Zum Inhalt wechseln


- - - - -

Fragen für den Überblick :)


  • Du kannst auf dieses Thema nicht antworten
17 Antworten in diesem Thema

#1 Breitmaulfrosch

    Neu im Forum

  • Members
  • 14 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Luzern
Offline

Geschrieben 11 Januar 2012 - 23:43 Uhr

Hallo miteinander :)
Habe jetzt paar Threads durchforstet.. und da haben sich für mich ein paar Fragen eröffnet. Vor allem da ich kein (noch nicht?) Aikido betreibe.

Wie sehr ist Aikido nun wirklich für den SV auf der Strasse geeignet? Das was ich gelesen habe ging eher zu den "kampf führen" hinüber. Ich denke ich weiss zwar was das heisst, aber will da genauer nachhacken. Es geht schlussendlich darum die Kontrolle über die Kampfsituatiuon zu wahren, so dass man offensiv aber auch passiv agieren kann.(?)

Ich habe zwar 8 Jahre lang Karate gemacht (5j-13j) aber habe Karate bis dahin nie als etwas gesehen mit dem ich mich ernsthaft in einer Kampfsituation wehren konnte . Klar habe ich in den Reflexen gewisse Abläufe komplett abgespeichert gehabt, aber nie ausserhalb von Kumite und Kata wirklich spezielle straining auf SV basis.

Ich habe von Handgelenk Griffe gelesen, und das oftmals durch Gelenke das gesammte Körper zu Fall gebracht wird. Da ich Gelenke habe ,die ziemlich elastisch sind stellt sich mir die Frage ob ich für diese KK überhaupt geignet bin. Mit elastisch meine ich, das meine Gelenke nicht komplett in ihrer Position bleiben. Ich glaube zwar das sollte sich nach einem gewissen Muskelaufbau wieder komplett stabilisieren, aber bis dahin..?

Ebenfalls bin ich über viele veraltete und nicht mehr aufrufbare Videos gestossen und mit dem vermerk, dass viele Videos im Netz nur schlecht Aikido darstellen. Darum frage ich nun einfach mal in die Runde, kann mir jemand ein (in seinen Augen geeignetes) Anschauungsmaterial zukommen lassen? :D ich möchte mir ein richtiges Bild machen, bevor ich über etwas urteile.

Es würde mich noch dazu wunder nehmen, für wen ihr diese KK am meisten sieht? bzw wer ist dafür geeignet?

Danke für die Antworten :D

#2 ingolf

    Stammgast

  • Lehrende und Funktionäre
  • 1.962 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe
Offline

Geschrieben 12 Januar 2012 - 08:32 Uhr

Beitrag anzeigenBreitmaulfrosch sagte am 11 Januar 2012 - 23:43 Uhr:

Wie sehr ist Aikido nun wirklich für den SV auf der Strasse geeignet?
es ist wahrscheinlich in einem anderen sinn geeignet, als du denkst. wenn du dich aktiv hauen möchtest oder musst, ist aikido höchstens als ergänzung zu sehen. - wenn du allerdings ein bisschen im aikido weitergekommen bist, lernst du gefährliche situationen und deine fähigkeiten besser einschätzen und vor allem erst mal wahrzunehmen. das hilft in den meisten mir bekannten fällen, sich überhaupt nicht schlagen zu müssen. wenn es dann allerdings doch mal zu spät sein sollte, ist es trotzdem hilfreich. jetzt kommt es auf dich und die qualität des "gegners" an. die wenigsten "gegner" sind in einer kampfkunst danträger. und von den wenigen danträgern haben die meisten hoffentlich auch keine lust sich zu hauen. und wenn doch, reicht aikido zumindest, um zu überleben, vielleicht sogar den anderen zu fixieren. - der vorteil von aikido ist, dass du dich hinterher nicht mit irgendwelchen prozessen gegen dich herumschlagen musst, in denen du nachweisen musst, dass du dem anderen nur in notwehr die nase gebrochen hast. - mit andern worten: aikido ist für die strasse sehr gut geeignet.

Zitat

Das was ich gelesen habe ging eher zu den "kampf führen" hinüber. Ich denke ich weiss zwar was das heisst, aber will da genauer nachhacken. Es geht schlussendlich darum die Kontrolle über die Kampfsituatiuon zu wahren, so dass man offensiv aber auch passiv agieren kann.(?)
passiv agieren ist ein lustiges wort. ich würde weder offensiv, noch passiv verwenden. einfach agieren. - allerdings sollte man nie vergessen, dass auch der gegner agiert. - kontrolle kann über techniken geschehen, in denen der andere keinen spielraum hat, oder über timing gepaart mit dem verhältnis der bewegenden im raum. wenn man's raus hat, wirft man z.b. einen gegner immer hübsch auf andere gegner, die dann nicht mehr angreifen können.

Zitat

Ich habe zwar 8 Jahre lang Karate gemacht (5j-13j) aber habe Karate bis dahin nie als etwas gesehen mit dem ich mich ernsthaft in einer Kampfsituation wehren konnte . Klar habe ich in den Reflexen gewisse Abläufe komplett abgespeichert gehabt, aber nie ausserhalb von Kumite und Kata wirklich spezielle straining auf SV basis.
so gesehen ist aikido noch ungeigneter für sv. allerdings erweitert es gerade deswegen den horizont für alternativen, jenseits des kumite. - wenn dir realsituationen aber durchaus wichtig sind, kannst du auch im aikido randori machen und darin langsam den level anheben. - mein lehrer wurde vor jahren bei so einer situation von einem karateka angegriffen (allerdings nur braungurt), der immer saurer wurde, weil er einfach keinen treffer landen konnte. irgendwann gab der karateka dann auf.

Zitat

Ich habe von Handgelenk Griffe gelesen, und das oftmals durch Gelenke das gesammte Körper zu Fall gebracht wird.
jupp, darum gehts eigentlich. habe erst vor zwei wochen einem probetrainierenden jiu jutsuka die augen geöffnet, bei dem sich die übungspartner beschwerten, dass er ihre handgelenke misshandeln würde. - hab ihm gezeigt, dass man über die hand den körper bewegt. als er gerade zufrieden weiterüben wollte, zeigte ich ihm noch, dass das nur die eine hälfte der wahrheit ist, und dass es mit ki ohne kraft geht. - die nächste stunde ist er in unserm dojo mitglied geworden. :)

Zitat

Da ich Gelenke habe ,die ziemlich elastisch sind stellt sich mir die Frage ob ich für diese KK überhaupt geignet bin. Mit elastisch meine ich, das meine Gelenke nicht komplett in ihrer Position bleiben. Ich glaube zwar das sollte sich nach einem gewissen Muskelaufbau wieder komplett stabilisieren, aber bis dahin..?
perfekt. solche leute haben wir in unserm dojo mehrere. - für den, der die technik macht eine herausforderung. für den mit den elastischen gelenken macht das keinen unterschied.

Zitat

Ebenfalls bin ich über viele veraltete und nicht mehr aufrufbare Videos gestossen und mit dem vermerk, dass viele Videos im Netz nur schlecht Aikido darstellen. Darum frage ich nun einfach mal in die Runde, kann mir jemand ein (in seinen Augen geeignetes) Anschauungsmaterial zukommen lassen? :D ich möchte mir ein richtiges Bild machen, bevor ich über etwas urteile.
das bild bekommst du nur, wenn du mitmachst. sehen kann man aikido eigentlich erst, wenn man es gefühlt hat. und selbst dann wirst du unterschiedliche bilder bekommen, denn nicht mal aikido ist immer gleich. - vielleicht läuft es irgendwann wieder auf das selbe hinaus, aber auf dem weg dahin gibt es im aikido schon grosse unterschiede. zumindest ist das mein eindruck.

Zitat

Es würde mich noch dazu wunder nehmen, für wen ihr diese KK am meisten sieht? bzw wer ist dafür geeignet?
zumindest ki-aikido, das von kenjiro yoshigasaki unterrichtet wird (es gibt mindestens noch zwei weitere ki-aikido-richtungen, die aber in europa vergleichsweise unbedeutend sind), hat den erklärten anspruch, für jeden geeignet zu sein. wenn ich so darüber nachdenke, könnte das hinhauen.
sei still

#3 ingolf

    Stammgast

  • Lehrende und Funktionäre
  • 1.962 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe
Offline

Geschrieben 12 Januar 2012 - 08:52 Uhr

äh, nochwas: ein bisschen offensive kann übrigens nicht schaden, um dem "gegner" zu kontrollieren. er wird dann zu einer reaktion gezwungen, die ihm im nächsten moment zum verhängnis wird. - nicht so einfach, aber gerade deswegen ja auch eine kunst.
sei still

#4 ten-chi

    Stammgast

  • Members
  • 3.039 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Aikido (zaidan hōjin aikikai), Goju-Ryu Karate
Offline

Geschrieben 12 Januar 2012 - 10:46 Uhr

Beitrag anzeigenBreitmaulfrosch sagte am 11 Januar 2012 - 23:43 Uhr:

Wie sehr ist Aikido nun wirklich für den SV auf der Strasse geeignet?

Diese Frage ist schon öfters äußerst kontrovers diskutiert worden.
Es gibt viele sehr gute Gründe Aikido zu trainieren, jeder hat seine Berechtigung. Körperliche Fitness, Beweglichkeit, die Möglichkeit das Zusammenspiel zwischen Körper und Geist zu erforschen, und mit gewissen Einschränkungen auch SV.

Beitrag anzeigenBreitmaulfrosch sagte am 11 Januar 2012 - 23:43 Uhr:

Es geht schlussendlich darum die Kontrolle über die Kampfsituatiuon zu wahren, so dass man offensiv aber auch passiv agieren kann

Mit passiv meinst du vielleicht defensiv?
Passives agieren gibt es nicht, und rein defensiv ist Aikido ebenfalls nicht, die Initiative muss man selbst ergreifen.
Aber Aikido ist schwierig zu verstehen, auf einer Ebene ist es eher ein körperlich-mentales Training zur Erforschung des Zusammenspiels von körperlichen und mentalen Kräften im Rahmen einer Kampfkunst, als das es zum realen Kämpfen geeignet wäre, wenn es nicht speziell in diesem Zusammenhang trainiert wird.

Die Theorien die im Zusammenhang mit "modernem" Aikido kursieren (den Gegner friedlich führen u.s.w.) sind für reale Auseinandersetzungen nicht geeignet, da man es aufgrund der heute allgemein üblichen Trainingsweise, und der üblicherweise aufgewendeten Anstrengungen von vielleicht 3 - 6 Stunden pro Woche, nicht (nach sagen wir mal 5 - 10 Jahren üben) auf ein Level bringen wird, dass es einem ermöglichen würde, Aikido zuverlässig gegen mehrere körperlich überlegene Gegner im realen Kampf anwenden zu können, was eigentlich Sinn und Zweck des dem Aikido zugrundeliegenden, aus dem Daito-ryu Aikijujutsu herrührenden Kampfprinzips war.
Der hauptsächliche Nutzen des Aikidotrainings (und des Kampfkunstrainings allgemein) ist aber nicht im realen Kampf zu sehen, sodern im Erwerb einer inneren Haltung. Damit ist die Fähigkeit gemeint, sein Leben so zu gestalten, dass man nicht in Kämpfe verstrickt wird, bzw. Situation so zu gestalten, dass es nicht zu Gewalteskalationen kommt. Dies gilt aber genauso für das Üben z.B. von Karate und ist wie gesagt allgemein eine Folge ernsthaften Kampfkunsttrainings.

Die Sache ist also ziemlich vielschichtig. Nichts destotrotz sollte man mit dieser Haltung auch die Fähigkeit erwerben, einen Angreifer effektiv ausschalten zu können wenn es die Situation erfordert, auch dies ist zu einem großen Teil eine Angelegenheit der mentalen Verfassung. Es nützt Dir die tollste KK nichts, wenn du nicht die mentale Stärke hast sie einzusetzen, SV fängt immer im Kopf an.

Beitrag anzeigenBreitmaulfrosch sagte am 11 Januar 2012 - 23:43 Uhr:

Ich habe zwar 8 Jahre lang Karate gemacht (5j-13j) aber habe Karate bis dahin nie als etwas gesehen mit dem ich mich ernsthaft in einer Kampfsituation wehren konnte . Klar habe ich in den Reflexen gewisse Abläufe komplett abgespeichert gehabt, aber nie ausserhalb von Kumite und Kata wirklich spezielle straining auf SV basis.

Genau so wird es dir bei jeder Kampfkunst gehen, die nicht wirklich speziell den realen Kampf oder SV trainiert.

Beitrag anzeigenBreitmaulfrosch sagte am 11 Januar 2012 - 23:43 Uhr:

Ich habe von Handgelenk Griffe gelesen, und das oftmals durch Gelenke das gesammte Körper zu Fall gebracht wird. Da ich Gelenke habe ,die ziemlich elastisch sind stellt sich mir die Frage ob ich für diese KK überhaupt geignet bin. Mit elastisch meine ich, das meine Gelenke nicht komplett in ihrer Position bleiben.

Meinst du damit Luxationen, oder nur, dass die Gelenke übernormalen Bewegungsspielraum haben?

Beitrag anzeigenBreitmaulfrosch sagte am 11 Januar 2012 - 23:43 Uhr:

Es würde mich noch dazu wunder nehmen, für wen ihr diese KK am meisten sieht? bzw wer ist dafür geeignet?

Aikido ist prinzipiell für jeden geeigent.
Entweder packt es einen, oder nicht. Das merkt man ziemlich schnell.

#5 Breitmaulfrosch

    Neu im Forum

  • Members
  • 14 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Luzern
Offline

Geschrieben 12 Januar 2012 - 21:35 Uhr

Vielen Dank für eure rasche Antwort :)
Ich denke ich werde diesen Dienstag zuerst noch ins Thai Boxen probe Training gehen und mir dann noch anschliessend das Aikido ansehen. Jeh nachdem mache ich während meiner Studienzeit dann beides.. aber das wird sich ja noch zeigen.
Es beruhigt mich, dass mein Körper nicht dran hindert wieder mit dem Sport anzufangen :).

@ten-chi:
Deine Aussagen klingen ziemlich einleuchtend. Und es ist mir klar das langes Training notwendig ist. Was ich in kürzerer Zeitspanne erreichen möchte ist schlichtweg, dass ich selbst wieder trainierter werde. Mein Körper sehnt sich definitiv nach mehr Sport.
Luxationen hatte ich bisher keine, es ist grundsätzlich schon eine starke dehnbarkeit. Es ist nur so, dass ich wegen meinen geringen Muskelaufbau (vor allem im Bereich der Handgelenke) keine möglichkeit habe diese ernsthaft zu stabilisieren. Wenn ich z.B Bälle werfen die 2kg oder so wiegen muss ich selbst durch ziehend er Hand und Drehbewegungen das ganze wieder richtig positionierung.
Ansonsten merke ich es halt auch beim Laufen das Fussgelenk sich leicht verschiebt, leider kann ich dort nur abwarten und weiter laufen bis es sich wieder richtig positioniert. Ich hatte ein Jahr starke schmerzen weil sich mein Becken irgendwie verschoben hat und mir im Rücken ein Nerv eingeklemmt hat. Das hat sich glücklicherweise wieder gelöst und ist auch nicht wieder aufgetreten.
Daher ist Muskelaufbau wirklich sehr wichtig für mich :)
Frage soweit beantwortet?

#6 ten-chi

    Stammgast

  • Members
  • 3.039 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Aikido (zaidan hōjin aikikai), Goju-Ryu Karate
Offline

Geschrieben 12 Januar 2012 - 22:47 Uhr

Beitrag anzeigenBreitmaulfrosch sagte am 12 Januar 2012 - 21:35 Uhr:

Frage soweit beantwortet?

Ja, aber eigentlich ging es ja um Deine Fragen.

Aikido ist ein seeehr gutes Training für die Handgelenke und für die Muskulatur im Unterarm, aber vielleicht besorgst Du Dir schon mal so einen Handtrainer (so einen zum Zusammendrücken, gibt es für ein paar Euro) und trainierst schon mal ein bisschen. So kannst Du direkt Eindruck schinden. :)

Aber achte am Anfang bei Handgelenkhebeln darauf, dass durch die Beweglichkeit in den Gelenken diese nicht überstrapaziert werden. Ich weiß nicht wie Schmerzempfindlich Du in diesem Bereich bist, aber es gibt Menschen mit stark dehnbaren Gelenken, die merken seltsamerweise nicht den Punkt, an dem es zu viel ist, weil es nicht weht tut. Der gute Trainingspartner schraubt dann etwas zu fest oder zu lange dran herum, und schon kann eine Sehne gezerrt sein. Also früh genug abklopfen, lieber am Anfang ein bisschen eher.

#7 Breitmaulfrosch

    Neu im Forum

  • Members
  • 14 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Luzern
Offline

Geschrieben 12 Januar 2012 - 23:01 Uhr

Ich meinte damit eher, ob du verstehst was ich versuche zu erklären :)
Wenn das Gelenk ich keiner falschen Position ist, spüre ich keine Schmerzen. Danke also für den Tipp! Ich kenne meine Gelenke nunmal nur in Schlagtechnicken. Und das Aikido diesen Berreich traniert animiert mich gleich noch mehr!

Ich glaube, wenn ich jemanden von dem erzählen kann was ich gerade empfunden habe, dann wohl in diesem Forum. Vor allem da ich sehe, dass du noch dazu Karate betreibst :)

Ursprünglich wollte ich nicht mit dem Karate wieder anfangen, es war für mich eine gegessene Sache. Einen Weg den ich wirklich abgeschlossen habe. Doch als ich mir nun Aikido angesehen habe, wurde ich sehr nostalgisch. Ich habe gerade erst realisiert was genau Aikido für mich jetzt schon bedeutet.
Neben meinem Dojo aus Kindertagen gab es ebenfalls ein Aikido Dojo. Dazumals bewunderte ich diese Personen sehr, da sie diese Schwungvollen Aktionen durchführten ihr Gesicht aber absolute Ruhe ausstrahlte. Und als wir anfingen sie da sassen und meditierten(?). Nicht nur dass Aikido für mich nun speziell ein gutes Gefühl gibt, sondern ich wurde plötzlich an's Karate erinnert. An das zischen der Kimonos und all die kleinen Erlebnisse, die ich als Kind in dem Dojo hatte. Und irgendwie möchte ich dort doch nochmals vorbei schauen. Schliesslich ging ich weinend aus dem Büro von meinem Trainer.

Aber ich frage mich.. wie sehr würde der Start in Aikido und der wiedereinstig mit Karate sich vertragen? Klar müsste sich mein Körper wieder an die Technicken erinnern und nebenbei noch neue Abläufe erlernen, aber schlussendlich hatte ich den braunen Gurt und 8 Jahre lang Karate training. Oder sage ich mir da doch etwas zuviel zu?
Was wohl noch erwähnenswert ist, ich habe immer Shotokan Karate gemacht und noch dazu hauptsächlich Kumite. Die Katas waren immer der Wackelpunkt an der Prüfung. Mir ist schon bewusst das ich da zwei ziemlich verschiedene Elemente versuche zusammen zu fügen. Aber anscheinend scheint es eine beliebte Kombination zu sein :). Und ich glaube genau die Kontraste ziehen mich an.
Tut mir Leid das ich dich so speziell bombadiere, aber ich bin momentan voll im elan :)

#8 ten-chi

    Stammgast

  • Members
  • 3.039 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Aikido (zaidan hōjin aikikai), Goju-Ryu Karate
Offline

Geschrieben 13 Januar 2012 - 09:15 Uhr

Beitrag anzeigenBreitmaulfrosch sagte am 12 Januar 2012 - 23:01 Uhr:

Aber ich frage mich.. wie sehr würde der Start in Aikido und der wiedereinstig mit Karate sich vertragen?

Wenn man zwei Sachen parallel macht, ist es gut wenn man in einem schon ein wenig fortgeschritten ist, so wie es bei dir der Fall ist.
Du wirst aber merken dass Aikido und Karate schon ziemlich unterschiedliche Trainingskonzepte bzw. Bewegungsansätze verfolgen.
Für mich persönlich gibt es aber schon einige grundsätzliche Gemeinsamkeiten. Es kommt für mich da eher auf das an was sich im inneren des Körpers abspielt, und nicht auf die äußeren Bewegungskonzepte.

Aikido ist für Karateka anfangs meist etwas gewöhnungsbedürftig, und oft sieht man den Karateka die Herkunft noch eine ganze Zeit an, das liegt einfach daran dass oft mit unterschiedlichen Konzepten gearbeitet wird, was Körperspannung, Stand, Stellung zum Angreifer und soche Dinge angeht.
Übertrieben gesagt sind Karateka oft eher steif oder hölzern in der Bewegung wenn sie zum Aikido kommen, wogegen Aikidoka manchmal erst mal eher zu wenig Spannung für das Karate haben.
Tatsächlich ist es aber bei Anfängern im Aikido generell fast immer so, dass man ihnen erst mal beibrigen muss locker und entspannt zu sein, egal wo sie herkommen, außer es sind Tänzer oder auch Leute die intensiv andere Sportarten betreiben.
Ich habe natürlich auch schon Karateka erlebt die sich sehr locker und weich bewegen konnten (was ja auch im Karate das Ziel ist), aber auch Boxer oder Ringer. Es ist merkwürdig, z.B. neigen Ringer dazu, in Ringerhaltung zu verkrampfen wenn sie Aikido machen sollen, dabei sind sie eigentlich sehr locker und beweglich. Das kommt immer dann, wenn man seine angelernten Bewegungsmuster in denen man sich sicher fühlt, plötzlich aufgeben muss.
Aus diesem Grund habe ich immer parallel auch andere Kampfkünste geübt.
Karateka lernen am Anfang in der Grundschule stabil mit ausgestrecktem angespannten Arm stehen zu bleiben, während es im Aikido in vielen Schulen eher andersherum gemacht wird, man bleibt locker und geht eher weich mit, um dem Trainingspartner zu ermöglichen die Technik zu lernen, die Stabilität und die mit dem Körperzentrum verbundene Körperstruktur entwickeln sich dann mit der Zeit.
Es gibt also unterschiedliche Konzepte, man kann aber nicht sagen eins ist richtig und das andere ist falsch, es kommt auf die Zielsetzung an.

Für gewöhnlich ist es aber alles kein Problem, auch wenn man beides parallel macht. Ich kenne viele die aus dem Karate zum Aikido gekommen sind (andersrum natürlich auch),
Es erfordert natürlich einen gewissen Aufwand zwei Sachen gleichzeitig zu trainieren, und normalerweise wird eins dominieren oder irgendwann wird man vielleicht eine Sache zugunsten der anderen aufgegeben.
Aber das braucht dich ja jetzt erst mal nicht zu kümmern, mach einfach, wozu du Lust hast, alles andere wird sich zeigen. Wie gesagt, die Gelenke werden es dir danken!

#9 amoeba

    Schon länger dabei

  • Members
  • 100 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Düsseldorf

  • Kampfkunst:
    Aikido
Offline

Geschrieben 13 Januar 2012 - 14:04 Uhr

Karate und Aikido gehen auf jeden Fall zusammen. Ich kenne einige, die in beidem ziemlich gut sind, meine Aikidolehrerin hat in ihrer Jugend selbst leistugsmäßig Karate gemacht und ich mach sogar auch "nebenbei" ein bisschen was. Du darfst halt nur nicht anfangen es durcheinander zu schmeißen, deswegen sagt man ja immer, dass man in einem schon etwas fortgeschrittener sein sollte, bevor man das andere dazunimmt - das wäre bei dir ja nun kein Problem. Gucken musst du nur, ob du es zeitlih schaffst, zweimal die Woche Training sollten eigentlich Minimum sein. Ich hab mich beim Karate damit abgefunden, dass ichs halt nur einmal schaffe, da erwarte ich dann halt aber auch keine tollen Superfortschritte.

#10 Breitmaulfrosch

    Neu im Forum

  • Members
  • 14 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Luzern
Offline

Geschrieben 16 Januar 2012 - 21:02 Uhr

So, ich war gerade eben für eine Stunde mal im probetraining. Ich verstehe nun ziemlich was mit dem führen eines Kampfes gemeint ist... Hat mir soweit auch spass gemacht.
Trotzdem muss ich leider sagen, dass es wohl keine Sportart für mich ist.
Die Tatsache dass ich nicht ein Tropfen geschwitzt habe ärgert mich aber. Ich will es halt auch für die Fitness tun und es erschien mir für meine Gelenke zwar anspruchsvoll (das geräuschevolle Knacken und ensprechende Schmerzen im Fuss) und auch für die Dehnbarkeit aber nicht wirklich im Muskelaufbau :).
Gehe am Mittwoch doch wieder beim alten Dojo vorbei um mal Hallo zu sagen.

#11 ten-chi

    Stammgast

  • Members
  • 3.039 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Aikido (zaidan hōjin aikikai), Goju-Ryu Karate
Offline

Geschrieben 16 Januar 2012 - 22:24 Uhr

Beitrag anzeigenBreitmaulfrosch sagte am 16 Januar 2012 - 21:02 Uhr:

Die Tatsache dass ich nicht ein Tropfen geschwitzt habe ärgert mich aber.

Tja, würde es mich auch. Ist wohl das falsche Dojo. Aikido ohne Schwitzen geht nicht.
Obwohl man am Anfang etwas braucht um die Bewegungen hinzubekommen, und erst wenn man ein paar Grundlagen drauf hat wie Rollen und Fallen, um richtig schnell trainieren zu können, so gibt es doch Möglichkeiten um auch Anfänger zum Schwitzen zu kriegen (zum Beispiel ein entsprechendes Aufwärmtraining). Na ja, vielleicht hast du ja woanders mehr Glück.
Knacken im Fuß kenne ich nicht, und Schmerzen sollten dort ebenfalls nicht auftreten.

#12 Breitmaulfrosch

    Neu im Forum

  • Members
  • 14 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Luzern
Offline

Geschrieben 17 Januar 2012 - 03:38 Uhr

Nunja, es ist nicht so dass ich nur ich nicht geschwitzt habe. Ich habe niemanden in diesem Dojo schwitzen sehen ausser einen :o. Es kann aber nicht daran liegen, dass das Dojo im Schnitt das Alter im Schnitt 35-40 lag.
Und das Aufwärmen war auch mehr im Sinne der lockerung und Dehnung, wenn man mich fragt.
Etwas, das mich sehr verwirrt hat war die Übung, bei der er sich komplet abgeklopft hat bzw während dem Dehnen auf die Seite sich die gesttreckte Seite abgeklopft hat. :o Für was ist denn das gut ?
Aber gut zu wissen, dass es am Dojo lag und nicht an der KK, den die fand ich ansonsten überzeugend. :) Denn ich brauche auch nicht den Erschöüpfungszustand den ich durch Karate erreichen kann. ( Wenn ich nachhause kam und mich nur kurz ausruhen wollte, passierte oftmals das ich mitsamt Kimono eingeschlafen bin :D)

#13 amoeba

    Schon länger dabei

  • Members
  • 100 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Düsseldorf

  • Kampfkunst:
    Aikido
Offline

Geschrieben 17 Januar 2012 - 13:51 Uhr

Na, ich würde sagen, es liegt halt an der Art der Stunde. In einer Anfängerstunde bzw. wenn halt viele Anfänger anwesend sind, schwitze ich normalerweise auch nicht. Die Techniken werden halt langsam ausgeführt, mit Schwerpunkt darauf, wo welcher Fuß und welcher Arm was machen muss, die Angst vorm Rolle zu verlieren, was auch immer. Sind mehr Fortgeschrittene anwesend bzw. treffen aufeinander, dann kann man eben auch mal richtig loslegen. In meiner Zeit in Stockholm konnte ich meinen Gi nach jedem Training auswringen...

#14 Breitmaulfrosch

    Neu im Forum

  • Members
  • 14 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Luzern
Offline

Geschrieben 17 Januar 2012 - 20:46 Uhr

Ich weiss halt nicht wieviele Anfänger waren, ich hab halt nur weisse Gürte gesehen.
Von der Technick her gab es aber genügende, die schon Fortgeschritten waren. Mir persönlich hat ein Dan Träger immer wieder geholfen und mich auch mal zur Seite genommen. Fand ich auch total nett von ihm.
Gehe trotzdem mal in ein anderes Aikido Studio, welches ebenfalls in meiner Stadt ist. Scheint mir von der Homepage nochmals einwenig offener und symphatischer. Dies scheint auch etwas jüngeres Publikum anziehen zu wollen.

Das alte: http://www.aikido-luzern.ch/
Die Seite des Dojos ich noch betrachten werde: http://www.aikidoschule-luzern.ch/

#15 ten-chi

    Stammgast

  • Members
  • 3.039 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Aikido (zaidan hōjin aikikai), Goju-Ryu Karate
Offline

Geschrieben 17 Januar 2012 - 23:41 Uhr

Die beiden Dojos orientieren sich auch tatsächlich an verschiedenen Lehrern, das erstere an Endo Sensei, das zweite an Masatomi Ikeda Sensei, der in der Schweiz als Shihan unterrichtet hat und jetzt aus Krankeheitsgründen wohl nicht mehr aktiv ist.
Ich persönlich würde zum zweiten Dojo tendieren weil ich den Stil eher mag, aber das muss jeder selbst wissen.
Trotzdem würde ich mir im ersten Dojo auch mal ein Fortgeschrittenes Training ansehen, dann kannst du sagen ob es für dich in die richtige Richtung geht und ob du dort auch ins Schwitzen geraten würdest.
Der Endo-Stil ist etwas sanfter und meiner Erfahrung nach etwas weniger Bewegungsintensiv als das Aikido nach Ikeda .

#16 UwMe

    Alter Hase

  • Members
  • 375 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Aikido
Online

Geschrieben 18 Januar 2012 - 09:27 Uhr

Für 2 mal wöchentliches Training finde ich den Preis von 880 SFr. im Jahr (60 Euro pro Monat) recht engagiert. Dafür muss man schon lange warm duschen.
Oder habe ich mich verrechnet?

#17 Breitmaulfrosch

    Neu im Forum

  • Members
  • 14 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Luzern
Offline

Geschrieben 18 Januar 2012 - 14:38 Uhr

Ah okay :) Das erklärt es dann auch, werde nächste Woche bei denen vorbei schneien und dann berichten.
Heute dafür ins Karate.

Die Preise die ich bisher gesehen haben waren im Halb jahr zw 300-400Fr. Also liegt das mit 880 im jahr noch so im normalen Bereich denke ich..

#18 amoeba

    Schon länger dabei

  • Members
  • 100 Beiträge
  • Geschlecht:weiblich
  • Wohnort:Düsseldorf

  • Kampfkunst:
    Aikido
Offline

Geschrieben 10 Februar 2012 - 23:51 Uhr

Aber hallo, zumindest zwei der Lehrer im ersten Dojo (Pascale und Cornelius) kenne ich gut und weiß, dass man vor allem bei Cornelius definitiv ins Schwitzen kommt. Ich weiß zwar, dass es auch Dojos gibt, wo wohl tatsächlich nur so trainiert wird, wie du es beim ersten Mal erlebt hast, aber ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass das bei denen nicht der Fall ist. Ich kann dir auf jeden Fall nur absolut empfehlen, da nochmal hinzugehen und dir ein fortgeschritteneres Training anzugucken! Im Zweifelsfall kannst du ja auch einfach mal nachfragen, ob es auch Stunden gibt, wo dynamischer geübt wird, und ob du da mal mitmachen könntest.

Mal ganz abgesehen davon, dass die Leute da auch supernett sind...

Zum Geld: man darf ja auch nicht vergessen, dass die Schweiz definitiv teurer ist als Deutschland. Nichtsdestotrotz würde die Häufigkeit des Trainings dann vielleicht doch eher für das erste Dojo sprechen... aber ich bin ja eh vorbelastet!;)