Der Begriff "Zentrum" im aikido
#41 Gastpilgrim_*
Geschrieben 31 August 2011 - 17:05 Uhr
Dein Verständnis von der Arbeit der Hüfte oder des Zentrums scheint wirklich anders, als meines.
Das Bild von dem abschleppenden Auto stellt so gar nicht das da, was ich versuche zu üben. Und die Arme sind immer leicht und durchlässig. Sie fühlen nur, nehmen uke wahr. Das Zentrum ist das, was uke bewegt.
Das ändert sich auch nicht, wenn uke schon in Bewegung ist. Es ist immer die Hüfte, die arbeitet. Nicht die Arme.
#42
Geschrieben 31 August 2011 - 18:15 Uhr
pilgrim sagte am 31 August 2011 - 17:05 Uhr:
Das Bild von dem abschleppenden Auto stellt so gar nicht das da, was ich versuche zu üben.
Ich denke, die Bilder die jemand verwendet sind überhaupt nicht ausschlaggebend, denn sie mögen für denjenigen eine Hilfe sein, geben aber nicht unbedingt wieder, was man selbst sehen würde.
pilgrim sagte am 31 August 2011 - 17:05 Uhr:
Das ändert sich auch nicht, wenn uke schon in Bewegung ist. Es ist immer die Hüfte, die arbeitet. Nicht die Arme.
Was ja bei Yosahigasaki überhaupt nicht anders ist, wie man sieht.
Die Handschrift ist natürlich wieder eine eigene.
Wäre lustig, die Bewegungen verschiedener Leute tatsächlich mal in Schreibschrift zu übertragen.
Bearbeitet von ten-chi, 31 August 2011 - 18:15 Uhr.
#43 Gastpilgrim_*
Geschrieben 01 September 2011 - 09:44 Uhr
ten-chi sagte am 31 August 2011 - 18:15 Uhr:
Zitat
#44
Geschrieben 01 September 2011 - 13:56 Uhr
Konparu sagte am 28 August 2011 - 02:26 Uhr:
#45 Gastpilgrim_*
Geschrieben 02 September 2011 - 07:45 Uhr
Laut Lexikon ist eine Bedeutung übrigens auch "Gleichgewicht".
Danke!
Bearbeitet von pilgrim, 02 September 2011 - 07:58 Uhr.
#46
Geschrieben 02 September 2011 - 10:56 Uhr
pilgrim sagte am 01 September 2011 - 09:44 Uhr:
Darum ging es bei Ingolfs Beispiel doch, um das Herstellen des Kontakts. So verstehe ich das, wenn er sagt, es beginnt an der Peripherie, aber trotdem geht immer von der Mitte aus. Um das "Auto" in Bewegung zu bringen, braucht es einen Impuls, der aus der Mitte kommt.
#47
Geschrieben 02 September 2011 - 11:49 Uhr
kontakt herstellen wird bei uns gerne mit "aufnehmen" bezeichnet. - ich meine, dass aus der mitte heraus geschehen kann. eben aus dem zentrum der wahrnehmung. wenn man jetzt nicht mehr geist und körper getrennt betrachtet, kann eine bewegung wohl aus dem zentrum heraus anfangen.
aber : z.b. bei ushiro kubijime - wenn uke bereits gegriffen hat, beginnt die bewegung an einem fuss. (auch mental.) der rest des körpers (incl. mitte) schleimt sich dann nach. - bei ikkyo kann eine bewegung an den fingern beginnen. (besonders mental) - es gibt bestimmt noch mehr beispiele gegen eine pauschalisierung.
Bearbeitet von ingolf, 02 September 2011 - 12:03 Uhr.
#48
Geschrieben 02 September 2011 - 13:46 Uhr
ingolf sagte am 02 September 2011 - 11:49 Uhr:
Wenn du das so sehen willst, gerne.
Aber aus dem Fuß kann man keine Kraft entwickeln, die kommt aus der Mitte. Auch verschieben des Fußes ohne Gleichgewchtsverlust ist eine Bewgung, die durch Verlagerung des Körperschwerpunktes erfolgt, und wird aus dem Zentrum heraus initiiert. Meinetwegen auch aus dem Zentrum der Wahrnhemung, das ist für mich das Gleiche.
Auch das "Nachschleimen" gelingt nur, wenn die richtige Spannung im Zentrum vorhanden ist.
Wenn man es nicht fühlt, ist die Diskussion darüber sinnlos.
Bearbeitet von ten-chi, 02 September 2011 - 13:46 Uhr.
#49
Geschrieben 02 September 2011 - 14:27 Uhr
Zitat
letztlich ist alles wohl halb so wild und mit worten leidlich zwecklos - wie du schon so schön schreibst:
Zitat
Bearbeitet von ingolf, 02 September 2011 - 14:30 Uhr.
#50 Gastpilgrim_*
Geschrieben 02 September 2011 - 16:29 Uhr
ingolf sagte am 02 September 2011 - 11:49 Uhr:
Ich erkenne das, was wir arbeiten nicht wieder in dem, was du beschreibst. Bei uns wird wirklich alles und jedes verstanden als mit dem Zentrum eingeleitet, aus dem Zentrum gesteuert, vom Zentrum her mit Richtung und Energie versehen.
Das wird so gedacht, erklärt und versucht umzusetzen. Bei dem Ikeda Lehrgang z.B. manchmal bis dahin, daß sich Arme oder Beine und auch die Hüften gar nicht merkbar bewegt haben, sondern wirklich nur das tanden innendrin.
Weder beginnt so wie ich es kenne ikkyo in den Fingern, noch die Arbeit aus ushiro katate dori kubi shime mit dem Fuß.
Ich kann aber dagegen das, was ich bei meinem "intensiven" Probetraining erlebt habe, recht gut mit dem zusammenbringen, was du schreibst. Das wieder scheint mir gut zu passen.
Auch wenn ten-chi der Meinung ist, daß es lediglich um ein sprachliches Problem geht.
Ich habe doch deutlich den Eindruck, daß das aikido, das ich übe, den Körper anders benutzt, als ihr es tut.
Bearbeitet von pilgrim, 02 September 2011 - 16:37 Uhr.
#51
Geschrieben 02 September 2011 - 17:31 Uhr
Yoahinori Kono etwa arbeitet mit dem aus der Architektur stammenden Tensegrity Modell.
Er ist damit äußerst erfolgreich.
Bearbeitet von ten-chi, 02 September 2011 - 17:31 Uhr.
#52
Geschrieben 03 September 2011 - 00:43 Uhr
pilgrim sagte am 02 September 2011 - 07:45 Uhr:
Zitat
Da stellt sich mir die Frage, ob das nicht eigentlich immer der fall ist. Kann man im Gleichgewicht sein, wenn jemand dein Zentrum kontrolliert? Wenn ja, in welcher Form findet dann diese Kontrolle statt?
#53 Gastpilgrim_*
Geschrieben 03 September 2011 - 10:27 Uhr
Konparu sagte am 03 September 2011 - 00:43 Uhr:
Und wenn das gelingt, dann hat derjenige, der das Zentrum kontrolliert damit die Möglichkeit nach seinen eigenen Vorstellungen das Gleichgewicht zu brechen, den Partner zu bewegen.
Die Kontrolle des Zentrums erfolgt dabei - so, wie ich inzwischen zu üben versuche - indem man an einer beliebigen Stelle des Körpers einen Kontakt aufbaut (atari) und mithilfe dieses Kontaktes die Struktur des Partners so beinflusst, daß man sein Zentrum nach den eigenen Vorstellungen bewegen, führen, kontrollieren kann. (Ich kann das nicht immer und nicht mit jedem. Aber ich übe daran.)
Normalerweise organisieren wir die Struktur unseres Körpers selber so, daß wir nicht umfallen, daß wir im Gleichgewicht sind, stehen und gehen können. Ganz wesentlich ist dabei das Zentrum. Manchen Menschen organisieren sich mehr auf Kopf und Brustbereich hin, was man den Bewegungen ansehen kann.
Durch den Kontakt im aikido - wie ich es versuche zu lernen - wird auf einmal die Struktur von einer Person außer mir organisert. Das ist es, was ich unter Kontrolle verstehe.
Bei manchen Details nutzt tori die natürlichen Organisationsmechanismen von uke, um dann gerade mit ihrer Hilfe die Struktur von uke so zu beeinflussen, daß er nicht mehr im Gleichgewicht ist.
Das ist jetzt ziemlich ins Blaue hinein geschrieben. Ich habe mir ehrlich gesagt noch nicht so viele so theoretische Gedanken dazu gemacht. Klingt es plausibel? Oder nicht so?
Noch: Wichtig ist bei alledem, auf die Organisation des eigenen Körpers zu achten. Endo weist manchmal darauf hin, daß es in den Formen nicht darum geht, zu werfen, sondern darum, den eigenen Körper zu organisieren.
#54 Gastpilgrim_*
Geschrieben 03 September 2011 - 16:34 Uhr
pilgrim sagte am 03 September 2011 - 10:27 Uhr:
#55
Geschrieben 06 September 2011 - 08:09 Uhr
pilgrim sagte am 03 September 2011 - 10:27 Uhr:
Bei manchen Details nutzt tori die natürlichen Organisationsmechanismen von uke, um dann gerade mit ihrer Hilfe die Struktur von uke so zu beeinflussen, daß er nicht mehr im Gleichgewicht ist.
Struktur beeinflussen scheint mir doch in diesem Zusammenhang ein etwas zu starker Begriff für dass, was ich darunter verstehe. Diese Struktur zu beeinflussen oder zu verändern gelingt einem bei sich selbst vielleicht nur Ansatzweise, bzw. mit professioneller Hilfe, geschweige denn bei einem Uke.
Körperliche Organisation passt da vielleicht schon besser.
Aber geht es dir darum, Uke zu "desorganisieren" oder ihm zu Helfen, sich neu in Richtung des Kontaktes zu organisieren?
So wie ich das sehe, ist nämlich genau die Organisation Ukes in Richtung des Kontaktes, und die Aktionen Toris die ihn in dieser Richtung unterstützen, dass, was letztendlich die Kontrolle ermöglicht. Wenn Uke sich desorganisieren würde, wäre der Kontakt zu seiner Mitte nicht vorhanden.
Von daher finde ich den Begriff des Kontrollierens unglücklich gewählt, da Uke aufgrund dieser Selbstorganisation wiederum Tori hilft, einen Kontakt zu Ukes Zentrum zu finden. Es wäre die Frage inwieweit man Uke zwingen kann, sich in dieser Weise zu organisieren, und ab das ein Ziel sein kann.
Uke zu "desorganisieren" ist übrigens viel einfacher, als ihn so zu führen dass er sich weiter integer bewegen kann, und somit in seiner Entwicklung unterstützt wird. Kontrolle ist für mich da der falsche Begriff, wenn ich es mir recht überlege. Es ist eher ein Wechselspiel.
Das man bei manchen Leuten sieht, dass sie sich gern in der Rolle des "Kontrollierenden" sehen, ist für mich ein negativer Auswuchs des ganzen.
Im Kampf geht es nach Aussage eines hochrangigen Karate-Lehrers übrigens nicht darum, das Zentrum des Gegners, sondern das Zentrum der gemeinsamen Bewegung zu kontrollieren.
#56
Geschrieben 06 September 2011 - 09:33 Uhr
Zitat
Zitat
Zitat
#57 Gastpilgrim_*
Geschrieben 06 September 2011 - 10:35 Uhr
ingolf sagte am 06 September 2011 - 09:33 Uhr:
Zitat
Zitat
#58
Geschrieben 06 September 2011 - 10:58 Uhr
Zitat
Zitat
#59
Geschrieben 06 September 2011 - 11:22 Uhr
Zitat
#60 Gastpilgrim_*
Geschrieben 06 September 2011 - 11:54 Uhr
ingolf sagte am 06 September 2011 - 11:22 Uhr:
Aber es geht also auch um einen anderen Angriff, bei dem nur eine Hand gegriffen wird?
Zitat
Wenn nicht: Das gibs bei uns nich.
Zitat
Zitat
Aber ist ja hier auch eigentlich nicht im Einzelnen wichtig. Also nochmal danke!
Bearbeitet von pilgrim, 06 September 2011 - 11:59 Uhr.



