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Roland Habersetzer - Kobudô 1: Bô, Sai


4 Antworten in diesem Thema

#1 k.-g.beck-ewerhardy

    Alter Hase

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Geschrieben 20 Oktober 2011 - 18:14 Uhr

Palisander (broschiert/2006)
ISBN 978-3-938305-02-7
320 Seiten

Herr Habersetzer ist das, was man als europäisches Karate-Urgestein bezeichnen könnte. Bereits 1961 erwarb er den ersten Dan-Grad in dieser Sportart und hat sich seitdem immer intensiver mit dem Karate und verwandten Kampfkünsten beschäftigt – wobei auch er zu denjenigen gehört, die Wert auf die Unterscheidung von Kampfkunst und Kampfsport legen. Wie viele andere Traditionalisten im Bereich der Kampfkünste, sieht auch er deren Fortbestand zum Teil durch die Versportlichung derselben gefährdet. Er sieht darum die Kampfkunst – die als Mittel der letalen Wehrhaftigkeit in unserer Gesellschaft zum Glück keine wirkliche Rolle mehr spielt -, in erster Linie eine Möglichkeit der Selbstverkommnung durch die Selbstdisziplin und Meditation, die eine Kampfkunst ihren Studenten abverlangt.

In dem vorliegenden Buch beschäftigt sich Herr Habersetzer ausgiebig mit dem Okinawa-Karate und dessen Geschichte und dabei eben auch der Entwicklung der Waffenformen, bei denen einige schwerpunktmäßig auf Okinawa ihren Ursprung zu haben scheinen oder zumindest dort am ausgiebigsten entwickelt wurden. Er bezeichnet dabei die Gesamtheit der in Okinawa begründeten Kampfformen als Kobudô in Abgrenzung zu der Art, wie der Begriff auf dem japanischen Festland gebraucht wird. Dann stellt er den Leserinnen und Lesern ausgiebig das Arbeiten mit dem Bô – dem Langstock und seinen verschiedenen Ablegern – und den Sai – den kurzen Dreizack – vor.

Nach eine einleitenden Beschreibung Varianten der Waffen und ihrer einzelnen Teile mit ihren japanischen Namen werden beim Bô zunächst einmal das richtige Halten, die Standpositionen und in diesem Zusammenhang auch die Schritttechniken dargestellt. Auch die Bewegung des Oberkörpers aus dem Hara heraus wird vorgestellt und in seiner Wichtigkeit erläutert. Nach einigen Worten zur Grundhaltung und zum richtigen Grüßen, zu den Grundhaltungen und deren Wechseln werden dann die Angriffe- und Verteidigungstechniken in Wort und Bild dargestellt und dies jeweils in einem eigenen Kapitel. Wie in den japanischen Handbüchern üblich werden die Verteidigungstechniken dabei von Chûdan über Gedan nach Jôdan vorgeführt, wobei auch hier sehr aussagekräftige Bilder die Beschreibungen begleiten. Dies wird direkt von Kombinationen gefolgt, bevor schließlich einfache und komplexere Partnerübungen dargestellt werden. Den Abschluss bildet die Notierung von vier Kata, wobei hier statt Photos Zeichnungsfolgen verwendet werden, deren Abfolge beim ersten Sehen verwirren mag, die sich aber nach einer kurzen Eingewöhnung als durchaus praktisch lesbar erweist. Natürlich kann man eine komplexe Kata – noch dazu mit einer Waffe – nicht nach einer Zeichnungsfolge lernen, aber für den Praktizierenden und Lernenden in einem Verein ist dies sicherlich eine gute Arbeitshilfe.

Zu den Sai werden nach der Darstellung ihres Aufbaus und ihrer Geschichte zunächst die Verteidigungstechniken in ihren drei Höhen beschrieben, bevor es dann zur Vorstellung der direkten und indirekten Angriffsmöglichkeiten kommt. Hierbei wird auch das Umgreifen der Waffe genau betrachtet, das bei vielen Kombinationen eine große Rolle spielt. Danach folgt dieser Abschnitt im Großen und Ganzen dem Beispiel des Bô, wobei hier aber auch die Abwehr anderer Waffen gezeigt wird – Sai gegen Sai kommt hier nicht vor. Bei den vier Kata wird die erste bewusst als übungskata vorgestellt, da sie auch Personen ohne Karate-Grundkenntnisse zugänglich sein soll – und ihnen gleichzeitig ein paar der fehlenden Grundkenntnisse vermittelt. Das letzte kurze Kapitel behandelt dann das Werfen der Sai – entweder einzeln, oder als überkreuzendes Paar.

Solide Handwerksarbeit im Sinne der Buchdruckkunst und auch als Lehrbuch, wie man es sich besser eigentlich nicht wünschen kann. Die Techniken sind klar und nachvollziehbar dargestellt und sofern man nicht dem Irrtum unterliegt, man können den Umgang mit diesen traditionellen Waffen ohne weitere Anleitung lernen auch ein sehr hilfreiches Trainingsergänzungsbuch.

K.-G. Beck-Ewerhardy


Bearbeitet von Mac, 20 Oktober 2011 - 20:42 Uhr.
Seitenzahl auf Wunsch korrigiert.


#2 DerSchleifer aus Fulda

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Geschrieben 20 Oktober 2011 - 21:04 Uhr

Nur eine kleine Anmerkung.

Der Mann heißt Roland und nicht Richard. :-)
Tradition bedeutet nicht die Erhaltung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers! - Unbekannt

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Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir nur gingen. - Kurt Marti

#3 k.-g.beck-ewerhardy

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Geschrieben 21 Oktober 2011 - 12:57 Uhr

Arrgh!. Ich benötige doch mehr Schlaf. :6:

#4 Mac

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Geschrieben 21 Oktober 2011 - 13:01 Uhr

Hallo ihr zwei,

ich habe es geändert.

Winke

Mac :-)
Renne um Dein Leben, wenn ich lächele.

Wie soll ich wissen was ich denke, bevor ich lese was ich schrieb?

Ich wollte mich eigentlich geistig mit Dir duellieren, doch ich sehe Du bist unbewaffnet.

#5 k.-g.beck-ewerhardy

    Alter Hase

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Geschrieben 21 Oktober 2011 - 13:55 Uhr

Beitrag anzeigenMac sagte am 21 Oktober 2011 - 13:01 Uhr:

Hallo ihr zwei,

ich habe es geändert.

Winke

Mac :-)

Nochmals danke.