Hiki-Wertung bei Kendo-Turnieren
#2
Geschrieben 24 November 2011 - 14:52 Uhr
Viele haben während des Schneidens schon ersichtlich den Rückwärtsgang im Kopf. Und das ist kein Hiki, sondern Flucht.
Bin eh kein großer Hiki-Freund. Hiki ist aus meiner Sicht immer nur eine "Notlösung". Und wenn man`s denn schon gibt, dann auch mit strengen Qualitätsmaßstäben.
Bearbeitet von Terao, 24 November 2011 - 14:56 Uhr.
#3
Geschrieben 24 November 2011 - 21:03 Uhr
Das Entscheidende: die Kamae des Gegners muss zum Zeipunkt des Hiki Schlags gebrochen sein.
Ein weiterer Punkt ist Kikai die Gelegenheit. Einfach so Hiki schlagen führt selten bis nie zu einem Punkt. Am besten kann man das Timing mit einer Kuzushi Technik bestimmen mit der man das gegnerische Kamae zerstört. Aber selbst dann muss man den Schlag ausführen bevor der Gegner wieder seine Kamae aufrichten kann und sich fängt. Dabei ist es schwer den richtigen Abstand zu halten.
Betrachtet man alle Kriterien des Yuko Datotsu wird auch klar warum Hiki so schwer zu bekommen ist genau so wie Do schläge.
Bei den meisten Anfänger fehlen einige Kriterien und entsprechend wird der Treffer nicht gegeben. Als Anfänger würde ich Hiki nur benutzen um wieder auf Schlagdistanz zu kommen. Das Risiko das einer hinterher rennt und du selbst ein Treffer kassierst oder das du aus dem Shiajo rennst oder geschubst wirst ist viel zu groß.

Hier der Hiki Men von Teramoto. Entscheidend ist der Punkt in dem Park zusammenzuckt und in eine defensive Haltung geht. In dem Moment ist Parks Kamae gebrochen und die Gelegenheit perfekt. Über die nicht ganz mittige Ausführung kann man sicher streiten aber die Elemente des Yuko Datotsu sind auf jeden Fall vorhanden und somit ein gültiger Ippon.
Bearbeitet von Bluescreen, 24 November 2011 - 21:16 Uhr.
1. Budo Club Eschweiler e.V. - www.budo-club-eschweiler.de
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#4
Geschrieben 24 November 2011 - 23:53 Uhr
Da mich das Thema "gültiger Treffer?" sehr interessiert und ich am Samstag auch das erste mal an der Kampfrichterfortbildung inkl. Praxis beim Dr. Goto teilnehme hab ich mich mal weiter in die Thematik eingelesen.
Dazu gibt es zum einen einen Artikel von Kenshi247 zu Yuko Datotsu mit einem Bild der das von mir bereits gepostete Bild nochmal beser strukturiert. Was hier auch deutlicher wird ist welche Elemente der Shinpan hört und welcher er tatsächlich sehen kann. Erfahrene Shinpan entscheiden vor allem nach ihrem Gehör.
http://kenshi247.net...1/yuko-datotsu/
Und zum anderen "Kendō Shiai ・Shinpan ・ Adminstration Essentials Guide" übersetzt von Robert Stroud als Ergänzung zu den offiziellen ZNKR Shiai Regulations. Besonders interessant dabei die Beispielfälle am Ende die bestimmte Situationen erklären. Sehr lesenswert für zukünftige Kampfrichter aber auch Kämpfer um zu verstehen warum welche Treffer gegeben werden und andere nicht.
http://www.idaho-ken...i_rv06.2010.pdf
Bearbeitet von Bluescreen, 25 November 2011 - 00:02 Uhr.
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#5
Geschrieben 26 November 2011 - 14:24 Uhr
* Hiki erfordert viel Vorbereitung, was oft auch nur unzureichend erklärt oder geübt wird. Sorry, da geh ich nun nicht ins Detail, wäre auch ziemlich schwer, aber man muß sich eine Gelegenheit schaffen. Bei einem Gegner der nicht deutlich schlechter Kendo macht und einiger Maßen aufpaßt wird das ziemlich schwer.
* Zum Beispiel muß sich das Schwert trennen und es darf nicht einfach aus gekreuzten Schwertern geschlagen ("auf den Men gedrückt") werden. Abstand ist auch wichtig. Beim Trennen aus tsuba-zeriai und halben Abstand gilt Hiki als unrechtmäßig.
* Bei Hikido sollte des Linke Ellenbogen des Aite über seinem Herzen sein oder es zählt nicht als Gelegenheit.
* Fußarbeit ist für das Zanshin von Hiki wichtig und das können die meisten einfach nicht. Kleinere leichtere Kenshi haben dort vielleicht etwas den Vorteil.
* Überhaupt muß man das Zanshin erstmal lernen und mit der Zeit haben sich für die einzelnen Varianten von Hiki gewisse Regeln entwickelt an die man sich halten sollte.
Die Liste würde sich noch weiter ausführen lassen, das soll nun aber erstmal reichen. Die Meinung von anderen würde mich natürlich auch interessieren. Dies spielt nur meine Erkenntnisse wieder.
Bearbeitet von Tampopo, 26 November 2011 - 14:29 Uhr.
#6
Geschrieben 28 November 2011 - 12:48 Uhr
Bluescreen sagte am 24 November 2011 - 21:03 Uhr:
tsuyosa to sae = kraft (stärke) und schärfe [強さと冴え]
kisei (hatsusei 〜> hassei) = spirit, geist, inbrunst [気勢] (in klammern der schrei 発声)
datotsu bu'i = (reguläre) trefferflächen [打突部位]
shinai no datotsu bu'i = die trefferfläche[n] am shinai [竹刀の打突部位]
mi gamae = körperhaltung, 'mi' heißt körper [身構え]
ki gamae = geisteshaltung [気構え]
die folgende sind verben:
kamaeru = sich einstellen, eine haltung annehmen [構える]
semeru = angreifen, eindringen [攻める]
toraeru = [die gelegenheit] (er)greifen, (er)fassen [捉える]
utsu = schlagen [打つ]

außerdem heißt es ki-ken-tai no itchi, also einheit [一致] und nicht ichi [一], also eins.
ペンか箸を持たない時は竹刀を持て(星光斎)
#7
Geschrieben 28 November 2011 - 14:18 Uhr
Übrigens als Überschrift stand da "Yuko Datotsu - Kikentai no Itsuchi" drüber. Ich denke das "tsu" in dem Fall ist das kleine っ.
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#8
Geschrieben 23 Januar 2012 - 01:15 Uhr
interessant. hab ich noch nicht gehört. ich stimme zu, dass hiki schlecht trainiert wird. wir haben etwa 2-3 mal pro jahr ein oder zwei wochen hiki als thema (was sicher mehr ist als anderswo), aber das reicht bei weitem nicht aus, um es effizient anzuwenden
(Kain, timeshifter)
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