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Eckdaten Kondition


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10 Antworten in diesem Thema

#1 Jion

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Geschrieben 18 November 2011 - 21:48 Uhr

Moin!

Wie definiert man, was eine "gute" physische Kondition ist?

Ich nehme an, dass es dazu Daten gibt wie dem Alter, Geschlecht und Gewicht ensprechende Pulsfrequenzen etc. ...

Mich wuerden Eckdaten interessieren wie:
  • Maximale Pulsfrequenz waehrend Belastung (je tiefer desto besser?)
  • Wie schnell sinkt die Pulsfrequenz nach der Belastung (je schneller desto besser?)
  • Blutdruck waehrend Belastung
  • Ruhepulsfrequenz vor dem Aufstehen am Morgen (je niedriger desto besser?)
  • ..... ?
Man hat mir kuerzlich einen Ergometrietest aufm stationaeren Fahrrad gemacht, mit Elektroden etc. Das war nicht meine Entscheidung, aber wenn die Resultate rauskommen, moechte ich doch wissen, was sie aussagen :)

Vielen Dank fuer die Antworten,
Gruss
Jion

#2 Rakoshi

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Geschrieben 18 November 2011 - 23:41 Uhr

Am einfachsten bekommst du eine Erklärung bei demjenigen, der den Test mit dir durchgeführt hat.

Ich bin vorsichtig mit der Verallgemeinerung der Herzfrequenz oder der Blutdruckwerte. Man kann schlecht einen 20 Jährigen 60 Kilo Menschen, mit einem 20 Jährigen 90 Kilo Menschen vergleichen, alleine deswegen schon, wenn man nicht weiß, ob der 90 Kilo Mensch Sport macht, oder ob er keinen Sport macht. Schlimm wird es, wenn man einen Profi-Sportler hat mit 120 Kilo.....und jetzt vergleicht den mal mit einem untrainierten 120 Kilo Menschen....

Bearbeitet von Rakoshi, 18 November 2011 - 23:42 Uhr.

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#3 Luggage

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Geschrieben 19 November 2011 - 09:09 Uhr

Pulswerte sind so eine Sache, die werden eigtl. erst aussagefähig, wenn man per Laktattest die aerobe/anaerobe Schwelle ermittelt hat. Es gibt Hochpulser und Niedrigpulser, so dass der reine Frequenzwert noch keine Aussage beinhaltet. Ich gehöre zB eher zu ersteren und kann mich beim Joggen auch bei 180 Schlägen/min noch ordentlich unterhalten. Für mich bedeutet dieser Wert weniger, als für einen Niedrigpulser.

Wenn du hier nach dem sportwissenschaftlichen Begriff "Kondition" fragst, dann ist das ein Sammelbegriff, der die Schlüsselfähigkeiten eines Athleten umfasst: Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Ausdauer und Koordination*. Der Begriff ist multivariant und damit nicht definierbar (man kann immer nur nach einer Variablen optimieren). Objektiv messbar ist er auch nicht, man kann sich nur verschiedene Ansätze überlegen, wie man diese Schlüsselattribute überprüfen und in der Summe einstufen könnte. Dazu gibt es verschiedene Ansätze, zB immer mal wieder von Krankenkassen gesponsorte Geschichten im Breitensport: http://www.dtb-onlin...ice/DBSTest.pdf


_________________________
*: Man sieht, Kondition bedeutet entgegen landläufiger Meinung nicht Ausdauer - diese ist nur ein Teil der Kondition.

Bearbeitet von Luggage, 19 November 2011 - 09:10 Uhr.


#4 Jion

    Stammgast

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Geschrieben 19 November 2011 - 14:21 Uhr

Ok, ich kann also nicht einfach so wissen, ob meine Kondition gut ist oder nicht (mal abgesehen vom intuitiven Gefuehl dafuer).

Kan ich aber wissen/messen, ob meine Kondition besser wird? Bei den Komponenten Kraft und Schnelligkeit natuerlich schon, aber bei Ausdauer und Koordination?

#5 Luggage

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Geschrieben 19 November 2011 - 14:47 Uhr

Beitrag anzeigenJion sagte am 19 November 2011 - 14:21 Uhr:

Ok, ich kann also nicht einfach so wissen, ob meine Kondition gut ist oder nicht (mal abgesehen vom intuitiven Gefuehl dafuer).

Kan ich aber wissen/messen, ob meine Kondition besser wird? Bei den Komponenten Kraft und Schnelligkeit natuerlich schon, aber bei Ausdauer und Koordination?
Hast du meinen Link gelesen? Da sind auch Koordinations- und Ausdauertests enthalten.

Ich empfinde ja Schnelligkeit als das am schwierigsten zu bestimmende Merkmal. Natürlich kann ich messen, wie schnell ich auf 100m bin. Aber wie objektiviere ich ohne aufwendiges Testlabor etwa meine Kickgeschwindigkeit oder ähnliches?

Die Ausdauer kann man natürlich feststellen, indem man sie betätigt. Wie lange kannst du bei einem bestimmten Puls laufen, wie weit kommst du in derselben Zeit mit demselben Puls (GPS-Daten helfen da)? Wie ist das subjektive Gefühl dabei? Wenn ein entsprechender Test vorliegt: Wo liegt die aerobe/anaerobe Schwelle? Gehobenere Pulsuhrmodelle von Polar bieten auch einen gewissen Fundus an Pulsauswertungstools, wie etwa die Herzvariabilitätsmessung. Das Herz schlägt zwar mit einer bestimmten Frequenz/Minute, aber die einzelnen Schläge sind nicht gleichmäßig voneinander entfernt. In Ruhe schlägt das Herz sehr viel unregelmäßiger, als unter hoher Belastung. Der Punkt, an dem die HFV gegen Null geht ist der Beginn des trainingswirksamen Bereichs. Die HFV ist bei einem gut trainierten Herzen in Ruhe normalerweise sehr hoch und nimmt ab bei Stress oder Übertraining. Setzt also die Uhr die Own-Zone, ermittelt anhand der Tages-HFV, hoch an, ist man zumindest gut ausgeruht und bei regelmäßig hoch angesetzten Mindestwerten gut trainiert. Wobei diese HFV-Messung nur ein Indiz ist und nicht überbewertet werden darf.

Die Koordination wird idR mit Spielchen wie in meinem Link getestet - das sind meist Sachen im Einbeinstand, evtl. auf einem Wackelbrett mit irgendwelchen Koordinationsaufgaben. Die Beurteilung bemisst sich dann anhand von Normal- und Durchschnittswerten. Neben meinem Bsp-Link läßt sich da sicher einiges ergooglen. In diesem Bereich läßt sich mittels gezieltem propriozeptiven Training idR. sehr schnell Fortschritte erzielen und bei einem Re-Test 4-8 Wochen später nachprüfen.

Bearbeitet von Luggage, 19 November 2011 - 14:48 Uhr.


#6 Richard

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Geschrieben 19 November 2011 - 19:19 Uhr

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 19 November 2011 - 09:09 Uhr:

Pulswerte sind so eine Sache, die werden eigtl. erst aussagefähig, wenn man per Laktattest die aerobe/anaerobe Schwelle ermittelt hat. Es gibt Hochpulser und Niedrigpulser, so dass der reine Frequenzwert noch keine Aussage beinhaltet. Ich gehöre zB eher zu ersteren und kann mich beim Joggen auch bei 180 Schlägen/min noch ordentlich unterhalten. Für mich bedeutet dieser Wert weniger, als für einen Niedrigpulser.
Das ist beruhigend zu wissen - ich bin beim letzten Laufwettbewerb, an dem ich teilgenommen habe, immer so um die 175 gependelt, obwohl ich mich eigentlich ganz okay gefühlt habe. Ich war mir aber doch nicht so sicher, ob das gesund ist oder ob ich hinter der nächsten Kurve tot umfalle :P

Kann man so einen Laktattest (vorzugsweise zusammen mit EKG und was es sonst so an Diagnostik gibt) beim Hausarzt machen lassen, oder wo geht man dafür hin, und wie viel kostet das?

#7 Luggage

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Geschrieben 20 November 2011 - 09:21 Uhr

Beitrag anzeigenRichard sagte am 19 November 2011 - 19:19 Uhr:

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 19 November 2011 - 09:09 Uhr:

Pulswerte sind so eine Sache, die werden eigtl. erst aussagefähig, wenn man per Laktattest die aerobe/anaerobe Schwelle ermittelt hat. Es gibt Hochpulser und Niedrigpulser, so dass der reine Frequenzwert noch keine Aussage beinhaltet. Ich gehöre zB eher zu ersteren und kann mich beim Joggen auch bei 180 Schlägen/min noch ordentlich unterhalten. Für mich bedeutet dieser Wert weniger, als für einen Niedrigpulser.
Das ist beruhigend zu wissen - ich bin beim letzten Laufwettbewerb, an dem ich teilgenommen habe, immer so um die 175 gependelt, obwohl ich mich eigentlich ganz okay gefühlt habe. Ich war mir aber doch nicht so sicher, ob das gesund ist oder ob ich hinter der nächsten Kurve tot umfalle :P

Kann man so einen Laktattest (vorzugsweise zusammen mit EKG und was es sonst so an Diagnostik gibt) beim Hausarzt machen lassen, oder wo geht man dafür hin, und wie viel kostet das?

Das kann man vereinzelt in Fitnessstudios machen lassen, aber das ist meist nur semiprofessionell. Zu bevorzugen sind Leistungsdiagnosezentren, die es überall in Deutschland gibt. Den Preis muss man im Einzelnen erfragen, er dürfte sich aber bei 100-150 Euro bewegen. Hier ist zB eine Liste von Zentren: http://www.runnerswo...stand.84327.htm

#8 Rakoshi

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Geschrieben 20 November 2011 - 09:35 Uhr

Sonst frag bei der nächsten Uni an, wenn sie einen Fachbereich Sport haben, machen die das manchmal für ihre Forschung.
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#9 Richard

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Geschrieben 20 November 2011 - 10:06 Uhr

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 20 November 2011 - 09:21 Uhr:

Das kann man vereinzelt in Fitnessstudios machen lassen, aber das ist meist nur semiprofessionell. Zu bevorzugen sind Leistungsdiagnosezentren, die es überall in Deutschland gibt. Den Preis muss man im Einzelnen erfragen, er dürfte sich aber bei 100-150 Euro bewegen. Hier ist zB eine Liste von Zentren: http://www.runnerswo...stand.84327.htm
Danke! Werde ich mir mal durch den Kopf gehen lassen...

#10 Jion

    Stammgast

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Geschrieben 22 November 2011 - 17:39 Uhr

Beitrag anzeigenLuggage sagte am 19 November 2011 - 14:47 Uhr:

Beitrag anzeigenJion sagte am 19 November 2011 - 14:21 Uhr:

Ok, ich kann also nicht einfach so wissen, ob meine Kondition gut ist oder nicht (mal abgesehen vom intuitiven Gefuehl dafuer).

Kan ich aber wissen/messen, ob meine Kondition besser wird? Bei den Komponenten Kraft und Schnelligkeit natuerlich schon, aber bei Ausdauer und Koordination?
Hast du meinen Link gelesen? Da sind auch Koordinations- und Ausdauertests enthalten.

Ja ich habe den Link gelesen, danke :)

"Die Testbatterie (...) zielt damit auf die Erfassung des motorischen Funktionszustandes von gesunden Personen mit Bewegungsmangel."

Ich denke, die meisten Personen hier weisen keinen Bewegungsmangel auf. Die Tests werden wohl gut durchdacht sein, aber was ist, wenn ich alle Tests bestehe? Ich persoenlich wuerde meine Kondition dadurch nicht als "gut" definieren (z.B. 10 Liegestuetz ohne Pause, 6min auf der Stelle laufen).

Was denn, wenn ich meinen eigenen Fitnesstest zusammenstelle? Aus Uebungen, welche ich fuer meinen Koerper oder meine KK als wichtig-zu-beherrschen betrachte, und einfach 1mal pro Monat den Test mache? Eine Verbesserung waere erreicht, wenn ich jedesmal mehr Wiederholungen ausfuehren kann. Und evtl alle 3 Monate einen (quote) "Laktattest (vorzugsweise zusammen mit EKG und was es sonst so an Diagnostik gibt" :D mache?

#11 Luggage

    Stammgast

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Geschrieben 09 Februar 2012 - 10:48 Uhr

In der aktuellen Fit for Fun ist ein imho ganz brauchbarer Fitnesstest enthalten, falls noch Interesse besteht...