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Kampfsport aus Japan


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51 Antworten in diesem Thema

#41 Gastpilgrim_*

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Geschrieben 01 September 2011 - 09:19 Uhr

Beitrag anzeigenten-chi sagte am 31 August 2011 - 20:42 Uhr:

Wobei ich mit Kotodama bisher immer das System Ueshibas verbunden habe und nicht ein einzelnes Mantra.
Ich denke, das liegt einfach daran, daß wir kotodama ausschließlich in diesem Zusammenhang wahrnehmen und kennen.
Ueshiba hat aber etwas benutzt und ausgeformt, daß es ganz unabhängig von ihm bereits gab.
Der Gedanke, daß an oder in Worten (koto) Seele oder Geist (dama) gefaßt ist, ist - wie auch der Begriff kototdama als solcher - häufiger anzutreffen. Gerade weil er in Japan nich so "speziell" ist, wie es uns manchmal scheint, konnte Ueshiba diesen Gedanken mit dem Beginn des Johannesevangeliums ("Im Anfang war das Wort ...") vergleichen.

Beitrag anzeigenTerao sagte am 01 September 2011 - 08:20 Uhr:

Für mich scheint sich das theologisch zu beißen: Wie soll denn jemand, der keine japanischen Ahnen hat und nicht in Japan geboren und aufgewachsen ist, ja, vielleicht noch nicht mal für einen längeren Zeitraum dort gelebt hat, eine besondere mystische Verbindung zu den im Shinto verehrten (konkreten und eben nicht, wie etwa das himmlische Jerusalem, abstrakten) japanischen Personen und Orten haben?
Die Verbindung entsteht nicht allein durch Abstammung, sondern durch Praxis, und vor allem durch Einweihung und Ausüben bestimmter Rituale. (Die deutlich über das Einwerfen von Geldmünzen hinausgehen.) Es ist ein ziemlich komplexes Thema.
Aber letztlich hängt es nicht an einer bestimmten dogmatischen Aussage, sondern schlicht daran, ob ein Lehrer (in einer koryu z.B.) oder ein Geistlicher, der Meinung ist, daß das Wissen an dich weitergegeben wird, oder nicht.

(Warum denkst du denn, das himmlische Jerusalem sei eine abstrakte Vorstellung? Nur weil das für dich persönlich so ist? Für viele Menschen war und ist das sehr konkret.)

Zitat

Kampfkünste seh ich da schon nochmal etwas anders. Die sind ja doch im Kern ein Handwerk, das prinzipiell jeder (also auch Nichtjapaner) erlernen kann. Und für ein wenig Brauchtumspflege drumherum (die ich nicht missen will) braucht`s keine mystische Bindung.

Im aikdio drückt sich eine bestimmte Auffassung darin aus, daß ein Nicht-Japaner bisher nicht die höchste Graduierung, den 8. dan erhalten kann. Und ich selber habe es erlebt, daß japanische Lehrer der Meinung sind, daß nicht-Japaner nicht wirklich aikido üben können.
Mein Lehrer erzählt z.B. auch daß ein Lehrer mal geäußert habe, daß Franzosen kein kotodama üben könnten, weil ihre Sprache keine entsprechende Aussprache der Vokale zulasse. (Mein Lehrer mußte übersetzen. Bei einem Lehrgang mit viiiielen Franzosen.)

Wenn man eine koryu übt, ist gar nicht selten mindesstens in einem fortgeschritteneren Stadium die Verbindung zum shinto, und zwar speziell des Herkunftsschreines, sehr eng. Man übt nicht nur ein Handwerk, das jeder erlernen kann, sondern ein Handwerk, das beseelt ist von den shinto eines bestimmten Schreins. Das wird manchmal bereits im Wortlaut des keppan deutlich.
Das Aufrufen bestimmter kami oder auch "exorzistische" Praktiken, also Reinigungsrituale gehören jedenfalls zu den Lehrinhalten.

Ich denke, es gibt da mehr und vor allem komplexere Bezüge, als dir vielleicht bewußt ist?

Bearbeitet von pilgrim, 01 September 2011 - 09:20 Uhr.


#42 ten-chi

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Geschrieben 01 September 2011 - 09:37 Uhr

Beitrag anzeigenTerao sagte am 01 September 2011 - 08:20 Uhr:

Wie soll denn jemand, der keine japanischen Ahnen hat und nicht in Japan geboren und aufgewachsen ist, ja, vielleicht noch nicht mal für einen längeren Zeitraum dort gelebt hat, eine besondere mystische Verbindung zu den im Shinto verehrten (konkreten und eben nicht, wie etwa das himmlische Jerusalem, abstrakten) japanischen Personen und Orten haben?

Ich denke, dass das in den vorliegenden Einzelfällen tatsächlich etwas anders ist.
Beispiel Seagal: Mehrere Jahre in Japan gelebt und intensives Studium von Kampfkunst und Religion, Heirat mit einer Japanerin, Leiter eines Dojos in Japan, etc., also voll in die japanische Gesellschaft und die Traditionen integriert.

Natürlich wird man auch dann nicht zu einem Japaner, und wäre es umgekehrt würde man es hier vielleicht auch seltsam finden, und ob es Sinn macht muss jeder für sich selbst entscheiden.

Wenn mir ein Japaner erzählen würde, das die gesamte Menschheit erlöst ist weil ein Wanderprediger im Vorderasien hingerichtet wurde wie tausende andere auch, fände ich das seltsam, und mir persönlich ist dies wesentlich fremder als die Vorstellung, dass einem starken Baum oder einem Berg besondere Kräfte innwohnen könnten. Ein mit einem Tau geschmückter Baum spricht mich ästhetisch an, wogegen ein gekreuzigter Mann (der Sohn des mittelalterlichen Kriegsgottes) am Wegesrand mir ein gewissen Unbehagen bereitet, obwohl ich durch meine Prägung ja allmählich dran gewöhnt sein müsste.

Unsere germanischen und keltischen Vorfahren hatten ebenfalls die Vorstellung einer beseelten Natur, und sie beteten genau wie die Japaner die Sonne an, so lange ist es noch gar nicht her.

#43 Terao

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Geschrieben 01 September 2011 - 10:00 Uhr

Zitat

(Warum denkst du denn, das himmlische Jerusalem sei eine abstrakte Vorstellung? Nur weil das für dich persönlich so ist? Für viele Menschen war und ist das sehr konkret.)
Ja, ich weiß. Gab und gibt ja auch genug Pilger. Trotzdem meine ich, dass der geografische Ort verglichen mit der Symbolik und der Botschaft beim Christentum eher in den Hintergrund tritt. Jesus bestieg einen Hügel und richtete das wirklich Wichtige (den Inhalt der Botschaft) an alle Menschen, die ihm nachfolgen wollen.
Izanagi und Izanami hingegen haben ihren Juwelenspeer eben nicht irgendwohin gerammt (und schon gar nicht in den Westen der USA). Und der Tenno ist auch nicht der Kaiser aller Menschen, die ihm nachfolgen wollen (und er würde das auch nie behaupten), sondern der Japaner. Und seine Ahnen kann man eben auch nicht frei wählen (was doch die Übernahme eines jap. Ahnenkultes ein wenig absurd macht, oder?).

Zitat

Unsere germanischen und keltischen Vorfahren hatten ebenfalls die Vorstellung einer beseelten Natur, und sie beteten genau wie die Japaner die Sonne an, so lange ist es noch gar nicht her.
Und da rate ich zur Vorsicht. Natürlich gabs in vielen (v.a. frühen) Kulturen Schamanismus-ähnliche Traditionen. Über die europäischen ist aber doch eher wenig Konkretes bekannt. Schamanismus ist aber ein recht vager Sammelbegriff. Da alles irgendwie in eins zu wursten und Parallelen über verschiedenste Kulturen hinweg zu ziehen, endet meist in dem flachen Gesülze moderner Esoterik.

Bearbeitet von Terao, 01 September 2011 - 10:04 Uhr.


#44 Tyrdal

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Geschrieben 01 September 2011 - 10:13 Uhr

Beitrag anzeigenten-chi sagte am 01 September 2011 - 09:37 Uhr:

Unsere germanischen und keltischen Vorfahren hatten ebenfalls die Vorstellung einer beseelten Natur, und sie beteten genau wie die Japaner die Sonne an, so lange ist es noch gar nicht her.
Sie hängten aber auch Leute auf, wenn auch an Bäumen und nicht an Kreuzen.

#45 Bluescreen

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Geschrieben 01 September 2011 - 11:43 Uhr

Zitat

Beispiel Seagal: Mehrere Jahre in Japan gelebt und intensives Studium von Kampfkunst und Religion, Heirat mit einer Japanerin, Leiter eines Dojos in Japan, etc., also voll in die japanische Gesellschaft und die Traditionen integriert.
Ausgerechnet nimmst du Seagal als Beispiel für integrierte Japanische Kampfkunst den wahrscheinlich schlechtesten Schauspieler allerzeiten. Jemand der sich vor lauter Himbeeren für Sau schlechte B-Movies noch retten kann und den Aikido Dan quasi geschenkt bekommen hat weil er eine Japanerin geheiratet hat die er doch wieder verlassen hat und von vielen hohen Aikido Sensei verachtet wird und deswegen sein eigenes Dojo gegründet hat. Er ist sicherlich kein leuchtendes Beispiel dafür wie jemand in die japanische Gesellschaft eingegliedert ist. Da kenn ich etliche Leute die durch Heirat wesentlich mehr eingegliedert sind.

Ich finde übrigens das das hier furchtbar auf die Religionsschiene abdriftet. Die ursprüngliche Diskussion ging ja um das Verhältnis von Tradition und Moderne in der japanischen Kampfkunst. Ich denke es ist in Japan halt wie hier auch. Der Einfluss der Religion wird immer weniger und der "Sportanteil" immer größer.

Bearbeitet von Bluescreen, 01 September 2011 - 11:45 Uhr.

蝸牛剣道場 Kendo Katatsumuri-Kendojo Köln (DJSG e.V.) - www.djsg-kendo.de
1. Budo Club Eschweiler e.V. - www.budo-club-eschweiler.de
Nordrheinwestfälicher Kendoverband - www.nrwkendo.de
Hakushinkai Iaido Aachen - www.iaido-aachen.de

#46 Gastpilgrim_*

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Geschrieben 01 September 2011 - 11:58 Uhr

Beitrag anzeigenTerao sagte am 01 September 2011 - 10:00 Uhr:

Trotzdem meine ich, dass der geografische Ort verglichen mit der Symbolik und der Botschaft beim Christentum eher in den Hintergrund tritt.

Du hast ganz gewiß recht, insofern der christliche Glaube nicht an ein Heiliges Land gebunden ist, wie das im Judentum der Fall ist. Oder wie es sich eben im shinto ausdrückt.
Ich wollte nur anmerken, daß es dennoch auch eine Veortung gibt. Es gibt den Geburtsort, den Bezug zu Jerusalem und zu bestimmten Orten und Städten seines Wirkens.
Ebenso die historischen Ort der ersten Christenheit: Die Briefe in der Bibel sind an konkrete Gemeiden in konkreten Orten gerichtet.
Und auch der Petersdom steht ja z.B. nicht aus Zufall dort, wo er steht.
Christentum und Judentum sind sehr konkret historische und damit auch geographisch verkankerte Religionen. Und bei der Ausweitung über ein konkretes Volk und damit auch einen konkreten Lebensraum hinaus hat es ganz ähnliche Debatten gegeben, wie diese hier.
Es war nicht von Beginn an selbstverständlich, daß nicht-Juden Christen werden konnten. Auch wenn das für uns heute vielleicht nicht mehr vorstellbar ist.

#47 soto-deshi

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Geschrieben 01 September 2011 - 20:56 Uhr

Hallo Bluescreen,

leider hast Du mit Deiner Bemerkung zum Seagal recht. Aber zu seiner Rettung sei festgestellt, dass einige seiner Filme am Anfang - ein tolles Aikido gezeigt haben. Das mit der Verschenkung von Dan-Graden gibt es nicht nur im Aikido.
Es gibt genug Beispiele -leider - wie Großmeister erstanden sind, ohne besonders viel für ihre eigene Ausbildung zu tun. Tom Herold hat einige Beispiele aufgezeigt.

Nachdem ich mir die Antworten einiger Schwarzgurte in Karate durchgelesen habe, frage ich mich, was unterrichten wir in unserem Dojo`?

Aber ich konnte mich beruhigen, es gibt wirklich einige Karate-Meister, die ein Karate unterrichten wie ich es mir vorgestellt habe.

Ich denke wir können dieses Thema als abgehandelt ansehen -

noch einen schönen Abend, ... soto-deshi

#48 ten-chi

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Geschrieben 01 September 2011 - 22:50 Uhr

Beitrag anzeigenBluescreen sagte am 01 September 2011 - 11:43 Uhr:

Ausgerechnet nimmst du Seagal als Beispiel

Er ist nun mal ein bekanntes Beispiel, ob ich das toll finde oder nicht ist eine ganz andere Frage.
Es ging ja darum ob ein nicht-japaner Shintoist werden kann, und nicht darum, ob Seagal ein guter Schauspieler, ein guter Aikidoka oder ein anständiger Mensch ist.

Bearbeitet von ten-chi, 01 September 2011 - 22:51 Uhr.


#49 KAJIHEI

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Geschrieben 02 September 2011 - 05:25 Uhr

Bevor hier noch jemand Jehova sagt und ein Mod mit spitzen Steinen und Kiesln kommt, back to the
topic, please.

Wenn man sich etws ernsthafter mit der Traditon beschäftigt kommt man an bestimmten Kontexten nicht
vorbei. Das heißt ja nicht das man selber daran glauben muß.
Wird eine Glocke gegossen, nun ja dann wird erst gebetet und das Sprüchlein aufgesagt bevor das Erz
schießen darf.
Wenn ein Schwert neu geschmiedet wird, reinigt sich der Schmied halt erst und irgendwo in der Arbeitsraum ist immer ein kleines Strohseil mit Schreinchen untergebracht.
Polierer haben auch immer so ihre kleine Rituale.
Es gehört halt dazu.
Auf der anderen Seite wer sich einbildet, Schmiede würden da mit dem Fuchsgott und Steinhämmern arbeiten, ne natürlich nicht und Togishi tragen bei der Arbeit auch einen Blaumann, Jeans oder was auch immer bequem ist.
Das heißt es wird fröhlich die Tradition mit der Moderne fusioniert ohne das dabei Eines aufgegeben werden muß.
Ds Gleiche Spielchen in der KK.
Aluminium Klingen sind nun wahrhaftig nicht traditionell, trotzdem werden die Iaito mit dem gleichen Respekt geführt wie ein
scharfes Schwert.
Moderen Do bei der Bogu sind auch aus Kunststoff und nicht wie es sichgehört aus bambus. ( Bambus klinge beim draufsemmeln besser.. )
Kurz auch hier, an Ecken und Enden die Moderne kommt !
Na und ?
Wir verknüpfen und haben die Vorteile von beiden.
Das wird zumindest in Japan schon ewig so gemacht und geht eigentlich recht gut.

Gruß am Morgen


Kaji
Lang lebe die Eineindeutigkeit der Zweideutigkeit !

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#50 soto-deshi

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Geschrieben 04 September 2011 - 08:20 Uhr

Hallo pilgrim,

habe heute in aller Ruhe Deine Zeilen gelesen. Wie immer sehr gut formuliert und objetktiv.
Wir sind keine Japaner und ich werde und will auch kein Japaner werden. Ich wurde in Deutschland geboren und christlich erzogen, was aber icht bedeutet, daß ich nicht eine japanische Kampfsportart ausüben kann und mich an bestimmte Regeln halte- die in dieser Kampfsportart üblich sind.

Das hat mir auch so am Aikido gefallen, dort werden Regeln und Etikette ganau eingehalten - entweder man hält sich daran und gehört dazu oder man sucht sich einen anderen Sport. Sollte es nicht auch in unserem Leben so sein?
Bin ich Christ so halte ich mich an die Regeln meiner Religion beachte aber auch das Grundgesetz dieses Landes.

Es ist einfach unmöglich es jedem Menschen gerecht zu machen und immer der Liebe zu sein. Man muß auch an seinen Wertvorstellungen, seinem Glauben und seiner Vorstellung von einem freiheitlichen Land festhalten und diese Überzeug verteidigen.

Noch einen schönen Sonntag. soto-deshi

#51 soto-deshi

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Geschrieben 04 September 2011 - 08:32 Uhr

Hallo WuDang,

mit Deinem Beitrag stimme ich überein.

In vielen Kampfsportvereinen und Schulen geht es leider nur noch ums Geld - um zahlende Mitglieder. Das stellt man leicht fest, wenn man sich etwas mehr mit dem Kampfsportlebenslauf der Trainers beschäftigt.

In unserem Dojo werden die Regel die für das Dojo gelten erläutert. Höflichkeit -Respekt - Geduld - Loyalität- Einsatzbereitschaft. Leider viele Dinge die in unserer Gesellschaft nicht sehr hoch im Kurs stehen.
Da unsere Kampfkunst aus Japan, besser Okinawa kommt und starken chinesichen Einfluß hat, sind Dir viele Regeln geläufig.

Ich bedanke mich noch einmal für Deinen Beitrag, der mich zeigt, auch in anderen Dojo`s wird die Kultur der Kampfkunst die man lernt nicht ganz vergessen.

soto-deshi

#52 WuDang

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Geschrieben 13 September 2011 - 12:39 Uhr

Ich halte es sogar für extrem wichtig, diese Grundsätze in einem Dojo zu erhalten und zu bewahren. Die "tarditionellen" Kampfkünste entstammen genauso wie die dazugehörigen Werte und Normen zwar aus einer verganenen Zeit, gehören für mich aber untrennbar zusammen.
Ich sags jetzt mal ein wenig polemisch und polarisierend, aber das ist meine ganz persönliche Meinung!

Kampfkunst ohne entsprechende geistige Haltung ist für mich "Schlägern" auf technisch hohem Niveau.

So...und bevor jetzt wieder alle drauf los prügeln: Das meine ich nicht negativ. Es sei jedem seine geistige Einstellung zu seinem Hobby/Lebensweg/Beruf gegönnt und ich verurteile auch niemanden damit. Nur für mich persönlich gehört das Ritual und die innere Einstellung genauso zur Kunst wie die körperliche Umsetzung.
Und da ich Kampfkünste nicht mit dem Ziel praktischer Anwendbarkeit auf der Straße trainiere, haben andere Aspekte (nämlich Tradition und Erhaltung wertvollen Wissens) für mich eben Priorität.

@Soto-deshi: Es freut mich, dass du meiner Meinung so zustimmen kannst und dass du in den gleichen Genuß von "Traditionellem Lernen" kommst wie ich! :)


Edit: Nochmal zu meinem etwas polemischen Spruch...auch ich betreibe nebenbei noch ein wenig SV, wo ich die geistige Haltung -die Tradition anbelangend- vollkommen außen vor lasse und rein auf Technik und Umsetzbarkeit trainiere. Ich schließe mich selbst mit diesem Spruch also keineswegs aus und halte das auch für eine gute Sache, es geht mir halt mehr um die Herangehensweise als um die Umsetzung an sich. :)

Bearbeitet von WuDang, 13 September 2011 - 12:44 Uhr.

WenWu - Zeitschrift für chinesische Kampfkunst und Kultur
http://wenwu-zeitschrift.de