Breitmaulfrosch sagte am 11 Januar 2012 - 23:43 Uhr:
Wie sehr ist Aikido nun wirklich für den SV auf der Strasse geeignet?
Diese Frage ist schon öfters äußerst kontrovers diskutiert worden.
Es gibt viele sehr gute Gründe Aikido zu trainieren, jeder hat seine Berechtigung. Körperliche Fitness, Beweglichkeit, die Möglichkeit das Zusammenspiel zwischen Körper und Geist zu erforschen, und mit gewissen Einschränkungen auch SV.
Breitmaulfrosch sagte am 11 Januar 2012 - 23:43 Uhr:
Es geht schlussendlich darum die Kontrolle über die Kampfsituatiuon zu wahren, so dass man offensiv aber auch passiv agieren kann
Mit passiv meinst du vielleicht defensiv?
Passives agieren gibt es nicht, und rein defensiv ist Aikido ebenfalls nicht, die Initiative muss man selbst ergreifen.
Aber Aikido ist schwierig zu verstehen, auf einer Ebene ist es eher ein körperlich-mentales Training zur Erforschung des Zusammenspiels von körperlichen und mentalen Kräften im Rahmen einer Kampfkunst, als das es zum realen Kämpfen geeignet wäre, wenn es nicht speziell in diesem Zusammenhang trainiert wird.
Die Theorien die im Zusammenhang mit "modernem" Aikido kursieren (den Gegner friedlich führen u.s.w.) sind für reale Auseinandersetzungen nicht geeignet, da man es aufgrund der heute allgemein üblichen Trainingsweise, und der üblicherweise aufgewendeten Anstrengungen von vielleicht 3 - 6 Stunden pro Woche, nicht (nach sagen wir mal 5 - 10 Jahren üben) auf ein Level bringen wird, dass es einem ermöglichen würde, Aikido zuverlässig gegen mehrere körperlich überlegene Gegner im realen Kampf anwenden zu können, was eigentlich Sinn und Zweck des dem Aikido zugrundeliegenden, aus dem Daito-ryu Aikijujutsu herrührenden Kampfprinzips war.
Der hauptsächliche Nutzen des Aikidotrainings (und des Kampfkunstrainings allgemein) ist aber nicht im realen Kampf zu sehen, sodern im Erwerb einer inneren Haltung. Damit ist die Fähigkeit gemeint, sein Leben so zu gestalten, dass man nicht in Kämpfe verstrickt wird, bzw. Situation so zu gestalten, dass es nicht zu Gewalteskalationen kommt. Dies gilt aber genauso für das Üben z.B. von Karate und ist wie gesagt allgemein eine Folge ernsthaften Kampfkunsttrainings.
Die Sache ist also ziemlich vielschichtig. Nichts destotrotz sollte man mit dieser Haltung auch die Fähigkeit erwerben, einen Angreifer effektiv ausschalten zu können wenn es die Situation erfordert, auch dies ist zu einem großen Teil eine Angelegenheit der mentalen Verfassung. Es nützt Dir die tollste KK nichts, wenn du nicht die mentale Stärke hast sie einzusetzen, SV fängt immer im Kopf an.
Breitmaulfrosch sagte am 11 Januar 2012 - 23:43 Uhr:
Ich habe zwar 8 Jahre lang Karate gemacht (5j-13j) aber habe Karate bis dahin nie als etwas gesehen mit dem ich mich ernsthaft in einer Kampfsituation wehren konnte . Klar habe ich in den Reflexen gewisse Abläufe komplett abgespeichert gehabt, aber nie ausserhalb von Kumite und Kata wirklich spezielle straining auf SV basis.
Genau so wird es dir bei jeder Kampfkunst gehen, die nicht wirklich speziell den realen Kampf oder SV trainiert.
Breitmaulfrosch sagte am 11 Januar 2012 - 23:43 Uhr:
Ich habe von Handgelenk Griffe gelesen, und das oftmals durch Gelenke das gesammte Körper zu Fall gebracht wird. Da ich Gelenke habe ,die ziemlich elastisch sind stellt sich mir die Frage ob ich für diese KK überhaupt geignet bin. Mit elastisch meine ich, das meine Gelenke nicht komplett in ihrer Position bleiben.
Meinst du damit Luxationen, oder nur, dass die Gelenke übernormalen Bewegungsspielraum haben?
Breitmaulfrosch sagte am 11 Januar 2012 - 23:43 Uhr:
Es würde mich noch dazu wunder nehmen, für wen ihr diese KK am meisten sieht? bzw wer ist dafür geeignet?
Aikido ist prinzipiell für jeden geeigent.
Entweder packt es einen, oder nicht. Das merkt man ziemlich schnell.