Kendo - Ergänzendes/Unterstützendes Training
#1
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 08:34 Uhr
ich würde gerne wissen ob Ihr euch, neben dem Kendo Training, auch mit anderen Sportarten und/oder Fitnessstudio fit haltet? Mich würde interessieren ob es bestimmte übungen gibt die einem auch beim kendo weiterhelfen. Ich bin mir schon bewusst das das beste Training für Kendo immernoch Kendo ist aber vllt. kann man nebenbei was machen?
Gruß
Laker
#2 Gastyamamoto49_*
#3
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 09:23 Uhr
Schaden kann ein auch sonst sportlich trainierter Körper eh nie. Kendo allein ist ja von der Belastung her doch ziemlich einseitig. Vielleicht ist es deshalb nicht mal die schlechteste Idee, GERADE auch Sachen zu trainieren, die im Kendo NICHT gebraucht werden (viele Kendoka - auch ich - sind etwa hundssteif in den Beinen...).
#4
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 09:44 Uhr
Ich hatte beim Kendo immer die größten Probleme bei Kirikaeshi und Suburi übungen, da ging mir nach kürzester Zeit die Puste flöten. Ich habe zwar immer versucht nicht zu verkrampfen aber so wirklich rund war das nie. Ich versuche aktuell meinen Rumpf und überkörper zu stärken da ich hier die größten Defizite vermute.
#5
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 09:57 Uhr
Ich selbst muss mir leider eingestehen doch auch weniger zu machen, als ich gerne würde, einfach aus mangelnder Disziplin.
Als theoretisch ausreichende übungen würde ich Laufen und Suburi bezeichnen.
Wer davon genug macht, macht schon sehr viel für sein Kendo.
Aber natürlich gibt es viel mehr, was man darüber hinaus machen kann:
- Kniebeugen (mit die beste übung überhaupt)
- Treppensteigen
- Seilspringen
- Beinübungen auf einem Raster (-muster auf dem Boden, wie man es aus American Football Trainings kennt)
- Bauch- und untere Rückenmuskulatur stärken, generell Rumpfstabilität schaffen
- Handgelenksübung mit Flaschen (gefüllt mit Wasser, Sand, Sand/Wasser)
- grundlegender Muskelaufbau (aber nicht zu viel)
- Schnellkrafttraining
Und nicht zu vergessen übungen vor dem Spiegel (Tipp eines Hachidan) zur Verbesserung der Mitte.
Oder Hometraining an einem Dummy. (Tsuki und andere)
Auch Meditation würde ich im Prinzip zumindest bedenken (praktisch umgesetzt hat das Korea 2003 im Zuge ihrer Vorbereitungen zu den WKC in Glasgow, siehe Eiga-Doku: "A single blow")
Und ansonsten natürlich alles, was man im Zuge seiner regulären Kendo Trainings lernen, üben und umsetzen sollte.
Ein persönlicher Tipp von mir, wäre es regelmäßig das Gespräch mit dem eigenen Lehrer zu suchen.
Sicherlich ist das sehr unterschiedlich von Lehrer zu Lehrer, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Lehrer mir sicherlich hilft und mir sagt worauf ich achten soll, aber wenn ich ihn in einer ruhigen Minute von mir aus anspreche und um Hilfestellung oder Korrekturen bitte er ein wahres Feuerwerk an hilfreichen Erklärungen und Details entfacht.
Es ist generell so, dass die Schüler auch mehr bekommen können, wenn sie nur fragen. Viele tun dies nicht.
Eine kleine Problematik zum Thema Sport-übungen möchte ich auch noch streifen,....egal wer was vorschlägt, es kommt immer einer der das Gegenteil behauptet.
Man kann fast zu allem eine Gegenmeinung finden. Kniebeugen sind da ein gutes Beispiel. Man hört/liest immer wieder die wären nicht gut für's Knie, dann sagen Leute wieder es wäre gerade gut und stabilisiere das Knie. Am Ende weiß man so viel wie vorher.
Im schlimmsten Fall macht man eine übung gar nicht, aus Angst man könne etwas falsch machen. Und das kann's nicht sein.
Meine Erfahrung sieht so aus, dass der menschliche Körper nahezu übermenschliches zu leisten vermag und so lange übungen wirklich korrekt(!) ausgeführt werden, es auch keine Probleme gibt. Grundsätzliche Sporttauglichkeit vorausgesetzt. Der Fehler den immer wieder Leute machen ist es sich im Anfangseifer zu übernehmen, dann bestraft sie ihr Körper für die überbelastung. Hierzu gibt es aber mehr als genug sinnvolle Literatur auf dem Buchmarkt. Wie generell zu Trainingsmethoden.
Bearbeitet von Trismegistos, 19 Oktober 2011 - 09:59 Uhr.
http://www.youtube.c...TheTrismegistos
#6
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 10:09 Uhr
Terao hat schon vieles gesagt, für Kendo gilt da nichts anderes als für alle anderen Kampfsportarten auch: Grundlagenausdauertraining und spezifisches Intervalltraining (anaerobe Ausdauer - Sprinthärte!), Krafttraining zur Entwicklung der Muskulatur, die die Hauptlast der Sportart trägt und zur Vermeidung von Dysbalancen und funktionellen Verkürzungen, insbesondere Corepower sowie regelmäßiges Stretching aller Muskelgruppen.
Zeitsparend könnte man 2-3mal/Woche folgenden Kraftzirkel-Sequenzplan durchziehen, der im Prinzip gleichzeitig Kraft- und Cardiotraining in annährend Rundenlänge stets mit Ganzkörperbelastungen darstellt und damit nah an der Zielanwendung Kendo ist:
I.) Cardio-Sequenz: 5x1:30min intensiv Seilspringen, je 30sek Pause dazwischen
- 2min Pause -
II.) Kraftzirkel (Immer nur einen Satz, dann weiter zur nächsten übung, 30sek Pause zwischen den übungen, Ausführungstempo 311)
1.) Kurzhantellunges, 15x/Seite (youtube.com/watch?v=rSvAMBGbQAY)
2.) Alternierendes Kurzhantelbankdrücken auf dem Physioball, 15x/Seite (youtube.com/watch?v=FaoK2SlhotA&feature=related)
3.) Alternierendes Kurzhantelrudern im Liegestütz, 8-15x/Seite (youtube.com/watch?v=VqaeYAbNGFU)
4.) Russiantwist auf dem Physioball 10x/zu jeder Seite (youtube.com/watch?v=jJG2g5nuZLE&feature=related)*
5.) Romanian Deadlift mit Kurzhanteln 15x/Seite (coreperformance.com/knowledge/movements/romanian-deadlift-2-arm-1-leg.html)
- 2min Pause -
Zurück zu I.)...
____________
* Ausführung etwas suboptimal: Beine weiter auseinander stellen und Hüfte stabil parallel zum Boden halten, nur Schultern drehen
Am besten baut man eine Progression ein, um stets neue Reize zu setzen und sich zunächst nicht zu überfordern. D.h. in der ersten Woche nur einen Durchgang, in der zweiten 2, in der dritten 2-3, in der vierten 3, in der fünften 3-4 und in der sechsten einen neuen Plan machen um neue Reize zu setzen.
#7
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 10:14 Uhr
Sollte man allerdings nur machen, wenn die Suburibewegungen gut sitzen und die Gelenke (v.a. Handgelenke/Unterarme) ein bißchen was gewohnt sind, und sich langsam herantasten. Sonst kann man sich damit (technisch wie körperlich) auch schnell was kaputtmachen.
Wie lange hast Du denn vor Deiner Pause Kendo gemacht?
Bearbeitet von Terao, 19 Oktober 2011 - 10:28 Uhr.
#8
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 10:31 Uhr
Schultern:
- Butterfly Reverse
Brust:
- Brustpresse
- Butterfly
Rücken:
- Ruderzugmaschine
- Rückenstrecker
Bauch:
- Crunch
Beine:
- Beinpresse 45°
- Wadenheben sitzend
- Wadenheben an Beinpresse
- Adduktion
- Abduktion
- Hackenschmitt Kniebeuge
Cardio:
- Laufband
Aktuell liegt mein Schwerpunkt bei den Beinen, was ja sich Sinn macht. Welche übung würde im Bezug auf Suburi/Kirikaeshi bzw. allgemein der Aushol- und Schneidebewegung, Sinn machen?
Gruß
Laker
Bearbeitet von Laker4life, 19 Oktober 2011 - 10:41 Uhr.
#9
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 10:40 Uhr
Terao sagte am 19 Oktober 2011 - 10:14 Uhr:
Sollte man allerdings nur machen, wenn die Suburibewegungen gut sitzen und die Gelenke (v.a. Handgelenke/Unterarme) ein bißchen was gewohnt sind, und sich langsam herantasten. Sonst kann man sich damit (technisch wie körperlich) auch schnell was kaputtmachen.
Wie lange hast Du denn vor Deiner Pause Kendo gemacht?
relativ genau 2 Jahre, ich bin bis zum 5. Kyu gekommen. Am Ende war das Training mehr ein Krampf, bin fast nur noch hingegangen weil es halt sein soll und kaum noch wegen dem Spaß an sich. Durch Faulheit und Frust habe ich mich entschlossen eine Pause einzulegen, komplett aus dem Kopf war Kendo aber nie und ich wollte schon früher wieder anfangen.
Frust kam eigentlich nur auf weil ich mit mir und meinem Kendo nicht wirklich zufrieden war und ich die Flinte nur noch ins Korn werfen wollte. Die eigene Faulheit kam da auch noch hinzu.
Bearbeitet von Laker4life, 19 Oktober 2011 - 10:43 Uhr.
#10
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 10:44 Uhr
Zitat
Von allzu speziellen, nur auf die spezifische Bewegung zugeschnittenen Kraftübungen halte ich nix. Bei komplexeren Bewegungen haben nahezu alle Muskelgruppen zumindest eine Stützfunktion.
Zitat
Bearbeitet von Terao, 19 Oktober 2011 - 10:48 Uhr.
#11
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 10:48 Uhr
"It's important to continue, no matter how bad you are or how bad you feel you are. Always continue!"
(aus "Way of the warrior: Aikido & Kendo 4/4)
http://www.youtube.c...TheTrismegistos
#12
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 10:51 Uhr
Terao sagte am 19 Oktober 2011 - 10:44 Uhr:
Zitat
Von allzu speziellen, nur auf die spezifische Bewegung zugeschnittenen Kraftübungen halte ich nix. Bei komplexeren Bewegungen haben nahezu alle Muskelgruppen zumindest eine Stützfunktion.
Mein Ziel ist es mit meinem Fitnessprogramm auchmein kendo zu unterstützen, ein Ersatz für meine Versäumnisse soll es natürlich nicht sein. Ich denke aber schon da besonders beim Rumpf/Oberkörper viel nachhollbedarf bei mir war/ist und mir das bei meinen Wiedereinstieg helfen wird, physisch wie psyhisch.
Hoffe ich zumindest ;-)
#13
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 10:52 Uhr
Trismegistos sagte am 19 Oktober 2011 - 10:48 Uhr:
"It's important to continue, no matter how bad you are or how bad you feel you are. Always continue!"
(aus "Way of the warrior: Aikido & Kendo 4/4)
Wahre Worte, die muss ich mir irgendwie auf meine Innenseite vom Men kleben damit ich sie nicht vergesse! ;-)
#14
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 11:03 Uhr
Ich kenne ja deine Physis nicht. Solltest du übergewicht haben, wäre Abnehmen natürlich noch eine gute Sache, die hilft.
Ich habe zwar kein übergewicht, aber ich habe mir zumindest vorgenommen, das Gewicht meiner Bogu abzunehmen, einfach um meiner Muskulatur kein zusätzliches Gewicht aufzubürden.
Wenn das bei dir kein Thema ist, dann ist dieser Post natürlich zu überlesen.^^
P.S. Meine ü-Taste klemmt, sry.
Bearbeitet von Trismegistos, 19 Oktober 2011 - 11:04 Uhr.
http://www.youtube.c...TheTrismegistos
#15
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 11:05 Uhr
Zitat
Laker4life sagte am 19 Oktober 2011 - 10:31 Uhr:
Die meisten übungen, die du machst, sind unfunktionell und beanspruchen nur einzelne Muskeln. Dem Körper wird die Stütz- und Koordinationsarbeit vollkommen abgenommen, die er mit freien Gewichten und bei komplexen übungen leisten muss. Die übungen, die ich dir gepostet habe beanspruchen stets den ganzen Körper und mit einem Satz von denen kannst du dir locker 3 von deinen sparen. Und nicht nur das, du hast mehr davon, weil Koordination, Propriozeption und Corepower in einem Maße entwickelt wird, das du mit Geräteübungen garnicht erreichen kannst.
#16
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 11:26 Uhr
Trismegistos sagte am 19 Oktober 2011 - 11:03 Uhr:
Ich kenne ja deine Physis nicht. Solltest du übergewicht haben, wäre Abnehmen natürlich noch eine gute Sache, die hilft.
Ich habe zwar kein übergewicht, aber ich habe mir zumindest vorgenommen, das Gewicht meiner Bogu abzunehmen, einfach um meiner Muskulatur kein zusätzliches Gewicht aufzubürden.
Wenn das bei dir kein Thema ist, dann ist dieser Post natürlich zu überlesen.^^
P.S. Meine ü-Taste klemmt, sry.
Nein, natürlich nicht unverschämt :-) ca. 70 kg auf 1,72 Meter. Also 2-3 kg wollte ich schon abnehmen ist aber kein Muss!
#17
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 11:29 Uhr
Laker4life sagte am 19 Oktober 2011 - 11:26 Uhr:
Trismegistos sagte am 19 Oktober 2011 - 11:03 Uhr:
Ich kenne ja deine Physis nicht. Solltest du übergewicht haben, wäre Abnehmen natürlich noch eine gute Sache, die hilft.
Ich habe zwar kein übergewicht, aber ich habe mir zumindest vorgenommen, das Gewicht meiner Bogu abzunehmen, einfach um meiner Muskulatur kein zusätzliches Gewicht aufzubürden.
Wenn das bei dir kein Thema ist, dann ist dieser Post natürlich zu überlesen.^^
P.S. Meine ü-Taste klemmt, sry.
Nein, natürlich nicht unverschämt :-) ca. 70 kg auf 1,72 Meter. Also 2-3 kg wollte ich schon abnehmen ist aber kein Muss!
nene, das ja voll ok. Aber hätte ja sein können. Schließlich muss jedes nutzlose Kilo (Fett), ja beim Schlag mitbewegt werden.
Wobei es auch Leute gibt, die trotz Kilos irre Schnell sein können, schon beeindruckend.
http://www.youtube.c...TheTrismegistos
#18
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 11:45 Uhr
Was übungen zu Hause angeht habe ich immer das Problem die Motivation und Lust zu verlieren, man wird ja sehr schnell abgelenkt (Fernseher / PC / Frau). Da ich sofort nach der Arbeit ins Fitnessstudio fahre, kann ich gar nicht groß abgelenkt werden und kann alles sauber durchziehen, ob nun sinnvoll für Kendo oder nicht.
Ich wollte meinen Trainingsplan ehh etwas weniger Gerätelastig umstrukturieren vllt. kann ich einige Ideen hier einbauen.
#19
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 11:52 Uhr
Laker4life sagte am 19 Oktober 2011 - 11:45 Uhr:
Ich wollte meinen Trainingsplan ehh etwas weniger Gerätelastig umstrukturieren vllt. kann ich einige Ideen hier einbauen.
Ansonsten ist der Plan natürlich nur eine Anregung und kann beliebig umgebaut werden. Wichtigste Botschaften sind:
- kurze bis keine Pausen, stattdessen andere übungen anschließen und zwar möglichst antagonistische (also direkt nach Trizeps, Bizeps, nach Brust, Rücken usw.)
- möglichst freie, vielgelenkige übungen, die stets den ganzen Körper beanspruchen
- weniger ist mehr, höchsten 60min pumpen gehen, 30 können durchaus auch reichen
- Mit Cardio-Sequenzen eingebaut entsteht ein guter Mix aus Ausdauer und Kraft, statt Seilspringen geht zB auch Hampelmann machen, Bergläufe auf dem Laufband, Sprints auf dem Indorbike mit hohem Wiederstand - alles in entsprechenden Intervallen
#20
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 12:01 Uhr
Luggage sagte am 19 Oktober 2011 - 11:52 Uhr:
Laker4life sagte am 19 Oktober 2011 - 11:45 Uhr:
Ich wollte meinen Trainingsplan ehh etwas weniger Gerätelastig umstrukturieren vllt. kann ich einige Ideen hier einbauen.
Ansonsten ist der Plan natürlich nur eine Anregung und kann beliebig umgebaut werden. Wichtigste Botschaften sind:
- kurze bis keine Pausen, stattdessen andere übungen anschließen und zwar möglichst antagonistische (also direkt nach Trizeps, Bizeps, nach Brust, Rücken usw.)
- möglichst freie, vielgelenkige übungen, die stets den ganzen Körper beanspruchen
- weniger ist mehr, höchsten 60min pumpen gehen, 30 können durchaus auch reichen
- Mit Cardio-Sequenzen eingebaut entsteht ein guter Mix aus Ausdauer und Kraft, statt Seilspringen geht zB auch Hampelmann machen, Bergläufe auf dem Laufband, Sprints auf dem Indorbike mit hohem Wiederstand - alles in entsprechenden Intervallen
Klar gibt es Hanteln, um diese müsste ich mich wahrscheinlich mit ein paar Muskelbergen streiten :-) Ich werde eh mal mit dem Trainer dort sprechen, der soll mir mal einen entsprechenden Plan ausarbeiten. Nochmals vielen Dank!



