Selbstverteidigung im Rettungsdienst
#1
Geschrieben 17 Oktober 2011 - 12:44 Uhr
leider nehmen die Gewalttaten gegen Rettungsdienstpersonal zu. Die Einsatzkleidung ist nicht länger Schutz vor Übergriffen, der Sani ist sprichwörtlich zur Zielscheibe geworden.
Es wird gepöbelt, gespuckt, beleidigt, geschlagen, getreten, die weiblichen Kollegen werden nicht selten begrabscht oder von Bürgern mit Migrationshintergrund als "Hure" oder "######" bezeichnet.
Retter werden selbst zu Patienten, weil die Leute immer weniger Hemmungen haben, gegen die Lebensretter anzugehen.
Oft ist Alkohol im Spiel, sowie sozialer Verfall und und auch das schlechte Fehlen einer gesunden moralischen Einstellung.
ich möchte hier gern offen über diese Problematik sprechen und nehme auch gern Tipps an.
Wenn Krieg die Antwort ist, stellen wir die falschen Fragen
#3
Geschrieben 17 Oktober 2011 - 13:47 Uhr
ob es weitere Rettungsdienstler hier gibt, die sowas schon erlebt haben und wie sie es erlebt haben.
Wenn Krieg die Antwort ist, stellen wir die falschen Fragen
#4
Geschrieben 17 Oktober 2011 - 15:33 Uhr
Zum Thema ist meine Meinung: Eigenschutz geht vor. Wenn Gefährdung besteht wird nicht geholfen, basta.
sich von jetzt auf gleich als Mann mit dem Manne zu messen."”
Ralph Waldo Emerson
#5
Geschrieben 17 Oktober 2011 - 17:56 Uhr
Kusarigama Shogei sagte am 17 Oktober 2011 - 13:47 Uhr:
Ich habe kuerzlich einen kanadischen Rettungssanitaeter kennengelernt. Er zeigte mir etwa 10 Narben von Stich- und Schnittwunden an Haenden und Oberkoerper, welche ihm angeblich Drittpersonen waehrend Rettungseinsaetzen z.B. in Clubs zugefuegt haben. Als Konsequenz hat er daraus gezogen: Zuerst geht die Polizei rein, dann ich. Ist keine Polizei da, mach ich gar nix.
Inwiefern sich das dann anwenden laesst, wenn eine Person dringend Hilfe braucht .... ?
#6
Geschrieben 18 Oktober 2011 - 08:22 Uhr
In bestimmten Vierteln steigt man ohne Polizei nicht aus dem Auto; effektive SV trainieren; Waffe tragen, bevorzugt verdeckt.
Soweit ich weiß hatte er immer ein Stahlrohr neben sich liegen.
www.kendo-luebeck.de
#7
Geschrieben 18 Oktober 2011 - 13:44 Uhr
Jeder weiß, dass zB Alkohol die Schwelle zur Gewaltneigung erheblich senkt, doch keiner ist bereit, mal eine klare regelung des Alkoholausschankes zu erarbeiten.
Bier ist immer noch zu billig und zu leicht zu bekommen, ich würde mich sogar gegen ein Verbot von Alkohol in der Öffentlichkeit aussprechen, ja sogar generell für ein allgemeines Alkoholverkaufsverbot in Supermärkten und Tankstellen.
Wenn Krieg die Antwort ist, stellen wir die falschen Fragen
#9
Geschrieben 18 Oktober 2011 - 19:00 Uhr
Du wirst, egal mit welchen Verboten oder Geboten, nie eine Gesellschaft ändern (und ehrlich, das ist an vielen Stellen auch gut so). Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Alkoholverbote zu weniger Konsum führen (es gab da mal die interessante idee der Prohibition in Amerika, sehr uneffektiv).
Verstehen kann ich Deinen Einwand aber gut, nur, er ist halt utopisch meiner Meinung nach. Was man machen kann: Tja, Selbstschutz vermutlich. Wenn der Helfer zum Opfer wird, wirds schon problematisch.
Was ich mich frage: Ist es unterlassene Hilfeleistung, wenn ein Rettungssanitäter sagt: In für mich gefährdete Situationen helfe ich erst mit Polizeihilfe? Wo fängt das an?
LG Cat
shikin haramitsu daikomyo
http://www.onsideklettersport.de/
#10
Geschrieben 18 Oktober 2011 - 21:12 Uhr
Bei allem moralischen Echauffieren: Alkoholverbot bringts wohl eher nicht. Und eine Aufrüstung von Rettungssanitätern fände ich auch absurd (während sie mit Betrunkenen raufen, können sie ja auch niemandem helfen und schaffen sich nur weitere "Arbeit"...). Also wirds wohl auf Abwägung des Risikos und dann entweder schnell bergen und ab ins Auto oder Warten auf die Polizei (wenn sie nicht bereits vor Ort ist) hinauslaufen.
#12
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 11:30 Uhr
Catwoman sagte am 18 Oktober 2011 - 19:00 Uhr:
Ansonsten: Alkoholrestriktionen bringen niemandem was, irgendwo bekommt jeder jederzeit das Zeug her, wenn er es möchte. Komplette Verbote führen nur zur kriminalisierung der Konsumenten, öffnen organisierter Kriminalität Tür und Tor (Stichwort Al Capone!) und werden sich im Lichte des Grundrechts nicht rechtfertigen lassen, der Staat hat nicht diese weitgehende Eingriffsbefugnis in die Handlungsfreiheit der Bürger.
Bearbeitet von Luggage, 19 Oktober 2011 - 11:30 Uhr.
#13
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 13:05 Uhr
Kusarigama Shogei sagte am 18 Oktober 2011 - 21:50 Uhr:
Stimmt und ihr dürft nicht vergessen, wenn jemand sich gegen eine Behandlung wehrt, muß man auch entscheiden, ob derjenige zurechnungsfähig ist.
Zitat
Aber wer entscheidet denn, ob das noch machbar ist? Jeder Feuermann kann dies für sich entscheiden.
Auch der Feuerwehrhauptmann kann niemanden den Einsatz befehlen, wenn dieser Zweifel hat.
Im letzten Jahr sind bei uns in der freiwilligen Feuerwehr zwei Mann in ein brennendes Haus gegangen und sind drin geblieben. Der Feuerwehrhauptmann hatte ihnen dies nicht angewiesen, sie wollten es versuchen.
Die Entscheidungen zeigen sich erst hinterher als richtig oder falsch.
Wie würde man sonst an Leute herangehen, die Selbstmord machen wollten, es aber nicht so geschafft haben?
Sie haben für sich den Tod gesucht, trotzdem ist man verpflichtet den Personen zuhelfen.
Anders ist es, wenn man eigene Verletzungen in Kauf nehmen soll. Dies ist immer im eigenen Ermessen.
Beim Millitär mag das anders sein?
www.lee-kamwing.de
#14
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 13:10 Uhr
Sowas bekommt man auf der Rettungsdienst-Schule auch beigebracht. Eigenschutz vor Fremdschutz.
Dennoch kommt es auch im beisein der Polizei immer wieder zu Übergriffen auf RD-Personal.
Was das Beispiel Feuerwehr in brennenden Häusern betrifft: Ist das Haus einsturzgefährdet, wird KEIN Einsatzleiter so wahnsinnig sein, da noch Leute reinzuschicken.
Wenn Krieg die Antwort ist, stellen wir die falschen Fragen
#15 Gastthomas brendel_*
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 13:11 Uhr
wir bieten diese kurse regelmäßig für Taxi/bus/bahn-personal an und für pflegekräfte in maßregelvollzug und psychiatrie/suchtpflege.
es ist nicht mit einem kurs getan und sollte zur dauereinrichtung werden, wenn es sinn machen soll.
#16
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 13:17 Uhr
Rakoshi sagte am 19 Oktober 2011 - 13:05 Uhr:
Zitat
Aber wer entscheidet denn, ob das noch machbar ist? Jeder Feuermann kann dies für sich entscheiden.
Auch der Feuerwehrhauptmann kann niemanden den Einsatz befehlen, wenn dieser Zweifel hat.
Zitat
Sowas bekommt man auf der Rettungsdienst-Schule auch beigebracht. Eigenschutz vor Fremdschutz.
Zitat
Zitat
Sie haben für sich den Tod gesucht, trotzdem ist man verpflichtet den Personen zuhelfen.
#17
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 13:44 Uhr
Zitat
Was bin ich froh, dass ich Arzt in Deutschland bin, wo eine Suizidhilfe nicht erlaubt ist. Ich hätte damit wirklich ein Gewissensproblem.
www.lee-kamwing.de
#18
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 13:56 Uhr
Rakoshi sagte am 19 Oktober 2011 - 13:44 Uhr:
Zitat
Was bin ich froh, dass ich Arzt in Deutschland bin, wo eine Suizidhilfe nicht erlaubt ist. Ich hätte damit wirklich ein Gewissensproblem.
#19
Geschrieben 21 Oktober 2011 - 07:15 Uhr
Es sehe eine Entwicklung die mir gar nicht passt. Die Leute werden immer primitiver und die Gesetze und deren Auslegung immer lascher. Täterschutz ist wichtiger als Opferschutz, Integration Fehlanzeige und der Bodensatz nützt dies gnadenlos aus..
Wenn ich höre das Rettungskräfte beim Versuch leben retten zu retten angegriffen und beleidigt werden, dann kommen in mir blanke Wut und Hass auf.
Wenn ich so etwas jemals miterlebe, dann gnade diesem Saupack Gott, weil ich werde keine zeigen...
- Klassische KK-Attacken:
Stop and freeze Attack: Aus zwei Meter Entfernung wird ein Faustschlag gestartet und die Technik wird durchgezogen komme was wolle, abrupt wird die Bewegung mit ausgestrecktem Arm gestoppt und der grosse Sifu/Sensei kann eine im Minimum, 10 Fachcombofaustattacke demonstrieren. Zweitangriffe sind nicht möglich weil das Chi des Meisters dies verhindert.
Rhino Attack: Aus zwei Meter Entfernung, vielleicht sogar noch mehr, Ausgangsposition im besten Fall noch kniend am Boden, rennt der Angreifer auf sein Ziel los. Der Faustarm bleibt während der ganzen Bewegung gestreckt und man rennt unbeirrt weiter. Sollte sich das Ziel zur Seite bewegen, so rennt man weiter am Ziel vorbei. Sollte das Ziel Kontakt mit dem Angriffsarm aufnehmen so lässt man sich willenlos in ein Wurf oder Hebeltechnik führen. Zweitangriffe sind auch während dieser Bewegung unmöglich wegen einer KI-Blockade welche sich durch das eigene Momentum ergiebt.
Die Wichtigste Regel überhaupt in den klassischen KK's: Wenn wir alle gaaaaaaanz fest daran glauben, dann funktioniert es auch......
#20
Geschrieben 21 Oktober 2011 - 10:45 Uhr
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Zur Sache selbst:
Eigenschutz geht vor. Bei berechtigtem Verdacht wird halt nicht geholfen, bis die Lage geklärt ist. Das kann aber net Aufgabe der Sanis/Rettungshelfer sein. Das ist der Job der Polizei.
Hauptproblem dabei ist noch am ehesten eine sachliche Beurteilung der Gefahrenlage.
(Fortlaufende) SV-Kurse für Sanis/Rettungshelfer/Krankenschwestern und Pfleger mögen zwar manch einem von uns ein gutes Zusatzeinkommen bescheren, v.a. wenn die auch noch als Dauereinrichtung staatlich finanziert werden sollten, aber können ja wohl kaum der Weisheit letzter Schluss sein... so sehr ich allen ihr Auskommen gönne.
Bearbeitet von Den, 21 Oktober 2011 - 10:55 Uhr.



