Zum Inhalt wechseln


- - - - -

Ist Vereinsausschluss bei Extremismus gerechtfertigt?


39 Antworten in diesem Thema

#21 KuramaTengu

    Stammgast

  • Members
  • 588 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    Tenshin Shoden Katori Shinto Ryu,Kendo,Hyoho Niten Niten Ichi Ryu ( in 2 wochen gehts los)
Offline

Geschrieben 30 Januar 2012 - 10:34 Uhr

bleiben wir mal auf dme teppisch . ich mein die gemeinschaft innerhalb eines dojo sollte auch gewissewerte vermitteln. links oder recht radikalismuss funktioniert gegeläufig zu den in den allermeisten kampfkünsten angestrebten moralischen wertevorstellungen . sprich wenn sich der jenige im verein benimmt aber privat ein hardcore rassist ist möchte ich mir nicht mit demjenigen die matte teilen.

#22 DfnSake

    Stammgast

  • Members
  • 575 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Interests:Tattoos, Zeichnen / Malen, Kunst im Allgemeinen, Musik (Punk, Hardcore, Blues, teilweise Country/Folk), Japan, indigene Völker (und deren Körperschmuck, Initiationsriten und Kultur),

  • Kampfkunst:
    Shinkendo
Offline

Geschrieben 30 Januar 2012 - 12:53 Uhr

@Tengu:

Ich bin da persönlich voll bei dir, ich würde nur ässerst ungern im Dojo mit politisch extremen trainieren müssen. Ich würde (ganz persönlich) zwar immer noch lieber mit nem extrem Linken, als nem extrem Rechten trainieren, aber das ist ja nicht Punkt der Debatte. Punkt der Debatte ist ja der Umgang im Verein mit dieser Problematik.

Ich vertrete aber trotz meier privaten Ansichten die Einstellung (inzwischen), daß Politik gar nichts in KK/KS zu suchen hat und sobald da etwas bekannt wird (vor allem solche Kaliber), sehe ich schon Handlungsbedarf. Ob der betreffede jetzt Titel bringt oder nicht. Immerhin steht man dann - böse gesagt - als Verein in einem Licht des "Ausbilders für (politisch motivierte) Schläger". Was ja nicht im Sinne eines Vereins liegen kann.

Ich überlege nur immer, ab wann da ein Ausschluß erfolgen sollte, wie gesagt auch aus dem Verband. Ich kenne Leute, de durchbdiverse Vereinsaktivitäten schon "von der Kippe" wieder auf den Boden geholt wurden. Ich habe z.B. einen Bekannten, der keinen Hehl daraus macht als Teenager (vorsicht Klischee) im Osten extrem rechts gewesen zu sein (in dem Alter eindeutig als Mitläufer, wie er inzwischen auch erkannt hat). Ein Fußballverein hat ihn da rausgeholt. Er ist aus dem Osten mit seiner Familie nach München in den münchener norden gezoge und hat dort auch nen neuen Verein gesucht. Jetzt hatte er die Wahl entweder mit zu trainieren oder bei knapp 70/80% Ausländeranteil in unserem Viertel eifach mit zu machen. Er hat mit gemacht und hat einiges über seine ach sofest verankerten Ansichten gelernt.

Inzwischen ist ein braver Junge und hat geheiratet... Und zwar eine Türkin. Soll heissen: Vereine können wichtige soziale Anlaufstellen sein, die junge Menschen formen. Aus meinen eigenen Bemühen weiss ich aber auch, daß man es als Aussteiger in gewissen Teilen der Szene nicht immer leicht hat und da hebe ich besonders die Faschisten hervor. Durch deren wirre Ansichten kommt auch nicht jeder "raus, der gerne raus möchte". Gerade in dieser verbohrten Szene gibt es wenig Leute, die sich auch mal ausserhalb dieser bewegen, von daher nur mal Kontakt mit "normalen Leuten" bräuchteb.

So noch ne Erklärung in eigener Sache, nicht dass mich jemand falsch versteht:

Als ich von "eigenem Bemühen" gesprochen habe, meinte ich nicht etwa, dass ich selbst mal rechts, links oder sonst was war. Ich bin nur schon viele Jahre bemüht aktiv gegen Faschismus zu sein und da lernt man auch mal Nazis und deren Strukturen kennen und glaubt mir... Es gibt seeehr viele Gruppierungen, die in verschiedensten Vereinen KS trainieren (vorwiegend "Strassentaugliche").

Und da liegt der Hase im Pfeffer. Die heutige rechte (bestimmt auch anderweitig Radikale, aber die sind das meist recht offen...) zeigt sich erstmal nicht als solche. Die Neue Taktik ist das unterwandern in dem man sich erstmal gemässigt oder gar nicht als extremist zu erkennen gibt, um in's Gespräch zu kommen. Ich will damit auf folgendes hinaus:

Es ergibt sich aus dieser Vorgehensweise meist kein Grund für einen Ausschluss aus dem Verein und nur wenige sind wirklich so dumm-dreist, daß sie mit Hitler-Gedächtnis-Shirts rumlaufen.

Also ab welchem Kenntnisstand sollte man aktiv werden in Sachen Rausschmiss? Meine persönliche Meinung hab ich ja schon mitgeteilt, bzw. wenn es NUR nach mir ginge, dann würde ich sagen: Sofort bei Bekanntwerden des extremen Gedankenguts, mit dem Vorbehalt, himzusehen, wen man vor sich hat. Den Hardcorenazi ode nen jugendlichen Mitläufer auf der Kippe, der m.M.n. schon me Chance verdient, "gerettet" zu werden.

greetz

Sake
all this time wishing our voices could be heard,
now we finally have a voice
and no one says a fu**ing word.
so let's scream as loud as we can
and make it fu**ing break,
and let nothing stand in our way.

"Revival Never Goes Out Of Style" - Walls Of Jericho

#23 Drax

    Stammgast

  • Lehrende und Funktionäre
  • 990 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Oberhausen
  • Interests:Kampfkunst, Fitness und Gesundheit, Musik

  • Kampfkunst:
    Taekwon-Do
Offline

Geschrieben 30 Januar 2012 - 15:10 Uhr

Also erst mal: Extremismus egal welcher Coleur hat bei mir auf der Matte nichts verloren und das habe und werde ich auch jederzeit unterbinden.
Ob jemand eine extremistische Gesinnung hat, kann ich auf den ersten Blick nicht feststellen. Jeder bekommt bei mir eine Chance und meist auch noch eine Zweite.

Ich persönlich habe durch TKD/KK/KS schon Leute kennengelernt, die sich positiv verändert haben. Da war (ist nur ein Beispiel) der Moslem auf einmal ein klasse Kumpel(ine).

Bei mir ist jeder willkommen, der sich an die Regeln unseres Dojang hält. Meint einer/eine (als Beispiel) ein Hitlershirt/Hakenkreuz anziehen zu müssen, forder ich auf, das auszuziehen und dies in Zukunft zu lassen. Wird sich dran gehalten ist (erst mal) gut, wenn nicht - auf Wiedersehen.

Sollte jemand versuchen zu missionieren, das selbe.

Gruß
Drax
Don't dream it, be it!

#24 DfnSake

    Stammgast

  • Members
  • 575 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Interests:Tattoos, Zeichnen / Malen, Kunst im Allgemeinen, Musik (Punk, Hardcore, Blues, teilweise Country/Folk), Japan, indigene Völker (und deren Körperschmuck, Initiationsriten und Kultur),

  • Kampfkunst:
    Shinkendo
Offline

Geschrieben 30 Januar 2012 - 17:00 Uhr

Hm. Ohne im selbst eröffneten Thread OT werden zu wollen: Ich würde noch den Kontext der Swastika beachten. ;) es gibt ja die Swastika und das Hakenkreuz, aber das ist jetzt eigentlich egal, ist nur so ne Tätowierermarotte, da immer drauf hin zu weisen. Nix für ungut.

Find ich aber gut, die Art der Handhabung. Wobei besagtes Shirt dann wohl schon ziemlich offensichtlich zu verstehen wäre.

greetz

Sake
all this time wishing our voices could be heard,
now we finally have a voice
and no one says a fu**ing word.
so let's scream as loud as we can
and make it fu**ing break,
and let nothing stand in our way.

"Revival Never Goes Out Of Style" - Walls Of Jericho

#25 Tyrdal

    Alter Hase

  • Members
  • 287 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

  • Kampfkunst:
    BBT
Offline

Geschrieben 30 Januar 2012 - 18:13 Uhr

Ist aber gut drauf hinzuweisen, zumal die Swastika in Asien noch munter im ursprünglichen Kontext(grob simplifiziert: Symbol für Sonne) verwendet wird.

#26 douwa

    Schon länger dabei

  • Members
  • 103 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
Offline

Geschrieben 30 Januar 2012 - 18:37 Uhr

Ich sehe es wie Drax, auch weil ich oft genug mit irgendwelchen Randgruppen zu tun hatte. Die Methode, was stört einfach aus seinem blickfeld zu entfernen unter dem Motto aus den Augen aus dem Sinn halte ich für größtenteils kontraproduktiv und zumindest teilweise auch populistisch motiviert. Hier sind es die Rechten, die man verjagen will, ohne deren Motive zu hinterfragen und gegebenfalls Lösungen anzubieten oder auch nur Hilfestellungen zur gemeinsamen Lösungsfindung, woanders sind es Homosexuelle, (kampfkunstfähige) Behinderte, Andersgläubige oder wer auch immer, die man lieber nicht bei sich haben möchte. Wer noch nie irgendwann, irgendwo zu einer wie auch immer beschaffenen Minderheit gehörte, der werrfe aber ruhig den ersten Stein. Ich halte mich ja für eher leicht links angesiedelt aber dieses ewige politisch korrekte ach ich bin ja so links und löse alle Probleme, indem ich, anständig wie ich bin die Augen mit den Händen bedecke, finde ich immer wieder etwas befremdlich und bei Manchen auch verlogen. ich möchte nicht wissen, was für Leute und ich spreche auch da aus Erfahrung in manchem ach so links ausgerichtetem Verein geduldet werden, solange es nur nicht nach außen dringt. Klar, viele denken sich tatsächlich nichts groß dabei, wenn sie die Probleme einfach verdrängen, statt ihnen aufrecht zu begegnen und meinen es wirklich nur gut.

#27 Taysoku

    Stammgast

  • Lehrende und Funktionäre
  • 747 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Hamburg
  • Interests:Karate, Computer, Töchter

  • Kampfkunst:
    Shotokan, Kendo, Iaido, Kempo, Judo, Tai Chi, ein wenig Shito-Ryu
Offline

Geschrieben 01 Februar 2012 - 12:10 Uhr

Einmal in meiner langen KK-Vergangenheit kam dieses Thema auf mich zu.

Anfang der 80er begann ein stadtbekannter Radikaler in unserem (kommerziellen) Dojo. Sehr schnell regte sich Widerstand bei einigen von uns Schülern. Wir baten unseren Trainer, den Betreffenden rauszuschmeißen, aber er wollte das nicht. Beim nächsten Training hatten wir uns eine halbe Stunde vor Trainingsbeginn verabredet. Als unser Radikaler kam, warteten wir bereits auf ihn. Unser Kücken (14 Jahre und kein bischen bange) eröffnete ihm, dass kein Schüler aus unserer Gruppe mit ihm trainieren möchte, weil wir seine offen zur Schau getragenen Ansichten schlecht fanden.

Dann gab es eine kurze Debatte wg. Meinungsfreiheit (das führte er an). Irgendwer erwiderte, dass genau diese Meinungsfreiheit auch für uns gelte und unsere Meinung nunmal sei, dass Extremisten nichts in unserem Dojo zu suchen hätten. Er ist gegangen und nie wiedergekommen.

Das Verhalten unseres Trainers fand ich bescheiden.

Auch heute sehe ich es so, dass offen zur Schau gestellte extremistische Haltungen nichts in einem Sportverein verloren haben. Ich würde gerne das rechtskräftige Urteil sehen, wo ein offensichtlich Radikaler sich in einen Verein eingeklagt hat.

Tay
Meine Lehrgangsempfehlungen:
Seminar mit Hidetoshi Nakahashi und Carlos Molina
am 19. und 20.5.2012 in Berlin
Infos unter http://www.shingitai...mid=122&lang=de

#28 DfnSake

    Stammgast

  • Members
  • 575 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Interests:Tattoos, Zeichnen / Malen, Kunst im Allgemeinen, Musik (Punk, Hardcore, Blues, teilweise Country/Folk), Japan, indigene Völker (und deren Körperschmuck, Initiationsriten und Kultur),

  • Kampfkunst:
    Shinkendo
Offline

Geschrieben 01 Februar 2012 - 14:01 Uhr

Da bin ich voll bei dir. Ich denke auch, daß spätestens, wenn der Unmut unter den anderen wächst evtl. über einen Ausschluß nachgedacht, bzw. dieser erfolgen sollte. Und mal ehrlich, das mit dem "reinklagen" Ich wüsste nicht, ob das geht, aber wer will schon wo trainieren, wo er nicht erwünscht ist? Nur weil er von einem Gericht rechtbekommen hat. Das sehe ich als sehr unwahrscheinlich an.

greetz

Sake
all this time wishing our voices could be heard,
now we finally have a voice
and no one says a fu**ing word.
so let's scream as loud as we can
and make it fu**ing break,
and let nothing stand in our way.

"Revival Never Goes Out Of Style" - Walls Of Jericho

#29 KAJIHEI

    Stammgast

  • Moderator
  • 3.144 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Berlin
Offline

Geschrieben 11 Februar 2012 - 19:47 Uhr

Für mich sind solche Personen ein Dilemma. Schließ ich sie aus, blas ich in die Tröte der Intoleranz und des Ausschlusses die ich ja mit meiner Intergrationsidee der KK und des nihonto eigentlich verteufle.
Lasse ich sie rein, biete ich eventuell irgendwelchen verquasten Ansichten Nährboden.
Also tue ich Folgendes : Ich weise sie freundlich darauf hin das ich ihre Haltung zur Kenntniss nehme, aber sie beim ersten Missionierungsversuch etc. hochkant rauswerfe.
Lang lebe die Eineindeutigkeit der Zweideutigkeit !

Meine Beiträge sind mein geistiges Eigentum. Ich untersage hiermit ausdrücklich die Weiterverbreitung in anderen Foren ohne mein Einverständnis.

#30 Rakoshi

    Alter Hase

  • Members
  • 255 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe
Offline

Geschrieben 11 Februar 2012 - 21:40 Uhr

@ Kajihei

Ich denke, du hast da einen Weg gefunden, der gangbar ist.
Man muß klare Ansagen machen. Wenn der Typ sich daran hält, ist es ok. Auch gibt es Leute, die ihre Einstellung ändern können. Wenn er sich nicht daran hält, kann man immer noch reagieren.
Wenn man eine Person rauswirft, muß man sich verdeutlichen, welche Gründe dazu geführt haben und diese Gründe müssen stichhaltig sein.
Ansonsten kann es passieren, dass man irgendwann sehr viele Personen rausgeworfen hat und nur weil einer falsch gehustet hat (übertrieben) und dieses Mittel einfach verwendet wird, unliebsame Personen zu entsorgen.
www.kungfu-emsdetten.de
www.lee-kamwing.de

#31 DfnSake

    Stammgast

  • Members
  • 575 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Interests:Tattoos, Zeichnen / Malen, Kunst im Allgemeinen, Musik (Punk, Hardcore, Blues, teilweise Country/Folk), Japan, indigene Völker (und deren Körperschmuck, Initiationsriten und Kultur),

  • Kampfkunst:
    Shinkendo
Offline

Geschrieben 18 März 2012 - 10:23 Uhr

Hm... Ich gebe dir recht Rakoshi, daß ein Rauswurf nicht nur Mittel zum Zweck sein darf. Es ist schwierig bei dieser Thematik nicht allzu politisch zu werden, also sag ich es mal so:

Ich persönlich würde wohl einen Unterschied darin sehen, ob ich einen Rechtsradikalen im Kickboxtraining habe oder sein linkes Pendant. Klar, beide haben auf ihre Weise einen an der Waffel, allerdings sehe ich im rechten Flügel größeres Gewaltpotential.

Kommt es am Ende evtl. auch auf die KK an?

Sorry, falls das etwas wirr ist, bin grade erst aus dem Bett gekrochen.

in diesem Sinne

Alerta!

Sake

edit: @Kaji: Ich verstehe, was du meinst. Aber es geht imo (je nach KK) ja nicht NUR im evtl. Missionare, sondern um das Ausbilden von potentiell gefährlichen Subjekten. Ein besoffener Nazischläger jst schonmal nicht angenehm. Ein besoffener Nazischläger mit jahrelanger Kickbox-, Box-, oder sonsteiner prof. Kampfausbildung ist aber nochmal eim ganz anderes Kaliber. ;)

Bearbeitet von DfnSake, 18 März 2012 - 10:26 Uhr.

all this time wishing our voices could be heard,
now we finally have a voice
and no one says a fu**ing word.
so let's scream as loud as we can
and make it fu**ing break,
and let nothing stand in our way.

"Revival Never Goes Out Of Style" - Walls Of Jericho

#32 Mac

    Stammgast

  • Foren Mod
  • 3.671 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe

  • Kampfkunst:
    Taekwondo
Offline

Geschrieben 18 März 2012 - 11:43 Uhr

Hi zusammen,

betrachtet das Thema doch einmal nicht unter dem rein politischen Gedanken.

Jeder kennt vermutlich Geschichten, bei denen Leute vor die Tür gesetzt wurden. Am Ende des Tages ging es dabei um den Menschen, der aus welchem Grund auch immer unlieb geworden ist.

Vergleiche ich solche Geschichten mit der Fragestellung, ob ein Verein mit vielen Mitgliedern - vielleicht auch vielen jugendlichen Mitgliedern - durch einen einzelnen in Verruf gerät oder derjenige das Vereinsleben zur Saat seiner Ideologie nutzen will, dann scheint mir die Antwort auf die Frage, ob er im Verein verbleiben soll, schnell beantwortet zu sein.

Oder - um es einmal darwinistisch zu betrachten: ist ein einzelner soviel Vereinsaufwand zu lasten anderen - unproblematischerer - wert, wenn es noch 50 oder mehr andere Teilnehmer gibt, die schlicht und ergreifend ihrem Hobby nachgehen wollen und die sich entspannen wollen? Muss ein normaler e.V. neben der von den Eltern gewünschten Erziehung der Kinder auch noch andere Aufgaben leisten? Oder kann man nicht einfach einmal sagen

"Bei uns im Verein gibt es keine Sozialarbeiter oder Psychologen etc, die entsprechende Erfahrungen haben, deshalb wollen wir derartiges garnicht erst leisten?"

Ich persönlich halte das für legitim.

Provokant

Mac
Renne um Dein Leben, wenn ich lächele.

Wie soll ich wissen was ich denke, bevor ich lese was ich schrieb?

Ich wollte mich eigentlich geistig mit Dir duellieren, doch ich sehe Du bist unbewaffnet.

#33 DfnSake

    Stammgast

  • Members
  • 575 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Interests:Tattoos, Zeichnen / Malen, Kunst im Allgemeinen, Musik (Punk, Hardcore, Blues, teilweise Country/Folk), Japan, indigene Völker (und deren Körperschmuck, Initiationsriten und Kultur),

  • Kampfkunst:
    Shinkendo
Offline

Geschrieben 18 März 2012 - 12:50 Uhr

Stimmt. evtl. sehe ich das zu sehr auf die politische Ebene beschränkt. Ich finde es durchaus akzeptabel, wenn sich ein Verein nicht als (Re-)Sozialisierungsstätte sieht. Allerdings ist es ja auch (imo) eine Art Pflicht von gesellschaftlichen Zusammenschlüssen, in einem gewissem - vertretbarem - Rahmen füreinander Sorge zu tragen ud gerade beim Thema Jugendliche/Kinder kann man ja auch noch ein bisschen lenken.
Man kann zeigen, daß man für Leistung noch mehr Anerkennung bekommt, als z.B. für's Verprügeln von Rentnern.

greetz

Sake
all this time wishing our voices could be heard,
now we finally have a voice
and no one says a fu**ing word.
so let's scream as loud as we can
and make it fu**ing break,
and let nothing stand in our way.

"Revival Never Goes Out Of Style" - Walls Of Jericho

#34 Rakoshi

    Alter Hase

  • Members
  • 255 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe
Offline

Geschrieben 18 März 2012 - 13:18 Uhr

@ Mac

Zitat

Vergleiche ich solche Geschichten mit der Fragestellung, ob ein Verein mit vielen Mitgliedern - vielleicht auch vielen jugendlichen Mitgliedern - durch einen einzelnen in Verruf gerät oder derjenige das Vereinsleben zur Saat seiner Ideologie nutzen will, dann scheint mir die Antwort auf die Frage, ob er im Verein verbleiben soll, schnell beantwortet zu sein.

Oder - um es einmal darwinistisch zu betrachten: ist ein einzelner soviel Vereinsaufwand zu lasten anderen - unproblematischerer - wert, wenn es noch 50 oder mehr andere Teilnehmer gibt, die schlicht und ergreifend ihrem Hobby nachgehen wollen und die sich entspannen wollen? Muss ein normaler e.V. neben der von den Eltern gewünschten Erziehung der Kinder auch noch andere Aufgaben leisten? Oder kann man nicht einfach einmal sagen

Ich hoffe, dass ich dich falsch verstanden habe.
Man sollte einen richtig guten Grund für einen Ausschluss haben und nicht jemanden aufgrund von Antipathien ausschließen.

Ich möchte nur an die Situation in den ´60 erinnern in den USA. Wie war das mit den Schwarzen? Oh, es ist natürlich viel unproblematischer Weiße untereinander zu unterrichten, als einen Schwarzen zu zulassen. Der die Weißen in Verruf bringen konnte.

Wer sich also für einen Ausschluss einer Person entscheidet, sollte wirklich sachliche Gründe haben, ansonsten geht es verdammt schnell in Richtung Diskriminierung und das sollte man sich als Verein doch überlegen.

Ich bin für Offenheit und scheue mich nicht vor Problemfällen. Ich habe einen Jungen, der adoptiert aus Russland kommt. Er hat aufgrund seiner Geschichte deutliche soziale Defizite. Ein anderer Junge hat eine mieserable Koordinationsgabe, so dass einige Andere nicht mehr mit ihm trainieren wollen.
Soll ich ihn dafür nach Hause schicken?

Natürlich ist Rechtsextremismus, oder Linksextremismus, ein Problem. Aber wenn wir jedem die Chance sofort nehmen, etwas auch an seiner Einstellung zu verändern, ihm einen anderen Blickwinkel zu ermöglichen. Dann sind wir im Kastensystem, in welches man immer auf der Stufe bleibt, in der man geboren wurde, ohne Möglichkeit einer Entwicklung.

Vorurteile sind für mich eine Ausrede und eine Chance hat wohl jeder verdient. Weil irgendwann brauchen wir die Chance genauso und dann sind wir froh, wenn man uns diese gewährt.

Wer sich dann nicht benehmen kann, der ist draussen. Aber wir gehen mit jedem Schüler ein Risiko ein und ich bin mir nicht sicher, welcher Schüler mehr Wert ist. Ob man ein Unrecht mit 50 fachem Recht ausgleichen kann. Das muß jeder für sich entscheiden.

Meine Tür bleibt offen.

Bearbeitet von Rakoshi, 18 März 2012 - 13:19 Uhr.

www.kungfu-emsdetten.de
www.lee-kamwing.de

#35 Drax

    Stammgast

  • Lehrende und Funktionäre
  • 990 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Oberhausen
  • Interests:Kampfkunst, Fitness und Gesundheit, Musik

  • Kampfkunst:
    Taekwon-Do
Offline

Geschrieben 18 März 2012 - 18:15 Uhr

Ich habe schon mehrere Male (leider) nachdem persoenliche Gespraeche nicht gefruchtet haben Schueler aus meinem damaligen Verein rausgeschmissen, da sie mir die Gruppe tw. kaputt gemacht haben bzw. die Gruppe fast kaputt gemacht hatten.
Uebrigens waren das unpolitische Angelegenheiten :)

Drax

P.S.
Und ich wuerde es jederzeit wieder tun!
Don't dream it, be it!

#36 Rakoshi

    Alter Hase

  • Members
  • 255 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe
Offline

Geschrieben 18 März 2012 - 19:09 Uhr

@ Drax

Nach einem persönlichen Gespräch aufgrund von trifftigen Gründen, ist das völlig in Ordnung.
Ich weiß zwar nicht, wie eine Schüler eine Gruppe kaputt machen kann, aber dann ist die Entscheidung legitim.

Aber hattest du nicht auch mal schwierige Schüler, wo man sich mit der Zeit zusammengerauft hat und die dann mittrainieren konnten?
www.kungfu-emsdetten.de
www.lee-kamwing.de

#37 Drax

    Stammgast

  • Lehrende und Funktionäre
  • 990 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Oberhausen
  • Interests:Kampfkunst, Fitness und Gesundheit, Musik

  • Kampfkunst:
    Taekwon-Do
Offline

Geschrieben 19 März 2012 - 09:08 Uhr

@ Rakoshi:
Aber sicher und ich gebe jedem mindestens eine zweite Chance.

Da gabe es schon mal Probleme mit Drogen und mein Schüler konnte sich auf mich verlassen, hat bei mir Halt gesucht und den auch bekommen.
Wurde später ein hervorragender Kämpfer und ist heute Ingenieur.

Ein anderer hat sich selber einen DAN-Grad verliehen, weil er nicht an eienr Prüfung teilnehmen durfte (berechtigt).
Da er dann auch immer wieder versucht hat, Leute auf seine Seite zu ziehen habe ich über den Vereinsvorstand dafür gesorgt, das er gehen muss (nach mehreren vergeblichen Versuchen mit ihm zu sprechen).

Drax

P.S.
Besagte zweite Person hat dann ein halbes Jahr später den 5. DAN und einige Jahre später den 6.DAN von irgend einem Koreaner bekommen (natürlich gegen einen entsprechenden Obolus).
Das letzte was ich von ihm hörte war, das er sich in seinem eigenen Verband den 7.DAN verliehen hat.

Na ja, in meinem Stammbaum steht er immer noch als 3.DAN und dass wird auch immer so bleiben (ach ja, er wollte aus meinem Stammbaum entfernt werden, worauf ich ihm sagte, das es an jedem Baum auch faule Äpfel gibt ;) )

sorry, O.T.
Don't dream it, be it!

#38 DfnSake

    Stammgast

  • Members
  • 575 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Interests:Tattoos, Zeichnen / Malen, Kunst im Allgemeinen, Musik (Punk, Hardcore, Blues, teilweise Country/Folk), Japan, indigene Völker (und deren Körperschmuck, Initiationsriten und Kultur),

  • Kampfkunst:
    Shinkendo
Offline

Geschrieben 19 März 2012 - 09:26 Uhr

@Drax: Die Handhabe find ich gut. das einzige, was mich jetzt verwundert: In wie fern wäre ein drogensüchtiger (wozu ja auch die Volksjunkies Nr. 1 - Die Alkis zählen) ein Problem für die Gruppe, solange er nur trainiert und keine Drogen vor Ort verkauft?
Aber ich find's gut, dass dubdann da als Lehrer am Start bist. Gerade die ganzen Chemiejunkies können Hilfe gut brauchen. Sehr cool von dir. :)

greetz

Sake
all this time wishing our voices could be heard,
now we finally have a voice
and no one says a fu**ing word.
so let's scream as loud as we can
and make it fu**ing break,
and let nothing stand in our way.

"Revival Never Goes Out Of Style" - Walls Of Jericho

#39 Drax

    Stammgast

  • Lehrende und Funktionäre
  • 990 Beiträge
  • Geschlecht:männlich
  • Wohnort:Oberhausen
  • Interests:Kampfkunst, Fitness und Gesundheit, Musik

  • Kampfkunst:
    Taekwon-Do
Offline

Geschrieben 19 März 2012 - 15:28 Uhr

Hallo DfnSake

Da er am Anfang noch recht gut war, war er so was wie ein Vorbild für viele Jüngere und da kann das ganz schnell zum Problem werden.
Aber er hat den Dreh gekriegt und ich bin richtig stolz auf das, was er mittlerweile erreicht hat!

Ups, das mit dem Stolz war ja ein anderes Thema ;)
Drax
Don't dream it, be it!

#40 Rakoshi

    Alter Hase

  • Members
  • 255 Beiträge
  • Geschlecht:keine Angabe
Offline

Geschrieben 19 März 2012 - 21:15 Uhr

Zitat

(ach ja, er wollte aus meinem Stammbaum entfernt werden, worauf ich ihm sagte, das es an jedem Baum auch faule Äpfel gibt ../../../public/style_emoticons/default/wink.png )

Die Sichtweise ist echt cool und ich werde mir das zu Herzen nehmen. Danke :)
www.kungfu-emsdetten.de
www.lee-kamwing.de