Zum Inhalt wechseln


- - - - -

Gehen Kampfkunst und Kampfsportarten an der Realität vorbei ?


141 Antworten in diesem Thema

#1 nc365

    Neu im Forum

  • Members
  • 12 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 13:46 Uhr

Erstmal einen großen Gruß an alle MitgliederInnen,

ich bin neu in diesem Forum und finde es sehr gut,dass es so ein Forum gibt und dass sich so viele Leute mit tieferen Fragen des Kampfes beschäftigen.

Somit auch ein großes Lob an die Begründer dieses Forums !

Ich selbst habe verschiedene Kampfkunst/sportarten ausprobiert (Jiu Jitsu, Judo, Kenpo, Kendo, Aikido) bis ich schließlich bei einem WT Derivat gelandet bin, dass ich nun längere Zeit betreibe. Es macht mir eigentlich sehr viel Spaß, da ich bei dieser Art der Bewegungskunst auch sehr viel über mich selber lerne. Zu meiner Schande muss ich allerdings gestehen, dass ich in meiner Jugend aufgrund meines negativen Umfelds sehr viele Strassenschlägereien miterlebt habe, wo ich sehr viel eingesteckt wie auch sehr viel verteilt habe.

Nun bekomme ich immer wieder in den verschiedenen Kursen völlig komische Argumentationen zu hören, wie "wenn du auf der Straße bist und dich jemand mit einem Würgegriff angreift", oder "in der U-Bahn kommen sie dir Näher und die Gruppe umzingelt dich" , was mich immer wundert und ich das eigentlich als eine Marketingstrategie empfinde.

Ich weiß, dass die Trainer, mit denen ich bis jetzt zu tun gehabt habe, eigentlich noch nie einen Reelkampf miterlebt haben. Aber unabhängig von den Trainern ist es auch so, dass in vielen Kampfsportarten (MMA vielleicht ausgeschlossen) eigentlich nicht wirklich Wirksames gelehrt wird. Meißtens ist es auch so, dass die Angriffsarten mehr oder weniger vorbestimmt sind. Aber wer mal einen Reelkampf erlebt hat, weiß dass es sehr schmutzig zugeht und Schlägereien meißtens völlig unerwartet anfangen. Z.B. habe ich es mal erlebt wie mir jemand in die Augen gespuckt hat und dann auf mich losgegangen ist. Zum Glück hat er nicht richtig getroffen. Oder einer unterhält sich mit dir völlig banal um dich abzulenken und der andere greift dich von hinten an oder, noch schlimmer, tritt dir in die Eier.

Letztendlich hat mir meine Erfahrung gelehrt, dass wenn jemand auf mich aggressiv zukommt, ich den sofort ohne Vorwarnung unschädlich machen muss, bevor der überhaupt Scheisse sagen kann. Dies gilt besonders für Gruppen, wo ich den Leithammel ein wenig brutaler angehen muss, damit ich aus dem Schockeffekt einen Nutzen ziehen kann. Aber um eine Nase zu brechen braucht man keine Kampfkunst. Aber dann bin ich vor der Polizei meißtens der Bösewicht, denn der andere wollte ja nur mit mir "friedlich diskutieren".

Und die Rede, dass ein "wahrer Krieger" den Kampf ohne zu Kämpfen gewinnt (O-Zitat bei einem Aikidokurs), kann man in einem bestimmten Umfeld getrost vergessen. Klar kann man das irgendwo, wenn man dort wegzieht, was ich auch nach 20 Jahren (inkl. meiner versauten Jugend) gemacht habe und seit dem nie wieder Bullshit erleben mußte, aber das hat der Trainer -glaube ich- nicht gemeint.

Die Abwehrtechniken der Kampfsportarten, die ich kennen gelernt habe, sind z.T. so kompliziert, dass sie eigentlich das Zeitfenster vergewaltigen in denen man handeln sollte. Beim Training ist natürlich alles Butterweich aber wenn jemand mit Adrenalin auf dich zugeht
um dich ernsthaft zu verletzen dann bleibt leider nicht viel Technik übrig.

Man kann dies auch in einigen Videos im Netz nachvollziehen, wo betagte Kampfsportler im Sparring aufeinander losgehen und man kaum saubere Techniken sieht, sondern eigentlich dass was man auch in einem Strassenkampf erlebt: Ein Bauerngetrampel vom Feinsten. Es sei der macht das schon "100 Jahre". Korrigiert mich wenn ich falsch liege.

Letztendlich bleibt für mich nur die Erkenntnis, dass das was ich mache eigentlich Fitnessübungen sind, die meiner Gesundheit dienen.
Das ist ja auch OK so, denn ich habe eigentlich mit dem Kampfsport angefangen, da mir Fitnessstudios zu langweilig waren. Darüber hinaus lernt man auch seinen Körper kennen und lernt Feinmotorik, Orientierungsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit, Kondition, Flexibilität und kognitive Fähigkeiten, die man auch in seinem eigentlichem Leben, sei es im Beruf oder im Alltag, im "zivilen" Leben einbringen kann und davon auch Energie schöpft. Aber ob man damit nun eine echte Schlägerei übersteht oder gewinnt ist ein großes Fragezeichen.

Aber wenn ich dann von "gefährlichen Techniken" oder "wirksamen Techniken" höre (nicht nur beim WT), muss ich immer wieder schmunzeln. Ich haue das den Trainern natürlich nicht unter die Nase, das wäre zu respektlos und auch sinnlos. Der wird nicht den Ast absägen, mit den er seinen Lebensunterhalt verdient. Aber wenn ich dann sehe wie die meißten Mitglieder mit Teils offenen Mündern zuhören, müßte ich eigentlich laut Lachen. Ich nehme es aber eigentlich so hin und akzeptiere es als eine Art Salat zum eigentlichen Essen. Ist ja nicht uninteressant sich gleichzeitig komplex wie auch geschmeidig zu bewegen.

Nun kann ich mir vorstellen, dass Leute, die noch nie ein Reelszenario hatten, mit ihrer Kampfart zumindest das Selbstvertrauen gewinnen, jemanden anzugreifen, der bei ihnen Schlechtes will. Aber ob da was Effektives rauskommt, ist eine andere Sache. Und ich will nicht wissen, wie enttäuscht dieser Mensch ist, dass er trotz jahrelangem Training, auf einmal von irgendwelchen Flitzepiepen auf der Straße einfach so zuzammengefaltet wird. Ganz zu schweigen von den rechtlichen Konsequenzen.

Habt ihr auch Reelkampferfahrungen und wie sieht ihr das in Bezug zu eurer Kampfart oder habt ihr sogar gegenteilige Erfahrungen gehabt und eure Kampfart hat euch schon geholfen ?

Bearbeitet von nc365, 07 November 2011 - 13:48 Uhr.


#2 Rakoshi

    Alter Hase

  • Members
  • 255 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 14:12 Uhr

Nein, bisher mußte ich mich nicht einem reelen Kampf stellen. Ok, ich bin eine Frau, was sicher bedeutet, dass ich von den "Schlägereien" verschont geblieben bin.
Es gab zwar mal brenzlige Situationen, aber na ja, irgendwie bin ich immer gesund und munter aus den Situationen rausgekommen.

Wenn ich dein Posting richtig deute, beschäftigt dich die Frage, ob dein WT dir beim Kampf etwas bringt. Oder du es nur als Fitnessübung sehen solltest.

Ganz ehrlich, egal welche KK du machst. Es bringt dir etwas im Kampf. Nicht weil du super tolle Techniken machst, die ein Lehrer dir angepriesen hat, sondern weil du dich mit einer Kampfsituation auseinander gesetzt hast. Aber es bedeutet nicht, dass du jetzt jeden Kampf gewinnen wirst. Wobei gewinnen, mit aufrechtem Gang und nur Fleischwunden, gemeint ist.

Du entscheidest selber, was dir die KK bringt. Und das du nicht auf irgendwelche Sprüche reinfällst, zeigt, dass du zum einen mehr Erfahrung hast, zum anderen dass du dich damit gerne beschäftigst und darüber nachdenkst.

Eigentlich die Ideale Voraussetzung für einen guten Kampfsportler.
Du musst jetzt nur noch die Techniken selber beurteilen und anwenden. Sparring hilft da ungemein, um selber herauszufinden, welche Techniken wirklich einsetzbar sind. Die Arbeit kann dir keiner Abnehmen. Kampfsport oder Kampfkunst lebt von der Anwendung.
www.kungfu-emsdetten.de
www.lee-kamwing.de

#3 Terao

    Stammgast

  • Members
  • 4.301 Beiträge
  • Interests:Militärgeschichte; psychologische, historische und soziologische Aspekte von Kampfkunst und -sport

  • Kampfkunst:
    Kendo
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 14:15 Uhr

Puh, ganz schöne Textwand. Ich greif mal ein paar Punkte heraus:

Zitat

Aber unabhängig von den Trainern ist es auch so, dass in vielen Kampfsportarten (MMA vielleicht ausgeschlossen) eigentlich nicht wirklich Wirksames gelehrt wird.
In welchen Kampfsportarten wird denn prinzipiell Unwirksames gelehrt? Zumal sich doch gerade das von Dir als nicht so unwirksam klassifizierte MMA eben gerade aus div. Kampfsportarten bedient?

Zitat

wenn jemand mit Adrenalin auf dich zugeht um dich ernsthaft zu verletzen dann bleibt leider nicht viel Technik übrig.

Zitat

ob man damit nun eine echte Schlägerei übersteht oder gewinnt ist ein großes Fragezeichen.
Es dürfte Dir bei kurzem Schmökern hier im Forum schnell klar werden, dass das den meisten bewusst ist. Mit bemerkenswerter Ausnahme, vielleicht, ausgerechnet der KK, in der Du nun, nach Deinem langen Weg, "gelandet" bist...

Zitat

Man kann dies auch in einigen Videos im Netz nachvollziehen, wo betagte Kampfsportler im Sparring aufeinander losgehen und man kaum saubere Techniken sieht, sondern eigentlich dass was man auch in einem Strassenkampf erlebt: Ein Bauerngetrampel vom Feinsten. Es sei der macht das schon "100 Jahre". Korrigiert mich wenn ich falsch liege.
Bauerngetrampel??? Quatsch. Wer Sparren übt, der kann auch da saubere Techniken durchziehen. Das dauert auch keine 100 Jahre, wenn man ordentlich übt. Natürlich nicht immer und natürlich abhängig von der Qualität der Gegner. Aber wenn Du etwa bei Judo-, Box-, Sumo-, Kendo- oder wasweißich-Wettkämpfen nur Bauerngetrampel und keinerlei schöne Techniken erkennst, solltest Du mal dringend an Deinem Blick für Bewegungen feilen.

Zitat

Die Abwehrtechniken der Kampfsportarten, die ich kennen gelernt habe, sind z.T. so kompliziert, dass sie eigentlich das Zeitfenster vergewaltigen in denen man handeln sollte.
In Kampfsportarten, in denen auch gekämpft wird, fällt es eigentlich jedem sehr schnell auf, wenn das Zeitfenster nicht ausreicht...

#4 nc365

    Neu im Forum

  • Members
  • 12 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 15:04 Uhr

Hallo Stammgast,

eigentlich bin ich kein Fan von Foren und habe mir das mehrfach überlegt ob ich mich hier anmelden soll, da man die Personen nicht vor sich sieht, mit dem man diskutiert und es immer die Problematik gibt, dass man nur halb wahrgenommen wird bzw. die Texte nicht richtig durchgelesen werden. Kein Wunder, denn es gibt hier ja soviel zum Lesen, was auch gut so ist, vorausgesetzt man nimmt sich auch die Zeit und die wichtigste aller "Techniken" die Texte zweimal durchzulesen.
Also vorneweg, ich will hier keine Verbandsdiskussion machen a la meine Kampfart ist besser als deine und ätsch usw...

MMA ist vielleicht deshalb die KK, die der Realität am Nächsten kommt, da sie sich nicht so beschränkt.
MMA ist wahrscheinlich die Kampfart, die ich demnächst anfangen werde, da ich dort alles auf einem Tablett habe.
Sehr viel Fitness und sehr viel Technik in allen "Lebenslagen".

Es scheint aber auch an meinem langen Text zu liegen, also nochmal meine Frage kurz zusammengefasst.

Habt ihr mal ein Reelkampf erlebt und wie konntet ihr eure KK einsetzen ?

Ich will damit keine KK profilieren (NEIN auch nicht das WT, wobei ich nicht direkt WT mache)
Ich bin nicht in einer Sekte, sondern ein Mensch, der vernünftig das Für und das Gegen auswertet auch
wenn es mich selbst betrifft.

Ich zweifle nicht an, dass beim WT einiges nicht so läuft wie es laufen soll aber bei den anderen KK Arten ist es nicht besser.
Jeder will ein Teil vom milliardenschwerden KK-Kuchen abhaben. Wir leben nunmal im Kapitalismus.
Ist ja auch in Ordnung, solange Qualität geliefert wird...

Also bitte nicht so verbohrt antworten, sondern einfach objektiv - geschmeidig und nimm -soweit möglich- dein Ego da raus, auch wenn "WT" ein Schlüsselreizwort für dich ist: Ich will dich nicht persönlich angreifen also erwarte ich das auch von dir, Stammgast.

@Rakoshi
Danke für deine Antwort

Bearbeitet von nc365, 07 November 2011 - 15:15 Uhr.


#5 Luggage

    Stammgast

  • Members
  • 2.617 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bei Mannheim, gerade noch Hessen
  • Interests:Mountainbiken, Yoga (Budokon, Ashtanga, Vinyasa, etwas Hatha/Iyengar), trad. Medizin, Ernährung, KK, Fitness, Bücher, Filme, Fernseh-Serien ;)

  • Kampfkunst:
    DJKB Shotokan
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 15:12 Uhr

Wenn ich im Ring jemanden dominieren kann, der fit und trainiert ist und weiß, was auf ihn zukommt, warum soll ich das dann nicht auch auf der Straße gegen wahrscheinlich unfittere, unvorbereitete Leute schaffen? Oder anders herum: Hättest du Lust, dich mit einem Felix Sturm, Mike Tyson oder Samy Schielt zu wickeln? Ich nicht - und das liegt nicht an ihren Kochkünsten...

Bearbeitet von Luggage, 07 November 2011 - 15:13 Uhr.


#6 Mac

    Stammgast

  • Foren Mod
  • 3.671 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe

  • Kampfkunst:
    Taekwondo
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 15:13 Uhr

Hi nc365,

Willkommen im Forum.

Zitat

Aber wenn ich dann von "gefährlichen Techniken" oder "wirksamen Techniken" höre (nicht nur beim WT), muss ich immer wieder schmunzeln. Ich haue das den Trainern natürlich nicht unter die Nase, das wäre zu respektlos und auch sinnlos.

Wieso demonstrierst Du es den Trainern nicht einfach?

Wenn ich bei meinen Trainingspartnern was anzweifele, dann tue ich das von Angesicht zu Angesicht und lasse mich dann entweder belehren oder mein Gegenüber merkt, dass das Konstrukt nicht oder nur bedingt tauglich ist.

Das erübrigt lange schriftliche Diskussionen in Foren.

Interessierte Grüße

Mac :-)
Renne um Dein Leben, wenn ich lächele.

Wie soll ich wissen was ich denke, bevor ich lese was ich schrieb?

Ich wollte mich eigentlich geistig mit Dir duellieren, doch ich sehe Du bist unbewaffnet.

#7 Rakoshi

    Alter Hase

  • Members
  • 255 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 15:19 Uhr

Da schreibe ich mir die Hände wund und Mac und Luggage bringen es so schön auf den Punkt.

Du kannst mit deiner KK arbeiten und wenn du mal einen Reelkampf hast, kannst du für dich versuchen Techniken reinzubringen. Dann hast du eine Antwort auf deine Fragen. Das soll aber dich jetzt nicht anstiften, mit dem nächstbesten einen Kampf zu beginnen.

Geh mal zu deinem Lehrer und erkläre ihm deine Sicht, vielleicht kann er dir auch einige Möglichkeiten bieten.
www.kungfu-emsdetten.de
www.lee-kamwing.de

#8 Den

    Stammgast

  • Members
  • 1.552 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe

  • Kampfkunst:
    boxen+escrima
Online

Geschrieben 07 November 2011 - 15:20 Uhr

Ne schöne 1-2-3 Schlagfolge/kombi reichte eigentlich immer, wenn es um kindische Klarstellungen der Rangfolge ging... im Ring natürlich nicht... aber in der Realität schon. Oft genug gesehen... auch selbst erfahren. Auf beiden Enden. Aber lange ist es her. Man wird schlauer... auch die Wahl des Wohnorts und der nächtlichen Vergnügungen betreffend.

Wirkungsvoll Schlagen will gelernt sein... es gibt da so n paar KK/KS, die das lehren. Ebenso die angesprochenen mentalen Parameter (Entschlossenheit z.B.).

MMA bedient sich aus diversen KS, deren Techniken erwiesenermaßen wirkungsvoll sind. Das Regelwerk bedingt aber auch einige Strategien samt dazugehöriger Techniken, die auf der Straße meistens weniger klug wären... aber das wissen die Jungs und Mädels sicherlich.
Augen auf!

#9 nc365

    Neu im Forum

  • Members
  • 12 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 15:22 Uhr

Beitrag anzeigenMac sagte am 07 November 2011 - 15:13 Uhr:

Hi nc365,

Willkommen im Forum.

Zitat

Aber wenn ich dann von "gefährlichen Techniken" oder "wirksamen Techniken" höre (nicht nur beim WT), muss ich immer wieder schmunzeln. Ich haue das den Trainern natürlich nicht unter die Nase, das wäre zu respektlos und auch sinnlos.

Wieso demonstrierst Du es den Trainern nicht einfach?

Wenn ich bei meinen Trainingspartnern was anzweifele, dann tue ich das von Angesicht zu Angesicht und lasse mich dann entweder belehren oder mein Gegenüber merkt, dass das Konstrukt nicht oder nur bedingt tauglich ist.

Das erübrigt lange schriftliche Diskussionen in Foren.

Interessierte Grüße

Mac :-)

Das habe ich schon paar mal (auch früher bei den anderen KK`s, die ich betrieben habe), in dem ich halt nicht so angegriffen habe, wie ich sollte. Danach gab es aber keine Diskussion, sondern ich war nur der Querulant, der alles besser weiß. Der Trainer wird dir nie sagen, dass er eigentlich unrecht hat, dann verliert er das Gesicht vor der Gruppe. Und dann folgt das Totschlagargument "Dann geh doch woanders hin".

#10 Mac

    Stammgast

  • Foren Mod
  • 3.671 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe

  • Kampfkunst:
    Taekwondo
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 15:26 Uhr

Vielleicht noch eine kleine Einfügung:

Ein Reel ist das, was KAJI und ich hin und wieder vorführen. Das ist zwar ein netter Tanz, abhängig von "y" oder dem "ey" des jeweiligen Nationalgetränkes.
Von daher würde ich alternativ Realkampf oder, falls es semideutsch sein soll Realfight vorschlagen.

Wobei, ich gerade überlege, dass ein Reel für den ein oder anderen schon ein herber Kampf ist.

Winke

Mac :-)
Renne um Dein Leben, wenn ich lächele.

Wie soll ich wissen was ich denke, bevor ich lese was ich schrieb?

Ich wollte mich eigentlich geistig mit Dir duellieren, doch ich sehe Du bist unbewaffnet.

#11 Mac

    Stammgast

  • Foren Mod
  • 3.671 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe

  • Kampfkunst:
    Taekwondo
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 15:29 Uhr

Hi nc365,

Zitat

Der Trainer wird dir nie sagen, dass er eigentlich unrecht hat, dann verliert er das Gesicht vor der Gruppe. Und dann folgt das Totschlagargument "Dann geh doch woanders hin".

Ein guter Trainer wird das tun.
Ein weniger guter Trainer wird nichts sagen, aber ggf. seine Aktionen adaptieren.
Ein schlechter Trainer, wird nicths tun, dumm rumlabern und er verdient nichts anderes, als dass man geht.

Als "Querulant" lebe ich übrigens ganz gut. :-)

Viele Grüße

Mac :-)
Renne um Dein Leben, wenn ich lächele.

Wie soll ich wissen was ich denke, bevor ich lese was ich schrieb?

Ich wollte mich eigentlich geistig mit Dir duellieren, doch ich sehe Du bist unbewaffnet.

#12 Rakoshi

    Alter Hase

  • Members
  • 255 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 15:33 Uhr

Schwierige Situation.

Sprich es mal an, nach dem Training und schau, wie seine Reaktion ist. Ganz vernünftig und ruhig. Im Training ist er vielleicht im Stress, daher kann dieser Eindruck für dich auch entstehen. Es ist auch für den Lehrer keine einfache Situation. Jemand mit Erfahrung stellt ihn vor eine Herausforderung.
Wenn er deine Fragen nicht beantworten kann, dann solltest du dich enttscheiden, ob dir das genügt, oder nicht.
www.kungfu-emsdetten.de
www.lee-kamwing.de

#13 Luggage

    Stammgast

  • Members
  • 2.617 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Bei Mannheim, gerade noch Hessen
  • Interests:Mountainbiken, Yoga (Budokon, Ashtanga, Vinyasa, etwas Hatha/Iyengar), trad. Medizin, Ernährung, KK, Fitness, Bücher, Filme, Fernseh-Serien ;)

  • Kampfkunst:
    DJKB Shotokan
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 15:43 Uhr

Beitrag anzeigennc365 sagte am 07 November 2011 - 15:22 Uhr:

Das habe ich schon paar mal (auch früher bei den anderen KK`s, die ich betrieben habe), in dem ich halt nicht so angegriffen habe, wie ich sollte. Danach gab es aber keine Diskussion, sondern ich war nur der Querulant, der alles besser weiß. Der Trainer wird dir nie sagen, dass er eigentlich unrecht hat, dann verliert er das Gesicht vor der Gruppe. Und dann folgt das Totschlagargument "Dann geh doch woanders hin".
Es gibt mehr als schwarz und weiß - als funktioniert oder funktioniert nicht. Manches funktioniert nur unter bestimmten Umständen oder auch nur nach genügend Übung. Manches ist garnicht dazu da, zu funktionieren, sondern nur um bestimmte Attribute zu entwickeln. Wer ohne Vorwarnung bei einer bestimmten Übung aus der Reihe tanzt, kommt mit großer Sicherheit durch, fair ist das aber nicht. Wenn mir einer Pratzen hält, kann ich ihm auch super eine reinhauen - aber bewiesen, dass die Übung nichts bringt, habe ich damit nicht ;)

Zuletzt muss etwas nicht unbedingt beim Trainer klappen um überhaupt klappen zu können. Da gibt es viele persönliche Vorlieben und besondere Fähigkeiten. Daneben muss man sich klar machen, dass ein Trainer in erster Linie Trainer ist - d.h. jemand, der kämpfen lehrt, nicht unbedingt selber kämpft. Das stimmt vllt. nicht mit dem Kung-Fu-Film-Mythos überein, dass der Trainer immer noch eine super unbesiegbare Geheimtechnik in der Hinterhand haben muss, aber es ist nunmal so: Ein guter Trainer kennt Wege, das Beste aus dir rauszuholen, nicht selbst der Beste zu sein. Oder glaubst du, der Trainer der Klitschkos würde die im Ring schlagen können? Wenn die jetzt ihren Trainer auf die Probe stellen würden, würden sie ihn hart und übel treffen. Das heißt aber nicht, dass das was er vermittelt Mist ist...

#14 nc365

    Neu im Forum

  • Members
  • 12 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 16:10 Uhr

Beitrag anzeigenRakoshi sagte am 07 November 2011 - 15:19 Uhr:

Da schreibe ich mir die Hände wund und Mac und Luggage bringen es so schön auf den Punkt.

Du kannst mit deiner KK arbeiten und wenn du mal einen Reelkampf hast, kannst du für dich versuchen Techniken reinzubringen. Dann hast du eine Antwort auf deine Fragen. Das soll aber dich jetzt nicht anstiften, mit dem nächstbesten einen Kampf zu beginnen.

Geh mal zu deinem Lehrer und erkläre ihm deine Sicht, vielleicht kann er dir auch einige Möglichkeiten bieten.

Beitrag anzeigenDen sagte am 07 November 2011 - 15:20 Uhr:

Ne schöne 1-2-3 Schlagfolge/kombi reichte eigentlich immer, wenn es um kindische Klarstellungen der Rangfolge ging... im Ring natürlich nicht... aber in der Realität schon. Oft genug gesehen... auch selbst erfahren. Auf beiden Enden. Aber lange ist es her. Man wird schlauer... auch die Wahl des Wohnorts und der nächtlichen Vergnügungen betreffend.

Wirkungsvoll Schlagen will gelernt sein... es gibt da so n paar KK/KS, die das lehren. Ebenso die angesprochenen mentalen Parameter (Entschlossenheit z.B.).

MMA bedient sich aus diversen KS, deren Techniken erwiesenermaßen wirkungsvoll sind. Das Regelwerk bedingt aber auch einige Strategien samt dazugehöriger Techniken, die auf der Straße meistens weniger klug wären... aber das wissen die Jungs und Mädels sicherlich.

Genau das meine ich,

Ich habe schon mit einigen MMA Sportlern geredet und die wissen wovon sie reden. Richtig feine Leute. Bei denen wird auch gesagt, das ist gut für den Ring und das evtl. für die Strasse. Aber bei den KK s, die ich bis jetzt "besucht" habe, wird alles so auf die große Glocke gehängt als wäre es das Non-Plus-Ultra. Und dann auch noch von Leuten, die weder einen Reelkampf hatten, geschweige denn im Ring waren und wenn dann bitte so, wie er sich das wünscht und bloß nicht durchziehen. Unter den Mitgliedern waren z.T. sehr labile Persönlichkeiten dabei, die in ihrer Fantasiewelt leben wie in einem Kung-Fu Film oder Kurosawa Film und dafür natürlich sofort ein offenes Ohr haben. Vorallem wenn das ganze noch irgendwie mystisch verpackt wird, ist das für sie die Fluchtwelt schlechthin. Wir leben im Jahr 2011 und nicht 1650. Einige geistige Eigenschaften der KK sind natürlich als Konstante über die Jahrhunderte geblieben aber nicht in der Art was heute daraus gemacht wird.

Ok wenns ihnen Spaß macht, bitte, aber ich finde es unverantwortlich von Trainern genau das auszunutzen und ihnen a la Sendung mit der Maus "Lach und Sachgeschichten" über die Straße zu erzählen. Vorallem wenns es dann wirklich zu einem Ernstfall kommt, dann geht deren Schülern der Ar... auf Grundeis und es war mal mit Technik und sie sind dann enttäuscht. Danach gehen auch vielen Leuten das Licht auf, dass sie eigentlich in ihrer Naivität über Jahre hinweg nur ausgenutzt wurden. Na toll...

Warum stellen sie sich nicht einfach hin und sagen: "Schaut mal Leute, das was wir hier tun dient primär zur Körper und Geist- ertüchtigung. Auf der Straße gelten andere Regeln und wer hier für "die Straße" trainiert, sollte keinen großen Erwartungen haben. Ich vermittle euch auch Techniken, mit denen ihr bei einer Schlägerei halbwegs überlebt aber mehr nicht, weil Straßenschlägereien sind hässlich, brutal, schmutzig und nicht sonderlich mit unseren Techniken und unserer Gesinnung vereinbar. Vielleicht habt ihr damit eine Chance wenn ihr den frechen 10 Jährigen Nachbarsjungen verdrischt aber nicht wenn sein Papi Mike Tyson hinterher vor euch steht. Für die Straße trainiert man auf der Straße. Aber sowas machen wir hier nicht, weil das Asi ist. Unser Ziel ist es aus euch gute, trainierte, verantwortungsvolle Menschen zu machen, die sich gut bewegen können und keine Schläger sind. Das erreichen wir mit unserer Kampfkunst."

Das wäre dochmal ehrlich.

#15 nc365

    Neu im Forum

  • Members
  • 12 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 16:18 Uhr

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 07 November 2011 - 15:43 Uhr:

Beitrag anzeigennc365 sagte am 07 November 2011 - 15:22 Uhr:

Das habe ich schon paar mal (auch früher bei den anderen KK`s, die ich betrieben habe), in dem ich halt nicht so angegriffen habe, wie ich sollte. Danach gab es aber keine Diskussion, sondern ich war nur der Querulant, der alles besser weiß. Der Trainer wird dir nie sagen, dass er eigentlich unrecht hat, dann verliert er das Gesicht vor der Gruppe. Und dann folgt das Totschlagargument "Dann geh doch woanders hin".
Es gibt mehr als schwarz und weiß - als funktioniert oder funktioniert nicht. Manches funktioniert nur unter bestimmten Umständen oder auch nur nach genügend Übung. Manches ist garnicht dazu da, zu funktionieren, sondern nur um bestimmte Attribute zu entwickeln. Wer ohne Vorwarnung bei einer bestimmten Übung aus der Reihe tanzt, kommt mit großer Sicherheit durch, fair ist das aber nicht. Wenn mir einer Pratzen hält, kann ich ihm auch super eine reinhauen - aber bewiesen, dass die Übung nichts bringt, habe ich damit nicht ;)

Zuletzt muss etwas nicht unbedingt beim Trainer klappen um überhaupt klappen zu können. Da gibt es viele persönliche Vorlieben und besondere Fähigkeiten. Daneben muss man sich klar machen, dass ein Trainer in erster Linie Trainer ist - d.h. jemand, der kämpfen lehrt, nicht unbedingt selber kämpft. Das stimmt vllt. nicht mit dem Kung-Fu-Film-Mythos überein, dass der Trainer immer noch eine super unbesiegbare Geheimtechnik in der Hinterhand haben muss, aber es ist nunmal so: Ein guter Trainer kennt Wege, das Beste aus dir rauszuholen, nicht selbst der Beste zu sein. Oder glaubst du, der Trainer der Klitschkos würde die im Ring schlagen können? Wenn die jetzt ihren Trainer auf die Probe stellen würden, würden sie ihn hart und übel treffen. Das heißt aber nicht, dass das was er vermittelt Mist ist...

Da hast du natürlich Recht aber der Trainer, übrigens ein Aikido-7 Dan, ging mir damals richtig auf den Sender mit seinem ewigen selbstherrlichen Gelaber, so dass ich aus "versehen" unfair wurde als er mit mir eine Übung demonstrieren wollte. Bei den anderen KK Trainern, habe ich nur "kleine Interpretationen" der Übung eingebaut aber die Reaktionen waren auch nicht sonderlich konstruktiv.

#16 nc365

    Neu im Forum

  • Members
  • 12 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 16:22 Uhr

Beitrag anzeigenMac sagte am 07 November 2011 - 15:26 Uhr:

Vielleicht noch eine kleine Einfügung: Ein Reel ist das, was KAJI und ich hin und wieder vorführen. Das ist zwar ein netter Tanz, abhängig von "y" oder dem "ey" des jeweiligen Nationalgetränkes. Von daher würde ich alternativ Realkampf oder, falls es semideutsch sein soll Realfight vorschlagen. Wobei, ich gerade überlege, dass ein Reel für den ein oder anderen schon ein herber Kampf ist. Winke Mac :-)

Meine Grammatik und Rechtschreibfehler schenke ich dir.

#17 Terao

    Stammgast

  • Members
  • 4.301 Beiträge
  • Interests:Militärgeschichte; psychologische, historische und soziologische Aspekte von Kampfkunst und -sport

  • Kampfkunst:
    Kendo
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 16:44 Uhr

Zitat

Aber bei den KK s, die ich bis jetzt "besucht" habe, wird alles so auf die große Glocke gehängt als wäre es das Non-Plus-Ultra. Und dann auch noch von Leuten, die weder einen Reelkampf hatten, geschweige denn im Ring waren und wenn dann bitte so, wie er sich das wünscht und bloß nicht durchziehen. Unter den Mitgliedern waren z.T. sehr labile Persönlichkeiten dabei, die in ihrer Fantasiewelt leben wie in einem Kung-Fu Film oder Kurosawa Film und dafür natürlich sofort ein offenes Ohr haben. Vorallem wenn das ganze noch irgendwie mystisch verpackt wird, ist das für sie die Fluchtwelt schlechthin. Wir leben im Jahr 2011 und nicht 1650. Einige geistige Eigenschaften der KK sind natürlich als Konstante über die Jahrhunderte geblieben aber nicht in der Art was heute daraus gemacht wird.
Stimmt schon, das mag`s schon geben. In manchen KKs häufiger, in anderen vielleicht ein wenig seltener. Es gibt aber doch auch anderswo (gerade im KampfSPORT, auch wenn er nicht MMA ist) ehrliche Handwerker, die sich der Möglichkeiten und Grenzen dessen, was sie tun, durchaus bewusst sind. Ich wäre doch sehr überrascht, wenn Du solche, bspw. im Judo, nicht auch kennengelernt hättest. Deshalb hat mich der Rundumschlag in Deinem Eingangspost etwas verwundert. Nix für ungut.

Und dass Du mit Deiner Einstellung momentan ausgerechnet beim WT hängengeblieben bist, muss ich ja nicht verstehen.

Bearbeitet von Terao, 07 November 2011 - 16:59 Uhr.


#18 weltraumkarate

    Schon länger dabei

  • Members
  • 212 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich

  • Kampfkunst:
    Shotokan / Kyokushin Karate
Offline

Geschrieben 07 November 2011 - 22:14 Uhr

Hallo nc365,

ich denke es kommt ganz auf die KK an die du ausübst und was DU selber daraus machst. Wir zB.trainieren nicht nur Sportmäßig, unser Trainer beim Shotokan zeigt uns bei fast jedem zweiten Training reelle Situationen die wir dann auch versuchen nachzuüben, woraus sich dann auch andere reelle Situationen zwischen den Trainingspartnern entwickeln. Beim Kyokushin üben wir jedes mal Sparring und ich kann dir versichern dass das, einem wirklichen Kampf sehr nahe kommt, wenn du grade einen der härteren Trainingspartner vor dir hast. Da bekommt man dann auch mal unerwartet richtig eins drauf wenn man mal nicht aufpasst, warum wir dann ja auch zT. mit vollem Schutz "sparren" ;)

Ich selber war zwar auf der Straße bis jetzt noch nicht mit einem realen Kampf konfrontiert und kann darum auch nicht sagen wie ich dann reagieren würde, ich denke da spielt auch viel Psychologie mit, aber durch die Übungen teils beim Shotokan teils beim Sparring beim Kyokushin habe ich sehr gut gelernt wie ich schnell reagieren kann und muss, wo ich treffen muss, wie ich ausweichen muss um nicht eins drauf zu bekommen, und ganz wichitg wie und wohin ich schauen muss wenn jemand mich angreift, usw. Das heißt durch gutes Training und einen guten Trainer, aber auch die Motivation dazu aus der KK was draus zu machen kann man viel über sich und auch viel über andere und ihre Reaktionen und an Erfahrung sammeln. Wie und ob man diese Erfahrung dann einsetzen kann liegt natürlich an der jeweiligen Situation, aber auch an der Person. Ich denke dass es keine Standardsituation gibt, wo man sagen kann hier muss man den Griff anwenden, hier den Tritt und hier den Block. Man erlernt die KK als ganzes, was man dann daraus macht und wie man sie anwendet liegt dann bei einem selber.

Also ich für meinen Teil finde nicht dass man eine KK nicht in reellen Situationen einbrigen kann. Vielleicht nicht alles aber Teile. Ganz wichtig auch, man erlernt hinzuschauen und richtig zu reagieren was man vorher nie so wahrgenommen hat.

Bearbeitet von weltraumkarate, 07 November 2011 - 22:19 Uhr.


#19 WuDang

    Schon länger dabei

  • Members
  • 245 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:München

  • Kampfkunst:
    Baguazhang, Xingyiquan
Offline

Geschrieben 08 November 2011 - 11:35 Uhr

Ich seh da zwei Seiten.
Die eine Seite ist der simple Fakt, dass man eine Technik noch so realitätsnah verpacken kann, aber die Diskrepanz zwischen einer Trainings-Situation und einer realen Begegnung mit all ihren Unabwägbarkeiten macht halt in den meisten Fällen doch den Unterschied aus zwischen gewinnen oder verlieren.
Auf der anderen Seite sehe ich aber auch (die bereits erwähnte) Marketing-Seite. Da steht nun ein Trainer, der (oft) von dem lebt, was er da tut. Also wird er sich nicht hinstellen und sagen: "Was ihr bei mir lernt, ist eine Kampfkunst XY, die aber nur im Dojo und im Sparring anwendbar ist, für den Rest aber vollkommen untauglich".

Und da haben wir jetzt das Problem:
Schicke ich meine Schüler mit einer falschen Gewissheit von Eigenwirksamkeit durch das Gelernte möglicherweise in eine prekäre Situation, weil sie denken, sie könnten sich in jeder Situation verteidigen?
Oder bin ich von Grund auf ehrlich, säge dabei aber an dem Ast, auf dem ich sitze? (wie bereits so schön ausgedrückt)

Ich bin selbst kein Lehrer, kann mir aber vorstellen, dass sich viele genau in diesem Spagat sehen und versuchen, einen Mittelweg zu finden.
Dass eine Kampfkunst XY kein Garant für Unversehrtheit im Straßenkampf ist, ist denke ich, jedem klar. Dass bestimmte Aspekte einer Kampfkunst (Wissen um empfindliche Körperstellen, Training von Reflexen, etc.) aber durchaus nützlich sein können, kann man aber auch nicht bestreiten...zumindest mMn nicht.
WenWu - Zeitschrift für chinesische Kampfkunst und Kultur
http://wenwu-zeitschrift.de

#20 Taysoku

    Stammgast

  • Lehrende und Funktionäre
  • 747 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Hamburg
  • Interests:Karate, Computer, Töchter

  • Kampfkunst:
    Shotokan, Kendo, Iaido, Kempo, Judo, Tai Chi, ein wenig Shito-Ryu
Offline

Geschrieben 08 November 2011 - 11:42 Uhr

In drei Real-Szenarien hat mir 2x meine "Kampfkunst-Erfahrung" den Arsch gerettet, auch wenn es nicht ohne Blessuren abgegangen ist. Ohne Karate/Judo/Kempo hätte ich ganz alt ausgesehen. Skurrilerweise ist das eine Mal, wo mich ein Koloss an der Lederjacke gepackt hatte und mein Befreiungsgriffversuch nur zu allgemeinen Erheiterungsausbrüchen seiner Mitläufer führte, am glimpflichsten für mich ausgegangen (körperlich - vom Ego wollen wir mal nicht reden).

Meine KK haben mich an sich in die Lage versetzt, recht effektive Techniken einzusetzen. Auf die Situation war ich allerdings nicht vorbereitet.

Bei diversen!!! anderen Gegebenheiten hat meine Selbstsicherheit in Bezug auf angedrohte körperliche Auseinandersetzungen aber dazu geführt, dass diese erst gar nicht stattgefunden haben. Vor meiner KK-Zeit hätte ich mir in die Hose gesch... irgendwann hatte ich die Gelassenheit, es auf mich zukommen zu lassen. Und siehe da - die Konfliktsituationen ließen sich verbal regeln.

Das alles ist aber schon 20? 30? Jahre her. Heute herrschen wohl andere Sitten und ich will nicht behaupten, dass das, was damals funktionierte, auch heute klappt.

Tay
Meine Lehrgangsempfehlungen:
Seminar mit Hidetoshi Nakahashi und Carlos Molina
am 19. und 20.5.2012 in Berlin
Infos unter http://www.shingitai...mid=122&lang=de