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Lautloses kiai


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99 Antworten in diesem Thema

#81 Catwoman

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Geschrieben 30 September 2011 - 10:10 Uhr

Hallo,

so, ich hab jetzt ernsthaft versucht den gesamten Thread zu lesen, irgendwo bei Alpha und Omega bin ich aber ausgestiegen...falls ich irgendwas jetzt schreibe, was schon beantwortet wurde...mea culpa.

Mich interessiert dieser Thread, weil ich (leider) noch nie kiai geübt habe, weder den lauthaften geschweige denn den lautlosen.

Vieles was hier geschrieben wurde, fand ich richtig interessant, danke schön :)

Komischerweise (vielleicht weil ich ene Frau bin?) kam mir die ganze Zeit eine schreiende Gebärende in den Siinn. Warum kann ich noch nicht genau sagen....(ich hab auch noch kein Kind geboren). Aber ich hab den Eindruck, dass das miteinander zu tun haben könnte (nicht mystisch verstehen, ich meine das ernst). Kann es sein, dass Gebärende ganz ohne Training unbewußt kiai verwenden? (im übrigen musste ich über das Bild schmunzeln, als irgendwo das Thema "Die Welt entstand aus Tönen" aufkam...ja, jeder wird wohl mit einem bestimmten Ton geboren).

Also das Feld ist weit...wie gesagt, ich weiß auch nicht warum mir das bild einfiel, aber vielleicht hilft das ja weiter bei kiai und kensei (?) ?

LG Catwoman
"(und bei Katzen ist die vollkommen irrationale Launenhaftigkeit biologisch angelegt. Wenn man so will: Die sind von Natur aus wahnsinnig.)" Terao, 02.03.12

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#82 ten-chi

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Geschrieben 30 September 2011 - 10:30 Uhr

Beitrag anzeigenTerao sagte am 30 September 2011 - 09:04 Uhr:

Entschuldigung, aber gings hier nicht um Kiai

Man könnte jetzt die Frage diskutieren, ob Kiai ein spirituelles oder ein technisches Konzept ist (oder beides), und im welchem Sinne es ge- oder benutzt werden kann.

Beitrag anzeigenCatwoman sagte am 30 September 2011 - 10:10 Uhr:

Kann es sein, dass Gebärende ganz ohne Training unbewußt kiai verwenden?

Nicht in dem Sinne, wie Kiai in der Kampfkunst verwendet wird. Aber zum Unterstützen und Bündeln der Kräfte sicherlich. Obwohl die Töne die beim Gebären entstehen nicht aus dem Hara kommen, sondern von ganz woanders her, ich wusste bis zu dem Zeitpunkt der Geburt meines Sohnes nicht, dass Menschen solche Töne hervorbringen können.

#83 Terao

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Geschrieben 30 September 2011 - 10:33 Uhr

Zitat

Komischerweise (vielleicht weil ich ene Frau bin?) kam mir die ganze Zeit eine schreiende Gebärende in den Siinn.
Auf diese Assoziation wäre ich wirklich nie gekommen.

Bei näherem Hinsehen würde ich aber nicht ausschließen, dass Gebärenden das Schreien aus ähnlichen Gründen nutzt wie Kämpfenden: Konzentration von Kraft, Lösen von Verspannungen, Kontrolle des Atemrhythmus, Zurechtkommen mit einer potenziell beängstigenden Situation, Umgehen mit Schmerzen kommen da in den Sinn.

Vor dem Hintergrund interessante Frage, ob man Kiai "lernen/trainieren" muss, oder ob es nicht auch ausreicht, sich nicht daran zu hindern, bzw. entsprechende kulturelle Hemmungen abzulegen.

#84 Gastpilgrim_*

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Geschrieben 30 September 2011 - 10:34 Uhr

Beitrag anzeigenCatwoman sagte am 30 September 2011 - 10:10 Uhr:

Kann es sein, dass Gebärende ganz ohne Training unbewußt kiai verwenden?
Den Vergleich mit einer Gebärenden habe ich bisher noch nicht gehört. Wohl aber den mit dem Schrei eines Neugeborenen oder auch dem Schrei eines Gewichthebers.

Aus meiner Sicht stimmt keiner dieser Vergleiche, da es dabei um das Unterstützen einer Kraftanstrengung geht (wenn man mal von der Reaktion auf den Schmerz absieht) oder um "stimmhaftes Atmen".
Das kiai - so wie ich es kenne - ist aber alles das gerade nicht. Es ist keine "natürliche" Handlung, keine spontane Lautäußerung (vor welchem Hintergrund nun auch immer), sondern es ist eine ganz bewußt Handlung, die gesteuert und gestaltet wird.
(@ terao) Man übt das, sowohl, was die Technik, als auch was die Lautgebung angeht und an der Qualität des kiai kann ein Lehrer die technische Entwicklung eines Schülers in Bezug auf seine KK ablesen/abhören. (Ich zitierte oben Sugino und Ueshiba.)
Bei Sugino sensei wird ausdrücklich gesagt, daß allein lautes, kraftvolles Schreien nicht mit kiai zu verwechseln sei.

Ich denke aber du hast insofern recht und verweist auf etwas Wichtiges, als der Gedanke, Stimme und Schreien überhaupt zu nutzen und dann technisch im Sinne der jeweiligen KK zu "kultivieren" bestimmt damit zu tun hat, daß Menschen das in ganz anderen Zusammenhängen, wie z.B. bei einer Gebärenden oder einem Neugeborenen als sehr kraftvoll, lebensvoll, wirkmächtig wahrgenommen haben.

Bearbeitet von pilgrim, 30 September 2011 - 10:36 Uhr.


#85 Terao

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Geschrieben 30 September 2011 - 10:49 Uhr

Zitat

(@ terao) Man übt das, sowohl, was die Technik, als auch was die Lautgebung angeht und an der Qualität des kiai kann ein Lehrer die technische Entwicklung eines Schülers in Bezug auf seine KK ablesen/abhören.
Naja, bei uns geschieht das eher nebenher. Ist ja sowieso Teil jeder Übung und Technik, und gerade beim Kämpfen bekommt man automatisch nach und nach ein Gespür dafür, was wann für einen passt.

#86 Catwoman

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Geschrieben 30 September 2011 - 10:54 Uhr

Hallo,

Beitrag anzeigenten-chi sagte am 30 September 2011 - 10:30 Uhr:

Nicht in dem Sinne, wie Kiai in der Kampfkunst verwendet wird. Aber zum Unterstützen und Bündeln der Kräfte sicherlich.
Oki :)

Zitat

Obwohl die Töne die beim Gebären entstehen nicht aus dem Hara kommen, sondern von ganz woanders her, ich wusste bis zu dem Zeitpunkt der Geburt meines Sohnes nicht, dass Menschen solche Töne hervorbringen können.
Spannend! Warum denkst Du, dass sie nicht aus dem Hara kamen? (Mut zur Lücke als NIcht-Aikido-Praktziernde: Hara ist das Zentrum oder?

Beitrag anzeigenTerao sagte am 30 September 2011 - 10:33 Uhr:

Kämpfenden: Konzentration von Kraft, Lösen von Verspannungen, Kontrolle des Atemrhythmus, Zurechtkommen mit einer potenziell beängstigenden Situation, Umgehen mit Schmerzen kommen da in den Sinn.
Möglicherweise...

Zitat

oder ob es nicht auch ausreicht, sich nicht daran zu hindern, bzw. entsprechende kulturelle Hemmungen abzulegen.
Da kommt mal wieder mein gender mainstreaming HIntergrund hinzu: Fällt es Frauen schwerer (was ich persönlich denke) als Männer, kiai zu erlenen oder zu üben?

Beitrag anzeigenpilgrim sagte am 30 September 2011 - 10:34 Uhr:

Den Vergleich mit einer Gebärenden habe ich bisher noch nicht gehört. Wohl aber den mit dem Schrei eines Neugeborenen oder auch dem Schrei eines Gewichthebers.
Aha :)

Zitat

Das kiai - so wie ich es kenne - ist aber alles das gerade nicht. Es ist keine "natürliche" Handlung, keine spontane Lautäußerung (vor welchem Hintergrund nun auch immer), sondern es ist eine ganz bewußt Handlung, die gesteuert und gestaltet wird.
Oki, ich hätte nun wieder gedacht, dass kiai etwas natürliches ist. Aber interessant :)

Zitat

wie z.B. bei einer Gebärenden oder einem Neugeborenen als sehr kraftvoll, lebensvoll, wirkmächtig wahrgenommen haben.
Als ich grad noch mal nachdachte, warum ich mir das Bild in den Sinn kam, erfolgten genau diese Assoziationen! Also ich empfinde diesen Schrei als sehr kraftvoll...und einen kiai empfinde ich ebenfalls als kraftvoll, egal ob lautlos oder lauthaft.

LG Catwoman

Bearbeitet von Catwoman, 30 September 2011 - 10:59 Uhr.

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#87 Gastcalifax_*

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Geschrieben 30 September 2011 - 10:57 Uhr

Beitrag anzeigenCatwoman sagte am 30 September 2011 - 10:54 Uhr:

Hara ist das Zentrum oder?

Nein. Hara ist der Bauch. Aber "starkes Hara" klingt halt besser als "fette Plauze".

#88 Catwoman

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Geschrieben 30 September 2011 - 11:00 Uhr

Hallo califax,

:lol: Gut, dann werde ich bestimmten Leuten jetzt zukünftig mehr Respekt engegenbringen, weil sie einen kraftvollen Hara haben... :P

LG Cat ;)
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#89 ten-chi

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Geschrieben 30 September 2011 - 11:09 Uhr

Beitrag anzeigenCatwoman sagte am 30 September 2011 - 10:54 Uhr:

Mut zur Lücke als NIcht-Aikido-Praktziernde: Hara ist das Zentrum oder?

Ja, das Zentrum, die Mitte, auch die Erdmitte des Menschen oder Quelle des Lebens.
Bauch ist auch richtig, trifft aber nur einen Teil des Spektrums.
Harakiri kann man also im doppelten Sinn deuten.

Hara ist aber kein Aikido-spezifischer Begriff.
Künste, die sich mit der Entwicklung der Mitte befassen, werden als hara-gei bezeichnet. Im Vergleich dazu: bu-gei-Kriegskünste.

#90 Catwoman

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Geschrieben 30 September 2011 - 11:11 Uhr

Hallo ten-chi,

danke für die Erklärung :) Wieder was gelernt! :)

LG Catwoman
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#91 Gastpilgrim_*

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Geschrieben 30 September 2011 - 11:47 Uhr

Beitrag anzeigenCatwoman sagte am 30 September 2011 - 10:54 Uhr:

Da kommt mal wieder mein gender mainstreaming HIntergrund hinzu: Fällt es Frauen schwerer (was ich persönlich denke) als Männer, kiai zu erlenen oder zu üben?
Nach meiner Erfahrung ist das definitiv so.
Wobei auch Männer häufig Probleme damit haben.

Zitat

Oki, ich hätte nun wieder gedacht, dass kiai etwas natürliches ist. Aber interessant
Naja, wenn ich es richtig verstanden habe, dann gibt es auch diese Meinung durchaus. Wohl auch im aikido. Ich glaube, Ingolf hatte sich so geäußert.
Ich beziehe mich nur auf das, was ich persönlich kenne und übe. Und ich schrieb ja oben schon mal: Es geht bis dahin, daß kiai in den Erläuterungen zur Prüfungsordnung an bestimmten Stellen vorkommen.


Beitrag anzeigenten-chi sagte am 30 September 2011 - 11:09 Uhr:

Ja, das Zentrum, ...
Ist hara denn für dich mit Zentrum identisch?
Ich kenne das Zentrum /tanden als einen Teil des hara.

(Hatten wir ja nebenan schon mal.)

Meines Wissens ist hara zunächst einmal wirklich schlicht der Bauch (inkl. Plautze), der Unterlaub, Magen und Darm. Also eine rein anatomische Bezeichnung, wie bei uns das Herz. Nur daß eben nach asiatischem Verständnis das Gefühl (=ki) nicht im Herzen verortet ist, sondern im hara. Mit den entsprechenden Folgen.
Das Zentrum / tanden ist aber in dem, was ich gelernt habe, dann noch einmaml ein bestimmter Aspekt davon.

#92 ten-chi

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Geschrieben 30 September 2011 - 12:56 Uhr

Da gibt es verschiedene Deutungen. Haragei meint die Übung der Mitte, das heißt u.a. es führt zu einem harmonischen, ausgeglichenen Leben, zum
"In der Mitte sein".

Von Graf Dürckheim gibt es ein Buch: Hara - die Erdmitte des Menschen.

Seika tanden mag ein spezieller Punkt innerhalb des Hara sein, bestimmte Aspekte betreffend. Ich sehe hier eher die Entsprechungen zu den Chakren, mit Hara widerum ist aber kein Chakra gemeint, aber ebend auch nicht nur der Bauch.
Es sein denn, man füllt das Wort Bauch mit den entsprechenden, über das rein Körperliche hinausgehende Bedeutungen. Das "Bauchgefühl" zum Beispiel gibts auch bei uns.
Wo du schon das Herz ansprichst, auch hiermit ist nicht nur das Organ gemeint, weder bei uns noch in Asien.

Zitat

Nur daß eben nach asiatischem Verständnis das Gefühl (=ki) nicht im Herzen verortet ist

Weiter oben hast du Ki mit "Willen" übersetzt, und Gefühl schon mal mit Kimochi.

#93 Gastpilgrim_*

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Geschrieben 30 September 2011 - 16:58 Uhr

Beitrag anzeigenten-chi sagte am 30 September 2011 - 12:56 Uhr:

Da gibt es verschiedene Deutungen. ...
Danke für deine Erläuterungen. Das war mir schon bewußt und Dürckheims Buch steht natürlich bei mir auch im Schrank.

Ich habe danach gefragt, wie du diese Begriffe benutzt, da manche aikidoka hara und Zentrum synonym gebrauchen und andere aikidoka zwischen hara und Zentrum / tanden noch einmal differenzieren.

Zitat

Zitat

Nur daß eben nach asiatischem Verständnis das Gefühl (=ki) nicht im Herzen verortet ist
Weiter oben hast du Ki mit "Willen" übersetzt, und Gefühl schon mal mit Kimochi.
Ja.

#94 Catwoman

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Geschrieben 30 September 2011 - 17:15 Uhr

Hallo,

Beitrag anzeigenpilgrim sagte am 30 September 2011 - 11:47 Uhr:

Beitrag anzeigenCatwoman sagte am 30 September 2011 - 10:54 Uhr:

Da kommt mal wieder mein gender mainstreaming HIntergrund hinzu: Fällt es Frauen schwerer (was ich persönlich denke) als Männer, kiai zu erlenen oder zu üben?
Nach meiner Erfahrung ist das definitiv so.
Verwendet ihr als Lehrende da unterschiedliche Methoden um das dem jeweiligen Geschlecht beizubringen? Ich denke ja, dass Frauen meist überhaupt erstmal lernen müssen, ihre Stimme zu gebrauchen.

Hab ich das richtig verstanden, dass man erst den lauthaften kiai lernen sollte, um den lautlosen zu verstehen und zu können?

Ich finde eure folgenden Ausführungen spannend:

Beitrag anzeigenten-chi sagte am 30 September 2011 - 11:09 Uhr:

Meines Wissens ist hara zunächst einmal wirklich schlicht der Bauch (inkl. Plautze), der Unterlaub, Magen und Darm. Also eine rein anatomische Bezeichnung, wie bei uns das Herz. Nur daß eben nach asiatischem Verständnis das Gefühl (=ki) nicht im Herzen verortet ist, sondern im hara. Mit den entsprechenden Folgen.
Das Zentrum / tanden ist aber in dem, was ich gelernt habe, dann noch einmaml ein bestimmter Aspekt davon.

Beitrag anzeigenpilgrim sagte am 30 September 2011 - 16:58 Uhr:

Ich habe danach gefragt, wie du diese Begriffe benutzt, da manche aikidoka hara und Zentrum synonym gebrauchen und andere aikidoka zwischen hara und Zentrum / tanden noch einmal differenzieren.
Habt ihr dafür schon einen eigenen Thread?

LG Catwoman

PS: Die Frage war eigentlich, woher die Schreie der Gebärenden gekommen sein können, wenn denn nicht aus dem Hara ;)
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#95 ten-chi

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Geschrieben 30 September 2011 - 17:56 Uhr

Beitrag anzeigenCatwoman sagte am 30 September 2011 - 17:15 Uhr:


PS: Die Frage war eigentlich, woher die Schreie der Gebärenden gekommen sein können, wenn denn nicht aus dem Hara ;)

Vielleicht ja doch, aber ich weiß es nicht. Manches bleibt ein Geheimnis.

#96 ten-chi

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Geschrieben 30 September 2011 - 23:23 Uhr

Beitrag anzeigenpilgrim sagte am 30 September 2011 - 16:58 Uhr:

Ich habe danach gefragt, wie du diese Begriffe benutzt, da manche aikidoka hara und Zentrum synonym gebrauchen und andere aikidoka zwischen hara und Zentrum / tanden noch einmal differenzieren.

Man kann alles verkomplizieren, ich denke es sind verschiedene Ebenen, weil Bezüge zu verschiedenen kulturellen Kontexten vorhanden sind, wie auch "Ki" einmal auf chinesische, andererseits auf eine nur im Kontext der japanischen Kultur verstehbare Art interpretiert werden kann.
Hara-gei hat glaube ich nichts mit energetischen oder mediizinischen Chi-Konzepten zu tun, eher mit dem Leben an sich.




Beitrag anzeigenCatwoman sagte am 30 September 2011 - 17:15 Uhr:

Verwendet ihr als Lehrende da unterschiedliche Methoden um das dem jeweiligen Geschlecht beizubringen? Ich denke ja, dass Frauen meist überhaupt erstmal lernen müssen, ihre Stimme zu gebrauchen.
Nein, es gibt auch Männer die das erst lernen müssen. Es gibt sogar welche die nicht schlagen können.

Beitrag anzeigenCatwoman sagte am 30 September 2011 - 17:15 Uhr:

Hab ich das richtig verstanden, dass man erst den lauthaften kiai lernen sollte, um den lautlosen zu verstehen und zu können?
Würde ich bejahen.


Beitrag anzeigenCatwoman sagte am 30 September 2011 - 17:15 Uhr:

Ich finde eure folgenden Ausführungen spannend:

Beitrag anzeigenten-chi sagte am 30 September 2011 - 11:09 Uhr:

Meines Wissens ist hara zunächst einmal wirklich schlicht der Bauch (inkl. Plautze), der Unterlaub, Magen und Darm. Also eine rein anatomische Bezeichnung, wie bei uns das Herz. Nur daß eben nach asiatischem Verständnis das Gefühl (=ki) nicht im Herzen verortet ist, sondern im hara. Mit den entsprechenden Folgen.
Das Zentrum / tanden ist aber in dem, was ich gelernt habe, dann noch einmaml ein bestimmter Aspekt davon.

Das waren Pilgrims Zeilen, nicht meine.

#97 Terao

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Geschrieben 01 Oktober 2011 - 06:54 Uhr

Zitat

Nein, es gibt auch Männer die das erst lernen müssen.
Mal wieder jemand ohne Ahnung von Statistik...
Ja, mein Eindruck ist, dass Frauen sich damit zu Beginn im Schnitt ein bißchen schwerer tun. Mit Ausnahmen in beide Richtungen.

Der hier beschreibt, dass es zu Beginn am leichtesten fällt, wenn man erstmal bei Suburi gemeinsam gleichzeitig schreit (bei uns wird da erstmal LAUT gezählt). Da hört man die eigene Stimme nicht so. Erschöpfung hilft auch, weil man nicht mehr so sehr drüber nachdenkt. Die meisten gewöhnen sich aber sehr schnell dran. Und dann macht`s Spaß.

#98 Gastpilgrim_*

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Geschrieben 01 Oktober 2011 - 09:19 Uhr

Beitrag anzeigenTerao sagte am 01 Oktober 2011 - 06:54 Uhr:

Zitat

Nein, es gibt auch Männer die das erst lernen müssen.
Mal wieder jemand ohne Ahnung von Statistik...
Will sagen?

Bearbeitet von pilgrim, 01 Oktober 2011 - 09:20 Uhr.


#99 Gastpilgrim_*

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Geschrieben 01 Oktober 2011 - 09:35 Uhr

Beitrag anzeigenten-chi sagte am 30 September 2011 - 23:23 Uhr:

ich denke es sind verschiedene Ebenen, weil Bezüge zu verschiedenen kulturellen Kontexten vorhanden sind, wie auch "Ki" einmal auf chinesische, andererseits auf eine nur im Kontext der japanischen Kultur verstehbare Art interpretiert werden kann.
Das erlebe ich anders:
Die Arbeit mit Aspekten wie in-yo-ho oder mit tanden und nicht insgesamt hara ist etwas, das durchaus seinen Ort in den japanischen Künsten hat. Das wird spätestens deutlich, wenn man sich mit koryu beschäftigt. Dort ist derlei allgegenwärtig.
Im aikido ist das warum auch immer häufig nicht transportiert worden. Wenn man z.B. die Texte von Tohei liest, dann ist deutlich zu spüren, wie er elementarisiert hat und versucht hat ein art didaktisches System zu bauen. Dabei aber sind dann leider viele differenziertere Aspekte verloren gegangen. Das aber ist wohl häufig so geschehen, auch bei anderen Lehrern. Bei Tohei kann man es eben nur besser ablesen, weil ers aufgeschrieben hat.
Wenn man sich ein Shioda, Total aikido anschaut, dann wird z.B. deutlich, was ursprünglich alles in der Überlieferung vorhanden war.

Langer Rede kurzer Sinn:
Nein, es geht aus meiner Sicht nicht um verschiedene kulturelle Systeme, sondern um unterschiedliche Überlieferungen in den japanischen Künsten selber.

Zitat

Hara-gei hat glaube ich nichts mit energetischen oder mediizinischen Chi-Konzepten zu tun, eher mit dem Leben an sich.
Hara gei hat meines Wissens ganz unterschiedliche Dimensionen. Richtiges atmen, richtige Haltung, Wärme aus dem hara enwickeln, dem Körper eine Mitte geben und so dem Leben auch. Es läßt sich körperlich üben und verstehen. Nicht nur natürlich. Aber eben doch auch. Soweit ich das weiß. (Ich liebe das Leben: Du schreibst was von hara gei und in einem Roman den ich gerade lese trifft die Protagonistin in Freiburg einen japanischen sushi Verkäufer der ihr das Üben des hara beibringt.)
Aber es gibt auch durchaus esoterische Aspekte.

Nur noch zur Klarstellung:
Mir geht es bei alledem (hara/tanden ... Bauch) nicht um richtig oder falsch. Sondern nur darum wahrzunehmen, was alles vorkommt. Und es (vielleicht) besser zu verstehen.

#100 ten-chi

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Geschrieben 01 Oktober 2011 - 10:01 Uhr

Beitrag anzeigenpilgrim sagte am 01 Oktober 2011 - 09:35 Uhr:

Die Arbeit mit Aspekten wie in-yo-ho oder mit tanden und nicht insgesamt hara ist etwas, das durchaus seinen Ort in den japanischen Künsten hat. Das wird spätestens deutlich, wenn man sich mit koryu beschäftigt. Dort ist derlei allgegenwärtig.

Na sicher, ist es ja im Aikido auch, und war es von Anfang an. Nur wo es herkommt ist fraglich. Letzlich ist es mir aber völlig egal.
Eine dearartige Differenzierung (Hara / seika tanden) war auch iregendwie immer vorhanden.
Hara oder Mitte umfasste aber eher auch die psychischen Aspekte, während tanden oder ebend das entsprechende Chakra eher die energetischen Aspekte, umfasste. Natürlich greift das auch ineinander, das "nach oben steigen der Mitte" in Angst oder Stresssituationen bzw, das Atmen ins Hara um genau dies zu verhindern, etc.
Ob man sich dabei einen konkreten Punkt vorstellt oder eine Region, das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Asai sagte mal, er könne keinen genauen Punkt lokalisieren.
Ich kenne aus bestimmten Übungen das Gefühl, wenn es im Unterbauch anfängt zu vibrieren und dann Energie im Überfluss vorhanden ist.
Was Tohei betrifft, kommen die Einflüsse aus dem Yoga bzw. vermischen sich mit denen aus der eigenen Kultur.
Richtig oder falsch sehe ich da auch nicht. Tada meint ja auch es ist letzlich das Gleiche, was Tempu und Ueshiba erzählt haben.
Für mich persönlich ist es nicht so wichtig, das alles auseinander zu dröseln, ich wüsste nicht wirklich wo mich das hinbringen sollte.

Bearbeitet von ten-chi, 01 Oktober 2011 - 10:03 Uhr.