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FAQ Sportverletzungen


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15 Antworten in diesem Thema

#1 Tigermoni

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Geschrieben 05 Juli 2004 - 02:00 Uhr

Hallo zusammen,

da sich einige Fragen im Forum wiederholt stellen, ist eine Liste von häufig gestellten Fragen und deren Beantwortung in Arbeit.
Sie wird laufend aktualisiert und erweitert.
Vorschläge und Wünsche von Eurer Seite sind herzlich willkommen!

Viele Grüße,
Moni

Bearbeitet von Tigermoni, 06 August 2004 - 18:14 Uhr.

Nenne keinen weise, ehe er nicht bewiesen hat, dass er eine Sache von wenigstens acht Seiten her beurteilen kann.
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#2 Tigermoni

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Geschrieben 03 August 2004 - 13:39 Uhr

Bänderriss

Ursache/Risikofaktoren

Ein Gelenk besteht aus zwei Skelettanteilen, die beweglich miteinander verbunden sind. Es bekommt seine Stabilität insbesondere durch die ihm anliegenden Bänder, seine Gelenkkapsel und durch die Muskeln, die es überspannen. Bänder und Kapsel werden gemeinsam auch als Kapselbandapparat bezeichnet, da sie häufig fest miteinander verbunden sind.
Eine Überschreitung der normalen Bewegungsgrenzen eines Gelenkes kann zu einem Bänderriss führen. Hierbei werden zumeist bei starken unerwarteten Dreh- oder Dehnungsbelastungen eines oder mehrere Gelenkbänder derart überlastet, dass es zu einem Riß (Ruptur) der Faserstrukturen kommt. Dieser Verletzungsmechanismus einer Zerrung, die in der Fachsprache als Distorsion bezeichnet wird, ist die häufigste Art der Gelenksverletzung überhaupt. Hierbei muss es jedoch nicht immer zur vollständigen Durchtrennung eines Bandes kommen. Je nach Stärke der Fehlbelastung kann auch eine leichte Dehnung, eine Bandteilruptur mit Riß einzelner Faserbündel oder ein kompletter Abriß die Folge sein.

Krankheitsbild

Ein Bänderrisses äußert sich wie auch die oben erwähnten harmloseren Folgen einer Gelenksverletzung durch Ruheschmerz, Schwellung, Bluterguß (Hämatom), Druckschmerzhaftigkeit sowie Bewegungseinschränkung des verletzten Gelenkes. Diese Krankheitszeichen können jedoch sehr verschieden ausgeprägt sein, so dass das wahre Verletzungsausmaß oft harmloser ist, als dies der starke Schmerz vermuten läßt. Umgekehrt verbirgt sich nicht selten hinter geringen Beschwerden ein kompletter Abriss eines Bandes, der den Betroffenen z.B. nicht daran gehindert hat, ein Fußballspiel zu Ende zu spielen. In besonders schweren Fällen kann auch eine Fehlstellung der Gelenkflächen zueinander sichtbar sein.

Erste Hilfe

Das betroffene Körperteil muss ruhig gestellt, hoch gelagert und gekühlt werden. Falls verfügbar, kann eine elastische Binde straff angewickelt werden. Durch diese Maßnahmen wird die Schwellung eingedämmt und das Gelenk ruhiggestellt. Die absolute Schonung des verletzten Gelenkes versteht sich von selbst; der Betroffene sollte sich stützen oder tragen lassen. Ein Arzt muß baldmöglichst aufgesucht werden.

Auswirkungen

Unbehandelte Bänderrisse haben eine Instabilität des Gelenkes zur Folge. Dadurch kommt es immer wieder zu weiteren Fehlbelastungen wie z.B. Umknicken des Fußes, was auf Dauer zu einem vorzeitigen Verschleiß des Gelenkknorpels (Arthrose) führt. Dieser Zustand ist nicht umkehrbar und muss daher unter allen Umständen vermieden werden. Die Wahl der geeigneten Behandlung (konservativ oder operativ) und eine frühzeitige Mobilisierung unter fachkundiger Anleitung sind hierfür grundlegende Voraussetzung.

Erkennung/Untersuchungen

Endgültig lässt sich ein Bänderriss nur mit Hilfe spezieller Röntgenaufnahmen (gehaltene Aufnahmen) feststellen. Dabei wird die Stabilität des Gelenkes beurteilt. Bei intaktem Band ist das Gelenk stabil und nur wenig aufklappbar. Liegt jedoch ein Bänderriss vor, so kann der Arzt den Gelenkspalt deutlich aufklappen, was durch Winkelmessungen auf dem Röntgenbild geprüft wird.
Eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) und neuerdings auch die Kernspintomographie geben in bestimmten Fällen genaueren Aufschluß, sie sind jedoch mit ungleich größerem Aufwand verbunden. Die möglichst verlässliche Klärung des Verletzungsausmaßes ist jedoch nötig, um die richtige Therapie zu wählen.

Therapie

Grundsätzlich stehen zwei Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung: Erstens die Ruhigstellung des Gelenkes in einem elastischen Stützverband oder durch einen Gips, was als konservative Therapie bezeichnet wird. Zweitens die operative Versorgung mit Bandnaht oder Bandersatz (Bandplastik). Welcher Therapieweg eingeschlagen wird, hängt nicht nur vom Ausmaß des Schadens ab, sondern auch davon, welches Gelenk betroffen ist und wie stark es in der Zukunft beansprucht werden soll. Im Anschluß an die Ruhigstellung folgt die frühzeitige Mobilisierung des Gelenkes unter krankengymnastischer Anleitung.

Bänderriss am oberen Sprunggelenk

Mit Abstand die meisten Bandverletzungen finden sich im oberen Sprunggelenk, welches Schien- und Wadenbein mit den Fußwurzelknochen verbindet. Die Haltebänder verlaufen an diesem Gelenk seitlich innen und außen. Der typische Unfallhergang ist das seitliche Umknicken des Fußes nach außen, wobei eines oder mehrere der 3 Außenbänder zerstört werden können. Entsprechend wird beim Umknicken nach innen das Innenband in Mitleidenschaft gezogen.

aus: www.g-netz.de

Wichtiger Hinweis

"Gesundheit A-Z" kann keinesfalls eine ärztliche Beratung ersetzen. Fragen Sie daher bei starken Beschwerden, auffälligen körperlichen Verände-
rungen oder vor der Einnahme von Medikamenten unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker. Speziell Schwangere und chronisch Kranke müssen bei der Anwendung bestimmter Arzneimittel aufpassen!



Bearbeitet von Tigermoni, 06 August 2004 - 17:42 Uhr.

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#3 Tigermoni

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Geschrieben 03 August 2004 - 13:57 Uhr

Muskelkater

Zusammenfassung

Muskelkater – verzögerter Muskelschmerz von etwa einwöchiger Dauer – tritt bevorzugt nach ungewohnten Abbremsbewegungen auf, bei denen der arbeitende Muskel durch äußere Kräfte gedehnt wird (exzentrische Kontraktionen). Diese Kräfte führen zu Sarkomereinrissen bei einem Teil der Fasern vor allem im Bereich der Z-Scheiben. Der Schmerz entsteht sekundär vermutlich durch Autolyse der zerstörten Faserstrukturen und Ödeme. Eine seltenere Form gibt es nach langdauerndem intensiven Stoffwechsel wie zum Beispiel nach Marathonläufen; hierbei lassen sich Entzündungsreaktionen mit Leukozyteneinwanderung nachweisen. Muskelkater ist durch die gleiche Bewegung für mehrere Wochen nicht erneut auslösbar. Er hinterlässt keine bleibenden Schäden. Er wird durch Dehnen und leichte dynamische Arbeit gemildert. Eine sicher wirksame medikamentöse Behandlung gibt es nicht.

Jedermann kennt Muskelkater (das Wort ist eine Verballhornung von Katarrh) und glaubt zu wissen, dass er durch Milchsäure verursacht wird. Letzteres ist eine durch nichts belegte Spekulation. Diese Vorstellung hat sich aber auch in der Sportmedizin lange gehalten, weil über die Pathophysiologie von Muskelkater bis 1980 nur wenig bekannt war. Intensive Forschungen in den letzten 20 Jahren unterstützen überwiegend die These von Mikrotraumen als Erstursache; dagegen sind die Sekundärreaktionen, die zu den verzögerten Schmerzen führen, noch umstritten.

Symptomatik und Auslösebedingungen

Im Gegensatz zu Ermüdungsschmerzen, die während des Sports auftreten, beginnt Muskelkater frühestens einige Stunden nach ungewohnten oder besonders intensiven Belastungen. Die Muskeln schwellen, sind steif, hart, kraftlos und druckempfindlich; die Bewegungsradien der beteiligten Gelenke verkleinern sich. Schmerzen bei (vor allem isometrischen) Kontraktionen haben nach ein bis drei Tagen ihren Höhepunkt und dauern etwa eine Woche an.
Zu Muskelkater kommt es unter Bedingungen, denen eine unvollkommene intramuskuläre Koordination gemeinsam ist:
- ungewohnte körperliche Aktivität nach langer Pause,
- neue, noch nicht perfekt beherrschte Bewegungen bei sonst gut trainierten Sportlern (zum Beispiel eine neue Turnübung),
- besonders starke Belastungen (zum Beispiel im Wettkampf) bei trainierten Sportlern (Ermüdung verschlechtert die Koordination),
- epileptische (tonisch klonische) Krämpfe.

Ursachen

Als Ursache des Muskelkaters werden Schäden an Muskelzellen (eventuell zusätzlich auch Bindegewebsstrukturen) durch zu hohe mechanische (Verletzungshypothese) oder metabolische (Stoffwechselhypothese) Belastungen angesehen. Diese Anfangsschäden können nur subtil sein, da unmittelbar kein Schmerz verspürt wird.
Viel diskutiert, aber als Schädigungsursachen ebenso unbewiesen wie die Wirkungen von Milchsäure sind Radikaleffekte bei intensivem Stoffwechsel. Hierbei wie auch bei Verletzungen könnte Calcium eine Rolle spielen, das Proteasen und Lipasen aktiviert, die zum Beispiel das Zellskelett und die Membranbestandteile angreifen. In jedem Fall ist der verspätete Schmerz nur durch Folgereaktionen, die Zeit benötigen, zu erklären.
Ob eine Stoffwechselstörung oder eine Verletzung den Muskelkater verursacht, müsste sich eigentlich leicht durch eine Analyse der Muskelkater auslösenden Kontraktionen feststellen lassen. Die Frage ist, ob sie hohe Energieumsätze oder große Kräfte erfordern.
Man unterscheidet zwischen konzentrischer, isometrischer und exzentrischer Muskelbeanspruchung. Bei der konzentrischen (auch iso- oder auxotonischen) Kontraktion (zum Beispiel Muskelverkürzung mit Heben eines Gewichts) wird mechanische Arbeit mit oft großem Energiebedarf geleistet. Sehr hohe Energieumsätze mit teils anaerobem Stoffwechsel und dadurch massiver Milchsäureübersäuerung finden sich bei intensiven konzentrischen Kontraktionen über einige Minuten (zum Beispiel bei Mittelstreckenläufen); sie sind aber nicht als typische Muskelkaterverursacher bekannt. Dagegen beobachtet man Muskelkater häufig nach ausgesprochenen Ausdauerbelastungen wie Marathonläufen. Hierbei kommt es weder zu starken Kräften noch zu hohen Milchsäurekonzentrationen, jedoch zu einer Erschöpfung der Energievorräte im Muskel.
Bei der isometrischen Kontraktion (statische Kraftentwicklung ohne Muskelverkürzung, zum Beispiel Drücken gegen eine Wand) werden hohe Maximalkräfte erreicht bei nur geringen Energieumsätzen, da sie nur wenige Sekunden dauern. Muskelkater kommt vor, wird aber nicht regelmäßig beobachtet.
Bei der exzentrischen Kontraktion bremst der Muskel die durch eine äußere Kraft erzwungene Dehnung, zum Beispiel wenn man nach einem Sprung wieder landet. Dabei nehmen die Fasern von außen mechanische Arbeit auf (so genannte negative Arbeit), die sie größtenteils in Wärme verwandeln. Die Stoffwechselbeanspruchung ist sehr klein. Bei maximaler Ausbelastung ist die Blut-Milchsäure-Konzentration nach exzentrischen Kontraktionen niedriger als nach konzentrischen. Beim Abbremsen kann der Muskel aber die höchsten Kräfte entwickeln, weil elastische Bestandteile von Fasern und Bindegewebe wie Federn wirken und möglicherweise mehr Aktin-Myosin-Brücken als bei anderen Kontraktionsformen gleichzeitig vorhanden sind. Hierbei treten für alle Strukturen besondere Belastungen auf.
Genau unter diesen Bedingungen kommt es am häufigsten zu Muskelkater. In fast allen Veröffentlichungen über exzentrische Kontraktionen wird er als Begleitphänomen erwähnt. Besonders stark ist er zum Beispiel nach ungewohntem Bergablaufen. Die Kraft ist hierbei bezogen auf die Einzelfaser stets höher als bei absolut gleicher positiver Arbeit (im Beispiel Bergauflaufen): Da die einzelnen Fasern bei exzentrischer Kontraktion mehr Kraft als bei konzentrischer entwickeln, werden weniger Fasern rekrutiert, aber entsprechend stärker belastet; deshalb besteht auch eine erhöhte Verletzungsgefahr. Das Risiko ist besonders groß, wenn mangelnde zeitliche Koordination zwischen den motorischen Einheiten einzelne Fasergruppen allein den hohen Kräften aussetzt.

Aktuelle pathophysiologische Konzepte

Da die Schäden bereits unmittelbar nach den exzentrischen Kontraktionen beobachtet wurden, sind (intrazelluläre) Mikroverletzungen für diese Muskelkaterform die inzwischen weithin akzeptierte Ursache. Man spürt unter anderem zunächst nichts, weil die Schmerznervenendigungen extrazellulär im Bindegewebe liegen. Möglicherweise ist eine hohe Dehnungsgeschwindigkeit entscheidender als die maximale Kraft. Einzelne schwächere Sarkomere könnten dabei stärker gedehnt werden und zerreißen, wenn sie wegen fehlender Überlappung der Aktin- und Myosinfilamente keine aktive Kraft mehr entwickeln. Dafür spricht auch, dass sich stärkere Schmerzen und sonstige Schäden (Kraftverlust, Schwellung, Bewegungseinschränkung, Kreatinkinaseanstieg) auslösen lassen, wenn die exzentrischen Kontraktionen an vorgedehnten Muskeln durchgeführt werden.
Von einigen Autoren wird berichtet, dass die Schäden in schnellen (Typ II) Fasern stärker ausgeprägt sind. Man kann sich gut vorstellen, dass bei einer starken Bremsung die schnellen Fasern zunächst allein die Kraft abfangen müssen, da die langsamen Fasern mehr Zeit zur Kontraktion brauchen. Bei einer verbesserten intramuskulären Kontraktion werden die langsamen motorischen Einheiten früher innerviert, sodass alle Muskelfasern gleichzeitig ihren Kontraktionsgipfel erreichen.
Eine Mangeldurchblutung als Ödemfolge könnte den Schmerz verstärken. Zusätzlich wird eine Verspannung als Schmerzfolge diskutiert.

Vorbeugung und Therapie

Die beste Vorbeugung ist ein Muskelkater, der kurze Zeit zurückliegt. Diese Wirkung hält viele Wochen an. Erklärungen hierfür sind eine verbesserte Koordination (Einsatz von mehr Fasern, zeitliche Abstimmung), eine verstärkte mechanische Belastbarkeit oder sogar eine Zerstörung besonders empfindlicher Muskelfasern. Circa zehn maximale exzentrische Kontraktionen sollen bereits zum Schutz ausreichen, ohne Schmerzen auszulösen. Andererseits dürfte es sinnvoll sein, große Kräfte und starke Bewegungsausschläge am Anfang einer neuen sportlichen Aktivität zu vermeiden und die Belastung nur langsam von Mal zu Mal zu steigern, bis die Koordination verbessert ist. Gründliches Aufwärmen, Dehnen und Massagen werden vorbeugend eingesetzt, doch nur bei Ersterem gibt es Hinweise auf einen Effekt. Die Einnahme von Vitamin C und E hat ebenfalls keine eindeutig vorbeugende Wirkung.
Als Therapie ist bei einer Verletzung als Ursache Schonung zu empfehlen. Auf jeden Fall sollte man hohe Kraftbelastungen vermeiden. Wiederholung der Muskelkater auslösenden Bewegungen mit geringerer Kraft und Dauer am folgenden Tag verringert die Maximalkraft kurzfristig und verzögert den Anstieg der CK; leichtes Hanteltraining über mehrere Tage beschleunigt die Krafterholung . Vorübergehend lässt sich der Bewegungsschmerz durch vorsichtiges passives Dehnen oder durch leichte konzentrische Arbeit abschwächen. Möglicherweise beruht dies wie auch die Wirkung der oft empfohlenen Wärmebehandlung auf Krampflockerung oder Ödemausschwemmung. Eine Kryotherapie innerhalb der ersten Stunden, hyperbare Oxygenation, Infrarotbestrahlung und Massage haben sich als wirkungslos erwiesen. Letztere ist bei einer frischen Verletzung sowieso kontraindiziert.
Eindeutig wirksame Medikamente gegen Muskelkater, seien es Muskelrelaxanzien, nichtsteroidale Antiphlogistika, Antioxidanzien oder Aminosäuren, wurden bisher nicht gefunden.
All dies spricht dafür, dass beim „klassischen“ verletzungsbedingten Muskelkater meist weder Entzündungen noch Radikalschäden eine Rolle spielen. Bei der schnellen spontanen Abheilung kann man sich normalerweise Behandlungsmaßnahmen, die über Trainingsumstellung und Wärmeanwendungen in der akuten Phase hinausgehen, ersparen.

(Autor: D. Böning; Quelle: Ärzteblatt)

Bearbeitet von Tigermoni, 06 August 2004 - 21:24 Uhr.

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#4 Tigermoni

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Geschrieben 03 August 2004 - 14:22 Uhr

Ausgerenkte Kniescheibe

Echte unfallbedingte (traumatische) Verrenkungen (Luxationen) sind eher selten. Typischerweise kommt es hierbei beim Sport zu einer Verstauchung des Kniegelenkes mit starker Kontraktion des Oberschenkelmuskels. Auch durch das Einwirken starker direkter Gewalt, beispielsweise im Rahmen eines Sturzes, kann es zur Patellaluxation kommen. Bedeutsamer als traumatische Veränderungen sind jedoch entwicklungsbedingte Formabweichungen der Gelenkkörper und am Streckapparat. Zu den luxationsfördernden Formabweichungen zählen z.B.

- Hochstand der Kniescheibe
- Fehlformung des Gleitlagers mit Abflachung der äußeren Oberschenkelgelenkfläche
- Formveränderungen der Kniescheibe
- vermehrtes "X-Bein" mit Zugrichtung des Oberschenkelmuskels nach außen
- angeborene Schwäche des Kapsel-Band-Apparates.
- erworbene Veränderungen wie ein Schwund oder Lähmung des inneren Teils des Oberschenkelmuskels
- Gelenkdeformitäten nach Trauma oder Infektion können die Luxation begünstigen.

Symptomatik

Die Verletzten klagen in der Regel über Schmerzen im Bereich des Kniegelenkes, typischerweise mit der Ausbildung eines Ergusses einhergehend. Das Kniegelenk wird häufig in Beugestellung gehalten, wodurch die meist nach lateral luxierte Patella zu einer sichtbaren Deformität des Kniegelenkes führt. Beim Versuch, das Kniegelenk zu strecken, kommt es häufig zu einem sicht- und fühlbaren "Schnappen" mit dem subjektiven Gefühl des Wiedereinrenkens der Kniescheibe.

Befragung

Wichtig sind Angaben wie plötzliches Wegknicken und Hinstürzen ohne Trauma bei Drehbewegungen. Wiederholte Luxationen werden vom Verletzten in der Regel spontan angegeben.

Klinische Untersuchung

Die meist nach seitlich luxierte Patella führt zu einer sicht- und tastbaren Deformität des Kniegelenkes besonders in Beugestellung.
Wichtig ist die Beurteilung der Verschieblichkeit der Kniescheibe im Seitenvergleich.

Therapie

Konservativ

Nach erster Ausrenkung ohne knöcherne Verletzung kann eine konservative Behandlung angezeigt sein. Nach Wiedereinrenkung sollte eine ca. 3 wöchige Ruhigstellung im Oberschenkelgips erfolgen. Wichtig ist eine krankengymnastische Übungstherapie zum Auftrainieren der Oberschenkelmuskulatur, insbesondere des M. vastus medialis. Die Kräftigung dieses Muskels führt zu einer Besserung der Seitwärtstendenz. Ultraschall, Iontophorese und eine kurzzeitige entzündungshemmende Medikation können ebenso hilfreich sein. Die Punktion eines großen Blutergusses ist sinnvoll einerseits zur Besserung der Schmerzsymptomatik, andererseits können evtl. Fettkörperchen Hinweise auf eine mögliche Fraktur liefern.

Operativ

Im Falle von mehrfachen Luxationen sollte eine operative Behandlung erfolgen. Bei dem Verfahren nach Ali Krogius wird aus dem zu weiten medialen Kniescheibenband ein 1 cm breiter Kapsellappen geschnitten, um die Kniescheibe herumgeschlagen und seitlich in einen entsprechenden Schnitt eingenäht. Der mittige Kapseldefekt wird durch Raffnaht verschlossen. Dieses bewirkt eine passive Verschiebung der Patella nach medial. Bei der Operation nach Insall und Green wird die Patella nach seitlicher Bandspaltung mit dem Streckapparat unter das abgetrennte mittlere Band und den M. vastus medialis verlagert, so daß eine aktive Zügelung der Patella nach mittig resultiert (mediale Raffung).





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Geschrieben 06 August 2004 - 17:41 Uhr

Bandscheibenvorfall
(diskusprolaps = Nucleus pulposus-Hernie)

Die Bandscheibe ist eine Art Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern. Sie besteht aus einer gallertartigen Masse (Gallertkern, Bandscheibenkern, Nucleus ), die von einer stabilen Bindegewebshülle (Anulus fibrosus) umgeben ist. Reißt die Bindegewebshülle, so kann es zu einer Vorwölbung des Bandscheibenkerns aus dem Zwischenwirbelraum oder zur Abtrennung von Teilen des Bandscheibenkerns kommen. Dann besteht ein Bandscheibenvorfall (Prolaps).

Ist die Bindegewebshülle zwar noch intakt, aber schon etwas „ausgeleiert", kann sich der Bandscheibenkern nach außen „vorbuckeln", was ebenfalls sehr schmerzhaft ist. Dies wird als Bandscheibenprotrusion (Vorwölbung) oder oft auch als Hexenschuss (Lumbago) bezeichnet.

Am häufigsten betroffen von einem Bandscheibenvorfall oder einer -portrusion sind die letzte und vorletzte Lendenwirbelbandscheibe, seltener die Bandscheiben der unteren Halswirbelsäule. Meist treten solche Ereignisse zwischen dem 25. und 45. Lebensjahr auf.

Ursachen/Risikofaktoren

Die Bindegewebshülle um die Bandscheibe wird mit dem Alter anfälliger für Risse. Wenn die Bindegewebshülle zerreißt, kann der Gallertkern der Bandscheibe aus dem Zwischenwirbelraum austreten und auf Rückenmarksnerven oder Gelenkkapseln der kleinen Wirbelgelenke drücken.


Ursachen für den Bandscheibenvorfall und die Bandscheibenvorwölbung sind:

- chronische oder plötzliche Überbelastung bei vorgeschädigter Bandscheibe
- Fehlhaltung und Fehlbelastung über längere Jahre
- Bewegungsmangel
- Neigung zu frühzeitigem Verschleiß, was individuell sehr unterschiedlich sein kann

Krankheitsbild

Ein Bandscheibenvorfall kündigt sich häufig durch gelegentliche Rückenschmerzen an, die oft im Sitzen oder beim Heben schwerer Gegenstände auftreten. Der akute Bandscheibenvorfall tritt meist sehr plötzlich auf. Man kann z. B. auch im Schlaf oder morgens beim Aufstehen „überrascht" werden. Es genügt manchmal schon eine einfache Drehung, wenn eine Vorschädigung besteht. Der Vorfall ist die Folge von bereits über längere Zeit ablaufenden Veränderungen an der Bandscheibe.

Symptome sind:

- Schmerzen
- schmerzbedingte Bewegungseinschränkungen
- Muskelverspannungen
- Gefühlsstörungen
- Nervenausfälle mit Lähmungserscheinungen

Gefühlsstörungen äußern sich z. B. als Kribbeln und Taubheitsgefühl; Nervenausfälle führen zu Lähmungserscheinungen, die auf eine bestimmte Körperregion beschränkt sind – und zwar jene, die von dem betroffenen Rückenmarksnerven versorgt wird. Das gleiche gilt für den Schmerz, der meist stechend und ziehend ist.

Auswirkungen

Folgen eines Bandscheibenvorfalls sind Muskelverspannungen, Bewegungseinschränkungen, Fehlhaltungen. Störungen der Nerven können vorübergehend oder auch langanhaltend sein. Es können sogar nicht mehr reparable Nervenschädigungen und Lähmungen auftreten. In schweren Fällen sind die Betroffenen gezwungen, ihren Beruf aufzugeben.

Erkennung/Untersuchungen

Wichtig für die Diagnose sind Leitsymptome wie Schmerzen und Gefühlsstörungen, die auf einen bestimmten Körperabschnitt beschränkt sind – sogenannte radikuläre Symptome.
Häufig sind Zusatzuntersuchungen erforderlich:
Röntgenaufnahmen: Sie zeigen Verschleißerscheinungen und Wirbelverschiebungen.
Computertomographie: zeigt mehr Details als die Röntgenaufnahme.
Kernspintomographie: Besitzt eine noch bessere Auflösung als die Computertomographie.
- Myelographie
- Elektromyographie
- Elektroneurographie

Therapie

Um die Nervenwurzeln zu schonen ist zunächst Bettruhe angezeigt, so lange bis die Schmerzen abklingen. Gleichzeitig erhält man eine medikamentöse Therapie zur Schmerzlinderung. Sind die Schmerzen abgeklungen, beginnt die physikalische Therapie.

Einen günstigen Effekt hat Kortison. Es verringert die Schwellung, nimmt damit den Druck von der Nervenwurzel und lindert den Schmerz oft schon innerhalb weniger Stunden. Zusätzlich können einfache Schmerzmittel wie z. B. Ibuprofen, Diclofenac hilfreich sein, die gleichzeitig antientzündlich wirken.

Physiotherapie
Wärmebehandlungen: Wärme steigert die Durchblutung und unterstützt den Abtransport von Entzündungssubstanzen. Muskeln werden gelockert, das Bindegewebe wird elastischer und die Gelenkschmiere flüssiger. Als Wärmeanwendungen bieten sich an: Warme Umschläge (z. B. feucht-heißer Heublumensack, Schlammpackungen, Fango) warmes Bad (mit Zusätzen, die Muskeln lockern wie z. B. Wacholder), Dampfbad, Infrarotlicht, Sauna.

Ultraschall: Ultraschallwellen erzeugen eine Vibration, wobei die Schallwellen etwa acht Zentimeter tief eindringen. Dies fördert die Durchblutung und lockert die Muskeln auch in tieferen Schichten. Auch Verklebungen, die durch alte Entzündungen entstanden sind, lösen sich. Vermutlich beeinflusst Ultraschall auch die Schmerzweiterleitung der Nerven.

Vorbeugung

Wichtig zur Vorbeugung eines erneuten Bandscheibenvorfalls ist der Aufbau und das Training der Rückenmuskulatur mit Hilfe von Krankengymnastik und Rückenschule, wo man auch den richtigen „Umgang" mit dem Rücken lernt.

Krankengymnastik
Hier werden unter anderem Dehnungsübungen zur Lockerung der Muskulatur mit aktiven Übungen zum Aufbau der Muskulatur kombiniert.

Rückenschule
Ebenfalls sehr empfehlenswert für Patienten mit häufig wiederkehrenden oder chronischen Rückenschmerzen. Sie lernen alltägliche Tätigkeiten auszuführen, ohne dabei den Rücken unnötig zu belasten. Beispiel: Beim Heben den gebeugten Rücken nicht durchstrecken. Zum Heben vorher in die Knie gehen und die Kraft der Oberschenkel nutzen.

Häufige Fragen

Ich hatte vor längerer Zeit einen Bandscheibenvorfall und habe seitdem ständig Probleme mit dem Rücken. Kann mir eine Bandscheibenoperation helfen?
Operationen bei chronischen Rückenschmerzen führt man heute allgemein viel zurückhaltender durch als früher. Bei chronischen Schädigungen der Bandscheibe bestehen mitunter ausgedehnte Schädigungen der Nervenwurzel. Auch wenn die Nervenwurzel durch eine Operation entlastet wird, kann eine postoperative Besserung nicht garantiert werden.

Wie kann ich mich vor einem Bandscheibenvorfall schützen?
Zu den Risikofaktoren zählen schweres Heben, Bewegungsmangel und langjährige Fehlhaltungen. Es gibt aber auch Menschen, die einfach frühzeitig Verschleißerscheinungen an den Bandscheiben haben, was wahrscheinlich anlagebedingt ist. Ein guter Schutz ist das Training der Rückenmuskulatur, um der Wirbelsäule einiges an Haltearbeit abzunehmen. Besuchen Sie eine Rückenschule. Dort lernen Sie, wie man sich „rückengerecht benimmt".

Darf ich nach einem Bandscheibenvorfall noch Sport treiben?
Eine vernünftige und gemäßigte sportliche Betätigung ist sogar empfehlenswert. Allerdings sollte man Sportarten, welche die Wirbelsäule unnötig stark belasten meiden. Dazu zählen z. B. Tennis, Badminton, Squash, Reiten, Skiabfahrt , Kunstturnen oder Turmspringen. Besonders empfehlenswert sind dagegen Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Skilanglauf, Wandern. Wer an der Bandscheibe operiert wurde, sollte erst nach etwa drei Monaten mit einem leichten Training beginnen.

Die Wirbelsäule des Menschen wird durch den aufrechten Gang ein Leben lang außergewöhnlich stark beansprucht. Dementsprechend gehören gesundheitliche Probleme mit der Wirbelsäule zu den häufigsten Gesundheitsstörungen überhaupt. Sie werden durch zusätzliche berufliche und sportliche Überbelastungen noch gefördert. Rechtzeitig gezielte Gymnastik und Rückenschule können diese Probleme mildern.

aus: www.g-netz.de

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Geschrieben 06 August 2004 - 18:11 Uhr

Verstauchungen
(auch: Kapsel-, Bandverletzungen)

Zusammenfassung

Bei der Verstauchung (Distorsion), einer typischen Sportverletzung, kommt es aufgrund einer "Überbewegung" zu einer Verletzung von Kapseln und Bändern des betroffenen Gelenkes. Wenn keine Begleitverletzungen des Knochens vorliegen, dann erfolgt die Behandlung in der Regel konservativ, also nicht operativ. Bei jungen und aktiven Leistungssportlern sowie bei einer bestehenden Instabilität des Gelenks kommt eventuell eine operative Behandlung infrage.

Die Prognose von unkomplizierten Distorsionen ist prinzipiell gut, die völlige Wiederherstellung auch der Sporttauglichkeit wird meist spätestens innerhalb von drei Monaten erreicht.

Allgemeines

Verstauchungen (Distorsionen) treten vor Allem bei sportlichen Aktivitäten auf und zählen dort mit zu den häufigsten Verletzungen. Dabei sind die Distorsionen des oberen Sprunggelenks in den sportmedizinischen Praxen besonders häufig zu sehen. Mit dem Begriff "Distorsion" wird dabei in erster Linie der Verletzungsmechanismus, und nicht die Verletzung selbst beschrieben.

Bei einer Distorsion kommt es durch Gewalteinwirkung auf ein Gelenk zu einer Bewegung, die den physiologischen Bewegungsspielraum des Gelenks überschreitet. Der Kapsel- und Bandapparat des Gelenks wird dabei geschädigt. Zudem hängt das Ausmaß der Schädigung von der Stärke der Gewalteinwirkung ab. So werden bei leichteren Verstauchungen die Faserstrukturen lediglich überdehnt, während es bei stärkeren Gewalteinwirkungen zum teilweise oder gar kompletten Riss der Gelenkkapsel oder der Bänder kommen kann. Die Folge: Eine mehr oder weniger ausgeprägte Instabilität des betroffenen Gelenks.

Symptome

Das Leitsymptom der Distorsion ist in erster Linie der Schmerz, sehr häufig findet sich auch eine ausgeprägte Gelenkschwellung. Die Belastung des Gelenks ist zwar schmerzhaft aber dennoch möglich. Sollte das betroffene Gelenk jedoch nicht mehr belastbar sein, muss von einer begleitenden Verletzung der knöchernen Gelenkanteile (Fraktur) ausgegangen werden. Je nach Ausmaß des Traumas besteht außerdem oft eine pathologische Instabilität des Gelenks.

Therapie

Sofortmaßnahmen

Nach einer Verstauchung sollte das betroffene Gelenk geschont werden. Zur Schmerzbehandlung und zur Minimierung von Hämatomen, also Blutergüssen, hat sich die Auflage eines Eisbeutels bewährt. Zusätzlich kann das Gelenk hoch gelagert werden. Ein stützender Verband stabilisiert das Gelenk und hält durch eine gewisse Kompression das Ausmaß der Gelenkschwellung in Grenzen.

Die weitere Behandlung sollte unbedingt durch einen Arzt erfolgen. Mit einer sorgfältigen körperlichen Untersuchung, die durch Röntgenaufnahmen und gegebenenfalls CT-und Kernspinuntersuchungen ergänzt werden, können Begleitverletzungen z.B. des Knochens sowie eine abnorme Gelenkbeweglichkeit ausgeschlossen werden. Sind keine Begleitverletzungen vorhanden, erfolgt eine konservative Therapie. Eine Operation ist in diesen Fällen also nicht erforderlich. Bei der konservativen Therapie wird das betroffene Gelenk für ein bis zwei Wochen stabilisiert und somit geschont. In der Regel reicht hier ein Verband mit elastischen Binden oder ein Tapeverband aus. Zeigt sich in der ärztlichen Untersuchung jedoch eine Gelenkinstabilität, dann muss die operative Rekonstruktion des geschädigten Kapsel-Band-Apparates erwogen werden. Vor allem bei jüngeren und aktiven Leistungssportlern kommt diese Methode häufiger infrage. In jedem Fall ist beim Vorliegen einer Gelenkinstabilität eine Ruhigstellung des verletzten Gelenks für vier bis sechs Wochen sinnvoll. Liegt zusätzlich eine Knochenverletzung wird diese vorrangig therapiert.

Rehabilitation

Nach dem Ende der Ruhigstellung und Schonung kann das Gelenk allmählich wieder belastet werden. Zunächst jedoch nur mit geringer Belastung, die dann abhängig von eventuellen Schmerzen gesteigert wird. In den ersten vier bis sechs Monaten sollte vor Allem beim Sport ein geeigneter Gelenkschutz - beispielsweise ein Tape-Verband - getragen werden. Die Muskulatur sollte vor Aufnahme von sportlichen Betätigungen unbedingt wieder so weit aufgebaut werden, dass durch die umgebende Muskulatur eine ausreichende Stabilität des Gelenks gewährleistet ist.

Prophylaxe

Ein guter Trainingszustand und sorgfältiges Aufwärmen vor sportlichen Betätigungen minimieren das Risiko einer Distorsion erheblich. Auch eine geeignete Ausrüstung kann dabei hilfreich sein, so schützen beispielsweise Schuhe, die bis über den Knöchel reichen vor Sprunggelenksdistorsionen. Vorbeugend können gefährdete Gelenke bei entsprechenden Sportarten (Fingergelenke beim Volleyball) auch bandagiert oder mit einem Tape-Verband geschützt werden.

Prognose

Einfache Distorsionen heilen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen aus. Je nach verletztem Gelenk können jedoch noch längere Zeit Beschwerden bestehen, so z.B. bei der Distorsion eines Fingergelenkes. Sind Kapselbänder gerissen, kommt es unter konservativer Therapie zu einer narbigen Defektheilung der Bänder. Meist bietet das Narbengewebe dem Gelenk ausreichende Stabilität, in manchen Fällen jedoch ist das verheilte Band zu schlaff (Bandinsuffizienz): Es entsteht dadurch eine Gelenkinstabilität. In diesen Fällen sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Verletzungen von jenen Bändern, die frei im Gelenk ohne Bezug zur Kapsel verlaufen, wie beispielsweise die Kreuzbänder des Kniegelenkes, heilen unter konservativer Therapie meist nicht aus. Solche Verletzungen sollten besonders bei Sportlern operativ versorgt werden. Bei komplikationslosem Verlauf ist die vollständige Sporttauglichkeit meist spätestens nach drei Monaten wieder gegeben.

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www.m-ww.de/krankheiten/orthop_erkrankungen/verstauchungen.html

Bearbeitet von Tigermoni, 08 August 2004 - 22:48 Uhr.

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Geschrieben 06 August 2004 - 20:58 Uhr

Verspannungen

Schmerzen im Bereich der Muskulatur, die auf Verspannungen zurückgehen, sind weit verbreitet. Im Vordergrund stehen Verspannungen der Nacken- und Rückenmuskeln. Sie können die Ursache für chronische Rückenschmerzen oder Spannungskopfschmerzen sein. Spannungskopfschmerzen zählen zur häufigsten Form von Kopfschmerzen.

Ursachen/Risikofaktoren

Als Ursachen von Verspannungen kommen Fehlhaltungen, langes Sitzen am Schreibtisch, falsche Sitzhaltung, verdrehte Körperhaltung beim Sitzen, vornüber gebeugte Sitzhaltung (Hals-Nackenbereich wird stark gedehnt), längere Reisen mit Auto, Bahn oder Flugzeug, eine zu weiche Matratze im Bett und zu viel Stress in Frage.
Zugluft, Stress oder Erkältungen sind wohl die häufigsten Auslöser von Nackenschmerzen.
Doch denken Sie daran, dass Verspannungsschmerzen im Rücken auch ein Warnsignal für Depressionen sein können, für ständige Überforderung, Frust, Angststörungen, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder in der Familie, mit denen man nicht mehr fertig wird. Was passiert im Muskel? Durch die Fehlbelastung oder Überbelastung werden die Muskeln schlecht durchblutet und nicht mit genügend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das macht sie hart und sie beginnen zu schmerzen. Die Entwicklung ist oft schleichend und kann sich über Jahre hinziehen. Die erhöhte Muskelspannung belastet dauerhaft den Bewegungsapparat (Knochen, Sehnen, Bänder), so dass dort die nächsten Probleme vorprogrammiert sind. Der Teufelskreis beginnt mit Schmerzen. Sie führen dazu, dass sich die Muskulatur immer mehr verspannt, wodurch die Schmerzen zunehmen. Auffallend viele Menschen, die mit dem Rücken Probleme haben, verfügen über eine zu schwache Muskulatur, welche mit der Haltearbeit überlastet ist. Dadurch kommt es zu Überdehnungen von Bändern und Sehnen.

Krankheitsbild

Im Vordergrund stehen der Schmerz und die eingeschränkte Beweglichkeit. Der Druck auf bestimmte Muskelgruppen oder Punkte in bestimmten Muskelgruppen lässt aufstöhnen. An diesen Stellen haben sich schmerzhafte Knötchen (Myogelose) gebildet.
Ein weiteres Kennzeichen sind die Triggerpunkte, deren Berührung ausstrahlende Schmerzen auslöst.
Kennzeichen von Verspannungen im Nacken ist der "steife Hals". Der Kopf kann kaum noch nach rechts und links bewegt werden.
Bis zum Spannungskopfschmerz ist es nur noch ein kleiner Schritt. Der Schmerz ist typischerweise drückend oder ziehend und verstärkt sich bei körperlicher Aktivität im Gegensatz zur Migräne. Die Übelkeit fehlt, aber Lichtscheue und Geräuschempfindlichkeit können vorhanden sein. Die genaue Abgrenzung von der Migräne ist sehr wichtig, da ein Spannungskopfschmerz ganz anders behandelt werden muss als ein Migränekopfschmerz.
Ständiger Stress, innere Unruhe, Überforderung, Frust oder Angststörungen können auch Ursache für Schmerzen im Gesicht sein. Viele verspannen dabei ganz unbewusst die Kaumuskeln, wenn sie krampfhaft (!) versuchen, nach außen "das Gesicht zu wahren". Kennzeichen für ein Verspannen im Kaumuskelbereich ist ein Knacken im Kiefergelenk oder die eingeschränkte Beweglichkeit des Unterkiefers.

Auswirkungen

Probleme mit Bandscheiben, Gelenken, Sehnen und Bändern sind die Folge von Verspannungen, da die steifen und harten Muskeln den Körper in einer Fehlstellung fixieren. Gelenke und Wirbel werden fehlbelastet, Sehnen und Bänder verkürzen sich oder werden zu sehr gedehnt.
Die verspannten und harten Muskeln im Nacken drücken auch auf die Blutgefäße. Damit gelangt weniger Blut und Sauerstoff ins Gehirn, was sich in Kreislaufstörungen, Schwindel und Unwohlsein äußert.
Wenn der Körper bei falscher Sitzhaltung ständig nach vorn gebeugt ist, können Verdauungsstörungen auftreten.
Wenn ein Schmerzzustand zu lange anhält, können sich die Schmerzen verselbständigen und chronisch werden. 17 % aller Neuzugänge von Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten sind Folgen von Rückenschmerzen!
In Deutschland leiden 70 Prozent der Menschen zumindest zeitweise an Kopfschmerzen. Von ihnen hat wiederum etwa die Hälfte Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Eine von vielen Ursachen sind Muskelverspannungen.
Folgen ständiger Schmerzen sind Rückzug, Passivität und Depression, in deren Folge sich die Schmerzen noch verstärken.

Erkennung/Untersuchungen

Sind Muskelverspannungen die Ursache von Rückenschmerzen, dann sind oft druckempfindliche verhärtete Punkte (Triggerpunkt und Hartspann) in den Muskelsträngen tastbar. Ein Druck auf einen Triggerpunkt löst einen ausstrahlenden Schmerz und gelegentlich Muskelzuckungen aus. Der Schmerz ist meist auf ein Areal begrenzt.
Sind die Schmerzen nicht eindeutig auf Muskelverspannungen zurückzuführen, wird der Arzt die Beweglichkeit der Wirbelsäule testen. Eventuell ist sie der Ausgangspunkt der Schmerzen. Genauso wie Muskelverspannungen durch die damit verbundene aufgezwungene Fehlhaltung über längere Zeit Wirbel und Gelenke schädigen können, sind mitunter Veränderungen an der Wirbelsäule oder den Gelenken (z. B. verschiedene Länge der Beine) die Ursache von Muskelverspannungen und Muskelschmerzen. Ein Beispiel ist die Skoliose.
Je nach Befund wird der Arzt eine weitere Diagnostik veranlassen. Zum Beispiel Laboruntersuchungen, um entzündliche Erkrankungen auszuschließen, bildgebende Verfahren zum Ausschluss von Knochenveränderungen oder Haltungsschäden.

Therapie

Trotz Schmerzen sollten Sie versuchen in Bewegung zu bleiben. Sind die Schmerzen so stark, dass sie die Bewegung einschränken, kann ein Schmerzmittel sinnvoll sein.
Bei Kopfschmerzen vom Spannungstyp sollten Muskelrelaxantien nur in seltenen Ausnahmefällen eingenommen werden. Sie reduzieren bei krankhaft angespannter Muskulatur die Anspannung und damit die Schmerzen. Länger eingenommen, können sie zu einer psychischen Abhängigkeit führen und Nebenwirkungen wie Schwindel oder Müdigkeit hervorrufen. Außerdem sind viele Spannungskopfschmerzen nicht direkt auf eine Muskelverspannung zurückzuführen. Meist gut verträgliche Schmerzmittel sind Acetylsalicylsäure und Paracetamol.
Als pflanzliches Mittel gegen Schmerzen eignet sich Pfefferminzöl, das äußerlich angewandt wird. Bei Kopfschmerzen reibt man es ein in die Stirn-, Schläfen- und Nackenregion ein. Schon 15 bis 30 Minuten nach dem Einreiben lassen die Kopfschmerzen deutlich nach. Es ist eine gut verträgliche Alternative zu Medikamenten und schont Magen und Leber.

Vorsorge

Die Muskeln übernehmen einen Großteil der Haltearbeit und entlasten Sehnen, Gelenke und Wirbelsäule. Auffällig viele Rückenschmerzpatienten haben eine unterentwickelte Muskulatur. Wichtig ist daher das Muskeltraining. Seine Muskeln kann man z. B. im Fitnessstudio trainieren, aber auch durch regelmäßige Yogaübungen. Empfehlenswert sind Krankengymnastik und Rückenschule. In der Rückenschule lernt man wie man z. B. Lasten hochhebt ohne den Rücken zu sehr zu belasten (immer aus der Kniebeuge heraus)
Werfen Sie einen kritischen Blick auf Ihren Arbeitsplatz und Ihre Sitzhaltung. Eine vornüber gebeugte Sitzhaltung dehnt die Muskeln im Nacken-Hals-Bereich und kann zu heftigen Kopfschmerzen führen. Prüfen Sie den Sehabstand zum Bildschirm. Der Bildschirm darf nicht spiegeln. Ist Ihre Sehkraft noch ausreichend gut oder brauchen Sie eine neue Brille? Wenn Sie ständig die Augen anstrengen, verspannt das viele Muskeln. Prüfen Sie Ihre Körperhaltung – Sitzen Sie etwa verdreht? Muskelschmerzen stellen sich auch ein, wenn die Arme und Beine zu stark abgewinkelt sind. Das passiert, wenn Tisch oder Stuhl zu niedrig sind.
Kleine Leute sollten wiederum einen Fußschemel benutzen. Die Muskeln schmerzen auch, wenn die Beine im Sitzen nach unten hängen. Machen Sie regelmäßig Lockerungsübungen, um die Muskeln zu entspannen. Planen Sie Ihre Entspannungspausen und wechseln Sie so häufig wie möglich zwischen Sitzen und Gehen.
Sparen Sie auch nicht an der Matratze. Sie sollte weder zu hart noch zu weich und gut gepolstert sein. Reduzieren Sie Übergewicht. Auch das strapaziert die Muskeln. Vermeiden Sie Zugluft.

aus: www.g-netz.de

Wichtiger Hinweis

"Gesundheit A-Z" kann keinesfalls eine ärztliche Beratung ersetzen. Fragen Sie daher bei starken Beschwerden, auffälligen körperlichen Veränderungen oder vor der Einnahme von Medikamenten unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker. Speziell Schwangere und chronisch Kranke müssen bei der Anwendung bestimmter Arzneimittel aufpassen!








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Geschrieben 06 August 2004 - 21:04 Uhr

Knieverletzungen
Kreuz- und Seitenbänder

Eine schwerwiegende Bandverletzung am Knie ist die vollständige Zerreissung des vorderen Kreuzbands1 (Abb. 1a und 1b). Der Unfallmechanismus hat sich heute zwar durch die neuen Sportarten wie Snowboarding, Inline-Skating und Mountainbiking gewandelt, klassischerweise entsteht der Riss aber bei einer forcierten Aussendrehung mit gleichzeitiger Beugung. Rechnet man Statistiken aus epidemiologischen Studien der Länder Schweden und USA auf die Einwohnerzahl der Agglomeration Zürich um, muss man bei uns jährlich mit 150 Sportlern rechnen, die einen Riss des vorderen Kreuzbands erleiden. Bei der akuten Verletzung füllt sich das Gelenk meist innerhalb weniger Stunden mit Blut, das durch eine Nadelpunktion entfernt werden muss. Damit können die Schmerzen reduziert und die Rehabilitation rascher in Gang gesetzt werden.

Die Kreuzbandoperation sollte nicht im akuten Stadium durchgeführt werden, da sonst die Gefahr einer verzögerten Rückgewinnung der Beweglichkeit oder sogar einer Knieeinsteifung besteht. Der Wiederaufbau der normalen Beweglichkeit und Kraft sollte durch abschwellende Massnahmen und physiotherapeutische Übungen bereits in den nächsten Tagen begonnen werden. Erst wenn das Kniegelenk vollständig abgeschwollen ist, eine volle Beweglichkeit erzielt wurde und ein hinkfreier Gang besteht, ist der günstigste Moment erreicht, um durch einen chirurgischen Eingriff das funktionsuntüchtig gewordene Kreuzband zu ersetzen. Der dadurch erzielte Zeitgewinn wirkt sich günstig auf die psychische Verarbeitung der Verletzung und den bevorstehenden Eingriff aus, was insbesondere bei Spitzenathleten zu einer rascheren Rehabilitation beiträgt2. Eine Ausnahme stellt die gleichzeitige Verletzung eines Meniskus dar, falls dieser in das Gelenkinnere eingeschlagen ist und die volle Streckung behindert. In diesem Fall drängt sich ein arthroskopischer Eingriff in den nächsten Tagen nach dem Unfall auf, um den Meniskus wenn möglich wieder anzunähen.

Ob das vordere Kreuzband überhaupt durch eine Operation ersetzt werden oder ob man eher einen nichtoperativen Therapieversuch einschlagen soll, hängt von den sportlichen Ambitionen, der körperlichen Belastung im Berufsleben und vom Alter des Patienten ab. Ein Kniegelenk ohne vorderes Kreuzband ist den Ansprüchen des täglichen Lebens meist gewachsen. Symptome treten erst dann auf, wenn die bei sportlichen oder beruflichen Aktivitäten auftretenden Kräfte muskulär nicht kompensiert werden können und der Patient dabei ein Instabilitätsgefühl im Kniegelenk verspürt (engl.: giving way = das Knie gibt nach). Ist dies der Fall, sollte man mit einem operativen Eingriff nicht zögern. Ein chronisch instabiles Kniegelenk führt zu einer zusätzlichen Schädigung von Meniskus und Knorpel, was eine frühzeitige Abnützung des Gelenks (Arthrose) begünstigt. Mit den heutigen arthroskopischen Verfahren kann das vordere Kreuzband sehr genau rekonstruiert werden. Vorzugsweise verwendet man körpereigene Sehnen als Kreuzbandersatz. Ziel der Operation ist die vollständige Wiederherstellung der Kniegelenksstabilität unter Beibehaltung der Beweglichkeit und Kraft, so dass eine uneingeschränkte Sportfähigkeit wiedererlangt wird.
Falls gleichzeitig das Innen- oder Aussenband gerissen ist, muss man diese zuerst zur vollen Abheilung bringen. Sowohl die isolierte Seitenbandverletzung wie auch diejenige in Kombination mit einem Kreuzbandriss heilt ohne Operation problemlos aus. Je nach Ausmass des Seitenbandrisses muss der Patient aber während einigen Wochen eine Knieführungsschiene tragen. Eine Ausnahme bildet die schwere Aussenbandverletzung, bei der nur die Operation die optimalen Voraussetzungen zur Verhinderung einer vermehrten Aufklappbarkeit des Kniegelenks unter Belastung bietet. Bei einer gering- oder mittelgradigen Seitenbandverletzung ist die konservative Behandlung vorzuziehen, da die Operation keine Vorteile aufweist.

Die Verletzung des hinteren Kreuzbands ist wesentlich seltener und der Entstehungsmechanismus grundsätzlich verschieden (Überstreckung des Kniegelenks oder abruptes Abstoppen des Unterschenkels beim Vornüberfallen). Die muskuläre Kompensation eines Kniegelenks nach Verlust des hinteren Kreuzbandes ist noch besser als nach vorderer Kreuzbandverletzung, weshalb man die operative Rekonstruktion grundsätzlich seltener durchführt.

Bei den heutigen Anforderungen, die an Spitzensportler gestellt werden, und bei den sich zunehmender Beliebtheit erfreuenden Extremsportarten entscheiden sich immer mehr Patienten für eine operative Behandlung. Wie auch bei der Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes muss diese Entscheidung von der sportlichen Ambition abhängig gemacht werden. Auch der Breitensportler, der nicht gewillt ist, seinen Aktivitätsgrad zu senken, sieht sich mit der Frage konfrontiert, seine unter Belastung spürbare Instabilität operativ beheben zu lassen. Auch hier gelangen durch arthroskopische Verfahren präzise Techniken zur Anwendung, die eine zuverlässige Rekonstruktion des hinteren Kreuzbandes durch Sehnentransplantation mit stabiler Fixation erlauben.

Menisken

Sowohl der Innen- wie der Aussenmeniskus können durch eine akute Verletzung, meist eine Verdrehung oder eine plötzliche Streckung unter Belastung, oder durch chronische Überbeanspruchung, wie dies bei einem instabilen Gelenk nach Kreuzbandriss vorliegt, geschädigt werden. Da der Meniskus kaum durchblutet ist, heilt eine Verletzung nicht von selber aus. Ein Einriss des Meniskus oder ein ins Gelenk eingeschlagener Meniskuslappen führt zu ständig wiederkehrenden Beschwerden und Entzündungen, die von einem Kniegelenkserguss begleitet sein können. Ein operativer Eingriff ist in diesem Fall dann meist unumgänglich. Die Arthroskopie (Gelenksspiegelung) ist heute immer das Verfahren der Wahl, da man damit durch wenige kleine Einstiche die Instrumente unter kameragesteuerter Sicht ins Gelenkinnere bringen kann. Es wird nur der geschädigte Anteil des Meniskus entfernt und soviel gesunder Meniskusanteil wie möglich belassen.

Bei dem früheren Verfahren, wo unter chirurgischer Eröffnung des Knies der ganze Meniskus entfernt wurde, gehört endgültig der Vergangenheit an, da ein Kniegelenk ohne Meniskus eine schlechte Prognose aufweist. In einem Kniegelenk ohne Meniskus wirken aufgrund der entstandenen Inkongruenz zwischen den beiden Gelenkflächen höhere Kräfte auf den Knorpel, der frühzeitige Abnützung erfährt. Ein ideale Situation liegt dann vor, wenn der Meniskus durch eine Naht der beiden Rissebenen vollständig erhalten werden kann. Die Heilung einer Meniskusnaht hat aber nur Aussicht auf Erfolg, wenn der Riss in der Zone stattgefunden hat, wo der Meniskus an der Kapsel befestigt ist. Nur dort finden sich genügend Blutgefässe, die für ein Anwachsen des gerissenen Anteils Bedingung sind.

Sehnen und Schleimbeutel

Verschiedene Sehnen setzen als Ausläufer der Muskeln rund um das Kniegelenk an. Da sie zum aktiven Bewegungsapparat zählen und unter Belastung ständig unter Zug sind, können sie bei Überbeanspruchung an ihrer Ansatzstelle am Skelett Reizerscheinungen unterworfen sein. Die Schleimbeutel sind im wesentlichen als flüssigkeitsenthaltende Polster für die Sehnen zu verstehen, an Stellen, wo diese über Knochenvorsprünge zu gleiten haben. Wenn die Sehnen immer wiederkehrenden Bewegungsmustern ausgesetzt sind, führt die dauernde Reibung an den Schleimbeuteln zu chronischen Entzündungen derselben. Dies manifestiert sich durch eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung und Schmerzen im Schleimbeutel. Oftmals kann eine Entzündung durch eine Trainingspause, unterstützt durch Medikamente oder allenfalls sogar durch eine Kortisonspritze, zur Abheilung gebracht werden. Wenn die Entzündungserscheinungen diesen Behandlungsmethoden hartnäkkig widerstehen, ist die operative Entfernung des betroffenen Schleimbeutels manchmal unumgänglich.

Die Sehne (Patellarsehne), die sich zwischen der Kniescheibe und dem Knochenvorsprung im oberen Schienbeinbereich (Tuberositas tibiae) spannt, ist den grössten Zugbelastungen ausgesetzt. Diese Sehne kann vorwiegend bei Läufern (jumper's knee) an seinem Ansatzpunkt am untern Pol der Kniescheibe entzündet sein. Wenn konservative Behandlungsversuche scheitern, kann dieses Problem oftmals nur durch einen operativen Eingriff behoben werden. Dabei wird das entzündlich veränderte Gewebe der Sehnen entfernt, und der untere Pol der Kniescheibe (Patella), der meist auf die schmerzhafte Sehne drückt und für die Reizung verantwortlich ist, mitunter abgetragen.

Falls der Ansatzpunkt der Patellarsehne am Schienbein (Tibia) schmerzhaft ist, liegt die Erkrankung primär nicht an der Sehne selbst, sondern am darunterliegenden Knochen. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung im Adoleszentenalter, die im weitesten Sinn unter den Wachstumsstörungen einzuordnen ist, und eine Selbstheilung erfährt. Seltenerweise können bei Sportlern, die im Kindesalter diese Knochenreifestörung (Morbus Osgood-Schlatter) durchgemacht haben, unter starken Belastungen wieder Beschwerden auftreten. Die operative Enfernung von kleinen Knochenfragmenten, die mit dem Schienbein während dem Wachstum ungenügend verwachsen sind, kann die volle Leistungsfähigkeit wieder herbeiführen.

Knochen und Knorpel

Knochenbrüche im Bereiche des Kniegelenks sind selten, da der Knochen bei Gewalteinwirkung entweder oberhalb des Kniegelenks im Bereich des Oberschenkels («Femurfraktur») oder unterhalb davon im Bereich des Schienbeins (Tibiafraktur) bricht. Chronische Knochenschmerzen unmittelbar unterhalb des Kniegelenks, die fusswärtsziehend entlang der Schienbeinkante ausstrahlen, sind hingegen durchaus häufige Beschwerden bei Sportlern. Diese werden als Reizerscheinungen der Unterschenkelmuskulatur an ihrem Ansatz an der vorderen Schienbeinkante oder als eine Schwellung der Muskulatur selbst interpretiert, können aber auch ihren Ursprung aufgrund repetitiver Belastungen bei Läufern in kleinsten Knochenstauchungen («Ermüdungsfrakturen») haben. Sicheren Einblick verschafft man sich allerdings nur unter Einsatz von speziellen nuklearmedizinischen Zusatzuntersuchungen (Skelettszintigraphie). Eine genaue Diagnose ist in solchen Fällen sehr wichtig, da bei Jugendlichen immer das Vorliegen eines Knochentumors ausgeschlossen werden muss. Bei entsprechendem Verdacht ist eine Magnet-Resonanz-Untersuchung nötig3.

Die Heilungspotenz bei Knorpelschäden ist limitiert, da das Knorpelgewebe nicht durchblutet ist und die Knorpelzellen sich in einem Reifungsendzustand befinden, unfähig, geschädigte Substanz zu ersetzen. Knorpelverletzungen sind daher äusserst schwerwiegend, da sie der unaufhaltsamen Abnützung des Gelenks Vorschub leisten. Die gewichtstragende Knorpelfläche des Oberschenkelknochens (Femurknorpel) an der Innenseite ist am häufigsten betroffen. Von der pharmazeutischen Industrie angebotene Medikamente zum Knorpelaufbau haben nicht die erhofften Behandlungserfolge gebracht. Ein chirurgisches Vorgehen ist nur angezeigt, wenn abgelöste Knorpelfragmente die Gelenkmechanik stören und zu Entzündungserscheinungen führen. Die Fragmente können mittels Arthroskopie entfernt und das geschädigte Knorpelareal geglättet werden. Dadurch nimmt aber die Knorpelschicht ab, was zu einer verminderten Federung des Gelenks führt und wiederum die frühzeitige Abnützung fördert. Transplantationsversuche mit ganzen Knorpelgewebsanteilen scheitern an der ungenügenden Einwachsung.

Ein neues Behandlungskonzept besteht darin, körpereigene Knorpelzellen, die aus einem gesunden Teil des Kniegelenks gewonnen werden, zu reimplantieren4. Die Methoden der Züchtung von Knorpelzellen ausserhalb des Körpers, um diese dann nach deren Vermehrung wieder zu reimplantieren, bilden in Zürich an der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist in enger Zusammenarbeit mit der Rheumatologischen Universitätsklinik und dem Anatomischen Universitätsinstitut zurzeit Gegenstand zukunftsorientierter Forschung.

------------------------------------------------------------------------------

Dr. José Romero (jromero@balgrist.unizh.ch)
ist Oberarzt, Leiter des Knie-Teams der
Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist und
Lehrbeauftragter der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich.
unipressedienst ­
Pressestelle der Universität Zürich
Nicolas Jene (upd@zuv.unizh.ch)
http://www.unizh.ch/upd/magazin/4-96







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Geschrieben 06 August 2004 - 21:13 Uhr

Knochenbrüche

Was ist ein Knochenbruch?

Das menschliche Skelett besteht aus 206 verschiedenen Knochen. Sie können brechen, wenn sie zu stark belastet werden. An manchen Stellen, z.B. am Oberarm, gibt es sogar "Sollbruch-Stellen". Dort brechen die Knochen bei Unfällen besonders häufig.

Der Knochen besteht aus einem mineralischen, elastischen und bindegewebigem Anteil. Außerdem durchziehen den Knochen Blutgefässe und Nerven. Je nach Alter des Menschen variiert die Zusammensetzung des Knochens:
Bei Kindern überwiegen elastische Anteile. Die Knochen "verbiegen" sich deshalb eher (Grünholzbruch), als dass sie splittern.
Bei Erwachsenen ist das Verhältnis zwischen mineralischen, elastischen und bindegewebigen Anteilen ausgewogen.
Bei älteren Menschen nehmen die elastischen und bindegewebigen Anteile ab, der Knochen wird spröde und splittert leicht.

Auch krankhafte Veränderungen können das Risiko eines Knochenbruchs erhöhen. Bei einer Knochenentkalkung (Osteoporose) hat der Knochen einen geringeren mineralischen Anteil. Der Knochen wird dadurch geschwächt. Schon kleinere Verletzungen können zu Knochenbrüchen führen.

Brüche werden nach folgenden Kriterien unterschieden:

- Begleitende Weichteilverletzung (offen oder geschlossen)
- Lokalisation (Schaft oder gelenknaher Anteil)
- Zahl der Bruchstücke
- Zahl der Bruchstücke

Wie wird ein Knochenbruch diagnostiziert?

Die klassische Methode ist eine Röntgenuntersuchung. Die Röntgenaufnahmen bilden nur die Knochen, aber nicht die Sehnen, Muskeln oder Bänder, ab. Bei fast jedem Bruch lassen sich Stellung und Anzahl der Bruchstücke erkennen. Röntgenbilder zeigen außerdem, ob ein Gelenk betroffen und der Bruch verschoben ist.
Unverschobene Brüche (ähnlich einem "Sprung im Teller”) sind manchmal über das Röntgenbild nicht diagnostizierbar.

Wie wird ein Knochenbruch behandelt?

Es gibt drei Prinzipien, wie man Knochenbrüche behandelt:
- Einrichtung (Reposition)
- Ruhigstellung (Immobilisation)
- Druck auf die Bruchstelle (Kompression)

Dass man Druck auf die Bruchstelle ausüben muss, ist eine neuere Erkenntnis aus den 70er-Jahren. Viele Fehlergebnisse früherer Bruchbehandlungen ließen sich damit erklären. In der Folge gründete sich eine deutsch-schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO), die Behandlungsrichtlinien sowie ein einheitliches, universell verwendbares Instrumentarium herausgibt.

Muss jeder Bruch operiert werden?

Viele Brüche müssen nicht operiert werden. Insbesondere unverschobene Brüche oder solche, die nach dem Einrichten stabil sind, also keine Tendenz zur erneuten Verschiebung (Dislokation) zeigen, werden ohne Operation (konservativ) behandelt. Der Bruch wird dann in einem Gipsverband ruhig gestellt.

Den klassischen Gipsverband haben in den letzten Jahren zunehmend Kunststoffverbände verdrängt. Sie sind leichter, haben aber sonst keine prinzipiellen Vorteile. Verbände aus Kunststoff sind teurer und erfordern eine ausgefeiltere Technik und größere Erfahrung beim Anlegen. Für viele Bruchtypen gibt es heute vorgefertigte Schienen.

Frische Brüche werden nie in einem geschlossenen (zirkulären) Gipsverband ruhig gestellt, da sich eine Schwellung nicht ausdehnen kann. Die Folge wären erhebliche Durchblutungsstörungen.

Wann werden Brüche operiert?

Manche Brüche müssen aus folgenden Gründen operiert werden.
- Wenn sie sich mit oder ohne Einrichtung leicht wieder verschieben: Hier kann eine definitive Versorgung erfolgen.
- Wenn sie nur langsam heilen: Eine längere Gipsbehandlung lässt sich vermeiden, und man kann frühzeitig mit einer krankengymnastischen Übungsbehandlung beginnen.
- Offene Brüche: Hier muss der Weichteilmantel wiederhergestellt werden.

Angewendet werden Platten und Schrauben in verschiedenen, dem jeweiligen Knochen angepassten Stärken. Bestimmte Knochenbrüche werden mit einzelnen Schrauben, Marknägeln, Bohrdrähten und Spezial-Implantaten behandelt.

Je nach dem Grad der Belastbarkeit unterscheidet man die operative Knochenbruch-Behandlung:
- Lagerungsstabil: keinerlei Bewegung ohne Unterstützung
- Übungsstabil: nur geführte Bewegungen und eventuell Teilbelastung
- Belastungsstabil: alle Bewegungen unter Vollbelastung

Treten Komplikationen auf?

Die meisten Brüche heilen gut und ohne Komplikationen. In seltenen Fällen "rutscht" ein Bruch im Gips ab. Möglicherweise muss er erneut eingerichtet bzw. operiert werden.

Gelegentlich heilt der Knochen nicht, und es bildet sich ein Falsch-Gelenk (Pseudarthrose). Verursacht die Pseudarthrose Beschwerden, muss sie operiert werden. Gefürchtet, aber sehr selten ist eine Infektion des Knochens. Sie tritt besonders nach offenen Brüchen auf. Dann ist eine aufwändige Behandlung mit wiederholten Spülungen notwendig.

Patienten, die einen Gips tragen, bekommen manchmal Durchblutungsstörungen durch Druckstellen. Neben Hautschäden kommen sehr selten auch Nervenschäden vor. Das Thromboserisiko ist am Bein besonders hoch, wenn es im Gipsverband ruhig gestellt ist. Eine entsprechende Thrombosevorsorge ist deshalb heute Standard.

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Dr. med. Martin Schäfer, Facharzt für Chirurgie
Quellen:
Engelhardt, Hintermann, Segesser: GOTS-Manual Sporttraumatologie
Stürmer: Unfallchirurgie
Redaktion Dr. med. Katharina Larisch
Aktualisierung 07.02.2004
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Geschrieben 06 August 2004 - 21:32 Uhr

Riß der Schultermuskulatur ("Rotatorenmanschette")

Die tiefen Muskeln des Gelenkes sind Muskeln, die unter anderem von der Innen- un Außenseite des Schulterblattes entspringen, durch den knöchernen Kanal, der von dem Schulterblatt gebildet wird verlaufen und den Oberarmkopf von oben umgreifen, wie eine Hand einen kleinen Ball umschließen würde. Je nach Anteil dieser manschettenartig verlaufenden Muskulatur kann der Arm damit nach innen oder außen gedreht ("rotiert") oder in die waagerechte Position gebracht werden. Deshalb werden diese Muskeln zu einer Gruppe zusammengefaßt und "Rotatorenmanschette" oder das "Schulterdach" genannt. Denkt man sich nun den knöchernen Kanal, durch den diese Muskeln verlaufen, kann man sich gut vorstellen, daß bei Belastung eine Schädigung des Muskelgewebes nicht ausbleibt. So wie eine Schnur aus Hanf ausfasert, wenn sie stets über eine scharfe Kante gezogen wird, kann auch die Muskulatur kleine Verletzungen erleiden. Der Körper versucht diese geschädigten Fasern abzubauen und wiederzuverwerten, was auch mit einer Schwellung und Schmerz einher geht. Durch die Schwellung wiederum wird der sowieso enge knöcherne Kanal noch enger für die Muskulatur. Folge davon sind Schmerzen beim Ein- und Auswärtsdrehen des Armes, beim Heben des Armes und vor allem beim nächtlichen Liegen auf der betroffenen Schulter. Dies ist das sogenannte "Impingement-Syndrom". Weitere Ursachen dieses Syndroms sind z.B. eine Arthrose des Gelenkes zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt oder eine Reizung des Schleimbeutels in dem Muskelkanal.
Findet eine weitere Schädigung der Muskulatur mit andauerndem Vernarben und fortschreitendem Untergang der Muskelfasern statt, so kommt es schließlich zum Zerreißen der Rotatorenmanschette ("Rotatorenmanschettenruptur")
Dieser Vorgang kann, muß aber nicht mit einem lauten Knall und plötzlich einsetzendem starken Schmerz einhergehen - fast immer findet das "Zerreißen" über einen Zeitraum von mehreren Monaten oder Jahren statt, da immer nur kleine Faserbündel der gesamten Muskelgruppe der Rotatorenmanschette davon betroffen sind.

Quelle:
Integra GmbH
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Geschrieben 06 August 2004 - 21:36 Uhr

Schultergelenksluxation ("Auskugeln")

Ein Gelenk hat mindestens zwei Knochenanteile, die sich zusammen rund, harmonisch und ohne viel Reibung bewegen sollen. Was passiert, wenn dieser Mechanismus aus dem Gleichgewicht gebracht wird? Das Gelenk ist "ausgekugelt", d. h. in der Fachsprache der Mediziner luxiert. Am häufigsten ist das Schultergelenk betroffen.

Anatomie

Das Schultergelenk ist eines der beweglichsten des gesamten Körpers. Dies beruht zum einen auf der Form des Gelenkes, die auch als Kugelgelenk bezeichnet wird. Da die Schulterpfanne im Vergleich zum runden Kopf sehr klein ist, hat das Gelenk keine große knöcherne Stabilität. Zum anderen sind die umgebenden Weichteile wie Gelenkkapsel und Muskeln relativ locker gespannt, so dass diese Strukturen ebenfalls ein gewisses Spiel zulassen. Dies hat Vorteile beim großen Bewegungsumfang aber Nachteile, wenn von aussen einwirkende Kräfte die Gelenkanteile auseinanderdrängen. Es kommt dann relativ leicht zu einer so genannten Verrenkung oder Luxation. Dabei zerreissen Kapsel und Bänder, der Knochen kann brechen. In unserem Beispiel spricht der Mediziner von einer “traumatischen Luxation”, dass heisst die Ursache der Verrenkung ist in einem Unfall zu sehen. Wenn jedoch lediglich Bagatellbewegungen ausreichen, ein Gelenk zu luxieren, spricht man von der “atraumatischen” oder “habituellen Verrenkung”, die zum Beispiel auf angeborenen schlaffen Bändern oder wiederholt aufgetretenen Verrenkungen beruht. Die eingerissenen Weichteile vernarben in Verlängerung und geben dem Gelenk keine äußere Stabilität.

Symptome

Wenn ein Arzt aufgesucht wird, wird dieser versuchen, das Gelenk zu untersuchen, was aufgrund der starken Schmerzen des Patienten kaum möglich ist, da der Patient mit seinen Muskeln gegenspannt. Die Gelenkkontur ist verformt, eventuell kann eine Delle getastet werden. Wichtig ist auch, auf die Durchblutung und Nervenfunktion des betroffenen Armes zu achten, da Nerven und Gefäße durch die Verrenkung geschädigt werden können.
Bei der habituellen Verrenkung kann versucht werden, mit sogenannten "Stabilitätstests" die Schulter zu untersuchen. Dazu wird mit den Händen des Arztes zum Beispiel der Arm nach vorne oder unten gezogen, je nachdem welche Weichteilanteile überprüft werden.

Diagnose

Ein normales Röntgenbild gibt Aufschluss über die Stellung des Gelenkes und eventuell gleichzeitig vorliegende knöcherne Verletzungen. Dazu müssen in der Regel mehrere Bilder in verschiedenen Einstellungen durchgeführt werden. Schwieriger ist es, wenn der Patient lediglich über eine Instabilität oder Gelenkschnappen klagt und das Röntgenbild keine knöcheren Verletzungen zeigt. Mit der Kernspintomografie lassen sich auch die Weichteile darstellen und helfen, die Diagnose relativ sicher vorherzusagen.

Therapie: Konservativ oder operativ

Es bestehen abhängig von der Art der Verletzung zwei Möglichkeiten: entweder konservativ oder - das Gegenteil davon - operativ. Bei der nachgewiesenen Luxation ist es zunächst einfach: Das Gelenk muss schnell wieder eingerenkt werden, da sonst Schäden an Knorpel oder Weichteilen entstehen können. Hierbei wird der Arzt zunächst versuchen, dem Patienten mit einem starken Schmerzmittel soweit zu entspannen, dass dieser Bewegungen der Schulter zulässt. Dann kann mit Hilfe einer Stuhllehne oder der Ferse des Arztes unter Zug das Gelenk häufig wieder seinen angestammten Platz einnehmen. Dieses Manöwer wird in der Fachsprache der Mediziner als “Reposition” bezeichnet. Das hat schon der Grieche Hippokrates vor über 2000 Jahren erfolgreich durchgeführt. Wenn sich jedoch damit keine Reposition erzielen lässt, muss in Narkose und Operation eventuell in das Gelenk eingeschlagenes Kapselgewebe entfernt werden. Bei dieser Gelegenheit werden die zerrissenen Weichteile genäht. Notwendig ist je nach Verletzungsausmaß eine Ruhigstellung, die bis zu 6 Wochen anhält, wobei bei einfacher Luxation und älteren Patienten 3-7 Tage ausreichend sein können, damit sich durch die Ruhigstellung keine Gelenkeinsteifung einstellt.
Schwieriger wird es, wenn eine sogenannte habituelle Luxation vorliegt, das heisst, dass das Gelenk instabil ist und schon bei normalen Bewegungen aus der Pfanne springt. Die Therapie muss sich an den individuellen Gegebenheiten und Ansprüchen des Patienten orientieren.
Ein Leistungssportler wird möglichst schnell "auf die Schulter kommen" wollen und eine auch unter starken Belastungssituationen stabile Schulter wünschen. Der 65-jährige Pensionär wird darauf verzichten können, weil der (sportliche) Ehrgeiz geringer ist und somit ohne Operation glücklich werden.

Die konservative Therapie

Nach Abklingen der akuten Schmerzen wird meist regelmäßige Krankengymnastik verordnet. Die verbessert mit Muskelkräftigung und Koordinationsübungen die Stabilität des betroffenen Gelenkes. Zusätzlich kann mit Reizstrom, Ultraschall und Eisbehandlung einzeln oder in Kombination therapiert werden. Damit wird die Durchblutung verbessert und die Schmerzen gelindert.
Wenn es so nicht gelingt, das Gelenk stabil zu belasten, kann durch ein konsequentes, selbständig durchgeführtes Muskeltraining versucht werden, die Luxation zu vermeiden. Manchmal reicht die Einstellung einer Luxationsfördernden Sportart oder Aktivität, um im Alltag zurechtzukommen.

Die operative Therapie

Die Entscheidung zur Operation hängt von vielen Faktoren ab: Zum Beispiel spielen Alter, Aktivität, Beruf und Begleitverletzungen eine wichtige Rolle. Dabei ist die Richtung der Verrenkung (z. B. vorne oder hinten, unten oder oben) für den Operateur eine der wichtigsten Informationen vor der Operation. Die häufigsten Operationsmethoden sind die so genannten Kapselplastiken: Dabei werden in Richtung der Instabilität Gelenkkapselanteile gedoppelt und Muskelansätze versetzt. Andere Methoden verwenden körpereigene Knochenspäne, um die Gelenkpfanne zu vergrössern. In seltenen Fällen werden Umsetzungen von zum Schultergelenk gehörenden Knochen durchgeführt.
Aber mit der Operation allein ist nicht alles getan, eine ähnlich anstrengende Nachbehandlung ist notwendig, Sport kann erst nach 3-9 Monaten wieder ausgeübt werden.

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Dr. med. Th. Wallny, Facharzt für Orthopädie,
Oberarzt Orthopädische Uniklinik Bonn


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#12 Tigermoni

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Geschrieben 08 August 2004 - 22:30 Uhr

Muskelverletzungen

Zusammenfassung

Verletzungen der Muskulatur kommen im Sport besonders häufig vor. Ausgelöst werden sie meist durch einen unzureichenden Trainingszustand, eine nicht angewärmte Muskulatur oder Übermüdung. Der Schweregrad der Verletzungen reicht vom eher harmlosen Muskelkater bis hin zu Zerreißungen ganzer Muskelstränge. Gerade bei den schwereren Verletzungen wie Muskelrissen oder Muskelprellungen kann mit Hilfe richtig durchgeführter Erstmaßnahmen und durch die Beachtung einer verordneten Sportpause die Zeit bis zur völligen Wiederherstellung erheblich reduziert werden. Eine sorgfältige Aufwärmarbeit minimiert das Risiko für Muskelverletzungen drastisch.

Allgemeines

Im Sport übernimmt die Muskulatur die zentrale Aufgabe bei allen Bewegungsabläufen. Verletzungen der Muskulatur gehören laut Studien von Sportmedizinern zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt: Sie machen einen Anteil von bis zu 30 Prozent im Breiten- und Spitzensport aus. Die Erfahrung zeigt allerdings dass Muskelverletzungen sehr häufig unterschätzt und die vom Arzt empfohlenen Sportpausen sehr oft missachtet werden.

Anatomie, Funktion

Im menschlichen Körper lassen sich drei Arten von Muskelgewebe unterscheiden:

Herzmuskulatur
Die Herzmuskulatur zeichnet sich durch die Fähigkeit der raschen rhythmischen und unwillkürlichen autonomen Reaktion des Muskelgewebes aus. Histologisch betrachtet zeigen sich hier zudem Besonderheiten bei der glatten sowie der quergestreiften Muskulatur.

Glatte oder unwillkürliche Muskulatur
Glatte Muskulatur findet sich in den Hohlorganen wie Blase und Darm sowie in den Blutgefäßen. Sie kann nicht willentlich beeinflusst werden, sie arbeitet völlig autonom und unwillkürlich.

Quergestreifte oder willkürliche Muskulatur
Für den Bewegungsapparat ist die quergestreifte oder willkürliche Muskulatur von Bedeutung. Dieses auch als Skelettmuskulatur bezeichnete Gewebe macht bis zu 40 Prozent des Körpergewichts aus. Mehr als 300 einzelne Muskeln können im menschlichen Körper unterschieden werden, dabei besteht jeder einzelne Muskelstrang wiederum aus Tausenden von Muskelfasern. Die Dicke dieser Fasern schwankt zwischen neun und hundert Mikrometern, während ihre Länge zwischen nur wenigen Mikrometern und mehreren Zentimetern variiert.

Zwischen den einzelnen Fasern befinden sich kleinste Blutgefäße (Kapillaren) sowie Nervenfasern und Bindegewebe. Das Bindegewebe fasst die einzelnen Fasern zu Muskelfaserbündeln zusammen. Diese Faserbündel wiederum werden von einer bindegewebigen Struktur, der Muskelfaszie, umhüllt und bilden so einen gut abgrenzbaren Einzelmuskel.

Damit ein Muskel gezielt eine Bewegung ausführen kann, muss er durch Nervenfasern mit dem Gehirn verbunden sein. Der Befehl, einen Muskel zu bewegen, wird vom Gehirn über das Rückenmark an das periphere Nervensystem geschickt. Die Endfasern dieses Systems treten mit dem Muskel über die motorischen Endplatten (Synapsen) in Kontakt. Wenn ein Nervenimpuls diese Endverzweigungsstelle der Nervenzelle erreicht hat, setzen kleine Speicherbläschen (Vesikeln) einen Transmitterstoff (Acetylcholin) frei. Über die Zellmembran und den so genannten synaptischen Spalt gelangt das Acetylcholin an die Aufnahmestellen der einzelnen Muskelzellen, an die Rezeptoren. Nachdem das Acetylcholin mit den Rezeptoren eine chemische Verbindung eingegangen ist, ändert sich für eine kurze Zeit die Durchlässigkeit der Zellmembranen für elektrisch geladene Natrium- und Kaliumionen. Dadurch verändern sich die elektrischen Spannungsverhältnisse innerhalb der Muskelzellen. Während dieses Vorgangs - auch Muskeldepolarisation genannt - schieben sich kleine Eiweißfäden innerhalb der Muskelzelle wie ein Teleskop ineinander und verkürzen dadurch den gesamten Muskel.

Wie viel Kraft ein Muskel ausüben kann, hängt im Wesentlichen von seinem physiologischen Querschnitt ab. Je größer der Gesamtquerschnitt aller Muskelfasern, desto größer ist das Kraftpotenzial eines Muskels. Bei der Hubhöhe kommt es dagegen auf die Länge der jeweiligen Muskelfasern an. Je länger die Fasern, desto größer ist der Bewegungsspielraum eines Muskels. Sowohl der Querschnitt eines Muskels als auch die Länge seiner Muskelfasern sind bis zu einem gewissen Grad durch gezieltes Training beeinflussbar.

Beschwerden

Bei einer Muskelzerrung tritt ein plötzlich einsetzender, krampfartiger, starker Schmerz auf - der Muskel ist sofort bewegungsunfähig, weil die Muskelfasern extrem überspannt sind. Eine solche Schädigung kann allerdings nur mit dem Mikroskop erkannt werden. Die Ursache einer Muskelzerrung ist meist eine Überbelastung des entsprechenden Muskels bis zu dessen Elastizitätsgrenze. Dies wiederum kommt sehr häufig zustande, weil ungeeignetes Schuhwerk getragen wird, das keine ausreichende Stabilität bietet. Im Gegensatz zu Muskelrissen ist bei einer Zerrung die Grenze jedoch nicht überschritten. Die Schmerzen und die Bewegungseinschränkung können einen Tag bis mehrere Wochen andauern.

Als Symptom eines Muskelfaserrisses tritt ohne Vorwarnung ein äußerst heftig einsetzender, stechender Schmerz auf. Der Sportler ist schlagartig nicht mehr in der Lage, die betroffene Extremität so zu bewegen wie gewohnt. Zudem zeigt sich ein deutlicher Druck-, Dehn-, Anspannungs- und Widerstandsschmerz. Ursache für diese Beschwerden ist der Riss einzelner oder mehrerer Muskelfasern. Dabei können die einzelnen Muskelfasern entweder in Längs- oder Querrichtung gerissen sein.

Wie beim Muskelfaserriss setzen die Schmerzen beim Muskelriss plötzlich und ohne jegliche Vorwarnung ein. Die Beweglichkeit der betroffenen Extremität ist allerdings noch drastischer eingeschränkt, manchmal sogar völlig verschwunden. Beim Riss großer Muskeln zeigen sich unter Umständen deutliche Dellen oder Einbuchtungen in der entsprechenden Region.

Sowohl beim Muskelriss als auch beim Muskelfaserriss bildet sich nach kurzer Zeit ein Bluterguss (Hämatom). Entwickelt er sich auch außerhalb der Muskelfaszie, kann er nach kurzer Zeit von außen gut erkannt werden.

Eine Sportart, bei der Muskelfaserrisse und Muskelrisse besonders häufig auftreten, ist der Kurzstreckensprint. Hier wird die gesamte Oberschenkelmuskulatur plötzlich angespannt und es folgt eine extreme Belastung. Aber auch bei anderen Sportarten, bei denen die Schnellkraft des Muskels gefordert ist sowie Beschleunigen und Abbremsen sich immer wieder abwechseln (Squash oder Ballsportarten), besteht ein hohes Risiko.

Nach einer Muskelprellung schmerzt das betroffene Gebiet sehr stark. Im Vergleich zu einem Muskelriss ist das Schmerzareal jedoch wesentlich ausgedehnter. Nach einer gewissen Zeit kann aufgrund gequetschter und gerissener Muskelfasern ein großflächiges Hämatom entstehen. Meist werden die Muskelfasern dadurch zerstört, dass der Muskel gewaltsam gegen einen darunter liegenden Knochen gequetscht wird. Verursacht wird dies vor allem durch starke äußere Gewalteinwirkungen wie Tritte und Schläge gegen Extremitäten.

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www.m-ww.de/krankheiten/orthop_erkrankungen/sport_muskel.html



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Geschrieben 08 August 2004 - 22:32 Uhr

Schürfwunden

Schürfwunden sind Verletzungen der obersten Hautschicht. Meistens heilen sie problemlos ab, jedoch kann es durch Infektionen bei großflächigen Abschürfungen zu einer verzögerten Wundheilung kommen. Schürfwunden heilen normalerweise am besten ohne das Aufbringen körperfremder Substanzen ab. Verantwortlich dafür sind die komplexen Vorgänge der natürlichen Wundheilung die einen optimalen Schutz gegen Infektionen und Narbenbildung bieten.

Allgemeines

Bei Schürfwunden handelt es sich um Verletzungen der oberflächlichen Hautschicht (Epidermis). Die Verletzung entsteht dabei durch eine tangentiale Gewalteinwirkung auf die Haut. Schürfwunden bluten zwar meist nur wenig, jedoch kommt es zum Austritt von Gewebsflüssigkeit aus der Wundfläche. Bei tieferen Schürfwunden kann es wegen einer Verletzung kleiner Blutgefäße der darunter liegenden Lederhaut zu einem punktförmigen Austritt von Blut kommen.

Symptome

Bei Schürfwunden steht der Wundschmerz im Vordergrund der Beschwerdesymptomatik. Darüber hinaus kommt es zu einer Absonderung von Blut und Gewebsflüssigkeit im Wundgebiet.

Sofortmaßnahmen

Bei der ersten nicht ärztlichen Wundversorgung sollten unbedingt Schutzhandschuhe verwendet werden, um sich vor Infektionen mit HIV oder Hepatitis zu schützen!

Die Wunde wird mit keimfreiem (sterilen) Verbandsmaterial verbunden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Wunde nicht berührt wird. Fremdkörper, die in der Verletzung festsitzen, müssen durch einen Arzt entfernt werden. Die Reinigung von verschmutzten Wunden sollte ebenso nur durch einen Arzt erfolgen. Das Auswaschen einer Wunde sowie das Auftragen von Cremes, Salben, Sprays, Puder, Desinfektionsmitteln oder Ähnlichem sollte unbedingt unterlassen werden und der späteren ärztlichen Versorgung überlassen werden.

Therapie und Verlauf

Sofort nach dem Unfall füllt der Organismus die Wundfläche mit Blut, Fibrin und Thromben auf. Diese Vorgänge der Exsudationsphase sollen die Wunde vor dem Eintritt von Keimen schützen und den Körper vor einem zu starken Blutverlust bewahren. Die erste Phase der Wundheilung dauert je nach Größe und Tiefe der Wunde bis zu vier Tage an. In der nächsten Phase versucht der Körper die Wunde wieder selbstständig zu verschließen. Dabei wird in der Wundfläche eine spezielle Gewebeart, das Granulationsgewebe, gebildet. Zusätzlich werden mehr und mehr Fasern aus Kollagen aufgebaut, die die Wundfläche immer weiter verkleinern und die Wundränder näher zu einander bringt. Diese Proliferationsphase dauert bis zu zehn Tage an. In der Regenerationsphase werden die Kollagenfasern weiter stabilisiert, die Wundheilung kommt zu einem Abschluss.

Dieser gesamte Prozess der natürlichen Wundheilung sollte nicht durch zusätzliche Maßnahmen, wie Salbenverbände oder sonstiges gestört werden. Nur bei sehr großen und infizierten Schürfwunden kann ein zusätzliches Eingreifen nötig sein. Die Entscheidung darüber trifft aber immer der behandelnde Arzt. Als unterstützende Maßnahme zur Wundheilung ist in den allermeisten Fällen lediglich ein Schutz der frischen Wundfläche vor zusätzlichen Verletzungen nötig. Der Verband sollte täglich gewechselt werden um die Wundheilung überprüfen zu können und somit frühzeitig Infektzeichen zu erkennen. Bei Zeichen einer Infektion sollte, sofern es nicht vorher bereits geschehen ist, unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Hat sich im Laufe der Zeit eine Kruste über die Wunde gebildet, kann der Verband weggelassen werden. Die Kruste sollte nicht abgetragen werden, da sie ein optimaler Schutz für die sich darunter bildende neue Haut ist.

Rehabilitation

Findet sich die Wunde im Bereich eines Gelenkes, welches bei bestimmten Sportarten beansprucht wird, so z.B. das Kniegelenk beim Laufen, sollte während der Wundheilung mit sportlichen Betätigungen pausiert werden, damit die Kruste nicht aufreißt und somit der Heilungsprozess ungestört ablaufen kann. Auf Wassersport und Vollbäder sollte bis zum Abschluss der Wundheilung verzichtet werden, duschen ist jedoch problemlos möglich.

Prophylaxe

Die beste und einfachste Vorbeugung gegen Hautverletzungen ist, sofern möglich und sinnvoll, das Tragen einer geeigneten Schutzausrüstung bei bestimmten häuslichen, beruflichen oder sportlichen Betätigungen mit einem entsprechenden Verletzungsrisiko. Außerdem hilft umsichtiges und kluges Verhalten stets, ein Verletzungsrisiko zu verringern.

Prognose

Kleine Schürfwunden heilen meist in wenigen Tagen ohne Narbenbildung ab. Ausgedehnte Hautabschürfungen können Narben hinterlassen, wenn die Lederhaut mitverletzt wurde. Hier kann die Wundheilung ein bis zwei Wochen dauern. Kommt es jedoch zum Wundinfekt kann dies den Heilungsverlauf deutlich verzögern.

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www.m-ww.de/krankheiten/orthop_erkrankungen/schuerfwunde.html


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Geschrieben 08 August 2004 - 22:34 Uhr

Schmerzsyndrom des vorderen Kniebereiches
(Chondropathia patellae)

Kurzinfo

Unter einer Chondropathia patellae versteht man ein Schmerzsyndrom im Bereich der Kniescheibe, das bevorzugt bei jungen Frauen sowie bei beiden Geschlechtern während des Wachstumsschubes in der Pubertät auftritt. Als Ursache kommen einerseits Knorpelschäden der Kniescheibe sowie ihres Gleitlagers als auch Fehlfunktionen der Oberschenkelmuskulatur sowie des Bandapparates im Kniegelenk in Betracht.

Die Diagnose wird anhand einer ärztlichen Untersuchung, ergänzt durch eine Röntgenaufnahme, gestellt. Die Therapie erfolgt in erster Linie durch krankengymnastische Maßnahmen, seltener durch den Einsatz von Medikamenten. Im Allgemeinen bilden sich die Beschwerden innerhalb von Wochen und Monaten auch spontan zurück.

Allgemeines

Als Chondropathia patellae bezeichnet man ein Schmerzsyndrom im Bereich der Kniescheibe. Den Begriff Chondropathie kann man mit Knorpelleiden übersetzen, patella ist die lateinische Bezeichnung für die Kniescheibe. Der Begriff der Chondropathia patellae ist irreführend, da der Knorpel selbst nicht mit Nerven versorgt (innerviert) ist und demnach Veränderungen des Knorpels keine Schmerzen verursachen. Ist ein Knorpelschaden allerdings soweit vorangeschritten, dass der darunterliegende Knochen betroffen wird, treten sehr wohl Schmerzen auf. Um diesem Umstand gerecht zu werden, spricht man heute meist vom Schmerzsyndrom des vorderen Kniebereiches oder dem femoro-patellaren Schmerzsyndrom, wobei bei dieser Bezeichnung der Femur, also der Oberschenkelknochen, mit berücksichtigt wird.

Ursachen

Als Ursache werden Knorpelveränderungen an der Rückfläche der Kniescheibe vermutet. Dabei kann es sich sowohl um Verdickungen, Erweichungen, Aufsplitterungen als auch Abscherungen handeln. Diese Veränderungen reichen jedoch meist nicht bis zum Knochen.

Erst durch das zusätzliche Vorhandensein von Faktoren, die das Leiden begünstigen, entwickelt sich dann ein Schmerzsyndrom. Begünstigend wirken z.B. eine dauerhafte Überbeanspruchung der Kniescheibe bei knieenden Tätigkeiten (Fliesenleger) aber auch eine mechanische Überbelastung der an der Kniescheibe ansetzenden Sehnen, z.B. beim Strecken des Kniegelenkes aus maximaler Beugung, wie beim Aufstehen oder Aufspringen aus der Hocke (Sportler).

Neben diesen Überlastungssituationen können Schmerzen im Kniebereich jedoch auch unter einer normalen Beanspruchung des Kniegelenkes auftreten. Bei diesen Personen findet man häufig Fehlbildungen oder Fehlstellungen der Kniescheibe. Zu den möglichen Fehlbildungen gehören z.B. Abweichungen in der Form und Größe der Kniescheibe. Fehlstellungen bestehen sowohl in einem Tief- als auch in einem Hochstand der Kniescheibe. Ein Missverhältnis zwischen der Kniescheibe und ihrem Gleitlager, das vom Oberschenkelknochen gebildet wird, kann ebenfalls zu Schmerzen führen.

Selbstverständlich kann es als Folge von Unfällen und Verletzungen des Kniegelenkes auch zur Ausbildung eines Schmerzsyndromes kommen. In der Mehrzahl der Fälle lässt sich jedoch keine eindeutige Ursache für ein Schmerzsyndrom im vorderen Kniebereich feststellen!

Häufigkeit

Es existieren keine Zahlenangaben zur Häufigkeit. Schmerzsyndrome im vorderen Kniebereich treten jedoch besonders häufig bei jungen Frauen sowie bei beiden Geschlechtern während des Wachstumsschubes in der Pubertät auf.

Symptome

Im Vordergrund stehen Schmerzen im Bereich der Kniescheibe, die häufig nach ungewohnten Belastungen, wie z.B. bergab gehen oder aber auch nach längerem Sitzen mit gebeugten Knien (Kino, Eisenbahn, Flugzeug) auftreten. Diese Schmerzen treten meist beidseits, manchmal aber auch abwechselnd in beiden Knien auf. Sie können über Monate und Jahre immer wieder kehren.

Diagnose

Die Diagnose wird anhand der Anamnese, also der Befragung des Patienten durch den Arzt, sowie durch eine ärztliche Untersuchung gestellt. Typischerweise findet man einen Druckschmerz im Bereich der Kniescheibe. Durch eine Bewegung des Knies unter Belastung, z.B. Strecken gegen einen Widerstand, können ebenfalls Schmerzen ausgelöst werden. Gelegentlich ist dabei auch ein Reiben der Kniescheibe auf ihrem Gleitlager, also dem Oberschenkelknochen, zu fühlen und zu hören. Dieses Reiben weist auf Unregelmäßigkeiten des Knorpelbelags der Rückfläche der Kniescheibe bzw. des Gleitlagers hin.

Bei einer Tastuntersuchung lassen sich auch Fehlstellungen der Kniescheibe sowie Instabilitäten des Kniegelenkes, wie z.B. eine ungewöhnliche Verschiebbarkeit der Kniescheibe vor allem nach außen, feststellen. Die Untersuchung beschränkt sich nicht allein auf das Kniegelenk und die Kniescheibe. Die für die Bewegungen im Kniegelenk verantwortlichen Muskeln und Sehnen sowie der Bandapparat des Kniegelenkes müssen ebenfalls bezüglich ihrer Funktionen überprüft werden.

Zusätzlich zur ärztlichen Untersuchung sollte eine Röntgenuntersuchung des Kniegelenkes sowie gezielt der Kniescheibe erfolgen. Wenn durch die ärztliche Untersuchung und die Röntgenuntersuchung keine Klärung der Ursache der Beschwerden möglich ist, kann eine Arthroskopie, also eine Gelenkspiegelung, durchgeführt werden, um eventuelle Knorpelveränderungen nachzuweisen. Dieser Eingriff sollte jedoch nur gut überlegt eingesetzt werden, da wie oben bereits erwähnt, in der Mehrzahl der Fälle keine Ursache für die Beschwerden nachweisbar ist. In seltenen Fällen ist auch eine MRT-Untersuchung sinnvoll.

Therapie

Die Behandlung eines Schmerzsyndromes im vorderen Kniebereich erfolgt in erster Linie mit Krankengymnastik. Dazu gehört sowohl die kurzfristige Schonung des Kniegelenkes als auch das Anlegen stabilisierender Verbände. Eine dauerhafte Besserung der Schmerzen kann durch ein Krafttraining sowie Dehnungsübungen der Oberschenkelmuskulatur erreicht werden. Der Einsatz von Schmerzmitteln kann häufig vermieden werden. Bei besonders schweren Schmerzen können jedoch örtlich begrenzt Lokalanästhetika, also Betäubungsmittel, in Form von Spritzen angewendet werden.

Der Einsatz von sogenannten Chondroprotektiva, das sind Medikamente, denen eine schützende Wirkung auf den Knorpel zu geschrieben wird, hat sich nicht bewährt. Operative Maßnahmen sind im allgemeinen nicht notwendig und sollten nur nach Abwägung aller Vorteile und vor allem der möglichen Nachteile eingesetzt werden.

Frauen mit Schmerzen im Bereich des Knies ist das Tragen von Schuhen mit flachen Absätzen zu empfehlen, da auf diese Weise der Bandapparat des Kniegelenkes entlastet wird. Sportarten, die mit erheblichen Belastungen des Kniegelenkes verbunden sind, wie z.B. Fußball oder Ski, sollten durch weniger belastende Sportarten, wie z.B. Schwimmen, ersetzt werden.

Prophylaxe

Eine direkte Vorbeugung ist nicht möglich. Treten erstmals leichte Beschwerden im Bereich der Kniescheibe auf, können die bei der Behandlung beschriebenen Allgemeinmaßnahmen, wie das Tragen flacher Absätze oder ein Wechsel der Sportarten, einer Zunahme der Beschwerden vorbeugen.

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist insgesamt gut. In der Mehrzahl der Fälle verschwinden die Schmerzen spontan, also ohne Therapie nach Wochen bis Monaten, gelegentlich aber auch erst nach Jahren. Es handelt sich also nicht um eine sich im Verlauf verschlechternde Erkrankung, wie z.B. eine Arthrose.


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Geschrieben 08 August 2004 - 22:40 Uhr

Wadenkrämpfe

Zusammenfassung

Wadenkrämpfe treten meist plötzlich auf und gehen mit heftigen Schmerzen einher
Wadenkrämpfe kommen meist plötzlich und führen oft zu heftigen Schmerzen. Etwa 40 Prozent der Deutschen leiden unter diesem Symptom. Warum sich plötzlich einzelne Muskelgruppen in der Wade zusammenziehen und dann nicht mehr entspannen, konnte bisher nicht genau geklärt werden. Viele Menschen haben schon einmal Wadenkrämpfe erlebt, wenn sie sich sportlich verausgabten oder im kalten Wasser schwammen. Besonders lästig sind nächtliche Wadenkrämpfe, die so stark sein können, dass sie den gesamten Schlafrhythmus durcheinander bringen.

Etwas vereinfacht lassen sich bei den Wadenkrämpfen drei verschiedene Arten unterscheiden:

- der gelegentlichen Wadenkrampf, für den sich keine genaue Ursache finden lässt, der unversehens auftritt wie z.B. ein Schluckauf

- Wadenkrämpfe, die ein Warnzeichen für eine zugrunde liegende Erkrankung sind. In Frage kommen Gefäß-, Nerven- oder Stoffwechselerkrankungen

- eine weitere Art der Wadenkrämpfe tritt auf, wenn der innere Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Dafür gibt es ganz verschiedene Ursachen: Erbrechen, Durchfall, Missbrauch von Abführmitteln oder vermehrtes Schwitzen in den Sommermonaten. Mit der Flüssigkeit gehen dem Körper auch Kalzium und Magnesium verloren. Fehlen diese Elektrolyte, ist das Muskelgewebe leichter erregbar und es entsteht eine erhöhte Krampfbereitschaft.
Wenn Wadenkrämpfe regelmäßig auftreten, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden. In der Regel werden dann Magnesiumpräparate verschrieben. Ist jedoch eine tieferliegende Erkrankung die Ursache für die Krämpfe, wird natürlich die Grundkrankheit behandelt. Eine ausgewogene Lebensführung mit einer magnesiumreichen Ernährung kann Wadenkrämpfen vorbeugen.

Definition

Bei einem Wadenkrampf zieht sich ein Muskel oder eine Muskelgruppe schmerzhaft zusammen, ohne sich wieder zu entspannen. Dies betrifft meist die Wadenmuskeln, kann sich auch auf jene Muskeln ausbreiten, die für die Beugung der Zehen verantwortlich sind. Das Zusammenziehen eines Muskels wird in der Fachsprache Kontraktion genannt. Im Falle eines Krampfes ist diese Kontraktion typischerweise tonisch, d.h. dauerhaft.

In medizinischen Texten älteren Datums wird der Wadenkrampf auch unter der Bezeichnung Krampus-Syndrom aufgeführt.

Ursachen

Magnesiummangelsyndrom
Ein Magnesiummangelsyndrom kann den ganzen Körper betreffen und zahlreiche Symptome erzeugen. Ein derartiger Mangel wird selten diagnostiziert, da ein Magnesiummangel nur in einem Muskel oder einem Organsystem vorliegen kann, auch wenn der gemessene Magnesium-Gehalt im Blut normal ist. Die häufigsten Ursachen für ein Magnesiummangelsyndrom sind:

- starkes Schwitzen
- vermehrter Bedarf an Magnesium, besonders in der Schwangerschaft, bei starker körperlicher Belastung (u.a. Leistungssport), aber auch bei allgemeinem Dauerstress
- erhöhte Ausscheidung von Körpersalzen, weil wasserausscheidende Medikamente (Diuretika) oderAbführmittel eingenommen werden
- chronisches Erbrechen und chronischer Durchfall
- Stoffwechselstörungen wie z.B. Schilddrüsenerkrankungen oder Diabetes
- einseitige Ernährung, langes Hungern, aber auch Diäten
- chronischer Alkoholmissbrauch
- mangelndes Trinken (besonders häufig bei alten Menschen)
- Gefäßerkrankungen

Häufigkeit

Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 40 Prozent der Deutschen zumindest gelegentlich an Wadenkrämpfen leiden. Wenn man sich im Bekanntenkreis erkundigt, so wirkt diese Zahl etwas hochgegriffen; sie mag jedoch verdeutlichen, dass es sich hier um ein typisches "Zipperlein" handelt, das vielen Mitmenschen den Alltag schwerer macht und des öfteren Anlass zur Sorge gibt. Die Häufigkeit nimmt besonders in den Sommermonaten zu.

Symptome

plötzlich einsetzender messerstichartiger Schmerz
Verhärtung der Wadenmuskeln. Manchmal wandert der Krampf bis in den Fuß, so dass sich die Zehen zur Fußsohle hin zusammenziehen
erhebliche Bewegungseinschränkung im Unterschenkelbereich

Diagnose

Die Diagnose kann in den meisten Fällen bereits aufgrund der typischen klinischen Symptomatik gestellt werden. Sollten die Schmerzen länger anhalten, müssen andere Ursachen wie z.B. Thrombose oder Muskelverletzungen ausgeschlossen werden, da diese eine ähnliche Symptomatik hervorrufen können. Bei hartnäckigem Wiederauftreten von Wadenkrämpfen sollte nach den Ursachen geforscht werden, um diese ggf. gezielt behandeln zu können.

Therapie

Erste Hilfe bei Wadenkrämpfen

Bei Muskelkrämpfen aller Art hilft es, den Muskel zu dehnen. Wer von einem Wadenkrampf geplagt wird, versucht am besten, die Zehen zu umfassen und sie in Richtung des Schienbeins zu ziehen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, umherzulaufen und dabei fest auf den Boden aufzutreten. Einigen Menschen hilft es auch, sich die Wadenmuskulatur zu massieren; andere schwören dagegen auf die entspannende Wirkung einer warmen Dusche. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass ein plötzlicher heftiger Schmerz in der Wade auch andere Ursachen als einen Krampf haben kann, so z.B. kann auch eine Thrombose oder ein Muskelfaserriss dafür verantwortlich sein. Sollte der Schmerz nicht relativ schnell wieder verschwinden, ist zur weiteren Abklärung unbedingt ein Arzt aufzusuchen.

Ärztliche Maßnahmen
Kommt ein ansonsten gesunder Mensch zum Arzt und klagt über Wadenkrämpfe, so wird der Arzt im Regelfall keine aufwendige Diagnostik betreiben, denn die ist teuer und zeitintensiv. Eher wird er sich für einen Therapieversuch mit Magnesium-Tabletten entscheiden und abwarten, ob damit die Beschwerden verschwinden.
Normalerweise werden dazu zwischen 200 mg und 400 mg Magnesium eingenommen. Bei einer derartigen Dosierung ist die Behandlung mit Magnesium in der Regel nebenwirkungsfrei bzw. -arm. Eine langfristige Einnahme sollte jedoch mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. Vorsicht ist geboten, wenn die Nierenfunktion gestört ist. Werden am selben Tag noch andere Arzneimittel, vor allem Eisen-, Natriumflouridpräparate oder Tetrazykline eingenommen, so sollte dies zeitlich versetzt zum Magnesium geschehen.

Treten Wadenkrämpfe jedoch sehr oft, z.B. jede Nacht auf, muss die genaue Ursache für die Wadenkrämpfe abklärt werden. Besteht ein Verdacht, dass eine Gefäßerkrankung vorliegt, werden Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Legen Vorerkrankungen und weitere Symptome nahe, dass eine Polyneuropathie die Ursache sein könnte, erfolgt eine Überweisung zu einem Neurologen. Wenn die Wadenkrämpfe nur das Symptom einer tieferliegenden Erkrankung sind, richtet sich die Therapie nach der Grunderkrankung.

Komplikationen

Ein Wadenkrampf kann in bestimmten Situationen gefährlich, ja sogar lebensgefährlich werden:

- Tritt ein derartiger Krampf beim Schwimmen, vor allem im Meer oder Seen auf, kann es zu Panikreaktionen mit der Gefahr des Ertrinkens kommen.
- Beim Skifahren können schwere Stürze die Folge sein.
- Bei Autofahrern oder Motorradfahrern kann es in Folge eines Krampfes zu Unfällen kommen.
- Beim Flaschentauchen ist die mögliche Gefährdung durch Wadenkrämpfe so groß, dass der richtige Umgang damit sogar Teil der Ausbildung ist.

Prophylaxe

Viele Menschen, die regelmäßig von Wadenkrämpfen heimgesucht werden, entwickeln ihre eigenen Strategien, um den Verspannungen vorzubeugen, das sind vor allem: regelmäßige Fußgymnastik, Wärme- oder Kälteanwendungen oder auch Massagen. Andere Betroffene schwören dagegen auf die Nackenrolle, die sie sich beim Schlafen dann unter das Knie legen, dies zeigt jedoch nur, dass die Muskeln dringlich gedehnt werden müssen.

Auf lange Sicht gesehen ist es wichtig, in der täglichen Ernährung auf Lebensmittel zurückzugreifen, die viel Magnesium enthalten. Besonders magnesiumhaltig sind z.B. Vollkornprodukte, Haferflocken, Nüsse, Schokolade und einige Mineralwasser. Außerdem sollten Betroffene auf das Rauchen verzichten und übermäßigen Alkoholgenuss meiden. Auch auf Abführmittel sollte verzichtet werden, da sie dem Körper Wasser und Mineralstoffe entziehen. Eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung ist in der Regel genauso effektiv und vom medizinischen Standpunkt aus betrachtet in den meisten Fällen dringend zu bevorzugen.

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#16 Tigermoni

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Geschrieben 08 August 2004 - 22:43 Uhr

Bluterguss (Hämatom)

Allgemeines

Unter einem Hämatom versteht man den Austritt von Blut aus den Blutgefäßen in das umliegende Körpergewebe. Die Ursache für den Blutverlust in das Gewebe ist meist eine Verletzung einer Vene oder einer Arterie. Je tiefer die Einblutung im Gewebe liegt, desto weniger ausgeprägt sind die äußerlich erkennbaren Anzeichen. Hämatome, die relativ nahe an der Hautoberfläche liegen, zeigen nach kurzer Zeit das typische Verfärbungsmuster.

Symptome

Typischerweise treten die Beschwerden wie Schwellungen, Schmerzen und Hautverfärbungen nicht sofort nach der Verletzung auf. Die Zeit bis zum Auftreten der Symptome hängt entscheidend vom Ausmaß der Gefäßverletzung und der Lokalisation ab. So klagen Verletzte wesentlich später über Schmerzen, wenn das Hämatom durch eine leichte, sickernde Blutung entstanden ist. Bei stärkeren Einblutungen, die durch eine Verletzung größerer Gefäße entstanden sind, können Schmerzen dagegen bereits kurz nach dem Unfallhergang auftreten.

Bei Einblutungen, die dicht unter der Hautoberfläche liegen, entsteht binnen weniger Stunden eine deutliche rot-bläuliche Verfärbung, kombiniert mit einer druckschmerzhaften lokalen Schwellung. Liegt die Verletzung tiefer, können sehr häufig weder eine Hautverfärbung noch eine Schwellung beobachtet werden. Trotzdem klagen die Verletzten über Schmerzen, da tiefer liegende Gewebeschichten durch das Hämatom komprimiert oder gegen umliegende, z. B. knöcherne Strukturen, gedrückt werden. Falls überhaupt, ist bei diesen tief liegenden Blutergüssen erst nach einigen Tagen eine Hautverfärbung oder Schwellung zu beobachten.

Wenn das Hämatom von außen gut sichtbar ist, dann ist in den ersten 24 Stunden nach der Verletzung eine rote bis rot-blaue Verfärbung zu beobachten. Durch den biochemischen Abbau des Blutes ändert sich die Farbe nach einem bis vier Tagen zu einem tiefen Dunkelblau, um nach weiteren drei Tagen in eine grünliche Farbe überzugehen. Beginnend mit dem siebten Tag verfärbt sich das Hämatom erst in einen gelblich-bräunlichen Farbton, nach spätestens zwei bis drei Wochen ist es dann völlig verschwunden.

Sofortmaßnahmen und Diagnose

Sofern keine Begleitverletzungen wie Frakturen oder offene Wunden vorhanden sind, beschränkt sich die Erstversorgung auf eine lokale Kühlung und, falls möglich, einer Hochlagerung der verletzten Stelle. Durch die Hochlagerung verringert sich der Blutfluss zum verletzten Gebiet deutlich. Es tritt weniger Blut aus, somit kann die weitere Ausbreitung eines Hämatoms reduziert, manchmal sogar gestoppt werden. Zusätzlich zur Hochlagerung bietet sich die lokale Kälteanwendung mit Cool-Packs oder sonstigen Kühlelementen an. Wegen der Kälte ziehen sich die zuführenden Blutgefäße zusammen, dadurch tritt weniger Blut in das Gewebe aus. Weitere Bewegung sollte, wenn möglich, vermieden werden, da sonst die Muskulatur weiterhin gut durchblutet wird und sich die Einblutung verstärken kann.

Die Diagnose ergibt sich aus dem Unfallhergang und dem Beschwerdebild. Bei unklaren Fällen kann eine Ultraschalluntersuchung zur Lokalisation und Größenbestimmung eines Hämatoms nötig werden. Bei Hämatomen in der Nähe von Gelenken sollte auch eine Röntgenuntersuchung in Erwägung gezogen werden, um knöcherne Verletzungen auszuschließen.

Bei sehr großen und sich schnell ausbreitenden Hämatomen ist jedoch ein schnellstmöglicher Transport in die Klinik unumgänglich. Denn hier besteht der dringende Verdacht einer Zerstörung von größeren Blutgefäßen. Unerkannt und unbehandelt können solche Verletzungen zu lebensbedrohlichen Schockzuständen führen.

Treten Hämatome immer wieder ohne ersichtlichen Grund auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um eine Gerinnungsstörung auszuschließen.

Therapie

Normalerweise wird die Einblutung nach einigen Tagen vom Körper wieder abgebaut. Außer einer symptomatischen Therapie ist in den allermeisten Fällen also keine weitere Intervention nötig. Da sich ein Hämatom nach 14-16 Tagen wieder verflüssigt, ist in dieser Zeit, sofern erforderlich, ein Absaugen ohne größeren Eingriff möglich. Das Auftragen von heparinhaltigen Salben ist nicht sinnvoll bzw. erfolgversprechend, da Heparin nicht in der Lage ist, das bereits geronnene Blut wieder aufzulösen. Außerdem können die Heparinmoleküle wegen ihrer Größe die Hautbarriere nicht durchdringen. Aber es sei erwähnt, dass die Anwendung bzw. Nichtanwendung von heparinhaltigen Salben dennoch strittig ist.

Das betroffene Körperteil sollte nicht zu stark belastet werden, um eine neuerliche Einblutung und weitere Gefäßverletzungen zu vermeiden. Nur bei sehr großen Hämatomen oder bei Hämatomen in unmittelbarer Nähe eines Gelenks kann ein chirurgischer Eingriff nötig werden. Eine weitere Komplikation, die eine operative Behandlung nötig machen kann, ist die Entwicklung eines so genannten Kompartmentsyndroms. Hier entwickelt sich das Hämatom zwischen den Muskelfasern und der Muskelfaszie. Durch den dadurch ausgeübten Druck werden Blutgefäße so stark komprimiert, dass Gewebestrukturen wie Muskeln und Nerven nicht mehr ausreichend durchblutet werden und absterben können. Bei großen Hämatomen ist jedoch die Infektion die häufigste Komplikation, deswegen ist eine chirurgische Sanierung unumgänglich.

Rehabilitation

Nach dem Abklingen der Schwellung und der Schmerzen kann beispielsweise wieder langsam mit sportlicher Betätigung begonnen werden. Anzuraten ist jedoch der Ausschluss von Begleitverletzungen oder Komplikationen wie Frakturen, Gelenkbeteiligungen oder Infektionen.

Prophylaxe

Die einzig sinnvolle Möglichkeit zur Vorbeugung ist das Vermeiden von Unfällen. Bei risikobehafteten Tätigkeiten oder Sportarten sollte eine geeignete Schutzausrüstung getragen werden.

Prognose

Wenn keine Komplikationen oder Begleitverletzungen aufgetreten sind, ist die Prognose außerordentlich gut. Ein Hämatom bildet sich in der Regel nach zwei bis drei Wochen vollständig zurück. Beschwerden oder Schmerzen verbleiben nicht. Sollte eine operative Behandlung notwendig gewesen sein, so sind die Größe und die Lage des Hämatoms jedoch für eine präzise Prognose ausschlaggebend.

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