Sochin Ausführung
#1
Geschrieben 31 Dezember 2011 - 10:43 Uhr
Beschäftige mich schon längere Zeit mit dieser Kata. Mich interessiert wie Ihr die Kata ausführt, wo ihr den Schwerpunkt setzt, wie fliessz bei euch die Energie bei der Ausführung welches Chakra wird durch diese Kata gestärkt für euch...
Bin auf euren INput gespannt!
Rudi
#2
Geschrieben 31 Dezember 2011 - 13:35 Uhr
Die Bassai-Dai soll mit der Vorstellung geübt werden, ein großes Hindernis überwinden zu wollen. Bildlich, man würde außerhalb einer Stadt, einer Mauer oder einer Festung stehen und versuchen hineinzukommen, also die Verteidigung zu überrennen. Die Sochin wiederum stellt das gedankliche Gegenteil dar. Man übt sie mit dem Gedanken, die Stadt, Festung oder was auch immer von innen heraus verteidigen zu wollen. Also die Verteidigungslinien zu halten. Dies führt zu folgenden Schwerpunkten:
- Fester Stand
- Stabile Techniken
- Von Bewegung zu Bewegung weich um schnell agieren zu können, im Endpunkt dann aber wieder fest
Also alles mit einem Fokus auf einen tiefen Schwerpunkt ohne dabei zu verkrampfen.
Aber Energie und Chakra? Wenn du mit Energie die Richtung der Kraftübertragung meinst, so ist das doch bei 99,9% der Kata eigentlich immer "feste weg nach vorne"
Der Begriff Chakra hat meiner Ansicht nach in der Kata oder Generell im Karate nicht wirklich viel verloren.
Viele Grüße!
Mathias
Fehler sind nicht der Ausdruck von Mangel, sondern der Schatten des Könnens! - Unbekannt
Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir nur gingen. - Kurt Marti
#3
Geschrieben 02 Januar 2012 - 09:57 Uhr
DerSchleifer aus Fulda sagte am 31 Dezember 2011 - 13:35 Uhr:
Die Bassai-Dai soll mit der Vorstellung geübt werden, ein großes Hindernis überwinden zu wollen. Bildlich, man würde außerhalb einer Stadt, einer Mauer oder einer Festung stehen und versuchen hineinzukommen, also die Verteidigung zu überrennen. Die Sochin wiederum stellt das gedankliche Gegenteil dar. Man übt sie mit dem Gedanken, die Stadt, Festung oder was auch immer von innen heraus verteidigen zu wollen. Also die Verteidigungslinien zu halten. Dies führt zu folgenden Schwerpunkten:
- Fester Stand
- Stabile Techniken
- Von Bewegung zu Bewegung weich um schnell agieren zu können, im Endpunkt dann aber wieder fest
Also alles mit einem Fokus auf einen tiefen Schwerpunkt ohne dabei zu verkrampfen.
Aber Energie und Chakra? Wenn du mit Energie die Richtung der Kraftübertragung meinst, so ist das doch bei 99,9% der Kata eigentlich immer "feste weg nach vorne"
Der Begriff Chakra hat meiner Ansicht nach in der Kata oder Generell im Karate nicht wirklich viel verloren.
Viele Grüße!
Mathias
Naja, das mit der Burg erstürmen bei Bassaidai ist alt - wird ja auch von Sensei Ochi/Iida/Sugimuraetc. so erklärt. und dass bei Sochin die Verbindung zur Erde ganz stark ist, ist auch klar. Meine Frage versucht dahinter zu blicken und sich zu überlegen wie es für einen selbst ist...
Chakra und Karate, wieso meinstt Du es gehört nicht zusammen? Was denkst Du/Ihr darüber wenn zb. O-Sensei Ueshiba oder Sensei Funakoshi (in Ihren Biografien) davon erzählen, dass es am ende nur um Energien und die Liebe geht? Für mich ein sehr interessanter Aspekt...
Mit Grüssen
Rudi
#4
Geschrieben 02 Januar 2012 - 13:14 Uhr
10NoDan sagte am 02 Januar 2012 - 09:57 Uhr:
Hm, jetzt verstehe ich dir Frage nicht mehr. Was genau willst du noch wissen, außer verwurzelt sein, sich fallen lassen und zwischendrin weich agieren? Ich dachte immer das beschreibt wie sich die Kata für mich anfühlen muss.
10NoDan sagte am 02 Januar 2012 - 09:57 Uhr:
Mit Grüssen
Rudi
Nun ja, da ist ja schonmal der rein geschichtliche Aspekt. Karate ist nicht dafür entwickelt worden um Eins mit dem Universum zu werden. Da eignet sich Yoga sicherlich besser. Wenn man Karate nur noch als Bewegungskunst übt ohne Bezug zur Realität, mag das auch noch stimmen, aber wenn ich Karate als das sehe was es ist, nämlich Kampfkunst und Mittel zur Selbstverteidigung, dann sollte der Fokus auch darauf liegen. Und Liebe in der Kampfkunst? Ueshiba war in der Hinsicht etwas merkwürdig eingestellt (meiner Meinung nach). Wenn ich Liebe geben und erfahren will, sollte ich mir ne Freundin bzw. nen Lebenspartner suchen oder in die Kirche gehen.
Viele Grüße!
Mathias
Fehler sind nicht der Ausdruck von Mangel, sondern der Schatten des Könnens! - Unbekannt
Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir nur gingen. - Kurt Marti
#5
Geschrieben 02 Januar 2012 - 13:38 Uhr
10NoDan sagte am 02 Januar 2012 - 09:57 Uhr:
Chakra und Karate, wieso meinstt Du es gehört nicht zusammen? Was denkst Du/Ihr darüber wenn zb. O-Sensei Ueshiba oder Sensei Funakoshi (in Ihren Biografien) davon erzählen, dass es am ende nur um Energien und die Liebe geht?
Ueshiba hat viel über Ki geredet, über die Einheit mit dem Universum, Himmel und Erde. Einen Bezug zu Chakras / Chakren hat er dabei allerdings nicht hergestellt. Seine Vorstellungen wurzelten im Shinto, speziell im Kojiki und dem Nihonshoki. Auch sind seine Aussagen über Kampfkunst und Liebe ausschliesslich in Bezug zu diesen Mythen zu verstehen. Was Liebe in diesem Zusammenhang bedeutet, erschliesst sich erst nach intensiver Auseinandersetzung mit diesem Thema.
Bereits vor dem Krieg, als er noch Militärs unterrichtete und Aikido einen eindeutigen Bezug zum realen Kampf und zur Anwendung im Krieg hatte, war bereits von diesen Dingen die Rede.
DerSchleifer aus Fulda sagte am 02 Januar 2012 - 13:14 Uhr:
Bezüge herzustellen zu unseren kulturell geprägen Vorstellungen von romantischer Liebe ist völlig unangebracht, auch der kirchliche Vergleich hinkt.
Die Erklärung für die "merkwürdige Einstellung" findet man nur in den alten japanischen Mythen.
#6
Geschrieben 02 Januar 2012 - 13:42 Uhr
Ich denke, dass man durchaus versuchen kann, Verbindungen der verschiedenen Lehren herzustellen. Aber ich zumindest habe kein so tiefes Verständnis der indischen Energielehren, um sie auf japanische Systeme übertragen zu können.
#7
Geschrieben 02 Januar 2012 - 19:47 Uhr
Karate ist für mich auch eine Kampfkunst- vor allem Kunst! UNd die Realität sprich, sich selber Verteidigen zu können damit empfinde ich auch als sehr wichtig!Aber das allein kanns doch nicht sein....Oder? Nach meiner Meinung geht es vor allem darum sich selbst zu finden-warum übe ich sonst eine Kata über Jahre Sochin x1000mal?
Punkto Liebe; 'nur' zu seiner Freundin seinem Freunde Liebe zu empfinden ist doch etwas langweilig - oder nicht?
Danke für die Ideen und Gedanken von Euch.
Freundliche Grüsse
Rudi
#8
Geschrieben 02 Januar 2012 - 19:50 Uhr
DerSchleifer aus Fulda sagte am 02 Januar 2012 - 13:14 Uhr:
10NoDan sagte am 02 Januar 2012 - 09:57 Uhr:
Hm, jetzt verstehe ich dir Frage nicht mehr. Was genau willst du noch wissen, außer verwurzelt sein, sich fallen lassen und zwischendrin weich agieren? Ich dachte immer das beschreibt wie sich die Kata für mich anfühlen muss.
10NoDan sagte am 02 Januar 2012 - 09:57 Uhr:
Mit Grüssen
Rudi
Nun ja, da ist ja schonmal der rein geschichtliche Aspekt. Karate ist nicht dafür entwickelt worden um Eins mit dem Universum zu werden. Da eignet sich Yoga sicherlich besser. Wenn man Karate nur noch als Bewegungskunst übt ohne Bezug zur Realität, mag das auch noch stimmen, aber wenn ich Karate als das sehe was es ist, nämlich Kampfkunst und Mittel zur Selbstverteidigung, dann sollte der Fokus auch darauf liegen. Und Liebe in der Kampfkunst? Ueshiba war in der Hinsicht etwas merkwürdig eingestellt (meiner Meinung nach). Wenn ich Liebe geben und erfahren will, sollte ich mir ne Freundin bzw. nen Lebenspartner suchen oder in die Kirche gehen.
Viele Grüße!
Mathias
Vielleicht war Ueshiba merkwürdig, aber gleichzeitig auch Genial, oder?
Grüsse zurück
Rudi
#9
Geschrieben 04 Januar 2012 - 14:23 Uhr
Diser entwickelte Kata unter maßgeblicher Unterstützung durch Ueshiba. auch der Name (ursprünglich Shindô Jinen-Ryû Karate Jutsu) soll auf Ueshiba zurückgehen.
#10
Geschrieben 04 Januar 2012 - 16:25 Uhr
Zitat
#11
Geschrieben 04 Januar 2012 - 18:10 Uhr
Terao sagte am 04 Januar 2012 - 16:25 Uhr:
Käme drauf an, wie er sich bei den Militärs ausgedrückt hat. Wenn er z.B. "Liebe" mit Begriffen wie "Dai Nippon" oder "Yamato damashii" kombiniert hat. dürfte auch das Herz eines Miltärs höher geschlagen haben.
Man darf auch nicht vergessen dass Ueshiba in dieser Zeit Kontakte zu ultranationistischen Kreisen hatte.
Kürzlich habe ich gelesen, dass er von den Amis aufgrund seiner Lehrtätigkeit als Kriegsverbrecher der Kategorie "G" (die schwächste) eingestuft wurde. Hätte er sich nicht vollkommen von allem militärischen distanziert, wäre es wohl erst mal mit dem Aikido aus gewesen.
Nochmal: Liebe im Sinne Ueshibas ist nur im Zusammenhang mit den japanischen Mythen zu verstehen, und ist nicht das, was wir darunter fassen würden.
#14
Geschrieben 09 Januar 2012 - 11:53 Uhr
Volker sagte am 04 Januar 2012 - 18:31 Uhr:
v.
Ja, er ist wirklich sehr stark. Vor allem gefällt mir, wie er sein Gewicht lange auf dem hinteren Bein lässt und sich nur mit dem Fuss vortastet. Dass sein Fuss schneller als der Arm bei Yoko-Geri ist - schade, weil falsch... Angriff vor Verteidigung neu :-)
#20
Geschrieben 11 Januar 2012 - 01:41 Uhr
Luaith sagte am 10 Januar 2012 - 20:38 Uhr:
lG
L.
Habe ich etwas anders verstanden. Aber egal.
Wird die Kata im Shito-Ryu auch "Sochin" genannt?
v.



