Sparring für Anfänger, warum eigentlich nicht?
#1
Geschrieben 18 September 2011 - 21:55 Uhr
in einem anderen Thread wurde schon deutlich, dass viele der Meinung sind, Sparring wäre nichts für Anfänger. Ich sehe das anders. Bei uns in der Krav Maga Gruppe ist es normal, dass Sparring betrieben wird, auch im Anfängerbereich, die Leute werden sehr schnell daran gewöhnt, dass es um's Kämpfen geht. Meiner Erfahrung nach ist die Lernkurve durch Sparring recht hoch. Alle reden doch immer davon, dass KM auf natürlichen Reflexen basiert, warum sollte also jemand nicht auch mit diesen Reflexen kämpfen können?
Gruß, Lars
#3
Geschrieben 19 September 2011 - 08:21 Uhr
Das dieses Sparring anders aussieht wie bei Fortgeschrittenen ist selbstverständlich.
Auch bekommen die "Kampfschweine" den Hinweis, dass sie mit einem Anfänger trainieren. Agieren die in meinen Augen zu hart, gibt es Haue von mir
Drax
#4
Geschrieben 19 September 2011 - 10:52 Uhr
ten-chi sagte am 19 September 2011 - 07:50 Uhr:
Sowas kann doch problemlos parallel entwickelt werden. Sparring schließt Techniktraining nicht aus. Sparring entwickelt Skills, die für's Kämpfen notwendig sind. Was spricht dagegen, diese frühzeitiig durch's Sparring zu entwickeln? Die technischen Fähigkeiten kommen mit der Zeit dazu.
Zitat
In einem anderen Thread hattest Du noch erwähnt, dass es gar kein VK-Sparring gab. Was denn nun?
Bearbeitet von Lars, 19 September 2011 - 10:57 Uhr.
#5
Geschrieben 19 September 2011 - 11:38 Uhr
Lars sagte am 19 September 2011 - 10:52 Uhr:
Das bezog sich auf andere Übungsformen wie Abwehren vorgegebener Angriffe, hat aber in diesem Zusammenhang nur die Bedeutung, dass ich kein kein klares technisches Konzept erkennen konnte, bzw. wie sich das von Anfängern zu fortgeschrittenen aufbaut. Es gab irgendwie keine klaren Vorgaben, jeder schlug, trat und kniete lustig drauflos, (kein Kontakt, oder auch gegen Polster) ohne dass in irgendeiner Form korrigiert wurde.
Ich verlegte mich dann teilweise aufs werfen, was anscheinend auch ok war, obwohl Wurftechniken ja gar nicht unterrichtet werden.
Mir ging es nur darum, dass man bevor mit Sparring angefangen wird (egal ob VK oder nicht), erst mal die technische Grundlage vorhanden sein muss.
In unserem Goju-ryu Verein machen die Anfänger nur "halben" Freikampf, also mit vorgegebenen Angriffen oder mit Ansage. Sicher müssen sich beide Fähigkeiten parallel entwicklen, anders geht es ja nicht. Deshalb muss aber meiner Meinung nach der Modus in dem gesparrt wird, dem der technischen Fähigkeiten entsprechen
Bearbeitet von ten-chi, 19 September 2011 - 11:43 Uhr.
#6
Geschrieben 19 September 2011 - 12:35 Uhr
ten-chi sagte am 19 September 2011 - 11:38 Uhr:
Ok, wir sind jetzt aber auch im Sparringsthread, und es ging gar nicht um andere Teile im KM Programm. Ich hatte die Frage hier auch im Bereich gepostet, da sie sich vorrangig an KM Trainierende / Lehrende richten soll. Du sagst ja, dass Dir die Systematik nicht ganz verständlich erschien - insofern ist fraglich, ob Du zur Zielgruppe des Threads gehörst. Beim KM geht es nicht darum, erst perfekte Techniken zu erlernen und diese dann im Sparring zu erproben, sondern vorrangig, die Leute auf eine körperliche Auseinandersetzung vorzubereiten, das auch ohne "perfekte Techniken". Wichtig ist vor allem das "Mind-Set", das entwickelt werden soll.
#7
Geschrieben 19 September 2011 - 12:55 Uhr
Soll nicht heissen die korrekte ausführung der Form sei unwichtig, ganz im Gegnteil. -Nur ob sie richtig ist oder nicht, das stelle ich in einer realitätsnahen Situation am besten fest.
#8
Geschrieben 19 September 2011 - 13:39 Uhr
Wenn man das kann, ohne Techniken z u erlernen, wozu dann Krav Maga? Ich denke mal, die Techniken sind dazu da die natülichen Reflexe zu kanalisieren und auf diese Weise nutzbar zu machen, von daher wäre es nicht schlecht sie auch entsprechend zu trainieren, und die reflexhafte Anwendung methodisch zu entwickeln.
Die Entwicklung eines "Mind-Sets" ist wieder was anderes, das hat mit natürlichen Reflexen eher weniger zu tun.
Auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre, das entwickeln eines Mind-Sets ist generell die Vorraussetzung für die erfolgreiche Anwendung einer KK, egal welche man betreibt.
Damit kann ich mich aber gerne auch ausklinken.
Bearbeitet von ten-chi, 19 September 2011 - 13:41 Uhr.
#9
Geschrieben 19 September 2011 - 14:09 Uhr
-Taktische und technische Ziele des Stils. Wenn ich im meinem Stil primär das Ziel habe im Nahkampf zu bleiben, dann macht es wenig Sinn ohne Entsprechende Werkzeuge mich in diese sehr gefährliche Distanz im Sparring zu bringen, da kommt nur Mist raus.
-Welche Form des Sparrings, was bezweckt man damit? Vollkontakt, Leicht? Völlig frei oder mit Einschränkungen auf Seiten des Angreifers und oder Verteidigers?
-Was ist ein Anfänger? Erste Stunde?
- Klassische KK-Attacken:
Stop and freeze Attack: Aus zwei Meter Entfernung wird ein Faustschlag gestartet und die Technik wird durchgezogen komme was wolle, abrupt wird die Bewegung mit ausgestrecktem Arm gestoppt und der grosse Sifu/Sensei kann eine im Minimum, 10 Fachcombofaustattacke demonstrieren. Zweitangriffe sind nicht möglich weil das Chi des Meisters dies verhindert.
Rhino Attack: Aus zwei Meter Entfernung, vielleicht sogar noch mehr, Ausgangsposition im besten Fall noch kniend am Boden, rennt der Angreifer auf sein Ziel los. Der Faustarm bleibt während der ganzen Bewegung gestreckt und man rennt unbeirrt weiter. Sollte sich das Ziel zur Seite bewegen, so rennt man weiter am Ziel vorbei. Sollte das Ziel Kontakt mit dem Angriffsarm aufnehmen so lässt man sich willenlos in ein Wurf oder Hebeltechnik führen. Zweitangriffe sind auch während dieser Bewegung unmöglich wegen einer KI-Blockade welche sich durch das eigene Momentum ergiebt.
Die Wichtigste Regel überhaupt in den klassischen KK's: Wenn wir alle gaaaaaaanz fest daran glauben, dann funktioniert es auch......
#11
Geschrieben 19 September 2011 - 15:31 Uhr
ten-chi sagte am 19 September 2011 - 13:39 Uhr:
Wenn man das kann, ohne Techniken z u erlernen, wozu dann Krav Maga?
Also nur, weil man mit natürlichen Reflexen und Verhaltensweisen kämpfen kann, wird für Dich jede kampfrelevante Verfeinerung der natürlichen Bewegungsmuster überflüssig? Merkwürdige Logik.
Ich schrieb ja bereits, dass Sparring möglich ist, weil jeder Mensch über bestimmte Verhaltensweisen verfügt (Kampf-Flucht-Reflexe), die für eine körperliche Auseinandersetzung tauglich sind: ich schrieb das deshalb, weil die landläufige Meinung zu bestehen scheint, dass der Mensch grundsätzlich erst Techniken lernen muss, bevor er in einem Sparring kämpfen kann.
Es gibt Grundlagen, die sind jedem Menschen angeboren und auf denen baut man auf. Parallel dazu werden diese Grundlagen und bereits vorhandenen Muster verfeinert und optimiert, um darauf bestimmte Techniken aufzubauen.
Es ist ein gleichzeitiger Prozess. Es gibt keinen Grund, den Leuten erst Techniken anzuerziehen, bevor sie ins Sparring dürfen, weil die Ansätze vorhanden sind. Das war die Argumentationslinie. Natürlich funktioniert das nicht bei Stilen, die den Leuten völlig ungewohnte Bewegungsmuster anerziehen, akrobatische Übungen abverlangen etc.
Bearbeitet von Lars, 19 September 2011 - 15:36 Uhr.
#12
Geschrieben 19 September 2011 - 16:48 Uhr
Zitat
Ist halt immer die Frage, was man damit bezweckt. Wenn man durchs Sparring (auch) lernen will, bestimmte Techniken/Taktiken (die, hoffentlich, manchmal hab ich da meine Zweifel, besser sind als das, was man so intuitiv machen würde) besser anzuwenden, muss man die zumindest halbwegs und grundsätzlich gelernt haben.
Dann wird`s aber auch allerhöchste Zeit: Nur was schon öfters mal unter Druck geklappt hat, ist einigermaßen verläßlich. Und man weiß wieder, woran man im Techniktraining noch zu arbeiten hat.
Bearbeitet von Terao, 19 September 2011 - 16:49 Uhr.



