ten-chi sagte am 25 Januar 2012 - 16:07 Uhr:
In diesem Falle habe ich halt aufgehorcht, weil ein bestimmter Begriff (eben tenshin) im ki-aikido offensichtlich in einer ganz anderen Bedeutung verwandt wird.
Übrigens hat tenshin natürlich ebenso wie tenkan unterschiedliche Wortbedeutungen: Anders geschrieben kann es "Zwischenmahlzeit, snack" heißen. Oder "Götter" bezeichnen. Oder es kann "Zenit" meinen. (Übrigens in der Schreibweise, die auch das aikido der Ex-Frau von Seagal bezeichnet.) Und lustigerweise auch "Arglosigkeit, Naivität". Halt eben immer nur anders geschrieben.
Manchmal ist die Begriffsorientierung aber denn doch erhellend: Bei uns wurde lange unterrichtet, aus yokomen uchi die Hebel, oder auch shiho nage, in der omote Form mit einem tenshin Eingang einzuleiten, die ura Form aber mit einem irimi Eingang zu beginnen. Das war eine sehr einleuchtende Systematik. Aber natürlich kann man sowohl die omote Form, wie auch die ura Form jeweils genauso aus tenshin und irimi Eingang machen. Warum die Konstruktion ist wie ist, war nie schlüssig zu begründen.
Als ich angefangen habe, mich an Endos kihon waza zu orientieren, fiel mir unter anderem auf, daß seine Systematik ganz anders begründet ist: yokomen uchi mit einem Schritt beim Angriff (Ausgangsstellung ai hanmi) erlaubt den "längeren", inneren Eingang tenshi. Yokomen uchi ohne Schritt beim Angriff (Ausgangsstellung gyaku hanmi) erfortdert tendenziell eher einen "kürzeren Eingang: irimi. Und dann sind jeweils beide Formen, omote, wie auch ura, möglich und sinnvoll.
Die Klärung der Begrifflichkeit hat also durchaus - an diesem Puntk und für mich - zu einer Klärung der Formen geführt.



