Festhalten eines Pistolenlaufes / Pistolenabwehr
#41
Geschrieben 07 Februar 2012 - 21:12 Uhr
Ist es nicht bei einer Frontalabwehr einer Schusswaffe von höchster Priorität die Schusslinie mit Anwendung der Technik zu verlassen?
Die Pistole ist auf den Kopf gerichtet und er lenkt die Schussrichtung nach UNTEN! -kein Paradbeispiel...
#42
Geschrieben 08 Februar 2012 - 13:30 Uhr
Insofern sollte der Schwerpunkt woanders liegen:
Habe ich erfolgreich den Einschlag des ersten Projektils in meinem Körper verhindern können, muß das Primärziel der Schütze sein. Der Schütze will mir übles, nicht die Waffe.
Daß der Eigenschutz dabei nicht außer Acht gelassen werden kann, ist klar. Also insofern muß eine Hand dafür sorgen, daß der zweite Schuß mich nicht trifft. Ob diese Hand den Schuß aber komplett verhindern kann, ist eine andere Frage. Der Rest meines Körpers muß aber primär für die effektive Ausschaltung des Schützen gebraucht werden.
#43
Geschrieben 17 April 2012 - 18:01 Uhr
zum Thema :Festhalten eines Pistolenlaufes- Pistolenabwehr stelle ich diese Seite vor:
www.aca-vogtland.de 15.O1.2005, Selbstverteidigungslehrgang mit Shihan Wolfgang Gröger, 12. Dan
dort werden die Angriffe und die entsprechenden Abwehrtechniken gezeigt - die auch in den Filmen die " bösen Jungens " immer machen.
Nur wer mit einer Schußwaffe, besser Faustfeuerwaffe ausgebildet ist - der wird sich verwundert die Augen reiben. Habe ich eine Faustfeuerwaffe, Smith& Wesson 38 spezial oder eine HK P 7, so sollte ich auch die entsprechende Schießausbildung durchlaufen haben.
Wenn ich diese Faustfeuerwaffen einsetzen muß - ist der Abstand zum Gegner zwingend - kein Ausbilder lehrt dich die Waffe an die Schläfe des Gegners zu halten. Wenn ich mir ansehe, was der Ausbilder dort vorstellt - ......
Ich möchte diesen " Fachmann " nicht beleidigen - aber jeder Soldat lernt eine Schußwaffe wird nicht als Hieb- und Stoßwaffe eingesetzt. Habe ich eine Schußwaffe, muß mein vorrangiges Ziel im Kampf sein, die Distanz zum Gegner aufzubauen und den Feuerkampf aufzunehmen.
Wenn ich davon keine Ahnung habe, sollte ich auch nicht behaupten, ich bin ein " Fachmann".
Leider unterrichten viele " Budoka " nach diesen " Lehrunterlagen" wie man es besser machen kann, zeigt Erich Reinhardt in seinem Buch Ju-Jutsu Praxis ( Ausbilder bei der Polizeischule in Wiesbaden) - dieses Buch ist aber nicht mit dem Ju-Jutsu 1 X1 des DJJV für seine Vereine zu vergleichen.
soto-deshi
Bearbeitet von soto-deshi, 17 April 2012 - 18:09 Uhr.
#44
Geschrieben 19 April 2012 - 18:02 Uhr
Zitat
Naja stimmt so auch wieder nicht. Eine Schusswaffe wird sehr wohl als hieb und stoßwaffe eingesetzt, aber nur im Notfall, um sich raum zu schaffen die Waffe richtig auszurichten.
Lg
Micha
#45
Geschrieben 20 April 2012 - 10:16 Uhr
ich möchte Dir nur kurz antworten.
Was sagen die Dienstanweisungen der Bundeswehr aus?
Der Soldat führt den Nahkampf mit der Schußwaffe und Kampfmittel( durch Feuerkraft ).
Habe ich eine Schußwaffe, muß mein vorraniges Ziel im Kampf sein, den Abstand zum Gegner aufzubauen( um evt. gegen Messer, Spaten, usw. geschützt zu sein) und den Feuerkampf aufzunehmen.
jeder der etwas anderes unterrichtet, gefährdet das Leben seiner ihm unterstellten Soldaten.
Das lernen die Soldaten, ist auch für die Personenkontrolle wichtig. Wird eine Waffe endeckt und der Gegner will damit kämpfen, dann wird er von den Sicherungskräften mit Feuerkraft daran gehindert.
Es werden keine Soldaten - jahrelang in einer Budo-Sportart ausgebildet - wieviel Stunden willst Du in diese Ausbildung investieren, die in einem Kampf auf Leben und Tod hilfreich sein könnte?
Wenn Du mehr Info haben möchtest: www.soldatentreff.de
ist kein Dojo - Spiel.
soto-deshi
Bearbeitet von soto-deshi, 20 April 2012 - 10:17 Uhr.
#46
Geschrieben 20 April 2012 - 11:02 Uhr
Das dient aber auch nur dazu, einen zu nahen gegner wegzustoßen um die Waffe auszurichten um di waffe neu auszurichten und den gegner unter Umständen unter Feuer zu nehmen.
Und nur zur Info ich war etwas länger beim Bund.
Lg
Micha
#47
Geschrieben 20 April 2012 - 11:36 Uhr
@soto-deshi:
Du argumentierst immer vom Standpunkt des Soldaten aus.
Nun ist ja die BW nicht die einzige Organisation, die Schußwaffen verwendet.
In anderen Tätigkeitsfeldern kann es durchaus sinnvoll sein, den Einsatz der Schußwaffe im "Nahkampf" zu üben.
Stichworte: Waffensicherungtraining, Waffenrückholtraining.
Die (Sandkasten)Planspiele, wie Sicherungskräfte, etc. sind ja immer ganz nett, aber was mache ich, wenn das in der Realität mal nicht funktioniert ?
Dann steht man ganz schön auf dem Schlauch, hat man nichts anderes trainiert.
Viele Grüße,
Daniel (Slow-Fox)
Homepage: www.bsv-rheinbach.de
#48
Geschrieben 20 April 2012 - 20:23 Uhr
Du schreibst, in der Bundeswehr gibt es Einheiten, die ausgebildet werden, den Gegner mit dem Lauf einer Waffe, ich denke G 36 zu stoßen, usw..
Wenn Du Dir so sicher bist, welche Ausbildungsunterlagen, ZDV, HDV, muß ich mir suchen?
Welche Einheiten üben den Nahkampf - mit einer Schußwaffe als " Schlagwaffe " ?
Beim Bund war ich auch Z 4, wurde als Feldjäger ausgebildet und was Du mir hier vorstellst, ist mir völlig unbekannt.
soto-deshi
#49
Geschrieben 20 April 2012 - 20:37 Uhr
ich schreibe bei diesem Thema - nur aus meiner Erfahrung bei der Bundeswehr - Militärpolizei - und aus meiner sehr kurzen Zeit beim ZSD , München.
Wenn ich dann das Lehrbuch von Erich Reinhardt, - Josef Art, Ju-Jutsu Praxis bemühe, dann nur aus einem Grund dort wird vieles vorgestellt, das wir nicht oder ähnlich gelernt haben.
In diesem Buch werden von zwei Ausbildern bei der Polizei viele Situationen angeführt, auch die Abwehr von Angriffen mit Waffen. Vieles davon wurde bei uns nicht unterrichtet, ist aber so gut erläutert, daß man es mit einem Partner einüben kann.
Wichtig bei der Abwehr von Angriffen mit einer Faustfeuerwaffe ist - die Faustfeuerwaffe muß in meiner unmittelbaren Nähe sein - ich muß sie greifen können.
Auch bei der Schießausbildung beim ZSD - war super - war der Abstand zum Gegner was der Ausbilder immer hervorgehoben hat. Eine Pistole oder ein Revolver ist keine Schlag- oder Stoßwaffe!! Dafür ist ein Messer besser geeignet.
Was im TV oder in einigen Filmen gezeigt wird, wer so mit einer Faustfeuerwaffe umgeht, will diese nicht benutzen.
Dies muß ich aus meiner Ausbildung einfach feststellen. soto-desi
Bearbeitet von soto-deshi, 20 April 2012 - 20:38 Uhr.
#50
Geschrieben 20 April 2012 - 21:24 Uhr
Und auch Im MCMAP wird Nahkampf mit der Schusswaffe unterichtet.
Ich war übrigens Gebirgsjäger. Z12 nur vorzeitig ausgeschieden.
Lg
Micha
#51
Geschrieben 22 April 2012 - 18:22 Uhr
@soto-deshi:
Habe ich Dich richtig verstanden, dass Du andeutest ich würde mein Wissen aus Kino oder Fernsehen zu beziehen ?
Wenn ja, ist diese Diskussion hiermit (mit Dir) für mich beendet !
Andernfalls folgendes:
Selbstveständlich ist es als Waffenträger mein Ziel einen entsprechenden Abstand zu meinem Gegner aufzubauen / einzuhalten.
Genauso sind Aktionen gegen einen Angreifer mit Schußwaffe ebenfalls nur in absoluter Nahdistanz sinnvoll.
Jedoch solltest Du bedenken, daß sich für manche Waffenträger auch Situationen ergeben können,
in denen ein Gegner / Angreifer plötzlich und in unmittelbarer Nahdistanz auftauchen kann
und bei denen ein sichern / wegstecken der Waffe nicht mehr möglich ist.
Hier habe ich also dann die Alternative die Waffe fallen zu lassen, mich einhändig zu verteidigen oder die Waffe ggf. als Hilfsmittel einzusetzen.
Die ersten beiden Alternativen wären nun nicht gerade meine erste Wahl...
Gruß,
Daniel (Slow-Fox)
Bearbeitet von Slow-Fox, 22 April 2012 - 18:22 Uhr.
Homepage: www.bsv-rheinbach.de
#52
Geschrieben 23 April 2012 - 09:05 Uhr
jetzt bin ich etwas überrascht - habe ich mich so undeutlich ausgedrückt?
Im TV und in Spielfilmen wird eine Waffenabwehr - auch gegen gefährliche Waffen - oft sehr locker dargestellt. Wer diese " Beispiele " ernst nimmmt , macht einen Fehler, das wurde für Schauspieler ausgedacht, die meistens keine Ahnung davon haben, was wirklich passieren kann.
Aus eben diesem Grund habe ich doch auf das Buch von Erich Reinhardt und Josef Art - Ju-Jutsu Praxis - hingewiesen. Dieses Buch ist kein Ju-Jutsu des DJJV, sondern für den Praktiker gedacht. Ausbildung mit Schutzschild und Schlagstock, Transport einer Person in einem Dienstfahrzeug,Fesselung von zwei Personen, Anlegen der Fesseln, Durchsuchung von Personen , usw.
Abwehr von Angriffen mit Waffen
Über die Gefährlichkeit von Schußwaffen sollte sich jeder stets bewußt sein. Der Umgang mit Schußwaffen erfordert eine lange und gründliche Ausbildung, da schon die geringste Unachtsamkeit tödliche Folgen haben kann. Die wenigsten Ju-Jutsu ka verfügen über eine solche Ausbildung ......
Du als Polizeibeamter solltest diesen Worten zustimmen können. Ein Revolver ist eine sehr gefährliche Waffe- in der Hand eines ausgebildeten Schützen - der auch den Sicherheitsabstand zum Gegner immer beachten wird.
Daher erläutert Erich Reinhardt auch nur die Waffenabwehr - Pistole, Revolver - im Nahbereich.
Damit habe ich hoffentlich alle Unklarheiten ausgeräumt.
soto-deshi
Bearbeitet von soto-deshi, 23 April 2012 - 09:09 Uhr.



