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"Guiding" / Führen


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85 Antworten in diesem Thema

#81 ten-chi

    Stammgast

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  • Kampfkunst:
    Aikido (zaidan hōjin aikikai), Goju-Ryu Karate
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Geschrieben 24 August 2011 - 16:12 Uhr

Beitrag anzeigeningolf sagte am 24 August 2011 - 13:21 Uhr:

habe gerade hier eine formulierung gefunden, die ich eigentlich sogar noch besser finde, obwohl ich mir denken kann, dass sie auf unverständnis stösst:

Zitat

Budo wird zu oft bloß als Kampfkunst übersetzt. Viele missbrauchen den Begriff auch, um nur eine Art körperliche Aufrüstung zu kaschieren. Budo meint aber zu allererst, mit dem Kämpfen aufzuhören. Budo bedeutet aber auch, mit Gefahr umzugehen. Budo ist Leben angesichts von Gefahr. Aikido ist eine Möglichkeit, das zu erreichen: Es ist die Kunst dafür Sorge zu tragen, dass kein gefährlicher Angriff möglich ist.

So eine Formulierung ist zwar schön, gibt aber auf die entscheidenden Fragen keine Antworten.

Wie beendet man einen Kampf?
Wie geht man mit der Gefahr um?
Wie sorgt man dafür, dass kein gefährlicher Angriff möglich ist?

Die Antwort lautet wahrscheinlich pauschal: mit Aikido. Daraus folgt die Frage: Was ist Aikido? Antwort. Budo.
Frage: Was ist Budo?

Das bringt nichts.
Am besten, man beendet diesen ganzen Unsinn und übt. In welchem Geist man üben soll, ist überliefert.

#82 Gastpilgrim_*

  • Gast
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Geschrieben 24 August 2011 - 17:30 Uhr

Beitrag anzeigeningolf sagte am 24 August 2011 - 14:33 Uhr:

man merkt es an deinen beiträgen, dass du sehr gut im "holen" bist.
Das wäre aus meiner Sicht auf aikido bezogen ein großes Kompliment. Denn das, was ihr beide hier als "holen" bezeichnet, ist aus meiner Sicht eine für aikido ganz wesentliche Schwierigkeit, die sehr schwer zu erlernen ist.

Zitat

... dass er provizert werden muss, um in bewegung zu kommen.
Das ist aus meiner Sicht ein Mißverständnis. Bitte korrigiert mich, aber für mich bedeutet das "Holen von ki" nicht, daß ich uke irgendwie dazu bringe, sich auf mich zu zu bewegen. Sondern es bedeutet für mich, mich in ukes ki/shin/tai einzuklinken und sein ki zu steuern auch dann, wenn er es mir eigentlich nicht zur Verfügung stellen möchte.

Zitat

ich könnte mir vorstellen, dass wenn man darauf verzichten möchte, jemanden zu erklären, was ein angriff ist, könnte man auch einfach warten, bis uke merkt, dass nichts passiert, wenn er nicht angreift. - meiner meinung nach, wäre das die korrekte vorgehensweise.
Ich erkläre schon seit längerem niemand mehr, wie er angreifen soll. Weder Anfängern, noch Übenden, die aus einer anderen KK kommen und bei uns üben.
Der Satz "uke schickt Energie" behindert aus meiner Sicht das Üben von tori eher, als er es weiterbringt. Der Satz "uke greift immer weiter an", ebenso. Beide führen zu unnatürlichen Verhaltensweisen des Angreifers. Und beide vermitteln tori das Gefühl, als wäre es aikido, einem Angreifer, der die Tür eintreten möchte, diese einfach zu öffnen und ihn hindurchlaufen zu lassen. (So ähnlich verstehe ich die ersten beiden Techniken, die in dem ki-aikido Video zu sehen sind.)
Das aber ist nach meiner Ansicht nicht der Fall.
Ein guter Angreifer ist bei sich. Sein Angriff ist getimt und er dehnt sein ki nicht über sich selbst hinaus aus. Er ist im Gleichgewicht, gut geerdet und sein ki ist sehr konzentriert oder zentriert.
Zu diesem ki muß tori Zugang gewinnen. Das meint für mich "holen".

Den Gedanken, daß dies die Rolle von Angreifer und Verteidiger vertauscht, kann ich nicht nachvollziehen. Es geht nicht darum, daß der Angreifer nicht mehr Angreifer wäre, sondern es geht darum, daß ich seine Rolle und seinen Aktionen anders vertehe, als du, Ingolf, es offensichtlich tust. Ich habs schon manchmal geschrieben: Wir üben das in unserer Rolle als uke ausdrücklich, tori unser ki nicht einfach so zur Verfügung zu stellen. Tori bekommt ukes ki nicht "geschenkt". Er muß es sich holen.
Die Idee eines Angriffs, die du hast und dich ich genau so auch bei meiner Schnupperstunde Ki-Aikido kennengelernt habe, unterscheidet sich von der Idee, die ich inzwischen von einem guten Angriff habe. Und ich habe ja schon manchmal gesagt, daß ich den Eindruck habe, daß das uke Verhalten, das ich kenne, sich von dem unterscheidet, das du beschreibst. Mir mußt man jedenfalls in Braunschweit tatsächlich eingermaßen genau erklären, was ich im Verlauf der geübten Techniken als uke tun mußte. Aus mir heraus hätte ich mich so nicht verhalten.

Wenn du also von "holen" sprichst, dann ist das in deinem aikido sicher etwas, das nicht angebracht ist. In dem aber, was ich übe, ist gerade das eine große Kunst.
Das ist zunächst ersteinmal nur ein Unterschied in der technischen Konstruktion. Es aus meiner Sicht noch kein Unterschied in dem ethischen oder inhaltlichen Verständnis von aikido, das du darin zu sehen scheinst.

Beitrag anzeigeningolf sagte am 24 August 2011 - 08:33 Uhr:

allerdings verstehe ich auch die denke, dass man sachen durchreissen mag, koste es was es wolle. und wenn es nicht klappt, sucht man so lange nach einem weg, bis es klappt. - ist nur nicht mein ding.

Beitrag anzeigeningolf sagte am 24 August 2011 - 13:51 Uhr:

... kommt mir so vor, wie einen nachbarn zu provozieren, damit dieser angreift, damit man sich endlich einen grund hat, ihn umzusemmeln.
Du kennt mich persönlich. Und du kennst auch Videos von mir. Ich kenne blauvogel gut, habe oft mit ihr geübt. Und du kennst die Videos von ihrem Lehrer, Endo sensei.

Wenn du ernsthaft der Meinung bist, daß unsere Auffassung von aikido und bzw. unsere Form, aikido zu üben und zu machen, in der Weise zu beschreiben ist, wie du es hier tust, dann, so finde ich, macht eine Unterhaltung wenig Sinn. Wenn das, was ich oder wir formulieren, für dich lediglich in einer ethischen Kategorie verstehbar ist und nicht wertfrei in einer technischen, dann ist das für mich einigermaßen traurig und auch ziemlich sinnfrei.

Ich habe ja - aus ganz andere Grund - neulich ein paar Videos gepostet. Wenn das für dich "durchreißen" oder "umsemmeln" darstellt, dann weiß ich's nicht. Wenn du das dort nicht siehst, dann weiß ich nicht, warum du hier so schreibst?

#83 Gastpilgrim_*

  • Gast
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Geschrieben 24 August 2011 - 20:58 Uhr

Nochn Nachsatz:

Beitrag anzeigenblauvogel sagte am 24 August 2011 - 13:44 Uhr:

Beitrag anzeigeningolf sagte am 24 August 2011 - 13:39 Uhr:

....

Zitat

gibt uke nix, dann macht man, dass er gibt.
wozu?
zwecks aiki.
In der Tat ist das aus meiner Sicht in solchen Situationen überhaupt erst deutlich, was aiki - nach meinem Verständnis - eigentlich, seinem Wesen nach ist.

Abgesehen davon: Es gibt in meinem Üben zwei Grundsituationen, nämlich entweder stellt uke den Kontakt her. Das ist wohl das, was du, Ingolf in aller Regel meinst. Oder tori stellt von sich aus den Kontakt her. Wie gesagt: Bei mir eine von zwei ganz grundlegende Übungssituationen. Gibts denn das bei Euch gar nicht?

Und noch ein Gedanke, der mir vorhin beim Training kam:
Bei Ueshiba ist ja der Gedanke, daß tori bei shomen uchi oder auch kata dori men uchi den Angriff intiiert, ganz stark. shomen uchi ist in in Budo eine Technik von tori, nicht von uke.
Wie wird das im Ki-Aikido denn verstanden? Oder blendet ihr das aus?

Ich glaube ja langsam, der Gedanke des Nicht-Kämpfens wird bei euch nicht nur im bildlichen Sinne verstanden, sondern ist tatsächlich wörtlich gemeint?

#84 Gastpilgrim_*

  • Gast
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Geschrieben 26 August 2011 - 09:27 Uhr

Beitrag anzeigenten-chi sagte am 24 August 2011 - 16:12 Uhr:

Beitrag anzeigeningolf sagte am 24 August 2011 - 13:21 Uhr:

habe gerade hier eine formulierung gefunden, die ich eigentlich sogar noch besser finde, obwohl ich mir denken kann, dass sie auf unverständnis stösst:

Zitat

Budo wird zu oft bloß als Kampfkunst übersetzt. Viele missbrauchen den Begriff auch, um nur eine Art körperliche Aufrüstung zu kaschieren. Budo meint aber zu allererst, mit dem Kämpfen aufzuhören.
So eine Formulierung ist zwar schön, gibt aber auf die entscheidenden Fragen keine Antworten.
Naja und es ist doch auch gewissermaßen eine "Kunstdefinition", die sich lediglich daraus ableitet, wenn man das kanji bu als Piktogramm versteht und entsprechend ausdeutet. Die japanischen kanji aber sind nicht - oder jedenfalls nicht ausschließlich oder zuerst - in dieser Weise zu interpretieren, soweit ich das weiß.

Die Aussage: "Budo meint aber zu allererst, mit dem Kämpfen aufzuhören" beruht also nicht auf einer sprachlich fundierten Auslegung des Begriffes, sondern stülpt vor allem ein eigenes Verständnis über, das sich aus anderen Erwägungen speist. - Die ja darum ganz und gar nicht falsch sein müssen! Nur, das Wort budo meint nicht zu allererst, sondern dieser Mensch versteht budo zuallererst als ... . Das ist doch ein Unterschied?

Zudem: Dort, wo dieses Verständnis des kanji auftaucht, wie z.B. ja bei Saotome sensei, dann steht diese Interpretation nicht isoliert. Sondern ist - jedenfalls in allen Bezügen, die mir dazu geläufig sind - darauf bezogen, daß ein Krieg (denn darum geht es ja eigentlich, was auch durch das Symbol des Speeres deutlich wird) durch die Fertigkeit des bugeisha/budoka/bushi beendet wird im Sinne von gewinnen, kontrollieren, aktiv anhalten.
bu im Sinne von den Speer anhalten, mit dem Kämpfen aufhören, ist also nach allem, was ich lese und verstehe nicht als eine Form von Pazifismus oder nicht-Kämpfen zu verstehen. Es geht noch nicht einmal um etwas, das passivem Widerstand vergleichbar wäre.

Was ja auch wieder dafür aufmerksam macht, daß nich allein aikido ein bu-do ist, sondern daß sämtliche japanischen Kriegskünste unter diesen Begriff fallen.

Oder übersehe ich etwas?

...

Zitat

Frage: Was ist Budo?
Als ich heute morgen vor dem Frühstück Ueshiba gelesen habe, ging es witzigerweise genau darum. bu ist ein schöpferisches Prinzip. Aus bu entsteht Welt. Das Wort vom "Krieg als Vater aller Dinge" ist ganz gewiß noch einmal anders gemeint. Denn bei Ueshiba kann bu auch eine Dimension annehmen, die nicht durch Blutvergießen gekennzeichnet ist, sondern schlicht durch die Entwicklung von Dualität zu Einheit, dem Wachsen aus in und yo .
Und ganz ähnlich findet sich das z.B. auch in Texten, die mir aus dem Bereich des TSKSR geläufig sind. Auch dort wird eine Kriegskunst geübt - die deutlich martialischer ist, als das, was wir so betreiben - um den Frieden zu schaffen.
Es geht also bei bu vor allem um die Kraft eines dialektischen Prinzip, denke ich? Oder?

#85 ingolf

    Stammgast

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Geschrieben 26 August 2011 - 11:25 Uhr

danke pilgrim für deinen ausführlichen text. - ich meine langsam zu verstehen, was du mit "holen" und von mir aus mit "ki no musobi" (obwohl du es hier gar nicht erwähnt hast) meinst. ich meine, das ist mir nicht unbekannt.

dass allerdings shomenuchi von tori eingeleitet wird, war mir neu. sicherlich kenne ich das aus den katas, kumitachi und shinken. aber bei den kumi waza, ist mir nicht ganz klar, wie man uke dazu einläd shomenuchi zu machen. - kann es sein, dass man hier die stirn als "zielfläche" oder sagen wir mal, als offensichtlichstes oder einfachstes ziel, präsentiert? - an sonsten hatte ich einen typ mit einer glasflasche vor augen, der bereits genau weiss, was er vor hat.

Zitat

Nur, das Wort budo meint nicht zu allererst, sondern dieser Mensch versteht budo zuallererst als ... . Das ist doch ein Unterschied?
nun weiss ich aber, dass martin kummrow nicht allein mit dieser auffassung dasteht. ganz und gar nicht allein. - falls er deswegen aber einen bürgerkrieg vermeiden kann, ist er wahrscheinlich gerne bereit, ein anderes wort zu suchen. oder vielleicht gar keins. - ich vermute, es geht in dem fall aber nicht um die korrekte bedeutung, wie sie ein samurai im 17. jahrundert verstanden haben mag, sondern um den zweiten teil des satzes. der nun wiederum kann richtig falsch verstanden werden. - tenchi hats schon ganz richtig ausgedrückt:

ten-chi sagte:

Das bringt nichts.
Am besten, man beendet diesen ganzen Unsinn und übt.

das allerdings:

Zitat

In welchem Geist man üben soll, ist überliefert.
kann genauso unterschiedlich interpretiert werden werden, wie das wort budo.

Bearbeitet von ingolf, 26 August 2011 - 11:39 Uhr.

sei still

#86 Gastpilgrim_*

  • Gast
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Geschrieben 27 August 2011 - 09:37 Uhr

[quote name='ingolf' timestamp='1314354354' post='664956'] ist mir nicht ganz klar, wie man uke dazu einläd shomenuchi zu machen.[/quote]In budo ist das auch nicht so gemeint. Sondern dort ist die Situation so aufgefaßt daß tori(!) shomen uchi zum Gesicht von uke schlägt und uke diesem Angriff(!) von tori begegnet. Von da an sieht's dann wieder so aus, wie es heute wohl von den meisten praktiziert wird.
Genau dasselbe findest du auch in Lehrbüchern von Saito sensei. Wobei er nicht shomen uchi schlägt, sondern eine Bewegung macht, die ich als men uchi kenne, also die Hand eher direkt zum Gesicht des Partners zu bewegen. Aber auch hier ist es tori(!), der die Situation einleitet. Oder platt gesagt, der sich als erster bewegt.
Und wie schon manchmal gesagt: Ich habe das als Grundbewegung des aikido unterrichtet bekommen: tori(!) führt atemi (~ men uchi, shomen uchi ...) zu ukes Gesicht aus, uke re(!)agiert, daraus entsteht die Situation, die zu einer Technikf führt.

Ich selber übe das inzwischen - meistens jedenfalls - nur in kata dori men uchi dezidiert in dieser Weise: uke greift die Schulter, tori sticht oder schlägt zu ukes Gesicht, uke reagiert und es entsteht das, was wir als kata dori men uchi kennen.

[quote] - kann es sein, dass man hier die stirn als "zielfläche" oder sagen wir mal, als offensichtlichstes oder einfachstes ziel, präsentiert? - [/quote]
Ueshiba betont in budo im Gegenteil, daß tori, wenn er shomen uchi schlägt, keinerlei Öffnung haben darf. Das Training, das ich heute für uke kenne, also beim Angriff geschlossen zu sein, beschreibt dort toris Aktion.

[quote][quote]Nur, das Wort budo meint nicht zu allererst, sondern dieser Mensch versteht budo zuallererst als ... . Das ist doch ein Unterschied?[/quote]
nun weiss ich aber, dass martin kummrow nicht allein mit dieser auffassung dasteht.[/quote]
Nein. Natürlich nicht. Er steht in einer bestimmten Auslegungstradition, die den Begriff budo in dieser Weise deutet. Das aber ist eben - soweit ich das beurteilen kann - nicht eine Auslegungstradition, die sich an bestimmten sprachlichen oder historischen Fakten orientiert, sondern die bestimmte inhaltliche Entscheidungen zu Grundlage hat.
Auslegungstraditionen, die stärker sprachlich oder stärker historisch orientiert sind, bei der Auslegung dieses Begriffes, werden ihn daher anders verstehen.
Oder meinst du nicht?

[quote]falls er deswegen aber einen bürgerkrieg vermeiden kann, ist er wahrscheinlich gerne bereit, ein anderes wort zu suchen. oder vielleicht gar keins.[/quote]
Ich denke nicht, daß es sich lohnt, wegen eines Wortes - welches auch immer das sein mag - einen Krieg anzufangen.
Ich persönlich gehe allerdings davon aus, daß man seine Worte so wählt, daß man einem Streit um die Bedeutung, die man ihnen beilegt nicht aus dem Wege gehen braucht?

[quote] - ich vermute, es geht in dem fall aber nicht um die korrekte bedeutung, wie sie ein samurai im 17. jahrundert verstanden haben mag, sondern um den zweiten teil des satzes. /quote]
Das so ähnlich meinte ich eben.
Nur, daß die "korrekte Bedeutung", mit der sich die eigenen Interpretation auseinandersetzen kann, von Menschen der Gegenwart vertreten wird. Und z.T. auch gelebt wird.
Ich ganz persönlich meine, daß ich, wenn ich traditionelle japanische Begriffe benutze, sie so benutzen sollte, daß sie zum einem mit den Menschen verhandelt werden können, die diese Sprache als Muttersprache "besitzen". (Ich käme mir komisch vor, einem Japaner zu erklären, daß sein Verständnis eines japanischen Wortes nicht korrekt sei. Wenn es denn so wäre ...)
Und ich denke, daß man sie so benutzen sollte, daß sie mit anderen Menschen verhandelt werden können, die das gleiche "Fachgebiet" vertreten. (Ich persönlich käme mir komisch vor, einem shihan einer koryu verdeutlichten zu wollen, daß sein Verständnis von budo oder bugei nicht korrekt sei. Wenn es denn so wäre ...)

Aber machnmal verselbständigen sich ja auch Auslegungstraditionen und wirken zurück auf den Ursprung. In Jerusalm z.B. gibt's inzwischen ja auch lutherische Christen ...