Frieden als Ziel des budo - nicht allein im Aikido
#42
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 13:51 Uhr
Zumal einige oder speziell einer der von Califax wohl gemeinten "Fachleute" genau dies immer wieder versucht haben zu beweisen und genau diese Meinung vertreten.
Aber selbst Koryu-übende können doch nicht mehr wirklich den alten Geist vertreten, denn wir leben nun mal nicht mehr in den alten Zeiten, warum wird das nicht begriffen? Es ist wichtig zu erkennen, was das Üben einer Budo-Kunst in der heutigen Zeit bringen kann, Was genau hat man davon, wenn man Techniken übt, die mal zum Töten gedacht waren? Ist man deswegen härter als andere? Kann man diese Techniken anwenden, will man das? Ich glaube keiner der in disem Forum anwesenden übt mit dieser Intention und mit diesem Anspruch und in dem Geist jederzeit zu töten und getötet zu werden.
Da kann man sich noch so viele Kory-bertreibende Lehrer und alte Traditionen anheften wie man möchte, es ist doch nur Selbstbetrug, wenn man dann sieht wie tatsächlich geübt wird.
Etwas nachzuahmen was vor 500 Jahren mal Sinn hatte, hat keinen Wert, wenn man den Nutzen nicht auf die heutige Zeit übertragen kann.
Das es Leute gibt, die gerne Samurai spielen und für sich in Anspruch nehmen harte Kämpfer zu sein, die angeblich den alten Geist vertreten und meinen, Arterien aufschlitzen zu üben sei das Zeichen für kämpferische Kompetenz, sagt für mich einiges über den Stand der Persönlichkeitsentwicklung aus. Phantastereien und Allmachtsphantasien, mehr nicht.
Das ursprüngliche Thema ist jedoch ein anderes, Frieden als Ziel des Budo, das ist der alte Geist. Also Leute, davon ist ja hier wohl nichts zu sehen.
Callifax, du musst vieeeeel ruhiger werden!
Bearbeitet von ten-chi, 08 Oktober 2011 - 13:54 Uhr.
#43
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 14:17 Uhr
wie schon so oft gesagt übe ich Kampfkunst um kämpfen zu können. Und das setzt für mich korrekte und realistische Techniken voraus. Und das wiederum endet für den anderen im realen leben meist tötlich, insbesondere bei Waffentechniken.
Zusammengeschrumpft könnte man also sagen ich trainiere Kampfkunst mit dem Ziel töten zu können. Klar ist das nur die halbe Wahrheit, aber pragmatisch gesehen ist es genau das. Und ich finde es auch wichtig so ehrlich zu sein das Budo ursprünglich genau dafür gut war.
Muss man Krieg erleben um frieden schätzen zu lernen? ich denke ja. Ist wie bei allem anderen auch.
Nutzen auf die heutige Zeit übertragen? da wüsste ich einige
-bessere Körperbeherschung
-bessere selbstbeherschung
-höheres Selbstbewusstsein
-sich im Ernstfall wehren können
-geschichte leben
-spass
Warum muss man in jedem immer gleich einen modernen Sinn suchen? Wenn ich in Yoroi mit einer Naginata gegen einen Schwertkämpfer Randori mache bringt mir das für das Leben recht wenig außer ein paar nebeneffekte wie muskelaufbau, abhärtung usw. Aber es macht ganz einfach Spass. Und ich persönlich finde auch nichts schlimmes daran Samurai spielen zu wollen. Sonst müsste man auch sagen alle garagen Bands sind albern, alle LARPer haben einen an der Waffel usw.
Lg
micha
#44
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 15:30 Uhr
Deamonday sagte am 08 Oktober 2011 - 14:17 Uhr:
Das es unrsprünglich dafür gut war, ist unzweifelhaft wahr, und auch dass man sich beim Üben mit Waffen genau dieser Tatsache bewusst sein sollte,
Allerdings nützt dir die Fähigkeit zum Töten in einer modernen Zivilgesellschaft überhaupt gar nichts, Aus diesem Grund heutzutage zu üben ist albern und reine Zeitverschwendung.
Deamonday sagte am 08 Oktober 2011 - 14:17 Uhr:
DAS ist für mich nun der größte Wiederspruch in sich, einerseits zu behaupten man wolle Töten lernen, und es dann als Spiel zu bezeichnen.
Wie alt bist Du noch mal?
#45
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 15:50 Uhr
Was hat das bitte mit dem Alter zu tun?
Nungut
Zitat
Ok aber ich will eigentlich darauf hinaus das ich es wahrscheinlichst nicht betreiben würde wenn es nicht effizient wäre.
Zitat
Lg
Micha
#46
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 15:53 Uhr
ten-chi sagte am 08 Oktober 2011 - 13:51 Uhr:
Da kann man sich noch so viele Kory-bertreibende Lehrer und alte Traditionen anheften wie man möchte, es ist doch nur Selbstbetrug, wenn man dann sieht wie tatsächlich geübt wird.
Etwas nachzuahmen was vor 500 Jahren mal Sinn hatte, hat keinen Wert, wenn man den Nutzen nicht auf die heutige Zeit übertragen kann.
Das es Leute gibt, die gerne Samurai spielen und für sich in Anspruch nehmen harte Kämpfer zu sein, die angeblich den alten Geist vertreten und meinen, Arterien aufschlitzen zu üben sei das Zeichen für kämpferische Kompetenz, sagt für mich einiges über den Stand der Persönlichkeitsentwicklung aus. Phantastereien und Allmachtsphantasien, mehr nicht.
Das ursprüngliche Thema ist jedoch ein anderes, Frieden als Ziel des Budo, das ist der alte Geist. Also Leute, davon ist ja hier wohl nichts zu sehen.
Bei Koryu geht es nicht um Samurai spielen, Allmachtsphantasien oder sowas. Man ist sich bewusst das ein Kampf mit Schwert auf Leben und Tod ist. Die Leute, die ich kennengelernt habe, die Koryu betreiben würden nicht in dein Schema passen. Sind alles nette Menschen, die ernsthaft eine Kampfkunst betreiben.
Es geht nicht um das töten wollen, sondern sich bewusst sein das ein Kampf tödlich sein kann. Sich auch bewusst zu sein, es kann auch jemanden geben der mich töten möchte. Die Menschen sind nunmal nicht alle nett. Aber ernsthaft will keiner töten, deswegen auch das Gerede um Frieden, denn man ist sich bewusst das man das keinen antun möchte,
gruß
Oli
一刀即ち万刀
#47
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 15:57 Uhr
Weniger apodiktische Aussagen stünden Dir sicher auch ganz gut.
.
"Allein sind die Menschen noch annehmbar, doch wenn sie Cliquen bilden, fangen sie an, zu verblöden. Sie verfallen dem Gruppenwahn. Sie sind so sehr darauf aus, in Gruppen zu verblöden, dass sie dafür extra Vereine gründen und Mitgliedsbeiträge bezahlen. [...]" (Sawaki Kôdô)
#48
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 16:00 Uhr
Das erlernen von KK und min Reenectment sind 2 getrennte Sachen auch wenn es überschneidungen gibt.
Und Olika hat das was ich sagen wollte auch sehr schön zu papier gebracht.
Lg
Micha
Bearbeitet von Deamonday, 08 Oktober 2011 - 16:03 Uhr.
#49
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 16:08 Uhr
OliKa sagte am 08 Oktober 2011 - 15:53 Uhr:
Nein, natürlich nicht. Habe ich das behauptet?
OliKa sagte am 08 Oktober 2011 - 15:53 Uhr:
Der Unterschied ist, die lassen auch kein unreifes Geschwätz ab. So einfach ist das.
#50
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 16:25 Uhr
ten-chi sagte am 08 Oktober 2011 - 16:08 Uhr:
Zitat
Zitat
Möchte noch auf ein Zitat von dir eingehen:
Zitat
gruß
Oli
一刀即ち万刀
#51
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 16:36 Uhr
Lg
Micha
#52
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 16:42 Uhr
Streit bei dem Thema "Frieden als Ziel des Budo" finde ich dann noch interessanter!
#53
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 16:43 Uhr
So wurde etwa Kendo vom feudalistischen Überbleibsel zum Mittel, gute Soldaten für den 2. WK hervorzubringen, und von da zum Erziehungsmittel für den modernen, friedlichen, demokratischen Staatsbürger. All das ohne großartige innere Veränderungen (m.A.n. unterscheidet sich das bekannte 20er-Jahre-Kendo-Shiai vor dem Kaiser in Ablauf und "Geist" tatsächlich gar nicht von heutigen 8.Dan-Turnierkämpfen).
Hingegen gilt Jukendo/Tankendo in Japan m.W.n. vielen immer noch als unangenehme Remineszenz an den alten Militarismus, obwohl es dem Kendo sehr ähnlich war und ist (und sich seither ebensosehr, bzw. so wenig verändert hat).
Bearbeitet von Terao, 08 Oktober 2011 - 16:45 Uhr.
#54
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 16:49 Uhr
Klar würde das bei philosphischen aspekten stimmen, aber gerade die spielen im Budo eine recht untergeordnete Rolle.
Manchmal versteh ich warum Asiatische KK von der HEMA fraktion immer so belächelt wird.
Lg
Micha
Ps: @Terao
gute Anmerkung^^
Bearbeitet von Deamonday, 08 Oktober 2011 - 16:50 Uhr.
#55
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 17:16 Uhr
Oder konkreter: Moriji Mochida (1885-1974, 10. Dan Hanshi) wird von heutigen Kendoka nicht etwa als vorbildhaft angesehen, weil er ein so überzeugter Feudalist, Nazi, Demokrat, Humanist oder wasweißich war (keine Ahnung, was er war, ist mir offengestanden auch scheißegal), sondern weil er ein (körperlich wie geistig) toller Kendoka war.
#56
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 17:23 Uhr
Deamonday sagte am 08 Oktober 2011 - 16:36 Uhr:
Es ist doch noch mal ein Unterschied, ob du jemanden umhaust, oder ihn mit dem Schwert in zwei Teile schneidest. Wieviele Jahre Gefängnis den Unterschied ausmacht, solltest du schon wissen.
#57
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 17:26 Uhr
OliKa sagte am 08 Oktober 2011 - 16:25 Uhr:
Na, wenn du das nicht weißt.
Mal ganz kurz und knapp gesagt, übt man heute nicht mehr, um in der Feldschlacht Menschen zu töten.
Wenn doch, sollte ich vielleicht doch die Jungs mit den weißen Kitteln....
#59
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 17:35 Uhr
Ne im ernst ich finde es auch ziemlich schmal von dir das du nun die ,,ich find es intolerant das ihr meine intoleranz nicht toleriert´´ schiene fährst.
Davon abgesehen macht es keinen Unterschied ob ich jemanden mit der Hand oder ner Klinge umbringe, zumindest vom Strafmass her.
Und wenn du mal im Kontext bleiben würdest hättest du evtl gemerkt das Umhauen sinnbildlich für töten stand.
Lg
Micha
#60
Geschrieben 08 Oktober 2011 - 17:55 Uhr
ten-chi sagte am 08 Oktober 2011 - 17:26 Uhr:
OliKa sagte am 08 Oktober 2011 - 16:25 Uhr:
Na, wenn du das nicht weißt.
Mal ganz kurz und knapp gesagt, übt man heute nicht mehr, um in der Feldschlacht Menschen zu töten.
Wenn doch, sollte ich vielleicht doch die Jungs mit den weißen Kitteln....
Naja, wahrscheinlich kommt jetzt wieder ein sinngemäßes "Wenn du das nicht weißt, bist du dumm/ein gefährlicher Irrer/ein Samurairomantiker".
Vielleicht hat ja noch jemand anders ne Antwort.
Bearbeitet von Terao, 08 Oktober 2011 - 17:56 Uhr.



