mal wieder ein Video vom Training ...
#21
Geschrieben 23 September 2011 - 12:05 Uhr
#22
Geschrieben 23 September 2011 - 12:19 Uhr
Zitat
Es geht dabei um die Verbindung von Zentrierung und Erdung sowie der entspannten Bewegung der Arme.
Es ist m.E. eher untypisch.
Bearbeitet von Den, 23 September 2011 - 12:20 Uhr.
#23
Geschrieben 23 September 2011 - 12:54 Uhr
Den sagte am 23 September 2011 - 11:33 Uhr:
Erst mal finde ich es ja klasse von Pilgrim, sein Training hier zur Diskussion zu stellen.
Diese Übungsweise muss man einordnen. Es gibt langsame, statische und fliessendere oder schnellere, dynamischere Übungsweisen. Hier sieht man für meine Begriffe einer eher langsame und weiche Übungsweise, in der bestimmte Aspekte des Aikido-Übens und der Techniken beleuchtet werden.
Es wäre für meine Trainingsweise aber eher der langsame oder vorbereitende Teil (sofern es sich um ein Fortgeschrittenentraining handelt), oder wenn es mehrere aufeinanderfolgende Stunden gibt mit verschiedenen Schwerpunkten gibt, ebend in der langsamen Stunde anzusiedeln.
Wenn es die übliche und einzige Art und Weise des Trainings ist, fehlen meiner Ansicht nach verschiedene Aspekte.
Manchmal ist es so, dass wenn bestimmte Übungsweisen oder Aspekte im Vordergrund stehen, dies als "Stil" bezeichnet wird (was ich persönlich nicht richtig finde). Ich sehe das als didaktische Methoden.
Lars sagte am 23 September 2011 - 12:05 Uhr:
Für meinen Begriff läuft das unter "Kontakt", und um etwas zu üben, was man vielleicht als "Durchlässigkeit" bezeichnet, also die Fähigkeit auf die Bewegungen des Trainingspartners umittelbar körperlich zu reagieren.
Dahin gehört auch das "auf einem Bein Tanzen", die Danträger sind "durchlässig" genug um auf diese Art auf Nage zu reagieren, die Anfänger noch nicht, deshalb bleiben diese schwerfällig auf dem Boden. Wozu ist das gut? Es lehrt Uke und Nage ein "Gefühl" zu entwickeln, welche Möglichkeiten es gibt jemanden zu führen, aus dem Gleichgewicht zu bringen, sein Zentrum zu beeinflussen, was auch immer, es dient auch dazu gute Ukemi Fähigkeiten zu entwickeln, also im richtigen Moment auf Wurftechniken zu reagieren und zu fallen, um Verletzungen der Gelenke zu vermeiden.
Man muss aber im Auge behalten dass es nur EINE Übungsform ist, die einen bestimmten Aspekt des Aikido übt. Man kann und darf es nicht zum "normalen" Verhalten hochstilisieren, denn es ist eigentlich nicht nur kooperativ, sondern eher schon überkooperativ. Man muss wissen, was man da macht, sonst ist es kontraproduktiv. In dieser Form ist es ein Merkmal des hier geübten "Stils".
Bearbeitet von ten-chi, 23 September 2011 - 13:01 Uhr.
#24
Geschrieben 23 September 2011 - 13:34 Uhr
Zitat
"Überkooperativ" ist ein schöner Begriff. Das wird eben oft von Außenstehenden negativ im Sinne von "Die faken/springen mit" bewertet. Wenn das nur EINE Übungsform ist (und nicht zur Gewohnheit wird), kann ich mir aber schon vorstellen, dass es für bestimmte Zwecke seinen Sinn hat. Ein wenig wie das "Freigeben" einer Trefferfläche bei Schlagübungen, damit der andere sich beim Üben ganz auf seinen Schlag konzentrieren kann.
#25 Gastpilgrim_*
Geschrieben 23 September 2011 - 16:29 Uhr
Terao sagte am 23 September 2011 - 12:04 Uhr:
Zitat
Die uke in dem von mir geposteten Video frieren zu keinem Moment ein, sondern versuchen konstant ihr Gleichgewicht wiederherzustellen. Insofern sind sie - nach meinem Verständnis - nicht passiv.
Sie versuchen allerdings nicht tori an der Ausführung der Technik zu hindern.
Zitat
Die Fortgeschrittenen sind "durchlässiger" und "weicher". Und sie machen sich nicht "schwer".
Voraussetzung für dieses Verhalten ist aber, daß der fortgeschrittene uke die Technik dem Niveau von tori entsprechend als "gelungen" erlebt. Ist das nicht der Fall, wird er tori korrigieren, und zeigen, daß er sich nicht bewegen muß. (Solche Szenen gibt es in jedem Training zuhauf. Ich hab sie für dieses kurze Video heraus geschnitten.) Ich korrigiere fast ausschließlich durch solches ukemi, durch das ich auf "Fehler" hinweise. Und dann tänzelt da nix.
Lars sagte am 23 September 2011 - 12:05 Uhr:
Dieser Kontakt kommt in sehr ähnlicher Form immer wieder in verschiedenen Techniken vor.
Vergleichbare Übungen machen wir mit unterschiedlichen Orten am Körper.
ten-chi sagte am 23 September 2011 - 12:54 Uhr:
Zitat
Lars sagte am 23 September 2011 - 12:05 Uhr:
Zitat
Ich erlebe immer wieder auch, daß Dinge dort nicht funktionieren. Das ordne ich aber meinen persönlichen (Un-)Fähigkeiten zu und nicht dem Üben als Solchem.
Terao sagte am 23 September 2011 - 13:34 Uhr:
Zitat
Ich kenne das seit 17 Jahren als die "normale" Form des Übens.
Zitat
Mit dem freiwilligen Öffnen einer Trefferfläche ist das, was wir da tun definitiv nicht vergleichbar.
Noch einmal: Das, was man hier sieht, ist die für uns typische Übungsform.
Und vor allem noch einmal: Danke für die Kommentare!
#26
Geschrieben 23 September 2011 - 17:12 Uhr
pilgrim sagte am 23 September 2011 - 16:29 Uhr:
Ich kenne das seit 17 Jahren als die "normale" Form des Übens.
Das siehst du glaube ich, etwas falsch.
Ich kenne diese Form, und nutze sie manchmal zur Erläuterung bestimmter Aspekte. Für andere Aspekte (für die diese Übungsform meiner Ansicht nach keinen Sinn macht) nutze ich widerum andere Möglichkeiten.
Hin und wieder zeige ich diese Dinge auch, um Unterschiede oder verschiedene Blickwinkel zu verdeutlichen.
Das es in dem dir bekannten Aikikai-Dojo nicht vorkommt, ist sicher nicht repräsentativ. Zumal diese Übungsweise sicher nicht auf Endo beschränkt ist.
Für mich klar ist aber, dass es eine Form ist, die bestimmte "Skills" fördert oder entwickelt, die aber ebend nicht die einzigen sind, die es zu entwickeln gilt.
Bearbeitet von ten-chi, 23 September 2011 - 17:19 Uhr.
#27 Gastblauvogel_*
Geschrieben 23 September 2011 - 21:05 Uhr
pilgrim sagte am 22 September 2011 - 06:45 Uhr:
Mal wieder ein Video vom Freitagstraining in Hildesheim.
Wie schnell doch so ein Jahr vergeht ....
ich habe nur das video bis jetzt geguckt und noch nichts gelesen
ich finde es sehr ruhig
ich persönlich übe auch gerne sehr konzentriert.
ich frage mich gerade, wie die mischung in einem training aussehen soll. ich habe neben der ruhigen, sehr konzentrierten übungsweise auch einen trainingsabschnitt mit mehr action.
das spannende ist, die konzentration aus dem ruhigen üben in die aktionreichere mit rüber zu nehmen. das muss dann nicht wahnsinnig schnell werden, aber energetischer.
das sind jetzt so meine spontanen überlegungen.
aloha
#29 Gastpilgrim_*
Geschrieben 24 September 2011 - 08:52 Uhr
ten-chi sagte am 23 September 2011 - 17:12 Uhr:
Daher meine Nachfragen:
Zitat
Meinst du damit das Training eher als Techniktraining und nicht so sehr als "Konditionstraining" zu organisieren?
Oder meinst du Art der technischen Arbeit. So hatte ich es zuvor verstanden.
Zitat
Für mich klar ist aber, dass es eine Form ist, die bestimmte "Skills" fördert oder entwickelt, die aber ebend nicht die einzigen sind, die es zu entwickeln gilt.
Wenn du damit die technischen Eigenarten und Details meinst, dann kann ich es eher nicht nachvollziehen. Denn das ist nach meiner Erfahrung schon "auf Endo beschränkt" (jetzt mal plakativ formuliert) und kann nicht einfach mal so reproduziert werden, weil man "auch mal so üben" möchte. Sondern braucht einige Zeit des Übens, bis man das nachvollziehen kann. Es gibt so etwas wie einen Kanon von Vorübungen dazu, den Endo nicht in allen Teilen selbst "erfunden" hat, der sich aber auch nicht einfach so ergibt. Und der in dieser Form wohl eher nur in dojo dieser Richtung geübt wird.
Spätestens auf den Lehrgängen wird deutlich, daß das nicht so simpel ist, wie es manchmal scheint. Bis dahin, daß man manchmals selbst mich vierten oder fünften dan nicht üben kann, was eigentlich dran ist, weil sie es nicht kennen. Ich will nicht behaupten, daß ich selber das besonders gut zeigen kann, aber ich sehe mich in dieser Hinsicht auch als Anfänger.
Aber: Mein Weg ist bisher nur halb so lang wie deiner. Und entsprechend ist mein Horizont nicht so weit wie deiner. Mag also durchaus sein, daß ich das etwas falsch sehe.
@ blauvogel:
Ich weiß nicht, ob du das unter "mehr action" verstehen würdest: In den meisten Trainings sind Abschnitte enthalten, in denen wir jiyu waza üben, gern auch mit zwei oder drei Angreifern. Je nach Niveau auch mit freien Angriffen. In etwa wie am Schluß des Videos.
Ansonsten schwitzen wir eigentlich ganz ordentlich und ich habe interessanterweise schon häufig die Rückmeldung bekommen, daß mein Training auch körperlich sehr intensiv sei und nicht nur von der Atmosphäre her. Auch gerade verglichen mit anderen dojo.
Hm, daher finde ich den Eindruck, der hier durchgängig vorherrscht, ganz spannend. Macht mich ein Stück weit ratlos oder eher nachdenklich.
#30
Geschrieben 24 September 2011 - 09:40 Uhr
Zitat
Hm, daher finde ich den Eindruck, der hier durchgängig vorherrscht, ganz spannend. Macht mich ein Stück weit ratlos oder eher nachdenklich.
Wenn`s für Euch passt und Deine Leute auch nach Jahren und stets aufs neue fordert: Prima.
#31
Geschrieben 24 September 2011 - 10:29 Uhr
pilgrim sagte am 24 September 2011 - 08:52 Uhr:
pilgrim sagte am 24 September 2011 - 08:52 Uhr:
Nun ja, es ist Aiki, oder? Damit ist doch eigentlich alles gesagt.
#32
Geschrieben 24 September 2011 - 10:50 Uhr
pilgrim sagte am 24 September 2011 - 08:52 Uhr:
Nun ja, es ist Aiki, oder? Damit ist doch eigentlich schon alles gesagt.
Es geht überhaupt nicht darum etwas zu reproduzieren, ich mache niemanden nach, aber wie bereits öfter erwähnt hatte ich in Dojos in denen auf diese Weise geübt wird, keine Schwierigkeiten es zu "reproduzieren".
Und nun stell dir mal vor, du führst diesen Kontakt in eine Kreisbewegung, dann hast du in etwa das, was Asai macht, nur mit mehr Dynamik und ohne einbeiniges Tanzen.
Ich ordne das was ihr da macht etwa unter der Kategorie Ju-no-geiko ein, und schwupps, ist es nichts außergewöhnliches mehr, sondern etwas was wir auch machen. Vielleicht siehst du die Parallelen nicht, macht aber nichts.
Was du z.B. oben beschreibst, ist etwas wasTamura Sensei als Hikitate-Geiko bezeichnet hat. Du siehst also, es gibt diese ganzen Übungsformen schon etwas länger.
Wie auch immer, welche Übungsform man auch wählt, es ist nicht gut sich nur auf go-no-geiko, ju-no-geiko oder ryu-no-geiko zu beschränken. Man muss alle Formen üben, um die verschiedenen Aspekte des Aiki zu studieren.
#33 Gastpilgrim_*
Geschrieben 24 September 2011 - 16:46 Uhr
ten-chi sagte am 24 September 2011 - 10:50 Uhr:
Zitat
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Wenn ich es jetzt richtig verstehe, dann siehst du hier ju no geiko als die Übungsform, Übungweise oder didaktische Methode? Richtig: Das ist nichts besonderes und das gibt es in der Tat überall. Und es ist auch richtig, daß man nicht nur in dieser Weise üben sollte.
Ich habe mich auf die Form der technischen Arbeit bezogen, z.B. die Weise des Kontaktes oder die Annahme von yokomen uchi oder die Art des kote gaeshi u.a.. Ich erlebe das als etwas "Besonderes" insofern, als ich es aus dojo, die sich an anderen shihan orientieren so nicht kenne. Du kennst diese technische Arbeit offensichtlich auch aus deinem Üben und von Asai sensei her. Ok. Dann habe ich mich also geirrt. Nichtsdestotrotz sind meine Erfahrungen bisher deutlich andere.
Grüße,
Carsten
#34
Geschrieben 24 September 2011 - 23:08 Uhr
pilgrim sagte am 24 September 2011 - 16:46 Uhr:
Asai macht es auf andere Art, aber es ist doch irgendwie immer das gleiche Prinzip. Ihr macht es halt langsam. Asai macht die gleiche Art shomen-uchi aufzunehmen wie Endo, (zum Beispiel als Eingang für Irimi-nage) nur in schnell, und nicht als gesonderte (Atari-)Übung, aber genau so hat er es mir gezeigt.
Wenn man will, kann man es natürlich auch langsam üben.



