Festhalten eines Pistolenlaufes / Pistolenabwehr
#1
Geschrieben 14 Dezember 2011 - 16:30 Uhr
Ich habe mich hier im Kampfkunstforum angemeldet um ein paar Infos zu einer bestimmten Gruppe von Techniken zu Pistolenabwehr zu bekommen. Ich hoffe ich dafür überhaupt im richtigen Forum gelandet?!
Zum Thema:
Der Angriff ist die Bedrohung mit einer Pistole, z. B. zum Kopf, eine Abwehr die ich häufig sehe (und auch gerne selber durchführe) funktioniert mit einem abducken und dem Ergreifen der Waffe mit beiden Händen, die dann nach oben aus der Hand herausgehebelt wird.
Mit Plastik- oder Holzwaffen geht das wunderbar - aber was würde mich echten Pistolen passieren?! Macht es hier einen Unterschied ob man eine halbautomatische Pistole oder einen Revolver hat?
1. Hat die Pistole dann nach einem Schuss eine Störung? Oder kann der Gegner weiterhin schießen?
2. Was passiert mit meiner Hand? Kann ich den Lauf/die Trommel festhalten? Reißt es einem die Finger ab? Verbrennt man sich die Finger blos?
Leider habe ich zu diesen Fragen auch schon Anworten in alle Richtungen gehört - gibt es da irgendwie Experimente oder Berechnungen für?
wäre schön wenn ihr mir weiter helfen könntet:)
MfG Corgan
#2
Geschrieben 14 Dezember 2011 - 17:02 Uhr
#3
Geschrieben 14 Dezember 2011 - 17:10 Uhr
Was ist nun realistisch? Die Zeit reicht, wenn überhaupt, gerade mal für ein hektisches, grobes Zupacken. Man schwitzt. Jede gut gewartete Waffe ist leicht eingeölt. Man kann also schon von Glück reden, wenn man es überhaupt schafft, die Waffe bzw. die Hände des Schützen einigermaßen sicher zu fassen zu bekommen. Dann beginnt ein verzweifeltes beiderseitiges Ringen um die (davon sollte man auch zu Trainingszwecken ausgehen: immer noch schussbereite) Waffe, aus der sich mit hoher Wahrscheinlichkeit währenddessen noch weitere Schüsse lösen werden.
Wer was anderes verkauft, ist aus meiner Sicht ein Träumer.
edit: Danke, fister, für den Clip. War bislang nicht so sicher, ob`s überhaupt geht. Das ist aber eindeutig.
Bearbeitet von Terao, 14 Dezember 2011 - 17:14 Uhr.
#4
Geschrieben 14 Dezember 2011 - 17:26 Uhr
das Video ist recht aufschlussreich. Es funktioniert deshalb, weil durch den -festen- Griff auf den repetierenden Schlitten zwei Dinge verhindert werden: zum einen rutscht der Schlitten nicht zurück und legt so nicht den Weg für die leere Hülse frei und zum anderen wird die leere Hülse im Lager gehalten. Dadurch können die weiteren Patronen im Magazin nicht nachrücken.
Ich würde allerdings zu bedenken geben, dass dies a) nur mit (halbautomatischen) Pistolen funktioniert, die eben durch den behinderten Repetiervorgang in demselben gehindert werden. Bin mir nicht sicher, ob das zB. mit einer Waffe größeren Kalibers immer noch geht. Die Waffe im Video sieht mir nach einer Sig Sauer P226 in 9mm aus... ich weiss nicht, ob sich zB. eine DE in .44mag ebenso leicht blockieren lassen würde, weil sie einmal eine andere Schlittenmechanik hat und viel mehr Druck aufbaut (der Gasdruck der explodierenden Patrone eingetunt durch eine dagegen haltende Feder wird für den Repetiervorgang verwendet).
Gegen einen Revolver würde ich das ganze definitiv nicht empfehlen, es kursieren in einschlägigen Foren genug Bilder von Schützen, die sich von ihrem eigenen Revolver böse Fingerverletzungen zugezogen haben, weil sie die beim Schuss falsch gehalten haben.
Beim Greifen in die Pistole bzw. auf den Schlitten sollte man auch sehr darauf achten, ihn wirklich nur so wie im Film gezeigt 'zu erwischen'. Wenn im Gerempel der Griff zu weit nach hinten geht, schlägt der Schlitten ungehindert die Hand weg und der Repetiervorgang wird dann ganz normal ausgelöst. Sprich der Schütze ist zu weiteren Schüssen in der Lage...
my five Cent
Ingo
#5
Geschrieben 15 Dezember 2011 - 08:50 Uhr
Danke auch an "Mr. Fister" für das Video.
lookat hat in etwa die gleichen Ansicht wie ich. Bei Revolvern ist ein Griff in die Waffe absolut Bedenklich.
Bei diesem Video "http://www.youtube.com/watch?v=2z0xpvJW1-8" sieht man bei Sekunde 11-12, dass die heißen Gase, die durch das Lösen des Schusses entstehen, direkt hinter der Trommel bzw. anschliessend seitlich austreten.
Die Folge sind Verbrennungen, wenn nicht schlimmere Sachen.
Nun zur "normalen" Pistole. Das Video erstaunt mich sehr. Eine 9mm Para hat eine Schussaustrittsenergie von ca. 460 Joule. Diese sind dafür zuständig das das Repetieren der Waffe ausgelöst wird. (Natürlich nicht die vollen 460)
Hört sich jetzt doof an, aber pauschalisieren würde ich selbst nach dem Schauen dieses Videos noch nicht, dass das bei allen 9mm geht. Bei einer Waffe sind immer die entstehenden Gase dafür verantwortlich
das die Waffe repertiert. Und je nach Ladung in der verwendeten Patrone ist der Gasdruck mehr oder weniger. Zusätzlich muss man noch die Konstruktion der Waffe bedenken.
Auf diesem Video "http://www.youtube.com/watch?v=ImgXZj8yDLo&feature=related" sieht man in etwa wie das ganze funktioniert. Leider sind Auswurf und Schuss nicht ganz Synchon. Jedenfalls werden bei dem Auswurf die sich noch im Lauf befindlichen Gase auch nach oben ausgelassen. Wenn man nicht den Schlitten festhält.
Würden wir als Vergleich aber eine .357 nehmen, liegt diese schon bei 1079 Joule und eine Kaliber .50 liegt schon bei 2000 Joule und höher. (Pistolen, Gewehre haben viel mehr ^^)
Ob das damit auch Funktioniert
Aber ich lasse mich sehr gerne eines anderen Belehren.
@Peter
Demnächst machen wir ein kleinen Waffenlehrgang in der JJU bei uns im Schützenverein. Da wollen wir genau sowas durchsprechen und bis dahin haben wir auch ein paar Tests mit unseren Waffen gemacht.
Für den Rest werde ich mal schauen das wir die Ergebnisse dann hier auch veröffentlichten wenn interesse besteht.
Viele Grüße
#6
Geschrieben 15 Dezember 2011 - 11:13 Uhr
Zitat
Außerdem wunderts mich etwas: Ich dachte ja bislang, ein Revolver (hatte noch nie einen in der Hand, und die sind ja außerhalb der USA auch eher unüblich) würde einigermaßen abdichten? Alles, was an Gasen seitlich austritt, ist ja doch verschenkte Mündungsenergie.
Zitat
Ob das damit auch Funktioniert
Zitat
Bearbeitet von Terao, 15 Dezember 2011 - 11:15 Uhr.
#7
Geschrieben 15 Dezember 2011 - 11:33 Uhr
#9
Geschrieben 15 Dezember 2011 - 14:40 Uhr
Terao sagte am 15 Dezember 2011 - 11:13 Uhr:
Zitat
Da hast du vollkommen Recht!
Das Problem ist aber, wenn du den Teilbereich des Revolvers (Lauf und Trommel) fest hältst, wie zb. bei einer Verteidigung, wirst du allein durch Schuss, den nachfolgenden Schreck und den Druck der in deiner Hand ensteht, locker lassen.
Man zeige mir so eine abgebrühte Sau die da eiskalt bleibt
Ist aber ein anderes Thema und gehört nicht zur eigentlich Frage ob es überhaupt möglich ist.
Also meine Meinung zu der in die "Waffen greifen" Geschichte:
1. Revolver: Auf keine Fall, werden es aber testen =)
2. alle anderen Handfeuerwaffen: zurzeit noch ein wenig unsicher nach dem Video, aber wir werden es testen
Grüße
#10
Geschrieben 15 Dezember 2011 - 22:00 Uhr
die Sache mit dem Revolver: Auf keinen Fall versuchen, einen festzuhalten!
Ich habe den Fall wieder gefunden, es gibt einige Stellen, wo das gepostet und getestet wurde, unter anderem auch bei Mythbusters...
Orginal Post
http://www.survivalm...ng-graphic.html
dann hier
http://xavierthought...d-revolver.html
hier ist auch schon ein Zitat - da sieht man nur ein Bild, wie der Revolver falsch gehalten wurde
http://ingunowners.c...guys_thumb.html
myth buster results:
http://mythbustersre...thermite-vs-ice
Test mit Würstchen oder Karotte oder so:
http://www.liveleak....=502_1201038490
und an Terao: nicht böse gemeint, aber ich glaube, Du hast eine falsche Vorstellung von Revolvern. Die sind hier ebenso verbreitet wie in Amerika oder sonst irgendwo auf der Welt, ich würde mal platt behaupten, jeder Schütze in jedem Schützenverein in D-Land hat mindestens einen Revolver. Und wenn Du mal die nächsten paar Wachschutzleute beobachtest, die Geld aus einer Bank tragen, und schaust, welche Plempen die dabei haben - ich würde mal schätzen, zu 50% werden es Revolver sein.
Das liegt einfach daran, dass ein Revolver aufgrund seiner Bauart als sicherer und zuverlässiger eingestuft wird. Die Mechanik ist deutlich niederkomplexer als bei einer Pistole und wenn Du zB. in einen 6-schüssigen Revolver 5 Patronen lädst und der Hahn auf der leeren Kammer liegt, kann sich rein physikalisch schon niemals ein Schuss lösen. Bei einem Double Action kannst Du aber ohne die Verzögerung einer Entsicherung sofort schiessen, weil der Abzug die nächste Patronenkammer vor den Hahn dreht, die dann geladen ist. Eine Pistole ist nur sicher zu transportieren, wenn sie gesichert ist, und eigentlich auch nicht durchgeladen. Daher würde man vor dem ersten Schuss erstmal oben den Schlitten nach hinten ziehen und die Sicherung lösen müssen, bevor man schiessen kann. Es ist natürlich auch ein Stück weit ein Glaubenskrieg mit vielen Meinungen, aber die Leute, die 'beruflich ernsthaft schiessen müssen', finden oft, dass der Revolver sicherer und schneller ist. Andere wiederum streiten sich darüber, ob man eine Pistole nicht durchgeladen, aber gesichert transportieren sollte, um die Zeit zu verkürzen, aber dann müsste man noch immer die Sicherung entsichern...
Zum Schiessen lernen ist ein Revolver zum Beispiel leichter und besser zu verwenden, weil technisch niederkomplexer und in der Eigenbewegung der Waffe lustigerweise irgendwie ruhiger als eine Pistole.
liebe Grüße
Kalle
#11
Geschrieben 15 Dezember 2011 - 23:11 Uhr
Intendierte Frage scheint mir doch eher, wie komme ich überhaupt zur Seite, zum "goldenen Winkel"I??!!
Die nicht-greifende Hand wäre dann ja auch noch frei ...
v.
Bearbeitet von Volker, 15 Dezember 2011 - 23:20 Uhr.
#12
Geschrieben 16 Dezember 2011 - 00:43 Uhr
Volker sagte am 15 Dezember 2011 - 23:11 Uhr:
Zitat
1. Hat die Pistole dann nach einem Schuss eine Störung? Oder kann der Gegner weiterhin schießen?
2. Was passiert mit meiner Hand? Kann ich den Lauf/die Trommel festhalten? Reißt es einem die Finger ab? Verbrennt man sich die Finger blos?
und genau mit diesen obigen fragestellungen haben wir uns dementsprechend bisher hier beschäftigt...
#15
Geschrieben 16 Dezember 2011 - 09:56 Uhr
@Corgan:
Diese Frage hat mich, nach dem ich vor einiger Zeit das von Mr. Fister verlinkte Video entdeckt hatte,
ebenfalls interessiert, da wir eine Technik verwenden, die der von Dir beschriebenen teilweise gleicht.
Hierzu habe ich den Versuch auf unserem Schießstand wiederholt um das Ergebnis zu verifizieren.
Verwendet wurden sowohl eine Sig-Sauer P226, also auch eine Walther P99.
Ich habe den Test zuerst mit Handschuhen, anschließend auch mit der bloßen Hand durchgeführt.
Nach mehreren Versuchen kam ich zu dem Ergebnis, daß beide Waffen durch den beschrieben Griff
problemlos und ohne Gefährdung für den Verteidiger blockiert werden konnten.
Es kam weder zu Verletzungen durch den sich bewegenden Verschluß,
noch durch die (wenigen) austretenden heissen Verbrennungsgase.
Es löst sich zwar ein Schuß, jedoch reicht (wie im Video zu sehen) die Energie nicht aus,
um den Verschluß so weit zurückzuführen, daß dem Patronenlager eine neue Patrone zugeführt werden kann.
Weiterhin kommt es zusätzlich zu einer Hemmung durch die vorhandene Hülse.
Diese kann nicht korrekt ausgeworfen werden, da das Auswurffenster durch die Hand abgedeckt wird.
Das in diesem Thread angesprochene Waffenöl sollte das Ergreifen der Waffe i.d.R. nicht beeinträchtigen,
da eine gut gewartete Waffe zwar eingeölt ist, sich das Waffenöl aber an den beweglichen Teilen
innerhalb der Waffe befinden sollte und nicht an der Aussenseite.
Dort ggf. anhaftende Reste stellen grundsätzlich kein Problem dar, da die Oberfläche einer Faustfeuerwaffe
normalerweise über ausreichend Ecken und Kanten, Riffelungen, etc. verfügt, die das Ergreifen erleichern.
Durch eine größere (spürbare) Menge Waffenöl auf der Aussenseite der Waffe,
würde der Schütze zudem den eigenen sicheren Umgang mit der Waffe beeinträchtigen.
Soviel zu dem Ergebnis der rein technischen Abläufe.
Bezogen auf den eigentlichen Ablauf der Verteidigung kann ich nur sagen, daß der Gegner auf jeden Fall abgelenkt werde sollte.
Es sollte, nein vielmehr darf es nicht zu einem "Ringen" um die Waffe kommen.
Das bedeutet, daß die Abwehr nicht nur mit sehr hoher Griffsicherheit, sondern auch sehr schnell durchgeführt werden muß,
was ein hohes Maß an Übung erfordert.
Grundsätzlich halte ich eine Pistolenabwehr für ein absolutes Worst-Case-Szenario,
da ich hierfür nur einen einzigen Versuch habe.
Zudem müsste der Angreifer ein absoluter Laie im Umgang mit einer Schußwaffe sein,
da ein guter Schütze immer ausreichend Distanz halten würde.
Einen Abwehrversuch würde ich daher nur durchführen, wenn ich mir absolut sicher bin, daß der Angreifer schießen wird !
Vorher würde ich alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen, die mir zur Verfügung stehen.
Viele Grüße,
Daniel (Slow-Fox)
Homepage: www.bsv-rheinbach.de
#16
Geschrieben 16 Dezember 2011 - 10:04 Uhr
es geht nichts über differenzierte Eingeversuche.
Danke für den Beitrag.
Winke
Mac :-)
Wie soll ich wissen was ich denke, bevor ich lese was ich schrieb?
Ich wollte mich eigentlich geistig mit Dir duellieren, doch ich sehe Du bist unbewaffnet.
#17
Geschrieben 16 Dezember 2011 - 10:07 Uhr
Zitat
Vorher würde ich alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen, die mir zur Verfügung stehen.
Zitat
Zitat
Bearbeitet von Terao, 16 Dezember 2011 - 10:07 Uhr.
#18
Geschrieben 16 Dezember 2011 - 11:14 Uhr
mir ist noch eine Variante eingefallen, die mit Revolvern und Pistolen theoretisch funktionieren könnte, aber auch diese setzt eigentlich auch genauere Schusswaffenkenntnis voraus... Bei Pistolen muss eigentlich der Hahn vor der Schussabgabe nach hinten gespannt sein, was mit dem Zurückziehen des Schlittens erreicht wird (diese Bewegung befördert auch die Patrone ins Patronenlager, also den Teil des Laufs, aus dem der Schuss ausgelöst wird (hinteres Ende)). Bei einem Single Action Revolver ist das auch so, ohne Hahn spannen passiert nichts. Nur beim Double Action kann man wie vorher beschrieben ohne Spannen "durchschiessen"... man muss das aber nicht, es kann sein, dass ein Revolver-Schütze auch einen Double Action vorher erstmal spannt.
Sprich in einer Verteidigungssituation wird man sicher sein können, wenn eine Pistole oder ein Revolver gespannt werden, bereitet der Schütze sich auf die Schussabgabe vor.
(negatives Gegenbeispiel nur der Double Action, wo der Schütze auf das Spannen verzichten kann).
Im Falle des gespannten Hahns MUSS der Hahn in die Waffe schlagen, um den Schuss auszulösen. Eine recht sichere Sache wäre also, beim Griff zur Waffe mit einem Finger zwischen Hahn und Waffenende hineinzulangen, und so zu verhindern, dass der Hahn den Schiessbolzen in der Waffe trifft. Wenn der Finger dazwischen steckt, ist die Energie in der Regel nicht ausreichend, um die Treibladung der Patrone zu zünden. Eben weil der Impuls des Hahns durch den weichen Finger gedämpft und nicht in den Bolzen übertragen wird.
Aber auch hier gilt noch viel mehr als vorher, dass in einer solchen Situation der präzise Griff die einzige Chance ist, überhaupt noch was zu erreichen, und die geforderte Präzision sicher eine Herausforderung darstellt. Noch schwieriger als in die richtige seitliche Position zu gelangen (beim von oben drauf greifen) wird der Versuch sein, einen einzelnen Finger zwischen Hahn und Waffe zu stecken... ich halte das für sehr theoretisch und auf der Matte probierbar, aber in der Realität fast nicht umzusetzen. Das oben beschriebene ist daher nur eine technische Beschreibung der Tatsachen, nicht meine Meinung einer sicheren Abwehr von Schusswaffen.
Der einzige Vorteil, den ich gegenüber der Threadstarter-Methode sehe, wäre dass sich noch nicht mal der 1. Schuss lösen würde.
lg
Kalle
#19
Geschrieben 16 Dezember 2011 - 12:17 Uhr
@lookat:
Zitat
und so zu verhindern, dass der Hahn den Schiessbolzen in der Waffe trifft.
Entschuldige bitte, wenn ich mich nun etwas drastisch ausdrücke, aber das ist Wunschdenken !
1. ist der Abstand zwischen Hahn und Schlagbolzen bei den meisten gebräuchlichen Faustfeuerwaffen
viel zu gering, als dass man dort (s)einen Finger platzieren könnte.
2. wird man in einer Hochstress-Situation eine derart "filigrane" Handlung nicht ausführen können.
Selbst dann nicht, wenn es bei bestimmten Waffen theoretisch möglich wäre.
3. benötigt ein Griff der eine ein solche Präzision erfordert viel zu viel Zeit.
4. wäre keine sichere Kontrolle über die Waffe mehr möglich, was ein Ableiten der Waffe,
sowie eine Entwaffnung des Angreifers verhindern würde.
5. würde es im Anschluß zu einem Ringen um die Waffe kommen,
welches meiner Meinung nach unbedingt verhindert werden muss.
Hatte der Angreifer vor dem Abwehrversuch noch nicht den Entschluß gefasst zu schießen,
so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er dieses während oder nach dem (mißglückten) Abwehrversucht tut erheblich an.
Fakt ist: Es gibt nur wenige und schon gar keine sichere Pistolenabwehr.
Die von Dir beschriebene Lösung gehört meiner Meinung nach auf keinen Fall dazu !
Das Problem ist, daß bei derartigen Situationen immer die Faktoren Streß, Adrenalin, etc. vergessen werden.
Und zwar nicht nur beim Verteidiger, sondern auch beim Angreifer...
Viele Grüße,
Daniel (Slow-Fox)
Homepage: www.bsv-rheinbach.de
#20
Geschrieben 16 Dezember 2011 - 12:21 Uhr
Theoretisch könnte man mit überirdischer Präzision und Gelassenheit, optimalen Bedingungen und Gegner im Sekundenschlaf auch z.B. blitzschnell den Lauf verstopfen und so bei Schussauslösung eine Explosion der Waffe herbeiführen...
...aber vielleicht sollten wir uns wirklich auch mal dem zuwenden, was denn praktisch (d.h. unter verschiedenen, vorher nicht abschätzbaren und auch widrigen Bedingungen) funktionieren kann. Und m.E.n. ist da das Maximum (auch schon schwer genug, und auch nur im absoluten Notfall), die Waffe aus der Schussbahn zu bringen (und im weiteren auch dort zu halten), und zu beten, dass man der bessere Ringer ist. Alles andere scheint mir noch viel mehr von spezifischen Bedingungen und einem extremen Könnensgefälle zwischen den beiden Protagonisten abzuhängen.
Bearbeitet von Terao, 16 Dezember 2011 - 12:24 Uhr.



