachvollziehen kann. ich weiss nicht, ob es sinn macht, hier darüber zu schreiben.
Zitat
Bearbeitet von ingolf, 18 August 2011 - 15:29 Uhr.
#13 Gastpilgrim_*
#14
Geschrieben 18 August 2011 - 15:57 Uhr
pilgrim sagte am 18 August 2011 - 15:47 Uhr:
#15 Gastpilgrim_*
#16
Geschrieben 18 August 2011 - 16:43 Uhr
pilgrim sagte am 18 August 2011 - 16:16 Uhr:
Ja, so fängts bei uns in kihon auch an. Uke fasst Arm, Handgelenk oder Kragen/Ärmel und bleibt erstmal stabil, aber ohne aktiven Widerstand gegen das, was tori dann macht. Tori übernimmt dann die Initiative und beginnt die Technik.
Zusätzliche Aktionen, Widerstand oder Angriffe (Schläge/Tritte/Ziehen, schieben/2. Hand macht was) kommen erst in den fortgeschritteneren Übungsformen dazu.
Das mit dem drüber schreiben macht schon Sinn. Irgendwie wissen wir eh recht oft, wies gemeint ist.
#17
Geschrieben 18 August 2011 - 21:58 Uhr
pilgrim sagte am 18 August 2011 - 14:39 Uhr:
Aber das tut er. Nur subtiler als du es kennst, er dehnt sein Ki in Ukes Richtung, baut den Kontakt auf, lädt ihn ein. Niemand läuft einem Kontakt nach. Es geht um ki-musubi. Im Prinzip ist es das Gleiche was ihr auch macht (Atari), nu in einer fliessenderen Form als Endo das macht. Bei Asai gibt es ähnliche Übungsformen, es ist aber fordernder, man wird in der Bewegung eher angesaugt als das man hinterher läuft, es fühlt sich ganz anders an. Der Kontakt entsteht auch hier immer durch Tori.
Du kennst doch Watanabe? Warum bewegt Uke sich dort und bleibt nicht stehen? Es ist doch immer das gleiche Prinzip, nur jeweils in einer etwas anderen Verpackung, je nach Lehrer.
#18 Gastblauvogel_*
Geschrieben 18 August 2011 - 22:06 Uhr
ingolf sagte am 18 August 2011 - 12:05 Uhr:
wenn, dann finde ich in dem video nages aktion am interessantesten.
ich denke schon, dass er uke "zieht"...................ich denke auch, die allerwenigsten können das ohne willigen uke.
edit: die energie müsste man auch "kräftiger" führen können...ähm... müssen.
...........ich kann das "more" schon fast hören
Bearbeitet von blauvogel, 18 August 2011 - 22:10 Uhr.
#19 Gastpilgrim_*
Geschrieben 19 August 2011 - 08:27 Uhr
ten-chi sagte am 18 August 2011 - 21:58 Uhr:
Ich seber kann das, was ich übe und was ich von Endo kenne, hier nicht wiederfinden.
Sondern ich sehe umgekehrt etwas, das "nach anderen Gesetzmäßigkeiten" zu funktionieren scheint.
Und ich wüßte nicht, wie das, was hier gezeigt wird, wenn man es "kleiner" oder "kürzer" werden läßt, zu einer Form führen könnte, die mir geläufig wäre.
Ich schrieb mal irgendwo von Kontaktübungen, die eher grundsätzlich wegführen von dem, was ich übe. Dies würde ich wohl dazu rechnen.
Nun, ich habe wohl noch viel zu üben ...
Vielleicht kann ja blauvogel das eher verbinden?
Ah und ja: Das, was ich da sehe würde ich für mich persönlich als ein Beispiel verstehen für das, was ich "äußeres aikido" nenne. Also die Verbindung (ki musubi) lediglich der äußeren Bewegung von tori und uke. Nicht eine Verbindung der inneren Struktur. Für mich meint ki musubi etwas anderes, sehr viel Konkreteres.
Zitat
Ich kenne nur das, was mir in ganz verschiedenen dojo des aikikai Deutschland von mehr oder weniger höher graduierten Lehrern (3.-5. dan) vermittelt wurde. Dort war es immer erklärtermaßen Aufgabe des uke - nicht von tori! - den Kontakt durch "Dranbleiben" zu erhalten. Es war immer vorausgesetzt, daß uke diesen Willen hat und sich daher entsprechend verhält. Und mit dieser Intention von uke geht tori um. Das habe ich vor über 17 Jahren in meiner ersten Aikidostunde so gelernt und das höre ich bis heute, wenn so etwas geübt wird. Daß tori was auch immer tut, um den Kontakt zu erhalten, habe ich bisher nie erlebt.
Wenn ich nur bei Menschen geübt, habe, die Asai sensei mißverstanden habe, dann hab ich wirklich Pech gehabt bisher.
Zitat
Oder es geht um Diffusion der Aufmerksamkeit (tori bewegt einen Fuß und verändert dadurch den Fokus von uke) oder auch um die Beinflussung von uke durch bestimmte Körperhaltungen (haben wir so auch bei Ikeda geübt: tori bewegt uke, indem er selbst den Körper bewegt und uke diese Bewegung spiegelt)
Ein "Ziehen" des uke kenne ich dort nicht.
Aber wie gesagt: Ich habe nie bei Watanabe selbst geübt.
Danke für die Anmerkungen!
Bearbeitet von pilgrim, 19 August 2011 - 08:27 Uhr.
#20
Geschrieben 19 August 2011 - 10:22 Uhr
Auch hier ist (für mich) kein Grund erkennbar, weshalb Uke der Hand nachläuft.
Ausser eben um die Übung überhaupt machen zu können
-Das zu wissen, das ist Weisheit-
-Es sich nutzbar zu machen, ist die Kunst-



