Verhalten im neuen Verein
#1
Geschrieben 09 November 2011 - 10:26 Uhr
Wie würdet ihr euch in meiner Situation verhalten?
Ich habe schon einige Jahre Ju-Jutsu und Judo gemacht.
Nun möchte ich nach langer Verletzungspause und Umzug wieder anfangen.
Einen Verein habe ich schon gefunden, der bietet allerdings Jiu Jitsu an.
Wie ist das mit der Annerkennung?
Ich habe etwas Bedenken, wenn ich da mit nem Weißgurt auflaufe, die anderen Anfänger zu demomalisieren. Die lernen gerade mühsam einen Vorwärtsrolle.
Also was tun? Weißgurt oder Ju-Jutsu-Sachen mitnehmen.
Danke im vorraus.
#2
Geschrieben 09 November 2011 - 10:58 Uhr
Die Anfänger werden schon nachfragen, woher Du das kannst. Und sie werden wohl damit fertigwerden, dass Vorkenntnisse in sehr ähnlichen KKs was bringen. Gerade in den JuJus dürften doch Leute, die bereits aus Judo oder Aikido ein wenig rollen können (oder bereits vom Karate etc. eine ganz gute Schlagschule mitbringen), gar keine Seltenheit sein.
In KKs allgemein, und gerade in Anfängerkursen, ist es ja doch eher förderlich, Leute um sich herumzuhaben, die zumindest in mancherlei Hinsicht, woher auch immer, mehr können als man selbst. Daran müssen sich die Anfänger besser früher als später gewöhnen.
Bearbeitet von Terao, 09 November 2011 - 11:01 Uhr.
#3
Geschrieben 09 November 2011 - 11:35 Uhr
mfg Toggy
#5
Geschrieben 09 November 2011 - 22:13 Uhr
Zur ursprünglichen Frage kann ich mich nur dem Konsens anschließen: Weißgurt mitnehmen, Trainer fragen.
#7
Geschrieben 05 Januar 2012 - 12:24 Uhr
Ich habe vor vielen jahren Karate gemacht, da auch eine gewisse Graduierung erreicht und klar merkt man das deutlich. Da sind gewisse Bewegungsmuster eingeschliffen, ein gewisses Verständnis für kampfsportspezifische Bewegungen.
Allerdings ist es bei Erwachsenen und Jugendlichen ja nicht so ungewöhnlich, dass sie vorher schon was im Bereich kampfkunst gemacht haben. Da sind auch andere Anfänger mit Vorbildung, manche auch nicht, klar.
Wenn man sich Sorgen machen würde, andere mit seinem Können zu demoralisieren, könnte man ja nie Fortschritte machen. Es wird immer Leute geben, die schlechter sind und immer welche, die besser sind und schneller graduieren.
#8
Geschrieben 06 Januar 2012 - 11:42 Uhr
Annerkung der Grade wäre natürlich am besten.
Bei mir im Yong Chun war es so dass ich zum Teil zwei Prüfungen miteinander machen durfte und kann.
Es kommt immer drauf wer das sagen hat. Und wie der Unterricht aufgebaut ist..
- Klassische KK-Attacken:
Stop and freeze Attack: Aus zwei Meter Entfernung wird ein Faustschlag gestartet und die Technik wird durchgezogen komme was wolle, abrupt wird die Bewegung mit ausgestrecktem Arm gestoppt und der grosse Sifu/Sensei kann eine im Minimum, 10 Fachcombofaustattacke demonstrieren. Zweitangriffe sind nicht möglich weil das Chi des Meisters dies verhindert.
Rhino Attack: Aus zwei Meter Entfernung, vielleicht sogar noch mehr, Ausgangsposition im besten Fall noch kniend am Boden, rennt der Angreifer auf sein Ziel los. Der Faustarm bleibt während der ganzen Bewegung gestreckt und man rennt unbeirrt weiter. Sollte sich das Ziel zur Seite bewegen, so rennt man weiter am Ziel vorbei. Sollte das Ziel Kontakt mit dem Angriffsarm aufnehmen so lässt man sich willenlos in ein Wurf oder Hebeltechnik führen. Zweitangriffe sind auch während dieser Bewegung unmöglich wegen einer KI-Blockade welche sich durch das eigene Momentum ergiebt.
Die Wichtigste Regel überhaupt in den klassischen KK's: Wenn wir alle gaaaaaaanz fest daran glauben, dann funktioniert es auch......
#9
Geschrieben 06 Januar 2012 - 12:40 Uhr
ich würde dann bei einem verbandsoffenen lehrgang meine schwarzen socken anbehalten. und bei allen anderen gelegenheiten, insbesondere bei explizit "fremden" vereinen, durch meine weissen socken zeigen, dass ich in dem bereich noch ein unbeschriebenes blatt bin.
die eigentliche frage ist wohl, wo genau "fremd" anfängt. - die frage wird nicht gerade einfacher, wenn man ein einem patchwork-verband zuhause ist und sich mal hier und mal dort weiterbildet.
vielleicht lässt sich auch das sprichwort übertragen: dass es für einen klugen leicht ist, sich dumm zu stellen, aber für einen dummen nicht leicht, sich als klug auszugeben. - übertragen in dem sinn, dass ein weisser gürtel in den meisten fällen wohl die bessere wahl ist.
...mein aikido-lehrer meinte dazu jedoch, dass wenn man nur mal zu gast bei jemand anderen ist, der schwarze gürtel ruhig umbleiben kann, damit die anderen wissen, dass man wenigstens ein bisschen ukemi beherrscht.
im zweifelsfall muss man dann eben einen kompletten satz gürtel einpacken oder einfach fragen.
Bearbeitet von ingolf, 06 Januar 2012 - 12:46 Uhr.
#10
Geschrieben 06 Januar 2012 - 13:34 Uhr
Bei Verbandsoffenen Lehrgängen ist es in der Tat was anderes.
Für mich war es selbstverständlich, dass ich beim Karate von vorne angefangen habe, d.h. beim Probetraining natürlich mit weißen Gürtel auftauchte.
Als ich dann mal beim Aikido-training Besuch von zwei Karateka aus dem Karateverein hatte, waren die echt überrascht, dass sie ihre schwarzen Gürtel nicht anbehalten durften. Das fand ich schon seltsam.
Im Rahmen der jährlichen Vereinsfahrt mache ich auch immer eine Einheit Aikido mit den Karateka, da ist es natürlich egal, aber im regulären Aikido-Training im fremden Dojo, da fragt man dann erst einmal nach und bringt einen weißen Gürtel mit.
Halt Etikette.
#12
Geschrieben 06 Januar 2012 - 13:52 Uhr
Zum Beispiel habe ich entschieden im Karate keine Prüfung mehr zu machen und laufe seit Jahren in Blau herum. Ist ne schöne Farbe, he.
#13
Geschrieben 06 Januar 2012 - 14:04 Uhr
eigentlich ergibt sich ein etikett aber von selbst. es zeigt nach aussen, wie es innen aussieht. - selbst wenn man sich so kleidet, wie andere es wollen. man sieht es trotzdem, z.b. an der art wie der knoten gebunden wird, wie lang der hakama ist oder wie weit der jackenausschnitt ist. ein spannendes thema, sich mal im dojo umzuschauen.
#14
Geschrieben 06 Januar 2012 - 16:03 Uhr
...also kann man sich letztlich auch anziehen wie es die etikette verlangt. da kommt man wohl um ein vorgespräch nicht herum. ten-chi sagte es bereits.
Bearbeitet von ingolf, 06 Januar 2012 - 16:05 Uhr.
#15
Geschrieben 08 Januar 2012 - 12:24 Uhr
Gewisse Dinge, Gepflogenheiten, die nunmal von Trainingsgruppe zu Trainingsgruppe unterschiedlich sind, wären doch gut vorher zu klären. Auch gewisse gesundheitliche Fragen, wie alte Verletzungen, körperliche Einschräbnkungen, Diabetes oder so sollte man vorher ansprechen, finde ich.
#16
Geschrieben 08 Januar 2012 - 12:42 Uhr
FragenAnsLeben sagte am 08 Januar 2012 - 12:24 Uhr:
Da hast du was falsch verstanden.
Ich schrieb:
Zitat
Das heißt, es ist usus.
#18
Geschrieben 11 Januar 2012 - 16:32 Uhr
Ich hab es gemacht wie oben beschrieben. Bin mit Weißgurt hin und hab mit dem Trainer geredet. Auch den beiden Anfängern habe ich gesagt, das ich schön länger dabei bin. Mädchen sind bei sowas empfindlicher als Männer, so zumindest meine Erfahrung. (Wieso kann die schon nen freien Fall? Und ich krieg noch nicht mal ne Vorwärtsrolle hin?)
Durfte auch gleich bei den Fortgeschrittenen mit machen.
In den nächsten Tagen bekomme ich meinen neuen Paß dort werden dann alle Graduierungen vom DJJV im DJJU übernohmen.
@Ingolf
Keine Sorge ich wäre nicht mit meinem Judogürtel zum Karateanfängertraining gegangen. ;-) (Wobei ich der Abteilung auch mal einen Besuch abstatten werde. Horizont erweitern)
Ich hatte mir vorher das Jiu-Jitsu Prüfungsprogramm angeschaut und viel bekanntes wieder entdeckt.
#19
Geschrieben 11 Januar 2012 - 23:06 Uhr
wenn ich so darüber nachdenke, ist es im aikido doch recht einfach: alle mudansha haben einen weissen gürtel. und (zumindest bei uns) wenn man dann doch eines tages für einen shodan entscheidet, zeigt man, dass man dabeibleiben möchte. dass es also mehr als ein hobby ist, das man nach belieben wechselt.



