Cross-over sagte am 06 September 2011 - 07:28 Uhr:
Natürlich könnte der Angreifer viel agressiver angreifen (machen wir ja auch im normalen Training). Um aber eine Technik zu zeigen ist es m.M. nach sinnvoller diese langsam zu zeigen und darum geht es in dem Video - eine Technik zeigen. Selbst bei dieser langsamen Geschwindigkeit sind auf dem Video leider viele Feinheiten schwer zu erkennen - selbst auf den Standbildern.
Also nochmal:
Luggage sagte am 04 September 2011 - 17:20 Uhr:
Was den Angriff angeht: Ich habe nichts gegen langsam zum Lernen und Nachvollziehen. Aber ich habe was gegen Angriffslinien und Distanzen, die nicht einem realen Angriff entsprechen. Wer bitte würde seine Klinge erst mit angewinkelten Handgelenk vor den Körper bringen, als wäre die Klinge am Ziel festgebungen und dann von hier aus schön gerade nach vorne stoßen? Eine solche Kraftrichtung kommt nicht vor - aber Kraftrichtungen sind es, mit denen man umgehen lernen muss, auch wenn man langsam macht. Von der Distanz her muss sich der Verteidiger egtl auch kaum bewegen, das Ding würde ihn eh nicht treffen - oder höchsten anritzen. Wer nur so trainiert, wird beim ersten Angriff in einer realistischen Distanz, der durch einen durchgeht total überrascht und handlungsunfähig sein, da klappt auf einmal garnix mehr. Man kann auch langsam und kontrolliert einen großen Schritt machen und das Ding durch das Ziel durchstechen, anstatt irgendwie das Messerchen hinzuhalten.
Cross-over sagte am 06 September 2011 - 07:28 Uhr:
Mach Dir doch mal den Spaß und gib einen Anfänger in der ersten Stunde ein Messer und guck mal was da rauskommt.
Ah, ihr trainiert hart, um Anfänger abzuwehren, die in gemütlicher Trainingsatmosphäre ein erstes Mal ein Trainingsmesser in der Hand haben? Dann nur weiter so

Um zu erwartenden Einwänden zuvor zu kommen: Auch besagte Anfänger würden mit einem echten Messer anders zustechen, wenn sie im Blutrausch jemanden umbringen wollen...
Cross-over sagte am 06 September 2011 - 07:35 Uhr:
Terao sagte am 05 September 2011 - 18:42 Uhr:
Blöde Frage eines Laien: Warum geht man eigentlich ausgerechnet auf der Seite rein, nach der man gerade das Messer gedrückt hat?
Das Messer wird nach rechts umgelenkt, raus aus der Zentrallinie. Der Verteidiger kann also gefahrlos auf der Zentrallinie weiterarbeiten. Messerarm und Verteidiger stehen also in einem Winkel
Messerarm und Verteidiger stehen aber nur beim Ableiten in einem Winkel (ich übernehme die Formulierung nur, genau genommen steht man immer in einem Winkel zueinander, egal wie man steht), Entwaffnung und Gegenangriff, die fataler Weise in einer Aktion zusammenfallen bringen den Verteidiger wieder in die Messerlinie, was Terao zu Recht anprangert. Wie ich schon geschrieben habe: Geht die Entwaffnung fehl, dreht man sich ganz gepflegt ins Messer rein.
@Kenkon: Deine Kritik kann ich nicht unterschreiben. Mit dem Unterarm das Messer rauszuhebeln, während die andere Hand die Waffenhand fixiert ist, wie bereits geschrieben, in den meisten FMA gängige Praxis. Das funktioniert bestens und eben auch dann, wenn man selbst Waffen in der Hand führt. Mit einem Stock etwa in der Rechten ist in dieser Lage die schnellste Entwaffnung nunmal der Hebel mit dem Unterarm, weil für alles andere die Distanz verändert werden müsste. Und Zeit ist eben ein wichtiger Faktor (ein Grund warum das Video oben Schwachsinn ist: Die Hand aus der dichten Deckung erst runter und zur Seite für den Bongsao nehmen zu müssen kostet die entscheidente Zeit, die zwischen Loch im Bauch und gelungener Aktion entscheidet). Mit der Außenseite des Unterarms gegen die Waffe zu arbeiten hat etliche Vorteile, so kann hier ein Schnitt den geringsten Schaden anrichten, anders als bei Versuchen mit den Hand zu arbeiten. Es geht schnell und einfach und Folgeaktionen können flüssig angehängt werden. Allerdings sollten die den Gegner möglichst anwinkeln und einen nicht wieder auf dessen Zentrallinie zurücktragen.
Auf wen und was geht denn dieses Kombatan Arnis zurück? Für mich sieht das wie etwas Zusammengestöpseltes aus, das schon lange nicht mehr im Lichte der Praxis geprüft, und in der bequemen Turnhalle entwickelt wurde.
Aber gut, meine Kritik ist ausgesprochen (und zwar ausführlicher, als ich es egtl. höflich und geboten finde), macht was draus oder trainiert weiter so, das ist natürlich jedem selbst anheim gestellt.