Zum Inhalt wechseln


- - - - -

Kendo - Ergänzendes/Unterstützendes Training


  • Du kannst auf dieses Thema nicht antworten
39 Antworten in diesem Thema

#21 Luggage

    Stammgast

  • Members
  • 2.617 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bei Mannheim, gerade noch Hessen
  • Interests:Mountainbiken, Yoga (Budokon, Ashtanga, Vinyasa, etwas Hatha/Iyengar), trad. Medizin, Ernährung, KK, Fitness, Bücher, Filme, Fernseh-Serien ;)

  • Kampfkunst:
    DJKB Shotokan
Offline

Geschrieben 19 Oktober 2011 - 12:36 Uhr

Beitrag anzeigenLaker4life sagte am 19 Oktober 2011 - 12:01 Uhr:

Klar gibt es Hanteln, um diese müsste ich mich wahrscheinlich mit ein paar Muskelbergen streiten :-) Ich werde eh mal mit dem Trainer dort sprechen, der soll mir mal einen entsprechenden Plan ausarbeiten. Nochmals vielen Dank!
Nimm ein Shinai mit, vllt. hilft das gegen die Muskelberge ;) (oder vllt. doch eher ne Bogu xD)

Trainer in Fitnessstudios sind so eine Sache, idR. sind die nicht vernünftig ausgebildet und spulen nur das Standartvolumentraining ab, dass sie in ihrem 2 Stunden Workshop gelernt haben. Daher kommt ja dieses leidige Gepumpe an Geräten: Immer schön 3 Sätze, 12 WDH, jedesmal Pause, nächstes Gerät... Aber vllt. hast du ja Glück und gerätst an einen der seltenen engagierten Trainer. Wenn er nicht selbst drauf kommt, weiß ihn darauf hin, dass du komplexe übungen mit vielen Freiheitsgraden zur Ergänzung des Kampfsports machen willst!

#22 Martensit-Stahl

    Regelmäßig hier

  • Members
  • 92 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 19 Oktober 2011 - 17:56 Uhr

Also, ich mache seit Anfang diesen Jahres den WKM-Plan:
http://derwillezurkr...c.php?f=80&t=95

Seit damals (und einem kleinen, eintägigen Techniktraining bei WKM persönlich, denn auch oder gerade besonders hier ist Technik enorm wichtig!) habe ich mich enorm gesteigert.
Beim Kreuzheben z.B. von 30 auf jetzt 85kg, also mehr als mein Körpergewicht und bei den Klimmzügen von einer klimmzugähnlichen Bewegung auf 15 saubere KZ am Stück(Hab ich mal san einem trainingsfreien Tag getestet).
Bei den anderen übungen habe ich auch sehr gute Fortschritte gemacht, nähere mich bei den Kniebeugen und Bankdrücken auch meinem Körpergewicht.
Ich denke, gerade Kreuzheben und Kniebeugen sind enorm gute übungen für so gut wie jede Sportart, da sie einfach unheimlich gut die Körpermitte kräftigen.

Ergänzend überlege ich, ob ich ab und an ein wenig Seilspringen einbauen sollte, da ich die Waden nicht extra trainiere und dort ein wenig mehr ausdauer net verkehrt wäre.
Frage mich bloss wann, man braucht ja auch ein wenig Regeneration bei 1-2xKendo, 1-2Iaido und leider nur noch 2xWKM pro Woche.

Ich denke, auch Power Cleans wären nicht schlecht mit anschliessendem überkopfdrücken.
Die Power Cleans für bissl Schnellkraft in der Hüfte, ich denke, das ist net schlecht fürs Fumikomi und das Ausdrücken dafür,
weil die Innenrotation der Schulter beim Kendo meiner Meinung nach zu stark ausgeprägt ist, stärker jedenfalls als die Aussenrotation...

Hab leider auf die schnelle kein Video mit guter Technik gefunden, bei dem beides verbunden wird, was natürlich ohne Probleme geht:




Dazu noch n paar Sätze Cuban Press mit den Kurzhanteln, wiederum für die Aussenrotation der Schulter:
Wobei man net unbedingt noch über Kopf drücken muss...

Ich mache das ganze inzwischen in meinem Aufwärmprogramm vor einer WKM-Trainingseinheit.

Ich stimme Luggage übrigens nicht zu, also, wenn eine TE etwas länger als eine Stunde dauert, dann ist es halt so.
Man sollte sich net hetzen, ständig auf die Uhr schauen und dabei die Technik vernachlässigen.
Meine Frontkniebeugen und das Kreuzheben können bis zu einer halben Stunde dauern.
Natürlich mit entsprechenden Pausen. Und die Sätze clustere ich inzwischen auch, es wird keine Wiederholung unnötig rausgequetscht auf Kosten der Technik.
Da ich mich immer filme und in den Pausen schaue, was ich da getrieben habe, habe ich ganz schnell gemerkt, daß die Technik leidet, wenn man denkt, man müsse jetzt noch eine oder zwei Wiederholungen rausquetschen.
Von wegen "No Pain, no Gain" und so.
Das ist einfach Käse.

Ein anderer Vorteil vom Clustern sieht man schön am Beispiel der Klimmzüge.
Irgendwann habe ich mich im ersten Satz auf 8 KZ am Stück hochgearbeitet, im zweiten Satz gingen dann aber nur noch 5 und dann 3 negative KZ. Im dritten 4 positive und 4 negative in etwa.
Im vierten Satz nur noch 2-3 und 5-6 negative.

Jetzt mache ich drei sätze a la 3 Cluster mit je 3 Wdh.
D.h. ich mache 3 KZ, dann 4-5 durchschnaufen und dann der nächste Cluster.
Nach den drei Clustern 90sek Pause.
So komme ich insgesamt z.B. heute auf 21 positive Klimmzüge von 27 Gesamt-WDH im Gegensatz zu vorher, wo ich nur 19-20 positive KZ von 32 Gesamt-Wdh hatte, weil ich das meiste Pulver schon im ersten Satz verschossen hatte.

Bearbeitet von Martensit-Stahl, 19 Oktober 2011 - 17:57 Uhr.


#23 Bluescreen

    Stammgast

  • Members
  • 918 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Aachen

  • Kampfkunst:
    Kendo, Iaido (Muso Shinden Ryu)
Offline

Geschrieben 19 Oktober 2011 - 20:49 Uhr

Wow so bekloppt war ich auch mal. Mein Fazit zuviel (vor allem unkontrolliertes) Freihanteltraining ist schlecht für die Handgelenke und fürs Kendo. Ich hatte da schon zuviele Verletzungen an den Sehnen. ;)

Hier ein Plan den ich mal im Netz gefunden habe.

Eingefügtes Bild

Ich mach jeden Tag meine 500-1000 Suburi vor dem Fernseher oder am Boxsack. Schlag auf ein ziel belastet die Gelenke nicht so stark und trainiert das tenouchi. Die Japaner haben meistens halbe Autoreifen im Dojo stehen zum draufschlagen. Aber ein Boxsack tuts auch.

Hab mir jetzt auch noch ein Suburito mit dem Gewicht von 2 Shinai also ca. 1100g gekauft aber mein Handgelenk entsprechend mit ner Bandage gesichert. Besonders bei Katate suburi. Das Gefühl ist ziehmlich cool wenn man danach ein normales Shinai in die Hand nimmt. :D

Ansonsten brauchsts halt einfach Zeit. Die Regelmäßigkeits machts. Ein wenig Grundlagenausdauer schadet natürlich nie.

Bearbeitet von Bluescreen, 19 Oktober 2011 - 20:59 Uhr.

蝸牛剣道場 Kendo Katatsumuri-Kendojo Köln (DJSG e.V.) - www.djsg-kendo.de
1. Budo Club Eschweiler e.V. - www.budo-club-eschweiler.de
Nordrheinwestfälicher Kendoverband - www.nrwkendo.de
Hakushinkai Iaido Aachen - www.iaido-aachen.de

#24 Martensit-Stahl

    Regelmäßig hier

  • Members
  • 92 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 19 Oktober 2011 - 20:56 Uhr

Was verstehst du unter "ungeordnetem" Freihanteltraining?

#25 Bluescreen

    Stammgast

  • Members
  • 918 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Aachen

  • Kampfkunst:
    Kendo, Iaido (Muso Shinden Ryu)
Offline

Geschrieben 19 Oktober 2011 - 21:06 Uhr

Zitat

Was verstehst du unter "ungeordnetem" Freihanteltraining?
Übermut mit zuviel Gewicht -> Handgelenk umgeknackst = Kendopause ;)

edit:
Übrigens hab ich die Erfahrung gemacht das ich nach zuviel allgemeinem Krafttraining viel zu verkrampft ware beim Kendo und reihenweise die Shinai kaputt geschlagen habe. Man muss sich immer im klaren sein das man fÜr Kendo sehr spezifische Kraft braucht die man StÜck fÜr StÜck durch regelmäßiges Training aufbaut.

Wer noch mehr als das Keiko braucht kanns man hiermit probieren:
http://www.youtube.c...-ATk2Y3Q#t=143s

Bearbeitet von Bluescreen, 19 Oktober 2011 - 21:15 Uhr.

蝸牛剣道場 Kendo Katatsumuri-Kendojo Köln (DJSG e.V.) - www.djsg-kendo.de
1. Budo Club Eschweiler e.V. - www.budo-club-eschweiler.de
Nordrheinwestfälicher Kendoverband - www.nrwkendo.de
Hakushinkai Iaido Aachen - www.iaido-aachen.de

#26 Martensit-Stahl

    Regelmäßig hier

  • Members
  • 92 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 19 Oktober 2011 - 21:12 Uhr

Ach so, ok...

PS: Dein Plan vernachlässigt den Rücken doch relativ stark und zweitens ist er meiner Meinung nach viel zu zeitaufwendig.
Man kann mit viel weniger übungen mehr rausholen, behaupte ich mal

#27 Bluescreen

    Stammgast

  • Members
  • 918 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Aachen

  • Kampfkunst:
    Kendo, Iaido (Muso Shinden Ryu)
Offline

Geschrieben 19 Oktober 2011 - 21:28 Uhr

Achja ein "Geheimtipp" neben dem Keiko und Suburi ist definitiv Sprinttraining. Ich hab mal von einem sensei (bin nicht mehr sicher wer es war) gehört der keine Lust hatte zu joggen und stattdessen jeden Tag eine Station früher aus der U-Bahn ausgestiegen und den Rest gelaufen ist und sich so selbst zum joggen bzw sprinten gezwungen hat. :)

Bearbeitet von Bluescreen, 19 Oktober 2011 - 21:28 Uhr.

蝸牛剣道場 Kendo Katatsumuri-Kendojo Köln (DJSG e.V.) - www.djsg-kendo.de
1. Budo Club Eschweiler e.V. - www.budo-club-eschweiler.de
Nordrheinwestfälicher Kendoverband - www.nrwkendo.de
Hakushinkai Iaido Aachen - www.iaido-aachen.de

#28 Tampopo

    Stammgast

  • Members
  • 1.633 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:31°14'N,121°28'O

  • Kampfkunst:
    剣道, 格闘カラオケ
Offline

Geschrieben 20 Oktober 2011 - 01:13 Uhr

Also, es ist interessant wie viel Unstimmigkeit und unterschiedliche Philosophien es gibt.
Hier sind mal meine Erkenntnisse (die aber auch nicht unbedingt für jeden stimmen müssen).
1. Neben Kendo etwas anderes an Sport zu machen, sei es Ausdauer oder Kraft kann kaum verkehrt sein und das Kendo wird auch etwas profitieren.
2. Anstelle dessen aber mehr Kendo zu machen wäre für das Kendo aber noch vorteilhafter.
3. Das Kendo profitiert in einer längeren Kendopause von Fitness oder anderen Sportarten quasi überhaupt nicht.
4. Ausnahme ist vielleicht Gewichtreduzierung oder wenn man vorher extrem unfit ist. Ich bin leicht übergewichtig mit einem BMI von 26 und wenn ich etwas leichter bin profitiert meine Fußarbeit und meine Gelenke davon spürbar.
5. Bei Hanteltraining ist mit expliziet aufgefallen, daß nach etwas Seitenheben für die Schultern training, viel Kirikaeshi etwas leichter fällt. Kann aber auch ein falscher Eindruck sein.
6. Allgemein finde ich Fitness einen guten Zusatz für Kendo nicht unbedingt weil das Kendo damit besser wird, sondern um den Körper etwas umfassender zu trainieren, wenn Kendo ja relativ einseitig ist. Das gilt natürlich nicht unbedingt für einseitige Trainingspläne.

Meinungen würden mich schon interessieren.
「疾きこと風の如く、徐かなること林の如く、侵掠すること火の如く、動かざること山の如し」

#29 Bluescreen

    Stammgast

  • Members
  • 918 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Aachen

  • Kampfkunst:
    Kendo, Iaido (Muso Shinden Ryu)
Offline

Geschrieben 20 Oktober 2011 - 07:03 Uhr

Zitat

1. Neben Kendo etwas anderes an Sport zu machen, sei es Ausdauer oder Kraft kann kaum verkehrt sein und das Kendo wird auch etwas profitieren.
Ja auf jeden Fall. Eine Gewisse Grundlagenausdauer schadet nie.

Zitat

2. Anstelle dessen aber mehr Kendo zu machen wäre für das Kendo aber noch vorteilhafter.
Ja, den größten Fortschritt merk ich immer nach intensiven mehrtägigen Lehrgängen oder fast täglichem Training. Nach meiner Japanreise hatte ich nen richtigen Schub der aber schwer aufrecht zu halten ist durch das völlig andere Training hier in Deutschland.

Zitat

3. Das Kendo profitiert in einer längeren Kendopause von Fitness oder anderen Sportarten quasi überhaupt nicht.
Ja, Kendo fordert eine sehr spezifische physische und vor allem aber auch mentale Ausdauer die nur durch mehr Keiko verbessert werden kann. Außerdem ist dieses Gefühl für das korrekte Timing und einen lockeren Schlag wichtig. Bei Kendopausen baut man das sehr schnell wieder ab.

Zitat

4. Ausnahme ist vielleicht Gewichtreduzierung oder wenn man vorher extrem unfit ist. Ich bin leicht übergewichtig mit einem BMI von 26 und wenn ich etwas leichter bin profitiert meine Fußarbeit und meine Gelenke davon spürbar.
Schadet sicher nicht. Aber ein bisschen Masse auf den Rippen schadet auch nicht um nicht gleich beim ersten Taiatari wegzufliegen. In Japan sind die meisten eher dürr und klein da ist die Flinkheit gefragt. In Europa sind viele Kendoka sehr groß und massig und das setzen sie auch ein. Ich kann davon ein Lied singen da ich eher zu ersteren Kategorie gehöre und den Infight im Tsubazeriai mit so Schwergewichten eher vermeide. ;)

Zitat

5. Bei Hanteltraining ist mit expliziet aufgefallen, daß nach etwas Seitenheben für die Schultern training, viel Kirikaeshi etwas leichter fällt. Kann aber auch ein falscher Eindruck sein.
Das führt bei mir zu gebrochenen Shinai durch zuviel Krafteinsatz. Besonders die Schultern verkrampfen dann recht schnell. Kirikaeshi fällt mir leichter wenn ich auf korrekte Atmung und Ausführung achte und viele Wiederholungen mache. Wir machen immer 30-40 Sekunden Kirikaeshi hin und her ohne Pause. Seit wir die übung machen kommt mir normales Kirikaeshi mit 9 Schlägen sehr angenehm vor.

Zitat

6. Allgemein finde ich Fitness einen guten Zusatz für Kendo nicht unbedingt weil das Kendo damit besser wird, sondern um den Körper etwas umfassender zu trainieren, wenn Kendo ja relativ einseitig ist. Das gilt natürlich nicht unbedingt für einseitige Trainingspläne.
Allgemein Fitness schadet nie. Bei Kendo braucht man einfach viel Geduld. Man kann den Fortschritt nicht erzwingen. Der Körper brauch Zeit bis er sich an bestimmte Bewegungen gewöhnt und bis man bestimmte Konzepte Stück für Stück versteht. Kendo entspricht ja eher einem unregelmäßigen Intervallauf mt sehr hohen Spitzen als einem geordneten Fitnesstraining. Und vor allem die Fussarbeit ist viel wichtiger als die Arme und die ist bei uns meistens schlecht! Das ist das was uns von den Japanern unterscheidet die sehr viel früher anfangen und dadurch bessere Fusskoordination haben.

Bearbeitet von Bluescreen, 20 Oktober 2011 - 07:09 Uhr.

蝸牛剣道場 Kendo Katatsumuri-Kendojo Köln (DJSG e.V.) - www.djsg-kendo.de
1. Budo Club Eschweiler e.V. - www.budo-club-eschweiler.de
Nordrheinwestfälicher Kendoverband - www.nrwkendo.de
Hakushinkai Iaido Aachen - www.iaido-aachen.de

#30 Martensit-Stahl

    Regelmäßig hier

  • Members
  • 92 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 20 Oktober 2011 - 15:20 Uhr

Wenn ich kein Krafttraining nebenbei machen würde, würde ich HIIT für die Ausdauer machen.
Dadurch steigt auch ganz gut die Grundlagenausdauer und man bekommt sicherlich mehr Power für kurzzeitige Höchstleistungen wie beim Kirikaeshi.
Aber Kendo ist mir Intervalltraining genug, da passt HIIT einfach net mehr rein...
Ok, vielleicht bin ich auch einfach zu faul dafür....
Jede Einheit hat vorher ganz schön überwindung gekostet, als ich das noch regelmässig gemacht habe.
Dabei reichen 15 Minuten komplett aus, um sich total abzuschiessen.

Meiner Erfahrung nach ist man aber nach KT lockerer, gerade in den Schultern.
Sollte eigentlich auch so sein, daß sich bei intensivem Training über den vollen Bewegungsumfang der Muskeltonus sinkt, weil man ja auch immer ein Stück dadurch dehnt.
Ist bei Isolationsübungen nicht immer der Fall...
Ok, bei Grundübungen wie Kniebeugen natürlich auch nicht, wenn man nur Hofknickse macht.

#31 Luggage

    Stammgast

  • Members
  • 2.617 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bei Mannheim, gerade noch Hessen
  • Interests:Mountainbiken, Yoga (Budokon, Ashtanga, Vinyasa, etwas Hatha/Iyengar), trad. Medizin, Ernährung, KK, Fitness, Bücher, Filme, Fernseh-Serien ;)

  • Kampfkunst:
    DJKB Shotokan
Offline

Geschrieben 20 Oktober 2011 - 16:51 Uhr

Ich habe nicht viel Zeit, in aller Kürze:

- Training das über 60 Minuten dauert, dauert zu lange, aus den genannten Gründen. Darunter zu bleiben, erreicht man natürlich nicht mit der unterstellten Hetze und unsauberen Wiederholungen, sondern mit intelligenter Planung!

- Selbstverständlich ist unsauberes, unkontrolliertes Hanteltraining riskant und schädlich - wie jedes andere Training. Deswegen braucht es richtiges Hanteltraining...

- Grundübungen sind eine gute Sache, aber für den Anfänger, der bisher nur an Geräten trainiert hat viel zu fortgeschritten. Falsche Technik und überlastung sind vorprogrammiert. Es ist praktisch ausgeschlossen, dass ein Anfänger ohne Erfahrung die richtige Unterbauchspannung, Beckenstellung und Schulterblattspannung aufbringt, die er für gesundes Kreuzheben braucht - da braucht es hinführende Aufbaupläne! In dem Plan, den ich vorgestellt habe, ist es unmöglich zu hohes Gewicht zu nehmen, man würde niemals die Wiederholungszahlen schaffen, so dass Schäden fast ausgeschlossen sind und das Bindegewebe nicht von zu früh gesteigerten Gewichten geschädigt wird (die meisten überambitionierten Jung-Pumper haben schnell Knie, Schulter oder Hüftentzündungen und bekommen Rückenprobleme). Grundübungen und fortgeschrittene Gewichtheberübungen werden stets mit geradem Torso geübt, der muss aber auch mal in der Rotation trainiert werden, um diagonale Muskelketten zu entwickeln und zu innervieren und mit propriozeptiv angereicherten übungen, um die Tiefenmuskulatur zu stimulieren. Das alles erreicht man nicht mit reinen Grundübungen, braucht man aber, um im Sport besser zu werden.

#32 Tampopo

    Stammgast

  • Members
  • 1.633 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:31°14'N,121°28'O

  • Kampfkunst:
    剣道, 格闘カラオケ
Offline

Geschrieben 20 Oktober 2011 - 18:24 Uhr

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 20 Oktober 2011 - 16:51 Uhr:

Training das über 60 Minuten dauert, dauert zu lange, aus den genannten Gründen.
Hast du für diese Aussage irgendwelche Quellen? Movie-Stars, Body-builder, Profisportler haben ein deutlich höheres Pensum. Ob es für Kendo effektiv ist mag mal eine andere Sache sein und dahin gestellt, aber warum ist alles Krafttraining über eine Stunde zu lange? Weil es wirklich kontraproduktiv wird es? Sollten man sonst lieber gar nicht gehen? Bitte einmal bit beleg oder zumindest sagen wenn es persönliche Erfahrungswerte sind.

Bearbeitet von Tampopo, 20 Oktober 2011 - 18:29 Uhr.

「疾きこと風の如く、徐かなること林の如く、侵掠すること火の如く、動かざること山の如し」

#33 Martensit-Stahl

    Regelmäßig hier

  • Members
  • 92 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 20 Oktober 2011 - 20:08 Uhr

Ich halte das mit den 60 Minuten für einen Mythos, wie den Fettverbrennungspuls und das Fettverbrennung erst ab einer halben Stunde einsetzt.
Wo ist denn die Grenze, ab der alles vergeblich war?
Bei 61 Minuten?62, 65, 70?
Ich brauche für eine Einheit 75-90 Minuten und habe weder schlaflose Nächte, noch Fieber und heftigen Gewichtsverlust, befinde mich also nicht im übertraining...
Was mache ich falsch?
Zugegeben, fühle mich einen Tag nach schwerem Kreuzheben net zu 100% fit, aber wenn dem so wäre, dann würde wohl auch was schief laufen!

Zur intelligenten Trainingsplanung gebe ich dir Recht..

Wann ist man kein Anfänger mehr und sollte mit Grundübungen anfangen?Nach 6 Monaten, 12 Monaten, 18 Monaten?
Wenn man sich Dysbalancen und Verkürzungen antrainiert hat, weil man jahrelang nur über die halbe ROM trainiert hat?
->sieht man schön oft beim Bankdrücken in den Fittis....

Ich war einen Tag lang bei WKM und habe schlagartig meine Technik in den Güs verbessert und seitdem auch kontinuierlich, so daß ich die übungen alleine ausüben kann.
Ok, lasse die Ausübung ab und an mal kontrollieren.
Auch hier greift allerdings wieder das Stichwort "intelligente Trainingsplanung", da gehört halt auch dazu, daß man sich sowas zeigen lässt.
Ich hab schon so üble Sachen in meiner Fitnessstudiozeit gesehen, also, was Leute an Maschinen so alles abgezogen haben, das glaubt keiner!

An dem letzten Punkt könnte was dran sein, allerdings sind Gewichtheber sicherlich beweglicher als man denkt und wir reden ja auch von ergänzendem Training.
Was sollen das denn für übungen sein, die man unbedingt braucht, um im Sport besser zu werden?
Core-übungen oder sowas?
Empfiehlt dir auch WKM sowas zu machen, so isses net:
http://derwillezurkr...wforum.php?f=76
Aber mit Güs verschaffst du dir eine sehr gute Basis für alles mögliche!

Bearbeitet von Martensit-Stahl, 20 Oktober 2011 - 20:13 Uhr.


#34 KingLear

    Schon länger dabei

  • Members
  • 118 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Kendo
Offline

Geschrieben 27 Oktober 2011 - 18:22 Uhr

Mal zurück zum Thema, wie hat Dir das Probetraining gefallen?
"Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen. " by John Lennon.

#35 Laker4life

    Regelmäßig hier

  • Members
  • 79 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Nürnberg
  • Interests:Kendo, Basketball, Movies;

  • Kampfkunst:
    Kendo
Offline

Geschrieben 27 Oktober 2011 - 18:41 Uhr

Klasse, hat echt wieder Spaß gemacht. Ich bin mit dem Ziel rein nicht am Hakama hängen zu bleiben und durch die Halle zu fliegen :-) Ich habe bei jeder Übung etwas gebraucht und wieder ein Gefühl zu bekommen aber nach Rund 45 Minuten war alles sehr vertraut. Ich bin echt überrascht wie schnell ich mein Feeling wieder bekommen habe, zwei Wochen und es sollte sich wieder wie früher anfühlen.

Was ganz interessant ist im Bezug auch auf dieses Thema, die knapp 3 Monate Fitnessstudio haben mich nicht vor einem Muskelkater in den Beinen und Schultern bewahrt ;-) Besonders im Waadenbereich zieht es doch etwas und die Arme und Schultern sind noch etwas schlapp. Ich habe zwar mit einer intensiveren Belastung gerechnet aber nicht so stark. Das soll jetzt nicht heissen das Fitnessstudio nun für mich abgehakt ist, eher im Gegenteil.

Fazit: Es macht wieder Spaß und ich werde langsam wieder ins Training einsteigen, wahrscheinlich erstmal nur 1mal die Woche und dann im Frühjahr 1-2 Mal. Dem Fitnessstudio bleibe ich auch weiterhin treu, ich bin gespannt wie sich dieses wieter auswirken wird.

Bearbeitet von Laker4life, 27 Oktober 2011 - 18:42 Uhr.


#36 Kendo

    Neu im Forum

  • Members
  • 1 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Kendo
Offline

Geschrieben 15 November 2011 - 14:11 Uhr

CrossFit ist perfekt dafür

crossfit.com
crossfitmunich.com



#37 Luggage

    Stammgast

  • Members
  • 2.617 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bei Mannheim, gerade noch Hessen
  • Interests:Mountainbiken, Yoga (Budokon, Ashtanga, Vinyasa, etwas Hatha/Iyengar), trad. Medizin, Ernährung, KK, Fitness, Bücher, Filme, Fernseh-Serien ;)

  • Kampfkunst:
    DJKB Shotokan
Offline

Geschrieben 15 November 2011 - 15:14 Uhr

Jetzt hatte ich einen gigantischen Text verfasst und wegen irgendeiner dummen Tastenkombination ist alles flöten gegangen :(

Beitrag anzeigenMartensit-Stahl sagte am 20 Oktober 2011 - 20:08 Uhr:

Ich halte das mit den 60 Minuten für einen Mythos, wie den Fettverbrennungspuls und das Fettverbrennung erst ab einer halben Stunde einsetzt.
Wo ist denn die Grenze, ab der alles vergeblich war?
Bei 61 Minuten?62, 65, 70?
Der Fettverbrennungspuls hat übrigens durchaus einen wahren Kern. Und ja, ein Training darf natürlich maximal 62:47min dauern! Ist doch klar! Für dumm verkaufen lasse ich mich hier nicht. Ich investiere hier viel Zeit um Leuten ernsthaft helfen zu wollen, deine dümmliche Polemik kannst du dir getrost sparen. 60min sind ein Richtwert als Faustformel für Anfänger. Ein schwerer 5x5Plan an 3 Grundübunge etwa dauert zwangsläufig länger, weil man sehr lange Pausen machen muss. Aber sowas kann einem Anfänger nicht geraten werden und wer einem anderen Hauptsport nachgeht, etwa 3-4/Woche intensiv KK trainiert, sollte mit seinen Ressourcen gut haushalten. In der Sportwissenschaft werden 90min als maximal sinnvolle Dauer einer Krafteinheit gehandelt, danach wird das ZNS übermäßig gereizt. Wer das Krafttraining aber als Ergänzung zu seinem Hauptsport sieht, tut gut daran, seine Regenerationsressourcen möglichst zu schonen und sollte deshalb so kurz und knackig wie irgend möglich trainieren. Ich selbst trainiere meist deutlich kürzer als 60min und weiß sehr gut, dass die wenigsten wirklich davon profitieren, mehr zu machen. idR. werden dann einfach sinnlos lange Pausen gemacht, völlig redundante Sätze mit der tausendsten Übung für eine Muskelgruppe abgespult, wo es auch drei knackige komplexe getan hätten, Zeit mit Schwätzchen vergeudet usw. Davon profitiert niemand und länger im Studio zu stehen macht die Muckies nicht dicker - der Grenzertrag fällt nach 60min rapide, so dass eine effizientere Zeit- und Ressourcennutzung möglich und geboten ist.

Zitat

Zugegeben, fühle mich einen Tag nach schwerem Kreuzheben net zu 100% fit, aber wenn dem so wäre, dann würde wohl auch was schief laufen!
Nach einer schweren Kreuzhebe-Einheit solltest du auch einen Ruhetag einplanen, weil du sonst Verletzungen aufgrund negativer Synergien riskierst. Wer an einem Tag schweres Kreuzheben macht, erschöpft die Stützmuskulatur sehr stark und belastet das Bindegewebe massiv. Eine fordernte KK-Einheit am Folgetag kann dann aufgrunddessen zu Verletzungen führen, die beide Einheiten für sich nicht produziert hätten. Beim Kreuzheben kann so ziemlich das höchste Gewicht überhaupt bewegt werden, bei einer sehr komplexen Übungen, die etliche sensible Strukturen zur Disposition stellt (LWS, Leisten zB). Die Tiefenmuskulatur wird dabei massiv erschöpft und kann nicht die Stützarbeit im Core leisten, wie sie es sonst könnte. Schnell, koordinativ anspruchsvolle Bewegungen, wie schnelle Kicks oder Training mit Partner, können dann uU nicht ausreichend stabilisiert werden.

Zitat

Wann ist man kein Anfänger mehr und sollte mit Grundübungen anfangen?Nach 6 Monaten, 12 Monaten, 18 Monaten?
Wenn man sich Dysbalancen und Verkürzungen antrainiert hat, weil man jahrelang nur über die halbe ROM trainiert hat?
->sieht man schön oft beim Bankdrücken in den Fittis....
Tolle Polemik, Glückwunsch! Da hat man gleich doppelt Lust, sich mit seiner Antwort Mühe zu geben :glare:

Anfänger in diesem Sinne ist man dann nicht mehr, wenn Körpergefühl und -spannung, heißt Innervierung der entsprechenden Muskulatur soweit gediehen sind, dass technisch einwandfreies Kreuzheben möglich ist. Dabei muss bedacht werden, dass das Bindegewebe die sich am langsamsten anpassende Körperstruktur ist, nach den knöchernen. Dummerweise hat das Bindegewebe keine Nerven und meldet eine Überlast erst, wenn es bereits zu spät ist (Abrisse, Entzündungen, Bandscheibenvorfälle, Verklebte Faszien und chronische Schmerzen ohne Befund, vorallem an der LWS). Muskulatur und Energiesystem passen sich um ein Vielfaches schneller an (erste Rekrutierungsverbesserung und Koordinationsverbesserung schon binnen Wochen für zu großen Leistungssprüngen grade am Anfang, tatsächlich morphologische Anpassungen folgen nach den ersten 2 Monaten, während Bindegewebe ein bis zwei Jahre benötigt), so dass man schnell in der Lage ist ein viel höheres Gewicht zu heben, als das Bindegewebe eigentlich verträgt, dies aber nicht kommuniziert. Bei den Plänen, die ich Anfängern anbiete, handelt es sich deshalb um Pläne, deren Struktur schon keine nennenswerte Überbelastung zulassen (kurze Pausen, wacklige Übungen usw.) und die gleichzeitig wegen eines hohen propriozeptiven Anteils das Körpergefühl sehr stark entwickeln, so dass später gut und gefahrlos auch die Grundübungen möglich sind, ohne dass man sich auf dem Weg dahin Überbelastungserscheinungen einhandelt.
Beim Kreuzheben im Besonderen kommt hinzu, dass eine Überbelastung gleich eine sehr hohe Differenz zu dem bedeutet, was man gesund heben könnte. Es ist ein UNterschied, ob ich 100kg beim Kreuzheben bewege, oder 15 beim einbeinigen rumanian deadlift. Letzteres ist vllt. wenns dumm läuft 1-2 kg zuviel, ersteres vllt. 50. Das, zusammen mit den sehr sensiblen Körperstrukturen, die Kreuzheben zur Disposition stellt (wie gesagt, LWS zB) und den dort herrschenden ungünstigen Hebelverhältnissen und der komplexen Technik, kann hier schnell zu schlimmen Problemen führen, wenn man nicht vernünftig aufbaut. Wer denkt, er kann das heben, was er bei sauberer Ausführung noch schafft, verkennt, dass dies die muskuläre Leistung als Begrenzungskriterium heranzieht und nicht das Bindegewebe, das sich aber langsamer als erstere entwickelt. Wer hebt, was er kann, hebt in aller Regel zuviel! Zumindest im ersten Jahr... Tut er das dann noch an riskanten Übungen, wie dem Kreuzheben, wirds wirklich problematisch. Ich habe schon mit vielen Leuten gesprochen und ihnen versucht zu helfen, die vom schweren Kreuzheben chronische Rückenschmerzen bekommen haben, meist in Kombination mit KK-Training - auch hier im Forum schon. Es gibt Wege da raus, aber die sind langwierig und Rückfälle gut möglich. Man tut gut daran, gleich mit Acht vorzugehen.

Von verkürzten Bewegungen und Dysbalancen hat indes niemand etwas gesagt, das ist wieder hohle Polemik. Selbstverständlich muss ausgewogen und stets über die ganze Rom trainiert werden.

Zitat

Ich war einen Tag lang bei WKM und habe schlagartig meine Technik in den Güs verbessert und seitdem auch kontinuierlich, so daß ich die übungen alleine ausüben kann.
Ok, lasse die Ausübung ab und an mal kontrollieren.
Auch hier greift allerdings wieder das Stichwort "intelligente Trainingsplanung", da gehört halt auch dazu, daß man sich sowas zeigen lässt.
Wer einen guten Trainer zur Hand hat, hat Glück. Solche finden sich nicht allenthalben, besonders nicht in Fitnessstudios. Ich habe mal die sportliche Leiterin (!) meines Nobelstudios gebeten, meine Krezhebetechnik zu kontrollieren - sie wusste nichtmal, was das ist... Hier geht es aber darum blind und unkontrolliert im Internet Leuten Übungen und Pläne zu empfehlen und da ist es aus oben genannten Gründen fahrlässig, die Grundübungen zu empfehlen! Erst muss sorgsam aufgebaut werden.

Zitat

An dem letzten Punkt könnte was dran sein, allerdings sind Gewichtheber sicherlich beweglicher als man denkt und wir reden ja auch von ergänzendem Training.
Was sollen das denn für übungen sein, die man unbedingt braucht, um im Sport besser zu werden?
Core-übungen oder sowas?
Empfiehlt dir auch WKM sowas zu machen, so isses net:
http://derwillezurkr...wforum.php?f=76
Aber mit Güs verschaffst du dir eine sehr gute Basis für alles mögliche!
Niemand sagt, dass die Grundübungen perse schlecht seien. Im Gegenteil, wenn ich nur noch eine einzige Übung den Rest meines Lebens machen dürfte, würde ich Kreuzheben wählen. Aber wie oben dargelegt, sind sie gefährlich und nicht zu unterschätzen! Die Gefahr liegt nicht nur in der herausfordernden Technik, sondern in der Tatsache, dass Unbedarfte sich damit überlasten, weil sie keine Rückmeldung von ihrem Bindegewebe bekommen. Die Foren sind voll von entzündeten Schultern, schmerzenden Rücken usw.
Um im Sport besser zu werden, ist es sinnvoll zum einen Übungen zu machen, die nahe an der Zielanwendung sind, also vergleichbare Muskelketten trainieren. Zum anderen sind Corepower-Übungen, balistische (Kettlebells zB), propriozeptive Übungen, Training an Schlingensystem usw. Übungen die neben reiner Kraft vorallem Bewegungskompetenz vermitteln und Verletzungsprofilaxe bieten. Die deutsche Nationalelf trainiert nach Plänen und Ideen von Mark Verstegen, dem Guru des Coretrainings. Da wird nicht viel Gewicht bewegt, wie bei den Grundübungen. Vielmehr geht es um bestimmte Bewegungskompetenzen, die damit trainiert werden - vorallem die Torsorotation spielt eine große Rolle. Wer das nie trainiert, kann Schultern und Becken kaum gegeneinander Verdrehen, die verkürzte ROM die daraus resultiert, limitiert die Leistung bei Sportarten, die gerade hieraus ihre Kraft rekrutieren (Golf, Fußball, aber eben auch Boxen zB). Diese Rotation muss trainiert werden, etwa durch Russian Twists auf dem Physioball über die ganze ROM. Daneben dient diese Art von Training der Verletzungsprofilaxe, indem gezielt kleine und tiefe Muskeln angesprochen werden, die maßgeblich an der Stabilisierung in Bewegung beteiligt sind. Diese müssen dann aber auch in Bewegung trainiert werden und nicht wie beim Kreuzheben etwa nur statisch.

#38 Luggage

    Stammgast

  • Members
  • 2.617 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bei Mannheim, gerade noch Hessen
  • Interests:Mountainbiken, Yoga (Budokon, Ashtanga, Vinyasa, etwas Hatha/Iyengar), trad. Medizin, Ernährung, KK, Fitness, Bücher, Filme, Fernseh-Serien ;)

  • Kampfkunst:
    DJKB Shotokan
Offline

Geschrieben 15 November 2011 - 15:17 Uhr

Beitrag anzeigenKendo sagte am 15 November 2011 - 14:11 Uhr:

CrossFit ist perfekt dafür

crossfit.com
crossfitmunich.com


Crossfit hat einiges für sich, es gibt aber auch Kritik, die gute Argumente anführt. Ein Bisschen googlen dürfte da einiges zu Tage fördern... Ich würde jedenfalls keine Grundübungen und schwierige Sachen wie Snatches oder Clean&Jerks auf Zeit runterreißen, das wäre mir zu gefährlich, weil die Ausführung mit großer Wahrscheinlichkeit leidet.

#39 Tampopo

    Stammgast

  • Members
  • 1.633 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:31°14'N,121°28'O

  • Kampfkunst:
    剣道, 格闘カラオケ
Offline

Geschrieben 16 November 2011 - 07:24 Uhr

Ich dachte diese Crossfit geschichte sei Spam
「疾きこと風の如く、徐かなること林の如く、侵掠すること火の如く、動かざること山の如し」

#40 Luggage

    Stammgast

  • Members
  • 2.617 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bei Mannheim, gerade noch Hessen
  • Interests:Mountainbiken, Yoga (Budokon, Ashtanga, Vinyasa, etwas Hatha/Iyengar), trad. Medizin, Ernährung, KK, Fitness, Bücher, Filme, Fernseh-Serien ;)

  • Kampfkunst:
    DJKB Shotokan
Offline

Geschrieben 16 November 2011 - 14:07 Uhr

Beitrag anzeigenTampopo sagte am 16 November 2011 - 07:24 Uhr:

Ich dachte diese Crossfit geschichte sei Spam
Was meinst du genau - Werbung im Thread untergebracht oder wie?

Naja, Crossfit ist ein Trend aus den USA. Die haben sich auf die Flagge geschrieben, zum einen funktionelle Übungen zu machen (klassische Grundübungen, Übungen des olympischen Gewichthebens, Turnerübungen und BWE'S), was sicher eine gute Sache ist. Zum anderen wollen sie "natürlich" trainieren, d.h. dass sie davon ausgehen, dass der Mensch als evolutiv entstandene Maschine vorallem kurze, schnelle und intensive Belastungen meistern musste, die nicht ständig wiederkehrend das selbe Belastungsprofil aufweisen sondern stets neue ganzkörper Belastungen darstellten (auf der Jagd, im Kampf, auf der Flucht usw.). Deswegen trainieren die ihre funktionellen Übungen in bestimmten (mit Frauennamen versehenen) Workouts zusammengefasst, die randomisiert geübt werden. Damit soll die natürliche Abwechslung mit möglichst natürlichen, intervallartig zusammengestellen Ganzkörperübungen simuliert werden.

Man mag durchaus der Ansicht sein, dass das die natürlichste und damit perfekte Ergänzung zu jedem anderen Sport ist. Kritiker sind der Ansicht, dass vorallem diese Unregelmäßigkeit aber einen geringeren Trainingserfolg bringt, als intelligente, gezielte Variation des Reizes in bestimmten Phasen und Zyklen. Die Übungen die im Crossfit-Programm gemacht werden, sind aus den oben anhand des Kreuzhebens dargelegten Gründen nicht ungefährlich. Wenn die dann in diesen höllischen Workouts auf Zeit in Intervallen runtergerissen werden, kann es durchaus zu Verletzungen und Überbelastungen kommen - imho sollte man diese Übungen nicht unter Stress und Zeitdruck machen, sondern ganz im Gegenteil, stets sehr bewusst und konzentriert.

Ich sehe daher den größten Vorteil im Crossfit, dass es tierisch motivierend ist, sich in der Gruppe gemeinschaftlich der Tortur zu stellen, die auf dem Tagesprogramm steht. Die große Abwechslung ist sicher hilfreich, sich immer wieder zum Training aufzuraffen und die Auswahl der Übungen ist ein angenehmer Contrapunkt zum normalen Fitnessstudio-Curriculum aus tausendundeinem Gerät für jeden einzelnen kleinen Muskel ohne funktionellen Mehrwehrt.

Bearbeitet von Luggage, 16 November 2011 - 14:10 Uhr.