Liebe Karateka,
hier ein Spiegel-Artikel über Samurai, für die sich hier wohl jeder mehr oder minder interessieren dürfte:
http://www.spiegel.d...,791848,00.html
Viele Grüße,
gatsby
Samurai
Erstellt von gatsby, Okt 23 2011 10:47 Uhr
7 Antworten in diesem Thema
#2
Geschrieben 23 Oktober 2011 - 13:04 Uhr
Was für ein Haufen Unsinn... naja, Bildzeitung für Abiturienten halt.
Der Spiegel reproduziert hier die Klischees, die er kritisiert. Das passiert halt, wenn man meint, knapp 1.000 Jahre Geschichte auf zwei Seiten zusammenfassen zu müssen, ohne Ahnung zu haben, oder auch nur im Geringsten der Komplexität der Materie einen Gedanken zu würdigen. Ich kenne den Autor nicht, denke aber, dass er außer bei der Wikipedia wenigstens mal beim Schwentker, Turnbull oder Jansen hätte nachlesen können.
Ich würde niemandem, der ernsthaft an dem Thema interessiert ist empfehlen, den Artikel zu lesen, denn man eignet sich entweder Unsinn an, oder ist verärgert. Beides nicht erstrebsam.
Der Spiegel reproduziert hier die Klischees, die er kritisiert. Das passiert halt, wenn man meint, knapp 1.000 Jahre Geschichte auf zwei Seiten zusammenfassen zu müssen, ohne Ahnung zu haben, oder auch nur im Geringsten der Komplexität der Materie einen Gedanken zu würdigen. Ich kenne den Autor nicht, denke aber, dass er außer bei der Wikipedia wenigstens mal beim Schwentker, Turnbull oder Jansen hätte nachlesen können.
Ich würde niemandem, der ernsthaft an dem Thema interessiert ist empfehlen, den Artikel zu lesen, denn man eignet sich entweder Unsinn an, oder ist verärgert. Beides nicht erstrebsam.
あら恥かしや我が姿。はや人々に見えけるぞや。あの灯火を消し給へとよ。
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"Allein sind die Menschen noch annehmbar, doch wenn sie Cliquen bilden, fangen sie an, zu verblöden. Sie verfallen dem Gruppenwahn. Sie sind so sehr darauf aus, in Gruppen zu verblöden, dass sie dafür extra Vereine gründen und Mitgliedsbeiträge bezahlen. [...]" (Sawaki Kôdô)
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"Allein sind die Menschen noch annehmbar, doch wenn sie Cliquen bilden, fangen sie an, zu verblöden. Sie verfallen dem Gruppenwahn. Sie sind so sehr darauf aus, in Gruppen zu verblöden, dass sie dafür extra Vereine gründen und Mitgliedsbeiträge bezahlen. [...]" (Sawaki Kôdô)
#4
Geschrieben 23 Oktober 2011 - 18:43 Uhr
Lieber Volker,
hättest Du Deine Aufmerksamkeit nicht nur auf meine - zugegeben harsche - Kritik gerichtet, hättest Du in meinem Beitrag drei Namen gefunden, die als Informationsgeber zum Anfang ausreichen, wovon einer auf Deutsch schreibt und die alle drei in Hülle und Fülle in den gängigen Online-Einkaufsportalen zu erstehen sind.
hättest Du Deine Aufmerksamkeit nicht nur auf meine - zugegeben harsche - Kritik gerichtet, hättest Du in meinem Beitrag drei Namen gefunden, die als Informationsgeber zum Anfang ausreichen, wovon einer auf Deutsch schreibt und die alle drei in Hülle und Fülle in den gängigen Online-Einkaufsportalen zu erstehen sind.
あら恥かしや我が姿。はや人々に見えけるぞや。あの灯火を消し給へとよ。
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"Allein sind die Menschen noch annehmbar, doch wenn sie Cliquen bilden, fangen sie an, zu verblöden. Sie verfallen dem Gruppenwahn. Sie sind so sehr darauf aus, in Gruppen zu verblöden, dass sie dafür extra Vereine gründen und Mitgliedsbeiträge bezahlen. [...]" (Sawaki Kôdô)
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"Allein sind die Menschen noch annehmbar, doch wenn sie Cliquen bilden, fangen sie an, zu verblöden. Sie verfallen dem Gruppenwahn. Sie sind so sehr darauf aus, in Gruppen zu verblöden, dass sie dafür extra Vereine gründen und Mitgliedsbeiträge bezahlen. [...]" (Sawaki Kôdô)
#6
Geschrieben 28 Oktober 2011 - 19:38 Uhr
John Whitney Hall - Das japanische Kaiserreich
Bekommt man gebraucht schon für ca. 2 Euro - aber es ist nunmal eben ein Geschichtsbuch und kein populärwissenschaftliches Bilderbuch.
Bekommt man gebraucht schon für ca. 2 Euro - aber es ist nunmal eben ein Geschichtsbuch und kein populärwissenschaftliches Bilderbuch.
"Es gibt keine Abkürzung, sondern nur Arbeit, Schweiß und Schmerzen." Choshin Chibana
#8
Geschrieben 01 November 2011 - 11:30 Uhr
Zitat
Ok und was genau ist da jetzt Unsinn ?
Zitat
Dabei waren die gepanzerten Reiter der ersten Stunde weder monarchisch gesinnte Ritter noch todesverachtende Edelleute. Die frühen Samurai, zunächst noch "Bushi" (Krieger) genannt, waren anfangs einfach mehr oder weniger gut ausgebildete Söldner, die bei Gefahr oft wegliefen, statt bis zur Selbstaufgabe zu kämpfen. Ihr Aufstieg konnte erst beginnen, nachdem der Kammu-Kaiser Ende des 8. Jahrhunderts die Wehrpflicht abgeschafft hatte; zu schwach, zu unzuverlässig erschien ihm die zwangsrekrutierte Bauernarmee.
Zitat
Die Samurai, viele von ihnen zuvor Bauern und Räuber, stießen in diese Lücke. Manche schlossen sich zu Banden zusammen und plünderten ganze Landstriche aus. Andere zogen für Großgrundbesitzer in den Krieg oder stiegen zu Leibwächtern der mächtigen Regionalherrscher auf. Einige garantierten auch den Provinzbeamten des Kaisers sicheres Geleit und trieben für sie die Steuern ein. Diese Samurai galten bald als "Zähne und Klauen" des Kaiserhofs, der ihre Treue mit Ämtern und vererbbarem Landbesitz belohnte - misstrauisch beäugt vom arrivierten Hofadel, der in den Emporkömmlingen sittenlose Barbaren sah.
Zitat
So waren die Samurai von Beginn an eine ziemlich heterogene Schicht, allerdings mit einem bald recht einheitlichen Auftreten: Sie profilierten sich als meisterhafte Bogenschützen und Schwertkämpfer. Mit aufwendigen, aus mindestens 23 Einzelteilen bestehenden Rüstungen und furchteinflößenden, mit Hörnern verzierten Gesichtsmasken zogen sie in den Kampf. Und nur sie besaßen das Recht, zwei Schwerter zu tragen, die sogar religiös geweiht waren.
Zitat
Geprägt einerseits vom Autoritätsglauben des Konfuzianismus, andererseits von der Flüchtigkeit des Lebens, die der Zen-Buddhismus lehrte, entwickelten die Samurai im Laufe der Zeit einen eigenen, strengen Sittenkodex. Werte wie Mut, Pflichtbewusstsein und Ehrlichkeit spielten eine wichtige Rolle. Kern der Ethik war dabei die unbedingte Treue zum jeweiligen Fürsten, selbst wenn dies bedeutete, gegen den eigenen Sohn kämpfen zu müssen. Dieses enge Verhältnis, das nicht selten auch ein sexuelles war, galt bis in den Tod. Starb ihr Fürst, begingen viele Samurai Selbstmord. So vermieden sie ein ehrloses Schicksal als "Wellenmenschen", wie herrenlose Glücksritter genannt wurden, die durch das Land vagabundierten.
Zitat
"Wenn man überlebt, ohne ein gerechtes Ende erlangt zu haben, ist man ein Feigling", heißt es in einer der bedeutendsten Samurai-Schriften. Denn "Bushido", der "Weg des Kriegers", führe in den Tod - nur wer dazu jederzeit bereit sei, könne "rein wie ein Diamant" leben. Im Idealfall war der Samurai also ein kämpfender Philosoph; ein Ästhet, der sich vom Schlachtenlärm bei meditativen Teezeremonien erholte; ein selbstbeherrschter Asket und ein Krieger, für den Tugend und Töten kein Widerspruch waren.
Zitat
Auch der eigene Freitod, "Seppuku" genannt (in Europa und den USA meist als Harakiri bezeichnet) wurde zu einem quasireligiösen Ritual überhöht. Es regelte bis ins Detail, wie sich der Samurai den Bauch, der als Sitz der Seele galt, aufzuschlitzen habe: von links nach rechts, mit einem schnellen Schnitt zur Brustmitte. Diese Demonstration schier übermenschlicher Selbstdisziplin war sogar ein exklusives Vorrecht der Samurai; Adlige hatten sich banal mit Gift umzubringen.
Zitat
Mehr als 400 Kilometer entfernt von der alten Kaiserstadt Heiankyo, dem heutigen Kyoto, war plötzlich ein zweites Machtzentrum entstanden, das für Jahrhunderte bestehen sollte. Und hier, in der Provinz, schwangen sich die Samurai endgültig zu Herrschern Japans auf: 1192 wurde Yoritomo vom Kaiser zum "Großen General für die Vertreibung gegen die Barbaren" ernannt. Damit war ein neuer Ehrentitel geboren, der "Shogun" (General). Kamakura galt nun offiziell als Sitz der Militärregierung und wurde mit einer eigenen Verwaltung ausgestattet.
Zitat
Doch in dieser aussichtslosen Lage bewahrte die Urgewalt eines Taifuns das Kaiserreich vor der unabwendbar scheinenden Katastrophe: Ein schwerer Sturm vernichtete einen großen Teil der mongolischen Flotte. Die Japaner deuteten das rettende Unwetter als Hilfe der Götter und sprachen ehrfurchtsvoll von "Kamikaze", "göttlicher Wind" - ein Begriff, der zum Synonym für nationale Rettung in hoffnungsloser Lage wurde. Sieben Jahre später schützte ein weiterer Taifun das Land erneut vor einer gewaltigen Invasion der Mongolen; danach griff sieben Jahrhunderte keine fremde Macht mehr Japan an.
Zitat
die Hochzeit der Samurai, deren Heldentaten nun regelmäßig in No-Dramen, opulenten Theaterstücken mit kunstvoll geschnitzten Holzmasken, nachgespielt wurden.
Zitat
Kriegerkaste
Zitat
Viele hatten zudem bei der Reichseinigung ihre Landgüter verloren und zogen in die Burgstädte. Gekämpft wurde bald nur noch auf Turnieren. Notgedrungen gingen die Samurai in die Verwaltung, wendeten sich geistigen Schriften zu oder arbeiteten wenig standesgemäß als Handwerker und Kleinhändler.
Zitat
Selbst einst wohlhabende Samurai, notierte ein Beobachter im 18. Jahrhundert, "befinden sich in solch einer trostlosen Lage, dass sie sich im Sommer kein Moskitonetz leisten können und im Winter ohne warme Decken auskommen müssen". Der Staat musste die Samurai, denen zu besten Zeiten rund 1,5 Millionen Japaner angehört hatten, nun mit üppigen Zuschüssen unterstützen.
Zitat
Als Japan jedoch begann, sich radikal zu modernisieren, 1872 die allgemeine Wehrpflicht einführte und die traditionellen Privilegien der Samurai gesetzlich aufhob, riskierte ein Teil des Kriegerstandes 1877 den Aufstand. In der Provinz Satsuma lieferten sich Regierungstruppen eine erbitterte Schlacht mit über 20.000 Rebellen - die Kämpfer beider Seiten entstammten dem gleichen Kriegerstand. Die Moderne siegte, und Rebellenführer Saigo Takamori suchte den Tod auf dem Schlachtfeld.
Bearbeitet von Shava, 01 November 2011 - 11:32 Uhr.
あら恥かしや我が姿。はや人々に見えけるぞや。あの灯火を消し給へとよ。
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"Allein sind die Menschen noch annehmbar, doch wenn sie Cliquen bilden, fangen sie an, zu verblöden. Sie verfallen dem Gruppenwahn. Sie sind so sehr darauf aus, in Gruppen zu verblöden, dass sie dafür extra Vereine gründen und Mitgliedsbeiträge bezahlen. [...]" (Sawaki Kôdô)
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"Allein sind die Menschen noch annehmbar, doch wenn sie Cliquen bilden, fangen sie an, zu verblöden. Sie verfallen dem Gruppenwahn. Sie sind so sehr darauf aus, in Gruppen zu verblöden, dass sie dafür extra Vereine gründen und Mitgliedsbeiträge bezahlen. [...]" (Sawaki Kôdô)



