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Vollkontakt, was bedeutet das?


32 Antworten in diesem Thema

#21 Terao

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Geschrieben 08 Oktober 2011 - 21:23 Uhr

Eben nicht! Lies es mal nach: Wenn der Verletzte schuld hat (bspw. wenn er trotz Gelegenheit nicht tappt), hat ER den Kampf verloren (und einen gebrochenen Arm... zumindest, wenn der Kampfrichter pennt und nicht von sich aus unterbricht).

Und KO ist keine Verletzung.


Außerdem gibts auch noch nen Gummiparagrafen a la "verboten ist alles, was den Gegner übermäßig gefährdet, bzw. dem Geist des Judo zuwiderläuft".

Man wird nie alle Eventualitäten in explizite Regeln gießen können. Ein wenig gesunder Menschenverstand wird halt auch im Kampfsport von Kämpfern und Kampfrichtern erwartet.

Bearbeitet von Terao, 08 Oktober 2011 - 21:26 Uhr.


#22 Richard

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Geschrieben 08 Oktober 2011 - 21:59 Uhr

Beitrag anzeigenTerao sagte am 08 Oktober 2011 - 21:23 Uhr:

Eben nicht! Lies es mal nach: Wenn der Verletzte schuld hat (bspw. wenn er trotz Gelegenheit nicht tappt), hat ER den Kampf verloren (und einen gebrochenen Arm... zumindest, wenn der Kampfrichter pennt und nicht von sich aus unterbricht).
Da geht's dann in juristische Wortklauberei... wo zieht man die Grenze? Also ich wäre ziemlich sauer, wenn ich einen Kampf verlieren würde, weil der Ref der Meinung ist, dass ich eine erlaubte Technik zu schnell durchgezogen habe...

Zitat

Und KO ist keine Verletzung.
Kommt drauf an. Ein richtiges KO mit Gehirnerschütterung und allem ist sehr wohl eine Verletzung, wenn auch keine äußerliche.

Zitat

Außerdem gibts auch noch nen Gummiparagrafen a la "verboten ist alles, was den Gegner übermäßig gefährdet, bzw. dem Geist des Judo zuwiderläuft".
Ja, das ist wohl ein Gummiparagraph...

Lesen hier irgendwelche Judo-Schiedsrichter oder aktive Wettkämpfer mit? Wie wird das in der Praxis gehandhabt?

#23 ten-chi

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Geschrieben 08 Oktober 2011 - 22:45 Uhr

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 08 Oktober 2011 - 19:00 Uhr:

Überhaupt, wie soll das gehen? Wenn 2 Leute Aikido machen würden, dann würde einfach nichts passieren. Also muss einer den Angreifer spielen, wie wird dann aber die Aktion gewertet? Wie wird der Angreifer motiviert, bekommt er auch Punkte für Treffer? Ist das dann noch Aikido?

Deshalb sage ich ja, im Aikido gibt es keinen Wettkampf.

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 08 Oktober 2011 - 19:00 Uhr:

Ich bezweifle jedenfalls, dass man in einer unkooperativen, dynamischen Kampfsituation jemanden schnell und unvorbereitet hebeln kann, ohne dass da was kaputt geht.

Was bedeutet unvorbereitet? Klar kann man jemanden Hebeln, der unvorbereitet ist und pennt, oder den man so vorbereitet hat, dass er auf die eigentliche Aktion nicht vorbereitet ist. Das muss man natürlich üben.

#24 Luggage

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Geschrieben 09 Oktober 2011 - 09:54 Uhr

Beitrag anzeigenten-chi sagte am 08 Oktober 2011 - 22:45 Uhr:

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 08 Oktober 2011 - 19:00 Uhr:

Ich bezweifle jedenfalls, dass man in einer unkooperativen, dynamischen Kampfsituation jemanden schnell und unvorbereitet hebeln kann, ohne dass da was kaputt geht.

Was bedeutet unvorbereitet? Klar kann man jemanden Hebeln, der unvorbereitet ist und pennt, oder den man so vorbereitet hat, dass er auf die eigentliche Aktion nicht vorbereitet ist. Das muss man natürlich üben.
Ohne dass was kaputt geht war das Wesentliche der Aussage...

#25 ten-chi

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Geschrieben 09 Oktober 2011 - 11:49 Uhr

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 09 Oktober 2011 - 09:54 Uhr:


Ohne dass was kaputt geht war das Wesentliche der Aussage...

Ich habe durchaus schon Leute gehebelt die nicht wollten oder die sich unkooperativ verhalten haben, ohne dass etwas kaputtgegangen ist. Von daher sollte es auch in einem Wettkampf möglich sein.

Bearbeitet von ten-chi, 09 Oktober 2011 - 11:56 Uhr.


#26 Lars

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Geschrieben 09 Oktober 2011 - 20:21 Uhr

Vollkontakt bedeutet für mich, dass die Techniken voll(ständig) durchgezogen werden, d.h. nicht abgestoppt oder nur angedeutet werden. Daraus ergibt sich bei korrekter Technikausführung zwangsläufig eine bestimmte Härte, weil der Körper mit in den Schlag gebracht wird. Keinesfalls bedeutet es, man jedesmal seinen Gegner bewusstlos schlagen muss. Kann man natürlich tun, aber für mich sind auch 70% Krafteinsatz bei vollständiger Technik und durchgezogen Vollkontakt

#27 Lanariel

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Geschrieben 10 Oktober 2011 - 12:13 Uhr

Was genau ist eigentlich "Semikontakt" für ne Wettkampfform? Ich lese das in Foren jetzt des Öfteren, mir ist das aber bisher auf keinem Turnier untergekommen, dass eine Klasse als Semikontakt ausgeschrieben wurde. Geläuftig sind mir das eher die Bezeichnungen Pointfighting, Leichtkontakt, Kumite, K1 und ein paar mehr.

#28 soto-deshi

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Geschrieben 10 Oktober 2011 - 13:01 Uhr

Hallo Lanariel,

ich möchte mich bei der Antwort für Dich , auf einen Artikel von Dr. Christine Theiss, WKA, beziehen.
Semikontakt:
Ablauf ähnlich dem Fechten, das heißt, nach jedem gültigen Treffer wird der Kampf unterbrochen und die Wertungskampfrichter geben den Punkt für die jeweilige Aktion bekannt. Es darf nur mit leichtem Kontakt getroffen werden. Gekämpft wird auf Bodenmatten. Entscheidend bei dieser Disziplin ist vor allem die Schnelligkeit und die Körperbeherrschung des Sportlers, damit die Treffer nicht zu hart aufsfallen.

Weitere Erläuterungen bieten der Artiel: Wissenswertes über Kickboxen, Christine theiss

Ich hoffe, ich konnte Deine Frage beantworten. soto-deshi

#29 soto-deshi

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Geschrieben 10 Oktober 2011 - 13:22 Uhr

Hallo Rakoshi,

Mir ist aufgefallen, dass bei jedem Turnier unter Vollkontakt etwas anderes verstanden wird.

Diese Frage hast Du gestellt und ich möchte versuchen, Dir eine Antwort darauf zu geben.

A) Zuerst ist es wichtig festzustellen, welcher Verband ein Turnier ausrichtet, denn die Regeln sind von Verband zu Verband verschieden.

- WKA, WAKO, K 1 , Kyokushin-kai Karate, Wettkämpfe nach Regeln des Thai-Boxens, Taekwondo mit Vollkontakt nach Regeln der WTF, um nur einige zu nennen.

B) Erläuterungen nach dem Regelwerk der WKA zum Begriff " Vollkontakt ".
Die Königsdisziplin dieses Sports und in der Regel denken, die Leute daran, wenn sie Kickboxen hören. Der Fight wird in einem Boxring ausgetragen. Hierbei wird, ähnlich dem Boxen über die gesamte Kampfdauer gekämpft, das Geschehen wird nur bei Regelwidrigkeiten vom Ringrichter unterbrochen. Die Wertung wird erst nach dem Kampfende von den Punktrichtern bekannt gegeben. Es gibt für die Härte der Schläge keine Richtlinien, umso mehr aber für die korrekte Ausführung der Techniken. Ein K.O. ist ein legitimes Mittel zur Beendigung eines Kampfes. Bei dieser Disziplin stehen das taktische Geschick und die Ausdauer des Kämpfers im Vordergrund, sowie die Fähigkeit, auch harte Gegentreffer zu verarbeiten.

C) Knie- und Ellenbogentechniken, Low-Kicks, Klammern, das richtet sich nach dem Regelwerk des jeweiligen Verbandes.

Der Text über Vollkontakt, wurde von mir aus einem Artikel von Dr. Christine Theiss, WKA, Weltmeisterin im Vollkontakt-Kickboxen , übernommen.Weiter Info gibt es bei den entsprechenden Verbänden die" Vollkontakt " unterrichten.
Oder wenn Du es lesen willst, Vollkontakt- Karate Training, Höller/Maluschka vom meyer&meyer Verlag.Erläutert den Vollkontakt- Karate-Stil von Ashihara International Karate, ein Meister dieser Stilrichtung ist Semmy Schilt, 6. Dan Ashihara Karate, bekannt aus den K1 Veranstaltungen in eurosport.

soto-deshi

Bearbeitet von soto-deshi, 10 Oktober 2011 - 13:28 Uhr.


#30 Drax

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Geschrieben 11 Oktober 2011 - 10:36 Uhr

Beitrag anzeigensoto-deshi sagte am 10 Oktober 2011 - 13:01 Uhr:

Hallo Lanariel,

ich möchte mich bei der Antwort für Dich , auf einen Artikel von Dr. Christine Theiss, WKA, beziehen.
Semikontakt:
Ablauf ähnlich dem Fechten, das heißt, nach jedem gültigen Treffer wird der Kampf unterbrochen und die Wertungskampfrichter geben den Punkt für die jeweilige Aktion bekannt. Es darf nur mit leichtem Kontakt getroffen werden. Gekämpft wird auf Bodenmatten. Entscheidend bei dieser Disziplin ist vor allem die Schnelligkeit und die Körperbeherrschung des Sportlers, damit die Treffer nicht zu hart aufsfallen.

Weitere Erläuterungen bieten der Artiel: Wissenswertes über Kickboxen, Christine theiss

Ich hoffe, ich konnte Deine Frage beantworten. soto-deshi
Kleine Ergänzung:
Getroffen werden darf nur mit dem Schützer, nicht (z.B.) mit der Faust, die im Schützer steckt. D.h. die Technik muss so weit abgestoppt werden, dass es zu keinem "harten" Kontakt kommt.
In manchen Verbänden dürfen beispielweise auch Techniken wie Dollmyo Pandae Dollyo Chagi oder Naeryo Chagi (Techniken aus dem TKD - Trefferzone wäre die Ferse) nur eingeschränkt angewendet werden, da man davon ausgeht, dass die meisten Kämpfer diese Techniken nicht abstoppen können.
Dies führt meiner Meinung nach aber zu einer enormen Einschränkung im Kampf, da man bestimmt Techniken nicht einsetzen darf.
Als ich noch turniermäßig aktiv war, gab es solche Einschränkungen nicht und ich habe eigentlich nie eine schwere Verletzung durch solche Techniken gesehen. Es kam eher deswegen zu Verletzungen, wenn unbeherrscht gekämpft wurde.

Na ja, andere Zeiten, andere Sitten ;)
Drax
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#31 pyriander

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Geschrieben 12 Oktober 2011 - 09:36 Uhr

Beitrag anzeigenTerao sagte am 08 Oktober 2011 - 21:11 Uhr:

Eigentlich ne interessante Frage. Ich hab mal hier in die (hoffentlich) aktuellen Judoregeln geschaut. Wörtlich steht das da zwar nicht drin; muss aber ein Kampf wegen Verletzung abgebrochen werden, hat, wenn sich das eindeutig bestimmen lässt, der verloren, der die Verletzung herbeigeführt hat. Bei einem durchgezogenen Hebel ohne Chance zum Tappen dürfte das wohl einigermaßen eindeutig sein.

Finde ich eine gute Regel. Ergänzend zu Richard: müssten also in dem Fall (wichtiges Finale etc.) eigentlich beide verlieren. Bei Vorkämpfen 'verlieren' ja praktisch beide, weil der Verletzte nicht mehr weiterkämpfen könnte. Mir gefällts.
KRAV MAGA und Grappling in Lübeck: info@intense-training.de

#32 Lanariel

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Geschrieben 12 Oktober 2011 - 11:55 Uhr

Beitrag anzeigensoto-deshi sagte am 10 Oktober 2011 - 13:01 Uhr:

Hallo Lanariel,

ich möchte mich bei der Antwort für Dich , auf einen Artikel von Dr. Christine Theiss, WKA, beziehen.
Semikontakt:
Ablauf ähnlich dem Fechten, das heißt, nach jedem gültigen Treffer wird der Kampf unterbrochen und die Wertungskampfrichter geben den Punkt für die jeweilige Aktion bekannt. Es darf nur mit leichtem Kontakt getroffen werden. Gekämpft wird auf Bodenmatten. Entscheidend bei dieser Disziplin ist vor allem die Schnelligkeit und die Körperbeherrschung des Sportlers, damit die Treffer nicht zu hart aufsfallen.

Weitere Erläuterungen bieten der Artiel: Wissenswertes über Kickboxen, Christine theiss
Vielen Dank für die Ausführung.
Hört sich für mich an wie ganz normales Pointfighting. Hieß das früher in der WKA Semikontakt oder wieso diese Begriffsverwirrungen?

#33 soto-deshi

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Geschrieben 12 Oktober 2011 - 20:01 Uhr

Hallo Lanariel,

ich stelle Dir vor, was die WKA unter Kickboxen versteht:
Die Sportart Kickboxen hat sich Mitte der 60 Jahre in den USA aus verschiedenen Kampfsportarten heraus entwickelt. Die Oberkörpertechniken sind mit dem traditionellen Boxen identisch. Allerdings sind zu den Faust- nun auch die Fußtechniken hinzugekommen, die aus asiatischen Kampfsportarten wie Thaiboxen, Kung Fu oder Taekwondo übernommen und modifiziert wurden.

Leichtkontakt: Eine Mischung aus Semikontakt und Vollkontakt. Gekämpft wird über die volle Kampfdistanz wie auch beim Vollkontakt, aber nur mit leichtem Kontakt, ähnlich dem Semikontakt.

Dies sind die Regelvorschriften der WKA, die der WAKO sind ähnlich.

Eine kleine Randbemerkung ist mir hoffentlich erlaubt. Wenn Kickboxen - dann auf eurosport die K 1 Veranstaltungen, besonders K 1 World Grand Prix Finale. Wenn Peter Aerts,Semmy Schilt, Jerome Le Banner, Badr Hari, usw. in den Ring steigen, dann werden wirklich gute Techniken gezeigt. Im Augenblick zeigt eurosport am Donnerstag immer von einem bekannten Kampfsportler einige Kämpfe die dieser nach K 1 Regeln bestritten hat.
Was ich mir noch ansehe, sind die Vollkontakt- Kickbox-Kämpfe von Christine Theiss, WKA, ich glaube werden von SAT 1 übertragen.

Noch einen schönen Abend...soto-deshi